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  • Böcklin
    es im Jahre 1916 Zum Andenken an Marie Meyer der Berliner Nationalgalerie Inv Nr A II 583 Bei Kriegsende 1945 befand es sich im Flak Bunker am Berliner Zoo ist dort mit vielen anderen Kunstgegenständen von sowjetischen Truppen konfisziert worden und seitdem verschollen Biographische Daten zu Marie Meyer geb Toberentz 1834 Marie Maria Louise Mathilde Toberentz geboren Eltern Christoph Friedrich Gustav Toberentz und Caroline Mathilde geb Avianus 1849 Geburt des Bruders Robert am 4 Dezember Er besuchte 1867 69 die Berliner Kunstakademie war dann unter Schilling in Dresden ging 1872 75 nach Rom Monumentale Bildwerke 1884 1890 in USA Über Paris Rückkehr nach Berlin Starb am 31 7 1895 in Rostock Sehr bedeutender Erzgießer seiner Zeit 1854 Heirat mit Heinrich Adolf Meyer Hamburg 1822 Forsteck bei Kiel 1889 Hamburger Großindustrieller Sohn von Stockmeyer Heinrich Christian Meyer bedeutender Industrieller in Hamburg Heinrich Adolf Meyer baute einen Elfenbein Import auf Ehrendoktor der Universität Kiel für Meeresbiologie Mitglied der Leopoldina Nachruf von A Hänel Eine Schwester heiratete 1852 Carl Schurz eine weitere den Schubert und Brahmssänger Julius Stockhausen 1826 1906 1889 Umzug als Witwe nach Freiburg Mozartstraße 5 Feriensitz Titisee Villa Waldheim 1892 Ernst Grosse zieht in das Haus von Marie Meyer Beginn der gemeinsamen Kunstsammeltätigkeit Sie wird seine Adoptivmutter Nur das Badische Recht verhindert den juristischen Vollzug der Adoption 1898 Förmliche Schenkung von Kunstgegenständen im Wert von insgesamt 108 450 Mark an Grosse davon pauschal ostasiatische Objekte wie Malerei Drucke Metall und Lackarbeiten Keramik für 30 000 Mark 1912 Umzug nach München 1913 Testamentarische Überlassung der Kunstwerke ihrer Sammlung an die Berliner Museen 1915 Tod von Marie Meyer in München Weitere Informationen zur Vita Marie Meyers auf der oben angegebenen Webseite Ostasien in Berlin Biographische Daten zu Ernst Grosse 1862 geboren am 29 7 1887 Promotion an der Universität Halle 1888 Habilitation

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  • Hans Purrmann Teppichfragmente
    Teppiche haben Gittermuster die frühesten sind aus dem Ende des 16 Jahrhunderts Bei ihnen liegen drei Gittersysteme in Schichten übereinander Außerdem gibt es solche mit zwei Schichten und weitere mit einfachem Gitter wie dieses Purrmann Stück Die Mehrzahl der einfachen Gitter Vasenteppiche sind später entstanden als die vielschichtigen Das Feld hat eine gelbliche Grundfarbe Die annähernd rautenförmigen Gitterfelder tragen in ihren Zentren ein sternförmiges Medaillon umgeben von Blättern und Ranken und kleinen Wolkenbändern Diese schlangenartigen Motive sind aus der chinesischen Kunst übernommen und waren im vorderen Orient sehr beliebt wie dies auch mehrere Stücke der Purrmann Sammlung zeigen 7 Sie sind verstreut in Museen in Berlin Düsseldorf Lyon Budapest Philadelphia St Louis und Baltimore Ein Fragment war einst in der Baranovicz Sammlung und kam von dort zu Peter Bausback und zwei Stücke waren 1976 und 1987 im Londoner Kunsthandel Abb 5 Feldfragment eines südpersischen Vasen Teppichs mit einfachem Gittermuster spätes 17 Jahrhundert 105 x 149 cm Spiralrankenteppiche der sogenannten Herat Gruppe 17 Jahrhundert lfd Nr 6 9 Die Herkunft dieser Teppiche ist umstritten es existieren darüber keine sicheren Dokumente Viele Jahrzehnte wurde Herat im damaligen Ostpersien heute in Afghanistan angenommen seit einigen Jahren wird von manchen Experten Isfahan in Mittelpersien bevorzugt Die Frühesten die zusätzlich viele Tierdarstellungen zeigen sind noch aus dem Ende des 16 Jahrhunderts die überwiegende Mehrzahl stammt aus dem 17 Jahrhundert Sie sind schon damals in größerer Zahl nach Europa exportiert worden Die Grundfarbe des Feldes ist fast immer Rot die Musterung basiert auf Spiralranken die mit vielen großen und kleinen Blüten und eingestreuten Wolkenbändern s Nr 5 versehen sind Die früheren Stücke haben zwei in Schichten übereinander liegende Rankensysteme später kommen auch Teppiche mit nur einem System vor Das Muster ist sowohl um die Längs als auch um die Querachse gespiegelt 6 Zwei Fragmente eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat A und B 1 Hälfte 17 Jahrhundert 95 x 26 cm und 85 x 53 cm Archiv Nr 6179 6180 Auf dem größeren Stück 6A Abb 6 ist ein Teil des Feldes mit dazugehöriger Bordüre zu sehen Das Feldmuster enthält zwei Rankensysteme ein weißes und ein fast schwarzes auf denen Blüten von der für diese Gruppe typischen Form sitzen Im unteren auf Abb 6 linken Teil liegen die Motive spiegelsymmetrisch so dass dort die Querachse des ursprünglichen Teppichfeldes vermutet werden muss Das kleine Stück 6B vom gleichen Teppich ist aus zwei Bordürenteilen die einst nicht direkt aneinander schlossen zusammengenäht Davon zeigt das eine Teil den Eckansatz Das Blütenmuster auf dunkelblauem Grund ist typisch für Bordüren dieser Spiralrankenteppiche Im Bardini Museum in Florenz befindet sich ein Feldfragment vom gleichen Teppich 8 Der Vergleich mit dem Purrmann Stück zeigt dass der rechte Rand des bordürenlosen Bardini Stückes einst der Feldrand war 8 Bardini Museum Florenz Nr 7859 90 x 38 cm Alberto Boralevi Herausg Oriental Geometries Stefano Bardini and the Antique Carpet Florenz 1999 Nr 37 Abb 6 Fragment eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat 1 Hälfte 17 Jahrhundert 85 x 53 cm 7 Feldfragment eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat Mitte 17 Jahrhundert 61 x 138 cm Archiv Nr 6205 Dieses Feldfragment enthält die Längsachse was an der Spiegelgleichheit zu beiden Seiten erkennbar ist Dem Muster liegen zwei Rankensysteme zugrunde ein dunkel und ein hellblaues Am unteren Schnittrand liegen zwei ockerfarbene Wolkenbänder Abb 7 Feldfragment eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat Mitte 17 Jahrhundert 61 x 138 cm 8 Zwei Fragmente eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat Ende 17 Jahrhundert 220 x 160 cm und 278 x 46 cm Archiv Nr 6029 a b Vom Teppich sind zwei Fragmente erhalten ein Eckstück 8A Abb 8 mit Feldteil und ein reines Bordürenstück 8B Die Bordüre verdient besondere Beachtung sowohl wegen ihrer glutvollen Farben als auch wegen ihrer schönen und seltenen Zeichnung Es lässt sich gut verstehen dass ein Maler von der Ästhetik des Stückes fasziniert war So nimmt es auch nicht Wunder dass Hans Purrmann das Fragment als Hintergrund mehrerer Porträtbilder verwendete s Beitrag von Christian Lenz Abb 6 In der Bordüre liegt auf einem schwarzblauen Untergrund eine dünne hellbraune Ranke an der in alternierenden Richtungen große Blüten sitzen Diese Blüten sind von Arabeskblättern umgeben abwechselnd in leuchtendem Rot und in Grün Die Arabesken überschneiden sich so dass sie eine fischblasenähnliche Figur umschließen Das Feld enthält nur ein statt der zwei System von Spiralranken hier in Hellgrün gehalten Die schlechte Erhaltung des Teppichfeldes gestattet keine Verfolgung der Spiralen Es ist jedoch erkennbar dass in Längsrichtung in der Mitte des erhaltenen Feldes eine Spiegelachse liegt wobei alle Formen nicht aber alle Farben zu beiden Seiten spiegelgleich sind Diese Achse kann nicht die mittlere Längsachse des ursprünglichen gesamten Teppichs gewesen sein Das Feld wäre dann unproportioniert schmal und außerdem zeigt das Bordürenmuster am rechten Schnittrand keinen Eckansatz Vermutlich saß die Längsachse am Schnittrand damit hätte das große Fragment die halbe Breite des ursprünglichen Teppichs Die Querachse ist auf diesem Fragment nicht enthalten So lässt sich aus dedn beiden Fragmenten nur eine Mindestlänge angeben Folgende Tatsachen sprechen für eine Datierung in das Ende des 17 Jahrhunderts Das Bordürenmuster kommt erst bei Teppichen aus dem späten 17 Jahrhundert vor Ferner hat das Stück nur ein Rankensystem und keine Wolkenbänder Abb 8 Fragment Fragment eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat 17 Jahrhundert 220 x 160 cm 9 Bordürenfragment eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat 17 Jahrhundert 25 x 57 cm Archiv Nr 6184 Das kleine sehr farbkräftige Fragment stammt von der dunkelblauen Bordüre eines einst sehr großen Spiralrankenteppichs Diese Aussage ist nur möglich weil vom gleichen Teppich große Teile der für Spiralrankenteppiche typischen Bordüre erhalten sind auch hier wieder im Bardini Museum in Florenz Abb 9a So kann man das Purrmann Fragment 9 mit der Bardini Bordüre in Deckung bringen was natürlich wegen der leichten Variationen längs der Bordüre nicht exakt gelingt Man sieht dass das Fragment Teil einer rund 60 cm breiten Bordüre mit sehr großen Blüten war Eine Bordüre dieser Mächtigkeit kann nur einen sehr großen Teppich umrahmt haben von dessen Feld leider nichts erhalten ist Das Fragment auf dem Teile dreier Blüten zu erkennen sind liegt senkrecht zum Bordürenrand und hat die volle Breite der ursprünglichen Bordüre Der einst innere Bordürenstreifen wurde nachträglich an korrekter Stelle angenäht Abb 9 Kleines Bordürenfragment des gleichen Teppichs wie Abb 9a 25 x 57 cm Abb 9a Großes Bordürenfragment eines Spiralrankenteppichs Isfahan oder Herat 17 Jh 65 x 390 cm Bardini Museum Florenz no 41 Nach einer Farbabbildung aus Alberto Boralevi Herausg Oriental Geometries Stefano Bardini and the Antique Carpet 1999 no 41a Die orangefarbene Markierung gibt den dem Fragment 9 entsprechenden Abschnitt an TÜRKISCHE TEPPICHE Lotto Teppiche Ushak Nordwest Anatolien lfd Nr 10 und 11 Die anatolischen sogenannten Lotto Teppiche haben ihren Namen nach dem italienischen Maler Lorenzo Lotto 1480 1556 der neben anderen Malern diese Teppiche mehrmals auf seinen Bildern darstellte Sie waren sehr beliebt und wurden über 200 Jahre von der ersten Hälfte des 16 Jahrhunderts bis etwa zum Ende des 18 Jahrhunderts hergestellt Sie wurden viel nach Europa exportiert wie die zahlreichen Darstellungen auf europäischen Gemälden belegen Ihr Herstellungsgebiet ist nicht gesichert Für die Mehrzahl der Lotto Teppiche wird das Gebiet von Ushak in Nordwest Anatolien angenommen Die Musterformen sind fast immer in einem leuchtenden Gelb gehalten und liegen dunkel konturiert auf rotem Grund Kleine Flächen sind in Blau ausgeführt Das Muster ist im unendlichen Rapport angelegt Es wird gebildet aus zwei versetzen Hauptelementen die alle durch Äste vertikal und horizontal miteinander verbunden sind Die Grundformen der beiden Elemente kann man vereinfachend als ein Kreuz mit Rautenumriss und als ein Oktogon bezeichnen Jedes Element ist relativ komplex aus stilisierten Palmetten Blättern und Ranken mit kleinen Verästelungen zusammengefügt 10 Drei Fragmente eines Lotto Teppichs Ushak Ende 16 Jahrhundert 150 x 37 cm 128 x 25 cm 53 x 27 cm Archiv Nrn 6216 6217 6218 Die drei Fragmente sind Teile ein und des selben Teppichs Die Farbenleuchtkraft dieses Teppichs hebt sich von den Farben der üblichen Lotto Teppiche ab Die Bordürenmusterung mit Wolkenbändern in dieser feinen Form ist auf Lotto Teppichen relativ selten tritt aber später in grober Version an kleinen Lotto Teppichen häufig auf Sie ist noch nicht bei den ältesten Lotto Teppichen zu finden Aufgrund der sehr präzisen Zeichnung lässt sich der Teppich noch in das Ende des 16 Jahrhunderts datieren Abb 10 Drei Fragmente eines Lotto Teppichs Nordwest Anatolien Ushak Ende 16 Jahrhundert 150 x 37 cm und 128 x 25 cm und 53 x 27 cm 11 Lotto Teppich Ushak 17 Jahrhundert 136 x 115 cm Archiv Nr 6140 Auf diesem kompletten Lotto Teppich sind die Motive etwas verschnörkelter ausgeführt Man nennt solche Stücke Lotto Teppiche im ornamentierten Stil im Gegensatz zu der Form von z B Nr 10 bei der man etwas unspezifisch vom anatolischen Stil spricht Das Bordürenmuster mit eckiger Wellenranke an der gegenständige Blüten sitzen ist bei Lotto Teppichen sehr selten 9 Er kommt aber als Umrahmung um und zwischen den Rechteckfeldern in großgemusterten Holbein Teppichen aus dem 16 Jahrhundert vor Lotto Teppiche im ornamentierten Stil treten erst ab dem 17 Jahrhundert auf So hat sich das Bordürenmuster über längere Zeit tradiert ein häufiger Vorgang bei Orientteppichen 9 Der Lotto Teppich in London Victoria and Albert Museum Inv Nr T 348 1920 hat diese Bordüre publiziert in Jennifer Wearden Oriental Carpets Highlights from the V A Collection London 2003 Pl 115 Abb 11 Lotto Teppich Nordwest Anatolien Ushak 17 Jahrhundert 136 x 115 cm 12 Fragment eines Medaillon Ushaks Nordwest Anatolien 17 Jahrhundert zusammen 41 59 cm x 227 cm Archiv Nrn 6214 6215 Das dreiteilige rotgrundige Fragment ist ein relativ schmaler horizontal liegender Ausschnitt aus einem großen Teppich der zu einer sehr verbreiteten türkischen Gattung den Medaillonteppichen aus Ushak gehört Auch dieses Stück zeichnet sich durch kräftige Farben aus Die Medaillon Ushaks tragen auf der Längsachse ein spitzovales Medaillon mit Anhängern oben und unten bei den größeren Teppichen können es auch mehrere Medaillons untereinander sein Auf dem rechten Teil des Fragments sieht man am unteren Rand gerade noch den äußeren Teil des Mittelmedaillons kenntlich durch die typische geflammte zipflige Umrandung hier in seltenem Grün Am oberen Rand erscheint ein durchschnittener Anhänger der das Mittelmedaillon berührt An den Feldrändern haben diese Teppiche von der Bordüre durchschnittene meist halbierte Sekundärmedaillons von komplexer Sternform und mit Anhängern Ein Teil eines solchen Sekundärmedaillons ist am linken Feldrand des Fragments sichtbar einschließlich eines Teils seines Anhängers Es ist dunkelblau und hat leuchtend gelbe Konturen Am rechten Rand symmetrisch gelegen erscheint ein kleiner Zipfel des rechten Sekundärmedaillons Durch Vergleich mit komplett erhaltenen Medaillon Ushaks lässt sich genau rekonstruieren wo das Fragment bei dem ursprünglichen Teppich saß Abb 12a Der rote Untergrund des Fragmentfeldes ist mit feinen blauen Ranken an denen Blüten und Blätter hängen gemustert Gut erkennbar ist die Spiegelgleichheit zu beiden Seiten der Längsachse Die dunkelblaue Hauptbordüre hat ein typisches Ushak Muster das allerdings relativ selten einen Medaillon Ushak umrahmt 10 Am häufigsten erscheint das Bordürenmuster auf Doppelnischen Ushaks wie wir es auf dem folgenden Teppich sehen Das Muster wird gebildet von hin und herlaufenden Bögen die von paarweise gegenüberstehenden Arabeskblättern getragen werden in den Bögen stehen stilisierte Blüten Es lässt sich die Breite des ursprünglichen Teppichs angeben da auf dem Fragment sowohl der linke Rand als auch die Mittelachse enthalten sind Er hatte die beachtliche Breite von ca 3 5 m Die Länge ist allerdings nicht abzuschätzen da es sowohl langgestreckte Medaillon Ushaks gibt mit mehreren Medaillons als auch solche die einem quadratischen Format angenähert sind In jedem Falle war er recht groß Die Lücke im einen Fragment ist unprofessionell repariert wenn auch die Verbindung an der richtigen Stelle sitzt Die aufgestickten blauen Linien haben nicht den ursprünglichen Verlauf 10 Medaillon Ushak mit der Bogen Bordüre außer Abb 12 a Cassirer Sammlung Leihgabe Museum für islamische Kunst Berlin Kurt Erdmann Europa und der Orienttepppich Berlin und Mainz 1962 Abb 48 Abb 12 Fragment eines Medaillon Ushaks Nordwest Anatolien 17 Jahrhundert 41 59 cm x 227 cm Abb 12a Medaillon Ushak frühes 17 Jahrhundert 268 x 273 cm eine Hälfte erhalten Philadelphia Museum of Art Inv Nr 55 65 14 nach einer Farbabbildung aus Charles Grand Ellis Oriental Carpets Philadelphia Museum of Art 1988 no 20 Die grüne Markierung gibt den dem Fragment 12 entsprechenden Abschnitt an 13 Teppich mit großen Wolkenbändern Nordwest Anatolien Gebiet von Ushak 16 17 Jahrhundert 200 x 145 cm Archiv Nr 6235 Dieser besondere Teppich ist ein Unikat Da kein analoges Stück bekannt ist ist er zeitlich und örtlich schwer einzuordnen Der rustikale Charakter spricht für eine dörfliche Werkstatt Auffallend sind die beiden mächtigen schleifenförmigen sich vertikal gegenüber stehenden Wolkenbänder die ein gestuftes Mittelmedaillon flankieren Die von den Schleifen umschlossenen Flächen und das Medaillon sind mit Kreuzmotiven gefüllt auf dem roten Felduntergrund liegen zahlreiche Streumotive Die gelbgrundige Bordüre enthält einzelne eckige und zoomorph wirkende Figuren die sich wie eine Wellenranke aneinander reihen Sie lässt sich mit der Bordüre eines sehr frühen Teppichs aus der Kirchheim Sammlung12 vergleichen Gemeinsamkeiten mit diesem Purrmann Teppich zeigt ein Teppich aus der Jacoby Sammlung 13 und der berühmte Wolkenband Teppich aus dem Museum für islamische Kunst in Berlin 14 der in das 16 Jahrhundert datiert wird Der Purrmann Wolkenband Teppich wurde mit der physikalischen Radiokarbonmethode in der eidgenössischen technischen Hochschule Zürich datiert Das abgerundete Ergebnis für den in Frage kommenden Zeitbereich der Herstellung lautet 1480 1680 Ein genaueres Ergebnis kann die Methode prinzipiell nicht liefern Der Teppich ist sicher jünger als das Berliner Stück Eine vorsichtige Datierung aus kunsthistorischer Sicht mit 16 17 Jahrhundert steht im Einklang mit dem gemessenen Ergebnis 12 Heinz Kirchheim Herausg Orient Stars Sammlung Kirchheim 1993 Nr 202 13 Heinrich Jacoby Eine Sammlung orientalischer Teppiche 1927 Tafel 20 ging in die Christopher Alexander Collection publiziert vom Besitzer in A Foreshadowing of 21st Century of Art 1993 p 337 14 Museum für islamische Kunst Berlin Inv Nr I 24 180 cm x 120 cm Wilhelm von Bode und Ernst Kühnel Antique Rugs from the Near East London 1970 p 48 49 Abb 13 Doppelnischen Ushak Nordwest Anatolien 17 Jahrhundert 151 x 109 cm 14 Teppich mit großen Wolkenbändern Nordwest Anatolien Gebiet von Ushak 16 17 Jahrhundert 200 x 145 cm Archiv Nr 6235 Dieser besondere Teppich ist ein Unikat Da kein analoges Stück bekannt ist ist er zeitlich und örtlich schwer einzuordnen Der rustikale Charakter spricht für eine dörfliche Werkstatt Auffallend sind die beiden mächtigen schleifenförmigen sich vertikal gegenüber stehenden Wolkenbänder die ein gestuftes Mittelmedaillon flankieren Die von den Schleifen umschlossenen Flächen und das Medaillon sind mit Kreuzmotiven gefüllt auf dem roten Felduntergrund liegen zahlreiche Streumotive Die gelbgrundige Bordüre enthält einzelne eckige und zoomorph wirkende Figuren die sich wie eine Wellenranke aneinander reihen Sie lässt sich mit der Bordüre eines sehr frühen Teppichs aus der Kirchheim Sammlung12 vergleichen Gemeinsamkeiten mit diesem Purrmann Teppich zeigt ein Teppich aus der Jacoby Sammlung 13 und der berühmte Wolkenband Teppich aus dem Museum für islamische Kunst in Berlin 14 der in das 16 Jahrhundert datiert wird Der Purrmann Wolkenband Teppich wurde mit der physikalischen Radiokarbonmethode in der eidgenössischen technischen Hochschule Zürich datiert Das abgerundete Ergebnis für den in Frage kommenden Zeitbereich der Herstellung lautet 1480 1680 Ein genaueres Ergebnis kann die Methode prinzipiell nicht liefern Der Teppich ist sicher jünger als das Berliner Stück Eine vorsichtige Datierung aus kunsthistorischer Sicht mit 16 17 Jahrhundert steht im Einklang mit dem gemessenen Ergebnis 12 Heinz Kirchheim Herausg Orient Stars Sammlung Kirchheim 1993 Nr 202 13 Heinrich Jacoby Eine Sammlung orientalischer Teppiche 1927 Tafel 20 ging in die Christopher Alexander Collection publiziert vom Besitzer in A Foreshadowing of 21st Century of Art 1993 p 337 14 Museum für islamische Kunst Berlin Inv Nr I 24 180 cm x 120 cm Wilhelm von Bode und Ernst Kühnel Antique Rugs from the Near East London 1970 p 48 49 Abb 14 Teppich mit großen Wolkenbändern Nordwest Anatolien Gebiet von Ushak 16 17 Jahrhundert 200x145 cm 15 Fragment eines Teppichs mit dem Smyrna Muster Westanatolien um 1800 130 x 138 cm Archiv Nr 6206 Der Name Smyrna für diese Teppiche bedeutet nicht deren Produktionsstätte sondern der Umschlagplatz von dem aus sie nach Europa transportiert wurden Smyrna ist das heutige Izmir Sie wurden im Inneren Westanatoliens in der Zeit um 1800 hergestellt Die Teppiche haben die osmanischen Hofteppiche des 16 und 17 Jahrhunderts mit ihrem üppigen Blumendekor zum Vorbild Alle Smyrna Teppiche haben die gleiche Farbpalette ferner die gleiche Abfolge von großen Palmettblüten gleicher Form Diese etwas zipfeligen Blüten wechseln sich in Richtung und Farben ab dazwischen liegen horizontal zwei Arten von Elementen die von Blättern und Blüten gebildet sind Auf der Hauptbordüre des Fragments 15 alternieren zwei typisch osmanische Blüten Der ursprüngliche Teppich war vermutlich rund 2m lang es fehlt dem Fragment also kein wesentlicher Teil Abb 15 Fragment eines Teppichs mit dem Smyma Muster Westanatolien um 1800 130 x 138 cm 16 Gebetsteppich aus Ladik Nord Zentralanatolien Beginn 19 Jahrhundert 165 x 108 cm Archiv Nr 6211 Die Gebetsteppiche dienten als saubere Unterlage beim Gebet s unter Nr 13 Die Ladik Gebetsteppiche sind durch eine Reihe von langstieligen Tulpen ausgezeichnet die sich über einer Zinnenreihe erhebt Manchmal stehen diese Blumen oberhalb manchmal wie bei diesem Teppich unterhalb der Gebetsnische Der Purrmann Ladik hat ein ungemustert rotes Gebetsfeld mit gestuftem hakenbesetztem Giebel In den Zwickeln darüber auf hellblauem Untergrund liegen Blätter und stilisierte Blüten Die Bordüre mit Rosetten zwischen denen schräggestellte von Blättern umgebene Tulpen stehen ist typisch für Ladiks Lfd Nr 17 19 Unter der Herrschaft der Mameluken wurden etwa ab der Mitte des 15 Jahrhunderts in Kairo Teppiche geknüpft die sich von allen anderen Orientteppiche durch Färbung Muster und Spinnrichtung der Wolle unterscheiden Die Hauptfarben sind Kirschrot Hellblau und Hellgrün sie haben einen eigenartig changierenden Charakter Die Muster bestehen aus geometrischen Motiven wie Sternen und Vielecken die kaleidoskop artig aneinander gesetzt sind Auf der Längsachse sitzt oft ein großer Stern oder es sind mehrere untereinander Auch florale Elemente wie Blätter und Bäume sind zu finden Nach der Eroberung Ägyptens durch die Türken 1517 stellten sich die Manufakturen nach und nach auf die üppigen floralen Musterungen der osmanischen Teppiche um wobei Struktur und Farben beibehalten wurden Abb 16 Gebetsteppich aus Ladik

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  • Ostasien in Berlin
    sehr wenig Der indischen Kunst widmete er bis in sein höchstes Alter eine freudige Abneigung und gab ihr in seiner Art gelegentlich den unzweideutigsten und unkonventionellsten Ausdruck An der Kunst Ostasiens im engeren Sinne bewunderte er die vollendete Form der sich ein Mann mit so empfindlichem Auge nicht verschließen konnte ihr eigentliches Wesen blieb ihm fern Ostasiatische Zeitschrift N F 5 1929 Seiten 43 45 Da auch Kümmel als Student in Freiburg unter dem Einfluss Grosses sein Verständnis für japanische Kunst entwickelt hatte teilten somit beide Berliner Schlüsselfiguren ein kohärentes Japanbild Man kann den Einfluss Grosses auf die Ausrichtung des neuen Berliner Museums gar nicht hoch genug einschätzen Hinzu kam dass Große von 1909 bis 1913 im diplomatischen Auslandsdienst als Wissenschaftlicher Sachverständiger für Kulturgüter Chinas Japans und Koreas mit Dienstsitz an der deutschen Botschaft in Tôkyô in großem Stil für das Berliner Museum einkaufen sollte und dies nach Beendigung seiner diplomatischen Berufung im Auftrag Bodes noch ein weiteres Jahr fortsetzte Große war als Sammler zwar geachtet aber nicht beliebt Zu Justus Brinckmann dem Direktor des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe der als erster in einem deutschen Museum eine vorzügliche Japanabteilung eingerichtet hatte pflegte er eine solide Abneigung Großes vernichtendem Urteil unterlagen auch fast alle anderen Sammler und Kenner in Deutschland Frankreich England und den USA Bode Große voll vertrauend übernahm dessen Meinungen und Wertverständnis japanischer Kunst wie schon gesagt unkritisch Das führte in Berlin beispielsweise zu der unschönen Situation dass Gustav Jacoby ein treuer Freund Brinckmanns zwar als Mäzen willkommen war für seine Sammlung aber keine wirkliche Unterstützung erhielt Schließlich weigerte sich Jacoby sogar finanzielle Unterstützung für Großes Ankäufe in Japan zu gewähren Am 4 November 1910 schrieb Bode an Kümmel Eben war Jacoby bei mir Er ist natürlich unverändert gegen das ganze System Große und ist durch die Olga Julia Ankäufe in China wenn auch nur für 3 800 Mark noch mehr darin bestärkt Trotzdem stiftet er 5 000 Mark nur nicht für japonica sondern für die Königlichen Museen im Allgemeinen Wie bereits gesagt es ist Otto Kümmel zu verdanken dass sich alles zum Positiven gewendet hat Er war der erste europäische Kunsthistoriker der japanisch und chinesisch lesen schreiben und sprechen konnte Sein sagenhaftes Gespür für echt oder falsch sein Bestehen auf Qualität seine Expertise und seine Beharrlichkeit überwanden die Probleme Ihn berufen zu haben war die große Leistung Bodes für das Verständnis und die Pflege ostasiatischer Kunst in Deutschland zurück Otto Kümme l 22 8 1874 Blankenese 8 2 1952 Mainz Otto Kümmel war das siebente von zwölf Kindern Sein Vater Werner Kümmel war der Stadtbaudirektor von Altona international bekannt für den Bau von Anlagen zur Versorgung großer Städte mit sauberem Trinkwasser Ihm war zu verdanken dass Altona von der verheerenden Choleraseuche im nahen Hamburg verschont blieb Ottos ältester Bruder Werner wurde später der berühmte Hals Nasen Ohren Spezialist der Universität Heidelberg Er führte seit etwa 1920 erste mikrochirurgische Krebsoperationen aus Ein weiterer älterer Bruder Paul lebte seit 1890 in Yokohama Er nahm später die japanische Staatsbürgerschaft an Es sollte hier aber betont werden dass er als Kaufmann mit anderen Interessen keinen Einfluss auf das spätere Engagement Ottos für japanische Kunst und Kultur nahm Ottos Kindheit war vom frühen Tod seiner Mutter überschattet Als sein Vater wenige Wochen vor dem Beginn des Freiburger Studiums starb musste dem noch minderjährigen Otto ein Vormund bestellt werden Anders als oft zu lesen war Kümmel kein akademischer Schüler von Ernst Große Er begann in Freiburg 1893 sein Studium der Archäologie und Philosophie Er schrieb Aufsätze über den Tempel des Asklepios in Epidauros Griechenland und den berühmten Vasenmaler Brygos spätes 6 bis frühes 5 Jhrhdt v Chr Alle verfügbaren Quellen verweisen auf sein Interesse an klassischer europäischer Kultur 1896 97 hörte er an den Universitäten in Bonn und der Sorbonne in Paris In Paris konnte er die Sammlungen des Louvre und der anderen Museen ebenso wie die von Hayashi studieren An der Ecole des Langues Orientales die regelmäßige öffentliche Kurse in japanischer Sprache anbot wird er die Gelegenheit zum Sprachstudium genutzt haben Kümmel wurde der erste europäische Kunsthistoriker der japanisch sprach las und schrieb Nach seinem Militärdienst als Einjährig Freiwilliger in Lahr promovierte er 1901 in Freiburg mit einer Arbeit über Ägyptische Pflanzenornamentik Danach volontierte er bis 1902 am Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe bei Justus Brinckmann dann bis 1904 in Berlin zunächst in der Ostasienabteilung des Berliner Völkerkundemuseums bei F W K Müller und danach im Zeughaus 1905 1906 leitete er die Freiburger Kunstsammlungen 1906 berief ihn Wilhelm von Bode als Direktor der neu gegründeten Abteilung für Ostasiatische Kunst am Völkerkundemuseum nach Berlin Wichtig ist zu erwähnen dass Otto Kümmel längere Zeit im Hause von Marie Meyer wohnte wo er wie einer Bemerkung in Großes privaten Tagebüchern zu entnehmen ist für die Sicherheit des Hauses und der Sammlung vor Einbrechern verantwortlich war Kümmel hatte seine eigene Mutter durch eine schlimme Krebskrankheit früh verloren Das aus den späteren Briefen an Bode ersichtliche mütterliche Verhältnis Marie Meyers zu ihm ist deutlich Von November 1906 bis Januar 1909 war Otto Kümmel in Japan um den Grundstock der Berliner Sammlung einzukaufen wobei ihm das Erbe des kürzlich verstorbenen Hayashi Tadamasa offen stand Im Jahre 1911 publizierte Kümmel das ausgezeichnete kleine Handbuch Das Kunstgewerbe in Japan Seine biographischen Daten zu bekannten Künstlern haben sich im Thieme Becker dem vielbändigen Künstlerlexikon erhalten Ulrich Thieme und Felix Becker 1907 1950 Gemeinsam mit William Cohn 1880 1961 gründete er 1912 die Ostasiatische Zeitschrift das erste westliche Journal für ostasiatische Kunst Hierin publizierte er 1912 die berühmt gewordene Übersetzung und Kommentar von Kundaikan Sayûchôki einem Katalog der Sammlung von Zen Buddhistischen Bildern der Ashikaga Shogune 1338 1494 des Künstlers Nôami 1397 1494 und seines Enkels Sôami c 1485 1525 Kümmels Artikel hatte großen Einfluss auf die europäischen Kunstwissenschaftler Im gleichen Jahr organisierte er eine große Ausstellung ostasiatischer Kunst in Berlin mit mehr als 1000 Ausstellungsstücken die auch internationale Anerkennung fand Weitere Ereignisse dieser Art waren geplant doch der Ausbruch des ersten Weltkriegs unterbrach die Arbeit Kümmel war während des ganzen Krieges eingezogen Als er 1918 nach Berlin zurückkehrte konnte er aber darauf stolz sein die ununterbrochene Publikation der Ostasiatischen Zeitschrift gesichert und zu ihr sogar einige Artikel beigetragen zu haben Bürokratische Hindernisse Geldmangel der erste Weltkrieg und die schwierige Nachkriegssituation in Deutschland und auch die Inflation verhinderten dass Bodes Pläne für den Neubau eines Museums realisierbar waren Erst am 9 Oktober 1923 konnte Kümmel dann endlich in eigenen Räumen in der Prinz Albrecht Straße in Berlin sein eigenes Museum eröffnen und seine inzwischen durch die Schenkungen der Privatsammlungen Meyer Große und Jacoby angewachsene Sammlung von Weltrang der Öffentlichkeit auf Dauer präsentieren 1929 organisierte Kümmel eine Ausstellung chinesischer Kunst in Berlin Erstmals wurde in Europa das gesamte Spektrum Chinesischer Kunst aller Zeiten und aller Richtungen ausgestellt Der Katalog dazu erschien 1929 im Jahr darauf gab Kümmel einen wissenschaftlich bearbeiteten beschreibenden Katalog von 200 ausgewählten Meisterwerken mit ausgezeichneten Reproduktionen heraus Er unterstützte die Arbeiten für die Öffentlichkeit auch an anderen Orten Schon 1912 hatte er in Stockholm bei der Vorbereitung einer Ausstellung geholfen für die Ausstellung chinesischer Kunst der Gesellschaft der Freunde ostasiatischer Kunst in Amsterdam lieh er 1925 chinesische Objekte aus Seine Beziehungen zu Schweden wurden sehr eng Zwischen 1925 und 1939 weilte er oft bei Gustav Adolf 1882 1973 dem späteren König Gustav VI Adolf regierte 1950 1973 im Schloß zu Stockholm wo er auch mit den bedeutenden Persönlichkeiten Bernhard Karlgren 1889 1978 und Osvald Sirén 1879 1966 zusammentraf Gustav Adolf war ein hingebungsvoller Sammler chinesischer Kunst Er vermachte seine Sammlung den öffentlichen Museen In der schwierigen unmittelbaren Nachkriegszeit war er einer der ersten ausländischen Freunde Kümmels die Hilfe sandten Kurz vor Ausbruch des Krieges 1939 brachte Kümmel eine Ausstellung 126 alter japanischer Kunstwerke zustande unter denen sich 29 Nationalschätze kokuhô und 61 wichtige Kulturschätze Important Cultural Property befanden Unter den am besten bekannten seiner publizierten Werke nennen wir neben dem bereits erwähnten Kunstgewerbe in Japan Berlin 1911 weiter Die Kunst Ostasiens Berlin 1921 mit vielen detailliert kommentierten Abbildungen Ostasiatisches Gerät Berlin 1925 mit ebenso gut gewählten Abbildungen und informativen Beschreibungen Chinesische Bronzen Berlin 1928 eine genau beschriebene Auswahl von Stücken der Berliner Sammlung sowie Meisterwerke japanischer Landschaftsmalerei Berlin 1939 Eine ausführliche Bibliographie findet man bei Walravens 1984 Kümmel wurde neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten und seiner Lehrtätigkeit an der Berliner Universität als Professor für ostasiatische Kunstgeschichte zunehmend von administrativen Verpflichtungen in Anspruch genommen Er war Direktor des Völkerkundemuseums sowie des Museums für Ostasiatische Kunst seit 1934 auch der Generaldirektor der Preussischen Museen in Berlin Yashiro Yukio 1890 1975 Direktor des Instituts für Kunststudien in Tôkyô beklagte die schwere Arbeitslast auf Kümmels Schultern und bewunderte gleichzeitig dessen nicht endende Hingabe an die wissenschaftliche Arbeit in seinem Gebiet Yashiro 1941 Kümmel verlor im Krieg zwei Söhne Die Frucht seiner Lebensarbeit wurde im Bombenhagel des 3 Februar 1945 zerstört Seine Unterlagen Manuskripte Fotografien über 4000 Diapositive die berühmte Bibliothek und das Museumsgebäude wurden ein Raub der Flammen Der Teil der Sammlung die in einem Berliner Bunker sicher verwahrt war wurde von der Roten Armee beschlagnahmt und in die Eremitage nach St Peterburg verbracht Dort lagern sie bis heute und sind niemanden zugänglich Ein gutes Geschick rettete ca 300 Gemälde die in Bergwerken geborgen waren Im Hinblick auf dieses Unglück schrieb Kümmel an Rose Hempel Kustodin im Hamburger Kunstgewerbemuseum Unter mein Leben ist jedenfalls mit großen Buchstaben FINIS geschrieben Er gab aber nicht auf Er begann syrisch zu lernen um das Gehirn am Laufen zu halten Er organisierte Ausstellungen für Celle 1950 und Berlin 1952 unter Benutzung einiger Bilder die den Krieg überlebt hatten Er arbeitete an einer Neuausgabe seines Handbuchs der Kunst Chinas Japans und Koreas und bereitete Publikationen vor Er unterstützte Dietrich Seckel bei seiner Bewerbung für den Lehrstuhl für Ostasiatische Kunst in Heidelberg Seine Schüler führten seine Lebensarbeit weiter Werner Speiser 1908 1965 Direktor des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln Aschwin Lippe Rose Hempel Thomas Dexel Kurator am Städtischen Museum in Braunschweig Johanna Zick Nissen Kuratorin für Islamische Kunst am Museum für Islamische Kunst in Berlin Gisela Armbruster gestorben 1981 Hochschulassistentin in Heidelberg Als Kümmel im September 1951 erkrankte fand sich für ihn kein Krankenhausbett in Berlin Freunde organisierten seinen Transport nach Frankfurt in einem Frachtflugzeug des amerikanischen Militärs zu dieser Zeit gab es noch keine Passagierflüge für Deutsche und brachten ihn in der Mainzer Universitätsklinik unter Dort starb er 1952 Otto Kümmel hat die Grundlagen für die historische Forschung und das kritische Verständnis ostasiatischer Kunst geschaffen und sein Leben diesem Zweck mit gewissenhafter und nicht enden wollender Mühe gewidmet Er bestand darauf immer nur das Beste in Betracht zu ziehen Er schuf die akademische Disziplin der ostasiatischen Kunstgeschichte Obwohl er sich zunächst auf dem Gebiet japanischer Kunst betätigte wurde er zu einem Kenner chinesischer Kunst durch das Studium berühmter japanischer historischer Wissenschaftler und Sammler So verkörperte er die natürliche Einheit des gesamten Feldes ostasiatischer Kunst Der bereits erwähnten Biographie von L Ledderose entnehme ich die folgenden Sätze Erst durch Kümmel wurde es in Europa selbstverständlich dass eine seriöse Beschäftigung mit der ostasiatischen Kunst ohne Kenntnis des Chinesischen und Japanischen nicht mehr möglich sei und dass die zeitgenössische ostasiatische Forschung ständig rezipiert werden müsse Kümmel hob die Beschäftigung mit ostasiatischer Kunstgeschichte auf ein wissenschaftliches Niveau und begründete sie als akademische Disziplin Hiermit wirkte er bahnbrechend zurück Marie Meyer geborene Toberentz 9 Oktober 1833 in Berlin 13 Mai 1915 in München Eine Biographie dieser bedeutenden und einflussreichen Frau ist noch nicht geschrieben worden Ebenso wenig kann man eine Fotografie von ihr finden Verfügbar sind der Artikel des Autors über das von Arnold Böcklin gemalte Porträt Marie Meyers und Ernst Großes Wolfgang Klose Das verschollene Doppelportrait MuseumsJournal Nr IV 14 Jhrg Berlin Oktober 2000 S 10 11 das Buch von Gerd Stolz Heinrich Adolph Meyer und sein Haus Forsteck in Kiel Husum 2004 in dem die frühere Literatur zitiert wird und das Museumsbuch des Museums für Kunst und Gewerbe Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg Herausgegeben von Wilhelm Hornbostel und David Klemm Hamburg 2004 Marie Meyer war die Ehefrau des Hamburger Industriellen Heinrich Adolph Meyer Dieser war als Amateur ein bedeutender Meeresbiologe erhielt 1866 dafür die Würde eines Ehrendoktors der Philosophischen Fakultät der Universität Kiel und wurde im gleichen Jahr in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle Saale gewählt Nach seinem Tode 1889 siedelte die kinderlose Marie in das so genannte Hamburgerviertel in Freiburg Br über In Titisee im Schwarzwald erwarb sie ein Landhaus das sie nach ihrem alten Kieler Familiensitz ebenfalls Haus Forsteck nannte In Hamburg hatte sie enge Beziehungen zum Museum für Kunst und Gewerbe gepflegt und diesem eine einzigartige Sammlung alter norddeutscher Spitzen so genannte Probsteier Spitzen geschenkt Sie stand mit jungen modernen Künstlern in enger Beziehung besonders zu erwähnen sind Max Klinger und Arnold Böcklin und besaß eine umfangreiche bereits zu ihrer Zeit berühmte Sammlung alter und neuer europäischer Gemälde und Kunst 1892 nahm sie den Privatdozenten Ernst Große auf Dauer in ihr Haus auf Nach Außen wurde er als ihr Adoptivsohn vorgestellt Juristisch war eine Adoption allerdings wegen Großes Alter nicht möglich Weitere Bewohner des Hauses waren 1895 der Student der Archäologie Otto Kümmel und der junge Künstler Franz Gehri Marie Meyer finanzierte den Aufbau einer bedeutenden Sammlung japanischer Kunst zu der sie Große angeregt hatte Aus späteren Schenkungslisten von Stücken der Sammlung an Große kann man die erheblichen Mittel abschätzen die für die Sammlung aufgewendet wurden Die letzten Ankäufe für die Freiburger Sammlung sind in Briefen dokumentiert die Große 1907 aus Japan an Marie Meyer schrieb Marie Meyer setzte Otto Kümmel als ihren Testamentsvollstrecker ein Sie hinterließ ihre Sammlung europäischer Kunst ihr Freiburger Haus und die Japansammlung den Berliner Museen Es gibt keine Todesanzeige für sie in einer Freiburger Zeitung Aus den Großeschen Tagebüchern ist nur der Tag des Begräbnisses in München zu entnehmen 16 Mai 1915 Sie war am 13 Mai in München im Hotel Marienbad Barerstr 5 gestorben Otto Kümmel wurde an der Front nur durch die Haushälterin informiert und zwar am 23 Mai zurück Ernst Große auch Grosse die Schreibungen variieren 29 Juli 1862 in Stendal 26 Januar 1927 in Freiburg Br Nach seiner Promotion in Philosophie an der Universität Halle und Habilitation in Freiburg wurde Große 1889 zum Privatdozenten für Völkerkunde ernannt Seine erste Vorlesung behandelte die Kunst der Naturvölker Zeitgleich wurde er als Kurator der städtischen Freiburger Kunstsammlungen angestellt bis 1902 1894 publizierte er das Buch Die Anfänge der Kunst und 1896 Die Formen der Familie und die Formen der Wirtschaft beide im Verlag Mohr in Freiburg Diese Bücher begründeten sein hohes Ansehen und brachten ihm am 16 11 1895 den Titel eines außerplanmäßigen Professors ein Nach Ausweis der Quästur Akten der Universität Freiburg hielt er bis zu seiner Abreise nach Japan 1906 kaum Vorlesungen nur eine über japanische Kunst Seine erste Publikation über ostasiatische Kunst erschien in Die Zeit XXXV 1903 S 216 219 mit dem Titel Japanische Kunst in Europa Auf die etatisierte Stelle eines Extraordinarius der Universität Freiburg wurde er 1926 berufen nachdem er wie er in seinen privaten Tagebüchern vermerkte das ihm als Erbe Marie Meyers zugefallene Haus Forsteck am Titisee der Universität überschrieben hatte Seit 1892 war er mit Marie Meyer verbunden und widmete sich voll dem Aufbau seiner später berühmten Sammlung japanischer Kunst Der Ankauf der 120 Kakemonos des Generals Meckel erhob die Meyer Grossesche Sammlung mit einem Schlag zu internationalem Rang Große ließ sich von der Universität beurlauben hatte Wohnsitze in Freiburg und Florenz und war europaweit auf Reisen Das Ethnologie Institut in Freiburg besitzt seine 5 Japan gewidmeten persönlichen Tagebücher Daraus ist ersichtlich dass er keinerlei japanische Sprach oder Schriftkenntnisse hatte und sich der ostasiatischen Kunst rein gefühlsmäßig näherte Verständlicherweise war er von der Furcht erfüllt statt echter Kunstwerke nur Nachahmungen zu erwerben Seine Kenntnisse über japanische Kunst erwarb Große im Wesentlichen aus zwei Quellen Zunächst ist sein Abonnement der japanischen Kunstzeitschrift KOKKA zu nennen die klassische japanische Kunstwerke insbesondere Bilder in hervorragender Qualität reproduzierte Der Begleittext war rein japanisch englischsprachige Hinweise fehlten Der sprachunkundige europäische Betrachter musste daher eigene Qualitätskriterien entwickeln An zweiter Stelle ist eine enge Beziehung zu dem japanischen Kunsthändler in Paris Tadamasa Hayashi zu nennen Großes Tagebücher lassen den großen Einfluss den Hayashi auf Großes Verständnis japanischer Kunst ausübte deutlich erkennen Auf die Entwicklung des Berliner Museums für Ostasiatische Kunst nahm Große erheblichen Einfluss Otto Kümmel hatte als Freiburger Student einige Monate im Haus Marie Meyers gewohnt und war dort von Große für ostasiatische Kunst sensibilisiert worden Mit Wilhelm von Bode pflegte Große eine intensive Bekanntschaft und vermittelte auch den Kontakt zu Hayashi infolge dessen Hayashis Nachlass zum Grundstock der Berliner Sammlung wurde Während seines privaten Aufenthaltes in Japan 1907 1908 half Große im Auftrage Bodes bei den Ankäufen für das Berliner Museum Vom 30 10 1908 30 9 1912 war er auf Empfehlung Bodes Wissenschaftlicher Sachverständiger für die Kulturgüter Chinas Japans und Koreas bei der Deutschen Botschaft in Peking und kaufte für die Berliner Sammlungen weiter ein Bode finanzierte sogar eine Fortsetzung dieser Einkaufstätigkeit nach Ende der diplomatischen Anstellung bis 1913 1913 heiratete Große eine Japanerin kehrte nach Freiburg zurück und wurde wieder in seine Privatdozentur eingesetzt Nach dem Tode von Marie Meyer kam es wegen deren Testaments zu einer juristisch unklaren Situation Ihr Testament setzte die Berliner Museen zu Erben ihrer gesamten Kunstschätze ein die Eigentumsverhältnisse der in gemeinsamer Arbeit vereinigten Sammlungen waren aber so undurchsichtig dass eine Klärung fast unmöglich gewesen wäre wenn Große nicht einfach auf seine Rechte verzichtet hätte so dass die Sammlung komplett an die Berliner Museen übergehen konnte Die großen Schulden die mit der Erbschaft Meyer verbunden waren bereiteten für die Berliner Museen erhebliche finanzielle Probleme Allerdings waren die Aufwendungen die mit Annahme der Erbschaft anfielen geringer als der Wert der Sammlung Nachrufe würdigten Große als Persönlichkeit mit großer Ausstrahlung Otto Kümmel schließt seine Laudatio mit der Feststellung dass keiner die ostasiatische Kunst reiner und größer geschaut habe als er Ostasiatische Zeitschrift N F IV Heft 3 1927 93 107 zurück Tadamasa Hayashi 7 November 1853 in Takaoka 10 April 1906 in Tôkyô Die Literatur über Hayashi

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  • Ise Monogatari
    www w ch klose de w ch klose web de Naturwissenschaft Kunst und Kulturgeschichte deutscher text english text

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  • Mu Tamagawa
    kami whence the name under which she is known The poem is recorded as No 175 in the Shûi Waka Shû Waka Gleanings compiled in 1001 I see the waves running as far as the weir stopping only there The sunflowers thus are safe At Sato s Tamagawa Unohana Deutzia scabra is a deciduous sunflower like shrub The Tamagawa cited here runs near the city of Sato Miyeko Murase identified this river instead with the Tamagawa at Kinuta present day Ôsaka following the painting on the scroll in the Burke collection which shows people who are fulling cloth miwatase wa nami no shigarami kakete keri unohana sakeru tamagawa no sato Poem No 3 Murase 3 This poem is by Minamoto no Toshiyori 1055 1129 contained as No 281in the Senzai Waka Shû Anthology of a Thousand Years of Japanese Verse compiled circa 1188 by Fujiwara no Shunzei at the order of the retired emperor Go Shirakawa I shall come back again tomorrow to the Tamagawa of Noji Moon shines over the bush clovers and rests upon the river s coloured waves Translation by Miyeko Murase The river Noji no Tamagawa near Kyôtô in the province of Ômi also called Hagi no Tamagawa is famous for its moon viewing Hagi is the Japanese bush clover Lespedeza bicolor a plant with small purple or white flowers that bloom in autumn was popular among poets since the Manyô shu times asu moko mu Noji no tamagawa hagi koete iru naru nami ni tsuki yadorikeri Poem No 4 Murase 2 This poem by Fujiwara no Teika Sadaie 1162 1241 is contained in his own collection of poems Gleanings of Humble Weeds Shûi Gûsô Shû No 860 of 1233 The cloth that is hung over the fence for bleaching Catches the morning dew At the village of Tamagawa Translation by Miyeko Murase The river Tetsukuri no Tamagawa was known for its fabric bleaching industry Tamagawa ni sarasu te zukuri sara sara ni mukashi no hito no kohishi kiya nazo Poem No 5 Murase 1 This poem by Nôin Hôshi 988 1050 is No 643 in the 6th book of the Shin Kokin Shû When the evening approaches Plovers cry in the briny air Over Tamagawa s stream at Noda of Michinoku Translation by Miyeko Murase The river Noda no Tamagawa near Sendai formerly the province of Mutsu present day Miyagi was famous for plovers and fresh green leaves yû sareba shiho kaze koshi te michi noku no noda no Tamagawa chidori naku naku Poem No 6 Murase 6 This poem by Aichi Shônin is part of the anthology Fûga Waka Shû Collection of 2201 Graceful Poems No 1788 prepared by the retired emperor Hanazono as the 17th official collection of poems Hanazono 1297 1348 lived after his abdication 1318 under the priest s name Hengyô in the Zen temple Myôshin ji in Kyôtô in a quarter named Gyokuhô in Since the water of the Tamagawa at Mt Kôya was infested by poisonous insects near the

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  • Ningen
    www w ch klose de w ch klose web de Naturwissenschaft Kunst und Kulturgeschichte Exhibition guide Vortrag BLB

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  • William Cohn
    nur das Anmieten eines möblierten Zimmers Nach Kriegsausbruch war William Cohn wie alle Inhaber eines deutschen Passes ein enemy alien 39 So teilte er 1940 mit vielen Emigranten das Schicksal der Internierung Am 5 Juli 1940 kam er zunächst in das Lager Bury am 20 Juli 1940 dann auf die Isle of Man Die Bemühungen seiner Freunde erreichten seine Entlassung am 18 September des gleichen Jahres Der bereits erwähnte Stifter des Cohnschen Stipendiums lebte in Oxford Er sorgte dafür dass Frau Isa Cohn während der Zeit der Internierung ihres Mannes in Oxford wohnen konnte und kümmerte sich um sie 40 Nach seiner Entlassung aus der Internierung kam auch William Cohn nach Oxford wo beide während des Krieges wohnen blieben Dort gelang es ihm sich beispielhaft in die akademische Gesellschaft zu integrieren Er wurde von wissenschaftlichen Gesellschaften oft zu Vorträgen eingeladen 1943 von der Oxford University Anthropological Society ehrenvoll zu ihrem Vorsitzenden gewählt Er veranstaltete auch eine Ausstellung chinesischer Kunst Schon 1942 war er von der Künstlerin Katerina Wilczynski für ihre Serie Oxford Figures porträtiert worden 41 Bei Kriegsende war William Cohn 65 Jahre alt seine wirtschaftliche Situation nach wie vor unsicher So war es für ihn gewiss eine in jeder Hinsicht positive Möglichkeit bei der Wiedereröffnung des British Museum in London helfen zu können Das Museum erhielt gerade die im Kriege ausgelagerten Stücke zurück die Sammlungen waren neu zu ordnen Im Department of Oriental Antiquities and of Ethnography war der Assistant Keeper noch nicht vom Militär zurückgekehrt Angesichts der großen fachlichen Erfahrung Cohns stimmten die Trustees des Museums zu vorübergehend einen enemy alien zu beschäftigen da auch von offizieller staatlicher Seite keine Einwände erhoben wurden So trat Cohn am 17 September eine befristete Stelle als Assistant Keeper First Class an und konnte bis zum 31 Mai 1946 arbeiten 42 Die endgültige neue Heimat in Oxford Herausgeber Berater Lehrer Gründer 1946 1955 Mit der Entlassung aus dem British Museum fielen auch die geregelten Einnahmen fort Das Schicksal hatte in diesem Zeitpunkt aber eine günstige Option für ihn parat 43 Das Komitee der Leiter der Colleges in Oxford Warden s committee hatte bereits Jahre zuvor empfohlen dass die Universität Oxford eine eigene Fakultät für Ostasienwissenschaften einrichten sollte Erst nach dem Krieg wurde nun ernstlich darüber diskutiert und der Umfang eines solchen Unternehmens sowie seine Kosten analysiert Insbesondere der Warden des New College war an dem Projekt interessiert und verfolgte die Idee dass neben der universitären Theorie auch die Praxis eines Kunstmuseums verfügbar sein sollte Bekanntlich ist aus diesen Plänen nichts geworden obwohl sich der große Gönner der Universität Oxford und Lehrstuhlstifter H N Spalding der an Indien und Ostasien ein erhebliches Interesse zeigte sehr für diese Idee einsetzte Spalding übernahm sogar zeitweise die Bezahlung für Cohn als sich die konkreten Beschlüsse zu sehr verzögerten man ihn aber als Museumsexperten und Gründungsbeauftragten in Oxford halten wollte Zur formalen Eingliederung Cohns in die Universität Oxford he needs a telephone number musste er systemkonform über ein College eingeführt werden Dies geschah durch das New College dessen Warden sich wie erwähnt aktiv für Einrichtung des neuen Fachs Ostasienwissenschaften einsetzte Der Rat der Fellows des New College beschloss am 16 Juni 1948 die Immatrikulation Cohns in das College Cohn wohnte aber nie dort Am 22 Juni 1948 wurde er an der Universität korrekt als Member of New College eingeschrieben Gleichzeitig erhielt er den Titel eines M A by Decree Damit waren seine Rechte innerhalb der Universität geregelt Sie entsprachen denen eines regulären ortsansässigen Master of Arts der Oxford University Die Universität Oxford gestattete William Cohn das Abhalten von Vorlesungen über ostasiatische Kunst die keiner Fakultät zugeordnet waren 44 und ernannte ihn am 1 Oktober 1946 zum Advisor to the Ashmolean Museum Oxford with the Prospect to be a Reader for Far Eastern Art and Archaeology later on 45 Das Einkommen ermöglichte fortan ein wirtschaftlich gesichertes Leben in Oxford Diese Ernennung wird auch seiner Einbürgerung geholfen haben die nach langer Wartezeit am 28 1 1947 erfolgte 46 Vermutlich auch zur weiteren Sicherung seiner Existenz gründete Cohn 1947 die Zeitschrift Oriental Art die er bis 1951 selbst herausgab Die nach vielen Umzügen in Oxford bezogene nun endlich wieder eigene Wohnung in 15 Park Town zunächst auch als Redaktionsanschrift dienend blieb fortan das sympathische Domizil der Cohns in Oxford Die Idee eines eigenen Oxforder Universitätsmuseums und einer Fakultät für ostasiatische Kunst waren öffentlich spätestens 1950 obsolet als mit Unterstützung durch H N Spalding und der Calouste Gulbenkian Foundation ein solches Museum an der University of Durham gegründet worden war Im alten Indian Institute und in einigen Räumen des Ashmolean Museum hatte Cohn inzwischen eine vernachlässigte Sammlung indischer Kunstobjekte vorgefunden von der es in den Akten heisst The chief reason why the Indian Museum became a mausoleum of mouldy antiquities is that no provision was made for the teaching of Eastern art Hieraus schuf er ein modernes Museum 47 das im Jahre 1949 der Öffentlichkeit als Oxford Museum of Eastern Art vorgestellt werden konnte 48 Es ist von Interesse zu bemerken dass Cohn bereits im Juni 1945 erhebliche Mühe aufwandte um in England ein spezialisiertes Museum für ostasiatische Kunst zu errichten Möglicherweise ausgehend von im Victoria Albert Museum befindlichen Leihgaben des Barons Eduard von der Heydt erinnerte er sich an den von ihm erstellten Katalog der von der Heydtschen Sammlung Asiatische Plastik 1931 Von der Heydt hatte nie für geeignete Räumlichkeiten gesorgt um seine Kunsrtwerke geschlossen auszustellen Er verteilte sie statt dessen als Leihgaben an viele Museen in Europa wo sie während des Kriegs auch blieben Nach dem Krieg wurde von der Heydt zunächst als Kollaborateur der Nazis angesehen In dieser Zeit hätte er sich einer Zusammenführung seiner Sammlung in einem Museum in Großbritannien kaum widersetzen können Cohn schrieb wie er seinen Geldgebern in einem Brief vom 16 Juni 1945 mitteilte unzählige Briefe um die verstreuten Sammlungsobjekte chinesischer Kunst für England zu sichern Von der Heydt schloss in der Korrespondenz auch nicht aus einen Teil seiner Sammlung nach seinem Tode als Nachlass für Oxford zu reservieren Bekanntlich lief aber alles anders Nach seiner politischen Rehabilitierung konnte sich von der Heydt in der Schweiz niederlassen und über seine Sammlung voll verfügen Die ostasiatischen Stücke erhielt das Rietberg Museum in Zürich Letzte Jahre 1955 1961 1955 stand William Cohn im 75 Lebensjahr und er verabschiedete sich in den Ruhestand George Hill Schwiegersohn Bruno Cassirers publizierte zum 75 Geburtstag eine detaillierte Bibliographie der Arbeiten William Cohns 49 Sie enthält 232 Nummern erwähnt erstaunlicherweise aber nicht die Dissertation Die genauen Zitate auch aller kleineren Zeitungsartikel legen nahe anzunehmen dass die Quellenangaben aus den geretteten persönlichen Unterlagen William Cohns stammten Manches war aber doch noch entgangen und so konnte ich weitere 60 Arbeiten Cohns identifizieren Die Zeitschrift Oriental Art hatte 1951 vorübergehend ihr Erscheinen eingestellt Erst 1953 nahm sie ihre Tätigkeit wieder auf nun unter dem Chefredakteur Peter C Swann der einer derjenigen gewesen war die die Cohnschen Vorlesungen besucht hatten Zum 75 Geburtstag Cohns 1955 zollte er dem Gründer der Zeitschrift durch eine Seite mit Geburtstagsglückwünschen von Kollegen aus aller Welt Tribut 50 Man kann aus der Formulierung der Glückwünsche das Bild erkennen dass Cohn seinen Weggenossen geboten hat Immer wieder ist die Rede von seiner charmanten Art und Persönlichkeit von seinem tiefen fachlichen Wissen seiner Fairness im Beurteilen anderer Arbeiten seiner Vorurteilsfreiheit seiner Hilfsbereitschaft für andere Dies stimmt völlig mit den Erinnerungen überein die mir die letzten noch lebenden Freunde von William und Isa Cohn freundlicherweise vermittelten Durch einen glücklichen Zufall blieb der vollständige Gratulationstext der von W G Archer in voller Länge erhalten 51 Er verweist auf drei hervorragende Charakteristika Cohns 1 Er war einer der Pioniere der Wertschätzung indischer Kunst im Westen 2 er war ein Universalgelehrter mit Überblick über die gesamte ostasiatische Kunst 3 er war der Verkünder ihrer Schönheit Eines der raren Zeugnisse aus der Privatsphäre Cohns verdanke ich Frau Elsie Hill Witwe von George Hill Sie schreibt William and Isa were part of quite a large colony of German refugees living in Oxford so that they could together keep their German culture alive and I think they all especially loved William for the generosity and sweetness of his disposition My husband certainly missed him very much after his death Am 4 Juni 1960 verlieh die Universität Oxford William Cohn den Ehrendoktor der Literaturwissenschaften Die in lateinischer Sprache vorgetragene Ehrung beschrieb die Aktivitäten und Verdienste Cohns für Oxford und stellte lakonisch fest Oxford erntete die Früchte des Verlusts für Berlin William Cohn starb in Oxford am 26 Februar 1961 und wurde auf dem nicht jüdischen Teil des Wolvercote Friedhofs begraben Peter C Swann würdigte in der Zeitschrift Oriental Art in seinem persönlichen Nachruf die Rolle Cohns für die Pflege der ostasiatischen Kunst in Oxford 52 I sa Cohn ca 1965 Cohns Witwe Isabella Cohn stiftete im Jahre 1963 die William Cohn Memorial Lecture die die Erinnerung an William Cohn bis heute lebendig hält Im Jahre 2005 fand die 37 Vorlesung statt 53 Man kann diese Vorlesung als ein Stück der Wiedergutmachung aus Deutschland ansehen Sie finanziert sich aus den Entschädigungsleistungen der Bundesrepublik Deutschland an Opfer der Rassengesetze des Dritten Reichs Cohn erhielt die ihm zustehenden Zahlungen noch kurz vor seinem Tode Dennoch die seit dem Tode Cohns vergangenen mehr als 40 Jahre lassen auch in Oxford das Bild dieses Mannes langsam verblassen Sein Anteil an der Museumsgründung wird nur noch kurz wenn überhaupt gestreift Seine Arbeitsbibliothek und seine umfangreiche Abbildungssammlung sind in der Sackler Library in Oxford aufgegangen 54 Die Berliner Zeit liegt noch weiter zurück Viele Unterlagen wurden im Krieg vernichtet die Familie Cohn ist nicht mehr vorhanden Eine in der Zeitung der jüdischen Gemeinde Berlins im Jahre 2004 veröffentliche Suchanzeige blieb ohne Echo Briefe Tagebücher oder persönliche Aufzeichnungen sind mir nicht bekannt geworden So musste die hier vorliegende Arbeit versuchen aus meist unpersönlichen Quellen ein Bild von der Persönlichkeit Williams Cohns zu zeichnen der zur Entwicklung der Ostasienwissenschaften einen markanten Beitrag geleistet hat Summary William Cohn was one of the editors of the Ostasiatische Zeitschrift Berlin from 1912 until 1935 Between 1921 and 1925 he also edited the eleven volumes of the series Die Kunst des Ostens Berlin and the two volumes of the Jahrbuch der asiatischen Kunst Leipzig In 1948 he founded the international journal Oriental Art in Oxford and acted as its editor until 1951 He was author of five books devoted to East Asian and Indian art Furthermore he published 14 catalogues of private collections and auctions of far Eastern art objects In German and English journals and newspapers he published about 250 articles reviewing books exhibitions and events concerning Far Eastern art He lectured to a broader public of interested laymen to spread his enthusiasm for Far Eastern art In Oxford he gave classes on all aspects of Far Eastern and Indian art and founded a Museum which is now a Department of the Ashmolean Museum One may call him a pioneer and herald and solicitor for East Asian art in the West He shared his thorough and detailed knowledge and his impeccable feeling for quality with many scholars und helped them with their work He supported private collectors and museums William Cohn was born on 22nd June 1880 in Berlin His father was a manufacturer and merchant Cohn studied art history archaeology ethnology anthropology and physiology in Berlin and Paris His thesis was in philosophy In 1904 he was awarded a doctorate at Erlangen University He became an independent scholar in Berlin and travelled extensively through Europe and to India China Japan and the USA to inspect personally the chef d vres d art 1923 he became an assistant curator in 1929 a curator in the State Museum of Berlin In 1934 he was removed from all public activities by the Nazi government In 1938 he emigrated to the United Kingdom He first lived in London later in Oxford where he acquired a respected position in academic life In 1945 46 he helped the British Museum in London to re open its Department of Oriental Antiquities He continued publishing became Advisor for Oriental Art to the Ashmolean Museum and was naturalized a British subject in 1947 In 1949 he was instrumental to open at the old Indian Institute in Oxford a Museum for Far Eastern Art which has become since 1962 part of the Department of Oriental Art in the Ashmolean Museum William Cohn was honoured by Oxford University in June 1960 with an honorary doctorate in literature The Ashmolean Museum still organizes an annual William Cohn Memorial Lecture William Cohn died in Oxford on 26th February 1961 The text on his tombstone made by his friend the sculptor Walter Ritchie characterises in a few words the personality of William Cohn William Cohn Hon D Litt 1880 1961 The Spirit is Activity and Creation and Freedom Hinweise Originaldokumente bzw Kopien davon detaillierte Hinweise auf Archivmaterial soweit sie für diese Biographie verwendet wurden sind mit den zugehörigen ausführlichen Erschließungslisten im Zentralarchiv der Staatlichen Museen Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz deponiert Folgende Archive verwahren grössere Konvolute deren Zugänglichkeit in der Regel eingeschränkt ist Preußisches Geheimes Staatsarchiv in Berlin Dahlem Nachlass Leopold Reidemeister Brandenburgisches Landeshauptarchiv in Potsdam Akten des Oberfinanzpräsidenten Berlin Entschädigungsamt in Berlin Wiedergutmachungsbehörde in Berlin Bodleian Library Oxford Akten des Council for Assisting Refugee Academics Oxford University Archives Ich möchte den zuständigen Verantwortlichen meinen herzlichen Dank dafür bekunden dass sie mich bei meiner Arbeit wirklich großzügig unterstützt haben Für persönliche Mitteilungen und Durchsicht des Manuskripts danke ich Herrn Prof Dr Michael Kauffmann in London Frau Elsie Hill danke ich für Hinweise aus dem Privatleben der Cohns und Fotos aus dem Nachlass von Isa Cohn Informationen über den Bekanntenkreis von William Cohn Übersicht über die Publikationen von William Cohn Fußnoten 1 Aus den Unterlagen des jüdischen Friedhofs in Berlin Weißensee Nr 37750 Sterbefall Carl Cohn am 20 10 1910 gehen die Namen aller Geschwister hervor Artur Eugen William Siegbert und Margarete 1910 verheiratet mit dem Arzt Dr Max Schreyer alle in Berlin Artur und Eugen waren Kaufleute Siegbert Verlagsbuchhändler Die drei Brüder wohnten 1910 noch bei ihren Eltern 2 Carl Cohn geboren am 12 03 1838 in Schmiegel Provinz Posen gestorben am 20 10 1910 in Berlin Rosa Tuchband geboren am 30 07 1853 in Berlin gestorben am 15 10 1933 in Berlin an den Folgen eines Verkehrsunfalls Carl Cohn ist verzeichnet auf Seite 56 in Deutschlands Kommerzienräte Bearbeitet und hrsg auf Grund amtlicher Ernennungen Verlag Franz Leuwer Bremen 1909 413 Seiten Zitat wohnhaft Berlin Geschäft Klosterstraße 21 23 C entrum Die Ernennung zum Kommerzienrat erfolgte 1908 Ist Schatzmeister des Vereins Gesellschaft der Freunde außerdem Vorstandsmitglied in vielen größeren Vereinen und Logen die Wohltätigkeitszwecken dienen Carl Cohn genoss seine kaufmännische Ausbildung in Hirschberg i Schlesien und Berlin woselbst er sich im Jahre 1866 etablierte Nach rastlosen Arbeiten mit seinem jüngeren Bruder Max Cohn wurde in den 70er Jahren die Zweigniederlassung in Annaberg gegründet Im Laufe der Jahre gelang es das Geschäft derartig zu erweitern daß 1908 ein Personal von 350 Angestellten beschäftigt wurde Durch den Umfang und die Ausdehnung des Betriebes hat die Firma der Rheinischen und Sächsischen Industrie ein großes Absatzgebiet eröffnet und dank der Tatkraft der Inhaber des Geschäfts ihren Industriezweig zu grosser Höhe entwickeln helfen 3 Borten Tressen Litzen Gimpen Schnüre und Flechtwerk daraus Fransen Quasten Rosetten Kantillen und übersponnene Knöpfe 4 Angaben gemäß Lebenslauf in der Dissertation Das Universitätsarchiv Erlangen verwahrt das Promotionsgesuch einen handschriftlichen Lebenslauf und die Beurteilung der Arbeit durch Prof Richard von Falckenberg Auf meinen Wunsch hat Professor Dr Gereon Wolters Philosophisches Seminar der Universität Konstanz die Cohnsche Arbeit freundlicherweise im Jahre 2004 noch einmal angesehen Er hält den Hinweis Cohns auf die Parallelen zwischen empiriokritischer Erkenntnistheorie und dem Impressionismus und dessen Rezeption in der Literatur auch heute noch für interessant und treffend Ich danke Herrn Prof Wolters herzlich für seine Mühe 5 Verlag Oesterheld Berlin 1908 19 x 24 170 Seiten 18 Tafeln 6 Histoire de l Art du Japon Ouvrage publié par la Commission Impériale du Japon à l Exposition universelle de Paris 1900 Ed Tadamasa Hayashi Paris Maurice de Brunoff 1900 7 Isabella Cohn genannt Isa geborene Nathanblut wurde am 13 August 1880 in Warschau geboren und starb am 30 Mai 1971 in Oxford Auch sie ist auf dem Wolvercote Cemetery in Oxford beigesetzt worden Es war leider nicht möglich das Datum der Eheschließung zu ermitteln Es taucht in keiner der erhaltenen Akten auf Die aufschlussreicheren deutschen Personalakten sind nicht mehr vorhanden Totalverlust der Militärakten des ersten Weltkriegs aller derjenigen Soldaten die im zweiten Krieg nicht mehr eingezogen waren Totalverlust der Personalakten der Berliner Museen als Zivilstandsangabe von der Britischen Administration nicht dokumentiert In einem Brief vom 10 November 1969 an Frau Dr Therese Kümmel heute Privatbesitz schrieb sie Ich versuche das Leben das ich mit William über 50 Jahre lebte in seinem Sinne fortzuführen 8 An Herrn Direktor Dr O Kümmel Berlin SW 11 Kunstgewerbe Museum Germany Bhubanesvar Khandagiri Dak B den 8 I 14 Lieber Herr Doktor wir haben eine furchtbar anstrengende Woche hinter uns an 30 Stunden Fahrt von Madras nach Puri Um und in Puri liegen die wichtigsten Denkmäler der Orissiakunst Jaganzath Konarak Bhubaneshvar Wir kampieren meist in Bungalows Die Touren machen wir in Sänften So 24 Träger sind nöthig Kein Vergnügen mit dieser Horde durch die Nacht zu ziehen Die Polizei sendet allerdings immer Aufsicht mit und arrangiert die ganze Sache Kochen müssen wir allein Gestern misslang mir eine Tomatensuppe Wir sehen weiter Dinge von größtem Interesse und von einer Unanständigkeit die wohl einzig in der Welt ist Die Tempel sind buchstäblich bedeckt mit intimsten Liebesszenen unerschöpflicher Mannigfaltigkeit Ob es Photos gibt Ich zweifele Indische Liebeskunst in herrlichsten Illustrationen Heute Abend gehts nach Calcutta wohin ich Post beordert habe Hoffentlich ist wieder etwas von Ihnen dabei Kommt eigentlich der Nachruf f ür Okakura aus d em Boston Bulletin in O Z II 4 Meinen Brief aus Madras erhielten Sie hoffentlich Das Bild stellt das Tempelfest in Puri dar 150 000 Pilger und Cholera 2000 Fälle sind die Gäste Es grüsst Sie bestens Ihr W illia m C oh n Einen Gruß von Ihrer Isa Cohn 9 In Band 4 der OZ 1915 16 steht am Ende des 3 Hefts auf Seite 208 die Anmerkung Redaktionsschluss 31 5 1916 Durch die Einberufung zum Militärdienst auch von Dr William Cohn wurde das Erscheinen der dritten Nummer des vierten Jahrgangs ganz besonders verzögert 10 OZ 4 1917 18 S 100 110 11 Bodes Berliner Neugründung von 1906 Erster Direktor seit 1909 Otto Kümmel 12 Hartmut Walravens publizierte in dem von ihm herausgegebenen Buch Albert Grünwedel Briefe und Dokumente Harrassowitz Verlag Wiesbaden 2001 zwei Briefe aus dem Jahr 1924 Nrn 115 118 in denen sich Grünwedel in unangenehmer Weise mit deutlich antisemitischer Tendenz über Cohn äußert Dem war eine Publikation Grünwedels mit Kritik an Cohn in den Berichten aus den Preußische Kunstsammlungen XLII 5 6 1921 Februar März Heft vorausgegangen Wie Walravens in der Vorbemerkung zu seinem Buch feststellt steigerten sich bei Grünwedel mit zunehmenden Alter die peinlich wirkenden antijüdischen Bemerkungen Eine zusätzliche Abneigung gegen Cohn ergab sich aus dessen Verbundenheit mit der Ostasiatischen Kunstabteilung der Berliner Museen deren Entstehung und Ausbau Grünwedel von Beginn an zu verhindern gesucht hat Grünwedel hatte in seinem Artikel im Mitteilungsblatt der Berliner Museen 1922 S 21 dem Cohn nun kompetent entgegentrat 1922 S 75 80 103 108 die sogenannte asiatische Kunst in allen Phasen langweilig albern abstoßend und entnervend und jeder eigenen schöpferischen Kraft entbehrend bezeichnet Diese Kontroverse wurde von Cohn in zwei Zeitungsartikeln in der Vossischen Zeitung 1 Juni 1922 und 9 August 1922 einer weiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht Publikationsliste Nr 87 und 89 In diesen zitiert Cohn nicht nur die Formulieerungen aus der Musseumszeitschrift sondern wirft den Direktoren der indischen Abteilung explizit vor durch eine unzureichende Einkaufsstrategie mögliche Erwebungen echter indischer Kunstwerke versäumt zu haben 13 Asiatische Plastik Sammlung Baron Eduard von der Heydt 1931 Auf den 3 Bildern einer Weihe Stele S 36ff wird vermieden den in der Stele eingemeißelten Text zu zeigen Er wird auch in dem beschreibenden Text nicht erwähnt So ist die Angabe dass es sich um eine Stele vom 1 März 536 handele nicht nachvollziehbar 14 Buddha in der Kunst des Ostens Besprechung in der OZ NF 3 1926 S 215 219 durch Leonhard Adam Chinese Art Besprechung im Burlington Magazine LVII 1930 Seite 146 durch W Percival Yetts Chinese Art Besprechung in der OZ NF 6 1930 S 251 253 durch T B Roorda Chinese Painting Besprechung vom 3 8 1949 in Museum Gazette durch W Percival Yetts 15 Die Kunst des Ostens in Einzeldarstellungen herausgegeben von William Cohn Berlin Verlag Bruno Cassirer 1921 1925 4 Bd 1 Hedwig Fechheimer Die Plastik der Ägypter Bd 2 William Cohn Indische Plastik Bd 3 Hedwig Fechheimer Kleinplastik der Ägypter Bd 4 Otto Kümmel Die Kunst Ostasiens Bd 5 Friedrich Sarre Die Kunst des alten Persien Bd 6 Ernst Grosse Das ostasiatische Tuschbild Bd 7 Ernst Kühnel Miniaturmalerei im islamistischen Orient Bd 8 H Glück Die christliche Kunst des Ostens Bd 9 Ernst Kühnel Maurische Kunst Bd 10 Otto Kümmel Ostasiatisches Gerät Bd 11 Curt Glaser Ostasiatische Plastik 16 Jahrbuch der asiatischen Kunst Herausgegeben von Georg Biermann in Verbindung mit Ernst Grosse Friedrich Sarre H Glueck und William Cohn Zwei Bände Leipzig Klinkhardt Biermann 1924 25 Folio 17 Die Anreise nach Colombo dauerte vom 29 10 1924 bis 13 11 1924 Auf Ceylon besuchte er Anuradhapura sowie die alte Königsstadt Polluranuwa In Indien verlief die Reise von Madras über Hospet Bombay nach Chhatarpur Bihar Die Kunst der Mogulzeit und das Taj Mahal im relativ nahen Agra interessierte ihn nicht Stattdessen ging es über Banaras weiter nach Calcutta Von dort erreichte er am 23 1 1925 Rangoon in Burma wo er die letzte Hauptstadt der Myanmar Könige Mandaley aufsuchte Zurück nach Rangoon ging es in 3 Tagen mit dem Schiff nach Penang Malaisia und von dort mit der Eisenbahn nach Bangkok Durch schwere See erreichte er Singapur von wo aus Ausflüge nach Batavia und Borobudur auf Java unternommen wurden Am 20 3 1925 trat er von Batavia aus die Rückfahrt nach Singapur an von wo es via Hongkong weiter nach Shanghai ging China war von Wirren und militärischen Aktionen geschüttelt Er bemerkt nur kurz dass er trotzdem relativ ungestört reisen konnte In Schanghai hielt er vor 500 chinesischen Studenten einen Vortrag über chinesische Kunst was ihn sehr befriedigte Die Museumskollegen öffneten ihm zuvorkommend alle Schatzkammern was er auch für alle weiteren Reisestationen in China Japan und den USA immer wieder lobend hervorhebt Ein Wochenausflug nach Hangzhou verschafft ihm Freude und interessante Eindrücke Von Shanghai geht es auf dem Yangtse Fluß nach Nanking und von dort mit dem berühmten Blauen Express nach Peking wo er 4 Wochen bleibt und das auch heute noch übliche Touristenprogramm absolviert Auf dem Wege hatte er Chüfu erlebt und Grab und Tempel des Konfuzius gesehen In 7 Stunden hatte er dann den heiligen Berg Taishan bestiegen wo ihn die Atmosphäre sowie die Aussicht entzückte Von Peking aus besuchte er die Grottentempel von Yüngang Provinz Shanxi In Mukden das er unter Strapazen erreicht beginnt die japanische Interessensphäre und damit löst japanische Pünktlichkeit und Sauberkeit das chinesische Chaos ab An dieser Stelle sei vermerkt dass William Cohn diese Reise nicht allein machte sondern dass ihn seine Frau begleitet hat Bedenkt man die Charakterisierung der zwei durch ihre noch lebenden Freunde so könnte man sich fragen ob die Kraft zum Durchstehen dieser strapaziösen Reise vielleicht von Frau Isa ausgegangen ist Über Seoul wurde das noch zu 2 3 erdbebenzerstörte Tôkyô erreicht Der dreiwöchige Aufenthalt dort diente dem Besuch vieler Museums und Privatsammlungen die sich William Cohn alle mühelos öffneten Hier wie in Folge auch in Kyôto und Nara standen außerdem häufige Kabuki Bunraku und Nô Theaterbesuche auf dem Programm Am 3 8 1925 schiffte man sich im vom Gewitter wohl einem Taifun zerstörten und noch nicht wieder aufgebauten Yokohama ein und erreichte über Honolulu eine schöne Blumeninsel schließlich San Francisco Dann ging es zügig über Chicago Washington und Boston nach New York In jeder Stadt 6 10 Tage Aufenthalt Der Besuch Amerikas ist für Studienreisen ostasiatischer und auch indischer Kunst unentbehrlich Er rühmt die Museen und die Privatsammler mit ihrer Spenden und Leihgebertätigkeit Am 6 8 1925 lief das Schiff aus New York aus am 16 8 1925 erreichten die Cohns Hamburg 18 Erst im Jahre 1999 erschien das Buch zu diesem Thema Lauren Arnold Princely Gifts and Papal Treasures Desiderata Press California Es behandelt die Mission der Franziskaner nach China 1250 2350 und ihren auch durch wertvolle Geschenke bleibenden Einfluss auf die westliche Kunst 19 Kunst und Künstler 1925 Band 24 Nr 3 Seiten 100 102 Gal Vihara Band 24 Nr 5 Seiten 187 193 In der alten Hauptstadt der Pallava Band 24 Nr 8 Seiten 308 312 Fahrten durch das Hochland von Dekhan Band 24 Nr 11 Seiten 429 434 Fahrten durch das Hochland von Dekhan II Band 25 Nr 2 Seiten 135 140 In der Stadt des Sieges Berliner Tageblatt 1925 22 März Im hellfarbigen birmanischen Reich Pagan 8 April Ostasiatische Kunst in Amerika 25 Juni Javanische Kunstbetrachtungen 7 August Fahrt zu den antiken Kunststätten Chinas Die Höhlen von Yünkang 13 August Das Pekinger Schlossmuseum 27 August Siamesische Kunst 5 November Die japanischen Museen Die Schaulade Bamberg 1925 Seite 705 714 Von der chinesischen Töpferkunst Almanach B Cassirer Verlag Berlin 1925 Seiten 123 126 Über javanische und indische Kunst 20 Der Kunsthändler Edgar Worch schrieb am 18 6 1932 eine freundschaftliche Postkarte an die Cohns in ihren Urlaub in Ascona Monte Veritá In seinen Erinnerungen und Gedanken über Menschen Kunst und Politik auf dem Monte Verita Eduard von der Heydt Werner von Rheinbaben Atlantis Verlag Zürich 1958 schreibt von der Heydt auf Seite 74 Auch William Cohn muß genannt werden der als Spezialist für asiatische und chinesische Kunst häufig mit seiner Gattin bei mir weilte Er hat die indischen und chinesischen Kunstwerke meiner Sammlung beschrieben Die für Cohn sicher anregende Atmosphäre auf dem Monte Veritá wird auch durch die Namen anderer Gäste belegt die von der Heydt erwähnt Curt Glaser Eduard Justi Eckart von Sydow Karl With Wilhelm Hausenstein und Julius Meier Gräfe 21 Besprechung in der OZ NF 3 1926 S 215 219 Leonhard Adam Cohn William Buddha in der Kunst des Ostens In der ansonsten eher kritischen Stellungnahme zum Buch schreibt Adam auf S 219 einer Zusammenarbeit die der liebenswürdige Verfasser ja außerhalb des literarischen Feldes durch stets bereitwillige Mitteilung seiner reichen Materialien längst zu gewähren gewohnt ist 22 Vom Beruf des Verlegers Eine Festschrift zum 60 Geburtstag von Bruno Cassirer am 12 Dezember 1932 Privatdruck Gewidmet von Mitarbeitern und Freunden Leipzig Haag Drugulin 1932 23 Hier folgt der Originaltext Cohns ARS UNA Mit diesem Worte klang die jüngste Arbeit aus die ich im Verlage Bruno Cassirer zu veröffentlichen die Ehre und das Vergnügen hatte Wenn an dem heutigen Festtage von dem Werke Bruno Cassirers immer wieder gesagt werden wird es habe ein Gesicht ein charaktervolles Gesicht so möchte ich meinerseits doch nicht verfehlen zu unterstreichen dass in diesem Gesicht nicht zum wenigsten das Bekenntnis zu dem Satze Ars una species mille zu lesen ist Bruno Cassirer dessen Herz sicherlich vor allem für die deutschen und französischen Impressionisten schlägt feierte die Kunst wo auch immer sie wuchs wenn er nur fühlte dass eine innere Kraft nach Ausdruck rang Er beschränkte sich keineswegs auf Europa Ägypten Westasien Indien China Japan ließ er ihre Meisterwerke ausbreiten ja eben erst schreckte er nicht einmal vor der Kunst der Wilden zurück Und merkwürdig und bemerkenswert genug keiner Gruppe seiner Verlagswerke fiel zahlenmäßig solcher Erfolg zu wie gerade der exotischen Der Durst der Menschen nach der Ferne in den Jahren nach dem Kriege kam hier zu Hilfe Jetzt hat sich die Welt wieder einmal gewandelt oder es scheint wenigstens so Von allen Seiten wird Sturm gelaufen gegen Kosmopolitismus gegen gerechte Anerkennung fremder Leistungen gegen die Menschen deren Augen jeglicher Schönheit offen stehen auch wenn sie bei Gelb oder Dunkelhäutigen zu finden ist Sind wir uns nicht selbst genug ist nicht der Reichtum unserer eigenen Kunst unerschöpflich Wer zweifelt daran Und auch Bruno Cassirer hat die Kunst seiner Heimat nie vernachlässigt Wie vielen deutschen Meistern schenkte er seine Liebe Meister E S Altdorfer Erdmannsdorf Schadow Blechen Krüger Leibl Trübner Marees Slevogt Liebermann u v a wurden gepriesen Sachsen Thüringen Nürnberg Freiberg Wechselburg Berlin fanden ihre Verkünder Aber wehe dem Volke welches sich so schwach fühlt dass es sich fürchtet die Schönheiten in aller Welt zu schauen und zu lieben Wir wollen wissen wie die Menschen aller Erdteile ihre Ideale gestalten nicht um sie nachzuahmen nicht aus Sucht nach neuen Eindrücken sondern um uns selbst besser kennen zu lernen um unsere völkische Kraft zu erproben um unser Schaffen vergleichen und vertiefen zu können Darüber hinaus darf allerdings nicht vergessen werden dass manche herrliche Blume nur in einer bestimmten Breite wachsen und gedeihen kann Japan das Land trotziger Krieger schuf die artistischste Kultur die die Menschheit wohl je sah im tropischen Indien suchte tiefste Religiosität ihren eigenartigen Ausdruck in einer von Erotik Tanz und Musik überströmenden Kunst China das einzige Land in dem Gelehrsamkeit Schriftkunde und Philosophie die Vorbedingung für jegliche höhere Betätigung war wurde von seiner Schrift ausgehend zum Schöpfer einer besonderen Sprache des Pinsels die nur der Musik vergleichbar nie zum allzu fügsamen Sklaven der Wirklichkeitsnachahmung herabsank Ich wünsche Bruno Cassirer zum heutigen Tage dass er jetzt erst recht sich zur ars una bekenne und dass er noch lange mit voller Kraft gestützt auf seine bewährte Erfahrung für die Verbreitung der Kenntnis ihrer reichsten Erscheinungsformen in aller Welt wirke 24 AJR Journal Association of Jewish Refugees London April 1961 Seite 15 Grosse Jüdische National Biographie mit nahezu 13 000 Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer u Frauen aller Zeiten u Länder ein Nachschlagewerk für das jüdische Volk und dessen Freunde Hrsg Salomon Wininger Verlag J P Kraus Nendeln 1970 Seite 525 Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933 1945 Hrsg vom Institut für Zeitgeschichte München unter der Gesamtleitung von Werner Röder Verlag K G Saur München 1980 1983 Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918 1945 K G Saur Verlag München 1988 Seite 61 Jüdisches biographisches Archiv JBA Mikroform Jewish biographical Archive Bearbeitet von Hilmar Schmuck Index unter dem Titel Jüdischer Biographischer Index K G Saur Verlag München 1994 1998 25 Cohn hatte für das Jahr 1932 noch Gesamtbezüge von 10 000 RM angegeben 26 Vorgedruckte Postkarte der Gesellschaft für Ostasiatische Kunst GOK Berlin 16 September 1935 an Reidemeister c o Deutsche Botschaft in Peking Sehr verehrter Doktor Reidemeister herzlichen Dank für die zwei Karten und den Brief an die G O K Alle Ihre Anregungen werden aufgenommen Sie sind also der erste Ostasien Reisende der sein Versprechen hält Wir freuen uns dass alles klappt und es Ihnen so gut geht Ich habe einen ausführlichen Brief an Sie begonnen ich glaube aber nicht dass ich ihn so bald beende Schon zu dieser Karte die Initiative zu finden kostet Mühe Alles hat seine Grenzen Lassen Sie beide es sich weiter gut gehen jede Nachricht aus der Ferne erfreut uns Herzlichst Ihr C 27 Die Deutsch Japanischen Gesellschaften von 1888 1996 Herausgeber Günther Haasch Edition Colloquium Berlin 1996 Beiträge von Annette Hack Die Deutsch Japanische Gesellschaft und ihre jüdischen Mitglieder Kapitel 3 6 auf Seite 202 28 Dabei wurde ihm eine Kapitalentschädigung gezahlt Nach P4 waren es 5 000 00 RM was Cohns halbem Jahresgehalt von 1932 entsprach B269 Vergl auch Otto Kümmel Lebenslauf von 1945 Publiziert bei Hartmut Walravens Bibliographien zur ostasiatischen Kunstgeschichte in Deutschland Band 3 Otto Kümmel Hamburg C Bell Verlag 1984 Seite 20 29 Hans Jensen Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart Glückstadt Hamburg Augustin VIII 418 S 445 Abb OZ NF Bd XIV 1938 S 31 30 Zitiert nach Felix Tikotin 12 10 1893 15 8 1986 Händler mit japanischer Kunst von 1927 1933 in Berlin Erinnerungen eines Sammlers publiziert in Du verstehst unsere Herzen gut Fritz Rumpf 1888 1949 im Spannungsfeld der deutsch japanischen Kulturbeziehungen Hrsg von Hartmut Walravens et al VHC Acta Humaniora 1989 Weinheim Seiten 118 122 Seite121 31 In ihrer Zeitschrift Phoenix verzeichnete sie William Cohn im Juli Heft 1946 Seite 28 nach wie vor als korrespondierendes Mitglied und notierte im Januar 1947 Seite 27 dass Cohn am Ashmolean Museum in Oxford am 1 Oktober 1946 als Berater für fernöstliche Kunst eine Anstellung gefunden hatte Cohn berichtete im gleichen Heft Phoenix 1947 Seiten 22 25 über die Wiedereröffnung des British Museum in London 32 Akten des Berliner Oberfinanzpräsidiums William Cohn war 1933 ein durchaus vermögender Mann Vermögenswerte in Höhe von 10 bis 15 Jahreseinkommen Dort findet man auch folgenden Vorgang Cohn hatte einige Stücke seiner Ostasiensammlung bei Freunden in Sicherheit bringen wollen Einer von ihnen übergab 1943 in Frankfurt drei Cohn gehörende japanische Bildrollen freiwillig den Behörden Nachforschungen nach ihnen blieben ohne Erfolg Ostasiatische Kunst war für die Frankfurter Museen und die Universität kein zentrales Anliegen So hat sich die Spur dieser Rollen verloren 33 Diese scheint jedoch nicht mehr erfolgt zu sein da Cohns Name im Reichsgesetzblatt nicht auftaucht Vergleiche Die Ausbürgerung deutscher Staatsangehöriger 1933 1945 nach den im Reichsanzeiger veröffentlichten Listen Band 1 Herausgegeben von Michael Hepp Eingeleitet von Hans Georg Lehmann und Michael Hepp K G Saur Verlag München 1985 34 Bis zur sogenannten Reichskristallnacht am 9 November 1938 wurden Juden zur Emigration geradezu aufgefordert Einen hervorragenden Überblick über die Problematik vermittelt das Buch Auswanderungsvorschriften für Juden in Deutschland von Heinz Cohn und Erich Gottfeld Joseph Jastrow Jüdischer Buchverlag Berlin W15 1938 112 Seiten Die 1931 eingeführte Reichsfluchtsteuer die ursprünglich die Kapitalflucht aus Deutschland einschränken sollte wurde verschärft und ab 1933 auf alle jüdischen Emigranten angewandt Ab 1934 wurde die Steuerpflicht auf Vermögen über 50 000 RM gesenkt anstatt 200 000 RM zuvor Die Steuer betrug 25 des steuerpflichtigen Vermögens hinzu trat die sogenannte Judenvermögensabgabe von zunächst 20 ab 1938 auf 25 erhöht ab 1939 sogar noch höher Die Entrichtung der Reichsfluchtsteuer sowie aller anderen noch offenen Steuerschulden war erforderlich um die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes zu erhalten die wiederum notwendig war um die Pass und Visaformalitäten abwickeln zu können 35 Heute heißt diese Organisation CARA Council for Assisting Refugee Academics Von den bisher geförderten akademischen Flüchtlingen wurden 18 Nobelpreisträger 16 wurden geadelt 71 wurden Fellows der Royal Society und weitere 50 sind Mitglieder anderer Akademien 36 Vilhelm Slomann kannte Cohn sehr gut denn er kam ab etwa 1931 in jedem Sommer nach Berlin und pflegte dort intensive Kontakte mit den Mitarbeitern des Ostasiatischen Museums Vergl Tikotin l c Seite 120 Leider finden sich in Kopenhagen keine Unterlagen zu dieser Aktion Die Bibliotheksleiterin des Kunstindustrimuseet Kopenhagen vermutet dass es solche Unterlagen in den offiziellen Archiven auch nie gab Slomann war selbst Jude und had to keep a low profil private Mitteilung 37 Nach den Unterlagen in den Akten des Entschädigungsamts fol M7 8 D56 58 D60 61 gelangten nach London Eine Umzugskiste 150 kg und fünf Bücherkisten 414 kg wahrscheinlich Teile der Bibliothek und die Kunstdrucke indischer chinesischer und japanischer Kunstwerke sowie ein Lift von 3 850 kg 38 6 Kisten Umzugsgut 731 kg wurden Anfang 1944 verramscht Sie enthielten u a 7 Bilder aus China Tibet einen Grossmann einen Pechstein und eine Lithographie von Munch Cohn gab für sie einen Wert von 2 500 RM an Sie brachten als Erlös der Versteigerung in Hamburg nicht einmal die Speditionskosten ein In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine nicht mehr aufklärbare recht sonderbare Angelegenheit berichten die sich aus den Akten ergibt Die Cohns führten bei ihrem Weggang aus Deutschland 2 Koffer mit Büchern und persönlichem Gut mit sich Dem Berliner Speditionsunternehmen W Heimann hatten sie zuvor zum Transport nach England verschiedene weitere Dinge übergeben darunter einen Lift Die 5 Bücherkisten eine der Umzugskisten und der Lift sind korrekt nach London transportiert worden Der Lift hatte gemäß den Speditionsakten ein Gewicht von 3 850 kg wog also knapp 4 Tonnen Was war das für ein Lift den ein 58jähriger Kunstwissenschaftler privat besaß und den er mit in die Emigration nehmen wollte Nach Auskunft heutiger Aufzugsfirmen ist das Gewicht dieses Lifts unvorstellbar hoch

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