archive-de.com » DE » T » TULIPHOUSE.DE

Total: 104

Choose link from "Titles, links and description words view":

Or switch to "Titles and links view".
  • Kiosk Berlin
    jedoch weiterhin von den jüdischen Vereinen genutzt Nach 1937 war es Sitz des Jüdischen Kulturbundes in Hamburg einer Zwangsvereinigung in Deutschland verbliebener und vom Kulturleben ausgeschlossener jüdischer Künstler Der Bankier Max Warburg finanzierte hauptsächlich den Umbau zu einem neuen jüdischen Gemeinschaftshaus es entstanden eine Theaterbühne ein Zuschauerraum mit 450 Plätzen Theaterwerkstätten und Vortragsräume Nach den Novemberpogromen im Jahr 1938 fanden auf der Bühne Gottesdienste statt das Restaurant wurde zur Volksküche Im September 1941 war hier die Versorgungsstelle für die Deportationen Hamburger Juden in die Konzentrationslager 1944 sah man im Theatersaal Filmvorführungen der Ufa danach richtete sich vorübergehend die britische Militärregierung mit Kabarett und Offizierscasino dort ein Von 1945 bis 1989 leitete die jüdische Schauspielerin Ida Ehre die Hamburger Kammerspiele Das Theater war eine der wichtigsten deutschen Bühnen der Nachkriegsjahre mit Erstaufführungen von Sartre Albee u a Nach Ida Ehres Tod 1989 wechselte die Leitung in 6 Jahren dreimal Seit 1995 leiten der Schauspieler Ulrich Tukur und der Regisseur Ulrich Waller das Theater Schwerpunkte sind das klassische Kammerspiel Inszenierungen zeitgenössischer Stücke Kabarett Musiktheaterproduktionen und Literaturveranstaltungen Heute sieht man das Haus eher als Theater weniger als den Ort des Jüdischen Kulturbundes oder der Deportation Das Publikum kennt die Veranstaltungsräume des Hauses das

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/deutsch/kammerspiel.htm (2016-02-17)
    Open archived version from archive


  • tulip house
    auf Zeit Theaterleiter Ullrich Waller hat das Haus einst jüdisches Logenheim und nach 1937 Sitz des jüdischen Kulturbundes weit aufgemacht hat das Publikum auf Wanderschaft geschickt vom Keller bis zum Speicher Die Initiatoren des Projekts Hannah Hurtzig und Anselm Franke haben 90 Gäste Wissenschaftler Künstler Politiker und Medienleute zur Gedächtnisarbeit vor Ort geladen oral history Wie war es denn das Leben das Jahrhundert das Glück der Schrecken Ein Erinnerungsstrom flutet durchs ganze Haus Dialoge Interviews Talkshows räumlich separat zeitlich parallel Hannes Heer befragt Kriegsteilnehmer Julius Deutschbauer ergänzt seine Bibliothek der ungelesenen Bücher Christoph Schlingensief macht seine Biografie zum Lacherfolg das Publikum verfolgt die Gespräche über Monitore und Kopfhörer erst zappt es nur ist Voyeur dann lässt es sich tief hineinziehen in tausend Vergangenheiten Ein suggestives Gemisch von Intimität und Öffentlichkeit entsteht von Authentischem und Fiktivem Erinnerung eben Wie fragt Hannah Hurtzig wenn ein solcher Raum immer geöffnet wäre So wäre das Theater tatsächlich was es immer sein will ein Ort gegen das Vergessen Süddeutsche Zeitung 7 09 2000 Vom Verfallsdatum der Wurst Sabine Leucht Kurz nach 22 Uhr alle anderen Monitore sind bereits verlassen sagt eine sehr sanfte Lilo Wanders zu ihrem Gast diesen Satz Künftige Erinnerungen können wir uns ja jetzt schaffen Und spätestens da nehmen die eben vergangenen Stunden für den Besucher der Hamburger Kammerspiele Gestalt an Als Material für das Gedächtnis von morgen Träger dieses Materials sind acht mal zwei talking heads auf einem 30fach gesplitterten Screen produziert wird es von Erinnerungsprofis und Zeitzeugen in entlegenen Räumen des Theaters Live Am Ende der aufwändigen Aktion stehen im Internet filiale fuer erinnerung lediglich einige der Gespräche für kurze Zeit im Herunterladen bereit Dann findet man dort nur noch die Emailadressen der neuen Besitzer Das Ergebnis der fünftägigen Gedächtnisübung Nur ein versprengtes Archiv zu dem sehr bald keiner mehr

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/presse/filiale.htm (2016-02-17)
    Open archived version from archive

  • Kiosk Berlin
    profilierteste Privatbühne der Stadt ihre neue Spielzeit eröffnet als Filiale für Erinnerung auf Zeit Theaterleiter Ullrich Waller hat das Haus einst jüdisches Logenheim und nach 1937 Sitz des jüdischen Kulturbundes weit aufgemacht hat das Publikum auf Wanderschaft geschickt vom Keller bis zum Speicher Die Initiatoren des Projekts Hannah Hurtzig und Anselm Franke haben 90 Gäste Wissenschaftler Künstler Politiker und Medienleute zur Gedächtnisarbeit vor Ort geladen oral history Wie war es

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/deutsch/zeit_filiale.htm (2016-02-17)
    Open archived version from archive

  • tulip house
    das Theater leerer wurde weil der König des Entertainment bereits gegangen war Und was auch immer das jeweilige Einzelgedächtnis aufbewahren wird aus dieser nur für fünf Tage geöffneten Wunderkammer des Wortes an Christoph Schlingensief werden sich alle erinnern die vergangenes Wochenende die von Hannah Hurtzig und Anselm Franke initiierte Installation besucht haben Bei dem ist auch dann was los wenn er sich nicht gerade seine neue Freundin Carmen auf den Schoß setzt Und so erkennt man die auf Kanal sechs zugeschalteten Zuschauer unschwer am Dauerlachen Zum Beispiel über die Geschichte mit der Wurst die Klein Christoph am Anfang seines Lebens pur gekackt hat was wirklich spitze war Doch schon beim zweiten Versuch war es mit der Unschuld vorbei denn da hatte bereits die Reflektion eingesetzt Die Reflektion und damit die Inszenierung Kaum einer beherrscht es so glaubhaft den Anschein zu erwecken dass er mit beidem nichts zu schaffen hat wie der regieführende Scheitern als Chance Aktivist Doch ergibt allein sein scheinbar ungefiltertes Plappern eine große Show die als einzige ohne große Verluste für den Durchgangsverkehr hätte geöffnet werden können Denn entgegen der Annahme der Bildschirm zwischen Diskutanten und Publikum würde die Authentizität der Gespräche beschädigen wird vieles in seinem Schutz erst möglich So erzählt etwa ein alter Mann dem Historiker Hannes Heer von einem Lager bei Minsk wo Gefangene vor seinen Augen misshandelt wurden verhungerten und erfroren Ihm zuzuhören ist wahrscheinlich eine ebenso einmalige Gelegenheit wie Edith Schütrumpfs Erzählung von der Flucht aus der Bukowina zu lauschen Doch während man dort den Schauplatz erst geographisch lokalisieren muss ist Meister Schlingensiefs autobiographische Inszenierung auf Kurzbesucher eingestellt Ein Klick und die Anekdote als Schlingensiefs blinder Vater an Onkel Pauls Geburtstag mit einer Zimmerpflanze sprach ist schon wieder vorbei Ganz ähnlich entscheiden wir auch im Leben jenseits der Filiale darüber was wir in unser Gedächtnis einspeisen Denn bis Opa mit seinen Kriegsgeschichten zu Potte kommt habe ich drei Telefonate verbummelt meine Lieblingsserie verpasst und für das Konzert heute abend gibt es auch keine Karten mehr Fast sicher dass die einmalige Anstrengung der Verlockung der bunten Vielfalt unterliegen Doch wenn Opa gestorben ist führt auch der größte Langmut nicht mehr zur Erinnerung an den Krieg Wahrscheinlich müsste das Gedenken an den Krieg selbst dann einen Schwerpunkt bilden wenn es in diesem Projekt nicht auch darum ginge die Geschichte des Gebäudes zu erkunden in dem heute die Kammerspiele beheimatet sind Von 1937 an war das Haus in der Hartungstraße Sitz des jüdischen Kulturbundes das jetzige Cafe Jerusalem verwandelte sich vom koscheres Restaurant zur Volksküche Und der Logensaal war nach 1941 Sammelstelle für die Deportation Die meisten Spuren der Vergangenheit sind längst von der Zeit überschrieben und die Dramaturgin Hurtzig hat sich wohl gedacht dass die Stimmen der vielen fremden Menschen auch sie vielleicht wieder zum Sprechen bringen kann Ganz offenbar setzt sie auf das personalisierte Gedenken gegen die Fakten und das Monument Warum aber hat Hurtzig Julius Deutschbauer eingeladen einen wohl auch für Wiener Verhältnisse seltsamen Archivar der in seiner Bibliothek der ungelesenen Bücher auch

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/deutsch/sued_filiale.htm (2016-02-17)
    Open archived version from archive

  • tulip house
    sozialistischen Osteuropa als Auslöser eines Gedächtnisschubs das Kataster diene hier als untrügliches Arsenal der Erinnerung Wiederkehr eines ökonomisch Verdrängten wie es auch das Gedächtnis des Hamburger Hauses als Gedächtniskapital darstellt Der Hamburger Bankier Max Warburg finanziert Ende der 30er Jahre den erzwungenen Umbau zu einem neuen jüdischen Gemeinschaftshaus mit Theaterbühne und Zuschauerraum Das Thema des Hamburger Events berührte damit auch das Trauma des Ortes die heutigen Kammerspiele als ehemaliges jüdische Logen und Gemeindehaus war zeitweilig September 1941 auch Versorgungsstelle für die Deportation von Hamburger Juden in Konzentrationslager Und doch liegt schnell eine Verwechslung von verdinglichtem Gedächtnis und psychischer Erinnerung vor Politisch historische Epocheneinschnitte setzen durch offiziell dekretiertes Gedächtnis immer wieder wenn nicht individuelle so doch kollektive Erinnerung außer Kraft Gedächtnis und Erinnerung werden so gegeneinander arbeitende Instanzen Caroline Neubaur Das Gedächtnis ist kein Archiv das die Ereignisse sortiert und in einer Art Registratur aufbewahrt Es ist eine dauernd sich verändernde lebendige Interpretation von Realität beschrieb das Hamburger Programm und zitiert die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann Der Schritt vom Vergessen zum symbolischen Gedenken ist wesentlich kürzer als der zur aktiven Erinnerungsarbeit Doch schon in Freuds Begriff des psychischen Apparats scheint auf daß auch seinem Modell Kulturtechniken im instrumentellen Sinn mithin ein mediales Apriori der Seele zugrunde lagen Ist Erzählung das Medium der Erinnerung im Unterschied zu technischen Gedächtnismedien als reinem Gestell In autobiographischen Versuchsanordnungen zum Erinnern wurde während des Hamburger Events oral history praktiziert lauter Erzählung Wie verhalten sich demgegenüber momentfixierende technische Medien wie sie etwa in H Oraschakoffs begehbarem Fotoarchiv Instant Archaeology aufschienen Oder gar die Bibliothek der ungelesenen Bücher von Julius Deutschbauer Und so schwankte auch das Vokabular der Projektbeschreibung im Hamburger Programmheft zwischen anthropomorpher Erinnerung und technischem Gedächtnis Das Gedächtnis ist ein Speicher der möglichst verlustfrei und unangegriffen von Zeiterosion das herausgeben soll was einst in ihn eingelagert wurde Sich erinnern ist dagegen ein aktuelles in der Gegenwart stattfindendes Ereignis Ein Prozeß des Einprägens und Rückrufens und Löschens von Daten eine zeitgebundende Transformation die erst ermöglicht wird durch das Verblassen und Vergessen und die geprägt ist von Verzerrung Entstellung Beschwörung Umwertung und einem energetischen Inszenierungswillen des Erinnernden Dies berührt die Unmöglichkeit der Synchronisation gleichzeitig überlagert wurde in Hamburg aus den Stimmen der Gespräche ein undifferenziertes akustisches Palimpsest oder in der Sprache der Nachrichtentechnik Rauschen Ganz so wie auch menschliche Erinnerung zwangsläufig selektiv verfährt hatte der Hamburger Besucher die Qual der Wahl per Kopfhörer angesichts einer parallelen Wand von Monitoren immer nur einem Sprechkanal lauschen zu können Medientheorie des live Nicht von ungefähr fusionieren im altgriechischen Begriff des theorein Theater und Theorie Schau heißt nichts anderes als theoría Daß das Wesen dieser Schau wiederum nichts mit der systemtheoretischen Beobachterdifferenz zu tun hat beschreibt Nietzsche in Die Geburt der Tragödie unter Hinweis darauf daß die Institution des Tragödienchors als künstlerische Nachahmung der Satyrschar von Dionysosdienern zwar zwangsläufig eine Scheidung von dionysischen Zuschauern und dionysischen Verzauberten nöthig machte diese Differenzsetzung aber wurde sogleich wieder unterlaufen da es im Grunde keinen Gegensatz von Publikum und Chor gab In der Schau wird die Theorie

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/deutsch/brief02.htm (2016-02-17)
    Open archived version from archive

  • tulip house
    Getrenntheit hergestellt die es so weder im Theater noch zu Haus beim Fernsehen noch im Kino gibt Wir die Gesprächspartner waren zu zweit für uns hinter geschlossener Tür also anders als in einer Talk Show oder auf einer Bühne Wir waren im Dialog de zugewandt und konfliktreich war wir waren in einer Zweier Intimität Indessen wussten wir Dass wir dabei gesehen und gehört würden und zwar von Menschen mit uns im selben Haus zum selben Zeitpunkt in einer authentischen Zeiterfahrung aber in der Distanz des Bildschirms Ich habe mir nachher von Besuchern erzählen lassen dass es für sie ähnlich anregend absurd war in diesem Spannungsverhältnis von Getrenntheit und Intimität Man saß in kleinen Runden vor anderen Bildschirmen aber um andere Menschen in benachbarten Runden vor anderen Bildschirmen mit anderen Gesprächsabläufen nicht zu stören durch die Kopfhörer sinnlich getrennt voneinander dadurch akustisch ganz nah bei den fernen Sprechenden irgendwo im Haus sichtbar jeweils auf zwei Bildschirmen als seien diese Dialogpartner räumlich getrennt voneinander was nicht so war Ähnlich emotional verwirrlich und aufregend war für die Zuschauer das Bewusstsein körperlich verbunden zu sein mit der eigenen Runde in der man saß und auf Bildschirme guckte wo jemand auflachte und man selbst auch

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/deutsch/brief01.htm (2016-02-17)
    Open archived version from archive

  • Kiosk Berlin
    recognition 7 00 p m Angelika Birck Percy MacLean The traumatized refugee Persecution illness therapy 7 00 p m Armin Wünsche Stefan Geene Media images of the refugee News coverage from crisis regions 7 00 p m Mentor Selmani Galerdene Tsegmeg Enkutatash Kifle Alexe Klossek Juvenile refugees 8 00 p m Dzoni Sichelschmidt Georg Classen The spokesman of the Roma protest caravan discusses with a Gadsche 8 00 p m Jochen Blaschke Florian Schneider Migration research and no border camps 8 00 p m Mohammed Abdel Amine Christopher Nsoh Rashad Becker Natascha Sadr Haghigian Self organization of refugees 8 00 p m Stefan Thimmel Sabine Horlitz Persons being detained in camps A strategic comparison between Berlin and Sangatte near Calais 8 00 p m Eyal Sivan Dorothee Wenner Filmic approach to refugee identities and borders in the Middle East 8 00 p m Traudl Vorbrodt Christian von Börries Stay of juvenile refugees for humanitarian reasons education instead of deportation 9 00 p m Madjiguène Cissé Percy MacLeanBanalizing horror 9 00 p m Heiner Busch Harun Farocki Systems of control the expansion of the central registry for foreigners the recording of biometric data in ID cards pinpointing suspects by means of

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/deutsch/plan.html (2016-02-17)
    Open archived version from archive

  • tulip house
    p m Angelika Birck Percy MacLean The traumatized refugee Persecution illness therapy 7 00 p m Armin Wünsche Stefan Geene Media images of the refugee News coverage from crisis regions 7 00 p m Mentor Selmani Galerdene Tsegmeg Enkutatash Kifle Alexe Klossek Juvenile refugees 8 00 p m Dzoni Sichelschmidt Georg Classen The spokesman of the Roma protest caravan discusses with a Gadsche 8 00 p m Jochen Blaschke Florian Schneider Migration research and no border camps 8 00 p m Mohammed Abdel Amine Christopher Nsoh Rashad Becker Natascha Sadr Haghigian Self organization of refugees 8 00 p m Stefan Thimmel Sabine Horlitz Persons being detained in camps A strategic comparison between Berlin and Sangatte near Calais 8 00 p m Eyal Sivan Dorothee Wenner Filmic approach to refugee identities and borders in the Middle East 8 00 p m Traudl Vorbrodt Christian von Börries Stay of juvenile refugees for humanitarian reasons education instead of deportation 9 00 p m Madjiguène Cissé Percy MacLeanBanalizing horror 9 00 p m Heiner Busch Harun Farocki Systems of control the expansion of the central registry for foreigners the recording of biometric data in ID cards pinpointing suspects by means of computer data and

    Original URL path: http://www.tuliphouse.de/englisch/plan.html (2016-02-17)
    Open archived version from archive



  •