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  • Nürnberg
    dort Im Frühjahr 1869 begannen die Bauarbeiten die sich wegen der unmittelbar neben dem Grundstück fließenden Pegnitz aufwendig gestalteten Rund 1000 Eichenstämme von zehn Metern Länge mussten zur Stabilisierung in den Boden gerammt werden Die Planung und Bauleitung übernahm der Stuttgarter Architekt Adolf Wolff der schon 1961 am Bau der dortigen Synagoge maßgeblich beteiligt war Wolffs neomaurischer Bau konnte am 8 September 1874 vier Tage vor dem jüdischen Neujahrsfest eingeweiht werden Der repräsentative Bau prägte mit seinen markanten Kuppeln bis zu seiner Zerstörung im August 1938 die Silhouette der Nürnberger Altstadt mit und ist auf zahlreichen Postkarten und Nürnberg Ansichten zu sehen Die Größe der Synagoge trug nicht nur dem ständigen Wachstum der jüdischen Gemeinde Rechnung die im Jahr 1900 bereits auf knapp 6000 Personen gestiegen war sie ist auch Ausdruck des jüdischen Selbstbewusstseins Jüdische Kaufleute machten Nürnberg zur weltweit erfolgreichsten Hopfenbörse andere Nürnberger Juden unterhielten bedeutende Privatbanken Nürnberger Juden trugen entscheiden zur Industiralisierung der Stadt und ihrer Ankunft in der Moderne bei Die Camelia Werke die Medicus Schuhfabrik die Fahrradfabrik Hercules oder die Spielwarenmanufaktur der Gebrüder Bing waren Geschäftsgründungen von Nürnberger Juden die weit über die Grenzen der Stadt erfolgreich waren Auch die Familie des Musikers Billy Joel stammte aus Nürnberg Noch 1929 hatte sein Großvater Karl Amson Joel einen erfolgreichen Versandgroßhandel für Wäsche und Konfektionsartikel gegründet Die Identifikation vieler Nürnberger Juden mit ihrer Heimatstadt war weit fortgeschritten So war es selbstverständlich dass am 3 und 5 August 1914 ihr Rabbiner Dr Max Freudenthal in der Synagoge die überflutet von Soldaten aller Waffengattungen und ihren Angehörigen war den an die beiden Fronten im Osten und Westen eilenden Jünglingen und Männern Segensworte mit auf den Weg gab Bereits in den Anfangsjahren der Weimarer Republik hatte jedoch der Antisemitismus Anhänger in allen Bevölkerungsschichten gefunden sodass sich bereits seit den frühen 1920er

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=67:nuernberg&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Regensburg
    und Straßenpflaster freigelegt sondern auch Reste zweier mittelalterlichen Synagogen Die zweite wurde im Jahr 1519 mit der Vertreibung der Juden aus Regensburg zerstört und war bisher nur durch zwei kurz vorher entstandene Radierungen von Albrecht Altdorfer bezeugt Früher wurde ihre Lage unter der Neupfarrkirche vermutet die nach der Zerstörung als Wallfahrtskirche Zur Schönen Maria gebaut wurde Wegen der Einführung der Reformation im Jahr 1542 wurde sie nicht vollendet sodass die westlich gelegene Synagoge nicht mehr überbaut wurde Die Grabungen brachten zutage dass an Ort und Stelle zwei aufeinanderfolgende Synagogen gebaut wurden waren Die ältere der beiden lässt sich ins späte 11 Jahrhundert datieren und gehört damit mit den romanischen Synagogen von Worms Speyer und Köln zu den frühesten steinernen Zeugnissen jüdischer Religiosität in Deutschland Sie hatte einen trapezförmigen Grundriss und war ein einfacher Saalbau mit zwei Portalen in dessen Mitte die Bima stand ein Steinpodest mit einer steinernen Brüstung Ein quadratischer Fundamentabdruck im Osten markiert den Standort des Toraschreins Im 12 Jahrhundert wurde das Gotteshaus umgebaut und im frühen 13 Jahrhundert grundlegend umgebaut nachdem die erste Synagoge durch einen Stadtbrand im 12 Jahrhundert in Mitleidenschaft gezogen worden war Die archäologischen Befunde der zweiten Synagoge stützten die Authentizität der Radierung von Altdorfer die eine nach Osten ausgerichtete hohe Halle mit drei Säulen zeigt die den Raum in zwei schmale Schiffe teilen Allerdings gibt Altdorfers Radierung den Raum wohl drucktechnisch bedingt spiegelverkehrt wieder Ohne Anspruch auf archäologische Genauigkeit hat der israelische Künstler Dani Karavan im Jahr 2005 auf dem als Leerraum erhaltenen Neupfarrplatz über dem Fundament ein begehbares Relief geschaffen das den Grundriss der 1519 zerstörten Synagoge nachzeichnet Seine Absicht war es einen Ort der Begegnung zu schaffen entsprechend dem Wortsinn des hebräischen Wortes für Synagoge Die Idee ist die Skulptur nicht anzuschauen sondern sie in Besitz zu nehmen sie zu nutzen

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  • Rothenburg
    jüdische Kultur hier eine Hochblüte Ihre Geschichte reicht bis ins 12 Jahrhundert zurück als in Würzburger Quellen ein Jude namens Samuel Biscop Bischof erwähnt wird der einen Platz neben einer Kirche kaufte Möglicherweise deutet der Namenszusatz darauf hin dass es bereits organisatorische Strukturen der Gemeinde gab denn er legt nahe dass Samuel eine gewisse leitende Rolle hatte Die erste Synagoge die auf dem früheren Milchmarkt stand dem heutigen Kapellenplatz stammt möglicherweis auch aus dieser Zeit Um den Milchmarkt herum war auch das Zentrum des jüdischen Viertels Im 13 Jahrhundert befanden sich dort auch ein Ritualbad eine zweistöckige Talmudschule mit 21 Zimmern und einem Lehrsaal Außerdem lag dort auch das sogenannte Tanzhaus in dem die Rothenburger Juden Versammlungen abhielten und Feste feierten Auf dem Gebiet des heutigen Schrannenplatzes damals außerhalb der Stadt befand sich der Friedhof Trotz mehrerer Verfolgungswellen die auch unter den jüdischen Rothenburgern Opfer forderte entstand die Gemeinde immer wieder neu so nach dem Rintfleisch Pogrom 1298 den Ausschreitungen bei der Armleder Erhebung in den Jahren 1336 1342 und den Pestverfolgungen 1348 49 bei denen den Juden Brunnenvergiftung unterstellt wurde Rabbi Meïr ben Baruch auch Meïr von Rothenburg genannt der zwischen 1215 und 1293 lebte war einer der größten Talmudgelehrten seiner Zeit Geboren war er in Worms In Würzburg Mainz und Paris erhielt er seine Ausbildung bei den besten damaligen jüdischen Gelehrten Kurz nach 1240 kam er wohl nach Rothenburg Mehr als 1 000 Rechtsgutachten sind von ihm bekannt mit denen er brieflich auf aktuelle Fragen antwortete die jüdische Gemeinden ihm stellten Aus ihnen geht detailliert hervor welche Alltagsfragen jüdische Gemeinden im Mittelalter beschäftigten und wie Eheschließung und scheidung oder das Verhalten zu Nichtjuden das Steuerecht und jüdische Bräuche geregelt wurden Rabbi Meïr sammelte eine große Zahl von Schülern um sich die ihm den Ehrennamen Maharam Unser Lehrer der

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  • Schnaittach
    Gebäudekomplexes erbracht Das erste Gotteshaus aus dem 16 Jahrhundert war wesentlich kleiner als der heute sichtbare Nachfolgebau aus dem 18 Jahrhundert Gemeinsam haben beide lediglich die West und die Nordwand Der massive Ursprungsbau hatte eine Ausdehnung von etwa zehn mal zehn Metern Die enorme Wanddicke von einem Meter vielleicht um Wehrhaftigkeit zu demonstrieren Auf der westlichen Straßenseite befanden sich zwei Fenster und ein mittiger Eingang an der Ostseite sprang ein Standerker vor in dem sich der Toraschrein befand Wandnischen auf der Nordseite mit Resten von hebräischen Inschriften deuten auf eine Verwendung als Bibliothek hin Der durch eine massive Mauer abgetrennte südliche Gebäudeteil diente wahrscheinlich als Frauensynagoge Wie an vielen Orten bedrohte der Dreißigjährige Krieg auch die Schnaittacher jüdische Gemeinde Trotz eines Schutzbriefs der Ganerben einer ritterschaftlichen Herrschaft mit dem Herrschaftsgebiet Rothenberg zu dem auch Schnaittach gehörte schrumpfte in der gesamten Ganerbenschaft die jüdische Bevölkerung auf zehn Familien zusammen und nahm erst wieder in der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts zu Versuche der Wittelsbacher die Juden zu vertreiben die sich um die strategisch wichtige Herrschaft Rothenberg bemühten nachdem ihnen im Westfälischen Frieden die Oberpfalz zugesprochen worden war scheiterten an den Ganerben die sich bis Ende des 17 Jahrhunderts mit dem Kurfürstentum Bayern die Herrschaft Rothenberg teilten Nachdem die Herrschaft Rothenberg endgültig in kurbayerischen Besitz übergegangen war setzte sich die oberpfälzische Regierung in Amberg gegen die Ausweisungsbestrebungen des Kurfürsten Max Emanuel durch dessen Befehle nicht durchgeführt wurden Die Juden von Schnaittach und der benachbarten Orte Ottensoos und Hüttenbach erhielten im Lauf des 18 Jahrhunderts wiederholt Schutzbriefe die ihnen den Verbleib sicherten 1738 wurde die Schnaittacher Synagoge nach Osten und Süden erweitert auf die heute noch bestehenden Ausmaße Die alte Ostwand wurde abgebrochen während die Südwand nun als Raumtrenner zwischen der neu angebauten Fachwerk Frauensynagoge und der Männersynagoge fungierte Bis heute zu sehen

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=71:schnaittach&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Schopfloch
    Exklave der Grafschaft Oettingen Spielberg war unterstanden die Schopflocher Juden verschiedenen religiösen und weltlichen Autoritäten Im zweiten Jahrzehnt des 18 Jahrhunderts konnten beide Judenschaften eine gemeinsame Synagoge bauen und einweihen Über ihr Aussehen ist nichts bekannt lediglich ein Inschriftenstein weist mit der Jahreszahl 476 1715 16 auf das Datum des fertiggestellten Rohbaus oder der Einweihung hin Dieser Stein wurde im 19 Jahrhundert in die Nachfolgesynagoge eingebaut die auf dem selben Platz errichtet wurde wie ihre Vorgängerin Um ihre Machtposition am Ort zu verbessern nahmen die rivalisierenden Herrschaften von Schopfloch zahlreiche jüdische Familien auf zum Teil unter erheblich günstigeren finanziellen Konditionen als an anderen Orten So fanden hier arme jüdische Familien Aufnahme die sich anderswo nicht ansiedeln durften So war Schopfloch im 17 und 18 Jahrhundert die ärmste Gemeinde in weitem Umkreis Die meisten Schopflocher Juden waren im Handel tätig wobei sich die Nähe zur Freien Reichsstadt Dinkelsbühl als günstig erwies aber auch in Nördlingen und Schwäbisch Hall waren jüdische Kaufleute aus Schopfloch tätig Unter diesen Bedingungen entstand die hebräisch deutsche Mischsprache Lachoudisch Gerade beim Viehhandel bedienten sich die jüdischen Händler und ihre als Schmuser bezeichneten jüdischen oder christlichen Handelsvermittler gern einer Geheimsprache um Abmachungen zu treffen die dem jeweiligen Handelspartner verborgen bleiben sollten Anders als das verbreiteterte Westjiddisch enthält das Lachoudische wesentlich mehr hebräischstämmige Begriffe die sich bei ausschließlich deutschen Sprachkenntnissen nicht erschließen Hatte die Gemeinde 1842 noch 342 Mitglieder so reduzierte sich ihre Zahl durch die Möglichkeit der Freizügigkeit seit dem Jahr 1861 allein zwischen 1862 und 1867 im 100 Personen Dennoch entschloss sich die geschrumpfte Gemeinde im Jahr 1877 noch einmal zu einem Neubau der die alte baufällige Synagoge ersetzte Diese neue Synagoge rückte wie in den liberalen Synagogen der Zeit den Almemor in die Nähe des Toraschreins und verzichtete darauf an den Frauenemporen Gitter anzubringen Die Abwanderung

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  • Schwabach
    Mose hier eine Laubhütte ausmalen ließ Während an den Wänden Mose mit den Gesetzestafeln die Bindung des Isaak und ein Mann mit Schabbesdeckel inmitten von Rankenornamenten und Tierdarstellungen auffallen kamen unter dem Deckenputz des Raumes Kassettenfelder zu Tage die sich während des Laubhüttenfestes herausnehmen ließen sodass der rituell erforderliche Blick in den offenen Himmel gewährleistet war Während des Laubhüttenfestes wohnen und feiern gesetzestreue Juden in einer solchen an ein Provisorium erinnernden Behausung um die Wanderung der Israeliten durch die Wüste zu vergegenwärtigen die dabei in provisorischen Unterkünften leben mussten Dazu gab es zwei mögliche Verfahren Entweder es wurden Dachziegel entfernt oder man klappte Teile der Dachfläche mit Hilfe eines Seilzugs nach oben so auch in Fürth Als einer der ältesten erhaltenen in Häusern eingebauten Laubhütten die in Bayern bisher in situ entdeckt werden konnten kommt diesem Fund in Schwabach besondere kunst und kulturhistorische Bedeutung zu Die jüdische Gemeinde konnte in Schwabach auf eine lange wechselvolle Geschichte zurückschauen die bis ins Mittelalter reichte und bis zum Dreißigjährigen Krieg zum Spielball der wechselnden Interessen der jeweiligen Herrscher wurde Von einer Synagoge ist bereits in der ersten Hälfte des 16 Jahrhunderts die Rede allerdings ohne dass ihr Standort und ihre bauliche Gestalt bekannt wären Zwischen der Mitte des 16 und des 17 Jahrhunderts konnten Juden sich nicht dauerhaft in Schwabach niederlassen Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden zum Wiederaufbau neben Hugenotten auch gezielt Juden angesiedelt Parallel zum Aufstieg der Stadt in der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts blühte auch das jüdische Leben in Schwabach auf Zahlreiche Juden kamen aus mittelfränkischen Orten aber belegt ist auch die Zuwanderung einiger Wiener Juden nach ihrer Ausweisung im Jahr 1669 70 Seit 1664 werden mit Jakob Grunam für Schwabach zuständige Landesrabbiner namentlich fassbar Die jüdische Gemeinde hatte schon vor 1668 versucht eine Synagoge zu bauen erreichte ihr Ziel

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=72:schwabach&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Straubing
    war deren Ausstattung zwischen dem Regensburger Distriktsrabbiner und Gemeinde heftig umstritten Beide Parteien führten eine heftige Auseinandersetzung um den richtigen Standort der Bima des Vorlesepultes die erst eineinhalb Jahre nach der Einweihung am 4 September 1907 gelöst wurde Der Synagogenkomplex dessen Inneneinrichtung beim Novemberpogrom 1938 teilweise zerstört wurde ist insgesamt gut erhalten Neben dem Betsaal gehört dazu noch ein angrenzendes Gemeindehaus das Ritualbad der Schächtraum das Schulzimmer Gemeinderäume Hausmeister und zwei Lehrerwohnungen Mit Dr David Forchheimer und Dr Alfons Prager überlebten zwei Straubinger Juden weil beide in einer privilegierten Mischehe verheiratet waren Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sammelten sich nicht nur Überlebende des 25 km entfernten KZ Außenlagers Ganacker sondern auch viele Jüdinnen und Juden die auf Todesmärschen durch Niederbayern getrieben wurden Dazu kamen in den ersten Nachkriegsjahren einige hundert Displaced Persons Da die Straubinger Synagoge nicht zerstört war konnten dort ab Frühsommer 1945 nach notdürftigen Instandsetzungsmaßnahmen bereits wieder Gottesdienste gefeiert werden In dieser Zeit lebten so viele Jüdinnen und Juden in Straubing dass viele Leute keinen Platz mehr im Gebäude fanden und draußen mitfeierten In den 1950er und 1960er Jahren waren die meisten der Displaced Persons ausgewandert sodass die Gemeinde nurmehr etwa 100 Mitglieder zählte Diese kleine Gemeinschaft bemühte sich besonders um die Erziehung der Kinder und Jugendlichen und stellte eine Lehrkraft für die hebräische Kinderschule an die sie aus eigenen Mitteln bezahlte Zum 80 Jahrestag der Einweihung wurde die Synagoge grundlegend renoviert vor allem wurde der Gottesdienstraum so originalgetreu wie möglich restauriert und am 9 April 1989 feierlich wieder eingeweiht Im Jahr 1993 setzte die Zuwanderung jüdischer Familien aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion ein sodass die Gemeinde in kurzer Zeit auf über 1 000 Mitglieder wuchs 1998 übernahm Anna Zisler hauptamtlich die Geschäftsführung der Kultusgemeinde nachdem sie vorher fünf Jahre lang die Straubinger Übergangswohnheime geleitet hatte

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=73:straubing&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Thüngen
    Prinzen aufgestellt worden Seit Jahrhunderten waren jüdische Familien in Thüngen ansässig bis sie so selbstverständlich und gleichberechtigt zur Ortsbevölkerung zählten wie am Ende des 19 Jahrhunderts Die Anfänge der Gemeinde gehen wohl auf das 16 Jahrhundert zurück als die Freiherren von Thüngen die bereits seit 1412 das Judenschutzprivileg erhalten hatten am Ort ihres Stammsitzes Juden ansiedelten Die reichsritterlichen Herren von Thüngen hatten sich zudem 1551 nach mehreren Wechseln endgültig der Reformation angeschlossen Die aufgenommenen Schutzjuden durften sich um den Burggraben ihre so genannten Schutzjudenhütten bauen Die hohen Abgaben die sie dafür entrichten mussten waren für die Freiherren von Thüngen eine willkommene Einnahmequelle Da der jüdischen Bevölkerung Handwerk und Landwirtschaft untersagt waren mussten sie ihren Lebensunterhalt oft mit verschiedenen Handelsgeschäften meist als Hausierer und ohne festen Geschäftssitz erwirtschaften Mit ihren Handelsbeziehungen trugen die Thüngener Juden zum Aufschwung der Thüngener Wochen und Jahrmärkte bei Eine erste Synagoge hatte die Gemeinde spätestens seit dem 18 Jahrhundert In den 60er Jahren des 19 Jahrhunderts errichtete sie eine neue Synagoge in der Obergasse Sie ist Ausdruck für die bereits veränderten verbesserten Lebensumstände der Thüngener Judenschaft So waren im Inneren des zweistöckigen Wohnhausbaus an der Ostwand zwei Herrschaftsgebete in deutscher Sprache für das bayerische Königspaar Maximilian II Josef und seine Frau Maria aufgehängt unter deren Regentschaft die Synagoge gebaut werden konnte Daneben hatte der bayerische Staat in den die Ländereien der Thüngen im Jahr 1814 eingegliedert wurden die Bildung seiner Staatsbürger sämtlicher Konfessionen geregelt In der ersten Hälfte des 19 Jahrhunderts besuchten die jüdischen Kinder noch die evangelische Schule und erhielten nur den Religionsunterricht separat Um die Mitte des Jahrhunderts errichtete die Gemeinde dann eine eigene jüdische Elementarschule in der Bauerngasse in der ein jüdischer Lehrer alle Fächer unterrichtete Mit 224 Personen im Jahr 1867 stellte die jüdische Bevölkerung knapp ein Viertel der Ortsbewohner Ihre herausragende

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