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  • Gunzenhausen
    1934 Er war einer der ersten antijüdischen Pogrome im nationalsozialistischen Deutschland Die lokale SA beschimpfte zunächst den Kaufmann Sigmund Rosenfelder anschließend verprügelte der SA Führer den Gastwirt Julius Strauß bis zur Bewusstlosigkeit Er brachte die anwesende Menschenmenge mit Hetzreden so gegen Strauß auf dass sie bereitwillig und gründlich seinem Aufruf folgte Auf meinen Befehl dürft ihr in der Wirtschaft alles zusammenschlagen Nach der Zerstörung und Plünderung der Gastwirtschaft zog die Menge weiter und zerrte 28 Juden gewaltsam aus ihren Wohnungen und trieb sie mit Schlägen zum Amtsgericht wo sie einen Tag lang festgehalten und schikaniert wurden Max Rosenau und Jakob Rosenfelder kamen bei diesem Pogrom zu Tode Während die Parteileitung als Todesursache Selbstmord angab blieb der tatsächliche Hintergrund ihres Todes ungeklärt Zwar wurde der Initiator des Blutigen Palmsonntag der SA Obersturmführer Kurt Bär im Juni 1934 zu zehn Monaten wegen Landfriedensbruchs verurteilt Er musste die Strafe allerdings nicht absitzen und schoss bereits einen Monat nach seiner Verurteilung den Gastwirt Simon Strauß und seinen Sohn nieder Simon Strauß erlag seinen Verletzungen sein Sohn überlebte schwerverletzt Bär wurde erneut verurteilt Seine lebenslängliche Haftstrafe wegen Mordes und Mordversuchs musste er nur drei Jahre lang absitzen Dann wurde er begnadigt Aber die juristischen Maßnahmen gegen die Gunzenhausener Juden gingen weiter Der Stadtrat erließ einen Monat nach den Nürnberger Gesetzen eine Reihe von Repressalien gegen die Juden die bewirkten dass von den 181 Juden die am 1 Februar 1933 noch in Gunzenhausen lebten am 30 September 1938 nur noch 55 Personen übrig waren Die anderen waren entweder in andere größere Städte im Deutschen Reich verzogen oder emigriert Am 8 November verkauften die Vorstände der jüdischen Gemeinde Hugo Walz und Justin Gerst das Schulhaus und die Synagoge für unsgesamt 14 000 Reichsmark an die Stadt ebenso veräußerten sie die Kantorenwohnung für 2 000 Reichsmark Ale Justin

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=59:gunzenhausen&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Heidenheim
    eindringlicher Interventionen einzelner Heidenheimer Bürger wurde die Heidenheimer Synagoge noch im Jahr 1988 abgebrochen Nach dem Novemberpogrom war von ihr eine ausgebrannte Ruine stehengeblieben Detaillierte Baupläne ihres Architekten Eduard Bürklein die im Jahr 1854 sogar in der Allgemeinen Bauzeitung veröffentlicht wurden geben neben Grundriss und Schnitten auch eine perspektivische Ansicht und Details der Einrichtung wieder Bürklein hat in derselben Zeitschrift auch erklärt welche Vorgaben ihm die j üdische Gemeinde machte oder mit welchen konstruktiven Details er den Bau konzipierte Vor allem beschrieb er warum die Synagoge in einem ori entalisierenden Baustil errichtet wurde Insgesamt stellte er seinen Bau als Musterlösung für kleinere Landsynagogen vor Im Inneren der westlichen Vorhalle trennten sich die We ge von Frauen und Männern Während die Frauen über zwei Treppenhäuser die Eporen erreichten betraten die Männer den e benerdigen Betsaal in einer Achse mit dem achtseitigen Lesepult und dem 3 50 Meter dahinter liegenden über drei Stufen erreichbaren Toraschrein Die Einrichtungsgegenstände im Innenraum waren aus Eichen und Fichtenholz zusammengesetzt und dann abwechselnd ah orn und ei chenholzfarbig bemalt In gleicherweise war auch die Frauenempore gestaltet Die Seitenwände wurden von einem teppichartigen Muster in Violett Grün und Gelb überzogen das Bürkleins Vorstellungen von einem orientalischen Stil entsprachen

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=60:heidenheim&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Ichenhausen
    zu klein war Von außen zeigt sich die in den 1980er Jahren restaurierte Synagoge heute weitgehend wie zu ihrer Erbauungszeit als breiter spätbarocker frühklassizistischer Bau mit schlanken Rundbogenfenstern und einem umlaufenden Gebälk Sie steht nach wie vor weitgehend frei nur im Südwesten grenzt das ehemalige Rabbinerhaus an Im Inneren wurde der Bau in der Mitte und am Ende des 19 Jahrhunderts umgebaut Nach der Zerstörung der Inneneinrichtung beim Novemberpogrom im Jahr 1938 lässt sich vor allem noch an der Bemalung der ehemalige Raumeindruck erahnen Vor allem in der zweiten Hälfte des 17 und im frühen 18 Jahrhundert wuchs die jüdische Gemeinde Ichenhausen stark an möglicherweise weil die beiden Herren von Ichenhausen die Markgrafen von Burgau und die reichsritterlichen Herren von Stain für die doppelte Verwaltung und einen zweiten Schlossbau viel Geld benötigten das sie mit besonderen Abgaben von Juden einzunehmen erhofften So bildeten die angesiedelten Juden die aus zahlreichen Städten vertrieben worden waren zunächst bis 1717 zwei steuerlich getrennte Gemeinden am Ort Entsprechend der Größe der Gemeinde war am Ort auch der Sitz eines Landrabbinats zur bayerischen Zeit dann ein Distriktsrabbinat Trotz der Abwanderung zahlreicher Ichenhausener Juden in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts trugen die verbleibenden wesentlich zur Industrialisierung

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=61:ichenhausen&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Kitzingen
    repräsentativen Synagoge nieder Lebten vier Jahre nach dem Beginn der Ansiedlung im Jahr 1863 57 Juden unter den knapp 6 000 Kitzinger Bürgern waren es gut zwanzig Jahre später bereits fast 400 bei einer Gesamteinwohnerzahl von etwa 7 500 Personen Am Vorabend des Ersten Weltkriegs hatte die jüdische Gemeinde zahlenmäßig ihren Höhepunkt erreicht Unter den 102 Weinhändlern die es um am Beginn des 20 Jahrhunderts in Kitzingen gab waren 52 jüdische Als einer der innovativsten Weinhändler gilt Max Fromm der den Kitzinger Weinhandel vor allem zwischen 1910 und 1930 trotz der Krisenjahre entscheidend weiterentwickelte 1925 beschäftigte er immerhin 90 Angestellte die meisten davon waren Büttner denn nur die Weingroßhändler besaßen Keller und Fässer in denen sie den Wein ausbauten den sie in der Regel bei den Weinbauern oder bei Versteigerungen gekauft hatten Die Weinhändler aus Kitzingen verkauften ihren Wein vor allem nach auswärts In der Regel ging er in Gebiete des Deutschen Reichs und ins benachbarte Ausland aber seit Anfang des Jahrhunderts dehnten die Weinhändler ihre Handelsbeziehungen auch nach Übersee aus Da Wein am Anfang des 20 Jahrhunderts noch kein Massengetränk war bemühte sich etwa Max Fromm um einen höheren Absatz indem er verschiedene Werbestrategien verfolgte Er ließ Flaschetiketten mithilfe renommierter Künstler neu gestalten Auch der Bocksbeutel als Inbegriff des Frankenweins verdankt sich einer Werbeinitiative der Weinhändler Max Fromm gründete 1921 zur Vermarktung den Bocksbeutel Winzer Vereinigung und dehnte in den 20er Jahren die Auslandsexporte aus So galt die einst unbedeutende Firma die er von seinem Vater Nathan übernommen hatte im Jahr 1924 als eine der bedeutendsten Weinfirmen in ganz Deutschland Wegen seines rasanten Aufstiegs verlegte Fromm 1929 seinen Firmensitz nach Bingen wo er in einer größeren und bedeutenderen Weinbauregion war Den Abschied aus seiner Heimatstadt erleichtert haben dürfte ihm das Erstarken der antisemitischen Propaganda der völkischen Kreise seit den

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=62:kitzingen&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Kleinbardorf
    27 verschiedenen Orten von Maßbach über das 30 km entfernte Oberwaldbehrungen bis zum thüringischen Gleicherwiesen nach Kleinbardorf auf den sogenannten Judenhügel brachten Und es war eine Urkunde über diesen Friedhof aus der hervorgeht dass Juden dauerhaft in Kleinbardorf lebten Die Familienchronik der Freiherren von Bibra berichtet dass der Besitzer des Kleinbardorfer Schlossguts Georg Christof von Bibra 1574 den Kleinbardorfer Juden auf dem Wartberg eine Begräbnisstätte gegen eine jährliche Zinszahlung und eine Abgabe für jede Beerdigung überlassen Damit zählt der jüdische Friedhof in Kleinbardorf zu den frühesten nach dem Mittelalter angelegten Friedhöfen in Deutschland Auf Initiative eines Einzelnen wurde am Ende des 17 Jahrhunderts etwa in der Mitte des Friedhofs ein Taharahaus errichtet das dazu diente die Toten vor der Beerdigung rituell zu reinigen Heute ist das Gebäude weitgehend restauriert dessen steinernes Dach es in Bayern zu einem einzigartigen Bauwerk seiner Art macht In der zweiten Hälfte des 18 Jahrhunderts kaufte die jüdische Gemeinde den Friedhof und erweiterte ihn gleichzeitig Seine heutige Größe bekam er durch einen weiteren Grundstückszukauf im Jahr 1843 Etwa zu dieser Zeit machte die jüdische Gemeinde ein Drittel der Kleinbardorfer Bevölkerung aus Im Lauf des 19 und 20 Jahrhunderts nahm ihre Zahl langsam ab Der letzte Jude

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=63:kleinbardorf&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • Miltenberg
    des 18 Jahrhunderts wachsende Gemeinde Diese hatte zudem keine Mittel für eine dringend nötige Restaurierung und Sanierung ihrer mittelalterlichen Synagoge Überhaupt konnte die jüdische Gemeinde Miltenbergs sie allerdings nur die kürzeste Zeit als Gebetsraum nutzen Sie hatte den Bau gegen Ende des 13 Jahrhundert errichten lassen wurde allerdings 1429 enteignet Damit erlosch wohl ein regelrechtes jüdisches Gemeindeleben obwohl in den folgenden Jahrhunderten immer wieder Schutzbriefe für einzelne jüdische Familien in Miltenberg belegt sind Erst 1755 konnte die wieder wachsende und dauerhaft im Ort lebende jüdische Gemeinschaft ihre mittelalterliche Synagoge zurückkaufen und nutzte sie bis in die Mitte des 19 Jahrhunderts Der Bau hat zwei steinerne Gewölbe was auf eine gewisse Bedeutung der Gemeinde hinweist Allerdings war diese wohl nicht sehr groß worauf die geringe Grundfläche des Baus knapp 60 m 2 hinweist Über die Einrichtung der mittelalterlichen Synagoge ist lediglich bekannt dass in der Mitte das erhöhte Vorleserpult stand und sich an der Ostwand ein steinerner Toraschrein befand Die Spuren des Pults sind verloren gegangen als die Brauerei das Gebäude im 19 Jahrhundert für ihre Zwecke umbaute Der Toraschrein fand Verwendung in der neuen Synagoge von 1904 und befindet sich heute im Stadtmuseum Miltenberg Bis zum 31 März 2010 nutzte

    Original URL path: http://www.synagogenprojekt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=64:miltenberg&catid=50:gemeinden-in-schlaglichtern&Itemid=56 (2016-02-14)
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  • München
    und ein koscheres Restaurant beherbergt 2007 wurde noch das zugehörige benachbarte Jüdische Museum München eröffnet Hochrangige Vertreter aus Politik Gesellschaft Kirchen und Judentum nahmen an der Eröffnung teil und verliehen ihrer Hoffnung Ausdruck dass die wechselhafte jüdische Geschichte Münchens die bis ins 13 Jahrhundert zurückrecht 67 Jahre nach dem Novemberpogrom um ein neues Kapitel bereichert wird Der Spatenstich erfolgte am 9 November 2003 und war überschattet davon dass ein geplanter Anschlag von Neonazis rechtzeitig verhindert werden konnte In der dreijährigen Bauzeit wurde der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs des des Saarbrücker Architekturbüros Wandel Hoefer Lorch umgesetzt Die Synagoge steht frei auf dem Jakobsplatz ist aber mit dem Gemeindezentrum und dem Museum zu einem betont inhomogenen Ensemble zusammengefügt das sich stilistisch bewusst von der bestehenden Bebauung absetzt Das mit massiven Steinblöcken ummantelte Sockelgeschoss gibt dem Bau einen Ausdruck von Geschlossenheit der je nachdem als schützend oder unnahbar empfunden werden kann Öffnung zur Umgebung drückt der etwas zurückversetzte transparente Glasquader auf dem Sockel aus Er wird nur durch einem dezenten Netz aus Bronze geschützt So soll der Bau das Zelt Jakobs die biblische Uridee vom Wesen der Synagoge symbolisieren Auf dem unverrückbaren Fundament der Bundeszusagen Gottes öffnet das filigrante Zeltdach den Blick für die

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  • Niederwerrn
    86 hielt ein Eckstein im Südosten des Baus fest Die Ausmaße der Synagoge waren vergleichsweise monumental sodass die jüdische Gemeinde auch in den darauffolgenden Jahrzehnten noch genug Platz fand als sie bis auf etwa 300 Personen wuchs was damals einen Bevölkerungsanteil von etwa 40 Prozent in Niederwerrn bedeutete Der Almemor das Vorlesepult befand sich etwa in der Mitte des Betsaals und war aus Stein und die Balustrade neben den Aufgang war rechts und links mit je einem Pinienzapfen gekrönt Darin folgte die Synagoge in Niederwerrn dem Vorbild der Heidingsfelder Synagoge die sie auch in ihren äußeren Dimensionen nachahmte In den Jahren 1885 und 1913 wurde die Synagoge umgebaut bzw renoviert Beim Novemberpogrom wurden Fenster und Türen zertrümmert und im Inneren der Synagoge Feuer gelegt Die gesamte Inneneinrichtung die Torarollen die Vorhänge und die Gebetbücher wurden ein Raub der Flammen Die Feuerwehr löschte das Feuer schließlich damit es nicht auf umliegende Gebäude übergreifen konnte Während des Zweiten Weltkriegs diente der beschädigte Bau als Lagerraum Im Jahr 1950 erwarb die Gemeinde Niederwerrn die ehemalige Synagoge um darin ein Kino zu eröffnen Dazu wurde die alte Eingangstreppe abgetragen und ein Vorbau errichtet und im Februar 1954 wurde die Filmbühne eröffnet Nach der Schließung

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