archive-de.com » DE » S » SCHUETZ-MUSIKFEST.DE

Total: 388

Choose link from "Titles, links and description words view":

Or switch to "Titles and links view".
  • 20 Jahre MBM | Interview
    drei der neuen Länder und Bereiche der angrenzenden alten Länder verteilte Das Bewusstsein von der Einheit dieses Kulturraums sollte aber unbedingt erhalten beziehungsweise wieder hergestellt werden Den Gründungsmitgliedern die als Wissenschaftler gewohnt waren in größeren Zeiträumen und komplexen Zusammenhängen zu denken war diese historische Bedeutung die sie als überaus wichtig und prägend empfanden absolut gegenwärtig Man wagte sich damals also durchaus auf Neuland und suchte nach einem Modell welches das Potential in sich trug neben einer wissenschaftlichen institutionsübergreifenden Arbeit neben editorischer Tätigkeit und Publikation neben direkt von der MBM verantworteten Veranstaltungen Konzerten und Tagungen zugleich eine Struktur zu schaffen die den Aufgaben einer übergreifenden Förderinstitution im oben genannten Sinne gerecht würde Welche Aufgaben sollte die MBM ursprünglich erfüllen Priorität hatten zunächst die Bereiche Wissenschaft und Forschung zur Sicherstellung und Bewahrung des wertvollen musikalischen Erbes Das hat viel damit zu tun dass die geborenen Mitglieder in erster Linie von Haus aus Musikwissenschaftler waren Nicht nur angesichts der Situation dass man sich dem Aufgabenfeld erst einmal annähern musste war das wohl auch das Drängendste und Wichtigste Quellen zu sichern Archive zu erschließen eine Bestandsaufnahme zu machen Konferenzen für den kontinuierlichen Austausch zu organisieren sowie die Ergebnisse dieser Arbeiten auch zu publizieren und damit allgemein zugänglich zu machen Als nächster Schritt sollten diese Erkenntnisse dann aber auch einem breiteren Publikum präsentiert und erlebbar gemacht werden Von den 1990er bis zur Mitte der 2000er Jahre wurde sehr viel Geld in Forschungsprojekte Publikationen sowie wissenschaftliche Veranstaltungen investiert Die erste Arbeitsgruppe die ihre Tätigkeit aufnahm war die Redaktionskommission die die Reihe der Denkmäler Mitteldeutscher Barockmusik konzipierte und deren Editionsleitung Prof Dr Hans Joachim Schulze übernahm Es wurden zudem die Jahrbücher erstellt und die Schriftenreihe zur Mitteldeutschen Musikgeschichte begründet Der erste Band der Denkmäler Reihe ist dann 1997 erschienen seither sind 13 weitere hinzu gekommen Aber und das ist meine ganz persönliche Meinung die Zeit solcher monumentalen Denkmäler Ausgaben ist wohl doch vorüber das sage ich durchaus mit Bedauern Hinzu kommt dass die ursprünglichen weitgreifenden Planungen leider nicht umgesetzt werden konnten Vor dem Hintergrund eines veränderten Rezeptions und Nutzungsverhaltens und nicht zuletzt berücksichtigend dass wir im gegenwärtigen digitalen Zeitalter ohnehin die Diskussion um gedruckte Ausgaben zu führen haben aber auch angesichts deutlich gekürzter Mittel sowie im Sinne eines im Verhältnis von Aufwand und Nutzen stehenden Publikationsmediums musste in den letzten Jahren schließlich eine neue Lösung gefunden werden 2012 haben wir die neue Reihe Forum Mitteldeutsche Barockmusik aufgelegt eine variable und offene Reihe die mit inzwischen drei vorliegenden und drei in Vorbereitung befindlichen Bänden gut Fahrt aufgenommen hat Im ersten Jahrzehnt der MBM wurden Werkverträge mit langen Laufzeiten für sehr spezielle Forschungsaufgaben vergeben beziehungsweise derartige Projekte aktiv unterstützt und finanziell gefördert so unter anderem die Forschungen zur Erschließung von Quellenmaterialien zur mitteldeutschen Musikgeschichte die Erfassung und Dokumentation historischer Musikinstrumente in nicht spezialisierten Museen und Sammlungen in Mitteldeutschland mit über 6 000 Objekten oder die Erschließung von Archiven zur Adjuvantenmusik in Thüringen Eigene und in Kooperation veranstaltete Kongresse und Tagungen wie im Jahr 2000 Bach und seine mitteldeutschen Zeitgenossen in Erfurt und Arnstadt vier Jahre später Mitteldeutschland im Glanz seiner musikalischen Residenzen in Sondershausen und die zweiteilige Konferenz Wilhelm Friedemann Bach und die protestantische Kirchenkantate nach 1750 in Halle und Leipzig 2010 oder die Förderung der Konferenzen in Magdeburg Leipzig und Weimar anlässlich des 300 Geburtstags von C P E Bach 2014 seien beispielhaft genannt Dieser Bereich ist also bis heute ein wichtiger Teil der Arbeit der MBM Die Förderung des lebendigen Musiklebens also eher die musikpraktische Seite wie dies heute vorrangig über die laufende Projektförderung der MBM erfolgt wurde als nachfolgender nicht minder wichtiger Schritt betrachtet Das alles sehe ich als eine Form der damaligen Aufgabenfindung für die MBM wobei die Schwerpunkte von den einzelnen Vertretern je nach ihrem eigenen Aufgabengebiet unterschiedlich gesetzt wurden Bereits 1995 gab es daher den ersten 1 Tag der Mitteldeutschen Barockmusik in Weißenfels und die ersten wenn auch noch wenigen Projekte erhielten eine Förderung Schaue ich mir die Unterlagen von damals an dann muss ich freilich ein wenig schmunzeln Ein ausgefeiltes Antragsverfahren wie heute gab es noch nicht Da lief sehr viel auf informeller Ebene und auf Zuruf was nur gut war denn in diesen ersten Jahren galt es manchmal eher die Ärmel hochzukrempeln und anzufangen als zu schauen wie man erst einmal Regeln und Formalien schriftlich fixiert Wie haben sich die ursprünglichen Ziele und Aufgaben der MBM ansonsten verändert Die Hauptaufgabe der MBM ist heute die Förderung unterschiedlichster Projekte im Bereich der mitteldeutschen Barockmusik Quasi leitmotivisch fassen wir das für uns in die vier Begriffe FÖRDERN FORSCHEN BEWAHREN BEGEISTERN Diesem seit 2010 schwerpunktmäßig die Tätigkeit der MBM fassenden Motto ging die Bewältigung einer durchaus ernsten Krisensituation voraus in der die Aufgabenstellung wie die Arbeitsweise der MBM in Gänze auf den Prüfstand kam Ergebnis dieser Neudefinition damals war dass die MBM in erster Linie ihre Fördertätigkeit profilieren sollte jedoch mit dem speziellen Fokus auf diejenigen Komponisten Werke Instrumente etc die im Besonderen mit der mitteldeutschen Barockmusik und ihrer europäischen Vernetzung verknüpft sind Die MBM der heute rund 60 Mitglieder aus ganz Deutschland angehören wird dafür im Rahmen einer Projektförderung in anteiliger Finanzierung mit 50 vom Bund heute von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und zu je einem Sechstel von den drei Ländern dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst dem Kultusministerium des Landes Sachsen Anhalt und dem Thüringer Ministerium für Bildung Wissenschaft und Kultur finanziert Der durch den vorgegebenen Etat begrenzte Rahmen fordert die MBM als eine Förderinstitution mit besonderer Zielsetzung zu einer bedachten und umsichtigen Arbeit heraus Sie hat nicht den Auftrag einer Grundfinanzierung oder Daseinsförderung es geht um den spezifischen Fokus der spezielle Projekte möglich macht und den Blick für das Besondere schärft Es ist mir wichtig zu betonen dass wir uns damit durchaus von bestimmten Ursprungsaufgaben auch ganz bewusst gelöst haben bzw auch lösen mussten Die forschungszentrierte Sicht die große Zahl von auch kleineren Eigenveranstaltungen und die breite Projektförderung im Sinne von A Projekten mit eindeutigem Bundesinteresse und B Projekten mit vorrangig Länder oder Regionalinteresse lagen bis

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/en/20-Jahre-MBM/bilanz.php (2016-02-16)
    Open archived version from archive


  • Das Unternehmen
    2014 2013 2012 Förderkriterien Fördergrundsätze Auftragsunterlagen mibamu org PUBLIKATIONEN Forum MBM Denkmäler Mitteldeutscher Barockmusik Kongressberichte Jahrbücher Weitere Publikationen DOWNLOAD Pressemitteilungen Downloads Pressefotos Logos Dokumente Das Unternehmen Wir entwickeln Lösungen im Bereich alternative Energiegewinnung Unsere Leistung geht von der Forschung bis zur Entwicklung funktionsfähiger Prototypen Wir haben Kooperationen mit nahezu sämtlichen führenden Energiekonzernen sowie Automobilfirmen und sind bei mehreren Regierungen gefragte Berater Produktionskapazitäten 2010 2011 2012 Fläche 5000 qm 7000 qm

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/de/unternehmen/ (2016-02-16)
    Open archived version from archive

  • 20 Jahre MBM | Zeitzeugen
    stark machen Von Prof Dr Wolfgang Hirschmann seit 2007 Präsident der MBM Da ich in der Anfangszeit der MBM noch nicht persönlich beteiligt war möchte ich mich im Wesentlichen über die Jahre seit 2007 äußern Mit Beginn meiner Präsidentschaft kamen wesentliche Änderungen auf die MBM zu Aufgrund einer enormen Mittelkürzung sind zunächst einmal die sogenannten B Projekte aus der Förderung heraus gefallen fortan wurde ein Event verlangt mit überregionaler bis bundesweiter Ausstrahlung weiter lesen Heute wird die MBM von vielen Säulen getragen und ist anerkannt Von Uwe Hoberg Referatsleiter Musik Theater bildende und angewandte Kunst im Kultusministerium des Landes Sachsen Anhalt Gemeinsam mit Boje Schmuhl der damals der erste Abteilungsleiter Kultur im Kultusministerium Sachsen Anhalt war hatte ich als Referatsleiter Musik im Kultusministerium 1993 die Idee weiter lesen Gelder sinnstiftend eingesetzt Von Stefan Maass Leiter der Batzdorfer Hofkapelle Mitglied des Präsidiums seit 2009 Mein erster Kontakt zur MBM geht auf deren zweites oder drittes Jahr zurück Für die Batzdorfer Hofkapelle wollten wir Fördergelder beantragen weiter lesen Ohne das Wirken unserer MBM wäre das deutsche Musikleben der Gegenwart ärmer Von Dr Claus Oefner Gründungspräsident der MBM als Leiter des Bachhauses Eisenach Im 35 des Einigungsvertrages wurde unter anderem festgelegt dass die wichtigen kulturellen Einrichtungen Ostdeutschlands erhalten und gefördert werden sollen Frau Dr Peters aus dem Bundesinnenministerium in Bonn gehörte zu dem maßgeblichen Personenkreis der auf die mitteldeutsche Barockmusik aufmerksam machte und deren Förderung vorantrieb weiter lesen Die MBM erfüllt eine Mission Von Prof Siegfried Pank langjähriges Mitglied im Präsidium der MBM Durch die deutsche Teilung war die große historische Bedeutung Mitteldeutschlands nicht nur auf musikalischem sondern insgesamt auf kulturellem Gebiet etwas in Vergessenheit geraten Die Gründung der MBM wollte dem zumindest für den Bereich der Barockmusik entgegen wirken Bedauerlich dass nicht viel mehr solcher Konstruktionen für andere kulturelle Bereiche entwickelt wurden

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/en/20-Jahre-MBM/zeitzeugen.php (2016-02-16)
    Open archived version from archive

  • Zeitzeuge Martin Eifler
    Unterstützung hat vielen Einrichtungen geholfen den Übergang in ein im Wesentlichen von den Ländern und Kommunen getragenes Fördersystem zu schaffen Auf der Grundlage des Einigungsvertrages war es dem Bund aber nun auch möglich gemeinsam mit den Sitzländern und Kommunen die Förderung von Einrichtungen zu prüfen die eine Aufgabe im Sinne einer nationalen Repräsentanz wahrnahmen und internationale Ausstrahlung besaßen So fiel der Blick nicht nur auf die Einrichtungen der deutschen Klassik in Weimar sondern auch auf das renommierte Bach Archiv in Leipzig Die Entscheidung für eine Bundesförderung des Bach Archivs zog dann aber Erwartungen anderer Einrichtungen in Mitteldeutschland nach sich etwa des Händelhauses in Halle des Schützhauses in Bad Köstritz oder des Bachhauses in Eisenach und es gab entsprechende Anfragen Obwohl es in der Bewertung der damaligen Ausstrahlung dieser Einrichtungen durchaus Differenzierungen gab wurde aber allen Beteiligten klar dass im mitteldeutschen Raum eine solche Fülle von authentischen Komponistengedenk und Forschungsorten vorhanden waren wie sie in keinem anderen Teil Deutschlands vorkam Und aus dieser Erkenntnis wuchs dann die Idee eine übergreifende Organisationsform zu schaffen ein Netzwerk für gemeinsame Operationen die auch den beteiligten Einrichtungen zugute kommen vor allem aber die Barockmusikszene in den drei Ländern insgesamt beflügeln könnten Die vorrangigen Ziele dieser Netzwerkbildung waren deshalb auch neben der Stabilisierung der Einrichtungen der Barockmusikpflege die Qualifizierung der Musizierpraxis Alter Musik die Entdeckung und Wiederaufführung vergessener Werke sowie die Mobilisierung eines neuen insbesondere jungen Publikums Die Zusammenarbeit aller Beteiligten gestaltet sich fortan insgesamt sehr eng und vertrauensvoll Die Tätigkeit im Rahmen der MBM hat zu einer bis dahin kaum praktizierten Form der Kooperation zwischen den mitteldeutschen Ländern und dem Bund beigetragen die auch darüber hinaus Auswirkungen auf die Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Kulturbereich hatte Nach den ersten zehn Jahren ergab sich in der Folge der ja auch erhofften Entwicklung allerdings die Notwendigkeit

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/de/20-Jahre-MBM/zeitzeugen/martin-eifler.php (2016-02-16)
    Open archived version from archive

  • Zeitzeugin Romy Hage
    B Projekten da nach der Gründung der MBM eine Beantragung auf finanzielle Unterstützung der alten Musik nur noch über die MBM möglich war Durch eine vom Bund geforderte Evaluation verlagerte sich ab 2007 der Aufgabenschwerpunkt auf eine Förderung von Projekten mit einer überregionalen Ausstrahlung und einem hohen Bundesinteresse sowie auf die beiden MBM eigenen Musikfeste Tage Mitteldeutscher Barockmusik jetzt unMittelBARock und das Heinrich Schütz Musikfest Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Überlebungsängste denn die MBM ist ein Verein der vom Bund und den Ländern projektgefördert wird was nur funktioniert wenn alle vier Kuratoriumsmitglieder an ihrer Mitgliedschaft festhalten und ihrer Finanzierungsverpflichtung in gleicher Höhe nachkommen Leider gab es da in den ersten Jahren immer wieder Turbulenzen die dann glücklicherweise mit einem positiven Ergebnis endeten Im Jahre 2008 erreichte die MBM allerdings einen sehr kritischen Punkt der ihre Existenz gefährdete Durch die Neubesetzung der Geschäftsführung 2009 und der damit verbundenen Umstrukturierung der Aufgaben der MBM sowie der Veränderungen der inhaltlichen Schwerpunkte konnte der Fortbestand der MBM gesichert werden Darüber hinaus hat sich auch der Stellenwert der MBM in der Kulturszene der Alten Musik positiv entwickelt Heute können wir mit Stolz sagen dass die MBM wieder auf einem sehr guten Kurs ist Diese Entwicklungsphase ist für mich persönlich das wichtigste Ereignis und die größte Leistung derer die diese unzähligen schwierigen Verhandlungen mit viel Einfühlungsvermögen Fachwissen und Überzeugungskraft geführt haben Schließlich war ich von Anbeginn dabei Mein damaliger Arbeitgeber der Landkreis Werningerode hatte mich zunächst quasi via Amtshilfe zur Unterstützung an die MBM ausgeliehen um die erste Geschäftsstelle im Kloster Michaelstein zu betreuen Dass daraus zwanzig Jahre werden sollten konnte damals niemand ahnen Mit der Alten Musik hatte ich mich zuvor kaum befasst und musste mich in der Anfangszeit gründlich einlesen Die Vielfältigkeit dieser neuen Tätigkeit hat mich die ich als Verwaltungsfachangestellte

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/de/20-Jahre-MBM/zeitzeugen/Romy-Hage.php (2016-02-16)
    Open archived version from archive

  • Zeitzeuge Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann
    nahelegt Vermittelt wird sie insbesondere durch die Tage Mitteldeutscher Barockmusik die jedes Jahr an einem anderen Ort stattfinden Ganz besonders vielfältig ist etwa auch die Orgellandschaft Mitteldeutschlands Es gibt hier einfach einen riesigen kulturellen Reichtum Mich der ich aus Franken hierher gekommen bin fasziniert nicht nur diese Dichte von Gedächtnisorten sondern auch der Charakter des Schmelztiegels Gerade im 17 und 18 Jahrhundert trafen hier Einflüsse aus ganz Europa aufeinander Musik aus England Frankreich Italien Skandinavien wurde nicht nur hier gespielt und gepflegt sondern auch in eine eigene Musiksprache integriert und zu etwas ganz Neuem Eigenen verschmolzen Die Keimzelle dieses besonderen Stils liegt hier in Mitteldeutschland Das hohe Bildungsideal ist bis heute spürbar etwa an der enormen Dichte von zum Teil ganz hervorragenden Chören Schon durch Luthers Wertschätzung der Musik wurde dieses Ideal hier fest verankert und wirkt bis heute nach Nehmen wir nur einmal das vor allem im Thüringischen blühende System der Adjuvanten also der nach der Reformation in den evangelischen Kirchen tätigen Laienmusiker In kleinsten Dorfarchiven finden sich Notenbibliotheken von erstaunlicher Vielfalt und mit europäischen Dimensionen Auch auf dem Dorf wurde hier Gabrieli gespielt Es gab eine Fülle gebildeter Laien die Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten an musikalischer Bildung und der Musikpflege muss immens gewesen sein Doch zurück zur MBM im Jahr 2007 Das Kuratorium bestehend aus je einem Vertreter des Bundes und der drei Länder forderte eine Verlagerung auf weniger und herausragendere Projekte Zugegebenermaßen wäre es natürlich reizvoll den ganzen Musikreichtum im Blick zu haben und sich auch um weniger Berühmtes und am Rande Liegendes zu kümmern aber die Geldgeber hatten ein eindeutiges neues Konzept zur Verteilung der Gelder vorgegeben Inzwischen freilich besteht bei den Verantwortlichen nach meiner Einschätzung wieder eine größere Offenheit für das barocke Mitteldeutschland als klingende Landschaft Heute macht die MBM anhand ihrer formalen und inhaltlichen Förderkriterien Vorschläge welchen Projekten eine Förderung zuteil werden sollte die Entscheidung liegt jedoch beim Kuratorium Sicher ist das einerseits problematisch wenn sich die Politik konzeptuell inhaltlich in die Kultur einmischt andererseits verfolgen die Geldgeber aber auch ganz legitim eigene Interessen insbesondere das des Imagegewinns Seit 2008 ist im Entscheidungsprozess eine Jury hinzugekommen Diese besteht aus Musikern Musikwissenschaftlern und Musikmanagern und soll zwischen der MBM und dem Kuratorium vermitteln Das Prozedere sieht nun wie folgt aus Bis Ende März müssen Förderanträge bei der MBM eingegangen sein aus denen das Präsidium im Mai eine Vorschlagsliste erstellt Gleiches tut die Jury Beide Listen werden dem Kuratorium zur Entscheidung vorgelegt das dann den Etat von 615 000 Euro verteilt Das Konzept sieht vor dass auch unbekannte Werke zu erschließen und Schätze aus Archiven zu bergen sind Je nach der Zusammensetzung des Kuratoriums sind diese Ansätze einmal mehr und einmal weniger vermittelbar Fragen der Auslastung sind natürlich immer auch zu berücksichtigen d h erwünscht sind Programme die eine breitere Hörerschicht ansprechen können Die Resonanz auf die Angebote darf nicht aus dem Blickfeld geraten Bei der Neuorganisation des Heinrich Schütz Musikfests die im Wesentlichen das Verdienst unserer Geschäftsführerin Frau Dr Siegfried ist ist uns das wunderbar gelungen

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/de/20-Jahre-MBM/zeitzeugen/Wolfgang-Hirschmann.php (2016-02-16)
    Open archived version from archive

  • Zeitzeuge Uwe Hoberg
    Also beschloss man 1994 einen Verein zu gründen um den Vertretern der Institutionen als natürlichen Personen die Möglichkeit zur Mitarbeit zu geben Recht bald nahmen wir Kontakt zum Bund auf um ihm dieses Projekt vorzustellen und ihn dafür zu gewinnen Dass Martin Eifler und ich uns schon aus gemeinsamer Tätigkeit kannten machte mir in unserem Anliegen Mut es zu versuchen Frau Dr Peters als zuständige Referatsleiterin beim BMI hatte von Anbeginn diesem neuen Projekt große Aufmerksamkeit gewidmet Als der Bund signalisierte dass eher Bereitschaft bestünde eine 3 Länder Initiative zu unterstützen was ja im Nachhinein auch absolut nachvollziehbar ist setzten wir uns mit den entsprechenden Institutionen in Thüringen und Sachsen zusammen Uns war klar dass wir die vorhandenen Kapazitäten bündeln mussten denn eine mittelfristige Profilierung des Themas konnte nur durch die Einbeziehung von Sachsen und Thüringen möglich werden Die Initiative zur Gründung der MBM ging also von Sachsen Anhalt aus der Bund wirkte dabei sozusagen als Katalysator Der Bund wollte zunächst allerdings nur zusätzliche Aktivitäten also solche über die bereits etablierten hinaus fördern weshalb Förderrichtlinien geschaffen werden mussten um die Beteiligung der drei Länder anzugleichen Auf Grund der unterschiedlichen Fördervoraussetzungen bestanden in den drei Ländern unterschiedliche Startbedingungen und natürlich auch unterschiedliche Erwartungshaltungen d h zunächst einmal musste ein gemeinsames Spielfeld für die MBM ausgelotet werden Als kleinsten gemeinsamen Nenner konnte man sich damals auf die sogenannten A und B Projekte verständigen wobei die A Projekte die eigenen Projekte der MBM mit Unterstützung der Länder und des Bundes waren Einig war man sich darin dass die MBM nicht in Konkurrenz zu den etablierten Einrichtungen und Festivals treten soll Die Aufgabe lautete ein Netzwerk aufzubauen um das gesamte Spektrum der Auseinandersetzung mit dem Thema Mitteldeutsche Barockmusik abdecken zu können also gleichermaßen Forschung Aufführung und Vermittlung im Blick zu haben Dabei hat sich

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/de/20-Jahre-MBM/zeitzeugen/Uwe-Hoberg.php (2016-02-16)
    Open archived version from archive

  • Zeitzeuge Stefan Maass
    mühsam nach den wenigen noch vorhandenen Nischen suchen die etwa die Kulturraum Gelder bieten Das ursprüngliche Anliegen der MBM war eben insbesondere die Quellen zu erforschen wissenschaftlich aufzuarbeiten und die Ergebnisse zu publizieren und möglichst auch zum Erklingen zu bringen Die Förderung der Strukturen aus denen musikalisches Leben erwächst stand aufgrund der primär wissenschaftlichen Ausrichtung nicht im Vordergrund Dabei wäre auch dieser Ansatz denkbar gewesen indem man etwa die Gründung von Ensembles hätte fördern können Derzeit geschieht eher das Gegenteil Aufgrund fehlender Mittel brechen Ensemblestrukturen auseinander Man muss konstatieren dass wir hier in Sachsen kein festes Orchester für Alte Musik haben wie beispielsweise das Freiburger Barockorchester oder die Berliner Akademie für Alte Musik Unsere Batzdorfer Hofkapelle besteht zwar seit 1993 und das in einer sehr stabilen personellen Zusammensetzung aber wir haben mit circa zehn Projekten im Jahr zu wenige um als stehendes Orchester bezeichnet werden zu können Dessen Definition wäre ganz pragmatisch die dass die beteiligten Musiker dort so viel verdienen dass sie ihre anderen Aktivitäten danach ausrichten können Die Zusammenarbeit mit den Partnern in der Politik soll sich zum Teil wohl kompliziert gestaltet haben es hing vermutlich immer davon ab wie die Gremien personell gerade bestückt waren Mir scheint derzeit haben wir gute konstruktive Kontakte In der Vergangenheit hat es dem Vernehmen nach aber auch Phasen gegeben in denen insbesondere die Vertreter des Bundes so etwas wie Eventcharakter als Maßstab für ihre Entscheidungen setzten Immerhin hat sich die MBM nun über zwei Jahrzehnte permanent der Verantwortung gestellt mit den Fördergeldern verantwortlich umzugehen Diese Kontinuität ist die eigentliche Leistung der MBM Geschichte Sie hat ein Verwaltungsgebilde geschaffen dem es gelingt die Gelder sinnstiftend einzusetzen Für die Hofkapelle kann ich mit Dankbarkeit feststellen dass wir etliche Projekte in einer unkomplizierten angenehmen Zusammenarbeit mit der MBM gestalten konnten darunter auch solche die

    Original URL path: http://www.schuetz-musikfest.de/de/20-Jahre-MBM/zeitzeugen/Stefan-Maass.php (2016-02-16)
    Open archived version from archive



  •