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    Jh die vom Verf skizzierte Situation vornehmlich in evangelischen Gebieten ein Der zweite Teil über die juristische Abwicklung der Bluttat macht die Stärke des Werkes aus Verf dessen Vater als Polizei leutnant die Ermittlungen vor Ort geleitet hat rekonstruiert den Tathergang und schildert die Obduktion der Leiche sowie die unterschiedliche strafrechtliche Ahndung durch die ermittelnden badischen und bayerischen und ausländischen Behörden Er beschreibt das politische Umfeld der Täter Heinrich Tillessen und Heinrich Schulz zweier WK I Offiziere die nach dem Krieg zunächst der berüchtigten Marinebrigade Ehrhardt dann der Nachfolgeorganisation Consul angehörten Die rechtsextremistische Terrorvereinigung bildete eine der Wurzeln der Münchner Nationalsozialisten Schulz und Tillessen von dem Geheimbund zum Attentat auf dessen erstes Opfer ausersehen fuhren nach der Bluttat nach München von wo sie mit falschen Papieren und Geldmitteln ausgestattet im Ausland Österreich Ungarn untertauchten nachdem sie wie Verf vermutet von der bayerischen Polizei vor den fahndenden badischen Behörden gewarnt worden waren Nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten und der Straffreiheitsverordnung des Reichspräsidenten 21 3 1933 konnte sich Tillessen wieder unbehelligt in Deutschland aufhalten 1945 verhafteten die Amerikaner Tillessen und Schulz Das Verfahren gegen Tillessen als den Kopf der Mordtat wurde der Staatsanwaltschaft Offenburg später Konstanz übertragen die Ermittlungen leitete der Freiburger Generalstaatsanwalt Karl Siegfried Bader der auf den Tag exakt 25 Jahre nach dem Attentat Anklage erhob Nach dem Einstellungsurteil des Offenburger Landgerichts wurde der Strafprozess erst aufgrund einer Intervention der französischen Militärregierung wieder aufgenommen und endete 1947 mit einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren für Mord bei Tillessen Schulz erhielt 12 Jahre für Totschlag Beiden Verurteilten wurde vergleichsweise früh Strafaussetzung gewährt Beide Gnadengesuche wurden bemerkenswerterweise von Erzbergers Ehefrau aus christlicher Haltung befürwortet Heft 16 der Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe Detlev Fischer Eduard Dietz 1866 1940 Vater der badischen Landesverfassung von 1919 2008 136 S 13 50 Dr Manfred Koch Stadtarvchiv Karlsruhe in Blick in die Geschichte Karlsruher stadthistorische Beiträge Nr 84 18 September 2009 Rechtzeitig zur 90 Wiederkehr der Entstehung der ersten demokratischen Verfassung Badens die dem Land in unruhiger Zeit eine vergleichsweise stabile politische Entwicklung ermöglichte erschien diese Schrift Sie ist dem Mann gewidmet der als ihr maßgeblicher Autor entschieden gegen die Volkswahl des Präsidenten votierte In der Volkswahl sowohl des Parlaments als auch des Staatspräsidenten sah er die Gefahr eines bona partistischen oder zäsaristischen Staatsstreichs des Präsidenten gegenüber dem Parlament also einer Präsidialdiktatur wie die Entwicklung der Weimarer Republik zeigte zutreffend voraus In zwölf der Chronologie folgenden Kapiteln beschreibt der Autor Bundesrichter nebenamtlicher Leiter des Rechtshistorischen Museums und ausgewiesener Kenner der badischen Justizgeschichte den facettenreichen Lebensweg von Eduard Dietz Gestützt auf eine breite Quellenbasis darunter auch eine neue rechtshistorische Heidelberger Dissertation über Dietz entwickelt Fischer das Bild eines Juristen dessen Karriere nicht ohne Brüche verlief Aufgewachsen in einer Karlsruher Pflegefamilie als unehelicher Sohn eines adligen Legationssekretärs der russischen Gesandtschaft und einer Kammerzofe studierte er Jura in Heidelberg Nachdem er 1899 Landgerichtsrat geworden war entschied er sich statt einer glänzenden weiteren Laufbahn für den Beruf als Rechtsanwalt in Karlsruhe Auch als Anwalt machte er bald von sich reden In dem Sensationsprozess gegen Karl Hau 1907 trat er als Verteidiger auf Ein weiterer Bruch folgte 1920 Nach der Verfas sungsgebung die mit Dokumentenanhängen breiten Raum einnimmt hätte er eine Spitzenposition in der Landespolitik einnehmen können Er verließ jedoch 1920 den Landtag und die SPD der er seit 1911 im Bürgerausschuss und als Karlsruher Stadtrat diente im Streit über den künftigen Kurs und wandte sich neben seiner Tätigkeit als Anwalt und in der Anwaltskämmer mit Vorträgen der Idee des Religiösen Sozialismus zu Mit der nationalsoziaustischen Machtergreifung blieb Dietz als NS Gegner nur noch seine Anwaltstätigkeit Fischer gelingt es Dietz Leben anschaulich zu schildern in dem er neben dem Abdruck zahlreicher Bilder auch auf dessen Beziehungen zu Freunden und Wegbegleitern wie unter anderem Renee Schickele Annette Kolb Ludwig Marum oder Franz Schnabel eingeht Dr Reiner Haehling von Lanzenauer Ltd Oberstaatsanwalt a D in Badische Heimat Heft 4 Dezember 2009 89 Jahrgang Zweimal ist der Karlsruher Rechtsanwalt Dr Dietz spektakulär ans Licht der Öffentlichkeit getreten In dem aufsehenerregenden Strafprozess gegen den Rechtsanwalt Karl Hau der im November 1906 in Baden Baden seine Schwiegermutter erschossen hatte trat Dietz unter den Augen der Weltpresse als Verteidiger auf Trotz großen Engagements konnte er eine Verhängung der Todesstrafe nicht abwenden erreichte jedoch die Begnadigung seines Mandanten zu lebenslanger Zuchthausstrafe Jahre später nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wurde der sozialdemokratische Stadtrat Dietz zusammen mit drei weiteren Juristen in einen Ausschuss berufen der die neue badische Verfassung entwerfen sollte Nach Differenzen mit Ausschussmitgliedern legte Dietz einen eigenen Verfassungsentwurf vor der zur Grundlage des Regierungsvorschlags gemacht wurde Nach Beratungen in der Verfassungskommission hat die Verfassunggebende Versammlung am 25 3 1919 diesen im wesentlichen auf Ideengut von Dietz fußenden Entwurf als Verfassung des Landes Baden angenommen rechtens darf Dietz mithin als deren Schöpfer bezeichnet werden Eduard Dietz war am 1 11 1866 in Karlsruhe geboren worden er studierte in Berlin und Heidelberg Rechtswissenschaft Einige Jahre war er als Richter tätig bis er 1900 zur Anwaltschaft wechselte Im Jahre 1920 zog er sich aus der Politik zurück und schloss sich dem Bund religiöser Sozialisten an In Reden und Veröffentlichungen trat er für die Vereinbarkeit von Sozialismus und Christentum ein Das NS Regime lehnte er offen ab Im Jahre 1940 ist Eduard Dietz in Stuttgart verstorben Es ist sehr zu begrüßen dass nunmehr eine Biographie dieses bislang eher im Hintergrund der Landesgeschichte stehenden Mannes vorlegt wird Ausführlich schildert der Autor die Lebensstationen Ergänzt wird das Werk durch zahlreiche informative Abbildungen und durch ein gründliches Zitatenwerk Ein Beitrag von Dietz zum Fall Hau sowie sein Entwurf für die neue badische Verfassung nebst deren endgültigem Wortlaut sind als Anhang beigegeben Wer sich mit den Fakten bei Gründung der badischen Republik vertraut machen will kommt an dieser kundigen Schrift nicht vorbei Hansjörg Ebert in den Badischen Neuesten Nachrichten DAS AKTUELLE BUCH Er war eine der schillerndsten Figuren der Karlsruher Juristen der Richter Anwalt und Verfassungsrechtler Eduard Dietz der sich auch als Reformer und Historiker hervortat Den facettenreichen Lebensweg des Karlsruher Sozialdemokraten und Stadtrats hat Detlev Fischer Richter am Bundesgerichtshof und Vorsitzender des Vereins Rechtshistorisches Museum Karlsruhe skizziert Eduard Dietz 1886 1940 Vater der badischen Landesverfassung von 1919 heißt die neue Publikation des Vereins Dietz so erfährt der Leser kam als uneheliches Kind der Kammerzofe Augusta Franzen zur Welt war Alpha Schüler am humanistischen Gymnasium studierte in Heidelberg und Berlin um dann im badischen Justizdienst zu landen Den verließ er jedoch bald wieder wohl wegen seines Bekenntnisses zum Marxismus In der der renommierten Kanzlei von Friedrich Weill fand er ein neues Arbeitsfeld und war fortan als Strafverteidiger wie auch in Zivilsachen tätig Die Verteidigung im Mordfall Karl Hau der im Jahr 1906 in Karlsruhe für Aufsehen sorgte war sein spektakulärster Prozess Die mit zahlreichen Bildern und Dokumenten illustrierte Biografie beinhaltet auch einen Kommentar von Dietz zu diesem Schwiegermuttermord ferner den Verfassungsentwurf des Karlsruher Juristen sowie zum Vergleich die am 21 März 1919 verabschiedete Landesverfasssung Ein aufschlussreiches Buch über einen der bedeutenden Karlsruher Juristen Prof Dr Gerhard Köbler Universität Innsbruck in Internetrezensionen Dezember 2009 Im Jahre 2002 befasste sich Detlev Fischer erstmals im Zusammenhang mit den von ihm herausgegebenen Karlsruher rechtshistorischen Blättern mit dem ihn sehr beeindruckenden Lebensweg des Vaters der badischen Landesverfassung von 1919 der im landeskundlichen Schrifttum nur bruchstückhaft behandelt worden war In der Folgezeit ermöglichten verschiedene Vorträge eine nähere Betrachtung Aus ihnen ist unter erheblicher Vertiefung das vorliegende Werk entstanden dem mit geringer zeitlicher Verschiebung die Heidelberger Dissertation Andreas Hunkels über Eduard Dietz 1866 1940 Richter Rechtsanwalt und Verfassungsschöpfer folgte Nach einer kurzen Einleitung beschreibt der Verfasser in chronologischer Reihenfolge nacheinander Kindheit und Jugend Studium und Vorbereitungsdienst Tätigkeit im badischen Justizdienst Tätigkeit als Rechtsanwalt in Karlsruhe einschließlich der Verteidigung im Mordfall Karl Hau und Tätigkeit als Stadtrat in Karlsruhe Höhepunkt ist der Weg zur Landesverfassung von 1919 Den Wendepunkt bildet das vorzeitige Ausscheiden aus dem Landtag dem ein Engagement bei den religiösen Sozialisten der Vorsitz der badischen Anwaltskammer und die rechtliche Beistand für Ludwig Marum folgen ehe die letzten Lebensjahre bis zum Tode am 17 Dezember 1940 eher düster ausklingen weil die verfolgten Ideale in bedrückender Weise ohne Möglichkeit der Gegenwehr bedroht waren Der anschaulichen durch zahlreiche Abbildungen bereicherten Schilderung einer prägenden Gestalt folgen wertvolle Anhänge Sie betreffen den Aufsehen erregenden Prozess Hau und die badische Verfassung die im Entwurf und in der Gesetz gewordenen Verfassung vorgestellt werden Wer immer sich für die Rolle Badens in der deutschen Verfassungsgeschichte interessiert wird die mit vielen Anmerkungen und Nachweisen am Ende versehene Studie mit reichem Gewinn nützen können Professor Dr Dr Norbert Gross Rechtsanwalt beim BGH Karlsruhe in NJW 2010 S 749 In der Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe hat Bundesrichter Detlev Fischer den Lebensweg des Richters Rechtsanwalts und Verfassungsgebers Eduard Dietz 1866 1940 nachgezeichnet Dem Leser erschließt sich ein ungemein breit angelegtes Anwaltsleben mit zwei ganz außerordentlichen Höhepunkten in dem auf den unterschiedlichsten Feldern jeweils Spitzenleistungen erzielt worden sind und das ein Bild einer Epoche und einer Anwaltspersönlichkeit zeichnet die in unserer Welt der Nur noch Spezialisten keine Entsprechung mehr hat Als nichtehelicher Sohn eines kaiserlich russischen Diplomaten bei der russischen Gesandtschaft in Karlsruhe geboren bei Pflegeeltern aufgezogen besuchte der begabte Junge das Karlsruher so genannte Gymnasium illustre studierte in Heidelberg und Berlin die Rechte trat einer Heidelberger Burschenschaft bei der er lebenslang die Treue hielt und wurde Marxist In der von Herrmann Hesse und Ludwig Thoma herausgegebenen literarischen Zeitschrift März bekennt er Sie wissen ich bin in politischen sozialen und kulturellen Anschauungen Marxist sie können kürzer auch Sozialdemokrat sagen nur bitte nicht Salonsozialist S 7 78 Später veröffentlichte er als Vorsitzender des Badischen Verfassungsausschusses Reden über Sozialdemokratie und Religion und wurde Gründungsmitglied der religiösen Sozialisten in Baden die sich entschieden für die damals noch ungewöhnliche These einer Vereinbarkeit von Christentum und Sozialismus einsetzten S 41 Elf Jahre bis zur erzwungenen Absetzung 1933 war Eduard Dietz Vorstandsvorsitzender d h Präsident der Badischen Anwaltskammer S 43 Dennoch konnte er sich noch als erster Verteidiger für den ein Jahr später im KZ Kieslau ermordeten Karlsruher Anwaltskollegen den ehemaligen badischen Justizminister und Reichstagsabgeordneten Ludwig Marum einsetzen S 46 Bisher weitgehend unbekannt waren die freundschaftlichen Beziehungen von Eduard Dietz zu den badischen Intellektuellen dieser Zeit z B Rene Schickele Annette Kolb und vor allem dem Historiker Franz Schnabel S 49 f All dies verblasst allerdings vor den zwei Höhepunkten dieses ungewöhnlichen Anwaltslebens dem Mordfall Hau und der Landesverfassung von 1919 Der Mordfall Karl Hau der literarisch und filmisch vielfach bis in die neueste Zeit die Gemüter bewegt und wachgehalten hat z B Der Fall Mauritius von Jakob Wassermann war das Erweckungserlebnis des Strafverteidigers Eduard Dietz der nicht müde wurde in Meine Erfahrungen mit Staatsanwälten und in anderen Schriften die Mängel des Strafprozesses aber auch die Mängel der Juristenausbildung zu beklagen S 74 Anschaulich wird die Lücke geschildert die sich nach dem in Baden kaum als echte November Revolution zu bezeichnenden Regimewechsel aufgetan hatte Fast im Alleingang entwarf der Allgemeinanwalt Eduard Dietz der in einer Dreier bzw Vierer Sozietät vom Zivil bis zum Strafrecht praktisch alle Rechtsgebiete bearbeitete die neue Landesverfassung für den Demokratischen Freistaat einer Republik Baden S 30 f Im Karlsruher Volksfreund stellte er 1919 den Entwurf einer neuen badischen Verfassung vor S 36 79 f der sich an die verfassungs und rechtspolitischen Forderungen des Erfurter Programmes der SPD anlehnte und die sich das Verhältniswahlsystem die unmittelbare Volksgesetzgebung die Gleichberechtigung von Mann und Frau die Trennung von Kirche und Staat sowie die Abschaffung der Todesstrafe und einen umfangreichen Grundrechtekatalog unter dem Titel Staatsbürgerliche und politische Rechte der Badener auf die Fahnen schrieb Ohne größere Abstriche wurde der Entwurf von Eduard Dietz am 21 3 1919 von der Verfassunggebenden Nationalversammlung des badischen Volkes sie als Badische Verfassung beschlossen S 114 f Das staunenswerte Anwaltsleben eines Marxisten und Burschenschafters eines Richters und Anwalts eines religiösen Sozialisten eines beeindruckenden Strafverteidigers und eines ideenreichen Verfassungsgründers hat in Bundesrichter Detlev Fischer einen überzeugenden Biographen gefunden Dieses immer bescheidene aber zugleich zukunftsorientierte Leben unter drei politischen Regimen lehrt den Juristen vieles den Anwalt alles Der schmale Band ist das Geschenk eines Richters an die Deutsche Anwaltschaft die Eduard Dietz einen würdigen Platz in ihrer Ahnengalerie schuldet Dr Martin Furtwängler in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins Bd 159 Neue Folge 120 2011 Biographische Darstellungen über führende badische Politiker der Weimarer Republik sind in den letzten Jahren etliche erschienen Eduard Dietz dem Vater der badischen Verfassung von 1919 blieb bislang eine historiographische Würdigung verwehrt Nun jedoch wurden gleich zwei Arbeiten über den Karlsruher Rechtsanwalt Verfassungsschöpfer und Politiker publiziert die beide aus der Feder von Juristen stammen die sich aber erfreulicherweise nicht auf einen rein rechtshistorischen Blick auf Dietz und sein Werk beschränken Dietz entstammte der unehelichen Beziehung eines russischen Diplomaten und wuchs bei Pflegeeltem aus einfachen Verhältnissen in Karlsruhe auf deren Namen er schließlich annahm Durch die finanziellen Zuwendungen seines leiblichen Vaters war es ihm möglich das Gymnasium in Karlsruhe zu besuchen und anschließend in Heidelberg Jura zu studieren 1892 trat er in den badischen Staatsdienst ein war Richter in Offenburg und Karlsruhe reichte aber im Jahr 1900 seinen Abschied ein um sich als Anwalt in der badischen Residenz nieder zu lassen Die Ursachen für diesen Bruch in der Biographie von Dietz sind aufgrund fehlender direkter Quellen nicht leicht zu erschließen Beide Autoren diskutieren wohltuend vorsichtig und abwägend die Gründe dieses wie auch der späteren Brüche im Leben von Dietz Ein Motivstrang für die Beendigung des Richteramts dürfte wohl seine beginnende politische Aktivität für die SPD gewesen sein die für einen Richter in Baden damals mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre Mehr als seine berufliche Arbeit die ihm mit dem Prozess gegen den des Mordes angeklagten Carl Hau auch ein international beachtetes Mandat bescherte ist es jedoch das ehrenamtliche Engagement das Dietz historische Bedeutung einbrachte Dieses nimmt folgerichtig in den beiden biographischen Arbeiten auch breiten Raum ein Schon in Studentenzeiten war Dietz in der Burschenschaft aktiv an der er deren demokratische Wurzeln wie auch die Erfahrung von Gemeinschafts und Nationalgefühl schätzte Besonders Hunkel widmet diesem Kapitel im Leben des Juristen viel Aufmerksamkeit Überzeugend arbeitet er in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Charakterzug der komplexen Persönlichkeit von Dietz heraus Dieser fand sich oft in der Rolle des kämpferischen Einzelgängers der stets seine Meinung selbstbewusst vertrat und sich nicht anpasste oder resignierte S 25 Das politische Engagement in der SPD führte Dietz schließlich 1911 in den Karlsruher Stadtrat Innerparteilich tendierte er in der Zeit der Monarchie zu der in Baden bestimmenden revisionistischen Richtung der SPD Obwohl Dietz während der Revolution 1918 als Minister im Gespräch war wurde er für ein hohes Amt letztlich nicht berücksichtigt Bei der Wahl am 5 1 1919 errang er jedoch einen Sitz in der verfassunggebenden badischen Nationalversammlung Bereits im Dezember hatte ihn die vorläufige Volksregierung zu einem von vier Mitgliedern eines Ausschusses ernannt der den Entwurf für eine neue badische Verfassung erarbeiten sollte Dietz war hier der einzige Sozialdemokrat neben drei bürgerlichen Juristen In wesentlichen Punkten konnte er die Ansichten seiner Kollegen nicht teilen weshalb er den Kommissionsentwurf nicht unterzeichnete sondern einen Sonderentwurf vorlegte Dieser wurde von der sozialdemokratisch geführten Regierung schließlich zur Basis des Regierungsentwurfs gemacht welcher wiederum die Grundlage für die badische Verfassung vom 21 3 1919 bildete Dietz kann damit ohne Frage als Vater der badischen Verfassung bezeichnet werden Mit der Annahme der Verfassung schied er aus dem Landtag aus Fisch r vermutet mit guten Gründen dass Dietz mit der Verabschiedung der Verfassung seine Aufgabe als erfüllt ansah S 38 Eine weitere biographische Zäsur folgteknapp ein Jahr später als der von der revisionistischen Ausrichtung der SPD enttäuschte Dietz aus der Partei austrat Dietz positionierte sich links der SPD und engagierte sich in der Folgezeit in verschiedenen protestantisch sozialistischen Vereinigungen Wirkungsmächtiger wurde nun jedoch seine ehrenamtliche Tätigkeit in der Badischen Anwaltskammer Von 1922 an bis zu seiner Absetzung durch die Nationalsozialisten 1933 füngierte er als deren Vorsitzender was ihm große Anerkennung auch von politischen Gegnern einbrachte Nach dem Machtantritt der NSDAP widmete sich Dietz nur noch seiner Kanzlei denn eine politische Betätigung war ihm nun verwehrt Beide Biographien sind in ihren Kernaussagen über den Lebensweg und das Werk von Dietz recht ähnlich und charakterisieren diesen als einen Mann der seinen Prinzipien treu blieb ohne in Dogmatismus zu verfallen Fischer liefert dabei ein flüssig geschriebenes Lebensbild das dabei jedoch nicht auf Genauigkeit im Detail verzichtet Die Publikation ist reich bebildert und beinhaltet einen Quellenanhang der mehrere für das Wirken von Dietz wichtige Dokumente enthält so etwa dessen Überlegungen zum Prozess gegen Carl Hau oder einen von Dietz in der zeitgenössischen Presse veröffentlichen Beitrag zum Entwurf einer badischen Verfassung Letzterer ist leider nur unvollständig wiedergegeben bricht der Abdruck doch unerklärlicherweise vor dem Ende des Textes ab Hunkels Arbeit ist zweigeteilt Einer im Vergleich mit Fischer noch etwas detaillierteren Beschreibung des Lebensweges von Eduard Dietz die etwa die Hälfte der Arbeit ausmacht folgt eine intensive Behandlung der Schriften von Dietz In deren Zentrum steht eindeutig dessen Verfassungsentwurf der in einer systematischen Analyse rechtshistorisch erörtert wird Dabei geht es Hunkel nicht um eine vollständige Kommentierung der Verfassung und ihres Entwurfes sondern er arbeitet die grundsätzlichen Bestimmungen heraus und setzt diese in einen zeitgenössischen staatsrechtlichen Kontext S 91 Dabei werden die Wurzeln der Dietz schen Bestimmungen ergründet insbesondere andere Staatsverfassungen wie diejenigen verschiedener Schweizer Kantone oder das Erfurter Programm der SPD Insgesamt liefert Hunkel eine gelungene Analyse der Verfassung die auch die spätere Verfassungswirklichkeit im Blick behält So etwa bei der Betrachtung der starken Stellung des Parlaments gegenüber der Regierung S 119 ff die jedoch nicht wie Hunkel richtig darlegt in der Praxis zu einer Blockade der Regierungsarbeit führte Um die Veränderungen zwischen den einzelnen Entwürfen und der endgültigen Verfassung übersichtlich erkennbar zu machen hätte sich bei dieser Arbeit sicherlich eine Synopse der verschiedenen Entwürfe angeboten Diese fehlt leider Insgesamt kommt beiden auch sprachlich ansprechenden Arbeiten das große Verdienst zu eine bedeutende Persönlichkeit der badischen Geschichte des 20 Jahrhunderts für die wissenschaftliche Forschung wie für interessierte Leser erschlossen zu haben index html Dieter Miosge Vors Richter am Oberlandesgericht Naumburg a D in Recht und Politik 2011 S 254 255 Wie in RuP 2009 62 f erhofft liegt nun eine neue Studie des Kenners der badischen Rechtsgeschichte und Karlsruher Bundesrichters vor Fischer hatte schon vorher Eduard Dietz 1866 1940 in Kurzporträts vorgestellt so in RuP 2004 58 f Äußerlich wie typische Persönlichkeiten in den Jahrzehnten vor und nach der vorletzten Jahrhundertwende gewandet war Dietz eine für damals ungewöhnlich vielseitige Gestalt von konservativen Lebensformen aber beseelt von einem humanitären Fortschrittsgeist und öffentlicher Wirksamkeit Bevor er ein religiöser Sozialist wurde bezeichnete er sich als Marxist oder Sozialdemokrat Sein Wirken galt einer Demokratisierung und Sozialisierung die bei materieller Verbesserung der Verhältnisse stets die Förderung des geistigen sittlichen und kulturellen Fortschritts im Auge hatte auch um Verwilderung Rohheit und Unkultur Einhalt zu gebieten Als Sohn einer ledigen Kammerzofe und eines adligen kaiserlich russischen Legationssekretärs in Karlsruhe der später russischer Botschafter in Budapest wurde wuchs er bei Pflegeeltern in einfachen Verhältnissen auf aber vom leiblichen Vater finanziell gefördert so dass er in Heidelberg und Berlin studieren und den Richterberufergreifen konnte Dank seiner hohen Intelligenz Überzeugungskraft und Durchsetzungsfähigkeit konnte er aussichtsreiche Karrieren abbrechen um sich neuen Tätigkeiten zuzuwenden Nach Jahren der Richtertätigkeit überwiegend als Schöffengerichtsvorsitzender ließ er sich Anfang 1900 als Rechtsanwalt nieder Spektakulär war seine Verteidigung in dem weltweit bekannt gewordenen Indizienprozess gegen den deutschamerikanischen Juristen Hau der schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde seine Schwiegermutter erschossen zu haben Vorlage für mehrere Filme und Romane darunter für Der Fall Maurizius Seit 1900 Sozialdemokrat und seit 1911 Stadtverordneter in Karlsruhe wurde er ab November 1918 der führende Kopf bei der Ausarbeitung der badischen Landesverfassung und sodann Vorsitzender des Verfassungsausschusses Er lehnte eine zweite aus Honoratioren verschiedener Institutionen neben der Volksvertretung zu bildende Kammer im Alleingang gegen vielfältige Widerstände ab und setzte mit einem eigenen Verfassungsentwurf den Landtag als Einkammersystem durch ganz am Grundsatz der Volkssouveränität ausgerichtet Das wird vom Autor eindrucksvoll geschildert Nach Annahme der Verfassung im Wege der Volksabstimmung wandte sich Dietz überraschend von der politischen Tätigkeit ab gab im April 1919 sein Abgeordnetenmandat auf legte Ende November 1920 sein Stadtratsmandat nieder und trat aus der SPD aus Inzwischen war er wieder in die evangelische Kirche eingetreten und hatte sich dem Bund religiöser Sozialisten angeschlossen und betätigte sich publizistisch für die Vereinbarkeit von Religion und Sozialismus Ein offizielles Amt übernahm er wieder ab Ende 1922 als Vorstandsvorsitzender der badischen Anwaltskammer und wirkte hier hoch verdienstvoll bis die Nazis dem ein Ende bereiteten Seine Anwaltspraxis konnte er bis zu seinem Tode am 17 Dezember 1940 ausüben Die mit Anteilnahme geschriebene und reich bebilderte Darstellung endet mit einem Kapitel über geistige Gesprächspartner und Weggefährten des als Heidelberger Burschenschafter und auch sonst historisch bewanderten Dietz zu denen der seinerzeit bekannte Historiker Franz Schnabel gehörte Der knapp die Hälfte der Schrift ausmachende Anhang enthält zwei Originaltexte von Dietz zunächst ein leidenschaftliches Plädoyer aus Anlass seiner Erfahrungen im Hau Prozess gegen juristische Weltfremdheit und für die Öffnung der Rechtswissenschaft zu Psychologie und Menschenkunde Sodann sein Verfassungsentwurf nebst einem Teil seiner Entwurfsbegründung ein mustergültiger Text und demokratisches Gründungsdokument und schließlich die badische Verfassung vom 21 März 1919 Vom Inhalt seien nur stichwortartig erwähnt Verhältniswahlrecht Volksbegehren Gleichberechtigung von Mann und Frau Trennung von Staat und Kirche Abschaffung der Todesstrafe umfangreicher Grundrechtskatalog Volksabstimmung zur Wirksamkeit der Verfassung und zur vorzeitigen Auflösung des Landtages Prof em Dr iur Diemut Majer Universität Bern Lehrbeauftragte für Europarecht und Umweltrecht an der Universität Karlsruhe in Journal der Juristischen Zeitgeschichte JoJZG 2012 Heft 1 S 31 33 Seit mehr als 25 Jahren gibt das Rechtshistorische Museum Karlsruhe eine Schriftenreihe heraus die zu ungewöhnlich günstigen Preisen 1 50 bis 13 50 den Leser mit Leben und Werk berühmter Karlsruher Juristen sowie sonstiger herausragender Rechtsgelehrter vertraut macht Mit Heft 16 rückt der Autor Vorsitzender des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe einen weithin vergessenen Juristen in das Licht der Geschichte der für die Geschicke Badens nach 1918 von ausschlaggebender Bedeutung war Dietz hatte eine Biographie mit ungewöhnlichen Höhepunkten und außerordentlichen Leistungen Geboren als unehelicher Sohn eines adeligen Legationssekretärs der russischen Gesandtschaft in Karlsruhe und einer Kammerzofe wuchs er in einer Pflegefamilie aus der Arbeiterschicht auf In Heidelberg und Berlin studierte er Rechtswissenschaft Bald wandelte er sich zum Marxisten was damals für ihn als Juristen bedeutete bei der Auslegung des Gesetzes auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren miteinzubeziehen Dietz war auch ein starker Verfechter gemeinwohlorientierter Überlegungen Er plädierte für die Daseinsvorsorge als öffentliche Aufgabe und engagierte sich in der Gartenstadtbewegung der 20er Jahre die die Durchdringung der dichtbebauten Großstädte mit Grünflächen propagierte 1892 trat er in den Justizdienst in Baden ein wechselte jedoch bald zur Rechtsanwaltschaft und war elf Jahre lang ab 1922 Präsident der badischen Rechtsanwaltskammer Bald trat Dietz in einem aufsehenerregenden Mordfall in Erscheinung der in dem berühmten Roman Der Fall Mauri zius von Jakob Wassermann 1928 der als der Justizroman in der Weimarer Republik galt einen unvergessenen literarischen Niederschlag gefunden hat In dem Mordprozess gegen den Rechtsanwalt Karl Hau der 1906 in Baden Baden seine Schwiegermutter erschossen haben sollte trat er als Verteidiger vor den Augen der Weltpresse auf Hau wurde in einem Indizienprozess er hatte nie gestanden zum Tode verurteilt Dietz erreichte seine Begnadigung zu lebenslanger Haft bis Hau schließlich durch seine weiteren Bemühungen 1925 aus der Haft entlassen wurde Politisch engagierte sich Dietz für die SPD ein für einen Rechtsanwalt damals sehr ungewöhnlicher Schritt und wurde SPD Mitglied und Mitglied des Stadtrats unterstützt von seinen Freunden Ludwig Marum und Leo Kullmann Seine Stemstunde kam nach der Revolution von 1918 als die SPD im Oktober eine sofortige Umsetzung der Reichsverfassungsreform auch für das Land Baden forderte Dietz wurde Mitglied des Verfassungsausschusses der im Auftrag der vorläufigen Landesregierung einen Verfassungsentwurf erarbeitete der im wesentlichen die Punkte in Anlehnung an das Erfurter Programm der SPD von 189l Verhältniswahlsystem gleiches Wahlrecht für Männer und Frauen unmittelbare Volksgesetzgebung Trennung von Staat und Kirche die Abschaffung der Todesstrafe und einen ausführlichen Grundrechtskatalog vorsah Da es zu verschiedenen Querelen im Verfassungsausschuss kam erarbeitete er einen eigenen Entwurf mit eingehender Begründung S 88 ff der am 25 März 1919 von der Verfassungsgebenden badischen Nationalversammlung ohne größere Abstriche übernommen wurde Angesichts seines überragenden Anteils an der Ausarbeitung des neuen Landesgrundgesetzes schreibt der Autor sei Eduard Dietz zu Recht als Vater der badischen Verfassung von 1919 bezeichnet worden S 38 Anfang April 1919 gab Dietz sein Abgeordnetenmandat im Landtag überraschend auf vielleicht verursacht durch den Tod seines ältesten Sohnes Eduard der kurz vor Kriegsende gefallen war Schon vor diesem Zeitpunkt hatte sich Dietz lange religiösen Fragen zugewandt und sich den religiösen Sozialisten angeschlossen die die Vereinbarkeit von Sozialismus und Christentum predigten ein für einen bürgerlichen Rechtsanwalt und engagierten SPD Mann ebenfalls ungewöhnlicher Schritt Dietz relativierte die Aussage von August Bebel Christentum und Sozialismus verhielten sich zueinander wie Feuer und Wasser dahingehend dass diese nur die Amtskirche nicht aber den Glauben und die Religionsgemeinschaft betreffe Er lehnte daher den klassischen Sozialismus strickt ab Sein Engagement blieb nicht ohne Folgen für seine politischen Aktivitäten Schon 1920 war er aus der SPD und dem Stadtrat ausgetreten und engagierte sich als religiöser Sozialist mehr und mehr in der evangelischen Kirche aus der er während des Kaiserreichs ausgetreten war sich ihr aber nach Kriegsende wieder angeschlossen hatte Bereits 1919 hatte er die Schrift Sozialdemokratie und Religion sowie weitere Aufsätze veröffentlicht in denen er sich mit dem Thema Christentum und Marxismus beschäftigte Aber auch die Juristenausbildung lag ihm am Herzen In seiner Schrift Meine Erfahrungen mit Staatsanwälten beklagte er die Mängel in der juristischen Ausbildung und im Strafprozess In den Weimarer Jahren muss ihn als Präsidenten der badischen Anwaltskammer der Niedergang der Republik in den späten 20er Jahren und der Aufstieg rechtsnationaler Kräfte in der er die Hauptgefahr sah sehr getroffen haben noch viel mehr der Wahlsieg der Nationalsozialisten 1933 die alsbald zur Tat schritten Schon im März 1933 wurde der frühere badische Staatsrat und wiedergewählte Reichstagsabgeordnete Ludwig Marum in NS Schutzhaft genommen und ein Jahr später im Konzentrationslager Kislau ermordet Der Karlsruher kommissarische Polizeipräsident wies Dietz s Gesuch um Besuchserlaubnis noch am Abend der Inhaftierung in einem Telefongespräch ab Dich altes Sozenschwein holen wir auch noch Die Erlaubnis wurde auf eine Woche später verschoben ohne dass er etwas erreicht hätte Der neu bestellte Präsident des Deutschen Anwalts Vereins Hermann Voß 1878 1957 an den sich Dietz hilfesuchend gewandt hatte antwortete ihm er halte sich nicht verpflichtet die Vertretung zu übernehmen Er sei vielmehr bemüht die jüdischen Anwälte wie Marum Anm d Rez aus dem Deutschen Anwaltsverein zu entfemen S 48 Bei der Verabschiedung von Dietz als Vorstandsmitglied der Badischen Anwaltskammer 1933 konnte jedoch selbst der neueingesetzte Nachfolger nicht umhin festzustellen Solange es eine badische Anwaltschaft gibt wird der Name Eduard Dietz als einer ihrer Besten genannt werden Wenig bekannt sind Dietz Freundschaften zu berühmten Wissenschaftlern und Schriftstellern wie Franz Schnabel Rene Schickele und Annette Kolb Nach seiner Entlassung aus dem Vorstand der Anwaltskammer ging Dietz weiterhin seiner Anwaltstätigkeit nach Im Dezember 1940 starb er in Stuttgart nach kurzer schwerer Krankheit Schon lange hatten ihn Depressionen heimgesucht Man muss wohl davon ausgehen dass er durch die Nazi Diktatur und die Unterdrückung der Opposition die Verfolgung der Juden und die scheinbar mühelose Siege der Wehrmacht 1940 in Nord und Westeuropa alle seine Ideen für die er sein ganzes Leben lang gekämpft hatte untergehen sah ähnlich wie viele andere Zeitgenossen die ob der Siege des Nationalsozialismus in Verzweiflung verfielen und von denen nicht wenige den Freitod wählten z B Kurt Tucholsky Ernst Toller Walter Benjamin Das reichhaltige informative Bildmaterial des Heftes zeigt Dietz in den 30er Jahren als einen großgewachsenen schlanken Mann mit gelichtetem Kurzhaar und nachdenklich melancholischem Blick eine natürliche Würde und Autorität ausstrahlend Dieses Bild eines außergewöhnlichen Mannes wurde auch im Ausland gewürdigt Nach seinem Tod erhielt seine Witwe aus England folgende Zuschrift Das Bild dieses seltenen Mannes selten in seiner gleichgroßen Höhe des Charakters und der geistigen Begabung der hohen menschlichen Güte und des unwiderstehlichen Charmes möge Dir bald wieder von den Schatten seiner Krankheit befreit vor der Seele stehen Dietz war Bildungsbürger Sozialdemokrat und dazu stark kirchlich geprägt alles für die damalige Zeit ein Widerspruch der seine zutiefst humanistische und soziale Gesinnung zeigt Im Januar 1919 sprach er im Badischen Landtag er bekenne sich dazu dass alle von ihm im Wege der Demokratisierung erstrebten materiellen Verbesserungen nur Mittel sein sollen um den geistigen sittlichen und kulturellen Fortschritt unseres ganzen Volkes immer mehr zu fördern und zu sichern S 56 Der 73 Seiten starke Anhang umfasst ein umfangreiches Personenverzeichnis sowie eine Dokumentation so den Entwurf von Dietz zu einer badischen Verfassung und den endgültigen Verfassungstext vom März 1919 die über das Leben von Dietz hinaus ein lebendiges Zeugnis der Umbruchszeiten der Weimarer Republik und der NS Zeit geben Die Biographie dieses außergewöhnlichen Mannes ist ein wertvoller Beitrag der juristischen Zeitgeschichte sie sei allen historisch und juristisch Interessierten sehr empfohlen Heft 16 der Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe Detlev Fischer Eduard Dietz 1866 1940 Vater der badischen Landesverfassung von 1919 2 Aufl 2012 154 Seiten 15 Dr Michael Kitzing in IFB 20 2012 3 04 Informationsmittel für Bibliotheken digitales Rezensionsorgang für Bibliothek und Wissenschaft http ifb bsz bw de Mehrfach hat das Land Baden in der deutschen Verfassungsgeschichte eine Vorreiterrolle gespielt Dies war erstmals 1818 bei der Verkündung der Verfassung vom 22 August durch Großherzog Karl der Fall So war die Badische Verfassung dieses Jahres nicht nur eine der ersten überhaupt sondern galt für viele Zeitgenossen als die modernste und liberalste Auch in der Weimarer Zeit kam dem Land Baden bei der Ausarbeitung einer neuen Verfassung eine Schrittmacherrolle zu Der Freistaat Baden erhielt bereits im April 1919 also mehr als drei Monate vor dem Reich und als erster aller Bundesstaaten eine neue Verfassung zudem die einzige die im Rahmen einer Volksabstimmung bestätigt wurde Während Karl Friedrich Nebenius dem das letztlich entscheidende Verdienst an der Ausarbeitung der Verfassung des Jahres 1818 zukommt schon von den Zeitgenossen wiederholt als Vater der Badischen Verfassung gerühmt wurde 1 hat Eduard Dietz der wiederum die Verfassung des Jahres 1919 maßgeblich geprägt hat in der Forschung weit weniger Aufmerksamkeit erhalten 1 Zu Nebenius vgl zuletzt Karl Friedrich Nebenius badischer Reformer und Innenminister 1784 1857 Rainer Brüning In Lebensbilder aus Baden Württemberg 23 2010 S 88 113 Karl Friedrich Nebenius 1784 1857 als Vertreter der badischen Reformpolitik Rainer Brüning In Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 157 2009 S 305 314 Und exemplarisch Der Vater der badischen Verfassung von 1818 Carl Friedrich Nebenius Ludwig Vögely In Badische Heimat 73 1993 S 395 404 Es ist das Verdienst von Detlev Fischer daß die facettenreicheBiographie S 5 von Eduard Dietz nunmehr eine eingehendere aus landeshistorischer Perspektive verfaßte Würdigung erhalten hat Den Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Dietz bildeten für Fischer zwei Vorträge in den Jahren 2007 und 2008 die schließlich 2008 zur Veröffentlichung einer knappen Biographie von Dietz im Rahmen der Schriftenreihe des rechtshistorischen Museums Karlsruhe führten 2 Nachdem im Jahr 2010 Gisela Kleinsorge eine ganze Reihe von Urkunden und Dokumenten aus dem Nachlaß Ihres Großvaters Eduard Dietz dem Rechtshistorischen Museum übergeben hat war dies ein Anlaß die Schrift erneut aufzulegen und nunmehr in einer zweiten erweiterten Auflage pointiert ein faszinierendes Juristenleben darzustellen S 5 und die historisch interessierte Öffentlichkeit auf die Verdienste von Eduard Dietz aufmerksam zu machen 2 Eduard Dietz 1866 1940 Vater der badischen Landesverfassung von 1919 ein Karlsruher Juristenleben Detlev Fischer Karlsruhe GKD 2008 136 S Ill 21 cm Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe 16 ISBN 978 3 922596 77 6 Neben den umfangreichen Studien von Fischer zu Dietz vgl auch Eduard Dietz 1866 1940 Richter Rechtsanwalt und Verfassungsschöpfer Andreas Hunkel Frankfurt am Main u a Lang 2009 XVI 254 S Ill 21 cm Rechtshistorische Reihe 384 Zugl Heidelberg Univ Diss 2008 ISBN 978 3 631 58523 8 EUR 45 50 Eduard Dietz wurde 1866 als Sohn der ledigen Kammerzofe Augusta Franzengeboren Sein Vater war der russische Legationsrat Nikolaus von Blumer der in späteren Jahren bis zum russischen Gesandten in Budapest aufsteigen sollte Gleichwohl wurde Eduard vom Beginn an in die Obhut des Münzarbeiters Kilian Dietz und seiner Frau Rosina gegeben Das Ehepaar adoptierte Eduard schließlich 1888 wenn auch der Vater seinen finanziellen Verpflichtungen regelmäßig nachgekommen ist und der Kontakt mit der leiblichen Mutter stets aufrecht erhalten blieb Damit geht Fischer erstmals überhaupt näher auf die Abstammung von Eduard Dietz ein Bislang wurde stets Kilian Dietz als dessen Vater aufgeführt Nach dem Besuch des Realgymnasiums 1876 1878 und im anschließenden Wechsel auf das traditionsreiche humanistische Gymnasium studierte Dietz ab 1885 Jurisprudenz in Heidelberg Berlin und wiederum in Heidelberg wo er das Studium 1889 mit Staatsexamen und Doktorprüfung erfolgreich abgeschlossen hat Auf die zweite juristische Staatsprüfung 1892 erfolgte die Übernahme in den Staatsdienst Dietz war nunmehr als Ministerialsekretär im badischen Justizministerium als Amtsrichter in Offenburg und zuletzt in Karlsruhe als Amtsrichter bzw Landgerichtsrat tätig bevor er zum Ende des Jahres 1900 aus dem Staatsdienst ausschied und in die Sozietät des in Karlsruhe damals bedeutenden Anwaltes Friedrich Weill eintrat Als Anwalt hervorgetreten ist Dietz vor allem im Jahr 1906 als er die Verteidigung von Karl Hau übernahm dem vorgeworfen wurde seine Schwiegermutter in Baden Baden ermordet zu haben Dieser Prozess gilt in der Geschichte des Landgerichts Karlsruhe als der aufsehenerregendste Mordfall Hierüber wurde in der damaligen Presse ausführlich berichtet nicht nur in Deutschland sondern weltweit Die Tat und das anschließende Verfahren bildete zu mehreren Spielfilmen sowie dem bekannten Roman von Jakob Wassermann 1873 1934 der Fall Maurizius 1928 erschienen die Vorlage S 27 Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Indizienprozeß Hau an dessen Ende der Angeklagte wegen Mordes verurteilt wurde in der Literatur umfassend rezipiert Immerhin konnte Dietz noch eine Begnadigung seines Klienten zu lebenslanger Haft erreichen Fischer arbeitet vor allem heraus wie der Prozeß für Dietz den Ausschlag gab eine Reform des Strafprozeßwesens zu fordern und eine Ausbildung der Juristen nicht nur auf dem Rechtsgebiet sondern auch in Fragen der Anthropologie der Sozial und Kriminalpsychologie einzufordern mit etwas mehr Psychologie in unserer Juristerei würde man auch längst dieses Strafgesetzbuch reformiert haben an dem alle Errungenschaften der juristischen und anderer Geisteswissenschaften der letzten Jahrzehnte spurlos vorübergegangen sind so die Überlegungen von Dietz in einem Schreiben an einen Rechtsanwaltskollegen das Fischer als Anlage seiner Schrift beigefügt hat S 95 Neben dem Strafverteidiger würdigt Fischer selbstverständlich auch das politische Wirken von Eduard Dietz innerhalb der Karlsruher Sozialdemokratie für die er seit 1911 dem Bürgerausschuß und schließlich auch dem Stadtrat angehört hat Dietz hat sich in diesem Gremium gegen eine Privatisierung der Straßenbahn engagiert erkannte er doch daß der städtische Personennahverkehr eine so wichtige kommunale Angelegenheit darstelle die von der Gemeinschaft getragen werden müsse Die Notwendigkeit der Daseinsfürsorge als öffentliche Aufgabe wurde hier in bewundernswerter Klarheit erkannt S 32 In eine entscheidende politische Position rückte Dietz im November 1918 ein Nachdem es auch in Baden zum Umsturz gekommen war hatte die Vorläufige Volksregierung unter Führung des Sozialdemokraten Anton Geiß sich mit Erfolg darum bemüht möglichst rasch zu einer gesetzlichen Ordnung zurückzukehren und schon vor der endgültigen Abdankung des Großherzogs 22 November Wahlen für eine Verfassungsgebende Nationalversammlung Anfang Januar 1919 ausgeschrieben Zugleich wurde eine Viererkommission der neben Dietz noch der Präsident des Badischen Oberlandesgerichts Johannes Zehnter Zentrum der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes Karl Glockner Nationalliberal und Eduard Weill Fortschrittspartei angehörten beauftragt einen gemeinsamen Entwurf für die künftige Badische Verfassung auszuarbeiten In dieser Kommission kam es jedoch schnell zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen Dietz und den anderen Mitgliedern über die Frage der Einführung eines Zweikammersystems Dietz lehnte dies entschieden ab und plädierte mit Nachdruck für die Schaffung des Einkammersystems womit er sich schlußendlich durchsetzte Am Ende legte Dietz einen eigenen Entwurf vor der von der Regierung im Jahr 1919 zur Grundlage für die Beratung der Verfassungsgebenden Landesversammlung erklärt wurde und schließlich am 25 März 1919 angenommen und knapp drei Wochen später durch die Bevölkerung bestätigt wurde Der Verfassungsentwurf von Dietz folgte wesentlich dem Erfurter Programm der Sozialdemokratie von 1891 sowie dem Revisionismus Eduard Bernsteins Als zentrale Inhalte sind die Einführung des Verhältniswahlrechts die unmittelbare Volksgesetzgebung die Gleichberechtigung von Mann und Frau die Trennung von Kirche und Staat sowie die Abschaffung der Todesstrafe S 40 zu nennen Zudem orientierte sich Dietz sehr stark mit Blick auf die von ihm eingeforderte Volksgesetzgebung an den Verfassungen einiger

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  • Index.html
    Verein Rechtshistorisches Museum e V Karlsruhe Herrenstraße 45a 76133 Karlsruhe Die Satzung finden Sie auf dieser Homepage Name Vorname Beruf Anschrift Mail Adresse Datum Unterschrift Den Jahresbeitrag z Zt 25 00 bitte ich zu Lasten meines Kontos bei Kto Nr

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    00 Uhr geöffnet Besuchergruppen nach vorheriger Vereinbarung Einzelbesucher melden sich bitte an der Pforte des Bundesgerichtshofes Herrenstr 45a unter Vorlage ihres Personalausweises Der Museums Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 2 für Studenten Schüler Wehr und Zivildienstleistende 1 50 Bei Besuchergruppen beträgt

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    1809 verkündet wurde und in Baden vom 1 Januar 1810 bis zum 31 Dezember 1899 galt und wesentlich dazu beitrug dass echtes badisches Heimatbewusstsein entstand Das Badische Landrecht ist aber keine Replik des Code civil Brauer erlaubte sich merkwürdigerweise ohneWiderspruch aus Paris dem Code civil die berüchtigten a aa ab ac b ba bb Artikel aufzupropfen und ihn mit Teilen des französischen Code de commerce und badischen Handelsbräuchen anzureichern Ein Handelsgesetzbuch sollte nicht geschaffen werden Der Code civil wurde aber auch dadurch verfremdet dass Brauer vielerorts französische Normen durch gemeines Recht ersetzte und den ganzen Wust überkommenen Feudalrechts mitschleppte den Frankreich in der Revolution abgeschüttelt hatte Erbdienstbarkeiten und Grundpflichtigkeiten bestanden ebenso fort wie Zehnter Erbgült und Erbzins Paradox dass ausgerechnet im rezipierten Code civil feudale Ab hängigkeitsverhältnisse kodifiziert wurden die Baden erst im Laufe des 19 Jh nach und nach abzuschaffen vermochte Aber ohne solche Konzessionen wäre vielleicht das ganze Reformwerk gescheitert Der Staatsrat der sein Werk auch kommentierte und durch von ihm geschaffene Sprichwörter dem badischen Volk nahe bringen wollte musste ohnedies hinnehmen dass hinter seinem Rücken römisch gemeinem Recht subsidiäre Geltung eingeräumt und insoweit Sinn und Zweck des Code civil verfälscht wurden Dabei blieb es nicht Der rheinische Senat des Reichsgerichts der fortgeltendes französisches Recht und Vorschriften des Badischen Landrechts zu interpretieren hatte nahm sich unter dem Vorsitz des badischen Senatspräsidenten Adrian Bingner ebenfalls manche Freiheiten heraus Deutsche Juristen wussten immer schon alles besser Fritz Sturm wurde am 13 6 1929 in Konstanz geboren wo er auch seine Schulzeit verbrachte Nach dem Studium in Tübingen Lausanne Genf Bologna und Heidelberg Referendar und Assessor in Baden Württemberg Wiss Assistent und Lehrbeauftragter in Heidelberg 1952 Licencié en droit Lausanne 1957 preisgekrönte Dissertation über eine Cicerostelle 1964 Habilitation für Römisches Recht Bürgerliches Recht Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung in München und im gleichen Jahr ao Professor in Lausanne 1966 1971 Ordinarius in Mainz 1971 1977 in Marburg 1977 1999 in Lausanne Gastprofessuren in Berlin Poitiers Krakau Mailand Rom Ferrara Urbino Tokio und Trient Ehrendoktor der Universität Lüttich Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Mailand Istituto Lombardo und der Akademie europäischer Privatrechtswissenschaftler in Pavia Über 500 Veröffentlichungen Zweibändige Festschrift Lüttich 1999 Rückblick 2011 Bei unserer Herbstvortragsveranstaltung in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe Erbprinzenstraße 15 sprach unser Ehrenmitglied Rechtsanwalt Dr Karl Zippelius Karlsruhe über Dr Arnold Horn 1844 1938 Karlsruher Rechtsanwalt und Privatgelehrter Unsere gut besuchte Frühjahrs Vortragsveranstaltung fand am Dienstag dem 23 März 2010 19 30 Uhr im Großen Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek Erbprinzenstraße 15 Karlsruhe statt Dr Angela Borgstedt Universität Mannheim Zur Geschichte der badischen Anwaltschaft 1864 1952 Frau Borgstedt bei Ihrem Vortrag Unsere zweite Vortragsveranstaltung 2008 fand am 21 10 2008 vor einem großen Zuhörerkreis im Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe statt Unser Mitglied Dr Wilhelm Güde Freiburg i Br sprach über Leben und Werk des renommierten Rechtshistorikers Guido Kisch 1889 1985 Ein Rechtshistorischer Stadtspaziergang durch die Karlsruher Innenstadt Residenz des Rechts anlässlich des Tages der Deutschen Einheit fand am 3 Oktober 2009 mit Dr Detlev Fischer Richter am BGH Vorsitzender des

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    hoher Buntsandstein Obelisk in Erinnerung an die Verkündung der Landesverfassung errichtet Diese Verfassungssäule ist auch heute noch ein bemerkenswertes Rechtsdenkmal in der jetzigen Residenz des Rechts Gleiches gilt für die schlichte Urschrift der Verfassung Diese wird seit Jahrzehnten im Badischen Generallandesarchiv verwahrt in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich die imposanten Gebäude des Oberlandesgerichts und des ehemaligen Verwaltungsgerichtshofes heute Dienstsitz des Verwaltungsgerichts Karlsruhe befinden Das bereits 1810 eingeführte Badische Landrecht in Anlehnung an den Code Napoléon entstanden aber dank des vielseitigen Johann Nikolaus Friedrich Brauer 1754 1813 auf die badischen Verhältnisse gekonnt umgesetzt wies gleichfalls Mo dellcharakter auf Auch die Bildung eines selbständigen Verwaltungsgerichtshofes 1864 erstmals in Deutschland kann neben anderen Einflüssen auch auf französische Anregungen zurückgeführt werden Damit sind jedenfalls für das 19 Jahrhundert durchaus bemerkenswerte Rechtsentwicklungen von Karlsruhe ausgegangen Es war daher keineswegs zufällig dass mit der Errichtung des Reichsgerichts der Vorsitz im damals französischrechtlich ausgerichteten II Zivilsenat 1 6 des damaligen Reichsgebietes unterlagen der Anwendung des französischen Zivilrechts dem bewährten Karlsruher Juristen Adrian Bingner 1830 1902 übertragen wurde der dort als Senatspräsident mehr als zwei Jahrzehnte tätig war Als Bindeglied zwischen Leipzig und Karlsruhe kann auch auf Adelbert Düringer 1855 1924 verwiesen werden der als Oberlandesgerichtsrat in Karlsruhe wirkte und von dort ins Reichsgericht berufen wurde Er kehrte schließlich als Oberlandesgerichtspräsident nach Karlsruhe zurück und amtierte kurze Zeit noch als letzter großherzoglicher Justizminister Die zusammen mit Max Hachenburg 1860 1951 herausgegebene mehrbändige Kommentierung zum HGB ist auch heute noch für handels und gesellschaftsrechtliche Grundlagenprobleme zitierfähig Über viele Jahrzehnte war als Rechtsanwalt in Karlsruhe Ernst Fuchs 1859 1929 tätig der zu Recht als stärkste geistige Kraft der Freirechtsbewegung gilt Er hat als Privatrechtsgelehrter mit vielen Schriften u a Schreibjustiz und Richterkönigtum sowie Gerechtigkeitswissenschaft engagiert zu Ausbildungsfragen und zur richterlichen Rechtsschöpfung Positionen bezogen die jedenfalls im ausgehenden 20 Jahrhundert allgemein anerkannt

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  • Index.html
    Referendaren die Vorzeit der Residenz des Rechts näher zu bringen Darüber hinaus sind diese Kurzbiografien auch für rechtsgeschichtlich und stadthistorisch interessierte Leser von Bedeutung In wesentlich erweiterter Form haben viele der nachfolgenden Kurzportraits Eingang in die Schrift Karlsruher Juristenportraits aus der Vorzeit der Residenz des Rechts gefunden die als Heft 9 der Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums 2004 erschienen ist Die Reihe Karlsruher Rechtshistorische Blätter wird auch nach dem Ausscheiden von

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    Nachrichten vom 16 Juli 2010 von Tina Kampf Fast an jeder Ecke gibt es etwas Spannendes zu entdecken Bundesrichter Detlev Fischer führt morgen zu rechtshistorisch bedeutenden Orten und Einrichtungen in

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    aufgebaut und nahe dem Eingang wurde eine auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkende Tür montiert Doch eins nach dem anderen Mit unserer Dauerausstellung wollen wir zeigen wie sich das Recht von der Antike bis heute entwickelt hat erklärt Detlev Fischer Er führt regelmäßig Besuchergruppen durch die Ausstellung Zu den prominentesten Besuchern des Museums gehört Bundespräsident Horst Köhler der im vergangenen Jahr zu einer Stippvisite vorbeischaute Nachdem wir 2003 von der Stephanienstraße hierher in den Erweiterungsbau des Bundesgerichtshofs gezogen sind haben sich die Besucherzahlen deutlich erhöht freut sich Fischer Während 2002 nur rund 1500 Menschen ins RHM kamen waren es im vergangenen Jahr doppelt so viele Das Museum ist nicht nur für Juristen interessant meint der Bundesrichter Zu uns kommen auch viele Seniorengruppen Studenten und Vertreter von Bildungseinrichtungen Den Rundgang durch die Rechtsgeschichte starten die Besucher an der Nachbildung der Stele des Hammurabi deren Original im Pariser Louvre zu bestaunen ist Sie symbolisiert den Anfang sagt Fischer Es wird dargestellt dass die Rechtsordnung göttlichen Ursprungs ist Auf dem Relief ist zu sehen wie der Sonnengott Samasch die Herrschersymbole Stab und Ring an Hammurabi übergibt Auf den babylonischen König der etwa um 1700 vor Christus regierte geht das erste bekannte Gesetzbuch der Welt zurück Interessante Informationen erhält der Besucher wenn er sich einer Rechts und Gerichtskarte zuwendet die die Grenzen Deutschlands von 1871 zeigt Wer sie genauer betrachtet stellt fest dass es zu dieser Zeit kein einheitliches Recht gab Während in Karlsruhe Badisches Landrecht galt wurde wenige Kilometer weiter in Kandel oder Landau nach Französischem Recht geurteilt Erst 1900 mit der Einführung des BGB änderte sich das sagt Fischer BGB steht für Bürgerliches Gesetzbuch Weiter geht der Rundgang zu einem Podest auf dem drei Richterroben ausgestellt sind 1879 wurden die Roben in Deutschland eingeführt erklärt Fischer Besonders eindrucksvoll ist die rote

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