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  • Sehenswertes
    im Grubenstiel Gesellschaftsräume und ein breites Veranstaltungsangebot Es wäre zu wünschen das andere ehemals attraktive Rabensteiner Einrichtungen ebenso engagierte Betreiber finden Stausee D er Stausee Oberrabenstein ist einer der Hauptanziehungspunkte der Urlaubsregion Rabensteiner Wald Rabenstein Er wurde im Jahre 1976 eröffnet verfügt über ca 7 Hektar Wasserfläche mit einem 400m langen Badestrand Die Einläufe des Stausees reichen bis in den angrenzenden Rabensteiner Wald und werden in den dort entstandenen Feuchtbiotopen vom Tränk und Eisenbach gespeist Die Naturstaumauer trennt heute das Stauseegelände vom Mühlengrund ab Einst gab es hier eine Kette von Teichen welche in grauer Vorzeit die Mönche des Benediktiner Klosters zur Fischzucht angelegt haben sollen die Schwarzen Teiche Nachdem die oberen Teiche in den Stausee aufgegangen sind existieren heute noch zwei der Schwarzen Teiche im Mühlengrund und der erste der Teichkette der Schafteich mit seiner kleinen Insel Der Stausee bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten der Erholung und Entspannung So u a eine große Wasserrutsche Planschbecken für die Kleinsten FKK Bereich Bootsverleih schöne Spiel und Sportplätze und Gastronomie Außerdem ist das Sauseegelände übers Jahr Schauplatz für eine ganze Menge von Veranstaltungen Im angrenzenden Mühlengrund findet man den Sauna und Wellnessbereich welcher komplett neu gestaltet wurde Tierpark A m südlichen Rand des heutigen Chemnitzer Stadtteils Rabenstein befindet sich der Mitte der 60er Jahre als Heimattiergarten eröffnete Chemnitzer Tierpark Mittlerweile leben hier auf einer Fläche von über 10 Hektar ohne Wildgatter über 1700 Tiere in ca 170 Arten Unser Tierpark hat sich nach der Wende auf die Erhaltung vom Aussterben bedrohter Tierarten spezialisiert So fanden eine Vielzahl äußerst seltener und bedrohter Tiere wie Mesopotamische Damhirsche Somaliwildesel Goldgelbe Löwenäffchen Riesensalamander und Rote Tomatenfrösche eine neue Heimat im Herzen Sachsens Viele neue Anlagen wie Tigergehege Zebrahaus Flamingoanlage Papageien und Fasanenanlage Vivarium und Krallenäffchenhaus sowie dem seit 2002 neu zu erlebenden Tropenhaus machen unseren einstigen Heimattiergarten heute zu einen modernen Zoo Vor dem Gelände des Tierparks befindet sich ein großer Abenteuerspielplatz der sehr gern von Familien mit Kindern besucht wird Im Volksmund wird der Chemnitzer Tierpark auch Pelzmühle genannt Diese Bezeichnung stammt aus einer Zeit da sich an dieser Stelle ein großes Ausflugslokal mit Ballsaal befand Die alte Gaststätte Pelzmühle mit ihrem schönen Saal gibt es heute leider nicht mehr aber einen neuen modernen Restaurantbau welcher mit einem breiten Angebot nach einem Tierparkbesuch zum Verweilen am Pelzmühlenteich einlädt Wildgatter I m Rabensteiner Wald in unmittelbarer Nähe des Oberrabensteiner Stausees und des Campingplatzes befindet sich das 1973 übergebene Wildgatter In der ca 36 Hektar großen Wildoase können von gepflegten Wegen aus in Ruhe die Wildtiere unserer Heimat beobachtet werden Zu sehen sind hier ca 100 Tiere in 14 Arten Europäische Wildtiere wie Rot und Damwild Rehe Mufflons Wildschweine Birk und Auerhühner sowie Waldvögel werden artgerecht in naturnahen Gehegen gehalten Im Frühling und Sommer sind überall Jungtiere zu sehen Während der Brunftzeit im Herbst kann der Kampf der Hirsche beobachtet werden Auch im romantischen Winterwald sind zottige Wisente und dick bepelzte Luchse zu sehen Vielleicht hört man sogar die Wölfe heulen Führungen mit Schaufütterung gehören zu den

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  • Sehenswertes

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  • Natur im Winter
    Ort im Grünen am Stadtrand von Chemnitz Sonnenauf gang am Schafteich Schafteich mit Eis Winterliche Teichland schaft Winter auf dem Camping platz Blick vom verschneiten Schützenberg über Rabenstein Burg und

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  • Burg
    Steinerne Bank an der Ostseite des Burgfelsens In den Burgfels gehauene Sitze an der Südostseite Ausblick vom Burgturm auf das alte Rabensteiner Eisenbahnviadukt rel FancyZoom title Rittersaal Burg Rabenstein Alter Thron im Rittersaal Blick vom Bergfried zum Schloss Rabenstein Ausstellung

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  • Sagenhaftes Rabenstein
    Der verwunschene Prinz auf dem Totenstein Wilhelmine Ritter Haubold Die sorbischen Schätze am Totenstein Die unterirdischen Gänge Das Ungeheuer vom Rabensteiner Wald Rottluff und Siegmar Die Rache der Rabensteiner Leineweber Die Legende der Rabensteiner Fehde Das Sühnekreuz Der Prinzenraub 30 Wir waren wirklich in O Der Erste ist der Esel Warum Rabensteiner DKW Fahrer schneller waren Ried Funk der Gesellschaft Hustensaft Mord Am alten Weinberg Zitronen in kleinen Schweinen Geschichte

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  • Sagenhaftes Rabenstein
    dem die Leiche eines Anverwandten verbrannt wurde Ihre Asche übergab man tönernen Urnen stellte sie in Gemeinschaft anderer auf den Stein zum Gedächtnis für die Überlebenden Später wurden die Sorben in ihrem friedlichen Tun gestört Germanen aus dem nahen Multentale brachen durch die dichten Wälder und suchten die Sorben zu vertreiben oder sie ihrer Herrschaft zu unterwerfen Hier am Totensteine klirrten die Schlachtschwerter gellten das Wutgeheul der Besiegten und die Jubelrufe der Germanen Die verhassten Sorben wurden unterworfen oder aus ihren Dörfern und Gauen vertrieben Germanische Blockhäuser und Kirchen entstanden Seitdem ist der Totenstein verlassen und auch jetzt kommen wanderlustige Menschen herauf die herrliche Aussicht zu genießen An die Sorben erinnert am Totenstein nur noch jener Goldglanz der aus den dunklen Spalten der Gesteinshöhlen hervorleuchtet Dieses zarte grüngoldene Leuchten erzählt von jenen unermesslichen Schätzen die damals vor Jahrhunderten Wohl als die Sorbenherrlichkeit ein Ende nahm hierher verzaubert wurden zugleich mit der schönen sorbischen Königstochter Warum und von wem Das erzählt uns die Sage nicht All die güldenen Kronen die güldenen und silbernen Rüstungen und die glänzenden Ketten und Armspangen harren dem erlössenden Wortes Doch wenn unberufene habgierige Hände nach dem merkwürdigen geheimnisvollen Gefukel fassen so verwandelt es sich augenblicklich in Staub und der Glanz ist verschwunden Unterirdische Gänge W ohl fast so alt wie Rabenstein selbst sind die Sagen und Legenden über unterirdische Gänge alte Stollen und darin vergrabene Schätze In die Zeit der Klosterherrschaft zurück versetzt uns die Sage von dem unterirdischen Gange der von der Burg Rabenstein nach dem Chemnitzer Bergkloster dem späteren Schloss Chemnitz führen soll Diesen Gang haben nach der Sage die Klosteräbte benutzt wenn sie sich in Rabenstein von den Sorgen ihres Amtes erholen wollten vor allem jener Abt Ortwin Schindelbach gest 1425 der wie die Sage erzählt mit der schönen Rabensteiner Schäferstochter Elsbeth öfter ein Schäferstündchen abhielt Ein zweiter Gang soll vom Hohen Graben auf dem Hoppberg abgehen auch nach Schloss Chemnitz Ein dritter Gang führt der Sage nach von der Burg zum Totenstein hinauf nach einigen Legenden sogar bis Kohren bei Frohburg 1905 ist man bei Arbeiten am Burgteich auf ein Gewölbe gestossen das sehr wohl ein Stück unterirdischer Gang gewesen sein könnte Leider sind damals die Untersuchungen nicht fortgesetzt worden Auch bei den Grabungen der 50er Jahre wurden Gewölbe und Kellergänge im Bereich der ehem Unterburg freigelegt ebenso bei der Anlage des Parkplatzes in den 80er Jahren hinter der Burg Sicherlich handelte es sich bei den meisten Gewölben um Keller und Verbindungsgänge längst abgetragener Gebäude doch ist es nach wie vor nicht auszuschliessen das einige dieser Gänge von der Burganlage weg führten Bei dem Gang vom Hohen Graben handelt es sich ebenso wie bei den Höhlen am Totenstein sehr wahrscheinlich um Bergbaureststollen welche aufgegeben wurde weil sich der Abbau dort nicht lohnte Daher soll nach einigen Deutungen auch der Name Totenstein totes Gestein abgeleitet sein Das Ungeheuer vom Rabensteiner Wald V or langer langer Zeit als sich der Rabensteiner Wald noch weit bis in das Chemnitztal erstreckte lebte in ihm ein fürchterliches wildes und grausames Ungeheuer An der alten Straße nach Rabenstein entlang des Pleißenbaches hatten sich in jener Zeit gerade einige Sieder niedergelassen Ungefähr da wo die Straße von der Handelsstraße welche von Leipzig über Chemnitz nach Prag führte abzweigt kam das Ungeheuer manchmal aus dem finsteren Wald Dort wartete es auf harmlose Reisende und raubte sie aus Doch damit nicht genug Das grässliche Ungeheuer forderte seine Opfer auch noch dazu auf ihm etwas zu erzählen Wenn es die Wahrheit hörte ließ es die Menschen frei Wenn aber eine Lüge oder etwas Falsches vorkam dann fraß es den Reisenden an Ort und Stelle Denn das Ungeheuer war schlau und merkte sofort wenn ihm jemand eine Lüge erzählte oder wenn auch noch das kleinste Detail nicht stimmte Da die Menschen oft falsche Dinge weitererzählten ohne es zu wissen und zu merken fielen dem Ungeheuer mit der Zeit immer mehr Reisende zum Opfer Diese Gefahr zog aber auch besondere Menschen an Tapfere Ritter aus dem kultivierten Westen des Abendlandes kamen nach Rabenstein Welche Heldengestalten Manche waren über zwei Meter groß ihre Pferde glichen eher Elefanten die eisernen Rüstungen blitzten grell im Sonnenlicht die riesigen Schwerter mussten von drei Knappen getragen werden Die Rabensteiner waren beeindruckt Aber letztlich scheiterte einer nach dem anderen So färbte sich der Pleißenbach rot vom Blute der stolzen Recken Es begab sich schließlich dass sich kein Mensch mehr auf die Straße nach Prag wagte Die Leute gewöhnten sich auch daran Als dann schon fast keiner mehr daran dachte dass es einmal eine Straße nach Prag gegeben hatte da kam ein junger Ritter daher Sein Name war Ruediger Er stammte aus dem östlichen Land der drei Vögte Besonders muskulös wirkte er nicht Ein Riese war er auch nicht sein Schwert hatte er vergessen und eine Rüstung besaß er gar nicht Die Leute hatten Mitleid mit dem jungen Mann Sie rieten ihm vom Kampfe ab Er solle doch lieber wieder nach Hause reiten zu seinem Burgfräulein Schließlich zeigten sie ihm die Reckengräber auf ihrem Friedhof Doch alles Reden nützte nichts Ritter Ruediger saß schon auf seinem treuen Pferd und ritt los Man gab ihm wenigstens noch ein Schwert mit dass Erwin der Schmied in der Nacht gehärtet hatte Kurz nach der alten Straßenkreuzung erschien dann auch das Ungeheuer Na lieber Ruediger sagte es denn es wusste selbstverständlich bereits seinen Namen erzähle mir doch mal etwas Aber bleibe bei der Wahrheit Ritter Rüdiger blickte so unschuldig wie er nur konnte und sagte Gleich wirst Du mich fressen Schon wollte das Ungeheuer wie üblich seine mächtige Pranke nach dem armen Ritter ausstrecken da dämmerte es ihm dass der Ritter dann ja die Wahrheit gesprochen hätte Unmöglich War doch einer tatsächlich schlauer Unerträglich Uhaaaahuuhaaauuuh brüllte das Ungeheuer und dann platzte es mit einem gewaltigen Knall so laut wie man ihn bis dahin noch nie gehört hatte Als alles vorbei war und keine Gefahr mehr drohte da kamen die Siedler angerannt um dem Ritter zu helfen Als sie die Reste des Ungeheuers sahen brachen sie in großen Jubel aus Sie feierten Ruediger als großen Helden und erzählten überall von seinen Taten Ihr neu gegründetes Dorf nannten sie von diesem Tage an Ruedigersdorf Im Alltag sprachen sie jedoch den Namen immer nachlässiger aus Ruedgersdorf Rühdchersdorf Rührschdorf Schließlich als man wieder vornehm sprechen wollte wurde daraus Röhrsdorf So heißt es noch heute An jener Stelle wo die große Tat geschah steht heute eine Gaststätte ihr Name Zum Wildpark soll noch an das wilde Ungeheuer erinnern Rottluff und Siegmar aus Chemnitz und seine Umgebung von E Weinhold 1910 W ie sich einst vom 4 Jahrhundert an aus dem fernen Osten Völkerscharen nach Westen zu ergossen hatten so zogen um das Jahr 1100 vom Abende her fremde Männer mit Weib und Kind mit Knecht und Magd mit Spieß und Wagen in unsere Heimat ein Aber das waren nicht wieder Sorben sondern Deutsche Aus dem Landesteilen Franken in Bayern oder aus fränkischen Orten des Westerwaldes und aus dem alten Sachsen sollen sie gestammt haben Die Ortsnamen Frankenberg Frankenau und Sachsenburg können noch heute auf die Abkunft dieser Ansiedler hinweißen Wo aber auch immer die Wiege der Einwanderer gestanden hat unternehmende Gestalten sind die Fremdlinge auf jeden Fall gewesen mutig genug ihre Heimstatt in fernem Lande zu suchen Eben macht draußen im Kappelbachtale eine Gruppe halt Aus ihr lößen sich zwei Männer von hohem Wuchse Rotlof oder Rudolf und Segemar oder Siegmar geheißen Auf holperigem Wege durch dorniges Gestrüpp schreiten sie nordwärts der Burg Rabenstein zu die vielleicht kurze Zeit vorher erbaut worden war Ein tapferer Kriegsmann dem der König für treuen Beistand einen weiten Landbezirk rundum verlieh gebietet hier Ihm bitten die beiden Frankenführer um Aufnahme Oder sind sie von ihm herzugerufen worden Nach kurzer Zeit sind die Verhandlungen beendet und der Burgherr schreitet mit Siegmar und Rodolf talwärts nach dem Walde zu durch den der Harthweg führt Bald liegen hinter den Männern die Fluren die der Herr für sich und seine Gemeinde Rabenstein behalten will Nun geht es ans Werk Umfängliche Gevierte werden abgeschrittet das eine nach dem Pleißenbache das andere nach dem Kappelbache zu Ohne viel Förmlichkeiten übernehmen dann die Franken das Land Bald erfolgt die Teilung in einzelne Hufen oder Güter und ungesäumt legen die neuen Besitzer Hand an das ihnen zugefallene Gebiet zu einem Teil urbar zu machen Sie gehen mit ihren Knechten in die Harth schlagen Stämme nieder und bauen nahe dem Bache Gehöfte Häuser aus Balkenwerk und Lehm Nun steigt der erste Rauch vom Herde und aus der Waldlichtung empor Damit sind zwei neue deutsche Dörfer begründet Rudolfs und Siegmarsdorf oder wie die Fremdlige sie zu Ehren ihrer Führer kurz benennen Rottluff und Siegmar Die Rache der Rabensteiner Leineweber V iele der Rabensteiner Leineweber hatten hübsche Töchter aber einer von ihnen hatte eine ganz außergewöhnlich schöne und tugendhafte Tochter Sie war von solcher Schönheit dass sie von vielen Verehrern umworben wurde Doch standhaft wehrte sie alle noch so verlockenden Angebote ab denn sie hatte schon längst ihr Herz einem braven Burschen geschenkt Einmal besuchte die Jungfer Verwandte in Röhrsdorf in angeregter Unterhaltung vergaßen sie die Zeit und es wurde später als sonst üblich Als sie das Haus in Röhrsdorf verließ dunkelte es bereits Weil sie sich in der Dunkelheit fürchtete und damit sich der Vater nicht über ihr Ausbleiben ängstigte eilte sie auf kürzestem Wege heim Dieser führte auch am Rabensteiner Schafteich vorbei Dort begegnete ihr der Schlossvogt Schnell versuchte die Jungfer nichts Gutes ahnend an ihm vorbeizukommen Doch der Vogt er war von großer dunkler Gestalt verstellte ihr den Weg So sehr sie auch bat und flehte er zog sie an sich und versuchte sie seinem Willen gefügig zu machen Sie wehrte sich mit all ihrer Kraft gegen seine Umklammerungen Es gelang ihr aber nicht sich von ihm zu lösen Schließlich berührten ihre Hände den Dolch des Schlossvogtes den dieser am Gürtel trug Mit dem Mut der Verzweiflung ergriff sie den Dolch und stach blindlings auf den Wüstling ein bis er von ihr abließ und zu Boden fiel Seine Bewegungen wurden immer matter und bald lag er regungslos am Ufer des Teiches Blut rann aus den tiefen Wunden und bildete eine Lache Das Mädchen erschrak fürchterlich sie hatte vordem keiner Fliege etwas zuleide getan und jetzt dieses Unglück Was sollte sie tun Sicher würde ihr niemand glauben Das Gericht hätte bestimmt kein Einsehen Von solchen Gedanken verfolgt ertränkte sich das demütige Mädchen im Schafteich Doch der ruchlose Schlossvogt war noch nicht tot Er erwachte aus seiner Ohnmacht und schleppte sich zurück zur Burg Inzwischen hatten die Eltern des Mädchens nach ihrer Tochter gesucht Allein sie fanden das Mädchen nur noch tot Aber sie stießen auch auf eine Blutspur zum versperrten Schlosstor Zu groß war der Schmerz des Vaters und des Bräutigams als dass sie sich mit dem Verlust des Mädchens zufrieden gegeben hätten Mit Unterstützung der anderen Leineweber fanden sie bald heraus wer der Übeltäter war und dass dieser noch lebte Gemeinsam wurde daraufhin beschlossen dass er sein Verbrechen mit dem Leben zu bezahlen habe Sodann schlugen sie ein Pergament mit dieser Ankündigung an das Schlosstor Den grausamen Vogt ergriff daraufhin eine unheimliche Furcht und er versuchte sein Leben durch eine schnelle Flucht zu retten Aber das nutzte ihm nichts Die Leineweber entdeckten sehr bald seinen Aufenthaltsort in Thüringen und vollstreckten die gemeinsam beschlossene Blutrache Die Legende der Rabensteiner Fehde A m Ende des 14 Jahrhunderts lag die einst stolze Burg derer von Rabenstein verlassen auf ihrem Fels im Dunkel des Rabensteiner Waldes Nur einige Vasallen bewachten den Herrschaftssitz Seine ehem Besitzer deren Vorfahren das Land für Kaiser und Markgraf in Besitz genommen hatten waren nachdem sie hier den wirklich großen Silberschatz nicht finden konnten dem neuen Bergschrei nach Freiberg gefolgt Vorher hatten die Rabensteiner ihre Herrschaft mit all den zugehörigen Dörfern an ihre Verwanden in Waldenburg verkauft Nun versuchte Johannes von Waldenburg das Anwesen wiederum zu veräußern Gleichzeitig ging allerdings Markgraf Willhelm genannt der Einäugige welcher die Oberhoheit über die Gebiete der Mark Meisen besaß davon aus dass die Herrschaft mit dem Weggang der Rabensteiner zurück an Ihn fiele Sich seines Rechtes sicher verlehnte der Markgraf das Rabensteiner Land ausgerechnet an den Schwiegersohn des Waldenburgers den Burggrafen Albert den Vvon Leisnig und räumte ihm ein Vorkaufsrecht ein Mittlerweile hatten auch die Waldenburger in Abt Heinrich von Donyn einen Käufer gefunden welcher mit der Herrschaft Rabenstein die Gebiete des Benediktinerklosters Chemnitz erweitern wollte Im Jahre 1375 kam schließlich dieser Verkauf zustande Albert der sich nun um sein Lehn gebracht sah sann in mittelalterlicher Art und Weise auf Rache Doch allein reichten seine Kräfte nicht aus um gegen die damals als Schloss Rabenstein bezeichnete Burg ziehen zu können So suchte er nach Verbündeten und fand diese schließlich in einigen befreundeten Rittern und auch Bürgen der Städte Zwickau und Oederan Die kleine Heerschar zog gegen Rabenstein es war ein heißer Tag im Juli des Jahres 1386 sie schlichen sich in den Wald welcher die Burg von allen Seiten umgab und brachten ihre Feuerwaffen in Stellung Einige Mönche welche oberhalb der Burg mit dem Anlegen von Fischteichen beschäftigt waren wurden gefangen genommen um eine vorzeitige Warnung der Burg zu verhindern Aus demselben Grund besetzte man auch die nahe Mühle Auf ein vereinbartes Signal feuerten die Pfeilbüchsen und Armbrustschützen vom gegenüber der Burg gelegenen Berg was ihm seinen bis heute geläufigen Namen Schützenberg einbrachte Gleichzeitig erstürmten die Knappen mit ihren Leitern Burggraben und Mauern Den völlig überraschten des Kampfes unerfahrenen Burgmannen zischten die Pfeile um die Ohren und das laute Krachen der Büchsen verbreitete Angst und Schrecken Diese versuchten sich noch mit ihren Lanzen und Wurfgeschossen zu verteidigen doch es war nur eine Frage der Zeit bis die Feste in die Hände der Eroberer fallen würde So beschloss der gerade auf der Burg anwesende Abt durch einen der geheimen Gänge zu fliehen Kaum war die verborgene Tür hinter ihm in ihr Schloss gefallen senkte sich die Zugbrücke und die Berittenen Angreifer brechten auf den Schlosshof vor nun gaben auch die letzten Verteidiger der Burg auf Der Burgvogt und seine Mannen wurden ins Verließ gesperrt Die Ritter brachen die vom Abt reich ausgestattete Burgkappelle auf und raubten den gesamten Kirchenschatz Danach zogen Sie mit Ihren Vasallen durch das Rabensteiner Land und verboten den Bauern bei Todesstrafe Zins und Zehnten an das Kloster abzuführen Der Abt kochte vor Wut was sollte er gegen die Eroberer tun Militärisch hatte von Donyn nichts entgegen zu setzen Sollte er sich an den eher schwachen König Wenzel von Böhmen wenden Von seitens des Markgrafen welcher auch die Gerichtsbarkeit inne hatte war ja ohnehin keine Hilfe zu erhoffen So kam ihm die Idee den Papst in Rom um Hilfe zu bitten dort waltet gerade der als besonders grausam geltende Papst Urban VI seines Amtes Von Donyn verfasste mit spitzer Feder eine wütende Anklageschrift worin er die Eroberer Rabensteins als Söhne der Bosheit vom Teufel verführt beschreibt und ganz besonders auf den gemeinen Raub des geweihten Kirchenschatzes hinweist Er unterzeichnete das Schriftstück und rief ein Mönch herzu diesen beauftragte er sofort zum Heiligen Vater zu eilen Gehorsam nahm dieser den Wanderstab empfing den Segen des Abtes und machte sich auf den Weg nach Rom Der Papst reagiert wie erhofft die Beteiligten der Fehde werden vor das päpstliche Gericht nach Rom geladen da diese der Ladung nicht nachkommen verhängte der Papst ein Interdikt über alle Beteiligten an dem Überfall Auch wenn sich diese Prozedur über Jahre hinzog der kirchliche Bann wog seinerzeit schwer so durfte u a in den gebannten Städten kein Gottesdienst mehr abgehalten und auch keine Sakramente mehr gespendet werden Die streitbaren Gesellen wurden von Kirche und Gesellschaft ausgeschlossen und in ihrem Glauben der Hölle schutzlos ausgeliefert Die Angst brach letzten Endes den Pakt der Verschwörer auf und brachte sie zum Einlenken Zuerst wechselte Veit von Schönburg die Seiten wofür er später vom Abt mit einem Teil des Dorfes Kändler belohnt wurde Auch der Einäugige vom Interdikt in seinem Herrschaftsgebiet aufgeschreckt setzte sich jetzt vermittelnd ein und handelte eine Straffreiheit für die Beteiligten aus so diese das Rabensteiner Land räumen und Wiedergutmachung für die entstandenen Schäden leisten Dies war eine Grundvoraussetzung für den Friedensschluss denn allein für die Plünderung der Kirche hätten die Angreifer zum Tode verurteilt werden können Nachdem die geforderten Leistungen erbracht und das Herrschaftsgebiet geräumt war endete die Rabensteiner Fehde 1390 mit der Rückgabe der Burg Rabenstein an das Kloster durch die Gemahlin des Markgrafen höchstselbst Der Fehde zweiter Teil Um den Chemnitzer Abt Ortwin Schindelbach oder auch Schindeldach ranken sich einige Geschichten so auch die der zweiten Rabensteier Fehde Abt Ortwin war ein frommer Mann groß von gutem Aussehen und gebildet aber zuweilen auch aufbrausend Er setzte sich im besonderen Maß für das Wohl seines Benediktinerklosters ein aber auch ein süßes Geheimnis machte ihm zur Legende Bis in das ferne Konstanz wo auf dem Konzil über die Einheit der damals uneinigen Kirche gestritten wurde war er gereist Allerdings interessierte ihn die große Kirchenpolitik nur beiläufig er wollte unbedingt König Sigismund treffen um sich den Besitz an der Herrschaft Rabenstein für sein Kloster bestätigen zu lassen Trotz der Niederlage in der Rabensteiner Fehde hegten die Leisniger Burggrafen noch immer Besitzansprüche auf Rabenstein Besonders nach dem Tod von Markgraf Willhelm dem Einäugigen 1407 wehte der Ruf nach Rache immer deutlicher aus der Rochsburg herüber zum Rabenstein dem zeitweiligen Wohnsitz des Chemnitzer Abtes Für das Kloster war das Rabensteiner Land indes mit seinen ertragreichen Gütern zur bedeutendsten Einnahmequelle aufgestiegen deren Verlust geradezu existenzbedrohend für die Benediktiner gewesen wäre Jedenfalls gelang es dem wortgewandten Ortwin auf dem Konzil bei einer günstigen Gelegenheit den König zu sprechen und nach ausgiebiger Schilderung der Angelegenheit auch dazu zu bewegen ihm die gewünschte reichshoheitliche Bestätigung über die Herrschaft Rabenstein auszustellen Zurück auf der Burg setzte Ortwin alle Mittel in Bewegung dass die Leisniger möglichst schnell erfahren würden dass Rabenstein von nun an unter dem Schutz des Reiches stünde Ritter Albrecht jetzt Familienoberhaupt derer von Leisnig fuhr der Schock in die Knochen als er diese Nachricht erfuhr jetzt sann er seinerseits auf Rache an dem Abt dabei sollte ihm später sein Wissen über ein streng gehütetes Geheimnis helfen Der ach so fromme Diener der Kirche Ortwin hatte bei seinen abendlichen Spaziergängen an den rabensteiner Fischteichen ein wunderschönes Mädchen kennengelernt welches hier ihre Schafe zur Tränke führte und sich unsterblich in Sie verliebt Es war Elsbeth die 20jährige Tochter des Schlossschäfers Kühnert sie ließ ihn Gottesfurcht und Zölibat vergessen Um sich öfter mit ihr treffen zu können ersann der schlaue Ortwin allerlei Tricks So nutzte er sein Wissen um die geheimen Gänge welche fast alle Klöster und Festen jener Zeit besaßen Er verschwand ungesehen im Kloster wie er auch scheinbar plötzlich auf der Burg Rabenstein auftauchte und umgekehrt Da nur sehr wenige wichtige Leute die Ein und Ausgänge der Tunnel kannten kam sehr schnell die Geschichte von einer geheimen Verbindung zwischen Kloster und Burg auf welche der Abt wohl nutzen würde Doch in Wahrheit schlich er sich heimlich in Bauernkleidern getarnt aus den verborgenen Ausgängen um sich mit seiner großen Liebe zu treffen Auch Elsbeth nutzte die Gänge um des Nachts heimlich zu ihrem Geliebten Ortwin zu gelangen Dumm nur das ausgerechnet seine Erzfeinde die Leisniger das Geheimnis der rabensteiner Gänge kannten Bereits während der ersten Rabensteiner Fehde hatten Albrechts Vater und seine streitbaren Gesellen in der Burg den Fluchtweg gesucht auf dem damals Abt von Donyn geflohen war Anfangs allerdings ohne Erfolg erst die peinliche Befragung des Vogtes in der Folterkammer hatte schließlich dessen Zunge gelöst und das Geheimnis verraten Um seinen Überfall vorzubereiten hat nun Albrecht den Plänen seines Vaters folgend nach den geheimen Eingängen suchen lassen Indes war der verliebte Abt sich in Sicherheit wiegend unvorsichtig geworden An einen lauen Abend streifte das Paar noch lange durch den Wald und die Hopfenfelder nach einem innigen Abschied verschwand Ortwin im verborgenen Tunnel allerdings wurden sie diesmal von den Spähern des Burggrafen beobachtet Der davon informierte Albrecht ersann einen perfiden Plan Vor gerade mal hundert Jahren hatte man in der Kirche das Gebot der Enthaltsamkeit für ihre Priester durchgesetzt jetzt brauchte er bei seinem Überfall nur die Geliebten in Flagranti ertappen um den Abt vor Kirche und Volk bloß zu stellen Wieder zogen die Angreifer nach Rabenstein und verschanzten sich im Wald Sie beobachteten wie das Mädchen kam und im dichten Gebüsch zwischen Felsspalten verschwand einige wollten ihr sofort folgen doch Albrecht hielt sie zurück Erst in der Dämmerung schlich ein kleiner Trupp angeführt vom Burggrafen selbst und seinem Mitstreiter Hans von Sparrenberg durch den Gang in die Burg Sie überrumpelten die Burgwachen ohne das diese auch nur einen Hilfeschrei hätten abgeben können Die Zugbrücke wurde geöffnet so dass die Verstärkung nachrücken konnte Sofort stürmten Albecht und seine Mannen in die Gemächer des Abtes Dort trafen sie ihn wie erhofft beim Schäferstündchen mit Elsbeth an Es dauerte einige Zeit bis Ortwin seine Worte wieder fand dann schrie tobte und heulte er abwechselnd Um die Schmach noch zu vergrößern wurden beide nackt aus den Gemächern getrieben Die Ritter wollten das Mädchen im Palas gefangen halten doch der Leisniger wollte sich an Ortwin rächen Elsbeth hingegen tat im leid Er gab ihr ein Leinentuch und sie durfte das Schloss verlassen Den Rennsteig entlang der Teiche mochte das Mädchen nicht nehmen denn dort machten sich die Knappen des Leisnigers mit Fackeln am Teichmönch zu schaffen Sie wollten Fisch für ihr Gelage im eroberten Schloss fangen und gleichzeitig dem Kloster schaden zufügen Indes krakselte Elsbeth mit gesenktem Blick durch das dichte Gebüsch den steilen Hopfenberg hinauf der heimatlichen Schäferei entgegen Die Dornen zerkratzen ihre Haut und die Füße bluten doch das schöne Mädchen ängstigte nicht nur die Scham sondern mehr noch die Sorge als Verführerin eines Geistlichen der Hexerei bezichtigt zu werden Ortwin sperrte man indes mit den Worten jetzt müsse er eh Buße tun in der Burgkapelle ein dort tobte und wimmerte er noch die ganze Nacht Schließlich sich beruhigend und dem Gebet ergeben hoffte er doch nun auf schnelle Hilfe von seitens des Königs oder Markgrafen doch gerade diese ließ auf sich warten Tagelang musste er mit zusehen wie sein Haus geplündert und das Vieh geraubt wurde wie die schändlichen Eroberer ein Gelage nach dem anderen auf seine Kosten feierten Allerdings wussten diese diesmal auch dass sie die Burg Rabenstein nicht auf Dauer in ihren Besitz bringen konnten dafür wog der Schutz des Königs zu schwer So zogen sie nach 10 Tagen und den vollzogenen Schandtaten wieder ab vorher ließen sie aber noch den Abt frei Der wütende Ortwin konnte sich nun seinerseits nicht wie sein Vorgänger an den heiligen Vater wenden er hatte ja selbst gesündigt Er begab sich nach Ungarn suchte wieder Hilfe bei König Sigiesmund Doch obwohl er sich wochenlang am Hofe des späteren Kaisers aufhielt musste er ohne konkrete Zusagen über dessen Eingreifen nach Chemnitz zurückkehren Inzwischen hatten die Burggrafen um Albrecht von Leisnig die Abwesenheit des Abtes genutzt und sich des Peniger Priorats bemächtigt Sie ließen sofort aus den dazugehörigen Gruben zu Chursdorf 200 mit Eisen beladene Wagen wegfahren und veräußern Im Gegensatz zur Herrschaft Rabenstein sollte die Peniger Propstei für Abt Ortwin Schindelbach und sein Kloster verloren bleiben Vielleicht hat ihm ganz im Geheimen die schöne Elsbeth auch über diese Niederlage hinweg Trost gespendet PB Das Schäferkreuz D ie Herren auf Burg Rabenstein hatten in alten Zeiten das Recht ihre Schafherden auf die Wiesen der umliegenden Dörfer zu treiben zu lassen Darüber waren die Bauer ins besondere die Röhersdorfer sehr erbittert konnten jedoch nichts dagegen unternehmen Dies nutzten die Rabensteiner Schäfer schamlos aus sie waren hochmütig und überheblich Oft trieben sie ihre Herden auch auf die angrenzenden Felder der Bauern und richteten dadurch großen Schaden an Sie glaubten dass ihnen nichts geschehen könne da sie einem so mächtigen Herren dienten Als nun eines Tages wieder ein Schäfer seine Herde in die Felder der Bauern trieb kam es zu einem heftigen Streit zwischen dem Schäfer und mehreren verbitterten Bauern Dabei wurde der Schäfer erschlagen Zur Strafe und Sühne mussten die Bauern ein steinernes Kreuz am Tatort einem Feldweg zwischen Röhersdorf und Rabenstein setzen Die Leute nennen es noch heute das Schäferkreuz Im Mittelalter war es üblich dass wenn es zu einem unbeabsichtigten Todschlag gekommen war der oder die Täter mit den Angehörigen des Opfers einen Sühnevertrag schlossen in welchem sie sich verpflichten mussten für die Nachkommen des Opfers zu sorgen Zum Andenken an den ohne Sterbesakramente verschiedenen wurde von ihnen ein Sühnekreuz aufgestellt meist am Tatort so dass Vorübergehende Fürbitte für das Opfer leisteten konnten Der Prinzenraub aus Chemnitz und seine Umgebung von E Weinhold 1910 A ls Ritter Kunz von Kaufungen in der Nacht vom 7 zum 8 Juli des Jahres 1455 in Altenburg die Prinzen Ernst und Albert entführt hatte da galt es für ihm möglichst schnell die Grenze Böhmens zu erreichen Südwärts mußte der Weg der Räuber gerichtet sein Kunze setzte also seinen Herren auf ein Roß und führte ihn bei Nebel und Nacht davon eilte erstlich durch die Leine Seine welches ein Wald ist bei Altenburg ferner durch die Rabensteiner Wälde und gegen Elterlein zu berichtet eine alte Schrift Nahe unserer Stadt wäre demnach der Ritter mit dem Prinzen Albert vorübergekommen Vielleicht beim Totensteine sehen wir ihn den waldigen Höhenrücken übersteigen bei Grüna die Talaue des Kappelbaches durchqueren Bald hatte ihn jedoch das Verhängnis getroffen denn unweit Grünhain am heutigen Fürstenbrunnen fiel er in die Hände des Köhlers Enger aber noch als durch die flüchtige Berührung unserer Gegend durch Kunz den viel wilden Mann wurde die Verbindung der Stadt Chemnitz und ihrer Nachbarschaft mit der Geschichte des Raubes dadurch daß die geretteten Prinzen in Chemnitz das erste Mal wieder mit ihren Eltern zusammentrafen und dann alter Überlieferung nach von hier aus die Wallfahrt nach Ebersdorf antraten Den 15 Juli ging der Kurfürst mit seiner Gemahlin und den beiden Prinzen nebst der gesamten Hofstatt nach Ebersdorf zur heiligen Maria damals wegen der Wallfahrt sehr berühmt hielten allda Gott und der heiligen Jungfrau zu Ehren ein sonderlich Dankfest für die gnädige Beschützung und Erhaltung der beiden Prinzen und ließ zum Andenken die Kleider der Prinzen wie auch des Köhlers Kappe wie sie solche zur selbigen Zeit getragen haben in der Kirche daselbst aufhängen Solche Kleidung hängt noch heutiges Tages in dieser Kirche Sie ist aber etwas zerfallen und wenn man nicht die Beschreibung davon hätte so könnte man jeso fast weder Farbe noch Muster erkennen So sagt um das Jahr 1760 der Chemnitzer Chronist Richter Da seine Mitteilungen im ganzen heute noch zutreffen haben sie hier Platz gefunden Wir aber fügen hinzu daß im Jahre 1855 am 15 Juli zur Erinnerung an jenes Ereignis in der Ebersdorfer Kirche ein feierlicher Gedenkgottesdienst gehalten wurde Der Volksmund verband früher auch den Namen Fürstenweg für einen Pfad der von Leukersdorf über Neukirchen Stelzendorf Kappel nach Chemnitz hereinführte mit dem Prinzenraub Auf dem Wege soll de r Prinz Ernst von der Prinzenhöhle her nach Chemnitz gebracht worden sein W ir waren wirklich in O Ein der wohl erste erhaltene Reisebericht über Rabenstein aus dem Buch Reiseerinnerungen von Friedr De la Motte Fouqué und Caroline de la Motte Fouquè In selbigen berichten der Dichter der Undine und seine Frau über eine Reise welche sie von ihrem Herrschaftssitz in Nennhausen bei Berlin über Dresden nach Prag und Karlsbad führte Auf dem Rückweg war ein Besuch bei Friedrichs Freund und ehem Kampfgefährten dem auf Oberrabenstein lebenden Freiherrn Georg Ludwig von Welck geplant Betrachtet man die im Vergleich zum Gesamtbuch umfangreichen und poetisch ausgeschmückten Texte über den Besuch hier so muss die Stippvisite das schreibende Ehepaar außerordentlich beeindruckt haben Im entsprechenden Text heißt es v on der wüsten Pracht des böhmischen Gebirgszuges sehr fühlbar macht Nach Chemnitz ging nun eigentlich unser Weg nicht Zu den Freunden in O wollten wir da waren wir schon am Vorabende erwartet Keiner von uns kannte den Ort und seine Lage anders als aus Bildern Wir wussten nur von einer alten verlassenen Burg und einem unfern davon errichteten neuen schönen Wohnhause So recht war der Postillion auch nicht mit sich eins wohin er uns fahren sollte Von der Chausée ab wieder in das Gebirge hinein mussten wir so viel war gewiß darüber hatten auch unsere Führer keinen Zweifel Sie lenkten also in Gottes Namen seitwärts hin dort drüben zwischen den schwarzen Tannen ganz auf der Höhe schimmert ein grauer Thurm ob das O ist Die alte Burg vielleicht Der Postillion wusste es nicht Sein Gefährte aber versicherte ja In unsichrer mehr und mehr gespannter Erwartung fuhren wir weiter Der Weg windet sich mannigfach Die Burg schien zurückzutreten Dörfer mit graden Kirchthürmen schoben sich davor Wir waren jetzt in einer Obstallee Rechts und links lebendige Hecken Gärten und Anger einschließend hin und her Häuser der Blick ward durch naheliegende Gegenstände gehalten der Vordergrund deckte das Fernstehende Plötzlich stoßen beide Postillione in die Hörner wir kommen einen kleinen Abhang hinunter durch ein grünes Laubthor über eine Brücke mitten in ein märchenhaftes Traumbild hinein Wo sind wir denn Rufen alle Niemand antwortet Das geheimnißvolle Schweigen macht die unsichern Empfindungen noch wankender Wäre es möglich Giebt es so etwas Hegen die räthselhaften Berge wirklich noch Wesen die im innern Einverständniß mit der Natur Feenkünste üben Und sind wir auf unbegreifliche Weise in solche Zauber hineingerathen Schüchtern blickten wir umher Von beiden Seiten schließen hohe Berge die schmale Schluft ein Rechts dem Einfahrenden hebt sich auf felsigem Stein eine wohlerhaltene Burg Dunkler Epheu umrankt Fels und Gemäuer riesige Schwarztannen wölben ihre Aeste unterhalb in einander Zwischen ihren Stämmen leuchten im Halbkreise dichte Büsche blühender Hortensien frischer Rasen füllt die Mitte Blumenstücke laufen umher den ehemaligen Burgzwinger fasst ein Reihe von Malven Georginen und andere stautenartige Gewächse ein die ihre Blüthenkelche in dem länglichen Teiche zunächst der Durchfahrt spiegeln Links an dieser ragt ein dunkles Waldgebirge empor an dessen Fuß sich ein offner Pavillon über Rasenstufen erhebt Blumengeländer führen hinauf weiße Steinsitze bieten dem Vorübergehenden Ruhe und sanfte Kühlung Fern herüber hört man das Rauschen eines Wasserfalles den der vorragende Fels verdeckt Alles sonst war umher still und lautlos Kein lebendes Wesen ließ sich sehen Jetzt kamen wir durch das zweite Thor die Straße führte eine Anhöhe hinauf der Wagen fährt in den Hof auf die Rampe hält vor einem ansehnlichen Landhause Wir waren wirklich in O Das sagt uns von nun alles der vielgeprüfte Freund die schönsten Kinder die junge liebenswürdige Hausfrau das Wesen und Athmen innig empfundener Freude wir waren da wo uns Herzen entgegenschlugen wo ohne Zauberei Liebe und Güte zauberisch bestricken Von den Tagen hier ließe sich nun Mancherlei erzählen doch bleibe in den stillen Bergen was dort verwachsen nur im Herzen gedeihet Wie oft wir späterhin in jenem kleinen Feengarten waren drin lebten und immer nur mit Mühe uns herausrissen wie es in der Burg selbst ist wie einst die alten Böhmenritter hier hausten was die gewaltigen Mauern erzählen der Blick von oben herab verräth der schäumende Wasserfall unten im Gebüsch flüstert ein tiefsinnig Gedicht webt sich davon zusammen und wollte ich nun verrathen was ich im Abendschatten links an dem Burgfenster sahe wie drauf im Traume die Gestalt mir erschien was sie mir entdeckte wie sie zu ewigem Jammer verdammt den feurig jungen Ritter beweint der vor den Augen eines wild fremden hier vorüberziehenden Fräuleins bestrickt die frühere Jugend Verbindung zerriß noch umherirrt jene zu suchen und nur alle Jahre einmal in die väterlichen Hallen zurückkehrend an der Seite der sanften Leidensgefährtin sein verwildert Gemüth zu sänftigen wollte ich das mit Farben wie nur die Geisterwelt sie hat hier malen das fremde Fräulein den Ritter beschreiben des Auszugs aus der Burg gedenken ich würde Bände füllen und das Unerhörte nicht wiedergeben wie ich es empfing Stehn mag es hier gleichwohl daß eines Abends an welchem die glänzende Gegenwart ein schattiges Dunkel auf die alte Mauern warf ein Feuerwerk auf jenem länglichen Teiche abgebrannt die Burg in wunderliche Rauchnebel hüllte daß ich den Ritter damals sahe Er lehnte auf dem Söller Ein Pilgermantel hing ihm über die Schultern etwas wie eine Mönchskutte bedeckte Haar und Kopf nichts als die brennenden Augen waren kenntlich Er schlich späterhin durch die Menge der Zuschauer hin Vielleicht wähnte er das fremde Fräulein hier zu finden Gab schon das Feuerwerk zu solchen Spukereien Anlaß so öffnete folgenden Tages die Erleuchtung des ganzen Thales allen luftigen Berg und Wassergeistern von selbst den Zugang Etwas Reizendes giebt es nicht als bunte Lampen zwischen diesen Blumen in der Tannenwölbung in den Felsspalten auf dem Rasen und dem Wasser zu sehen Und wie sich der berauscht Umherwandelnde von einer Kapelle tief in der Steinvertiefung angebracht zurückwendet den dunkeln Gang um die Burg an dem Wasserfall suchend da blitzt dieser silbern zwischen überhangenden Baumzweigen losgespülten Wurzeln hinter flammendem Heerdesfeuer herüber An dem Feuer sitzt ein ehrbares Fischerpaar ausgespannte Netze lassen die Gestalten nur dämmernd unterscheiden wunderlich nehmen sich die knorrigen Stämme in abenteuerlicher Verschlingung und Verkürzung hinter ihnen aus Kühleborn und seine Diener die Undinchens Pflegeeltern belauschen die Nähe des neckenden Alten regt sich in den Elementen Wie schwarz und ungeheuer das Steinschloß im Gegenschein der Flamme emporragt An den Scheiben glinzerten bläuliche Lichter Der Luftzug des Feuers rauscht in den Tannen weiße Rauchwolken kreisen bis zur Zinne hinauf Unterwärts der bunte Garten hier die Mährchenwelt in s Leben tretend und über dem allen die ewigen Sterne in einzelnen grüßenden Blitzen Unvergeßlicher Abend unvergeßlich wie jede reine Freude die teferm Quell entsprungen ein heiteres Dasein verbreitet Ehe ich von dem reizenden O scheide muß ich noch einmal von einer gewissen Linde aus die ganze Gestaltung der Gegend in einen festen Blick zusammenfassen Das Chemnitzer Thal liegt hier mit seinen langen in einander fortlaufenden Dörfern den grünen Umbüschungen und unzähligen hell spiegelnden Teichen in weiter Ebene ausgebreitet da Hinterwärts sieht man die bömischen Berge Bläulich fass sie den Horizont ein Die weißen Häuser und Thürme durch jenen Höhendunst scharf bezeichnet treten fast blendend hervor funkelnd schillern die runden Wasserspiegel am Fuße der fastgrünen Bergwiesen Bauerhöfe und Gärten fassen lebendige Hecken ein meist von kurz gehaltenen einzeln pyramidalisch hervorragenden Tannenumzäunungen gebildet die dunkln Streifen durchschneiden die Landschaft im Vorgrunde auf das lebendigste so daß alle Mischungen des schattigsten wie des hellsten Grüns sich malerisch abstufen Von einem anderen Lieblingssitz übersahe ich in entgegenlaufender Richtung das Thal nach Chemnitz hinauf indem ich mir gern die reinliche wohlhabende Fabrikstadt mit ihrem herkömmlichen Gebräuchen dem begründeten Familienreichthum dem Fleiß welcher diesen Ursprung und Fortgang gab die heitere Vergnüglichkeit kurz das bürgerliche Leben in Würde und Bestand zurücklief Vor wenigen Tagen waren wir hinübergefahren hatten das Wesen dort kennen gelernt uns an nützlichen Stiftungen und fortgehen dem Wohlstand erfreuet von welchem nächst der Erweiterung des innern und äußern Verkehrs neu errichtete Gebäude und namentlich das Casino einen lebhaften Beweis geben Es ist dem Unkundigen nicht immer leicht sich in eine ganz fremde Art und Weise sogleich zu finden Wenig durch Neigung und Lebensbeziehungen auf den Geist der Fabrikthätigkeit gerichtet vermag ich ihn nur als vielleicht nothwendig geworden anzuerkennen ohne ihn im Einzelnen nach seinem vollen Werth zu verstehen Mir kommt alles hier wie eine große Maschine vor über deren nothwendiges Ineinandergreifen ich erstaune ohne es zu bewundern Gleichwohl fühle und bekenne ich dies als ein Fehler da mich anderer Seits das Mechanische im jeglichen Gewerbe und namentlich in jedem Verein zusammenwirkender Kräfte so wenig stört dass ich bei Feld und Hausbau und allem was in der gesetzlichen Folge des Hervorbringens schaffen und gestalten hilft mit ungetheiltem Interesse verweilen mich bekehren und in das Gelernte verlieren kann Was ist es nur in den Fabrikhäusern was mich so ängstet Vielleicht in Vorurteil Vielleicht das Fremde zu dem man immer einseitig steht Wenn auch mit poetisch übersteigerter Untermalung ist doch dieser Reisebericht nach das wichtigste Zeitzeugnis des 19th Jahrhunderts im Bezug auf unseren Ort vor der Industrialisierung Man kann sie noch vor sich sehen die kleinen geraden Kirchtürme jener Zeit auch die neue Rabensteiner Kirche wurde erst 30 Jahre später erbaut Nach der Beschreibung fuhren die Fouqués mit der Postkutsche über die alte Bergstraße und den Rennsteig nach Oberrabenstein Über den Dorfbach führte noch eine Brücke in den Schlosspark Auch über die Herrschaft auf Oberrabensteins die Familie

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  • Bild1
    Das Rabensteiner Viadukt vom Hoppberg aus gesehen

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  • KP1
    war keine Erfindung der Sowjets er wurde kopiert von bedeutenden Bauden dieser Welt auch in Deutschland ist er überall dort zu finden wo wie im Altertum Größe und Macht demonstriert

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