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  • Religion und Kult in Theben
    Sohnes Chons wurde jährlich in Karnak gefeiert Sie wurde als Begleitung von Schwangeren und als Helferin während des Gebärens angerufen Ihr Beiname wrt Große wurde oft ihrem Namen vorangestellt ein weiterer Name war Herrin von Asheru Asheru war der Name eines Sees in ihrer größten Kultstätte dem Temple von Karnak Das dritte Mitglied der Thebanischen Triade war der Gott Chons In der Zeitspanne vor dem Neuen Reich ist Chons nur selten belegt er fuhr auf einem Schiff oder auf dem Halbmond im Himmel und verursachte Unheil und Krankheiten Als Gott der Krankheiten konnte Chons auch heilen Seine Erscheinungsform als der sich ständig erneuernde Mond ist mit seinem jugendlichen Charakter verbunden Mit Beginn des Neuen Reiches wurde Chons in Gestalt einer Mumie die Flegel oder Szepter hält dargestellt Als Gott der Jugend trägt er eine Jugendlocke und als Kopfschmuck den Mond Die Hauptstätten seines Kultes waren in Memphis Karnak Edfu und Kom Ombo Sein Charakter als zerstörerischer Gott veränderte sich er wurde zum Gott der Lebenszeit Gott der Heilung Gott des Orakels und im besonderen Schutzgott gegen Krankheiten und wilde Tiere dieses führte zu einer großen Popularität Es ist bemerkenswert das alle drei Mitglieder der Triade erst mit Beginn des Neuen Reiches populär wurden vor dieser Zeit verfügten sie in Theben über eine nur geringe Bedeutung Wie bereits erwähnt war der Gott Month vor dem Auftreten des Amun der Hauptgott des thebanischen Gaues Month beschützt Thutmosis III Streitwagen Cairo 46097 Seine wichtigsten Kultstätten die auch heute noch lohnende Exkursionen bieten waren Iunu Armant und Djerti Tod im Süden sowie Madu Medamud und Ipet Isut Karnak im Norden Wenn diese vier Orte mit einer imaginären Linie verbunden wurden so bildeten sie die Grenzen eines schützenden Gebietes welches den thebanischen Gau umschloss Month wird meist falkenköpfig mit einer Sonnenscheibe und einem Federpaar dargestellt Der Beiname Herr mit starkem Arm verdeutlicht seinen kriegerischen Charakter er ist der Gott des Krieges er beschützt Pharao und Krieger und übereicht den Sieg Mit Beginn der 18 Dynastie verlor Month drastisch an Bedeutung Der folgende Abschnitt stellt die Göttin Meresger vor Ursprünglich war Meresger die Personifizierung der thebanischen Nekropole Als Herrin des Westens war sie hauptsächlich eine Schutzgöttin für die Verstorbenen Später wurde sie Patrona der Arbeitersiedlung von Set Maat Stätte der Wahrheit Deir el Medina über das separat berichtet wird Der Kult von Meresger beschränkte sich meist auf das Gebiet von Set Maat das Tal der Könige sowie das Tal der Königinnen in der ramessidischen Periode Die Göttin Meresger Stele Bordeaux 8635 Meresger wurde meist schlangenartig dargestellt eine weitere Form zeigt sie als Mensch mit dem Zeichen des Westens auf dem Haupt Sie trägt die Beinamen Die große Göttin der Nekropole Die welche die Ruhe liebt oder Herrin des schönen Westens die Arbeiter aus Set Maat widmeten ihr zahlreiche Stelen und Graffiti in den thebanischen Bergen Ein sehr interessanter und spezifischer Kult ist der des verstorbenen Pharao Amenhotep I und seiner Mutter Ahmes Nefertari Der Ursprung dieses Kultes liegt in der frühen 18 Dynastie als die Gemeinschaft

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  • Die Musik des Alten Ägypten (heft 3-86)
    oder Winkelharfe in allen Perioden großer Beliebtheit Sie besteht im Prinzip aus Hals und Schallkörper einer mit Tierhaut überspannten schaufel kasten oder bootförmigen Erweiterung am unteren Ende Bei der Bogenharfe bilden wie der Name sagt beide Teile einen einheitlichen Bogen zwischen dessen beiden Enden die 3 14 Saiten gespannt sind Der Bezug zur Form des Schiessbogens ist evident Bei der Winkelharfe sind Hals und Schallkasten rechtwinklig zueinander abgeknickt Form und Besaitung der Harfe haben im Lauf der Geschichte viele Abwandlungen erfahren ein Zeichen dafür wie wichtig dieses Instrument den alten Ägyptern war so dass sie es immer wieder ihren neuen Bedürfnissen und Klangvorstellungen angepasst haben Nach Wegner unterscheiden wir die folgenden Typen Die mannshohe Benetharfe aus dem Alten Reich mit ihrer schaufelartigen Klangmulde die im Stehen und fast senkrecht gespielte Standharfe mit langezogenem Schallkasten Mittleres Reich die buckelig gekrümmte niedrige und gedrungene Kesselharfe Mittleres Reich das Instrument der blinden Harfensänger das sie auf dem Boden hockend spielten die Schwebeharfe Neues Reich eine weiterentwickelte Kesselharfe die sich des besseren Klanges wegen mit einer geschwungenen Stütze vom Boden abhebt die leichte und zierliche Schulterharfe mit ihren 3 4 Saiten die auch im Schreiten gespielt werden konnte neues Reich die verschiedenen Spielarten der Winkelharfe die sich Gelehrtenstreit entweder aus der Bogenharfe in Ägypten selbst entwickelt hat oder aus Vorderasien eingeführt wurde Alle Harfen wurden in Ägypten ohne Plektron das heißt mit bloßen Fingern gespielt Während wir die Harfe in veränderter Form auch in unseren neuzeitlichen Orchestern finden kennen wir die Leier bei uns nur als sprichwörtliches Instrument der Dichter und Sänger Orpheus wird mit ihr abgebildet und Christian Morgenstern lässt sein Nasobehm aus seiner Leier ans Licht kriechen wie er sich ausdrückt Im pharaonischen Ägypten taucht das Instrument unvermittelt in Neuen Reich auf wohl von Beduinen aus dem Zweistromland mitgebracht Es besteht aus einem Schallkörper von dem zu beiden Seiten geschwungene Arme nach oben führen Sie sind verschieden lang und tragen eine schräge Jochstange von der aus die 5 9 Saiten zum Schallkörper laufen Stets sind es Frauen die die Leier spielen mit beiden Händen im Stehen oder Schreiten indem die Linke mit bloßen Fingern eine arte Melodie zupft und die Rechte mit dem Plektron den Bordun schlägt Wegner Bordun ist die Bezeichnung für gleich bleibende immer mitklingende Grundtöne Plektron heißt das Plättchen zum Anreißen der Saiten Die Amarna Zeit Echnaton 1377 1360 steuert eine riesige etwas pompöse und unorganisch geformte Standleier als Neuerung bei Als drittes Saiteninstrument des alten Ägypten begegnet uns am Beginn der Neuzeit die Laute Sie weicht freilich von der uns vertrauten Form ab ein langer dünner Hals steckt in einem zierlichen mandel und muldenförmigen Resonanzkörper der mit Tierhaut überspannt ist Die wenigen vielleicht nur 2 oder 3 Saiten werden mit dem Plektron angerissen In der Blütezeit des Lautenspiels in der 18 Dynastie wird sie mitunter auch von Männern gespielt meistens jedoch finden wir sie in der Hand von Mädchen Auf einem Fresco aus der 18 Dynastie sind eine kleine Tänzerin und die Lautenspielerin nackt dargestellt die Spielerinnen der

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  • Interview Prof. Dreyer
    Naqada IId war der Friedhof einer Elite vorbehalten die offenbar entscheidend an der Entwicklung Ägyptens zu einem Staat beteiligt war Auf den hohen Rang der Bestatteten lassen u a dekorierte Messergriffe und andere Elfenbeinobjekte schließen die Entstehung einer Verwaltung wird durch Siegelabrollungen und erste Gefäßaufschriften bezeugt In der Stufe Naqada III sind die Gräber mit Ziegeln ausgemauert werden dann in mehrere Kammern unterteilt und damit kommt auch die Idee des Grabes als Haus auf Importe von kanaanäischen Gefäßen lassen auf weitreichende Handelsbeziehungen schließen Die Entdeckung des Grabes U j war wohl die größte Überraschung Auch wenn es weitgehend ausgeraubt war haben sowohl die Architektur des Grabes in dem neun der zwölf Kammern einen kleinen Palast darstellen wie vor allem die Schriftzeugnisse unser Bild der vordynastischen Zeit völlig verändert Man könnte sagen damit ist die Grenze zur prähistorischen Zeit um ca 200 Jahre verschoben worden Michael Haase Derzeit arbeiten Sie am Grab des Königs Djer aus der 1 Dynastie Können Sie hier einiges zum Stand Ihrer Grabung und deren Ergebnissen sagen Günter Dreyer Bisher haben wir vom Grab des Djer nur die Oberkanten der Königskammer wieder freilegen können Dort sind allseitig noch Abschnitte vom Deckenverputz vorhanden Er liegt nur wenig tiefer als das umgebende Wüstenniveau Anders als im Grab des Nachfolgers Wadj gab es also noch keinen in der Grabgrube versteckten Tumulus Von der Holzdecke sind auch noch einige Balkenlöcher mit verkohlten Holzresten erhalten Darüber befanden sich Schilfmatten und zwei Ziegellagen als Deckschicht In den überlagernden Schutthalten haben wir neben Keramik Steingefäßen und zahlreichen Siegelabrollungen auch einige sehr schöne Elfenbeinobjekte gefunden z B eine Löwenfigur die als Spielstein diente Weitere Funde zeigen dass Djer einen Faible für die Jagd gehabt zu haben scheint Bei keinem anderen Grab sind so viele Pfeilspitzen in so unterschiedlichen Formen und Materialien zutage gekommen Elfenbein Knochen Flint Quarz Obsidian Karneol und alle sind phantastisch gearbeitet Höchst interessant sind außerdem einige Fragmente von einem gewaltigen Steinsarkophag Auf einem Stück ist noch eine ausgehackte Kartusche erhalten in der aber das Re Zeichen ausgespart wurde genauso wie bei den zerstörten Inschriften der Statue des auf einem Bett ruhenden Osiris die Amélineau in der Königskammer gefunden hat Es liegt nahe dass der Sarkophag zu eben dieser Statue gehört Michael Haase Warum wurde Ihrer Meinung nach gerade das Grab des Djer zum symbolischen Grab des Osiris umgebaut Und wie muss man sich den Kultbetrieb an diesem Ort logistisch und kultpraktisch vorstellen Günter Dreyer Für die Identifizierung des Grabes des Djer als das des Osiris war vielleicht die Ähnlichkeit der Namen entscheidend aber sicher wissen wir das nicht Bis ins Neue Reich scheint der Platz nur der Oberschicht zugänglich gewesen zu sein es gibt dort u a Deponierungen von Königen wie Tutanchamun und Sethos I sowie hohen Beamten in der Spätzeit scheint der Platz ein Wallfahrtsort für alle Kreise der Bevölkerung geworden zu sein Davon zeugen vor allem die ungeheuren Mengen an Keramik insbesondere kleine Opferschalen qaab denen der Platz seinen modernen Namen Umm el Qaab Mutter der Tonschalen verdankt Nach einer groben Schätzung sind dort an die acht Millionen Gefäße niedergelegt worden Der Ansturm der Pilgerscharen dürfte einiges an Organisation erfordert haben vielleicht hat man deswegen auch an anderen Gräbern Kultstellen eingerichtet um allzu viel Gedränge am Grab des Djer zu vermeiden Michael Haase Gibt es eigentlich topographische oder sonstige Gründe für die Lage und Positionierung der einzelnen Friedhofsabschnitte in Umm el Qaab Und im Umfeld welcher Grabanlagen erwarten Sie noch neue Befunde Günter Dreyer Der älteste Abschnitt der Nekropole der Friedhof U wurde auf einem kleinen Plateau am Rande des Wadis angelegt das in der Nähe des Siedlungsbereiches bei den Talbezirken mündet Als dieses Plateau voll belegt war entwickelte sich der Friedhof entlang des Wadis weiter nach Südwesten in Richtung auf den Austritt des Wadis in den westlichen Bergen Die eindrucksvolle Wadiöffnung scheint eine besondere Rolle als Eingang zur Unterwelt gespielt zu haben und war wohl auch Vorbild für das Tal der Könige wo die Gräber innerhalb eines Wadis in den Fels vorgetrieben wurden Neue Befunde sind praktisch im Umfeld aller Gräber zutage gekommen und es würde mich wundern wenn das bei den noch nicht freigelegten Gräbern des Adjib der Merneith und des Wadj nicht auch so wäre Sowohl Amélineau wie auch Petrie haben ja jeweils nur die Gräber selbst aufgedeckt deren Inhalt aber durch Grabräuber und besonders die Grabungen des Mittleren Reiches weit verstreut worden war Besondere Erkenntnisse hinsichtlich des Osiris Kultes sind zudem bei der Freilegung des Grabkomplexes des Djer und seiner engeren Umgebung zu erwarten Michael Haase Was können Sie heute aufgrund der Befunde am Grab des Chasechemui in Abydos über den Oberbau dieser Grabanlage sagen Günter Dreyer Für den Oberbau haben wir nur indirekte Anhaltspunkte festgestellt die aber doch recht eindeutig sind Die Mauern im Mittelabschnitt des Grabes sind durch eine besondere Belastung auf etwa die Hälfte der ursprünglichen Höhe aber die doppelte Breite verquetscht Im Bereich des Grabes kamen außerdem zahlreiche Steinblöcke zutage die ganz ähnliche Bearbeitungsspuren aufweisen wie die Auskleidung der Königskammer also sicher aus der Zeit des Chasechemui stammen In der Königskammer fehlt aber nichts und auch sonst gibt es keine Stellen im Grab woher diese Steinblöcke stammen könnten außer der Verkleidung eines tumulusartigen Oberbaus über dem Mittelabschnitt dessen Gewicht eben zur Verformung der Mauern führte Michael Haase Ist das Grabmal des Djoser in Sakkara die direkte und konsequente Weiterentwicklung der Grabanlage des Chasechemui Günter Dreyer Von Chasechemui zu Djoser hat schon ein enormer qualitativer und quantitativer Entwicklungssprung stattgefunden insbesondere in der Umsetzung der bis dahin in Ziegeln und Holz ausgeführten Bauten in Stein Viele Elemente des Djoser Komplexes finden sich im Ansatz aber bereits bei Chasechemui u a die Versenkung der Grabkammer unter das Bodenniveau der anderen Kammern ihre aus der Mittelachse etwas nach Westen versetzte Lage und die Auskleidung mit Stein die erst in einer Umbauphase erfolgten Manche Elemente lassen sich noch weiter zurückverfolgen so die Darstellung eines Palastes Hauses in den unterirdischen Kammern und der oberirdische Grabtumulus Unter Chasechemui gab es dabei aber Neuerungen wie etwa die Dekoration mit Fayencekacheln

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  • Der singende Koloss
    als Gesang interpretiert wurde Dieser Ton rührte wahrscheinlich von Spannungen und Rissen im Gestein der Statue her die durch die plötzlichen Temperaturschwankungen am Morgen zum Vibrieren gebracht wurden Obwohl einige Autoritäten wie zum Beispiel Plinius eine natürliche Ursache vermuteten hielten die meisten Besucher den Gesang für ein Wunder Man glaubte dass die Statue den äthiopischen König Memnon zeigt der nach Homer um seine Mutter Eos weint Es ist interessant dass so in der römischen Zeit ein altägyptisches Monument ganz durch eine klassisch griechische Brille gesehen wird Der singende Koloss erlangte große Berühmtheit und ist in mehreren Schriftquellen verewigt cf Plinius Nat Hist 36 58 Strabo Geog 17 I 46 Juvenal Sat 15 5 Von besonderem Interesse sind die über hundert griechischen und lateinischen Inschriften und Grafitti die von antiken Besuchern hinterlassen noch heute die Unterbeine der Statue zieren Nach Art vieler touristischer Grafitti ist der Sinngehalt oft auf einen Namen und ein Datum begrenzt aber einige Inschriften enthalten weitreichendere Informationen Viele Besucher schrieben einen kurzen von Homer inspirierten Vers und einige hinterließen eine Berufsangabe Danach wurde der Koloss nicht nur von Kaisern Hadrian und Severus und hohen Verwaltungsbeamten z B der Prä fekt von Ägypten sondern auch von normalen Soldaten

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  • Hawara-Pyramide
    von da d h von den bedeckten Gängen hinaus tritt so kann man sie alle in einer Reihe daliegen sehen jeder von 27 aus einem Block bestehenden Säulen getragen Aber auch die Wände sind aus nicht geringeren Steinblöcken gebaut Am Ende dieser ganzen Anlage die etwa 200 Meter lang ist liegt das Grab eine vierseitige Pyramide dessen Seiten und Höhe wohl 130 Meter messen Imandes heißt der darin Begrabene Die Säulenhöfe aber sollen gerade in dieser Zahl angelegt sein weil nach alter Sitte aus jedem Gau die Vornehmsten samt den Priestern und Priesterinnen dort zusammen kamen um in besonders wichtigen Fällen zu opfern und Recht zu sprechen Jeder Gau verfügte sich dann in den für ihn bestimmten Hof Leider ist von diesem Labyrinth das einst die benachbarte Pyramide in den Schatten stellte und zu den meistbesuchten Stätten in der Antike gehörte heute bis auf Säulenreste und Steinsplitter nur noch wenig zu sehen Der Historiker Strabo schwärmte bei seinem Besuch des Heiligtums im ersten vorchristlichen Jahrhundert in den höchsten Tönen von dem Bauwerk s Kasten und zählte dort 1500 Räume verteilt auf zwei Geschosse Herodot sprach gar von 3000 Räumen Einig waren sich beide in ihrem Urteil dass kein Ortsunkundiger ohne fremde Hilfe wieder hinaus finden könne Der Totentempel lag südlich der Pyramide sein einst ausgedehntes Areal Strabo sprach von 200 Metern Länge wird nun von dem Kanal Bahr Sela el Gedid durchschnitten Auch die Pyramide ist heute stark in Mitleidenschaft gezogen Erhalten sind nur ihr Kern ein 12 Meter hoher Felsen und Teile der Ziegelschicht um ihn herum Die Pyramide wurde wie ihre Vorgängerin in Dahschur aus ungebrannten und mit Stroh versetzten Nilschlammziegeln errichtet Um das Bauwerk zu stabilisieren bediente man sich der Skelettbauweise d h Steinrippen wurden sternförmig angeordnet die entstehenden Zwischenräume mauerte man mit großen Schlammziegeln aus Anschließend verkleidete man die Pyramide mit Kalksteinplatten diese Verkleidung war aber bereits in römischer Zeit nicht mehr vorhanden Ursprünglich erreichte die Pyramide eine Höhe von 105 Metern Der Eingang lag auf der dem Totentempel zugewandten Südseite ein weit verzweigtes Netz von Gängen führte von hier ins Innere zur Grabkammer Auf der Suche nach dem Eingang der Pyramide stellte der berühmte britische Archäologe William Matthew Flinders Petrie 1888 einige Arbeiter für Grabungen abseits von Pyramide und Totentempel ab In einem nahegelegenen römischen Grä berfeld wurden alsbald die ersten der sogenannten Mumienporträts entdeckt die Hawara berühmt gemacht haben Über dem Kopf der Mumien fand man Holztafeln auf denen ein Bildnis der Verstorbenen zu sehen war Da diese Abbildungen in die Mumienbinden oder Kartonagen eingefügt waren bezeichnete man sie als Mumienporträts Diese Bestattungspraxis stellte eine Synthese aus den tradierten Mumifizierungspraktiken der pharaonischen Zeit und römischen Elementen dar Mumienporträts waren in Ägypten rund 300 Jahre üblich d h während der gesamten römischen Kaiserzeit Die frühesten Beispiele stammen aus der Regierungszeit des Kaisers Tiberius 14 bis 37 n Chr Die Wachsmal Bilder der Verstorbenen auf Zedernholz dienten dem Ahnenkult und wurden mitsamt der Mumie im Haus der Nachkommen aufgestellt Erst als dieser häusliche Totenkult ebenso wie

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  • Birket el-Qarun und Qasr Qarun im Faijum
    schönen Blick auf den See Das heutige Hotel war früher eine Residenz von König Faruk sogar Churchill war hier schon zu Gast Weiter geht die Fahrt durch die fruchtbare Landschaft die immer wieder reizvolle Fotomotive bietet Am Straßenrand mühen sich die Bauern mit dem Anbau von Baumwolle und Gemüse vereinzelt sieht man Kühe sowie Schaf und Ziegenherden In den letzten Jahren sind hier am Seeufer in direkter Nachbarschaft von Feldern und Palmenhainen einige Siedlungen für Wochenendausflügler entstanden An der Westspitze des Qarunsees erreicht man den kleinen Ort Qarun An dieser Stelle lag die Stätte des alten Dionysias Militärposten kassierten hier Zölle von den Karawanen die von den Oasen im Westen kommend vorbei zogen Unter dem römischen Kaiser Diokletian wurde die Siedlung an dieser strategisch wichtigen Stelle befestigt eine größere Garnison wurde in einer neuntürmigen Festung aus gebrannten Ziegeln und Kalksteinquadern untergebracht Ursache für die Befestigung und Truppenstationierung waren vermutlich Überfälle von Beduinen Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fanden erste Ausgrabungen in der Siedlung am Rande des Ortes Qarun statt Doch die dabei frei gelegten mit Fresken geschmückten Häuser Werkstätten von Glasmachern und Badehäuser sind heute leider wieder mit Sand bedeckt Neben den Resten der alten Siedlung liegt der Tempel Qasr Qarun Außenmauern Tempelinneres und Dach sind erstaunlich gut erhalten denn der spätptolemäische Tempel wurde aus Blöcken sehr harten Kalksteins errichtet Der Tempel misst an der Frontseite gut 19 Meter in der Länge 27 Meter An der Ostseite des Tempels befinden sich die Überreste eines Vorhofes einer 13 Meter großen hochaufgemauerten Plattform Nördlich der Eingangstür schmiegt sich eine Halbsäule an die Tempelfront ein Rest der ehemaligen vorgebauten Säulenhalle Durch den Vorhof gelangt man zum Eingangstor Im Tempelinnern betritt man die dem Kultus geweihten Räume des Tempels zunächst drei Vorsäle deren Böden kontinuierlich nach hinten hin zum Allerheiligsten ansteigen Nach Durchqueren des dritten Raumes ist das Allerheiligste erreicht das sich nach hinten zu ebenfalls in drei allerdings kleinere Räume gliedert Zur Linken und Rechten ist es von zwei schmalen Gängen umgeben an denen je drei Kammern liegen Uräusschlangen ersetzen das übliche Hohlkehlengesims über den Türen zum Allerheiligsten sowie zum zweiten und dritten Vorsaal Nebenräume der Vorsäle führen in den unterirdischen Keller und zu zwei Treppen über die man das oberste Stockwerk und das Dach erreicht Im Obergeschoss gehen von einem Korridor beidseitig insgesamt vierzehn Räume zu drei kleinen Kulträumen ab An der höchsten hinteren Wand befinden sich zwei Reliefs des widderköpfigen Gottes Amun Chnum Wunderschön ist der Blick vom Dach über das versandete Dionysias und über den Ort hinweg auf den Qarunsee Alte Inschriften sind nicht vorhanden Über jeder Pforte ist nur die Flügelsonne zu sehen Wie andere Tempel der Region wird Qasr Qarun überwiegend dem Krokodilsgott Sobek zugeschrieben doch wird auch spekuliert dass er Amun Chnum geweiht war Darauf würden dessen Bilder an der Hinterwand im offenen Dachgeschoss des Tempels hindeuten Wendet man sich vom Tempel in Richtung Osten so trifft man auf zwei weitere kleine Tempel die ebenfalls relativ gut erhalten sind Der kleinere von beiden liegt in der Achse

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2002_2003/maerz/3_4_2003_dionysias.html (2016-04-25)
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  • Wüstentempel und Wüstenstadt: Ausflug nach Qasr es-Sagha und Dime
    des Gebel Qatrâni Widan el Faras von dort führt eine Transportstraße zu der Kai Anlage und verschiedenen Basaltansammlungen herab Die Anlage eines Tempels in der Einsamkeit der Wüste mag seltsam erscheinen Sie erinnert jedoch an ähnliche Anlagen auf dem Sinai z B Serabit el Chadim und Timna sowie in der östlichen Wüste und aus römischer Zeit z B an den Gebel es Silsilah das Wâdi Hammamât das Wâdi Miah oder den Mons Claudianus Wie in allen diesen Fällen dürfte auch die Existenz des Tempels von Qasr es Sagha in Zusammenhang mit nahe gelegenen Steinbruchgebieten stehen hier mit dem des Gebel Qatrâni Die Ruinen der Stadt Dime Acht Kilometer von Qasr es Sagha entfernt befinden sich die Überreste der Stadt Dime oder Soknopaiu Nesos Insel des Krokodilsgottes Sokno paios war die regionale Er scheinungsform des Sobek Von den Ruinen geht eine eigenartige Faszination aus Wie Haifischflossen ragen die Mauerreste gen Himmel Tondok teilweise sind sie bis zu 10 Meter hoch Ihr Anblick wirkt surreal in dieser Wüstenlandschaft Die Ruinen stammen aus griechisch römischer Zeit zum ersten Mal bezeugt ist die Erwähnung des Ortes um 240 vor Christus doch weist die Bezeichnung Insel auf einen älteren Ursprung hin denn im dritten vorchristlichen Jahrhundert zu Beginn der Ptolomäerzeit war diese Stelle bereits keine Insel mehr Die Blütezeit von Dime war wohl im ersten und zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung Bedeutung erlangte der Ort als Ausgangspunkt einer Karawanenstraße und als Binnenzollstation Später als 250 nach Christus wird Dime bzw Soknopaiu Nesos dann nicht mehr erwähnt offensichtlich wurde die Stadt von ihren Bewohnern frühzeitig verlassen aber warum vermag niemand genau zu sagen Eigentlich ist Dime eher ein Dorf als eine Stadt insgesamt einen halben Quadratkilometer groß ist das Gelände Die Überreste der über zweitausend Jahre alten Siedlung sind sehr eindrucksvoll Weiß graue Lehmziegel bestimmen das Bild der Wohn und Tempelbezirke der Wüstenwind hat manche Mauer über die Jahrhunderte zu bizarren Formationen erodieren lassen Etwas außerhalb des Ortskerns befindet sich in rund einhundert Metern Entfernung ein Gebäude dessen Kellerräume als Öl und Weinlager dienten Noch weiter in Richtung See liegt ein weiterer Gebäudekomplex der wegen seiner erhaltenen Bögen einen Blick wert ist Auch Dime lag wie Qasr es Sagha früher am Ufer des Sees heute ist der Qarun See gut drei Kilometer von den Ruinen entfernt Vom See führte ein 370 Meter langer Prozessionsweg hinauf in die Mitte der Stadt der noch immer gut zu erkennen ist s großes Foto Früher war er gesäumt von liegenden Löwenfiguren heute wird er flankiert von gut erhaltenen Mauerresten und endet an einer Plattform mit Trümmern einer bedeutenden Tempelanlage die dem Hauptgott Soknopaios Sobek geweiht war Hinter einer Umfassungsmauer aus ungebrannten Lehmziegeln befindet sich der 85 x 115 Meter große Tempelbereich mit mehreren Räumen der hintere Bereich besteht aus wohlgefügten Kalksteinblöcken der vordere aus stuckverkleideten Bruchsteinen Leider ist das Tempelhaus selber zerstört auch sind nur wenige Reliefs erhalten so kann man etwa einen Ptolomäer erkennen der ins Gebet vertieft vor einem widderköpfigen Gott Amun steht Innerhalb der Mauern befindet sich noch

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2002_2003/januar/1_2_2003_wuestentempel.html (2016-04-25)
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  • 100 Jahre Ägyptisches Museum Kairo
    Ausgrabungen und Konfiszierung der bei anderen Kampagnen ausgegrabenen Stücke den Grundstock der Sammlungen und einige der schönsten Meisterwerke ägyptischer Kunst gehen auf seine Initiative zurück Sein Ehrengrab im Museumsgarten wäre wohl nach den Pyramiden das meistbesuchte Grab Ägyptens wenn nicht die meisten Museumsgäste zielstrebig an ihm vorbei in die hohen Hallen des zweistöckigen Ausstellungsgebäudes strömten aus dem sie nach Stunden überwältigt und zu erschöpft wieder auftauchen um sich im Garten noch weiter umzusehen und die wenigen Schritte bis zu seinem Grabmal zu gelangen das umrahmt ist von den Büsten der bekanntesten Ägyptologen und Archäologen Heute gelten andere Gesetze als damals und Unikate dürfen auf keinen Fall mehr außer Landes gebracht werden Zahi Hawass betont vor den versammelten Gästen dass Ägypten in Zukunft in der ganzen Welt nach gestohlenen Kunstschätzen forschen und diese nach Ägypten zurückbringen werde Er plant eine Sonderausstellung mit den bis zu 200 Stücken die zurückerwartet werden und bittet alle anwesenden Ägyptologen ihn bei dieser Aufgabe zu unterstützen Alle Interviewpartner aus den namhaften Sammlungen der Welt die ich während der Feier auf dieses Thema anspreche sehen keine Probleme auf sich zukommen hinsichtlich einer Rückgabe gestohlener Kunstschätze Kein Museum der Welt würde heutzutage noch Artefakte ankaufen deren Herkunft nicht gesichert sei betonte Dorothea Arnold vom Metropolitan Museum of Fine Arts in New York Wilfried Seipel vom Kunsthistorischen Museum Wien ist der Meinung dass sehr viele Schätze innerhalb Ägyptens dringender der Aufmerksamkeit bedürften als dass Inspektoren in der ganzen Welt nach verschwundenen oder geraubten Artefakten Ausschau halten müssten Schließlich dienten alle diese Schätze als Botschafter der einzigartigen ägyptischen Kultur welche die Leute im Ausland neugierig machten nach Ägypten zu reisen und mehr davon zu sehen meint Regine Schulz vom Walters Art Museum Baltimore Sie erwähnte auch die 1972 von den meisten Staaten anerkannte Vereinbarung UNESCO Bestimmung nach der die Unterzeichner sich verpflichteten gestohlenes Kulturgut an das Herkunftsland zurückzugeben Für die Rückgabe weiter zurückliegenderer Beutestücke fehle jedoch die rechtliche Handhabe Höhepunkt der Hundertjahrfeier ist Mittwoch der 11 12 2002 Als Ehrengäste erscheinen Frau Suzanne Mubarak und der Kulturminister Farouk Hosni Sie streichen in ihren Festreden die herausragende Rolle die das Ägyptische Museum in seiner 100jährigen Geschichte für das Entstehen eines nationalen Selbstbewusstseins gespielt hat heraus und ehren 17 Persönlichkeiten deren Lebenswerk in besonderer Weise zum Gedeihen des Geburtstagskindes beigetragen hat Vier von ihnen sind keine Ägypter besonders die posthum geehrten Personen die ganz am Anfang der Geschichte des Museums standen Auguste Mariette der Gründer des Bulaq Museums Gaston Maspero der erste Direktor des Ägyptischen Museums und Marcel Dourgnon der Architekt Als nächstes folgen die ersten Ägypter die jeweils Direktor Mahmoud Hamza Kurator Ahmed Pasha Kamal Generalsekretär der Altertümerverwaltung Dr Gamal Mokhtar oder Restaurator Ahmad Yousef des Museums waren Sodann folgen alle 5 Direktoren die bis heute das Museum geleitet haben und schließlich einige Arbeiter Als einzige Frau wird die französische Ägyptologin und Direktorin des Louvre Christiane Noblecourt geehrt Dieser Festakt wird in voller Länge im ägyptischen Fernsehen übertragen ebenso wie ein von National Geographics produzierter Film über Dr Zahi Hawass der

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2002_2003/januar/1_2_2003_aegyptischesmuseum.html (2016-04-25)
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