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  • Rund um die Straße bis zum Vergnügungsviertel der Sh Alfy befand sich einst das Künstlerviertel Kairos Naguib el Rihany war übrigens einer der Stars der damaligen Szene in den 1940er Jahren Der heute verbaut wirkende mittlere Bereich der von vier markanten Kuppeln gekennzeichnet ist beherbergt Cafés Bars Kinos und ein Schauspielhaus Verschwunden sind auch die vielen Kinoplakatemaler die bis in die späten 1990er Jahre in Werkstätten unter anderem in der Sh Khalig al Ghani nahe der Sh Ramsis per Hand Unikate für Kinos produzierten Wir stoßen nun auf die Sh Suleiman al Halaby und folgen dieser ein Stück ostwärts bis wir am Midan Quantarret ad Dikka wieder an der Sh Gumhuriya herauskommen Der Straßenname Al Halaby erinnert an den im syrischen Aleppo Halep gebürtigen Attentäter der Anfang des 19 Jahrhunderts den unter Napoleon dienenden berühmten General Kléber erstach und damit zum Helden des nationalen Wider stands gegen die Besatzer wurde Viele Gebäude der Straße wurden im klassizistischen oder neo Eingang zur St Georgs Kirche 50 barocken Stil erbaut sind jedoch im Stadium des Zerfalls oder wurden bereits abgerissen und durch Neubauten unter anderem einem Kraftwerk ersetzt Zuletzt stürzte an der Ecke zur Sh Orabi 2009 ein solches bereits jahrelang mit Stützbalken gesichertes Gebäude ein Der gewaltige Trümmerhaufen 6 wartet seit vergangenem Spätsommer auf eine neue Bestimmung Lediglich eine nachträglich im hinteren Bereich eingebaute kleine Erdgeschoss Moschee steht noch Das abends hinter den weißen Trümmersteinen sichtbare grüne Licht wirkt fast wie ein unheimliches Menetekel Es ist zu vermuten dass hier ein weiterer moderner Zweckbau oft Tankstellen errichtet wird Wir folgen der Sh Gumhuriya südwärts vorbei am heute mit der Zentralbank und anderen Bürogebäu den bebauten Grundstück des berühmten in Revolutionsjahren abgebrannten Shepheards Hotels 7 zur Sh Ali El Kassar ehem El Guenina Die nach einem Kinoschauspieler benannte Straße am Nordrand des Ezbekiya Parks war wie die Sh Clot Bey mit durchlaufenden Arkaden als zeitgenössische Kopie der Rue de Rivoli in Paris angelegt worden Gut erhalten ist dies nur noch am Ende der St raße Während die in den nahen Hotels untergebrachten Europäer und die Angestellten der vielen hier angesiedelten Konsulate hier ehedem in Straßencafès europäische Zeitungen lesen konnten dominiert heute der Handel mit Elektroteilen und Werkzeugen Hier in der Gegend im nahen Haret El Khazindara konnte Mann auch das Abenteuer einer Visita bei Damen unternehmen In der Haret el Arbakhana dagegen legten sich Pferde und Esel zur Nachtruhe die tagsüber Touristen vom Bahnhof in die Stadt transportiert hatten Wir erreichen den Midan Khazindan mit dem großen Bau des ehedem renommierten Kaufhauses Sednaoui 8 das wie das Tiring Building 1913 an der damaligen Hauptachse der Passantenströme zwischen Ataba Platz und Hauptbahnhof entstand Die Brüder Sednaoui waren eine der wenigen nicht jüdischen Kaufhausinhaber der Belle Epoque Die Syrer waren Rivalen der sephardischen Kaufleute Cicurel Chemla und Omar Effendi Zunächst hatten sie in der Sh Muski nahe des Basars eine Nieder lassung Einer Anekdote zufolge nahm ihre Erfolgsgeschichte durch eine besondere Begegnung einen entscheidenden Schwung vorwärts Nachdem Palastangestellte des Khediven dort entweder zu viel

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  • Kamelmarkt
    Behandlung der Tiere Da werden Kamele z B geschlagen bis Rippen brechen Nur über eine Tatsache ist man sich einig Die Tiere sind gut genährt zumindest dem Anschein nach warum wohl Sie sollen ja einen guten Preis bringen bzw ihr Fleisch Kamelfleisch ist preiswerter als anderes Fleisch und wird unter anderem zu Köfte Gehacktes mit Reis und Zwiebeln weiterverarbeitet Mit vielen oftmals unnötigen Stockhieben werden verkaufte Tiere auf die PickUps gezwungen die in der Regel keine Laderampe besitzen und ihren Weg in die Schlachthäuser Kairos nehmen Abtransport der Tiere Anfang der 90er Jahre wurde der Kamelmarkt von Birqash nach Imbaba einem Vorort von Kairo verlegt Hier das gleiche Bild Tausende Kamele treten einen vierwöchigen Marsch durch die östliche Sahara beginnend in der sudanesischen Wüste an um auf diesem riesigen Areal zwei Tage lang vor Marktbeginn in Form gebracht zu werden Es geht auch hier nicht um das Wohlergehen der Tiere einzig und allein das gute Aussehen ist entscheidend Hier fand jeden Freitagmorgen der größte Kamelmarkt der Welt statt Schon vor Sonnenaufgang begannen hier die Preisverhandlungen einhergehend mit einer teilweise recht brutalen Beschau der Tiere Langschläfer haben hier das Nachsehen respektive müssen sich mit den Resten begnügen Von hier aus traten die meisten Kamele ihren letzten Weg in die Schlachthäuser der Millionenmetropole Kairo an Da wurden Tiere von heranwachsenden Söhnen geschlagen nur um einmal wie der Vater Macht über das sonst zu Recht so stolze Wüstentier auszuüben Den Kamelen wurden die Kiefer grob auseinandergezogen nur um das Gebiss zu sehen Geschlagen bis sie bluten werden sie dann am Schwanz auf die PickUps gezogen Der Journalist Martin Durm beschreibt in seinem Artikel Es stinkt nach Mist und Geld den Kamelmarkt von Imbaba unter anderem wie folgt Der Markt von Imbaba ist nicht empfehlenswert für sensible Gemüter Auf der Suche nach dem f otogensten Kamel ist schon so mancher Besucher unter die Hufe gekommen oder in frische dampfende Fladen getapst Dennoch empfehlen etliche Reiseführer den Souk al Gimal als Exkursion ins orientalische Leben und der Ratschlag wird offenbar von vielen beherzigt Vor allem freitags lassen sich Ausländer in klimatisierten Kleinbussen zu den Kamelen chauffieren denn am islamischen Feiertag ist Hochbetrieb in Imbaba Schon in der Nacht werden Hunderte von Kamelen auf den Marktplatz getrieben Bauern aus dem Niltal ziehen mit Ziegen und Eseln zum Souk Über dem Areal liegt der süßsäuerliche Gestank von Mist und Urin Dabei sind die aus dem Sudan nach Kairo gelieferten Exemplare alles andere als prächtige Wüstenschiffe wie abgetakelte Fregatten laufen sie ein nachdem sie einen schier endlosen Weg hinter sich gebracht haben Auf der Arbain der vierzig Tage dauernden Reise legen die Kamele 1500 Kilometer zurück Die Karawanen folgen der alten Pharaonenroute die schon vor 4000 Jahren den Sudan mit Oberägypten verband Nach dem Marsch aus ihren Stammesgebieten bilden die Treiber im sudanesischen El Damer größere Herden für den Treck ins ägyptische Niltal In langen Karawanen ziehen sie zuerst durch das zentralsudanesische Grasland und weiter quer durch die nördliche Wüste Die Männer treiben Millionenwerte vor sich her Auf

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  • wust il balad
    ihre Stadt neben die der Einheimischen setzen in Kairo war es der Herrscher selbst Er ließ nicht nur architektonisch und städtebaulich das Haussmann sche Vorbild nachahmen sondern hatte auch das Ziel seine Hauptstadt insgesamt grundlegend zu europäisieren Nicht umsonst wurde dieser Stadtteil Al Qahira al Ismailiya oder kurz Ismailiya genannt Zur Eröffnung des Suezkanals wollte der Vizekönig den europäischen Herrschern imponieren Mit seinen Projekten verschuldete er sich jedoch so sehr dass sich die Briten 1882 als Kolonialherren etablieren konnten Da wo heute die Treppen zur Metrostation hinunter führen setzte sich bis vor zehn Jahren noch die Sharia 26 Juli durch den Park weiter zum Atabaplatz fort Als zentrale Ost West Achse verband sie den Hafenvorort Boulaq mit der Sharia Muski und der Altstadt Beidseits der Straße verdeckten hier hunderte Verkaufsbuden den Blick in den Park Fast der gesamte Fußgängerverkehr von der Neustadt in die Altstadt strömte hier durch Entsprechend vielfältig war das Angebot Als Besonderheit gab es hier auf alte Zeitschriften spezialisierte Händler dem einzigen Überbleibsel der Belle Epoque Wir gehen nun unter den Ästen der Parkbäume hindurch zum Midan Opera dem ehemaligen Opernplatz mit der Statue von Ibrahim Pascha Ismails Vater wendet nicht zufällig der Altstadt den Rücken zu Die Geschäfte der hier mündenden Straßen waren buchstäblich das glitzernde und hell erleuchtete Schaufenster Europas für den Orient Doch das ist lange her Denn Das hässliche Parkhaus im Rücken Ibrahims steht an der Stelle der 1869 eingeweihten 1971 jedoch abgebrannten Oper Mit dem Verlust dieses kulturellen Zentrums einher ging ein schleichender Bedeutungsverlust des Platzes Neues Zentrum wurde der Midan Tahrir am Westrand der Neustadt Wir halten uns auf dem Bürgersteig und folgen dem Zaun des Parks in Richtung Ataba Platz Links stehen im Park einige Theater ihnen gegenüber stehen rechts die Hauptfeuerwache und Hauptpost der Stadt Diese Standorte verdeutlichen dass am Atabaplatz als Scharnier zwischen Alt und Neustadt zentrale Einrichtungen angesiedelt worden sind Durch den Tunnel der unter der Altstadt durch zur Sh Salah Salem führt sowie die Azhar Hochstraße zum Khan el Khalili wurde der Ataba vom Autoverkehr in Ost West Richtung befreit Auch die Straßenbahn fährt hier nicht mehr durch Bis in die 1990er Jahre war hier noch der Hauptkreuzungspunkt der Linien Der Nord Süd Autoverkehr den die vom Busbahnhof und dem Hauptbahnhof kommenden Fußgänger hier queren müssen reicht jedoch dafür aus dass der Platz so quirlig wie eh und je ist Bevor wir zum Ataba kommen wollen wir uns jedoch einen Eindruck der hier angesiedelten Branchen machen Das Warenangebot des Gebäudekomplexes jenseits der Straße entspricht der zentralen Lage Bis in den letzten Winkel des Gebäudes finden sich Händler von Goldschmuck Uhren Handies und anderen Elektroartikeln Durch einen Stoff und Textilienmarkt links des Gebäudes strömen die Passanten in Richtung Altstadt Wir biegen am Ende des kleinen Platzes links ab und gleich nach der Moschee wieder rechts in eine Gasse Hier findet sich der Suq el Waraq Einige Gassen mit einer deutlichen Konzentration von Papierhandel und druckereien die sich auf Visitenkarten Geschenkpapier sowie Glückwunschkarten spezialisiert haben Fast alle Geschäfte sind in koptischem Besitz Wir überqueren die Sharia al Gheish und erreichen den eher unscheinbaren Ausgang der Sh Muski deren Bedeutung als Westtor zur Altstadt durch den hohen Passantenverkehr unübersehbar ist Würde man dieser von Napoleon zur militärischen Kontrolle der arabischen Stadt als neue Ost West Achse in die Altstadt hinein gehauenen Straße folgen würde sie als wichtigste Stoff und Kleidungsverkaufsstraße der Stadt immer quirliger werden bis man am Khan el Khalili herauskommt Ein hundertjähriges Relikt in einer links abzweigenden Gasse lohnt jedoch schon nach wenigen Metern eine genauere Betrachtung Den Schriftzug Tiring kennt sicherlich jeder der schon öfters auf der Hochstraße zum zentralen Basar gefahren ist Ein Herkules hält dort oben weit sichtbar eine Glaskuppel auf den Schultern und erinnert daran dass in diesem ehemaligen Kaufhaus einst der Nexus das zentrale Glied im Netz des Kairener Einkaufsviertels zu finden war Die Geschichte des 1912 13 durch Victor Tiring errichteten Baus kennt hier niemand mehr In seiner Hochphase war dieser Konsumtempel fast den Galeries Lafayette des großen Vorbilds Paris ebenbürtig Dieser Schrein kapitalistischen Unternehmertums war einer der wenigen Orte in Kairo in dem man unter einem Dach englische Stoffe Pariser Haute Couture und Parfüms sowie deutsche Haushaltswaren kaufen konnte Tiring dominierte die Szene des gutbürgerlichen Kairo der Belle Epoque Auf die Revolution folgten ungeklärte Eigentumsverhältnisse Heute bietet das Gebäude einer Hundertschaft von illegalen Siedlern und Ausbeuterbetrieben eine Bleibe Grotesk dass der alte Namenszug unverändert etwas anderes vortäuscht Wir gehen jedoch weiter in Richtung der Hochstraße zum sich nun weit öffnenden Atabaplatz von dem es vor 100 Jahren hieß er sei das Tor zwischen Kairos glorioser Vergangenheit und der Zukunft Nun ist die Zukunft hier auch schon wieder Vergangenheit Es ist dies der richtige Ort über die mit dem explosionshaften Wachstum der Metropole erfolgten räumlichen Verschiebungen der Zentren und der notwendigen Veränderungen der Verkehrsinfrastruktur zu staunen Denn hier stand von 1877 bis 1934 das Oberste Gericht der Stadt ehe es der Einmündung der Sharia al Gheish und der Sharia al Azhar einem parallel zur Sharia Muski geschlagenen Straßendurchbruch durch die Altstadt weichen musste Damals hatte Kairo eine Millionen Einwohner Der dreieckige Raum der sich von hier einerseits zum Midan Ramsis am Hauptbahnhof andererseits zum Midan Tahrir am Ägyptischen Museum erstreckt bildet in etwa den Raum der an die Altstadt angegliederten Neustadt ab Heute bedecken Alt und Neustadt vielleicht noch 10 Prozent der Fläche der Gesamtstadt Der Atabaplatz hat für den Verkehr in Ost West Richtung die Funktion eines Scharniers zwischen Alt und Neustadt Hier kreuzen sich Ost West und Nord Süd Achsen letztlich für den Durchgangsverkehr zwischen dem Nildelta und Oberägypten Rund um diesen Platz lässt sich die Gemengelage zwischen traditionell arabischer und neuzeitlicher Stadt von Menschen die zu Fuß oder motorisiert in jeweils unterschiedliche Welten streben am besten beobachten Wir queren unter der Hochstraße die Sh Al Azhar ebenfalls ein Straßendurchbruch allerdings gut 75 Jahre nach dem der Sh Muski und erreichen den eher unscheinbaren Eingang zum zentralen Fleischmarkt Wer sich den Gerüchen und optischen Impressionen dieses über 100 jährigen

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  • Luxor ohne Pharaonen
    geben beide Gruppen bleiben sich fremd und pflegen weiter ihre Vorstellungen voneinander alle Touristen sind reich denn sie können einen Flug bezahlen und in Hotels leben und alle Ägypter sind Abzocker und Gauner Aber auch die Einwohner Luxors selbst sind fremd im eigenen Land Nicht nur die Stadtplanung die übergroße Präsens von Polizei und Militär die Ampeln an der Corniche die die Rot und Grünphasen in Sekunden anzeigen auch die überhöhten Preise für Lebensmittel und Mieten alles ist am Tourismus ausgerichtet Das große Geschäft mit dem Massentourismus aber wird von den Fremden gemacht und das sind nicht etwa die Ausländer sondern die ägyptischen Manager der Hotelketten und Reiseagenturen aus dem Norden Selbst die gut ausgebildeten Touristenführer stammen aus Kairo und Alexandria Oberägypten mangelt es nach wie vor an Ausbildungsstätten Investoren und der nötigen Infrastruktur Den Einheimischen bleiben nur die kleinen Geschäfte mit Dienstleistungen wie Taxis Feluken Motorboote und die Arbeit in Hotels oder als Wärter in den Altertümern Vor allem die jungen Männer die abends aus der touristischen Scheinwelt in ihre immer noch von traditionellen Wertvorstellungen geprägten Dörfer zurückkehren haben Anpassungsschwierigkeiten und Schwierigkeiten mit ihrer Identität Sie sind attraktive junge Männer mit sexuellem Notstand auf der Jagd nach Touristinnen und vielleicht einer Einladung nach Europa gleichzeitig sind sie oft schon junge Familienväter die für Frau Kind und die alte Mutter zu sorgen haben und schließlich sind sie immer Saidi Oberägypter über deren angebliche Rückständigkeit es zahllose Witze gibt Eines der größten Komplimente eines Einheimischen für einen Touristen lautet wir lieben und respektieren dich weil du wegen uns hier bist und nicht nur wegen der Steine Ehre und Respekt sind Kernbegriffe im Leben eines Oberägypters Wenn er diese Haltung spürt zum Beispiel weil der Gast im Taxi sich mit ihm unterhält und sich für ihn interessiert anstatt sich den Dienstboten negierend schweigend chauffieren zu lassen wird der Besucher mit herzlicher und absichtsfreier Gastfreundschaft behandelt Der durchschnittliche Einheimische interessiert sich nicht wirklich für die Steine auch wenn er gerne seine pharaonischen Großväter zitiert Die Bewohner der Westbank die vorwiegend Fellachen sind sind sich aber der altägyptischen Wurzeln vieler ihrer Traditionen bewusst in der Art wie sie Feste feiern ihre Toten beerdigen sich vor Krankheiten Schlangen Skorpionen und dem bösen Blick schützen usw Sie sind stolz darauf aber in letzter Zeit auch zunehmend ambivalent weil vieles Althergebrachte nicht islamisch sondern pharaonisch sei Und daher zögern sie oft auf bestimmten dörflichen Traditionen zu bestehen und sie weiterzugeben Doch geschieht es immer wieder einmal dass ein interessierter Individualreisender nach seinem Besuch in den Gräbern vor allem der Noblen und der Handwerker von seinem Taxifahrer eingeladen wird mit in ein Dorf zu fahren wo gerade gefeiert wird um sich in natura das anzusehen was er gerade in den Gräbern besichtigt hat die Pflanzen die Art der auf großen Platten angerichteten Speisen Musik und Tanz und vor allem die berühmten Stockspiele Auch die ägyptischen Intellektuellen hatten lange Zeit kaum Interesse an der kulturellen Kontinuität ihrer Geschichte Es erwachte erst in der Zeit der großen Ausgrabungen Anfang des

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2009_2010/05_06_10/Heft4_Luxor-Pharaonen%20Kopie.htm (2016-04-25)
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  • Luxor
    ein kultureller Vortrag von einer Stunde Dauer stattfinden Wiederum samstags aber zwei Wochen später trifft man sich zum zwanglosen Beisammensein Zwischendurch werden auch schon mal kleine Ausflüge oder Picknicks organisiert Beim ersten Treff am 14 Januar 2006 las Elvira Grünert einige ihrer ägyptischen Kurzgeschichten vor wovon manche bereits im Papyrus Magazin veröffentlicht wurden Am 1 Februar 2006 war der in Deutschland lebende Ägypter Ayman Abazied zu Gast und sprach über die Frauen im Alten Ägypten Regen Zuspruch fand am 11 März 2006 der Vortrag von André Chappot über das Recht in Ägypten Es wurden viele Fragen gestellt Der Höhepunkt der bisherigen Veranstaltungen war die kostenlose Aufführung des von Jo und Anne Hamid geschriebenen Volkstheaterstückes Alte Liebe rostet nicht Nach einigen Wochen während derer fleißig geprobt wurde konnte das Stück mit den Laienschauspielern im Garten des Hotel Fayrouz in El Gezira in deutscher Sprache aufgeführt werden Übersetzungen in Englisch und Arabisch lagen auf den Tischen aus Unter den über 100 internationalen Zuschauern waren auch die Nachbarinnen der DarstellerInnen und die Hausfrauen aus dem Dorf zu sehen sehr zur Freude der Akteure und der ägyptischen Frauen Wie Jo und Anne verraten haben ist ein neues Theaterstück für das kommende Jahr geplant Wir

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  • Alexandria
    der DSB in Alexandria arbeitet und rief sie an Es setzte ein reger Informationsaustausch ein Frau Sadat besorgte die Hotelbuchung die Bestellung des Abendessens gab mir alle Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittsgeldern und stellte uns eine Empfehlung für unseren Zeitplan zusammen Um es kurz auszudrücken ein Reiseunternehmen hätte es nicht besser machen können Wenige Tage vor unserem Abfahrtstermin spürte ich auch endlich die Vorfreude meiner Schüler auf das Ereignis Für die Fahrt hatte einer von ihnen einen Kleinbus organisiert Als er an der Schule vorfuhr bezweifelten wir ob 25 Schüler und zwei Betreuungspersonen darin Platz finden würden Aber schon das Einschichten machte viel Spaß und ich glaube es interessierte kaum jemanden dass es etwas eng und unbequem war Am Vormittag des ersten Tages besuchten wir zunächst das griechisch römischen Theater Es ist das einzige erhaltene Amphitheater in Ägypten Wichtige Informationen erhält man an Übersichtstafeln direkt am Eingang und jeder konnte nach Interesse seinen Wissensdurst stillen Gegen Mittag kamen wir am Fort Quait Bey an Das Bauwerk ist beeindruckend und bereits von der Corniche aus sichtbar Es wurde im 18 Jahrhundert auf den Grundmauern des Leuchtturms von Alexandria eines der Weltwunder erbaut und diente zur Verteidigung Wir erhielten eine sachkundige Führung Jeder eroberte allerdings die Festung auf seine Weise ob durch kleine Klettertouren das Genießen des herrlichen Ausblicks auf das Mittelmeer oder das interessierte Zuhören bei der Führung Ein wichtiges Besuchsziel der Stadt ist natürlich die im Jahre 2002 eröffnete neue Bibliothek Sie soll die Nachfolge der ersten antiken Bibliotheca Alexandrina antreten die durch Brände bereits im Altertum vollständig zerstört wurde Das neue Gebäude ist architektonisch sehr interessant und trug in den vergangenen Jahren dazu bei die Stadt Alexandria als Kultur und Wissenschaftszentrum wieder mehr in den Blickpunkt zu rücken Inzwischen machte sich bei uns der Hunger bemerkbar Ein reichhaltiges und

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  • German University
    und die Ingenieurfakultät beherbergen wird überragte von seinem etwas erhöhten Standort aus das bunte Treiben Die Vergrößerung des Geländes erlaubte in diesem Jahr die Ausweitung der Veranstaltung Sie gab mehr Raum für den Auftritt von Geschäftsleuten die wie die Deutsche Botschaft und die deutschen Institutionen nun auf dem Basketballfeld über ihre Angebote informierten Vermisst habe ich die Präsenz der ortsansässigen deutschen Schulen Wie ich von Lehrern sowohl der DSB als auch der DEO hörte hatte die Absprache der GUC mit den Bildungsstätten nicht richtig funktioniert Schade denn im vergangenen Jahr empfand ich die Zusammenarbeit als sehr bereichernd Hinweise an Mauern und auf der Erde zeigten mir auf meinem Rundgang den Weg zum Physik Demo Labor dessen Experimente auf Publikum vorbereitet waren aber leider wie die Vorführungen in anderen Departments auch wenig Zulauf erfuhr Für den zweiten Tag war wie im Jahr zuvor ein Mini Marathon geplant den ich mir gerne angesehen hätte der allerdings vom Zeitpunkt her mit einem Physik Vortrag kollidierte dem ich dann den Vorzug gab An dieser Stelle hätte ich mir eine bessere Koordination gewünscht Gefehlt haben mir auch Ankündigungen über Lautsprecher zu den stattfindenden Ereignissen In einem der Gebäude fiel mir eine Ausgabe der in Zusammenarbeit von Studenten mit den GUC Departments für Communications External Relations und English Scientific Method herausgegebenen Zeitung Echo in die Hand in der ich ein Vorwort von Herrn Botschafter Kobler fand Unter anderem sprach er den immer wieder beklagten Umstand an dass die Unterrichtssprache an der German University nicht Deutsch sondern Englisch ist Die Studenten haben die Möglichkeit am uni eigenen German Centre Deutsch zu lernen aber Deutschkenntnisse sind keine Voraussetzung für ein Studium an der German University Herr Kobler empfiehlt in seinen einleitenden Worten sich neben Englisch eine weitere europäische Sprache anzueignen denn sie erleichtere es die entsprechende Kultur besser

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  • Inari und sein Harem
    Stroh ausgelegt Seile werden angebracht Anschließend wird der Wagen auf den einfachen Ladeplatz manövriert Das Gefährt steht so tief dass die Tiere ebenerdig in den gepolsterten offenen Laster gelangen können Praktisch und einfach ja sogar bequem denke ich Allerdings sind unsere Dromedare da ganz anderer Meinung Sie kennen einander erst eine Nacht den Hengst überhaupt nicht Sie alle kommen aus verschiedenen Herden Sie haben Durst Vor der Fahrt dürfen sie nicht trinken Auf dem Markt ist das brackige Wasser so teuer dass die Händler sich das Geld sparen Auch war die Reise durch die Wüste lang Das Warten in Halib dem Grenzort auszehrend Also haben sie schon seit längerer Zeit kein Wasser mehr getrunken Die Tiere scheuen Sie wollen nicht in den Laster Ein Seil wird dem ersten Tier um den Hals geschlungen Vorne ziehen vier Männer von hinten stoßen zwei Das Kamel schlägt aus es windet sich Stockschläge prasseln von den auf der Seite stehenden Gesellen auf das arme Tier nieder In mir sträubt sich alles Ich gehe zur Seite und bitte um Hilfe Ich verspreche den Tieren dass sie das letzte Mal verladen werden Ich spreche ihnen Mut zu umhülle sie mit all meiner Liebe Von überall her dröhnen die Angstschreie an meine Ohren Unzählige Laster werden beladen Da ein entsetzlicher Schmerzensschrei durchschneidet die Glut der Mittagshitze Ich eile zu unserem Verladeplatz zurück Ein Tier hängt mit dem linken Vorderbein über den Rand des seitlichen Aufbaus Es brüllt vor Schmerz da sich die Eisenkante in seine Achselhöhle gräbt Wild rudert das abgedriftete Bein in der Luft herum Schließlich gelingt es den Beladern das Bein auf die Ladefläche zu hieven Schnappend wehrt sich das Kamel Die bereits verladenen Tiere geraten in Unruhe Der Hengst röhrt aufgebracht Er beginnt um sich zu beißen Da der erlösende Knall die hintere Ladeplanke wird geschlossen Die Verschlusshaken klicken scheppernd ein Die Kamele werden nun mit den Seilen über ihren Rücken nach unten gebunden damit sie auf der Fahrt nicht aufstehen können Khaled entlöhnt die Verlademannschaft während ich die Wunden der verletzten Männer pflege Die Kamele erhalten Maiskörner und sie beruhigen sich langsam Wir holen die Ausfuhrbestätigungen ab und endlich ist der Weg bis zum nächsten Wachposten frei Weg nur weg von Shalatein schreit es in uns Wir haben mehr als genug vom hiesigen Kamelmarkt RÜCKREISE Vor uns fährt unser Kamellaster Wie dankbar bin ich dass wir raus sind dass wir die Kamele haben und dieser klägliche Haufen hat bereits jetzt mein Herz erobert Auf das Fell eines Tieres zaubert das schräg einfallende Nachmittagslicht leuchtende Flächen Khaled schau dieses Tier wird SANFIRA heißen erkläre ich spontan Sanfira die Glänzende wie ich sie von nun an nenne wird sich später als ganz besonderes Kamel entpuppen Kaum losgefahren werden wir schon beim Polizeiposten aufgehalten Die Papiere der Kamele müssen vorgewiesen werden Auch müssen wir unsere Heiratsurkunde mit den 17 Stempeln zeigen Nach eingehendem Studium können wir weiter zuckeln Im Wechsel von Militär und Polizeiposten geht die Reise langsam voran Da es gibt Unruhe auf der Ladefläche

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2005_2006/september/Inari_Harem.htm (2016-04-25)
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