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  • Flux, Bar mit Restaurant in Mohandessin
    sich auf Die Weite des Flusses wartete Nun machten wir es uns gemütlich Wir lagen auf unserer Spielwiese herum beobachteten Wasser Schiffe Tiere und Menschen die unsere Bahn kreuzten Wir Europäer neigen ja oft dazu immer nach Beschäftigung und Aktion zu lechzen und werden völlig nervös wenn einmal nichts los ist Aber nach einiger Zeit stellte sich bei uns diese oft vermisste aber auch verpönte Ruhe und Gelassenheit ein die durch die Beschaulichkeit und Trägheit des Flusses bedingt auf uns übersprang Ein Nickerchen da eine entspannte kleine Mahlzeit dort ein relaxtes Gespräch Schule verboten ach wie schön kann die Welt sein Die Pylonbrücke hinter Assuan war dann natürlich durchaus spannend denn das Segel musste gerefft und das Tempo enorm gedrosselt werden da wir nur mit Mühe unter der Fahrbahn durchpassten Aber dann wieder diese im Schlamm suhlenden gamussa Frauen die Wäsche oder Geschirr im träge dahin fließenden Fluss wuschen oder Kinder die badeten oder mit ihren Eseln am Ufer beschäftigt waren Unsere Crew verwöhnte uns mit liebevoll bereiteten Mahlzeiten nervte uns keinesfalls und organisierte notwendige Landungen mit Voraussicht Sicher ist die Hygienesituation ein wenig ungewohnt Sein Geschäft in der freien Natur zu verrichten ist nicht jedermanns Sache und auch die Furcht vor Bilharziose war Gesprächsstoff aber ich fand es herrlich mich im Wasser des Nils zu erfrischen Mit dem Wind hatten wir ziemliches Glück Morgens und abends konnten wir gut segeln nur an den Nachmittagen machte der Gott des Windes auch ein Nickerchen so dass wir nur bedächtig mit der Strömung abwärts trieben Für uns war jedoch die Geschwindigkeit nicht das Maß der Dinge und so ließen wir die Kreuzfahrtschiffe mit ihren Touristenhorden und den uns merkwürdig beäugenden Blicken vorbeiziehen sie bedauernd weil sie am Abend Schiff an Schiff bei den bekannten Anlegestellen übernachten und dann auch noch diese famosen

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  • Sakha und Saint Dimyana: Unterwegs im Delta, auf den Spuren der Heiligen Familie
    die Heilige Dimyana soll dort getauft worden sein Das Kloster wurde 1483 von den Mamluken niedergebrannt Wann der Stein mit dem Fußabdruck verschwand kurz bevor das Kloster niederbrannte oder schon während der Eroberung durch die Araber weiß man nicht Dr Meinardus ein bekannter Forscher auf dem Gebiet der Geschichte der koptischen Kirche konnte in den Jahren 1960 bis 1970 den Ort des Klosters nicht lokalisieren Bei Bauarbeiten und Grabungen vor der Kirche wurde dann 1984 der Stein entdeckt Er lag 1 5 m tief verborgen unter dem Kapitell einer Säule Papst Shenuda bestätigte die Echtheit des Steines und des Fußabdrucks Um den Stein zu sehen kommen alljährlich viele Pilger nach Sakha Am 1 Juni jeden Jahres zu der Jahreszeit zu der die Heilige Familie nach Ägypten kam wird der Stein vom obersten Bischof in einer feierlichen Prozession um die Kirche getragen Neben Reliquien und einer schönen alten Altarwand gibt es in der Kirche zwei Ikonen von Astasir el Rumi einem bekannten Ikonographen aus dem 19 Jahrhundert Am besten hat mir persönlich eine dritte Ikone gefallen die das Leben Christi darstellt Sie wirkt griechisch aber man kann sie nicht genau datieren Stammt sie aus griechischer Zeit oder von einem späteren Künstler aus Konstantinopel oder Zypern Wir haben keine Zeit darüber nachzudenken denn zu lange haben wir in Sakha verweilt die Nonnen im Konvent Saint Dimyana er warten uns bereits Aber Pater Mattias der seit 1975 in Sakha Priester ist hat uns alles so liebevoll und ausführlich gezeigt und erklärt Dimyana liegt in der Nähe von Bilqas Es ist ein Dorf mit christlicher und moslemischer Bevölkerung Die Strecke von Sakha nach Dimyana fährt sich besser als der erste Teil Nicht so viele Ortschaften und das Delta wirkt hier auch freundlicher mehr Grün mehr Weite Der Konvent liegt etwas außerhalb des Ortes eine große Kirche mit einem großen Gebäudekomplex Das Nonnenkloster erinnert mich etwas an Abu Mena Ein Aufenthalt der Heiligen Familie in Dimyana wird in keinem Manuskript erwähnt doch berichten bis heute mündliche Überlieferungen dass sie hier Rast gemacht hat An dem Platz des heuti gen Konvent stand einst der Konvent der Heiligen Dimyana Sie lebte hier mit 40 Jungfrau en alle starben den Märtyrertod während der Christenverfolgung im 4 Jahrhundert Als wir uns der Kirche nähern sehen wir Hunderte von Zelten eine richtige Zeltstadt Ein Mulid wird gefeiert Bunte Verkaufsstände drängen sich überall bis hin zum Kirchenein gang und dazwischen fröhliche festlich gestimmte Menschen Ein wahres Volksfest weit entfernt vom Nahda der Gebetszeremonie zu Ehren eines Heiligen aus der sich der Mulid entwickelt hat Ich hätte mich gern unters Volk gemischt aber wir wollen ja den Konvent besichtigen Der Metropolitan Bishoi empfängt uns und begrüßt uns in einer der vier Kirchen ausgiebig Er ist ein älterer Herr mit großer Ausstrahlung die er auf uns wirken lässt Immer wieder setzt er sich für das uns begleitende Fernsehteam und die zahlreichen Fotoapparate ins rechte Bild Dann dürfen wir essen besser gesagt speisen an einer festlich gedeckten und reichhalti gen Tafel Anschließend fahren wir

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  • Wale und Wasser mitten in der Wüste
    dem bereits beschriebenen Gebiet rund um die Seen zählen zur Wadi el Rayan Protected Area auch faszinierende Landschaften und Formationen in der Wüste mit seltenem Wildlife und einzigartigen Fossilien vergangener Kreaturen außerdem Überreste antiker Kulturen Das Wadi el Hitan Tal der Walfische in der entlegenen nordwestlichen Ecke des Parks gehört aus paläontologischer Sicht zu den interessantesten Gebieten der Erde Vor rund 40 Millionen Jahren befand sich hier während des Eozän rund zwei Millionen Jahre lang ein Ozean das Tethys Meer Dann hoben kontinentale Verschiebungen das Gelände das Meer wurde zurückgedrängt die Überreste der Meeresbewohner waren in Sedimenten gefangen Heute kann man in dem acht Quadratkilometer großen Gelände dem früheren Südufer des Ozeans die versteinerten Skelette von primitiven Walen Haifischzähne Muscheln Korallen und andere Spuren marinen Lebens entdecken Auch versteinerte Mangrovenwurzeln sind stumme Zeugen jener Epoche Von besonderem Interesse für die Wissenschaft sind die Walfischskelette insgesamt 250 Exemplare wurden bisher ausgemacht Als die ersten 1830 entdeckt wurden dachte man zunächst es handele sich um die Überreste eines prähistorischen Reptils deshalb nannte man die Species Basilosaurus Königseidechse Heute ordnet man sie den Walen zu genauer den Zeuglodon einer ausgestorbenen Walart Das Wadi el Hitan wird auch Wadi Zeuglodon genannt Insgesamt drei Arten der Zeuglodon wurden ausgemacht Basilosaurus Isis Prozeuglodon und Dorudon Lediglich der kleinere Dorudon war eventuell ein Vorläufer späterer Walarten alle anderen sind wohl mit den heutigen Walen nicht direkt verwandt Die Basilosaurus waren noch keine reinen Meeresbewohner sie waren Amphibien die jederzeit an Land kommen konnten Ihre langen schlanken Körper wiesen als Vordergliedmaße ein Paar kräftiger Schwimmflossen auf ähnlich denen der Seehunde hinten liefen sie auf kleinen aber perfekt ausgebildeten Hinterbeinen mit Oberschenkel Kniescheibe Schien und Wadenbein die am Ende zu Füßen mit vier Zehen gebogen waren Mit Ausbildung der Flossen hatten die Zeuglodon lediglich den ersten Teil des Übergangs vom Land zum Meeresbewohner hinter sich Bei den Urahnen der Wale wie wir sie kennen verlängerte sich dann der Rücken die hinteren Gliedmaßen verschwanden nach und nach Heute erinnern nur noch kleine Auswüchse an Hinterbeine wie sie die Zeuglodon noch aufwiesen Diese Walart erreichte eine Länge zwi schen 12 und 24 Metern die Tiere wogen bis zu sieben Tonnen Der Basilosaurus und seine Verwandten verfügten über lange weiße Sägezähne und ernährten sich von Fisch Weichtieren Krustentieren und Phytoplankton Rund ein Dutzend der besten Fundorte von Walfisch Wirbelsäulen sind links und rechts neben dem markierten Track durch Seile markiert und gesichert Andere Rückgrate liegen unter Erd oder Schutthügeln begraben weshalb man weder auf diese Anhäufungen klettern noch über sie hinweg fahren sollte Den Besucher faszinieren aber nicht nur die Fossilien Die Landschaft allein wäre die Anreise wert Das Walfischtal zieren wunderschöne karamelfarbige Felsblöcke die aussehen als hätte man sie mit Glasur überzogen oder mit Sirup durchtränkt Große und kleine verwitterte Sandsteinfelsen sind wie zufällig dekoriert hier und da über die Ebene verstreut Sandrippen zieren in Linien und Kreisen die Felsen als wären sie heraus gemeißelt worden Ein Werk der Erosion Wie von Künstlerhand geschaffen sind aus den Felsblöcken skurrile Skulpturen entstanden

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  • Royal Nile Tower
    Qualität der Speisen keinesfalls gerechtfertigt seien Zugegeben die Preise sind nicht gerade niedrig aber für ein Fünf Sterne Hotel angemessen und beim derzeitigen Umrechnungskurs mindestens moderat Der Service ist dezent aber aufmerksam der Wein kommt gut gekühlt an den Tisch die Gerichte bleiben unter der Glocke warm Kurz wir können uns nicht beklagen Doch der Reihe nach Zunächst eine kleine Warnung Legen Sie nicht aus Versehen Ihre Handtasche auf die Ablage am Fenster möglicherweise liegt sie zwar nach einer Umdrehung noch an Ort und Stelle aber dieses Risiko lässt sich vermeiden Der Blick von diesem höchsten Restaurant in Kairo dessen Eröffnung ja schließlich auch lange genug auf sich warten ließ ist eindrucksvoll vor allem abends wenn die Dunkelheit die Schatten seiten der Metropole wie Armut und Schmutz verhüllt und das bis zum Horizont rei chende Lichtermeer der Stadt einen verheißungsvollen Glanz verleiht Hinter den dicken Scheiben ist nichts vom allfälligen Lärm von hupenden Autos oder rufenden Muezzins zu hören Nur die sanfte Berieselung durch Hintergrundmusik die später durch eine Live Darbietung abgelöst wird begleitet uns durch den Abend Nach einem Aperitif wir bestellen Aida den gut trinkbaren ägyptischen Sekt denn schließlich hat man frau ja nur einmal im Jahr Geburtstag

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  • Westliche Wüste
    verschiedensten Schattierungen von der Sonne hervorgehoben Ein mit Futter beladener Esel trottet einen Pfad entlang Hier und da der vertraute Anblick einer Palme Salzrückstände auf der Erde Müll am Straßenrand und immer wieder Dattelpalmen Dazwischen rufende winkende Kinder Ain al Gazarin Quelle der Metzger 40 Kilometer westlich ist unser nächstes Ziel Das ganze Grabungsgebiet ist mit winzigen Teilen von Tierknochen und Feuersteinen bedeckt Anfangs so Tony gab es hier nur Sand Steine und keinerlei sichtbare Architektur Die inzwischen ausgegrabenen Gebäude sind eher klein und nicht besonders sorgfältig gebaut Man fand beispielsweise eine Bäckerei leicht zu erkennen an den Ascheresten und den schweren Brotformen Selbst ein Brot entdeckte man in einer der Formen das aber in der Sonne sofort zerfiel Funde von Tamarisken und Akazienzweigen zeigen dass das Brot nur kurz in sehr heißem Feuer gebacken wurde und dann in der Form abkühlte Die Bedeutung der Räume innerhalb der Umgrenzung ist jedoch noch unklar da bislang keine Artefakte entdeckt wurden Bei den Umrissen eines großen symmetrischen Gebäudes könnte es sich um einen Tempel aus dem Alten Reich handeln Die Anlage geht auf die 5 Dynastie zurück möglicherweise diente sie als Handelsposten wenngleich die Art der Waren unklar ist vielleicht als Zwischenstation für Gruppen die nach Westen in die Wüste zogen Doch was suchten sie da Auf der Weiterfahrt nach al Qasr an Feldern Sanddünen und einer steil aufragenden Felswand entlang machen wir einen Abstecher zu den römischen Tempelruinen Deir al Haggar Abb oben Der von Nero errichtete und den Göttern Amun Re Mut und Konschu geweihte Tempel war lange Zeit unter einer hohen Düne begraben Sehenswert die gut erhaltenen Reliefs Zurück im Bus ziehen wieder Bilder an uns vorüber Orangenbäume Satelliten schüsseln Bewässerungskanäle Dann al Qasr ein malerischer inzwischen unter Denkmalschutz stehender und kaum noch bewohnter Ort aus dem 6 Jahrhundert mit traditionellen Lehmbauten überragt von den Minaretten zweier Moscheen Wir schlendern etwas ziellos durch die engen Gässchen sammeln Eindrücke und be wundern die Holzschnitzereien auf den Querbalken über den Türen die den Namen des Zimmermanns des Besitzers sowie das Datum der Fertigstellung angeben Das Dachla Projekt ist momen tan mit der Restaurierung des aus dem 17 Jahrhundert stammenden Richterhauses beschäftigt Beeindruckend ist vor allem die Deckenkonstruktion aus Holzbalken und Palmblättern Tony erzählt dass die Familie die vor zwanzig Jahren ihr Heim verlassen hat wieder einziehen wolle sobald die Arbeiten abgeschlossen seien Bleibt abzuwarten was die Antikenverwaltung davon hält Nach der Besichtigung einer alten noch gut erhaltenen Ölpresse und einer Madrasa sind wir reif fürs Mittagessen Das findet zu unserer Freude im Freien statt in einem malerisch vor einer Felskulisse gelegenen Ausflugslokal Wegen der Feiertage herrscht hier Hochbetrieb Es sind hauptsächlich ägyptische Familien die bei einem Picknick unter Palmen den Tag verbringen Die Weiterfahrt zur 300 Kilometer entfernt liegenden Oase Farafra verläuft zunächst parallel zu einer Steilwand davor befindet sich ein Streifen Sand Die neue Teerstraße ist etwas 100 Kilometer länger als die alte Karawanenroute wie wir erfahren Etwa 70 Kilometer vor Farafra windet sie sich den bis zu 240 Meter

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  • Cairo Jazz Club
    um ein zweites Glas laut Werbung ist im Cairo Jazz Club zwischen 16 und 21 Uhr Happy hour Man bestellt zwei Getränke nach Wahl und erhält eins gratis Um später unangenehme Überraschungen zu vermeiden sprach ich ihn auf dieses Angebot an Er wusste nichts davon Aber stattdessen nannte er uns jetzt ein paar Vorspeisen die uns die Küche zubereiten könne Wir gaben uns geschlagen Immerhin etwas In der Zwischenzeit hatte der Raum sich etwas gefüllt Das Publikum schien in der Mehrzahl aus Europäern zu bestehen In einer Ecke begannen Musiker ihre Instrumente zu stimmen Allmählich kam Leben in den Club Auch die Verantwortlichen waren offenbar aufgewacht nein das ist unfair wir waren wohl einfach nur zu früh gekommen Ein freundlicher Herr dem man seine Schweizer Herkunft erst zu fortgeschrittener Stunde und nach reichlichem Alkoholgenuss anmerkte bot auf einem Tablett die verschiedenen Sorten Obelisk mit neuen kunstvoll gestalteten Etiketten an also doch eine Weinprobe Und ein anderer freundlicher Herr einer der Manager des Clubs wie sich nachher herausstellte verteilte die neue Speisekarte just in dem Moment in dem endlich unsere Vorspeisen Minipizzas Frühlingsrollen und gefüllte Pilze eintrafen Perfektes Timing Die Speisekarte war tatsächlich voller Leckereien so dass uns schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlief Der nette Manager riet uns doch einfach die ganze Karte durchzuprobieren Selbstverständlich kostenlos Eine großzügige Geste von der wir gern Gebrauch gemacht hätten wenn unsere Mägen mitgespielt hätten So bestellten wir nur noch eine Broccolicremesuppe mit Hühnerfleisch einen Kiwi Erdbeer Salat mit Roquefort Dressing und gebackenen Halloumi Käse mit Zitronen Oregano Sauce Schweren Herzens verzichteten wir auf Desserts wie Schokoladentorte und gebackene Bananen Zu diesem trotz allem gelungenen Abend trug nicht nur die großzügige Verköstigung mit Wein und Speisen bei Weinliebhaber kamen voll und ganz auf ihre Kosten sondern auch das MusikerInnen Trio mit Kontrabass

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  • Wo die Wüste am schönsten ist
    lässt menschliche Versuche von Größe erbärmlich ja albern erscheinen Die Wüste ist das Werk der Schöpfung Nichts kann so fein so vollkommen sein wie die Schönheit der unberührten Wüste Wir stehen auf dem Kamm einer Sanddüne Wind spielt mit den Sandkörnern hebt sie ab treibt sie vor sich her Wie ein kleiner Schleier rieselt der Sand über den Boden Der Wind trägt die Sandkörner hierhin dorthin lässt neu Dünen entstehen zeichnet Spuren in den Sand Wellen sind es die fest erscheinen ein gesetztes Muster und doch mit einer kleinen Bewegung des Fußes zerstört werden können Der Wind wird die Wellenformen wieder herstellen unser Einwirken ist nur von geringer Dauer ein kleiner Augenblick im Leben der Wüste Zwei Dinge faszinieren an der Wüste besonders die Stille und die Unendlichkeit Vermutlich fasziniert am meisten die Kombination von beidem An keinem Ort der Welt kann man so viel Stille wirkliche Stille erfahren wie in der Wüste Lediglich das Rauschen des Windes unterbricht die Ruhe der Wüste Und natürlich noch die menschlichen Laute die wir von uns geben wenn wir in der Wüste sind Wir unterbrechen die Stille der Wüste Die Geräuschkulisse der Zivilisation an die wir uns schon so sehr gewöhnt haben dass wir sie fast nicht mehr wahrnehmen fehlt hier Und das nehmen wir wahr Für die meisten Europäer wie wir die wir in einer grünen Umwelt leben in der Wasser auch keine Rolle spielt ist die Wüste der Inbegriff von Lebensfeindlichkeit Wir fühlen dass wir überfordert sind in der Wüste zu leben Und es gibt natürlich schon Leben in der Wüste Menschen und Tiere haben es geschafft sich anzupassen Wir wären damit überfordert Wir schielen nach dem Asphaltband das durch die Wüste führt Es ist unsere Nabelschnur zur Zivilisation Das Haus die Sterne die Wüste was ihre Schönheit ausmacht ist unsichtbar So beschreibt Saint Exupery seine Empfindungen Und selbst die Einheimischen erkennen die Wüste als Herausforderung Gott schuf die Wüste um die Gläubigen zu prüfen Aus den Weisheiten des Muad dib von Prinzessin Irulan So ist die Wüste Schönheit und Herausforderung gleichermaßen Für uns ist sie mehr Schönheit Plötzlich ziehen Kamele durch die Wüste sie schreiten haben den Kopf majestätisch gehoben sehen uns prüfend an Es ist ihre Welt Sie prägen die Schönheit ihrer Welt Wir freuen uns an der schwarzen Wüste wo vulkanisches Gestein das Wüstenbild prägt Sand umspielt das Vulkangestein und wir nehmen einen schwarz sandigen Fleckerlteppich wahr Wir begeistern uns an der Sandwüste und beschreiten die Dünen unsicher im Gehen gespannt im Erkennen Wir lassen den Sand der Dünen durch unsere Finger gleiten und setzen ihn dem Windzug aus der den Sand zu neuen Dünen formt tagein tagaus ohne Unterbrechung Und so ändert sich das Profil der Wüste auch täglich stündlich Die Dünen wandern wachsen und nehmen ab und nehmen auch das Asphaltband der Straße ein Wir schreiten durch die weiße Wüste wo Monumente in weißem Gestein vorherrschen Die Felsformationen sind grazilen Gestalten gleich sie wirken zart und zerbrechlich gleichermaßen Wir fassen die Dokumente an und haben den

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2002_2003/september/9_10_2002_wuesteamschoensten.html (2016-04-25)
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  • Kreuzfahrt auf dem Nassersee
    relativ leer und es gab kein Gerangel um Sonnenschirme Sonnenschutz war dringend erforderlich denn der strahlendblaue Himmel betörte nicht nur die Smog gewöhnten Kairoer sondern vor allem die bleichen Europäer Gegen Mittag wurde der bereits angekündigte Cocktail serviert hier besteht allerdings noch Verbesserungsbedarf während unser Schiff begleitet von Aida Klängen ein letztes Mal vor der historischen Stätte kreuzte Während des Mittagessens an Deck ein üppiges Büffet zu dem wir uns zur Feier des Tages eine Flasche Wein gönnten schließlich hatten wir ja Urlaub kehrten wir Abu Simpel den Rücken und fuhren von einer sanften Brise umweht Richtung Norden Der Nachmittag stand zur freien Verfügung das Sonnendeck rief Zeit die Seele baumeln zu lassen Übrigens findet man in der kleinen Bordbibliothek zahlreiche Schmöker in verschiedenen Sprachen Am frühen Abend erreichten wir dann Kasr Ibrim die Überreste einer nubischen Festung und das einzige noch an seinem ursprünglichen Ort befindliche Monument das wir leider nicht besichtigen durften In pharaonischer Zeit wurde der Felsenhügel von einer Zitadelle gekrönt im Mittelalter dann von einer orthodoxen Kathedrale von der man noch die römischen Bögen bewundern kann und die im 14 Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt wurde Kasr Ibrim ist übrigens auch der Name des Schwesterschiffs das im Wechsel mit der Eugénie den Nassersee befährt Von dort aus ging es weiter nach Amada wo wir für die Nacht anlegten Zwar musste das Dinner wegen des heftigen Winds unten im Restaurant eingenommen werden aber später hatten wir von unserem geschützten Balkon aus einen herrlichen Blick auf den angestrahlten Amada Tempel Am nächsten Morgen lag wieder das Beiboot für uns bereit um uns zum Ufer zu bringen Auf dem Programm stand zunächst die Besichtigung des Amada Tempels eines aus der 18 Dynastie stammenden nubischen Heiligtums das gut zwei Kilometer als Ganzes und zwar auf Schienen versetzt wurde Amada wurde unter der Herrschaft von Thutmosis III Amenophis II und Thutmosis IV erbaut bzw erweitert und zeichnet sich durch feine Reliefs in den Innenräumen aus Anschießend stapften wir unter sengender Sonne durch den Wüstensand zum Derr Tempel einem in den Fels gehauenen nubischen Schrein der ursprünglich elf Kilometer weiter stromaufwärts angesiedelt war und von den Christen als Kirche genutzt wurde Er wurde von Ramses II dem Sonnengott Re Harachte geweiht Zuletzt besichtigten wir noch das Grab von Penout dem Vizekönig von Nubien unter Ramses VI das gänzlich aus seinem Felsen 40 Kilometer stromaufwärts entfernt und hier wieder aufgebaut worden war An Bord zurück wurden wir begrüßt als kämen wir von einer anstrengenden Expedition zurück mit einem erfrischenden Glas Zitronensaft und Saunatüchern Eine kurze Verschnaufpause auf dem Sonnendeck reichhaltiges Mittagessen und auf zur nächsten Besichtigungstour Diesmal ging es zum Wadi es Sebua wohin uns unser Schiff in der Zwischenzeit gebracht hatte Die Besichtigung war laut Programm erst für den nächsten Morgen vorgesehen aber da Programmänderungen an der Tagesordnung waren störte sich niemand weiter daran An Land besichtigten wir den Tempel von el Dakka der früher 40 Kilometer stromabwärts lag Begonnen von dem meroitischen König Arkamani 270 260 v Chr und Thot von

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