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  • Mali
    Grunde hat jeder Markt etwas Eigenes Leider haben wir keine Zeit um zur großen Moschee zu gehen denn durch den Gegenwind kommen wir nur langsam vorwärts und wir wollen natürlich nicht zu spät in Timbuktu ankommen Die Landschaft rechts und links bekommt allmählich etwas Wüstencharakter Es gibt mehr Palmen auch Dompalmen mehr Sand und dazu riesige Termitenhügel Ab und zu sehen wir Pumpstationen Und dann der Höhepunkt Nilpferde Wir fahren bis in die Dunkelheit und halten auch am nächsten Tag nicht an Entweder ist die Zeit zu knapp kalkuliert oder unser Boot ist zu langsam Am Morgen wie gehabt im Dunkeln aufstehen und Frühstück an Bord während der Fahrt Auch die Weite bleibt mal rechts mal links in der Nähe eine Sandbank oder Insel und dann wieder weit weit entfernt Es gibt mehr Vieh häufig Rinder manchmal Ziegen oder Schafe Wir sehen viele Reiher und Kormorane und auch noch einmal Nilpferde Der Verkehr nimmt zu es sind viele Pinassen und Piroggen unterwegs voll besetzt mit Passagieren denn es ist Freitag und wir nähern uns Timbuktu Wir halten natürlich alle Ausschau nach diesem sagenumwobenen Ort dem Endpunkt dem Hafen der großen Salzkarawanen durch die Sahara Gegen 13 Uhr sind wir endlich da Der Hafen von Timbuktu liegt etwa 20km von der Stadt entfernt Immer noch Weite und Wasser nach allen Seiten Doch zunächst gibt es eine große Überraschung Unser Auto ist nicht da Vor der Fähre auf der anderen Seite hat sich ein Lastwagen im Sand festgefahren und die Zufahrt blockiert Unser Gepäck wird hochgetragen und Dra muss ein Auto besorgen das uns in die Stadt bringt Dadurch gibt es wieder Zeit um sich umzuschauen Ein kleines Dorf mit wonniger Lehmmoschee Am Ufer große alte Bäume darunter Frauen die ihre Arbeit tun waschen Hirse stampfen Essen vorbereiten Am Wasser viele Boote Die Passagierpinasse von Segou nach Timbuktu ist gerade gekommen Frauen mit Kindern steigen aus traditionell gekleidet und sehr würdevoll Töpferwaren werden angeboten und die großen Salzplatten liegen zum Verladen bereit Sie werden von hier auf Pinassen in vier bis fünf Tagen nach Mopti gebracht und dort verkauft Dra hat einen Jeep aufgetrieben und erstaunlicherweise passen wir alle samt Gepäck hinein Zunächst fahren wir recht flott auf einer Asphaltstraße aber in der Stadt geht es über holprige Sandstraßen Unser Hotel liegt im Norden der Stadt auf einem Hügel und wir müssen schieben Aber dafür haben wir einen weiten Blick auf die Trockensavanne die der Sahelzone ähnelt trocken Sand und kaum Bewuchs Unser Hotel ist nach dem 2km nördlich gelegenen Azalai benannt dem Ort wo die Salzkarawanen ankommen Leider haben wir nicht das Glück die Ankunft einer Karawane und einen der bekannten Azalai Märkte zu erleben Da wir am nächsten Morgen schon weiterfahren geht es natürlich sofort in die Stadt Wir stapfen durch den Sand Rechts Kamele links Zelte und Hängende Gärten Die so genannten Hängenden Gärten die man vor allem am Stadtrand findet sind bepflanzte um eine Quelle gelegene Dünenhänge Obwohl die Straße immer noch breit und sandig ist befinden wir uns jetzt offenbar in der Stadt denn wir sehen die zweistöckigen Bürgerhäuser die zum Stadtbild Timbuktus gehören Die Lehmwände sind mit hellem Sandstein verkleidet oder ganz aus Stein gebaut Wunderschön sind die kunstvoll geschnitzten oft noch mit Metallplättchen verzierten Türen Auf der Straße vor den Häusern steht der Backofen ein runder aus Lehm geformter Kegel Unser erstes Ziel ist die Große Moschee die Djinger Ber Moschee Es ist in Mali die einzige Moschee die Touristen besichtigen dürfen Dicke viereckige Säulen ein Hof mit Nebenräumen und ein formvollendeter schöner Aufgang aufs Dach und zum Minarett Von hier oben hat man einen weiten Blick ins Land und über die Stadt Der Blick über die Stadt ist nicht sehr ansprechend zu viel ist am Verfallen Auf den Trümmern stehen oft Zelte und drum herum hat sich die Großfamilie eingerichtet mit all ihrem Zubehör und ihren Tieren Da wir zu lange auf dem Dach bleiben bleibt keine Zeit mehr für die große Gebetshalle schade Weiter geht s zur Sidi Yahia Moschee Hier stehen viele der alten Bürgerhäuser und hier wohnten auch die europäischen Reisenden die im 19 Jh Timbuktu besuchten Rene Caille Gordon Laing und Heinrich Barth Es gibt ein kleines Heinrich Barth Museum das wir auch besuchen Heinrich Barth lebte längere Zeit in der Stadt und fertigte detaillierte Berichte über Timbuktu und die weitere Umgebung an auch über das Dogon Land Unsere dritte Moschee ist die Sankore Moschee Hier befand sich im Mittelalter die Universität Durch den Transsahara Handel der Tuareg erlangte Timbuktu schon früh Bedeutung und war im 15 16 Jh geistiger Mittelpunkt der islamischen Welt Es gab eine berühmte Bibliothek und an der Universität waren 20 000 Studenten eingeschrieben Das Ende dieser Blütezeit kam mit der Invasion der Marokkaner Heute lebt die Stadt nur noch von ihrem legendären Ruf Die Hauptkarawanenroute hat sich verlagert und es ist wohl eine Frage der Zeit wann überhaupt noch eine Karawane durch die Sahara zieht Timbuktu macht keinen zeitlosen Eindruck es wirkt etwas verloren und verlassen auf mich einst 20 000 Studenten und heute 30 000 Einwohner Wir gehen noch über den Markt wo wenig Betrieb ist aber es ist auch später Nachmittag Ich hätte gern mehr von Timbuktu gesehen und wäre auch gern nach Azalai rausgefahren Aber leider haben wir keinen Wagen So kaufe ich dann wenigstens im Hotel einen schönen Tuareg Anhänger Die Silberwaren der Tuareg kommen heute nicht aus Algerien oder Mali sondern aus dem Niger da sich dort die Silberschmiede niedergelassen haben Am nächsten Morgen ist unser Wagen immer noch nicht da So fahren wir vornehm in zwei Jeeps zum Hafen Unsere Pinasse liegt noch dort und bringt uns hinüber zum Fähranleger wo wir unseren Wagen endlich wiederfinden Ein schönes Plätzchen hier hoch über dem Wasser Weite Weite und eine Gruppe Menschen marschiert in die Weite wo sie wohl hingehen Nirgends ist ein Ort zu sehen Wir fahren nun nach Süden in Richtung Douentza 220km Piste und dann nach Osten zu den Hombori Bergen 140km Asphalt Eine lange Fahrt und wir haben durch die Gepäckumladerei schon viel Zeit verloren Eigentlich sollten wir unterwegs zelten aber da man in der Gegend Touristen überfallen hat verzichten wir darauf Rechts und links der großen ausgefahrenen Piste ist es flach Wir sind noch in der Savanne dem trockenen Grasland mit wenigen Bäumen Wir halten an einem Brunnen einer Viehtränke und dann an einem kleinen See Büsche Bäume und viel Vieh vor allem Rinder aber auch Ziegen Schafe und sogar Kamele Während wir die Idylle in uns aufnehmen und fotografieren hat sich unser Auto im Sand festgefahren Allein hätten wir es niemals wieder flott gekriegt Aber wir haben Glück An der Straße wird gearbeitet und die Planierraupe zieht uns raus Unser Koch Baba hat die Zeit genutzt und Essen zubereitet Es geht noch lange durch die Savanne und dann durch eine Ebene mit Hunderten von abgestorbenen Bäumen vielleicht hat es hier mal gebrannt Links sehen wir dann plötzlich hohe Berge wuchtige Felsen die sich aus der Ebene erheben und recht eigenwillig geformt sind Es sind die Tafelberge von Hombori bis zu 1000m hoch die höchste Erhebung im westafrikanischen Becken Zeugenberge die zeigen dass die Bergketten der südlichen Sahara einst eine Hochfläche bildeten Zu linker Hand wollen meine Mitreisenden Elefantenbälle gesehen haben was durchaus möglich ist Hier im Gebiet der Hombori Berge gibt es noch die kleinen wilden Elefanten die Hannibal einst benutzte um über die Alpen zu ziehen Wir sind bald in Douentza machen einen kurzen Stopp im Restaurant und weiter geht s 140km müssen wir noch fahren aber Gott sei Dank auf einer Asphaltstraße Wir sind wieder auf der Hauptstraße von Bamako über Mopti nach Goa Es ist stockfinster als wir auf unserem Zeltplatz ankommen Wir zelten am Fuße der Fatima denn morgen sollen wir über ihren Sattel marschieren Wieder heißt es im Dunkeln aufstehen Um 6 Uhr gibt es Frühstück die Zelte bleiben stehen aber alles muss gepackt sein Wir sind pünktlich doch unsere Crew schläft noch So haben wir Zeit um die Morgenstimmung zu genießen Es ist leicht diesig und im Morgendunst stehen nah und fern diese urigen Berge Und gleich neben uns ist die Fatima Sicher heißt sie so weil zwei riesige Finger in die Luft ragen dazwischen liegt der Sattel über den wir steigen Um 7 Uhr machen wir uns auf den Weg Erst ein langer leichter Anstieg aber dann geht es steil bergauf Die Männer unserer Gruppe legen ein gewaltiges Tempo vor Ich bummele hinterher will gucken und genießen Zwei einheimische Jungs Yahia und Isa begleiten mich Das letzte Stück vor dem Sattel geht es über gewaltige schwarzglänzende Felsbrocken Oben auf dem Sattel geht es rechts noch höher auf einen großen flachen Platz Steine sind aufgeschichtet und zu Ringen gelegt und es gibt viele Reibschalen Möglicherweise handelt es sich um einen Kultplatz Jedenfalls hat man einen herrlichen Blick von hier oben Zurück zum Sattel und dann überqueren wir eine Hochebene auf der Menschen wohnen Wir sehen eine Ansammlung von Steinhäusern und auch mehrere Reibschalen am Weg Und dann kommt der Abstieg Über Riesensteine müssen wir einen Steilabfall hinunter Tief unten ist Wasser Von der Hochebene kommen Leute und steigen hinunter um Wasser zu holen Isa der eine Koranschule besucht kann arabisch schreiben und wir können uns auch etwas verständigen Saudi Arabien ist übrigens in Mali sehr aktiv um den Islam zu stärken Am Fuß des Bergs liegt ein Dorf mit einer kleinen Moschee Hier wohnt unser Bergführer Seine Mutter kommt gerade und stampft dann Hirse im Schatten einer der wenigen Bäume Dann kommt unser Bus der uns zum Zeltplatz bringt wo wir unser Gepäck einladen Nun geht es zurück nach Douentza auf derselben Strecke die wir abends im Dunkeln gefahren sind Wir fahren am Abfall der Hombori Berge recht kahlen steilen Felsen entlang Hier soll ein ideales Wandergebiet sein mit grünen Tälern Wasserfällen und kleinen Dörfern In Douentza schlafen wir in dem Restaurant das wir schon kennen Wir können unsere Zelte im Hof oder auf dem Dach aufbauen Ich ziehe den Hof vor da die Treppe nach oben sehr steil ist Zu unserer großen Überraschung gibt es auch Duschen Wir essen trinken einen guten Kaffee und marschieren dann zum Markt Douentza ist ein kleiner Ort in Lehmbauweise und zur Regenzeit oft überschwemmt Der Weg zum Markt ist lang heiß und staubig Der Markt ist sehr voll und etwas unübersichtlich aber natürlich wieder herrlich bunt Eine Reihe von Frauen tragen großen auffallenden Goldschmuck Riesenohrringe aus Gold In Mali gibt es Goldvorkommen und in Dürrezeiten wird noch immer nach Gold gesucht Hannah und ich bleiben nicht lange auf dem Markt werfen dafür auf dem Rückweg einen Blick in die Höfe Es sind große Anwesen sauber und recht reizvoll durch die durchgehende Lehmarchitektur Abends gehe ich früh schlafen weil ich entsetzlich müde bin Zelt aufbauen duschen ein Bierchen Tagebuch und in den Schlafsack Mali ist anstrengend was aber wohl auch daran liegt dass das Programm zu gedrängt ist Der östlichste Punkt die Hombori Berge liegt hinter uns Jetzt sind wir eigentlich schon auf dem Rückweg Wir fahren auf der Hauptstraße Bamaco Mopti Goa zurück nach Westen Die Strecke bietet nicht viel manchmal Gras mitunter ist es fast kahl hier und da einige Akazien Es gibt ein paar Wasserstellen meist sehr lang gezogen Es sind wohl Überreste der Regenzeit denn rechts von uns liegt das Binnendelta und das Land hier steht wahrscheinlich oft unter Wasser Wir halten in Bori einem Bambara Dorf mit schöner Lehmmoschee Und dann kommen wir an die Stelle wo wir zum Niger hin abbogen und unsere Pinasse bestiegen Der Kreis ist geschlossen 12km vor Mopti liegt Sevare eine kleine aber sehr geschäftige Stadt Hier befindet sich der Flughafen von Mopti und hier zweigt auch die neue Straße nach Bandiagara im Dogon Land ab Wir tanken gehen in den Supermarkt und kaufen Hüte Hannahs ist auf der Pinasse weggeflogen Und dann fahren wir auf der neuen Asphaltstraße in Richtung Bandiagara der Hauptstadt des Dogon Landes Es wird felsig Es ist wieder der alte Sandstein wie in den Hombori Bergen etwa 100 Millionen Jahre älter als der bei uns in Ägypten An einer Stelle mit großen phantasievollen Felsgebilden machen wir Mittagspause und ein Picknick Wir sitzen in einem höhlenartigen Durchgang luftig und schattig Vor Bandiagara trinken wir noch etwas Kaltes in einem recht neuen Hotel Es ist eine schöne Anlage einzelne Bungalows wie Hütten Blumen viel Grün und sauber Das Doppelzimmer kostet 26 000 CFA d h etwa 40 Die Stadt Bandiagara selbst macht keinen guten Eindruck Wir biegen dann bald links ab auf eine Piste nach Sanga Es ist sehr felsig und stark erodiert dazwischen abgeerntete Hirsefelder Eine öde Gegend Doch plötzlich riecht es nach Zwiebeln Wir halten und sehen Felder von leuchtend grünen Zwiebelvierecken säuberlich eingefasst von Lehm oder Steinen weil wohl alles bewässert werden muss Ein kleines Mädchen hat sich eine Puppe aus Sackleinen auf den Rücken gebunden Bald danach führt die Straße über einen See Wir steigen auf einen Felsen Das Wasser ist jetzt tief unter uns Auf dem Wasser Seerosen und ringsherum ist es üppig grün nicht nur Zwiebeln auch große Mangobäume und herrliche Baobab Bäume Dra zeigt mir bei einem nächsten Stopp einige Bäume aus der Nähe den Balanzan den Nere den Schibutter Baum und Tamarinde Sie gehören mit dem Baobab zu den sechs heiligen Bäumen in Mali Kurz vor Sanga biegen wir rechts ab auf die kahle Hochfläche oberhalb der Falaise Die Falaise von Bandiagara ist ein Steilabfall 200 400m hoch der sich etwa 250km im südlichen Nigerbogen durchs Land zieht Hier zelten wir und hier beginnt am nächsten Morgen auch der Abstieg ins Tal Sofort kommen von irgendwo her Kinder und es gibt sogar richtiges Bier Eine etwas dubiose Atmosphäre hier würde ich nicht gern allein zelten In der Nacht schlafe ich schlecht werde aber entschädigt denn als ich gegen Mitternacht aus dem Zelt gucke wölbt sich über mir ein phantastischer Sternenhimmel Morgens fahren wir zurück zur Straße und dann nach Sanga dem Haupttouristenort im Dogon Land genannt nach den Dogon einem Stamm der in diesem Teil der Falaise lebt Das Dogon Land ist ein beliebtes Touristenziel Die Dogon haben ihre Dörfer an die Felsen der Falaise gebaut und haben noch weitgehend ihre alte Kultur bewahrt Früher wohnten hier die Telem Sie waren sehr klein von Wuchs ähnlich den Pygmäen Sie waren Jäger und wurden von den Dogon in Richtung Bukina Faso vertrieben Am Steifabfall sieht man noch Telem Häuser Aber viele wohnten auch direkt in Höhlen im Fels Wie lange sich das Dogon Land noch seine Ursprünglichkeit erhält ist eine Frage der Zeit Die Dogon sind Bauern und immer mehr ziehen hinunter ins Tal Mit der neuen Asphaltstraße von Sevare nach Bandiagara werden auch noch mehr Touristen kommen Dann wird die alte Kultur zur Touristenschau In Sanga bekommen wir einen neuen Führer und haben Glück Golfith ist ein kleiner zierlicher Herr in Dogon Kleidung auch mit der traditionellen Troddelmütze Er ist ruhig und reserviert weiß aber viel und spricht ein ausgezeichnetes Englisch Er war für Mali schon in Paris und auch auf der Expo in Hannover Sanga besteht aus zwei Dorfteilen und dazwischen wachsen herrliche Baobab Bäume Wir gehen zuerst in den linken Teil vorbei an einer Lehmmoschee und steigen auf das Dach eines Hauses Wir blicken auf die Moschee über das Dorf und hinaus auf die Felder mit Zwiebeln und Hirse und natürlich den schönen Baobab Bäumen Das Dorf ist ganz aus Lehm gebaut enge Gassen kleine Höfe und überall zwischen den Häusern die lustigen Speicher Sie sind viereckig stehen auf Pfählen oder Steinen und überragen die Häuser Und alle haben einen Hut ein etwas spitzes Dach aus Zweigen oder Stroh Geschützt wird der wertvolle Inhalt durch Amulette angehängt oder als Relief an der Wand Dabei handelt es sich um die heiligen Tiere der Dogon Schlange Echse Fisch und Vogel Unten im Haus befindet sich eine Indigo Färberei und man bietet uns natürlich auch Stoffe an Dann sehen wir uns den anderen Teil des Dorfes an der offenbar der offiziellere ist denn hier befinden sich der Versammlungsplatz und das Haus der Alten d h zwei Häuser für jeden Dorfteil eins Die Ältesten sind eine Art Bürgermeister Sie leben im Haus der Alten und werden von jungen Mädchen versorgt Die Frauen müssen fünf Tage während ihrer Menstruation im Frauenhaus schlafen und essen arbeiten dürfen sie aber mit den anderen Wir kommen auch beim Schmied vorbei Er steht auf der untersten Stufe der Rangordnung ist aber dennoch geachtet weil er die Jungen beschneidet und auch gefürchtet weil er mit Eisen arbeitet und Waffen herstellt Von Sanga fahren wir ins nächste Dorf nach Bongo Hier wohnt Golfith Er hat sechs Kinder 9 22 Jahre von einer Frau Die kleineren Kinder können in Bongo zur Schule gehen die größeren müssen nach Sanga Zum Studium müssen sie nach Mopti oder Sevare Zwei von Golfiths Söhnen studieren schon Bongo liegt hoch auf den Felsen direkt am Rande des Canyons Wir schauen hinunter und sehen Telem Häuser und Eingänge zu Telem Höhlen In den Höhlen bestatten die Dogon ihre Toten Es sind Massengräber Der Tod ist für die Dogon keine traurige Sache am ersten Tag wird sogar ein großes Fest gefeiert Wir beginnen nun die Abfahrt ins Canyon Unterhalb des Dorfes werden Zwiebeln angebaut Frauen sind beim Ernten mit einem kleinen Messer holen sie die Zwiebeln aus dem Boden Und dann kommen wir zum Orakelplatz eine mit Steinen abgegrenzte ebene Fläche etwa 20 mal 50m groß Im Dorf werden Männer ausgewählt die dann Erdnüsse auf dem Platz auslegen Nachts frisst der Fuchs die Erdnüsse und morgens kommen die Bewohner des Dorfes und schauen wie viele Erdnüsse er gefressen hat und wo So spricht das Orakel und gibt Auskunft über die Zukunft des Dorfes Nun geht es aber steil abwärts ins Tal von Bandiagara eine enge Serpentine nach der anderen auf schmaler schlechter Straße Eine Herausforderung für den Fahrer für uns ein grandioses Erlebnis Die Felswände sind bis zu 200m hoch und steil und wuchtig Wir fahren ins Dorf Banani Dort im Restaurant werden wir essen und auch schlafen Nach

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  • Blooms Nursery
    fällt bringt sie ihrem großen Ziel wieder einen Schritt näher Das umfangreiche Angebot verführt und sie bestellt gleich Samen im Wert von ca GBP 800 00 Doch dieses Projekt geht schief Von den bestellten Samen wächst nicht ein Pflänzchen Ein Wunder dass ich nicht gleich wieder aufgegeben habe sagt sie Aber ich lernte aus meinem Fehler kaufte zukünftig kleinere Mengen und arbeitete daran die Ursachen für den Misserfolg zu finden Die Blumensamen aus dem Ausland überfordern anfangs auch ihren Gärtner Wie soll man Blumen pflegen die man gar nicht kennt Irgendwann lässt er sich aber von der Leidenschaft Frau Jehans anstecken Er beginnt Fragen zu stellen und ist mit zunehmendem Spaß bei der Sache Die Zusammenarbeit funktioniert immer besser und ihre Beharrlichkeit zahlt sich aus In der nächsten Saison gedeihen die Blumen prächtig Endlich hatte ich meinen Traumgarten sagt sie fast ein wenig überrascht Das Kind bekommt seinen Namen Als der Garten 2001 Frau Jehans Ansprüche rundum erfüllt entschließt sie sich zu einer Ausstellung Als ich einer Bekannten von meinem Vorhaben erzählte fragte sie mich nach dem Namen meines Gartens Ich überlegte und da ich alles Blühende liebe nannte ich ihn Blooms Beim Besuch der Ausstellung verliebt sich ihre schottische Freundin in den romantischen Ort Sie möchte die Hochzeit ihres Sohnes gerne dort feiern Frau Jehan stimmt zu für diesen Anlass etwas auf die Beine zu stellen Schließlich empfängt sie jedes Wochenende ihre Familie und Freunde hier Die Hochzeitsfeier wird ein voller Erfolg Die Gäste fühlen sich wohl genießen den Garten den Pool und ihr Barbecue Gleichzeitig ist die neue Idee geboren Frau Jehan beschließt den Garten ganzjährig für Publikum zu öffnen Frau Jehan Spätestens seit der Ausstellung hat die Arbeit im Zusammenhang mit dem Garten so zugenommen dass Frau Jehan ihren Beruf als Lehrerin an der CAC aufgibt um sich voll und ganz ihrer neuen Aufgabe zu widmen Die Begeisterung für ihre Arbeit ist vor allem in der Gemeinschaft der hier in Ägypten lebenden Ausländer sehr groß Verschiedene Gruppen darunter CSA und Caire Accueil arbeiten immer wieder gerne mit ihr zusammen bitten sie um Vorträge oder Ausstellungen Aber es ist nur ein Hobby wird sie nicht müde zu betonen Ich bin kein Spezialist habe erst spät angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen Doch wenn es Fragen zum Thema Blumen gibt die ich nicht ohne weiteres beantworten kann schlage ich in meinen Büchern nach bis ich die Antwort gefunden habe Ihr Hobby fordert einen Großteil ihrer Zeit Zu Beginn jeder Saison werden die Samen zunächst in Töpfen gezogen Wenn die Zeit zum Umpflanzen gekommen ist setzt sie sich an einen Tisch und arrangiert alles mathematisch akribisch anhand von Farben und den erwarteten Pflanzenhöhen Wenn ihr eine Pflanze besonders gut gefällt nimmt sie sich schon dann vor im nächsten Jahr ein ganzes Beet nur mit dieser einen Pflanze anzulegen Es ist wie mit der Mode sagt sie Im einen Jahr gefällt mir diese Farbe oder jene Pflanze besser im nächsten wieder etwas ganz anderes Ihre Energie und ihre Begeisterung sind

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  • Reise Iran
    Dubai in Kontakt zu kommen Iran Air fliegt von Kairo überhaupt nicht Aber das fordert uns gerade Mein Bekannter in Hamburg findet endlich ein tolles Angebot mit Emirates für 150 Euro nach Teheran und so soll es also in die Hauptstadt gehen Treffpunkt ist der Dubai Airport morgens um 6 Uhr vor dem Counter Nun ja wir treffen uns wenn auch mit Problemen dort und fliegen endlich mit der in der Vergangenheit ausgezeich neten Airline in Richtung Teheran Der Service an Bord ist auch nicht besser als bei anderen Fluggesellschaften aber immerhin Emirates Ein mulmiges Gefühl stellt sich ein als wir über der Stadt einschweben und die Frauen in der Maschine in den Handtaschen die Kopftücher herauszerren Was wird uns da erwarten Durch den Flughafen sind wir schnell denn international starten und landen pro Tag etwa 20 Ma schinen und davon entfallen auf Emirates drei An der Passkontrolle die mit Türchen auf und Türchen zu wohlgeordnet abläuft arbeiten nur schwarzvermummte junge Damen die aber Englisch sprechen und sehr zuvorkommend sind Keine Fragen in welchem Hotel wir wohnen so wie man das in so vielen Ländern bei der Einreise gewohnt ist In 15 Minuten sind wir durch die Abfertigung und stehen vor dem Taxistand Nachdem uns klar ist dass eine Taxifahrt zu dem Hotel das wir uns im Lonely Planet ausgesucht haben Reise Know How erscheint angeblich im Juni 2004 4 Komeini 4 Euro kosten wird geht es über die Hauptstraße ins Zentrum Der Fahrer spricht leider überhaupt keine andere Sprache als Farsi aber der Verkehr ist wenigstens mit dem heimischen in Kairo zu vergleichen nur die vielen Moped und Motorradfahrer fallen auf Unser Hotel ist klein Hotel Arman und liegt im südlichen Teil der Stadt in der Nähe des Basars Das ist zwar einerseits günstig für die Sehenswürdigkeiten aber andererseits ungünstig für die Versorgung denn Restaurants in diesem Teil der Stadt sind Mangelware Es gibt vor allem Autozubehör und das straßauf und ab Nach Einigung über den Zimmerpreis wollen wir auch sofort los und stürzen uns in den Basar Die Straßen dorthin sind gefüllt mit Menschen und auch im Basar einem Irrgarten von der Größe eines Stadtviertels Menschen über Menschen Angebote über Angebote Es gibt alles und das in Hülle und Fülle wenn es sich auch ziemlich oft um Fakes handeln dürfte Am Souk stehen auch viele Geldwechsler herum die mit großer Offenheit Euros zu einem guten Kurs wechseln Beeindruckt suchen wir auch noch andere Hotels die im Führer angegeben sind Die Preisklasse ist ziemlich ähnlich und alle sind eigentlich leer Im Nordteil der Stadt sehen wir uns dann noch das Hotel Omid an das aber 30 Dollar kosten soll wenn auch mit Restaurant In diesem Teil der Stadt pulsiert das Leben mit modernen Geschäften Restaurants und es gibt auch zahlreiche Parks die von den Einwohnern stark frequentiert sind 4 Akt Sehenswertes Am nächsten Tag wollen wir dann so richtig loslegen aber weit gefehlt Es ist Feiertag Arbain an dem alles geschlossen ist Wir nutzen die Zeit für die Erkundung

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/september/reisebericht_iran.html (2016-04-25)
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  • Unterwegs von Assuan nach Khartum _ Auf der Spur der schwarzen Pharaonen
    früher auf den Dammwegen nach Luxor Die Insel Sai ist im Gespräch Gerd will zu einer Stelle fahren von der aus man sie gut sehen kann Dann soll entschieden werden ob wir übersetzen Doch plötzlich stehen wir bereits an einer Fähre er ist eine Abkürzung gefahren So werden wir ein ums andere Mal vor vollendete Tatsachen gestellt aber meist keine schlechten Auch die Überfahrt ist schön vor allem die Ufer mit den gestuften Schlammschichten Da ein Wagen zurück bleiben muss es passen nur zwei Autos auf die Fähre kann ich zweimal fahren Auch Günter ist ganz begeistert Er hat Bülbül Nilgans und zum ersten Mal einen Krokodils wächter gesehen Wir besichtigen noch den Bischofssitz am Ufer der Insel hier befanden sich einmal fünf Kirchen Im Abendlicht sehen die Ruinen vor dem Nil und einem mar kanten Berg im Hintergrund herrlich aus Auch der Zeltplatz am Fluss gleich neben dem Bischofssitz ist wildromantisch ganz zu schweigen vom Sternenhimmel und dem Mond aufgang Inzwischen ist es nachts so warm geworden dass ich aus dem Schlafsack steige Am nächsten Morgen wollen wir früh weg fahren aber noch über die Insel durch weit auseinander gezogene Dörfer auf der Suche nach Brot Die Insel die recht kahl wirkt soll viel bieten Funde von prähistorischer bis in die islamische Zeit Dafür bräuchten wir aber einen Fachmann und Zeit Nachdem wir Brot gefunden haben besichtigen wir auf der Rückfahrt zur Fähre noch eine schöne Gubba ein Grabmal ähnlich unseren Sheikhgräbern aber gestuft einen Friedhof und weitere Ruinen alles gehörte wohl zum Bischofssitz Wieder auf der Ostseite des Nils angekommen fahren wir durch schöne Dörfer immer dicht am Fluss entlang Was auffällt sind einige Minarette die verzierten Tore die Bushaltestellen und Wasserstellen mit Krügen Die Dörfer sind schwer zu foto grafieren zu weit liegen die Gehöfte auseinander sie sind zudem mit Mauern umgeben Überall ist es sehr sauber alles macht keinesfalls einen ärmlichen Eindruck in einem Hof erblicke ich sogar eine Satellitenschüssel Schneller als erwartet erreichen wir Soleb Sulb und fahren direkt zum Bootsmann der uns über den Fluss setzen soll Auf dieser Nilseite müssen wir zuvor weit laufen es ist heiß und schwül Wieder bewundere ich die Uferlandschaft große gelb blühende Bü sche In weitem Bett fließt der Fluss dahin Drüben ist es nicht weit zu unserem Ziel ei nem eindrucksvollen Tempel dem Tempel von Soleb Er wurde um 1400 vor Christus von Amenhotep III gebaut und von 1957 bis 1963 ausgegraben Im ersten Hof befinden sich vier Säulenstümpfe Durch einen Pylon kommt man in den zweiten Hof Hier stehen noch Säulen mit Papyruskapitellen Auf einem Säulenstumpf erkannt man ein Relief das die besiegten Nubier zeigt Bevor der Tempel durch ein Erdbeben zerstört wurde gab es hier auch eine Widderallee bis hinunter zum Nil Mir gefällt der Horus am besten Stark verwittert aber so lebendig wirkend steht er ganz allein vor dem Tempel Zurück am Ausgangspunkt fahren wir weiter den Nil entlang durch Dörfer und Palmenhaine dann wieder etwas vom Fluss entfernt durch steiniges Gelände Schließlich finden wir einen guten Standplatz am Nil Ich muss vorsichtig aus dem Zelt steigen Es geht gleich ab wärts Am Nil finden wir ein wenig Anbaufläche eine Sandbank und Krokodile junge Krokodile rund 70 cm lang Weitere Krokodilspuren führen ins hohe Grün Am folgenden Tag es ist Samstag wollen wir nach Sabu fahren Gerade als wir einpa cken kommt ein alter Bekannter vorbei unser Lastwagen aus dem Steinbauch Wieder geht es zunächst durch die Dörfer am Nil Dann steigen wir auf einen recht hohen felsi gen Berg rechts der Straße der uns mit Mauerresten und einem großartigen Blick auf den Fluss belohnt Im Nil können wir Felsen und Sandbänke ausmachen und sehen auch unse re ersten Kamele seit wir den Sudan erreicht haben Vorher haben wir nur Esel und Zie gen ausmachen können Am östlichen Ufer treffen wir wieder auf landwirtschaftliche Nutzfläche gegenüber erspähen wir Sand und Weite mit vereinzelten Bergen Auf den Leitungen entlang der Straße sitzen manchmal grüne Spinte Dann taucht ein Felsen auf der linken Straßenseite auf Sabu Eine Galerie von Gravuren bietet sich uns dar Giraf fen Strauße Rinder Menschen Hunde meist sind die Abbildungen recht klein in un terschiedlichen Techniken und Qualitäten ausgeführt Hier sind auch Boote dargestellt wir sind halt am Nil und nicht in der Wüste Ein großer flacher Fels wurde zum Mahlen benutzt eine Mahlschale reiht sich an die andere Wir essen gegenüber dem Felsen unter Palmen am Wasser das hier weder breit noch tief ist Ein Mann auf einem Esel und eine Frau die ein großes Holzbündel auf ihrem Kopf transportiert durchqueren den Fluss Vielleicht handelt es sich nur um einen Seitenarm oder bei dem anderen Ufer um eine Insel Nach kurzer Weiterfahrt kommen wir an ein Gebirge aus Granitboldern Wir stei gen hoch finden eine Kirche an deren Rückseite sich Gravuren befinden sollen Erst als Fritz mit seinem Schirm für Schatten sorgt können wir zwei sehr schöne Hörnertiere und einen Riesenmenschen erkennen der einen karierten Schurz trägt gestreifte Arme und eine nubische Frisur hat Etwas weiter weg entdecken wir eine große phantastische Gra vur von einem Löwen und schließlich auch die berühmte Abbildung eines Elefanten die wirklich toll ist Heiß ist es hier oben über 30 Grad Celsius im Schatten Weiter geht es durch eine Landschaft mit Sand und Boldern die sich mit großen Dörfern abwechselt Dann entdecken wir zwischen Boldern links der Straße die Statue des Ta harqua einer der großen Könige der Kuschitischen Dynastie Die Könige vom Heiligen Berg dem Gebel Barkal eroberten ein Reich vom Zusammenfluss des Weißen und Blauen Nils bis ans Mittelmeer Ausgangspunkt war die Hauptstadt Napata südlich des vierten Katarakts gelegen Kaschta Fürst von Napata wird um rund 750 vor Christus als erster Vertreter der kuschitischen Dynastie Herrscher über Oberägypten Ihm folgen Pi anchi Schabaka Schabataka Taharqua Tanwetamani u a m Wir sind nahe der Stadt Tumbos Aber erst geht es noch einmal an den Nil zum dritten Katarakt s Foto unten Ich finde ihn nicht so bedeutend der Blick von unserem Berg am Morgen hat mich mehr beeindruckt Bald erreichen wir Tumbos Grün und sauber ist es hier Tumbos ist mit Kerma zusammengewachsen dort wird es voll eng schmutzig und unübersichtlich Auf dem Markt kaufen wir einige Vorräte ein Kerma war einst ein bedeutender Handelsplatz zur Zeit des Mittleren Reiches wohl auch ägyptische Kolonie Bereits 1913 und 1916 wurde der Handelsplatz von G A Reisner bzw der Havard Boston Expedition ausgegraben auch heute finden hier noch Ausgrabungen statt Es ist die ein zige Stadt des Königreiches von Kerma 2500 1500 v Chr die bisher systematisch aus gegraben wurde Tuthmosis I 1528 1510 v Chr zerstörte Kerma Auf dem Grabungs gelände der Stadt dürfen wir nicht wie geplant zelten aber daneben geht es Auf diesem Privatgelände soll ein Touristendorf entstehen Beim Aufstehen am nächsten Morgen schauen wir uns genauer um Wir entdecken eine Deffufa wie man diese für Kerma typi schen Backsteinbauten nennt s Foto rechts Es ist ein riesiges eckiges massives Mons ter Man weiß nicht war es ein Grab Handelsposten oder auch nur ein Beobachtungs turm Umgeben ist die Deffufa von einem großen Friedhof Acht große Hügel sind wohl Fürstengräber das Gefolge wurde lebendig mitbestattet Andere Gräber sind kleiner Eine Besonderheit sind die Pfannengräber wohl die Grabform eines Wüstenstamms Wir stei gen auf die Deffufa sie ist groß und hoch erbaut aus relativ kleinen Lehmziegeln aus Hohlräumen hat man einige Fundstücke geholt die in der Nähe aufbewahrt werden Auf dem ganzen Friedhofsgelände sind Grundrisse gekennzeichnet wir finden auch einige Scherben der Kerma Keramik die in Form und Ausführung nahezu perfekt schien Dann kommen wir auf eine großes Ausgrabungsgelände der Sudanesen Alles scheint hier aus verschiedenen Zeiten zu sein Voller Stolz zeigt man uns einen Tempel von Thutmosis III 1490 36 v Chr und darüber gebaut einen aus der Napata Zeit 750 v Chr dazu einen freigelegten Brunnen Die Ägypter nannten die ganze Gegend Kusch Kerma Napata Barkal und Meroe Nach Kerma fahren wir wieder durch Dörfer und sehen Wasserstellen Einmal kommen wir an eine große Gubba mit Dompalmen die sogar noch Früchte tragen Mittags machen wir Halt gegenüber von Dongola Dann haben wir Kawa im Visier Hier liegt der einzige Tempel aus der Zeit Taharquas unter ihm wurde Kawa zweites Heiligtum nach dem Ge bel Barkal Möglicherweise stand hier bereits ein Tempel Echnatons und später von Tut anchamun Der Tempel Taharquas war umgeben von einer großen ummauerten Stadt die man aber noch nicht ausgegraben hat Auch vom Tempel ist nicht viel geblieben Einen Kilometer weiter östlich befindet sich ein ausgedehnter Friedhof mit rund 1000 Gräbern Da wir für Kawa keine Genehmigung haben will Gerd schnell weiter So fahren wir über Furchen mühsam vorbereitet für den landwirtschaftlichen Anbau dann wieder über Sand und Dünen und durch Oasen Auch im Anschluss an die Oasen scheint Fläche für die Landwirtschaft urbar gemacht zu werden Einheimische sind mit Kühen am pflügen Manchmal durchqueren wir auch ein steppenartiges Gebiet mit Büschen wie Heidekraut überzogen in dem Kamele weiden Schließlich zelten wir an einer großen Sicheldüne und genießen auf ihrem Gipfel den Sonnenuntergang Montagmorgen unsere zweite Woche hat begonnen Uta entdeckt einen Skorpion den sie auch gleich fotografiert Dann fahren wir durch schöne Dörfer und noch malerischere Oasen In einer machen wir Halt um Brot zu kaufen Hier kommen die Eselchen zum Trinken zu einem achtzig Meter tiefen Brunnen Schließlich fahren wir zu einer Fähre an den Nil Der Platz ist umgeben von dichten wunderschönen Palmen Doch wir setzen nicht über Bald darauf sind wir in Alt Dongola dem Zentrum des mittelalterlichen Nu biens Das riesige Stadtzentrum wird seit 1964 von Polen ausgegraben Weithin sichtbar steht hoch auf einem Hügel ein kastenartiges Gebäude das die Kathedrale genannt wird Vielleicht handelte es sich dabei um einen Königspalast Eine Inschrift im Innern verkündet dass das Gebäude 1317 in eine Moschee verwandelt wurde Auf der Höhe der Kathedrale befinden sich viele Häuserruinen weiter unten dann die Gubbas und der große Friedhof Ebenfalls etwas tiefer und in Richtung Nil liegt die Kirche der Granitsäulen die Ähnlichkeit mit Farras aufweist s Foto Farras die Kirche auf der westlichen Nilseite am Nasser Stausee wurde beim Umsetzen der Tempel entdeckt Aufnahmen aus Farras schmücken im Museum in Assuan einen ganzen Raum Vermutlich stammt diese Säu lenkirche aus dem achten Jahrhundert Wie auch die anderen Bauwerke wurde sie in si cherer Entfernung von den Fluten des Flusses errichtet Die Säulen dort im Sand bilden einen schönen Kontrast zu dem Grün am Nil Mehrere Kapitelle liegen im Sand eines wurde als Reibschale genutzt Alt Dongola finde ich sehr schön von den Farben wie auch von der Atmosphäre her In Alt Dongola verlassen wir den Nil und fahren 120 Kilometer querfeldein zum heiligen Berg Barkal dem Karnak Nubiens Wie aus dem Nichts tauchen unterwegs leuchtend grüne Flecken auf Wüstenkürbisse wie wir feststellen Wir finden auch versteinertes Holz große und schöne Stücke Als wir uns dem Nil wieder nähern wird die Fahrt immer beschwerlicher Steine Sandfelder Abbrüche ein ständiges Auf und Ab Unweit des Flusses kommt dann der Gebel Barkal in Sicht daneben erkennen wir acht kleine spitze Pyramiden sehr hübsch anzusehen Gerd würde am liebsten zwischen ihnen zelten aber ein Wächter taucht auf und schickt uns ein Stückchen weiter Da die Pyramiden den Stil Meroes zeigen drei Grabkammern abgesetzte Kanten stammen sie wahrscheinlich aus meroitischer Zeit Warum sie wohl hier errichtet wurden Am nächsten Morgen steigen wir den Gebel Barkal hinauf Er liegt auf Höhe des vierten Katarakts und ist ein 100 Meter hohes Sandsteinmassiv Der Blick vom Gipfel ist herr lich Nil Dörfer Felder ganz unten und winzig die acht Pyramiden Zum Nil hin erblickt man den Amun Tempel der unter Ramses II entstand und nach Karnak der zweitlängste Tempel ist An der südostlichen Ecke des Berges ist ein Fels abgespalten ob er bearbeitet wurde vielleicht sollte aus ihm eine Taharqua Säule entstehen s Foto links oben Am Fuß des Felsens stehen zwei Hathorsäulen die Taharqua Säulen genannt werden und ursprünglich den Eingang zum Tempel bildeten s Foto Mitte In ihrer Nähe befindet sich auch ein Grab mit einer zwar stark verwitterten aber schönen Statue des Gottes Bes davor Im Grab sind Farbreste zu sehen wir erkennen eine Figur die Sternendecke und die geflügelte Sonne über dem Eingang Im Amun Tempel stehen noch eine Säule und sechs Widder der ursprünglichen zum Nil hin führenden Allee Ein großer Granitblock weist Gravuren auf Durch die Nähe des Flusses gibt es viele Vögel wir erkennen Schmutzgeier Rot Milan Reiher und Segler El Kurru heißt unser nächstes Ziel es liegt acht Kilometer südlich vom Gebel Barkal Die Straße steinig und staubig verläuft parallel zum Nil vorbei an hässlichen Häusern Auf der dem Nil zugewandten Seite befinden sich ein altes Minarett und ein Friedhof mit hübschen Gubbas El Kurru ist die älteste Totenstadt Kuschs erstanden ist sie um 860 vor Christus Fünf von den sechs Königen die damals über Ägypten herrschten sind hier begraben Einst standen hier auch Pyramiden man konnte in Kurru gar die Entwicklung der Pyramiden beobachten vom Grabhügel über die Mastaba bis hin zur von Ost nach West ausgerichteten Grabanlage mit einer Pyramide darüber die aber kleiner spitzer und glatter als in Ägypten war Östlich wurde eine Kapelle vorgebaut Könige bekamen zwei Grabkammern die Königinnen nur eine Heute ist der Friedhof ein Trümmerfeld Wir steigen tief in zwei Gräber hinab Das erste ähnelt den Gräbern in Ägypten im zweiten Grab dem Grab des Tawetamani finden wir eine sehr schön dargestellte Szene der Mundöffnung den König mit zwei Göttern vom Eingang rechts s Foto rechts sowie auf der linken Seite eine Darstellung des Toten im Sarkophag In Kurru befanden sich auch 24 Pferdegräber die Tiere wurden stehend begraben mit dem Kopf nach Süden Wir besichtigen ein noch größeres Pyramidenfeld auf einem Wüstenplateau In Nuri am westlichen Nilufer sind 19 Könige und 53 Königinnen begraben Von Karima setzen wir zunächst nach Merowe über die Fähren ähneln sich In Merowe gehen wir auf den Markt und füllen unsere Wasserkanister Farbenfroh und lustig finde ich die Drei Rad Taxen die es hier gibt Mit dem Fotografieren muss ich hier aber vorsichtig sein man hat es nicht gern Nach Rast in einem Orangenhain außerhalb der Stadt fahren wir nach Nuri ausnahmsweise auf Asphalt denn dort am vierten Katarakt wird ein Staudamm gebaut In Nuri stehen viele gestufte Pyramiden doch sind sie stark verwittert Auch die Taharqua Pyramide ist nur noch ein Steinhaufen dabei war sie einmal das größte Bauwerk Kuschs Ein Wärter erscheint mit einem Polizisten im Schlepptau Nun bekommen wir Probleme denn wir haben keine Genehmigung für den Besuch Nuris Nach langem Hin und Her geben wir ihnen die Erlaubnis für Naga und sie sind zufrieden Wir fahren die Asphalt straße in Richtung Staudamm der von Chinesen gebaut wird Ein unwegsames Gelände überall treffen wir auf Ausläufer des Katarakts und auf Bauschutt trotzdem zelten wir mittendrin Am Morgen erblicken Gerd und Günter das Kreuz des Südens Weil der Mond nicht mehr so hell scheint ist es gut zu erkennen So weit südlich sind wir bereits vorgedrun gen Wir müssen zurück nach Merowe Gerd biegt aber kurz vor dem Ort nach links ab in zunächst unwegsames Gelände Aber dann haben wir Glück und finden eine Piste Nachdem wir weitere Kataraktausläufer passiert haben kommen wir in ein breites Wadi mit Akazien Palmen und Mauerresten Dann stoßen wir auf ein altes Kloster und eine Kirche mit einer kleinen Arena Rundbogen und einem Taufbecken Weiter fahren wir wieder kurz durch Berge hindurch und kommen in eine Riesenarena fast rund und eben mit Akazien grauen und grünen Büschen und Kamelen Umgeben ist diese Arena von schönen Bergketten Eine dieser Bergketten überqueren wir und befinden uns erneut in einer Arena genau so schön und weit ist wie die zuvor Nur gibt es hier noch eine Was serstelle an der gerade Hochbetrieb herrscht Kamele Ziegen Esel Menschen alle ver sorgen sich mit Wasser Die Kamele es sind auch weiße darunter haben richtige Lehmschüsseln in die das Wasser geschüttet wird Auf der Weiterfahrt wechseln sich Berge mit weiten Flächen ab 283 Kilometer sind es durch die Bayuda Wüste von Merowe nach Atbara 100 Kilometer vor Atbara zelten wir Eine weite Ebene nur ein Hügelchen ein Strauch und weit rechts eine Bergkette sonst nichts Wir haben den 18 Breitengrad erreicht Donnerstagmorgen geht es gleich weiter durch eine Weite und Öde die erst kurz vor Atbara endet als wir in ein weites Wadi kommen Ein Beduine nähert sich uns und möchte Wasser Wir geben es ihm gern mit einigen Zugaben so dass er glücklich da von zieht Kurz vor dem Ziel versperrt uns ein Bahndamm den Weg Wird die Strecke gebaut oder abgerissen Wir können es nicht ausmachen Kurz entschlossen räumen wir ein paar Schwellen aus dem Weg und kommen hinüber An der Fähre herrscht reger Be trieb Viele Esel sind mit Grün beladen und müssen auf der Fähre entladen und entschirrt werden Alaa ist mit seinem Wagen von Eseln eingekeilt Während der Überfahrt sehe ich Krokodilwächter und einen Spornkibitz auf der Bayuda Seite Durch einen hässlichen schmutzigen Ort geht es weiter nach Shendi bzw Meroe in das Gebiet zwischen dem fünften und sechsten Katarakt Hier auf der staubigen sandigen Piste sind wir mit Sicher heit falsch denn es existiert auch eine Asphaltstraße Gerd hält ein Auto an das uns auf den richtigen Weg führt Kurz nach der Tollstation sehen wir links die Pyramiden von Meroe Wir sollen extra bezahlen unsere Erlaubnis gilt angeblich nur für den Besuch der Königsstadt Was bleibt uns anderes übrig Unweit der Pyramiden zelten wir Während es die anderen gleich zu den Pyramiden zieht steige ich auf den Berg und genieße die herrliche Aussicht auf Nord und Südfriedhof auf Sand Dünen und schwarze Steine im Vorder und Berge im Hintergrund Am folgenden Freitag liegt ein langer Tag vor uns Meroe Musawwarat es Sufra und Naga gilt es zu bewältigen Eigentlich bräuchte man für die ganze Fahrt wie wir sie ma chen zwei bis drei Tage länger Zu der Anlage in Meroe gehören die Königsstadt mit Amun Tempel östlich der Löwen und der Sonnentempel und hinter einer Geröllebene im Osten

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  • Das Nubische Museum in Assuan
    Ramses Statuen mag es wohl in Ägypten geben Man ist sofort angenehm berührt von der In nenausstattung des Museums die vorwiegend aus dem Rosengranit Assuans gestaltet ist Die Exponate sind sehr übersichtlich angeordnet und gut in arabi scher und englischer Sprache beschrieben Eine Zeittafel klärt den Besucher über die verschiedenen Epochen der nubischen Geschichte auf die ja nicht in Dynastien sondern in alphabetisch geordnete Gruppen eingeteilt ist A Gruppe B Gruppe C Gruppe später dann verschiedene Königreiche bis hin zum Einzug des Christentums und schließlich des Islam ab 641 Sich das alles zu merken ist allerdings nur etwas für genaue Kenner der Materie oder Leute mit einem Ele fantengedächtnis Ein Modell des gesamten Niltals mit den wichtigsten Tempeln und Bauwerken mit Schwerpunkt Nubien will den Besucher zunächst gar nicht weitergehen lassen Doch es warten auf ihn noch jede Menge interessanter und aussagekräftiger Exponate von der Frühgeschichte über die Pharaonenzeit Christentum und Islam bis hin zum Bau des Staudamms Die zentrale Ausstellungshalle im Untergeschoss zeigt ca 1200 Exponate die die gesamte Geschichte Nubiens dokumentieren Der Besucher wird themenbe zogen durch die Geschichte geführt Man erfährt jede Menge interessanter Details über die Entstehung und das Flusssystem des Nils über frühe Steinwerkzeuge Felszeichnungen und Gräber des prähistorischen Nubien Aus der Pyramidenzeit sieht man u a einen sehr schönen wenn auch kopflosen König Chefren Aus den Zeiten der Königreiche gibt es sehr interessante und gut erhaltene Gefäße Amulette Handspiegel Ra siermesser u a Beeindruckend auch die Modelle von zwei Pferden mit zum Teil aus Silber gefertigtem Zaumzeug die den Toten mit auf ihre Reise gegeben wurden Viele schöne Stücke und Stoffe aus dem christlichen und schließlich islamischen Nubien beenden die Zeitreise durch die wirklich hochinteressante und teils kaum beachtete Geschichte Auf den technisch interessierten Besucher wartet schließlich ein weiterer Höhepunkt mit Darstellungen der Bewässerungssysteme

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  • Aphrodite's Child - Eine etwas andere Zypernreise
    sind sehenswert aber wer die tollen Arbeiten z B in Tunesien gesehen hat wird enttäuscht sein Die Königsgräber ein weiteres Ausflugsziel sind ja nun eigentlich nur Gräber des Adels und wer denkt da nicht an die Gräber in Luxor oder Petra in Jordanien und vergleicht Zudem sind die Ausschilderung oder Erklärungen dürftig die Anlagen weitgehend mit Grünzeug überwuchert hingegen die Preise deftig Als Tipp für Pistenfahrer empfehle ich ein Bad bei der Adonis Quelle auf dem Weg in Richtung Polis Der geschäftstüchtige Besitzer zockt nach 15 anstrengenden Kilometern über eine wilde Piste die Besucher mit einem Wuchereintrittsgeld ab aber das eiskalte Wasser unter dem Wasserfall sowie die witzigen Geschichten über Ägypten entschädigen das finanzielle Opfer Und wer will zudem nach dieser Strapaze ohne Erfüllung den Rückweg antreten Polis an der nördlichen Westküste bietet tolle Strände und eine angenehme Atmosphäre für die Touristen denen der Trubel der Touristenhochburgen zu wild erscheint Aphrodites Bad entspricht nicht der Vorstellung die man sich vorher macht aber von dort lässt es sich gut wandern zudem findet man nette Restaurants über der Küste und feine Kiesstrände mit kristallklarem Wasser Sogar die Schildkröten mögen diese Strände Von Paphos aus lenkte ich meinen Roller ins Trodos Gebirge Vor den Bussen am Chrysorroyiatissa Kloster zu sein lohnt schon wegen des Blickes in die herrliche Landschaft hingegen ist ein Besuch des grässlich überlaufenen Kykko Klosters wo Erzbischof Makarios begraben liegt eher ein Fehler Busladungsweise werden die Touristen angekarrt um die Klosterlegenden anzuhimmeln und das im Schweinsgalopp Ein Ausflug durch den Naturpark zu dem Zederntal erscheint mir entspannender und lohnenswerter wenn ich auch nach insgesamt 30 Kilometern Piste ziemlich durchgerüttelt war Das Trodos Gebirge mit 2000 Metern Höhe erfrischt durch wunderbare Luft vor allem wenn man aus Kairo kommt Direkt in der Nähe des Gipfels fand ich ein nettes Hotel und war der einzige Gast Wer gerne wandert findet dort sehr gute Möglichkeiten Aber meine Reise sollte ja noch weiter gehen und so musste ich nach Larnaka zurück meinen Roller zurückgeben Dann fuhr ich mit dem Linienbus nach Nicosia Diese Stadt mit den venezianischen Bastionen könnte das Juwel der Insel sein aber diese unsägliche Teilung der Insel durch politische Betonköpfigkeit scheint kaum überwindbar Tony s Bed and Breakfast Pension ist ein guter und preiswerter Tipp in der Altstadt Von dort lassen sich alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß besuchen Auf die uneinheitlichen Öffnungszeiten sei verwiesen Am nächsten Tag wollte ich dann die Reise in den Norden antreten Mit meiner Reisetasche und dem Rucksack rollte ich also zum Grenzübergang Der Grenzbeamte musterte mich und mein Gepäck kritisch Seiner undeutlich formulierten Frage setzte ich vermeintliche Unwissenheit entgegen und siehe da sein Vorgesetzter fragte nett und glaubte meinen Ausführungen dass ich nach meinem Tagesbesuch im Norden Zyperns direkt mit meinem Gepäck nach Larnaka zurück müsse Kein Stempel im Pass und die Türken sind so freundlich und stempeln ihren Einreisevermerk auf ein Extrablatt Schnell zur nächsten Dolmus Station Sammeltaxi und schon war ich im hübschen Küstenstädtchen Girne das die Griechen Kyrenia nennen Hier sei eine Bemerkung angebracht

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  • Tell Basta, Bilbeis und Mustorod
    zweite Statue sucht man noch ob sie wohl Ramses darstellte Die Statue der Nefertari ist allein eine Fahrt nach Tell Basta wert In einer großen Grube liegt sie wie schlafend ihr Gesicht ist wunderschön und strahlt sehr viel Ruhe aus Dann ist da noch der Brunnen Er ist von Stacheldraht umgeben damit keiner hinein fällt und keiner das Wasser trinkt das nicht mehr heilt sondern arg verschmutzt ist Pilger sollen schon erkrankt sein Der Brunnen ist heute vor allem ein Streitobjekt Wer entdeck te den Brunnen wer hat das Recht zu graben zu forschen und zu schreiben Ein Dr Mahmoud Omar entdeckte wohl 1991 erste Spuren des Brunnens Sogleich er wollte ihn als den Brunnen Jesu der Geschichte der Heiligen Familie eingliedern wollte den Fund ort zum Pilgerort machen Der Brunnen stammt aus dem ersten Jahrhundert aber die ägyptische Antiquitätenverwaltung vermutet unter ihm einen noch älteren Brunnen Es gilt vor allem Tradition und Überlieferung nicht mit der Wissenschaft zu vermengen Der Fall liegt zur Zeit vor Gericht Von der Stadt die einst den Tempelbezirk umgab sieht man nur wenige Überreste einen Berg von Lehmziegelschutt und einige Mauern Der größ te Teil des ehemaligen Ortes liegt heute wohl unter den Ausläufern der Stadt Zagazig Von Zagazig fuhren wir nach Bilbeis das 25 km von Zagazig und 48 km nordöstlich von Kairo entfernt liegt Die Heilige Familie jedoch ging von Zagazig nach Mustorod das heute schon zu Groß Kairo gehört und dann erst wieder nordwärts nach Bilbeis In Bil beis erweckte Jesus einen Toten weshalb die Bewohner an ihn als den wahren Gott glaubten Es gab früher in Bilbeis einen Brunnen und einen Marienbaum Diesen Baum wollten die Soldaten Napoleons den Baum fällen Aber der Baum blutete so wird erzählt und die Soldaten stürzten in Panik davon Dr Meinardus glaubt dass der Marienbaum dann wohl um 1850 gefällt wurde Dr Hulsman ist jedoch der Auffassung dass der Baum erst zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt fiel da die Erinnerung an den diesen Marienbaum bei der Bevölkerung noch sehr lebendig ist Heute ist Bilbeis keinen Besuch wert Eine relativ große Kirche wurde im letzten Jahr hundert gebaut Die Altarwand ist zwar alt sie stammt aus dem 19 Jahrhundert doch der Kirchenraum ist weder schön noch hat er Atmosphäre Aber da die Kirche in Zagazig restauriert wurde mussten wir hier Zuflucht suchen Wir wurden sehr freundlich aufge nommen und von einem Priester begrüßt während wir auf unser Essen warteten Nach dem gemeinsamen Essen gab Pfarrer Knolle Informationen zur Person des Propheten Hesekiel und erläuterte den geschichtlichen Hintergrund zu dessen Prophezeiungen über Ägypten in den Kapiteln 29 bis 32 In diesen Kapiteln wird unter anderem auch die Stadt Bubastis erwähnt die zur Zeit Hesekiels die Hauptstadt Ägyptens war Zunächst wurden die recht langen vier Kapitel aus dem Alten Testament vorgelesen Dann berichtete Pfar rer Knolle über das Exil der Israeliten in Babylon und über die Auseinandersetzung der Großmächte Ägypten und Babylonia Dieses Bibelstudium war allerdings nach meiner Meinung und der Meinung einiger anderer Teilnehmer zu

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  • Das innere Bild - Blinde reisen in Ägypten
    viele Reisegruppen in der Moschee Zwar ist keine wirklich laut aber die Geräusche und Rufe der vielen Menschen vermischen sich zu einem hallenden Klangbrei Einige der blinden Reisenden sind merklich irritiert Das klingt merkwürdig hier meint eine Frau leise Der Reiseführer erklärt vieles zur Geschichte der Moschee zu ihrer Ausgestaltung Was so frage ich mich bleibt von solchen Informationen dauerhaft im Gedächtnis wenn kein Bild dazukommt Ich weiß dass die Teilnehmer vor Reisebeginn ein umfangreiches Informationspaket in Blindenschrift bekommen so dass sie sich gut vorbereiten können Aber wie stellt man sich reiche Ornamentik vor wenn man sie nicht sehen kann Die Gruppe hört geduldig zu Lebhaft wird es erst als Frau Arning alle auffordert gemeinsam die riesigen Alabastersäulen zu erkunden Man umrundet tastet fühlt jetzt wird die beschriebene Monumentalität erfahrbar Später dann führt Frau Arning die Gruppe zur Gebetsnische dem mihrab der Moschee Sie lässt den besonderen Klang der Nische erhorchen die glattpolierte Fläche fühlen Dann dürfen die Teilnehmer die Verzierungen der benachbarten Kanzel der minbar ertasten Eine Aufpasserin eilt konsterniert herbei eigentlich ist dieser Bereich doch abgesperrt Aber als sie erfährt dass es sich um eine Gruppe von blinden Reisenden handelt lässt sie uns gewähren Einige der Teilnehmerinnen können gar nicht aufhören die Verzierungen zu berühren Wieder und wieder lassen sie sich zum Beginn der Ornamente bringen finden von da aus ihren eigenen Weg an den sich umeinander schlingenden Mustern entlang Später wird eine dieser Frauen zu mir sa gen Diese verschlungenen Ornamente sind wunderbar Ich habe sie noch nie sehen können aber sie fühlen sich so vollkommen an Auch den Reisenden die über ihr volles Augenlicht verfügen beschert diese Art des Erkundens neue Eindrücke Eine Begleiterin erzählt Als Sehende muss ich sagen dass ich durchs bloße Hingucken oft flüchtiger wahrnehme als wenn ich zum Beispiel mittaste wenn ich langsam meine blinde Freundin um eine Säule führe und wir spüren wie sich das Material anfühlt wie die Verzierungen gemacht sind Die Eindrücke bleiben auch länger haften Ich erinnere mich später oft genauer daran wie sich etwas angefühlt hat als daran wie es ausgesehen hat Eine der Reiseteilnehmerinnen outet sich als Ägypten Liebhaberin Sie war schon bei mehreren Blindenreisen dabei Alle wie entfernen drei Jahre komme ich wieder mit bei den Blindenreisen Es ist jedes Mal etwas Neues dabei Ich habe inzwischen ein inneres Bild von Kairo Vor ungefähr 10 12 Jahren ist man mehr durch die Innenstadt gefahren das fand ich sehr aufregend so durch die Stadt zu fahren mit dem Gehupe und den Rufen der Leute Man spürte richtig wie der Busfahrer herumrangieren muss immer wieder bremst und losfährt In Deutschland fühlt sich das ganz anders an Heute empfinde ich es übrigens als sehr laut hier Es ist das neue Kairo das sehr laut für mich ist Das alte Kairo das alte Ägypten war wesentlich ruhiger Von der Zitadelle aus geht es dann zur Ibn Tulun Moschee Immer wieder schaltet sich Carla M Arning ein ergänzt die Erklärungen des Reiseführers mit sehr eindrücklichen Schilderungen Sie muss versuchen ganz

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