archive-de.com » DE » P » PAPYRUS-MAGAZIN.DE

Total: 267

Choose link from "Titles, links and description words view":

Or switch to "Titles and links view".
  • Film Blackout Journey
    der Jahre das Leben der Brüder nicht nur unterschwellig beeinflusst hat Seine volle Sprengkraft wird nun im Verlauf der Begegnung im Verhalten der Brüder zueinander offensichtlich Die nicht kontrollierbare Vehemenz des Traumas und der Druck den Mio angesichts der ablaufenden Frist für den Kauf des Tonstudios verspürt verleihen dem Film einen großen Teil seiner Spannung und seines Tempos Stella Mavie Hörbiger der einzige weibliche Part spielt dabei eine wichtige in sich schlüssige und konsequente Rolle Die Tragik um die Brüder findet ihren Höhepunkt in sehr dramatischer Weise Die Beziehung zwischen Stella und Mio durch die Geschehnisse hart auf die Probe gestellt und von Stella beendet erhält zum Schluss einen neuen Impuls Mio erkennt dass ihm Stella jenseits von Reichtum und Ruhm immer noch etwas bedeutet Hier stellt sich für mich die Frage ob der Showdown um Mio und Valentin nicht als Ende genügt hätte Die Filmemacher jedoch wollten einen Ausblick in eine hoffnungsvolle Zukunft wagen und haben deshalb das bitter süße Happy End Produzent M Vogt hinzugefügt Blackout Journey ist eine lange und streckenweise tragische Reise in die Vergangenheit zweier Brüder die nach vielen zum Teil unerwarteten Wendungen schließlich zu einer beginnenden Freundschaft führt Es ist beeindruckend mitzuerleben wie sich aus Mios zutiefst ablehnender Haltung eine Annäherung hin zu Valentin entwickelt Die eigens komponierte Musik und die an Mios goldfarbenem Citroen Cabrio vorbeiziehenden teilweise in die Dramaturgie miteinbezogenen Landschaften unterstreichen die Gefühlslagen und Stimmungen der Protagonisten Sehr wohltuend empfand ich dass der Film von klaren Szenen lebt Dem Team um Produzent und Mit Autor Maximilian Vogt und Regisseur Sigi Kamml ist mit Blackout Journey ein sehenswerter Film gelungen sowohl die Darsteller die Szenarien und die Musik als auch das spannend ausgelegte Sujet betreffend Ich habe ihn anlässlich seiner Weltpremiere beim Cairo International Filmfestival gesehen Unter 18 Beiträgen vertrat er Deutschland

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/januar/Film%20Blackout%20Journey.htm (2016-04-25)
    Open archived version from archive


  • Dirigent
    ein wichtiges Thema Das sind wie gesagt grundsätzliche Arbeitsprozesse die in allen Orchestern vorgenommen werden müssen es ist wie die tägliche Reinigung Ein Orchester es kann noch so gut sein braucht diese Prozedur Deswegen ist meine Arbeit hier nicht grundsätzlich anders oder schwieriger als in einem anderen Orchester Gibt es dennoch Bereiche wo Ihre Arbeit hier neue Aspekte aufweist Bei der Arbeit mit dem Orchester nein Es sind eher die Umstände an der Kairoer Oper als Organisation die für mich neu sind Die Oper ist ein staatlicher Betrieb mit sehr vielen Arbeitnehmern Es ist sehr schwierig einen solchen Betrieb zu koordinieren Gewisse Sachen wie Programmhefte termingerecht mit richtigen Angaben versehen zu produzieren das ist nicht immer einfach Der Apparat ist einfach sehr groß Rein musikalisch erlebte ich diesen Herbst etwas Neues den Ramadan Die Arbeit mit dem Orchester wurde davon natürlich beeinflusst Die Hälfte der Musiker fastete was sich gegen Ende der Proben ganz natürlich als Konzentrationsmangel manifestierte Darauf musste man Rücksicht nehmen Doch die Musiker versuchten mit den Kräften die sie zur Verfügung hatten gute Musik zu machen Was sich in den Konzerten auch bezahlt gemacht hat Die Besucherzahlen sind gestiegen Ich weiß nicht genau woran das liegt Aber ich hoffe es hat damit zu tun dass durch die Arbeit der letzten Monate die Leute merkten dass da ein neues Element erscheint Einige äußerten sich dahin dass das Orchester motivierter spiele Das freut mich am meisten da es ja eine meiner Hauptaufgaben ist das Orchester zu motivieren Es soll gut spielen Aber auch technisch muss es stimmen und die Liebe zum gespielten Stück soll vom Zuhörer gespürt werden Was die Liebe zum gespielten Stück zur klassischen Musik angeht möchte ich etwas besonders hervorheben Das Symphonieorchester Kairo als ältestes Orchester im arabischen Raum hat eine lange Tradition im musikalischen Kulturaustausch Bei meinen Anfragen bei Gastdirigenten und Solisten erfahre ich immer wieder dass viele gar nicht wissen dass die klassische Musik hier gerne gehört wird dass es Kindern möglich ist Musikunterricht zu nehmen dass Studenten an einer Hochschule ein Instrument studieren können Umgekehrt ist uns im Westen die klassische Arabische Musik doch eher fremd Deswegen bin ich beeindruckt von der Tatsache dass hier in Kairo für ein ägyptisches Publikum jede Woche ein Konzert mit klassischer Musik stattfindet Wie ist denn Ihre Position als Dirigent des Orchesters Findet hier auch Kulturaustausch statt Welchen Umgangsstil pflegen Sie Mein Ideal als Dirigent und meine Vorstellung von Musikmachen generell ist Zusammenarbeit Ich gebe eine gewisse Grundidee vor aber ich erwarte von Orchestermusikern dass sie selber teilnehmen dass sie mitdenken dass sie nicht nur meinem Schlag folgen Jeder einzelne Musiker spielt nur dann motiviert wenn er das Gefühl hat freiwillig etwas zum Ganzen beizutragen Dies lässt sich meines Erachtens nicht vereinbaren mit einem diktatorischen Führungsstil Bis jetzt hatte ich hier mit diesem Ansatz keine Probleme Grundsätzlich wird mir als Dirigent Respekt entgegengebracht Ich habe natürlich gewisse Machtmittel die aber nur im Notfall eingesetzt werden Die Musiker wissen das spüren aber hoffentlich auch meinen Respekt den ich

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/januar/Dirigent.htm (2016-04-25)
    Open archived version from archive

  • Portrait einer Künstlerin: Maaike Draper-Albers
    Holland und später als Event Managerin und Organisatorin von Kunstausstellungen Der Wunsch selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen überraschte sie erst vor einigen wenigen Jahren und mit dem ihr eigenen Enthusiasmus machte sie sich an die Arbeit um verschiedene Techniken und Materialien zu erforschen Wie aus einem ausbrechenden Vulkan strömen die Werke aus ihren Händen und in weniger als 3 Jahren hat sie über 200 Bilder geschaffen voller Leuchtkraft und mit einer unglaublichen Vielfalt Maaike malt hauptsächlich Blumen und Landschaften aber auch Stilleben Portraits und Städtebilder gehören zu ihrem Repertoire Maaike bezieht ihre Inspiration aus ihrer Umgebung der Natur und ihrer Liebe zum Leben Sie hat viele Länder bereist und ihre Eindrücke spiegeln sich in ihren Bildern wieder Ihr Haus in England war immer voll von neuen Bildern und ihre Werke erfreuen sich großer Beliebtheit da sie voller Farben und erklärter Lebensfreude sind und die meisten Betrachter einfach glücklich machen Mehrmals wurden Maaikes Arbeiten in England ausgezeichnet und sie stellt regelmäßig in Galerien aus Auch hat sie im Auftrag einiger Vereine Bilder gemalt die dann als Drucke verkauft wurden Ihr neuestes Projekt ist die Planung eines Galeriecafes in einer nordenglischen Stadt zusammen mit dem Cafebetreiber und anderen Künstlern Verkauft werden ihre Bilder in alle Welt auch ich bin stolze Besitzerin von zwei Originalen die bald wieder mein Heim hier in Ägypten schmücken werden Maaikes Inspiration für diese Bilder kam bei einem ihrer Besuche in Ägypten wo auch die Idee in ihr keimte sich eines Tages hier in Kairo niederzulassen um als Teil ihrer globalen Weltanschauung eine völlig neue Lebensart kennenzulernen Als wir letztes Jahr nach Kairo übersiedelten stand für Maaike und ihre Familie fest dass sie jetzt auch den Schritt ins Unbekannte wagen wollten Auf zu neuen Ufern nicht stehenbleiben wollen das hat Maaike sich vorgenommen Seit September

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/november/draper_albers.html (2016-04-25)
    Open archived version from archive

  • Zum Thema Frauen auf der Frankfurter Buchmesse
    Meer als Auftragswerk des Mare Verlags zunächst auf Deutsch und dann erst auf Arabisch erschien Hanan al Scheich gilt als Virtuosin der Erzählperspektiven und des weiblichen Blicks die gekonnt die Gewalt Verlogenheit und Ungerechtigkeit einer patriarchalischen Welt enthüllt Ebenfalls im Literaturhaus lasen zwei Stadtschreiberinnen die Frankfurter Lyrikerin Silke Scheuermann und die in Paris lebende libanesische Autorin Rasha al Ameer aus ihren Tagebüchern über ihre Erfahrungen in einer fremden Stadt Papyrus berichtete in einer früheren Ausgabe bereits über das Literaturforum Midad Silke Scheuermann lebte im Mai Juni 2004 einen Monat lang in Beirut während sich Rasha al Ameer in Frankfurt aufhielt Die Libanesin empfand Frankfurt als klein und leer keine Spur von Leben Silke Scheuermann hingegen machten die Unruhen im Süden von Beirut Angst und sie empfand die das Hotel belagernden Taxifahrer als nervig Während die junge Deutsche in den Genuss der legendären arabischen Gastfreundschaft kam und sich vor Empfängen kaum retten konnte wollte man in Frankfurt ihrer Kollegin Zeit zum Eingewöhnen und zur Reflexion geben was diese nicht nur als positiv empfand Kulturelle Unterschiede mit denen beide während ihres Aufenthalts konfrontiert wurden Von Silke Scheuermann wird im Februar bei Schöffling der erste Prosaband erscheinen die sechs Romane von Rasha al Ameer liegen leider bisher nur auf Arabisch bzw Französisch vor Die Veranstaltung im Museum der Weltkulturen stand unter dem Motto Weibliche Kreativität Über Scheherazades Schwestern Künstlerinnen und Schriftstellerinnen in der arabischen Welt diskutierten Ratiba al Hafni Opernsängerin Beraterin der Kairoer Oper Professorin der Akademie der Künste und Leiterin der Musikhochschule Kairo die libanesische Schriftstellerin Hanan al Scheich Asaad Arabi bildender Künstler und Professor für islamische und arabische Kunst sowie Ibrahim al Aris Filmkritiker aus dem Libanon Die Moderation hatte Hoda Wasfi Professorin für Literatur Theater und Literaturkritikerin und Leiterin des Nationaltheaters in Kairo ebenfalls aus Ägypten Es folgte ein allgemeines Loblied auf kreative Frauen al Aris zufolge waren es vor allem Sängerinnen man denke an Um Kulthum und Schauspielerinnen mutige Frauen die sich in einer Männerwelt behaupteten die die Gesellschaft nachhaltig veränderten und für den Sprung in die Moderne verantwortlich waren Dank dieser Vorreiterinnen seien Frauen inzwischen in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen vertreten Die These dass es immer mehr Frauen in Führungspositionen gebe belegten die beiden anwesenden Ägypterinnen Wasfi und al Hafni beides arrivierte in kulturellen bzw akademischen Einrichtungen tätige Frauen Asaad Arabi betonte dass in der bildenden Kunst Frauen heute weit einflussreicher und innovativer seien als Männer Einzig Hanan al Scheich wies auch auf den Kampf und die Mühe hin die sie das Aufbegehren als junges Mädchen gekostet hatte Insgesamt ein spannender Abend nicht zuletzt da Ibrahim al Aris in Anwesenheit der diplomatischen Vertreter Ägyptens und der von der Arabischen Liga nach Frankfurt entsandten Kulturvertreter kein Blatt vor den Mund nahm und der Meinung widersprach dass heute alles zum Besten stünde Noch bis zum 14 November wird anlässlich der Buchmesse im Fotografie Forum international die Ausstellung Women by Women 8 Fotografinnen aus der Arabischen Welt gezeigt Blicke die Frauen auf Frauen richten sollen der Betrachterin den Reichtum an

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/november/weibliche_perspektiven.html (2016-04-25)
    Open archived version from archive

  • Lesefest mit Tücken _ die Frankfurter Buchmesse und ihr Ehrengast 2004
    Hier ist unter anderen Ibrahim al Mo allem zu nennen der Präsident des arabischen Verlegerverbandes der in zahlreichen klugen und humorvollen Redebeiträgen und Interviews im Vorfeld der Buchmesse immer wieder bekräftigte wie wichtig es sei dass die arabische Buchwelt einmal zeigt was sie zu bieten hat und der dem Messe Auftritt auch zu Zeiten noch schwankender Finanzierung mit unerschütterlichem Optimismus entgegensah Dieser Optimismus war durchaus begründet Das Angebot an Veranstaltungen in Frankfurt war reichlich viele bekannte und auch noch zu entdeckende Autorinnen und Autoren waren gekommen um zu diskutieren und aus ihren Werken zu lesen Aus Ägypten waren unter anderen Salwa Bakr Ibrahim Abdul Meguid Miral al Tahawi und Gamal el Ghitani mit dabei Ibrahim Ferghali der Stadtschreiber des midad Projekts kam direkt im Anschluss an seinen vierwöchigen Stuttgart Aufenthalt zur Buchmesse Zahlreiche Begleitveranstaltungen und Konzerte namhafter Künstler im Frankfurter Literaturhaus und im Museum der Weltkulturen rundeten das Programm ab Die Anlaufpunkte für Arabieninteressierte waren großräumig übers Messeareal verteilt Die Arabische Liga präsentierte sich im so genannten Forum und auf dem Freigelände mit einer umfangreichen Bücherschau mit Diskussionen und Lesungen Im Internationalen Zentrum der Halle 5 das die Messe gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt organisierte gab es ebenfalls zahlreiche Diskussionsrunden Außerdem präsentierten sich hier die Organisationen der Auswärtigen Kultur und Bildungspolitik z B DAAD Goethe Institut oder das Institut für Auslandsbeziehungen ifa Der Gemeinschaftsstand der arabischen Verlage war in Halle 6 zu finden und der Stand zum Deutsch arabischen Kulturaustausch zwischen den deutschsprachigen Verlagen in Halle 3 Auch wer das Messeareal nicht kennt kann aus dieser Aufzählung erkennen Wer an Arabischem interessiert war musste zeitlich recht flexibel sein und in kurzer Zeit zum Teil recht lange Wege zurücklegen Vielleicht war es diesem Umstand zuzuschreiben dass so manche interessante Diskussion im Internationalen Zentrum mit nur wenigen Zuhörern auskommen musste An den

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/november/frankfurter_buchmesse_ehrengast2004.html (2016-04-25)
    Open archived version from archive

  • Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2004: die Arabische Welt
    gute Leute die auch etwas zu bieten haben Was erwarten Sie was erhoffen Sie vom Gastlandauftritt in Frankfurt Ein wichtiger Impuls kann ausgehen von der Tatsache dass die arabischen Verleger hier gemeinsam etwas auf die Beine stellen dass Kontakte neu geknüpft oder intensiviert werden Es wäre außerdem sehr schön und wünschenswert wenn nach dieser Präsentation mehr Übersetzungen arabischer Literatur in westliche Sprachen initiiert würden Ich könnte mir ein großes Übersetzungsprogramm vorstellen das natürlich entsprechende Unterstützung braucht Es gibt noch immer relativ wenige Leute die aus dem Arabischen übersetzen Diese zarte Pflänzchen einer übersetzerischen Tradition sollte gepflegt und herangezogen werden Für das gegenseitige Verständnis wäre das eine tolle Sache Denn die Menschen in der arabischen Welt wissen genau was los ist in Hollywood Berlin oder Paris aber ob man in Hollywood Berlin oder Paris so gut Bescheid weiß über arabische Literatur Kunst oder Film das möchte ich mal bezweifeln Hat das Interesse an arabischer Gegenwartsliteratur in den letzten Jahren eher zu oder abgenommen Es hat eindeutig zugenommen Es gab vorübergehend ein sehr starkes Interesse nachdem Nagib Machfus den Literaturnobelpreis bekommen hatte Jetzt in der Folge des 11 September 2001 interessiert man sich natürlich sehr für alles Arabische und das ist eine Gelegenheit mehr aus diesem großen und vielschichtigen Kulturraum zu vermitteln Da hat gerade die Literatur viel zu bieten sie kann etwas vermitteln was in Schlagzeilen und Schreckensmeldungen nicht vorkommt Die arabische Welt vom Atlantik bis zum Golf ist faszinierend sie bietet sehr unterschiedliche Lebenswelten welche für westliche Leser zum Teil sicher fremdartig und eigentümlich sind Die Erlebnisse in einer Großstadt wie Kairo unterscheiden sich grundlegend von denen in einem Dorf im Sudan Und hier kann die Literatur Aufschluss geben jenseits der schrillen Bühne der Politik Wie leben die Menschen was bewegt sie wie suchen sie ihr Glück Der Dialog auf der kulturellen Ebene ist sehr wichtig Welche Autoren stehen für Sie gerade im Mittelpunkt des Interesses Eher die modernen Klassiker oder Autoren der jüngeren Generation Wissen Sie es besteht ein solcher Nachholbedarf bezüglich arabischer Literatur dass wir grundsätzlich von Modern Arabic Writing sprechen ohne weitere Unterteilung Unter dieser Bezeichnung findet man dann etablierte Namen wie Taha Hussein Yusuf Idris oder Latifa al Zayat aber auch Autoren der jüngeren Generation wie Miral al Tahawi Salwa Bakr oder Ibrahim Abdel Meguid Einige Autoren setzen sich mit traditionellen Lebenswelten auseinander wie beispielsweise Miral al Tahawi die sich in einer sehr bildhaften Sprache unter anderem mit dem beduinischen Leben auseinandersetzt Andere sind eher international in ihren Büchern Bahaa Taher zum Beispiel der in einem seiner Bücher das Exilerlebnis in Europa schildert Oder Hoda Barakat sie lebt heute in Paris und nimmt eine sehr interessante Perspektive ein Der bekannteste arabische Schriftsteller ist Nagib Machfus der bei AUC Press verlegt wird und Sie verwalten auch die Übersetzungsrechte Ja wir haben seine Bücher schon übersetzt und verlegt bevor er den Literaturnobelpreis bekommen hat Wir haben alle Rechte für die Bücher die er früher geschrieben hat und noch schreiben wird in allen Sprachen außer Arabisch Es gibt inzwischen

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/september/ehrengast_buchmesse.html (2016-04-25)
    Open archived version from archive

  • Als Stadtschreiber in Kairo: José F. A. Oliver
    Es war ein Eingerichtetsein in dieser Arbeit in diesem Sich Bewegen in der Stadt Etwas irritierend war für mich anfangs die massive Polizeipräsenz in der Stadt dann hat es mich auch wieder beruhigt Was mich erstaunt hat Ich sah sehr oft Polizisten die im Koran lasen und ich habe mich gefragt Wäre das in Deutschland möglich Ordnungshüter die sich einfach zwischendurch auf einen Stuhl setzen und in der Bibel lesen Das war eine Vorstellung die mich fasziniert hat Warum nicht Zu erkennen dass es eine andere Kraft gibt die man nicht zu Hause lässt bei Beginn der Dienstzeit und danach wieder hervorholt Diese ständige Präsenz des Glaubens hat mich fasziniert hier in Kairo das hätte ich nicht erwartet Oder dass der Muezzin der fünfmal am Tag zum Gebet ruft auch mich in ein eigenes Innehalten bringt Dieses Memento das darin steckt das hat mich überrascht und die Selbstverständlichkeit des Glaubens im Alltag Ich habe das hier nie als radikal empfunden oder als bedrohlich sondern als etwas Beruhigendes Aufbauendes Ich habe selbst oft gebetet manchmal bin ich beim ersten Gebetsruf aufgewacht und habe dann gebetet oder habe an Freunde geschrieben auf jeden Fall etwas sehr Bewusstes getan Sie waren auch in Alexandria wie hat die Stadt auf Sie gewirkt Das Aufeinandertreffen von Mythos und Realität hat ja schon so manchen literatur interessierten Besucher ernüchtert In Alexandria wusste ich von vornherein was ich sehen wollte oder auch nicht Ich wollte nicht das römische Theater sehen diese römischen Theater sind für mich schrecklich weil dort so viele Menschen umgekommen sind Ich wollte ins Fischerviertel gehen und ich wollte auf jeden Fall das Haus von Konstantin Kavafis besuchen Ich habe mich sehr intensiv mit seinen Gedichten auseinandergesetzt habe auch Gedichte ins von ihm ins Spanische übersetzt Und in Alexandria wollte ich eintauchen in die letzten Jahre wollte seine Wohnung besuchen Natürlich weiß ich dass die Möbelstücke nicht authentisch sind aber dennoch war es als ob der Dichter diese Wohnung gar nicht mehr verlassen hätte Bahary das Fischerviertel hat mich sehr fasziniert so wie mich in Kairo die Stadt der Toten fasziniert hat Allerdings muss ich auch sagen dass ich keine historischen Augenblicke gesucht habe nicht das untergegangene Alexandria sondern das heutige und das war für mich sehr reizvoll Der einzige historische Ort der mich noch gereizt hätte wenn man ihn denn besichtigen könnte wäre das Schlafzimmer der Kleopatra gewesen Das hätte ich gerne gesehen den Ort an dem das römische Weltreich für ein paar Augenblicke in die Knie gezwungen wurde Das hätte mich vielleicht inspiriert Dann saß ich stundenlang am Strand und habe ägyptische Musik gehört und war sehr erfüllt nachdem ich Alexandria verlassen habe Allerdings reizt die Stadt mich nicht so sehr wie Kairo denn ich glaube in Kairo spielt sich die Zukunft ab So wie sich die Zukunft in einer Stadt wie Manila oder Delhi oder Mexico City abspielt Das war auch das was ich erleben wollte nicht so sehr ein ruhiges Urlaubsdomizil auch wenn in Alexandria die Luft besser ist Ihre

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2004_2005/september/jose_oliver.html (2016-04-25)
    Open archived version from archive

  • Die Fahrt nach Alexandria oder wie Brecht ägyptisch wurde
    und dringend einer Abkühlung bedurften Nach gut drei Stunden kamen wir schon reichlich verschwitzt in Alexandria an der Braut des Mittelmeeres oder Mutter aller Städte wie Alexandria gerne genannt wird Doch von Pause keine Spur Gleich weiter ging es zur Biblioteca Alexandria die sich direkt an der Corniche westlich vom Midan Saad Zaghul neben der University Conference Hall befindet und sich ob ihrer Architektur nicht so richtig ins Stadtbild schmiegen will Geformt zu einem Halbmond der zum Mittelmeer hin abfällt erweckt sie den Eindruck sich Europa und der Welt entgegen zu strecken zu wollen Dieser Einladung ins Reich der Weisheit sind wir denn auch gerne gefolgt Wurden wir vorher im Minibus vor Hitze fast eingeschmolzen wurde es in der Bibliothek mit einem Schlag ziemlich frisch Eine von Frau Hegazy bestellte Bibliotheksführerin führte uns ins Innere der Räume und machte uns darauf aufmerksam dass sich die Bibliothek nicht am gleichen Ort befindet wie ihre berühmte hellenistische Vorgängerin Dafür trafen wir im Innern auf eine ausgesprochen originelle Konzeption von Bildung und Kultur So blättert sich beispielsweise die Bildung buchstäblich in stufenförmig angelegte Ränge mit Bücherregalen zu verschiedenen Themengebieten auf Tische und Stühle sorgen dafür dass Studenten oder einfach nur Interessierte dort in Ruhe lesen und mit PC s arbeiten können In einem gesonderten Bereich war es möglich alte seltene Bücher zu bestellen oder mittels besonderer Technologie eine Gutenberg Bibel zu lesen Umschlossen werden diese Ränge durch kleine museale Enklaven wie z B der eines berühmten ägyptischen Filmregisseurs dessen Wohnzimmer sogar für die Nachwelt hier detailgenau wieder aufgebaut worden ist Da wir die Oper nicht mit leerem Magen hören wollten nahmen wir rasch im Anschluss an die Bibliothek noch einen kurzen Snack im Hilton das sich direkt neben der Bibliothek befindet Und dann war Opern Time Wehte uns der kritische Geist von Weimar

    Original URL path: http://papyrus-magazin.de/archiv/2003_2004/januar/fahrt_nach_alexandria.html (2016-04-25)
    Open archived version from archive



  •