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  • mobilogisch! - Zeitschrift
    mobilogisch der Vierteljahres Zeitschrift für Ökologie Politik und Bewegung Heft 1 2012 erschienen Einzelhefte von mobilogisch können Sie in unserem Online Shop in der Rubrik Zeitschrift bestellen Drucken E Mail Begegnen und Flanieren im Zentrum der Bundeshauptstadt In der Fußverkehrsstrategie für Berlin vgl mobilogisch 3 10 S 17 21 ist als Modellprojekt 5 die Umsetzung von drei Pilotvorhaben Begegnungszonen vorgesehen Eine davon soll in einem Bereich mit herausgehobener touristischer Bedeutung umgesetzt werden Da lag es nahe dass sich der FUSS e V jetzt mit dem Vorschlag in die Findungs Phase einbringt Deutschlands bekannteste Flaniermeile in den Abwägungsprozess einzubeziehen Nach einem ersten Fußverkehrs Audit ergaben sich weitere Vorschläge für Maßnahmen die für andere Modellprojekte oder Ziele der Fußverkehrsstrategie für Berlin stehen Der ziemlich genau eine Meile lange Straßenabschnitt könnte ein verbindendes Projekt mit Synergie Effekten werden Die Prachtstraße Unter den Linden zählt heute zu den berühmtesten Straßen der Welt Sie ist für Einheimische und Touristen gleichermaßen ein beliebtes Ziel Als Flaniermeile im Herzen Berlins bietet sie weltstädtisches Flair und ein Panorama großartiger historischer Bauten so oder so ähnlich steht es in zahlreichen Reiseführern Für viele der etwa 130 Millionen Tagesbesucher pro Jahr in Berlin dürfte die Straße eher eine Ernüchterung sein Um ihren vorauseilenden guten Ruf besser einschätzen zu können zunächst eine geschichtliche Einordnung Flanieren und marschieren Die damals unbefestigte Straße besteht seit 1527 und wurde später zum Reit und Jagdweg erklärt Sie war und ist noch heute die breiteste Straße Berlins und blieb mit ihrer bis zu sechsreihigen Lindenbepflanzung über Jahrhunderte der Erholung und dem Vergnügen der Berliner vorbehalten Ende des achtzehnten Jahrhunderts entwickelte sie sich zur Prunk und Prachtstraße der preußischen Residenz Hier marschierte Napoleon an der Spitze seiner Garden 1806 durch das Brandenburger in Berlin ein und hier erhob sich sechs Jahre später das Volk gegen die napoleonische Unterdrückung Die Straße Unter den Linden diente seither der Demonstration der Macht sah Paraden Fürstenempfänge Bürgerkriege ausziehende und heimkehrende Truppen und in Friedenszeiten hektische Verkehrssituationen und viele SpaziergängerInnen Auch im bürgerlichen Zeitalter behielt die Straße ihren Charakter als Promenade der Müßiggänger Sie repräsentierte Preußen und zwar sowohl das militärische das sich im Zeughaus in aller Pracht zeigte als auch das geistig künstlerische für das schon früh das erste Opernhaus der Welt außerhalb einer Schlossanlage stand In der sogenannten Gründerzeit entwickelte sich die Straße zum eleganten großbürgerlichen Boulevard Doch bereits ein Jahr nach der Machtübernahme machten die Nazis aus ihr eine Aufmarschstraße Die Mittelpromenade wurde schmaler und für schwere Fahrzeuge befestigt die beiden Fahrdämme auf jeweils 14 Meter verbreitert und die Lindenbäume wurden abgehackt und durch Fahnenmaste ersetzt Die Straße Unter den Linden war als Teil der 50 Kilometer langen Ost West Achse vorgesehen die Berlin zur Welthauptstadt Germania machen sollte Doch sehr bald danach waren von den 64 Gebäuden die früher einmal zwischen dem Brandenburger Tor und der Universität gestanden hatten nach Kriegsende nur noch 13 erhalten Verkehrsgeschichte Die Straße Unter den Linden hat auch eine bemerkenswerte verkehrspolitische Geschichte Eigens für sie gab es die ersten Verkehrs Regeln z B Man grüßt Se Majestät auf der Straße durch Frontmachen und Bekleidungsvorschriften für FußgängerInnen Die Aufenthaltsfunktion der Straße war wichtig und so konnten um 1900 auf der Mittelpromenade neben den festen Bänken zusammen klappbare Stühle gemietet werden so dass man sich in kommunikativen Sitzgruppen positionieren konnte Hier bekam auch die erste Konditorei die preußische Sondergenehmigung Kaffeehaustische auf die Straße zu stellen Unter den Linden war dann die erste Straße mit Gasbeleuchtung hier erstrahlte erstmals elektrisches Licht in einem Restaurant und es gab das erste elektrifizierte Hotel Nachdem feine Herrschaften vergeblich versuchten Transportmittel auch für die kleinen Leute zu verhindern verkehrten ab 1846 hier die ersten Doppeldecker die Herren oben die Damen unten und ab 1905 auch die ersten motorisierten Omnibusse An der Kreuzung Friedrichstraße regelte der erste Verkehrspolizist Preußens den Verkehr und tauschte wegen des Lärms bald seine Trillerpfeife gegen eine Trompete aus Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug übrigens 15 Stundenkilometer und man durfte bis 1928 auf beiden Straßenseiten in beide Richtungen fahren Die Straße Unter den Linden ist also als ein Freizeitweg entstanden und wurde erst in den letzten Jahrzehnten ihrer nunmehr 485 jährigen Geschichte zu einer autobahnähnlichen Kraftfahrzeugschneise mit bis zu etwa 30 000 Fahrzeugen am Tag Doch dürfte die Mehrheit der Touristen an dieser Stelle der Stadt noch immer zu Fuß unterwegs sein Deshalb schlägt der FUSS e V vor das durch die Nazi Diktatur für eine innerstädtische Straße verfehlte Nutzungskonzept durch folgende Maßnahmen wieder rückgängig zu machen Mittelpromenade reaktivieren Selbst in Tageszeiten mit einem verhältnismäßig geringen motorisierten Verkehrsaufkom men ist ein unbekümmertes Spazierengehen nicht möglich Das liegt hauptsächlich an den sechs Unterbrechungen durch Querstraßen mit teilweise sehr geringem Kraftfahrzeugverkehr die damit auch den knapp einen Kilometer langen Mittelstreifen unterteilen Deshalb wird vorgeschlagen durch die Herstellung niveaugleicher Gehwegüberfahrten zumindest aber durch Teilaufpflasterungen die Promenade aus der Sicht der Fußgänger optisch und auch verkehrsrechtlich zusammenzufügen ohne die Straßenstruktur wesentlich zu beeinflussen Darüber hinaus sollten Fußverkehrs Audits an allen Querungsstellen durchgeführt werden damit ein Wechsel der Straßenseiten und das Erreichen der Mittelpromenade für Fußgänger sicherer und komfortabler wird Licht für die Fußgänger Nachdem die Nazis die an Kettenzügen über der Mittelpromenade hängenden Lampen entfernten befinden sich heute an den Rändern diffuse Leuchtstäbe die direkt am Fahrstreifen leuchten den Fußgängern aber wenig nutzen Auch in den Seitenbereichen werden fast durchgängig nicht die Gehwege sondern die Pkw Parkstreifen und Fahrradabstellanlagen beleuchtet Deshalb gibt es an Straßenabschnitten ohne Schaufenster Dunkelzonen wie sie ein großstädtischer Boulevard nicht haben dürfte Es sollte also geprüft werden in wie weit eine Verdrehung der Leuchten in den Seitenbereichen möglich ist oder ob gesonderte Beleuchtungseinrichtungen für die Fußwege anzu bringen sind Darüber hinaus ist durch Fußgänger Audits festzustellen ob durch die derzeitige schlechte Ausleuchtung der Querungsstellen die Fußgängerinnen und Fußgänger bei Dunkelheit erkennbar sind Fußwege vernetzen Eine Flaniermeile Unter den Linden muss mit den anliegenden Fußverkehrsflächen vernetzt werden So müssen die Mittelpromenade und die beiden seitlichen Gehwege an den Fußgängerbereich am Brandenburger Tor angebunden werden Auf der anderen Seite der Flaniermeile muss das touristisch relevante Nikolai Viertel Berliner Altstadt sicher und komfortabel über den Spreeweg Grüner Hauptweg Nr 01 erreichbar sein Stadt der von den Nazis geplanten überdimensionierten Stadtautobahn gäbe es dann eine West Ost Achse für Fußgänger und Flaneure Fazit Wenn sich Berlin nicht nur als eine Stadt mit Flanier Tradition sondern auch aktuell als Stadt des Spazierengehens und Flanierens präsentieren möchte muss die Straße Unter den Linden aufgewertet werden Als einer der ersten Schritte wird empfohlen die im Jahr 1934 vorgenommene Umgestaltung der Straße vom Boulevard zur Aufmarsch und Kraftfahrzeugstraße verbunden mit einer Abwertung der Mittelpromenade und Verbreiterung der Kraftfahrzeugflächen schrittweise wieder rückgängig zu machen Die Kosten für die vom FUSS e V vorgeschlagenen Maßnahmen sind verhältnismäßig gering die Signalwirkung wäre dagegen über Berlins Grenzen hinaus erheblich In Kürze In einer 27 seitigen Studie stellt der FUSS e V die wechselhafte Geschichte der über Deutschland hinaus bekanntesten Straße Unter den Linden als Verkehrsader Aufmarschstraße und Flaniermeile dar lässt Poeten und Schriftsteller ihre Eindrücke schildern und kommt zu dem Schluss dass der Ruhm aus alten Zeiten stammt Doch bietet die Beschlusslage zur Fußverkehrsstrategie beste Grundlagen dafür zukünftig wieder mehr Lebensqualität in diesen Straßenzug zu bekommen Begegnungszone Es wird empfohlen zumindest auf einer Teilstrecke eine Begegnungszone für alle VerkehrsteilnehmerInnen einzurichten in der nach dem Vorbild der Regelungen in der Schweiz Frankreich und Belgien die Fußgänger Vorrang haben Als Modell für diese Maßnahme könnte der Opernplatz in Duisburg stehen Das Instrumentarium zielt ausdrücklich auf die Einbeziehung von Hauptverkehrsstraßen und ist deshalb bekanntlich trotz der Unterstützung durch VerkehrswissenschaftlerInnen und verbände in Deutschland noch nicht in der Straßenverkehrs Ordnung verankert Deshalb wird ein Modellvorhaben nach 46 StVO vorgeschlagen mit dem französischen Zeichen für die Verkehrsberuhigung und mit Anordnung einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km h Für den Linienbusverkehr sollen allerdings zwei Richtungsfahrbahnen erhalten bleiben Damit soll der zentrale Bereich der Straße Unter den Linden verkehrsberuhigt und weitestgehend vom schnellen Autoverkehr entlastet werden Info Die Studie finden Sie unter www flaniermeile berlin de und detaillierte Quellenangaben in der PDF Version im Download Bereich Informationen über die Fußverkehrsstrategie finden Sie unter www stadtentwicklung berlin de verkehr politik planung fussgaenger strategie index shtml Den besten Überblick über die Regularien zur Verkehrsberuhigung bietet die Website www strassen fuer alle de Wer sich über die Aktivitäten des FUSS e V in der Bundeshauptstadt einen Überblick verschaffen möchte findet diesen unter www berlin zu fuss info Dieser Artikel von Bernd Herzog Schlagk ist in mobilogisch der Vierteljahres Zeitschrift für Ökologie Politik und Bewegung Heft 1 2012 erschienen Einzelhefte von mobilogisch können Sie in unserem Online Shop in der Rubrik Zeitschrift bestellen Drucken E Mail Fußverkehrs Audit eines an Shared Space orientierten Modell Platzes Man vernimmt außerhalb der mobilogisch recht wenig über die Wirkungen von Verkehrsberuhigungs oder Shared Space ähnlichen Modellvorhaben in deutschen Städten auf die Fußgänger Viele Planer sehen in kleinen Kreisverkehrsplätzen eine Maßnahme zur Verkehrsberuhigung und wenn die Bordsteine entfernt werden sogar zur Umsetzung der Verkehrsphilosophie Shared Space Die Stadt Brühl NRW ist schon im Jahr 2006 einen anderen Weg gegangen und hat den Kreis durch ein geschlängeltes X mit einer Mischverkehrsfläche ersetzt Wer oder was läuft dort ab in kalten Alltagssituationen im Dämmerlicht oder in der Dunkelheit Auch im Rheinland gibt es ja nicht immer nur Sonnenschein Vor dem Umbau der am südlichen Rand des Zentrums von Brühl zwischen Köln und Bonn befindlichen Kreuzung Stern war sie ein Kreisverkehrsplatz mit fünf Zufahrten und etwa 11 000 Kraftfahrzeugen am Tag Seit vier Jahren befindet sich hier ein niveaugleicher Platzbereich der zumindest auf den ersten Blick nach Shared Space aussieht und durch weitere Straßenumgestaltungen in der Stadt heute etwa noch 6 000 Kraftfahrzeuge am Tag aufweist Während beim Kreisverkehrsplatz etwa 10 der Fläche für den Fußverkehr zur Verfügung standen und der Rest für den fahrenden Verkehr und die unbenutzbare Mittelfläche sind es jetzt 60 nur für den Fußverkehr und der Rest ist eine Mischverkehrsfläche mit Fußverkehrsvorrang Ziel dieser Maßnahme war es die Geschwindigkeiten und die Vorherrschaft des MIV zu reduzieren mehr Flächen für den Aufenthalt von Menschen zu schaffen und vor allem das neu geschaffene Einkaufszentrum besser an die Fußgängerzone Markt fußläufig anzubinden Eindeutige Verkehrsregelung Der gesamte Platz ist an drei Zufahrten durch Zeichen 325 StVO als Verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen eine weitere Zufahrt aus Richtung Markt ist bereits vorher verkehrsberuhigter Bereich die fünfte einmündende Straße ist eine abgehende Einbahnstraße Parken ist grundsätzlich nicht erlaubt Radverkehr ist in alle Richtungen gestattet In den Einmündungen gibt es vier zurückversetzte und nicht im Verlauf der Hauptgehrichtung angelegte rote Pflasterungen nur ein einziges Mal ist der Pflasterstreifen in der direkten kürzesten Gehrichtung eingebaut worden Dazwischen wurde auf dem Platz ein großflächiges Karo Muster mit hellgrauen Streifen auf dunkelgrauem Pflaster eingebaut ortstypisch für Gehflächen auch in den anderen verkehrsberuhigten Bereichen Obwohl damit erst einmal eine große Mischverkehrsfläche entstanden ist wurden statt der Bordsteine mithilfe von durchgängig recht eng aufgestellten Pollern und Absperrgittern eindeutige Fahrgassen geschaffen Diese verbinden in einer geschwungenen Form die Zu und Ausfahrten An den Absperrgittern wurden teilweise auf der für den Kraftfahrzeug Verkehr unerreichbaren äußeren Seite Fahrradabstellanlagen eingebaut Dadurch wurden teilweise die nur von den Fußgängern und Radfahrern benutzbaren Flächen eingeengt Es gibt also für den Kraftfahrzeugverkehr eindeutige und wegen des Bus und Lastkraftwagen Verkehrs recht breite Korridore Die Fußgänger dürfen zwar die ganze Fläche bevorrechtigt benutzen werden aber letztlich ebenso eindeutig über den Platz geführt Nur der Radverkehr und das ist ja so ungewöhnlich nicht benutzt die gesamte Fläche ziemlich freizügig Frequentierte Kreuzung Am 15 16 November 2010 hat der Autor im Zusammenhang mit der FUSS e V Shared Space Exkursion über zwei Werktage verteilt insgesamt etwa fünf Stunden lang den Verkehrsablauf am Stern beobachtet Jahreszeitlich bedingt war keine üppige Außen Gastronomie quer über den Platz zu bewundern und es wurde nicht flaniert sondern zielgerichtet gelaufen Mittags bis nachmittags querten deutlich mehr Fußgänger als Kraftfahrzeuge den Platz früh und abends mindestens ebenso viele und ab etwa 18 00 Uhr deutlich weniger Fußgänger Der Anteil der Lastkraftwagen war gering dafür aber gab es teilweise einen sehr starken Busverkehr In der Rushhour kam es aus der verkehrsstärkeren südlichen Richtung zum Rückstau Der Fußverkehr war dagegen an allen Einmündungen in beide Richtungen etwa gleich stark Auf der nördlichen Seite aus Richtung Markt benutzten die Fußgänger fast ausschließlich die schmalen Streifen am Rande der Fahrgasse obwohl es sich um einen Verkehrsberuhigten Bereich handelt siehe Foto 1 oben Das liegt am starken und häufig auch recht zügigen Kfz Verkehr der auf diesem Weg den westlich der Fußgängerzone liegenden großen Parkplatz erreicht Dadurch gibt es an der Einmündung zum Platz aus Richtung Norden einen zweigeteilten Fußgängerstrom der dann jeweils im Randbereich des Platzes die Fahrgassen quert Auf der östlichen Seite haben die Fußgänger hinter den Sperrgittern deutlich mehr Platz siehe Foto 2 Wer von der westlichen Gehwegseite kommt oder dort hin will wird es erinnert fatal an die Kreuzungen in der DDR per Fußgängersperrgitter daran gehindert eine direkte Platz Querung vorzunehmen siehe Foto 4 Also gingen fast alle Fußgänger wie auf einem normalen Gehweg an der Hausfront entlang Auf diesen nicht übermäßig breiten Streifen standen Fahrräder und eine Gruppe junger Leute stolperte über das quer aufgestellte Werbeschild Am Ende der Sperrgitter müssen die Fahrgassen von zwei Platzausfahrten überquert werden Das ist nicht hervorhebenswert komfortabel siehe Foto 3 Unterschiedliches Verkehrsverhalten Die Autofahrer innen fuhren an hellen Tageszeiten und bei erkennbaren Fußverkehrsaufkommen in der Regel vorsichtig und auch bremsbereit in den Kreuzungsbereich hinein und mitunter recht zügig bis unangemessen schnell wieder heraus Von 5 bis 7 km h Verkehrsberuhigter Bereich konnte nicht die Rede sein In der Literatur erste Quelle werden 17 km h als Geschwindigkeit angegeben die von 85 der Fahrzeuge unterschritten wurde Die gefühlten Geschwindigkeiten waren in den Beobachtungszeiträumen höher Dennoch war die Anhaltebereitschaft sehr hoch allerdings wie bei Fußgängerüberwegen schon in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts beobachtet Alters und Geschlechtsabhängig jung alt männlich weiblich und auch abhängig von der Gruppengröße Ganz wenige Kraftfahrer innen versuchten bei Fußgängergruppen durchzusetzen Am Abend fuhr allerdings etwa die Hälfte der Fahrzeuge mit der vor Platzeinfahrt gefahrenen Geschwindigkeit auch über den Platz Bei etwas selbstbewussteren Fußgängern kam es wegen der Anhalte Unwilligkeit zu Konflikten einmal in der Abendstunde sogar zu einem Beinah Unfall mit dann verbaler Auseinandersetzung Es sah so aus als wenn der Verkehrsberuhigte Bereich bei Eintritt der Dunkelheit abgeschafft wird Der Platz ist allerdings auch schlecht ausgeleuchtet und die Übergänge sind nicht als solche optisch hervorgehoben Die Fußgänger können überall gehen befinden sich aber in der Mitte des Platzes gefühlsmäßig auf der falschen Seite der Leitplanke Fußgängersperrgitter Ob der von Mondermann vertretene Shared Space Grundsatz Unsicherheit schafft Sicherheit hier zutrifft kann natürlich nur im Vergleich zu den Verkehrsbedingungen für die Fußgänger vor dem Umbau entschieden werden In den immerhin fünf Beobachtungsstunden wurden nur etwa zwanzig Fußgänger gesichtet die auf dem direkten Weg zwischen Markt und Einkaufszentrum quer über den Platz liefen siehe Foto 1 Im Gegensatz zur Angabe in der Literatur wurden auch nur wenige Menschen gesehen die von der einzigen im Verlauf des Weges angelegten roten Pflasterung abgesehen diese hervorgehobenen Bereiche als heimliche Querungsanlage benutzt haben Umfrage Was würden Sie tun wenn Sie Brühlers Bürgermeister wären Birgit Cremers Ich würde die Straßenführung verändern Ich finde sie z B im Bereich des Einkaufszentrums am Stern nicht gut Das ist idiotisch Man kann sich seines Lebens nicht mehr sicher sein Ich wäre wieder für einen Kreisverkehr wie es ihn früher dort gab Brühler Bilderbogen Nov 2010 Dieser Auffassung kann sich der Autor nicht anschließen aber die sicherlich dahinter steckende Erfahrung ist nachzuvollziehen Und es funktioniert doch Die wenigen Stündchen Beobachtung reichten aus um zu erahnen warum das System dennoch fast unfallfrei funktioniert vorher gab es allerdings genauso wenig Unfälle Fußgänger sind in der Regel nette und geduldige Menschen oder halt vorsichtig Sie verzichten häufig auf ihre Rechte warten eine Autoverkehrslücke ab ja winken sogar durch Und wenn keine Bremsbereitschaft erkennbar ist nehmen sie ihre Beine in die Hand Es machte zumindest den Eindruck dass sich viele Passanten gar nicht im Klaren darüber sind dass es sich hier um einen Verkehrsberuhigten Bereich mit rechtlich maximal 5 7 km h nach der Straßenverkehrs Ordnung eindeutigen Fußverkehrsvorrang und einer mit Shared Space vergleichbaren Planungsgestaltung handelt In dem Augenblick wo die Fußgänger nicht mehr in der Mehrzahl sind oder Dunkelheit dazu kommt funktioniert das Modell leider nicht besonders gut Schilderstreit Die Anwendung des Zeichens 325 StVO war und ist strittig Weil es im Gegensatz zu anderen Verkehrszeichen viele Verhaltensregeln vorgibt bedarf der Einsatz einer besonderen Vermittlung und Öffentlichkeitarbeit Da an diesem Platz der Fußverkehr gefördert werden sollte ist der Einsatz dieses Schildes gerechtfertigt und sinnvoll Ein generelles Beschilderungsproblem wird allerdings auch hier deutlich Die Zeichen werden ausschließlich für den Fahrzeugverkehr aufgestellt Fußgänger sehen sie nicht und wissen deshalb auch häufig nicht dass sie sich in einem Verkehrsberuhigten Bereich befinden Fazit Politik Stadtverwaltung und Planer haben in Brühl einen mutigen Schritt getan und damit auch die teilweise zu euphorisch und in der Regel einseitig geführte Diskussion über die kleinen Kreisverkehre infrage gestellt Eine der beiden Platzüberquerungen ist direkter und angenehmer als sie bei einem Kreisverkehr gewesen sein kann die andere mindestens genau so stark genutzte Wegeführung ist leider auch nach dem Umbau nicht besonders vorteilhaft Ein Weiteres wurde bei der Beobachtung deutlich Maßnahmen die den Fußverkehr fördern und schützen sollen dürfen nicht zu stark auf helle und schöne Tages und Wetterbedingungen fokussiert bleiben Auch wenn an ein paar Stunden des Tages der Platz voller Kraftfahrzeuge ist hat der Stadtraum an Qualität gewonnen Der Schlängelverkehr in Form eines Flusses ist auch im Stadtzentrum netter als ein Springbrunnen in der Mitte eines Kreisverkehrs an den man nicht herankommt Dennoch sollte vier Jahre nach dem Umbau überlegt werden ob man dem Fußgänger an wenigen Stellen Brücken bauen sollte Auch in Drachten in den Niederlanden wurde über die Hauptzufahrt auf Wunsch der Anwohner später ein Zebrastreifen angelegt Die mutigere Alternative wäre die Entfernung der Absperrgitter damit die Fußgänger den Platz tatsächlich in ihren Wunschlinien nutzen können und den Kraftfahrern deutlicher vor Augen geführt wird wer hier bevorrechtigt ist Der Stern in Brühl hat eine flexible Gestaltung so dass eine Weiterentwicklung denkbar sein müsste In Kürze Auch bei eines

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  • Fußwegeachsen- und Kinderwegekonzept Kiel
    Strecken eingebunden die viele naturnahe atmosphärisch angenehme und ruhige Wegeabschnitte enthalten mit dem Nachteil teilweiser Einschränkungen hinsichtlich der Barrierefreiheit Nicht jeder Allzeitweg liegt an einer Hauptverkehrsstraße nicht jeder Freizeitweg hat keine Beleuchtung Manche der angenehmen Fußwege sind nur bei Dunkelheit unsicher sie sind vor allem für Kinder hinsichtlich des Kfz Verkehrs sicherer Kinderwege Als weiterer wichtiger Netzbestandteil sind zusätzlich Kinderwege enthalten die sich aus einer Kinderbeteiligung und umfangreichen Planungsspaziergängen ergeben hatten In Zusammenarbeit mit dem Kinder und Jugendbüro der Landeshauptstadt Kiel wurden für Viertklässler Wegetagebücher entwickelt in die die Kinder ihre Schul und Freizeitwege sowie ihre Lieblings bzw Angsträume eintrugen und Fragen zum Leben im Stadtteil beantworteten Die Antworten waren zwar sehr zeitaufwendig auszuwerten sie enthielten aber nicht nur verkehrlich wertvolle Hinweise sondern auch auf die Befindlichkeit der Kinder diese kann das Kinder und Jugendbüro in anderen Zusammenhängen weiter nutzen Kinderwege sind in der Regel Bestandteile der Fußwegeachsen Es gibt aber auch Ergänzungen zum Fußwegeachsennetz speziell für Kinder z B einen Weg zu einem sehr beliebten Spielplatz Radverkehr Fußverkehr Vom grundsätzlichen Anspruch die Wegeführung des Fußwegeachsennetzes von derjenigen der Velorouten zu trennen wurde teilweise abgewichen Bei näherer Betrachtung hat sich manchenorts herausgestellt dass es entweder keine Konflikte gibt weil der Radverkehr auf der Fahrbahn stattfindet oder beide Verkehrsarten ein gleichberechtigtes Interesse an ein und derselben Wegestrecke haben und eine Alternativroute nicht möglich ist Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier das adäquate Mittel der Konfliktvermeidung Standards Mit dem Fußwegeachsen und Kinderwegekonzept wird das Ziel verfolgt die Stadtstraßen und Wege als Lebensraum zu fördern und dabei auch den besonderen Ansprüchen der Kinder gerecht zu werden Damit das gelingen kann wurden nach bestimmten Kriterien umfangreiche Qualitäts Standards für Fußwege definiert an denen die Qualität der einzelnen unterschiedlichen Abschnitte des Fußwegeachsennetzes gemessen werden kann Gleich zu Beginn der Konzeptentwicklung haben wir eine vergleichende Aufstellung von bestehenden Vorschriften Richtlinien Empfehlungen usw erarbeitet bei denen im Übrigen gegenüber früheren Jahrgängen nun kaum Widersprüche zu entdecken waren Sie bildeten die Basis bei der Entwicklung unserer Standards Diese Standards sind als allgemein gültige Richtschnur und Zielvorgabe bei den Bemühungen um die Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs zu begreifen und wurden auf das Fußwegeachsennetz angewendet Die wichtigsten Maßstäbe die neben der grundsätzlich zu beachtenden Sicherheit im Rahmen einer Fußwegenetzbildung zu beachten sind wurden definiert und jeweils mit folgenden Kriterien unterfüttert hohe Aufenthaltsqualität optimale Orientierung stimmige Gehwegausgestaltung durchgängige Barrierefreiheit und sichere Querungsstellen insbesondere in Zusammenhang mit Bushaltestellen Kategorisierung und Bewertung Da an die unterschiedlichen Straßenräume einer Stadt differenzierte Anforderungen hinsichtlich der Förderung des Fußverkehrs gestellt werden müssen wurden in weiteren Schritten die Standards dem jeweiligen Charakter der Achsenabschnitte zugeordnet also im Wesentlichen Hauptverkehrsstraßen Nebenstraßen für Fußgänger bevorrechtigte Bereiche Wege im Grünbereich Die Gültigkeit der Standards wurde individuell für die in ihrem Charakter unterschiedlichen Wegeabschnitte festgeschrieben Neben dieser grundsätzlichen Bewertung wurde noch eine individuelle örtliche Bewertung der Achsenabschnitte vorgenommen Dies geschah anhand von Kriterien die das lokale Umfeld und die Bedeutung für die Netzstruktur betreffen Beide Bewertungen die grundsätzliche und die ortsspezifische wurden miteinander verknüpft und ergeben einen objektiven Prioritätswert Dieses

    Original URL path: http://www.mobilogisch.de/41-ml/artikel/149-fusswegeachsen-und-kinderwegekonzept-kiel.html?tmpl=component&print=1&page= (2016-02-09)
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  • Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr: Reden wir drüber
    der Foto Intention eingesetzt eine Figur direkt im öffentlichen Raum agieren zu lassen So sollte er durch sein markantes Äußeres und auffällige Sprüche die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer auf sich ziehen Ohne ein Ersatzpolizist zu sein oder auch in den Verkehr einzugreifen war es seine klare Rolle Menschen auf eine sympathische Art und Weise für das Thema Sicherheit im Straßenverkehr zu sensibilisieren Ein zweites Element ist die in 2012 erschienene Broschüre Entspannt Mobil Sicher unterwegs ein gemeinsames Produkt der Stadt München und des Polizeipräsidiums In dem Flyer sind knapp und übersichtlich die wichtigsten Regeln zusammengefasst die für ein entspanntes Miteinander zwischen Fußgänger Radfahrer und Autofahrer wichtig sind 1 Berlin und Freiburg Rücksicht im Straßenverkehr Die Kampagne startete 2012 mit einer zentralen fiktiven Figur Christophorus dem Schutzpatron der Reisenden hier personifiziert als smarter junger Mann im hellblauen Anzug und zurückgegelten Haaren Er ist verzweifelt da er seine Aufgabe die Menschen sicher von A nach B zu begleiten nicht mehr erfüllen kann Nun trifft Christophorus auf junge Werber und ändert sein Image und seine Herangehensweise er möchte Rücksicht nun als Produkt verkaufen Über Videoclips auf youtube Broschüren Auftritte im Internet und weitere öffentlichkeitswirksame Maßnehmen erklärt er gängige Gefahrensituationen und wie man diese mit mehr Rücksicht entschärfen kann 2 Wien tschuldigen ist nie verkehrt Ebenfalls in 2012 startete die Kampagne tschuldigen ist nie verkehrt initiiert durch die Stadt Wien Besonders hervorzuheben ist die sehr breit gefächerte Partnerstruktur Kuratorium für Verkehrssicherheit Verbände wie den Auto Motor und Radfahrerbund Österreichs ARBÖ Österreichischer Automobil Motorrad und Touringclub ÖAMTC Verkehrsclub Österreich VCÖ Arbeitsgemeinschaft umweltfreundlicher Stadtverkehr ARGUS IG Fahrrad Walk Space Taxi Innung FahrlehrerInnen Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer Wiener Linien Österreichischer Rollsport und Inline Skate Verband und Red Biker Diese breite Aufstellung an Partnern ermöglicht es alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen und glaubwürdig anzusprechen In Wien wurden vor Beginn der Kampagne in

    Original URL path: http://www.mobilogisch.de/41-ml/artikel/147-konflikte-zwischen-fuss-und-radverkehr2.html?tmpl=component&print=1&page= (2016-02-09)
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  • Walk21 in Mexiko-Stadt 2012
    mit Fahrverboten bezogen auf das Kfz Kennzeichen beholfen Auch heute noch dürfen private Fahrzeuge an einem Werktag in der Woche nicht bewegt werden Alle sechs Monate müssen Fahrzeuge zur Abgaskontrolle Alle haben Katalysatoren und es gibt nur noch bleifreies Benzin In den letzten 10 15 Jahren wurden auch tatsächlich große Fortschritte erzielt Schwarze Dieselrußwolken aus den Auspuffen von Lastwagen oder Bussen sind nicht mehr zu sehen Die Feinstaub Blastung in Mexiko Stadt liegt unter der anderer mexikanischer Großstädte wie Toluca Monterrey Mexicali und Ciudad Juarez Allerdings Würde Mexico Stadt in Europa liegen gäbe es an 300 Tagen im Jahr Ozon Alarm Das Luftmessnetz mit 36 Stationen in Mexiko Stadt hat übrigens die GTZ GIZ aufgebaut Zu Fuß und mit dem Rad Um die Situation zu vergessen hat Mexikos Umweltministerin Martha Peraltea auch eine umfassende Fahrradstrategie entwickelt Hierfür ist ein Radverkehrsnetz im Aufbau Gemäß dem Vorbild New York gibt es bereits einige grün eingefärbte Radfahrstreifen In der Zona Rosa dem Geschäftszentrum und im historischen Zentrum ist seit wenigen Jahren ein öffentliches Fahrradverleihsystem Ecobici Ökorad mit festen Stationen in Betrieb mit dem inzwischen ca 10 000 Fahrten pro Tag zurückgelegt werden Moderne Fahrradrikschas sind schon seit längerem im Einsatz um den Taxis auf kurzen Strecken Konkurrenz zu machen Mit dem Motto Muévete en bici Beweg Dich mit dem Rad hat Martha Delgado in den letzten drei Jahren hat vier Mio Mexikanerinnen und Mexikaner in der Freizeit aufs Rad gebracht Für das Radeln in der großen Gruppe werden Sonntags von acht bis 14 Uhr Straßen für den Kfz Verkehr gesperrt Dazu gehört auch ein Abschnitt des 12 spurigen Paseo de la Reforma Martha Delgado wurde dafür bereits 2011 mit einem Preis der WHO bedacht und wurde am Ende der Konferenz auch für Ecobici und Muévete en bici in zwei verschiedenen Kategorien mit dem neu eingeführten Preis für Movilidad amable freundliche Mobilität ausgezeichnet Der Erfolg blieb auch auf der Straße nicht aus Vereinzelt sieht man inzwischen auch Radfahrerinnen und Radfahrer in Buisiness Kleidung durch Mexiko Stadt radeln vor einigen Jahren undenkbar Im historischen Zentrum in dem auch die Tagung stattfand wurde die Stadt auch für die Fußgänger aktiv und darum geht es ja bei Walkt 21 in erster Linie Vom Hauptplatz Zocalo Plaza de la Constitución bis zum Alameda Park und dem benachbarten Aussichtsturm Torre Latinamericano erstreckt sich eine ca ein Kilometer lange Fußgängerzone in der Calle Francisco I Madero die Ihre Fortsetzung auf dem deutlich verbreiterten südlichen Gehsteig der Avenida Juarez findet der gerade zur Konferenz fertiggestellt wurde Nach der großzügig neugestalteten Querung des Paseo de la Reforma geht es über einem im Sinne der Idee von Shared Space gestalteten Bereichs weiter zur etwas höher gelegenen Plaza de la Revolucion Der Bürgersteig befindet sich hier auf Fahrbahnniveau von ihr abgetrennt mit massiven Steinpollern Damit die Autos langsam fahren werden sie zu Beginn des Bereichs mit den in Mexiko so beliebten Topes bauliche Bodenwelle ausgebremst Allein diese neu gestalteten Straßenräume zeigen dass das Thema Zufußgehen in Mexiko Stadt präsent ist Hinzu kommt dass nach

    Original URL path: http://www.mobilogisch.de/41-ml/artikel/145-walk21-konferenz-mexiko-stadt-2012.html?tmpl=component&print=1&page= (2016-02-09)
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  • Undefinierte innerstädtische Wegweisung für den Fußverkehr
    es werden jeweils einzelne Ziele von einem bestimmten Ausgangspunkt bis zum Erreichen des jeweiligen Ziels ausgeschildert Während in Köln die Fußgängerwegweisung in roter Schrift auf weißem Grund mittels Pfeilwegweisern realisiert wird existieren bei der Wegweisung in Bonn in inverser Farbgebung sowohl Pfeil als auch Tabellenwegweiser Im Gegensatz zur Kölner Wegweisung sind bei den Zielen der Bonner Wegweisung metrische Distanzangaben angegeben Darüber hinaus werden in Bonn mehrere Ziele zweisprachig in Deutsch und Englisch ausgewiesen Zudem ist bei einigen Tabellenwegweisern ein Innenstadtplan von Bonn inkludiert Solches fehlt in Köln völlig Fußgänger erhalten in Köln lediglich eine Zielangabe mit Richtung Außerdem ist bei der Fußgängerwegweisung in Köln die Lesbarkeit eingeschränkt Einerseits sind die Pfeilwegweiser in großer Höhe oberhalb von 2 25 m angebracht Andererseits werden durch die Vielzahl an aufgeführten Zielen in eine Richtung Ziele in eine andere Richtung verdeckt Insgesamt ist die Fußgängerwegweisung in Bonn als gelungen anzusehen bei der Kölner Fußgängerwegweisung hingegen besteht Verbesserungsbedarf Meinungsbild zur Realisierung von Fußgängerwegweisung Angesichts mangelnder Vorgaben bzgl der Einrichtung des Aufbaus und der Inhalte von Fußgängerleitsystemen sowie angesichts der unterschiedlichen Realisierung hat die Autorin im Rahmen ihrer Diplomarbeit Zu Fuß unterwegs Entwicklung eines Fußgängerleitsystems am Beispiel der Stadt Koblenz eine Online Umfrage zum Thema Fußgängerwegweisung durchgeführt An dieser Umfrage haben 1 180 Personen teilgenommen Die geringe Stellung die dem Fußgängerverkehr innerhalb der Planung im Vergleich zum Kraftfahrzeug bzw Radverkehr zuteil wird konnte bei der Umfrage empirisch belegt werden So ist zwar mehr als 60 der Teilnehmer die einheitliche Fahrradwegweisung bekannt aber lediglich 40 der Teilnehmer können ein Fußgängerleitsystem benennen Mehr als 80 der Umfrageteilnehmer vertreten die Auffassung dass nicht nur Einheimische Touristen oder Geschäftsreisende sondern alle Personen von einem Fußgängerleitsystem profitieren sollen Der Mehrheit der Teilnehmer zufolge sollte eine Wegweisung für Fußgänger zumindest in Innenstädten erfolgen Sofern es jedoch möglich ist sollte eine Wegweisung für Fußgänger im gesamten Stadtgebiet realisiert werden Darüber hinaus wurden die Teilnehmer der Online Umfrage gebeten anzugeben an welchen Standorten im öffentlichen Raum sie Wegweiser für Fußgänger als nötig erachten Jeweils über 50 der Teilnehmer geben an dass sie an Bahnhöfen Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs ÖPNV Sehenswürdigkeiten Parkhäusern plätzen und Tiefgaragen sowie an Hauptgeschäftslagen Wegweiser für Fußgänger positionieren würden Des Weiteren plädieren viele Teilnehmer dafür an markanten Plätzen und Knotenpunkten Wegweiser für Fußgänger aufzustellen Mithilfe von Wegweisungssystemen für Fußgänger können sowohl einzelne Ziele als auch spezielle Routen z B historischer Stadtrundgang ausgewiesen werden Wie Abb 3 zu entnehmen ist sollten bei Wegweisungssystemen für Fußgänger zumindest Bahnhöfe Sehenswürdigkeiten öffentliche Toiletten Museen Theater Schauspiel und Opernhäuser sowie Haltestellen des ÖPNV ausgeschildert werden Die Teilnehmer plädieren zudem dafür dass bei den einzelnen Zielen eines Wegweisungssystems auch die entsprechende Entfernung vom derzeitigen Standort aus bis zum Erreichen des Ziels angegeben wird Dabei bevorzugt die Mehrheit der Teilnehmer 75 Entfernungsangaben in Metern 23 der Teilnehmer wünschen sich Minutenangaben Lediglich 2 der Teilnehmer sehen in der Implementierung von Entfernungsangaben bei Fußgängerleitsystemen keine Notwendigkeit Darüber hinaus wünschen sich 93 der Teilnehmer zumindest an zentralen Standorten von Fußgängerleitsystemen Stadt bzw Lagepläne Im Rahmen der Online Umfrage wurden die Teilnehmer

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  • Müssen Gehwege gebaut oder Autos gezähmt werden?
    bei denen auch bei einer größeren Entfernung das Gehen noch eine reale Alternative darstellt Die tatsächlichen Potentiale sind demnach größer als hier gezeigt Aber auch so verbleiben 9 aller Wege bei denen ausschließlich ein subjektiver Grund vor allem die Überschätzung der tatsächlichen Wegedauer die Nutzung der eigenen Füße verhindert Könnte man also nur die subjektiven Hinderungsgründe ausräumen wäre der Fußgänger Anteil von Halle wieder auf dem Stand von Anfang 1990 Ein subjektiver Grund ist besonders interessant Es gibt natürlich Wege bei denen die Menschen keinen Sachzwang und die objektive und subjektive Wahl haben Sie könnten also beispielsweise genauso gut zu Fuß gehen oder mit dem Auto fahren Das nennen wir wahlfrei Aber die Menschen müssen dennoch von den beiden Verkehrsmitteln die sie gleichermaßen nutzen könnten eines wählen Interessant dabei ist wie hoch der Anteil der Wahlfreien überhaupt ist und wie groß der Anteil derer ist die sich dann für ein jeweiliges Verkehrsmittel entscheiden Wir sehen in Halle ein typisches Bild für Zu Fuß und ein partiell typisches Bild für Fahrrad Insgesamt jeder neunte Weg der Hallenser 11 ist wahlfrei gegenüber zu Fuß Einmal vor dieser Wahl entscheidet sich die große Mehrheit 9 von 11 vier Fünftel für die eigenen Füße Vergleichbare Relationen finden wir überall nicht nur in Deutschland und nicht nur in Europa Dagegen sind nur 6 aller Wege wahlfrei gegenüber dem Fahrrad Das ist ungewöhnlich niedrig sogar in Ländern mit Fahrrad Anteilen im unteren einstelligen Bereich wie Australien England und USA liegt dieser Wert in der Größenordnung von einem Zehntel Sind die Hallenser aber vor die Wahl gestellt entscheiden sie sich mit großer Mehrheit zwei von drei gegen das Fahrrad Das ist wiederum Ausnahme Niederlande fast überall so Die Welt ist voll von Menschen die Radfahren könnten das auch eigentlich wollen und es dann doch nicht tun Das ist schade denn der potentielle Beitrag des Zu Fuß Gehens zur Reduzierung des Autoverkehrs in unseren Städten ist beträchtlich und wird besonders gerne unterschätzt In Halle hat knapp jeder vierte Weg als Pkw Fahrer keinen Sachzwang gegen zu Fuß und Fahrrad und ist auch in einem Bereich der die doppelte durchschnittliche Entfernung von Fuß und Radwegen nicht übersteigt Nur subjektive Gründe verhindern die Nutzung nichtmotorisierter Verkehrsmittel Dabei bieten sich für jede dieser 22 Pkw Fahrten im Schnitt 1 2 Alternativen und 7 aller Pkw Fahrten könnten bereits heute im bestehenden System durch zu Fuß ersetzt werden Das würde den Anteil der Pkw Fahrten deutlich unter 30 drücken Zufriedenheit Das im Rahmen der eingangs skizzierten Untersuchungen entwickelte Verfahren zur Messung der Kundenzufriedenheit mit öffentlichen Verkehrsmitteln basiert auf drei Kenngrößen Wie zufrieden sind die Bürger innen mit den jeweils vorhandenen Einrichtungen und den angebotenen Dienstleistungen welche Erwartungen haben sie an sie und welche Erfahrungen machen sie bei ihrer Nutzung Dabei beschränken sich unsere Aufträge auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel den Rest machen wir freiwillig Deshalb ist die von uns verwendete Merkmalsliste für Zu Fuß auch nicht allzu üppig aber ausreichend um wichtige Grund Tendenzen zu erkennen Gemessen auf einer Skala von 100

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  • Verkehrssicherheitsprogramme für Senioren auf dem Prüfstand
    des ADFC Berlin bei dem das Beheben von Unsicherheiten beim Radfahren im Vordergrund steht Knapp ein Drittel der Projekte nutzen diesen Ansatz Bei den Projekten werden die Verkehrsteilnehmergruppen Autofahrer Fußgänger gleichmäßig berücksichtigt Einzig die Gruppe der motorisierten Zweiradfahrer wird in keinem Projekt als spezielle Zielgruppe genannt Dies gilt auch für die in letzter Zeit in Mode kommen den Pedelecs und E Bikes Des Weiteren gibt es einige Veranstaltungen die speziell auf durch körperliche Defizite mobilitätseingeschränkte Menschen Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollatoren ausgerichtet sind Angebote für Senior innen die aufgrund des Nachlassens ihrer kognitiven Fähigkeiten mobilitätseingeschränkt sind wurden beim Recherchieren nicht entdeckt Diskussion über die Zielgruppe Aus unseren Befragungen ging hervor dass viele Anbieter eine Ausrichtung auf eine spezifische Altersgruppe Betagte Hochbetagte für nicht sinnvoll erachten da Unterschiede in der körperlichen und geistigen Verfassung unter den Senioren unabhängig von ihrem Alter bestünden So könne ein 75 jähriger Mensch heutzutage die Verfassung eines 60 jährigen haben wenn er einen gesunden Lebensstil pflege Auch spiele eine eventuelle Altersdiskriminierung eine bedeutende Rolle Viele der Senioren fühlten sich trotz ihres Alters wesentlich jünger und würden daher von einem Projekt etwa für Hochbetagte nicht angesprochen Die meisten Anbieter halten eine Einbeziehung der Teilnehmer sowohl verbal als auch im aktiven Sinne für sinnvoll Die Tatsache dass vorgetragene oder durch eigenständiges Lesen aufgenommene Informationen besser im Gedächtnis bleiben wenn sie im Anschluss diskutiert oder praktisch angewendet werden ist sicher unbestreitbar Um Senioren zur Nutzung neuer Möglichkeiten zu ermutigen wird es außerdem seitens der Anbieter für effektiv erachtet ihnen die Chance zum verbalen Austausch mit anderen Senioren zu geben um eventuellen Bedenken und Ängsten entgegen zu wirken Nach Angaben eines Anbieters sei auch das Einbeziehen von Senioren in die Entwicklung des Projekts sehr wirkungsvoll Die Tatsache dass die Teilnehmer dabei selbst als Experten agieren und das Projekt auf ihre Vorstellungen ausrichten können motiviere sie und gebe ihnen Selbstvertrauen Möglichkeiten der Verbreitung 95 der Anbieter werben über das Internet bzw stellen dort ihre Maßnahme vor Nach unterschiedlichen Quellen nutzen etwa 40 der Senioren über 65 Jahren in Deutschland das Internet Wenn rund die Hälfte der Anbieter von Senioren Maßnahmen ausschließlich das Internet zur Werbung nutzen dann verzichten sie entweder auf einen großen Teil ihrer Zielgruppe oder sie wollen explizit nur internet affine Multiplikatoren ansprechen Beim Einsatz von Werbung sind grundsätzlich zwei Ansätze möglich Entweder eine direkte Ansprache der Zielgruppe via Medien oder eine Kontaktaufnahme über Multiplikatoren Die meisten der untersuchten Internet Angebote gehen einen Mittelweg Die Texte sind von Stil und Duktus eher für Multiplikatoren gedacht d h es wird meist über Senior innen geschrieben und nicht auf Augenhöhe mit ihnen kommuniziert Jedoch werden auch keine konkreten Handlungsanleitungen an die Multiplikatoren gerichtet Es ist erstaunlich dass sich nur wenige Veranstalter in Zahlen zwei für die Wirksamkeit und Attraktivität ihrer Angebote interessieren FUSS e V hatte bei diesem Thema einen niedrigen Erwartungshorizont da nicht erwartet werden kann dass kleinere finanzschwache Organisationen sich extern evaluieren lassen Jedoch sollte ein kurzer schriftlicher Fragebogen oder ein mündliches Kurz Interview mit den Teilnehmenden in Zukunft

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  • Parteien in Bremen entdecken den Fußverkehr
    Muss man über das Gitter steigen um weiter zu kommen und auf der Fahrbahn gehen was mit gewissen Risiken verbunden ist oder soll man in eine Art Hinterhof abbiegen der ziemlich privat aussieht Was tun Wieder umkehren Wie ärgerlich Die Lösung Man kommt über den Hinterhof weiter aber nur wenn das Tor am anderen Ende nicht geschlossen ist Offiziell handelt es sich lediglich um den Zugang zu einem Parkhaus vornehmlich für Konzerthaus oder Dombesucher von der anderen Seite aus Der Bereich ist tatsächlich privat Bei der öffentlichen Diskussionsrunde wurde zur Einstimmung der Kurzfilm Der letzte Fußgänger mit Heinz Erhardt gezeigt und ein Buch von Johann Günther König vorgestellt das sich mit dem Phänomen befasst dass die Evolution den Menschen mit zwei Füßen und nicht mit vier Rädern ausgestattet hat In der anschließenden Diskussion mit ca 30 Teilnehmern kam deutlich zum Ausdruck dass eine Fußverkehrslobby dringend notwendig ist Die Aktivitäten der Grünen und des FUSS e V wurden begrüßt Presseecho Die Presse hat durchweg positiv berichtet mit Ausnahme der Bildzeitung die sich darüber mokierte dass die Fußverkehrslobby die Abschaffung des Grünen Pfeils fordert Dr Joachim Steinbrück der blinde Behindertenbeauftragte von Bremen kam in der Presse ausführlich zu Wort Er forderte wie der FUSS e V auch Hindernisse wie Schautafeln und andere Gegenstände aus dem Weg zu räumen Desweiteren müssten Lieferwagen besser gesichert sein er sei schon manchmal an die offene Klappe eines Lieferwagens geraten mit dem Blindenstock sei dieses Hindernis nicht zu ertasten Er forderte außerdem einen barrierefreien fußgängerfreundlichen Zugang zur Glocke Bremer Konzertsaal von der Straßenbahnhaltestelle an der Domsheide aus Den Bericht über die Diskussionsveranstaltung titelte der Weserkurier mit Fußgänger als Maßstab Eigentlich sollte das Gehen als natürlichste Fortbewegungsart des Menschen für sich sprechen aber die Konkurrenz puncto Werbung ist groß Die Schuhe ausziehen und barfuß laufen ist vielen peinlicher

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