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  • Kennzeichnungspflicht für Fahrräder
    oder das Radfahren in Fußgängerzonen immer noch nicht erlaubt ist Er schäme sich Kennzeichnungspflicht schützt Fußgänger Auch wenn theoretisch die Straßenverkehrsordnung schon immer auch für Radfahrer gilt bewegen sich Radfahrer de facto in einem rechtsfreien Raum Es braucht schon mehrere Ordnungshüter um eine Radfahrer zu stellen der durch die Fußgängerzone oder auf dem Gehweg fährt In der Regel entzieht sich der Radfahrer der Feststellung seiner Personalien durch Fahrerflucht auch in dem Wissen dass er oder sie so gut wie nie belangt werden wird Denn wie will man einen verkehrswidrig fahrenden Radfahrer identifizieren ohne eine Kennzeichnung Daran ändern auch die zum 01 04 2013 erhöhten Bußgelder nichts Dabei geht es nicht um die Durchsetzung der Rechtsordnung um des Prinzips wegen Heutige Fahrräder mit modernen Schaltgetrieben und erst recht die mit Elektromotoren betriebenen Räder erreichen Geschwindigkeiten die bei Zusammenstößen mit Fußgängern zu erheblichen Verletzungen bis hin zur Todesfolge führen können Daher muss es grundsätzlich möglich sein einfach und zweifelsfrei feststellen zu können wer Halter eines Fahrrades ist Gerade im Hinblick auf die enormen Zuwachsraten im Radverkehr ist es nicht mehr akzeptabel wenn die Durchsetzung des Fußgängerschutzes vor verkehrswidrig fahrenden Radfahrern quasi un möglich ist und Schadenersatzansprüche ins Leere laufen Eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder würde helfen das Bewusstsein bei Radfahrern zu schaffen dass die StVO auch für sie gilt Alleine das wäre den Aufwand schon wert Kennzeichnungspflicht ist unbürokratisch möglich Die Kennzeichnungspflicht für Fahrräder lässt sich unkompliziert und ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand einführen Hierzu müsste man sich lediglich des bereits seit vielen Jahren eingeführten Systems der Versicherungskennzeichen bedienen die für mit Benzinmotoren ausgestatteten Fahrrädern MoFas und Mopeds verwendet werden Beim Kauf eines Fahr rades würde der Fahrradhändler das Kennzeichen anbringen und die Daten weiterleiten Vorteilhaft für die Fußgänger wäre zudem die mit dem Kennzeichen verbundene Haftpflichtversicherung von Radfahrern Auch würde die nicht nachvollziehbare rechtliche Unterscheidung in mit Elektro und mit Benzinmotoren betriebene Fahrräder abgeschafft Dem Fußgänger dürfte es egal sein ob er von einem Elektro oder einem Benzinmotorfahrrad umgefahren wird Fazit Der zunehmende Radverkehr in den Städten findet in einem praktisch rechtsfreien Raum und zu Lasten der Fußgänger statt Die personell unterbesetzten Ordnungsämter und Polizeiwachen sind auch nicht im Ansatz in der Lage Fußgänger vor rücksichtslosen Radfahrern auf Gehwegen und Fußgängerzonen zu schützen Eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder ist daher dringend notwendig um bei Radfahrern das Rechtsbewusstsein für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung zu schaffen und Fußgängern zu ermöglichen verkehrswidrig fahrende Halter von Fahrrädern schnell unkompliziert und zweifelsfrei zu identifizieren und haftbar machen zu können Die Lobbyverbände der Fußgänger die Fraktionen im Bundestag und auch die Medien sollten sich den Themas annehmen Die Zeit ist reif Was meint FUSS eV dazu Die mobilogisch Redaktion bat im Interview den Bundesgeschäftsführer von FUSS eV Bernd Herzog Schlagk um seine Position zur Forderung nach der Kennzeichnungspflicht Über die Hälfte der Befragten Fußgänger füh len sich in der Bundeshauptstadt durch Radler auf dem Gehweg belästigt oder gefährdet Ist das ein Berliner Problem Nein ich denke es ist die Herausforderung von quirligen und ansonsten recht sympathischen Verdichtungsräumen in denen gerne

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  • Walk21 “Walking connects” in München
    von der Notwendigkeit einer entsprechenden Entscheidung überzeugt sein damit sie an einem Strang ziehen Vorträge im Plenum Diese Vorträge gab es jeweils zu Beginn der Konferenztage für alle Teilnehmer Dr Hermann Knoflacher emeritierter Professor für Verkehrswissenschaften an der TU Wien hat eine wie immer sehr kurzweilige Rede gehalten die den Nagel auf den Kopf getroffen hat Hier nämlich im Kopf sitzt bei vielen Bürgern Planern und Politikern ein gefährlicher Virus das Auto der das Denken Fühlen und Handeln in hohem Maß beeinflusst Breite Straßen langweilige Wohnsiedlungen mit Doppelgaragen kaum Platz für das Gehen und Verweilen sind für die Städte die Folge Die hohe Akzeptanz des Platzverbrauches durch das Automobil lässt sich anders schlecht erklären Auch der Musiker Jason Roberts aus den USA hat viel Applaus für sein better block project geerntet Sein Kampf gilt der Ödnis amerikanischer Siedlungen mit Musik guten Ideen und vor allem Tatkraft Leerstehende Läden werden aufgemöbelt und wieder genutzt es werden Plätze für Spiel und Spaß geschaffen Fahrbahnen verengt Seitenräume erweitert und Bäume gepflanzt Sein Rezept Ein paar Freunde für eine gemeinsame Aktion zusammentrommeln und mit den Bürgern einfach anpacken Das geht wohl nur im Land der tausend Möglichkeiten Ein weiterer Vortrag des Sportmediziners Martin Halle von der TU München verdeutlichte wie wichtig die tägliche Bewegung für unsere Gesundheit ist In einem 30 minütigen Fußweg pro Tag sieht er den Schlüssel für die Prävention gegen sämtliche Zivilisationskrankheiten Nicht nur der Hund braucht Bewegung der Mensch auch Eigenbewegung ist das beste und schonendste Mittel gegen die grassierende Fettleibigkeit mit all ihren Nebeneffekten wie Herzerkrankungen Diabetes und Depression und kostenschonend dazu Vorstellung von zwei Projekten Gegen Ende der Plenumsvorträge wurden noch zwei Projekte vorgestellt die widersprüchlicher nicht sein konnten ein junger engagierter Architekt und ein junger engagierter Technik Freak haben referiert Der brasilianische Architekt Filipe Balestra hat von seinen Projekten der Erneuerung verkommener Wohnviertel und Slums in der 3 Welt berichtet bei dem sehr schonend Haus für Haus erneuert wird ohne die fußgängerfreundlichen vorhandenen Siedlungs und Sozialstrukturen zu zerstören Er plant auch in Europa Siedlungen speziell für ärmere Menschen so z B rund um Stockholm mit guter Anbindung an den ÖPNV Der deutsche Technik Freak Matthias Greiner hatte ein ganz anderes Anliegen Er warb mit Begeisterung für die neueste Apps z B ein Navi für Fußgänger Nach Eingabe des Ziels laufen virtuell ein paar Pinguine voraus Eine weitere App Wenn das smartphone in Richtung bestimmter Gebäude gerichtet wird erfährt man alles über sie Wie viele Stockwerke sie haben wer sie wann erbaut hat usw Ein weiterer Clou wurde von ihm vorgestellt Eine Kamera im Brillengestell erspart einem das umständliche Hantieren mit dem Fotoapparat oder dem smartphone Wie bei Allem kommt es hier wohl auf das rechte Maß der Nutzung an Zwischendurch einmal der virtuellen Welt entfliehen die Wirklichkeit spüren tut den Menschen gut Forget surfing walk the web war die Parole die Jim Walker der Gründer und Direktor von Walk21 bereits auf der 1 Konferenz in London im Jahr 2000 herausgegeben hat Mit web war das kilometerlange Fußwegenetz

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  • ROT-GRÜN: Ziel ist eine Fußgänger-Signalisierung im „Design für Alle“
    200 im Bereich der Fallbeispiele mit Rot Grün Signalisierung Fußgänger Gelb und Grünblinken hat gezeigt dass in Deutschland die Regelkenntnis sowohl in den Städten mit der Standardsignalisierung als auch in Düsseldorf mit der Gelbsignalisierung sehr hoch ist 98 In Zürich nehmen immerhin 10 der Befragten irrtümlicherweise an dass bei Gelb noch ein Überquerungsvorgang gestartet werden darf Knapp 50 der Befragten in Graz und Eindhoven sind dagegen ebenso fälschlicherweise der Meinung dass bei Grünblinken nicht mehr gestartet werden darf Dieses Ergeb nis kann darauf hinweisen dass zusätzliche Signale nicht zum Regelverständnis beitragen zumindest wenn nicht wie beispielsweise in Düsseldorf eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit stattfindet Trotz des Regelwissens gaben in den Städten mit Rot Grün Signalen 60 bzw 40 an noch loszulaufen wenn es gerade Rot geworden ist oder das Signal schon länger Rot zeigt Auch in Düsseldorf räumten 50 und in Zürich 60 der Befragten ein bei Gelb den Überquerungsvorgang noch zu beginnen In den Städten mit Grünblinken gaben 80 an bei Grünblinken noch zu starten insbesondere Menschen ab 60 Jahren gaben aber vermehrt an dann nicht mehr zu überqueren Zu Fuß Gehende fühlen sich weitestgehend sicher trotz Konflikte In Deutschland wurde zusätzlich nach dem subjektiven Sicherheitsempfinden gefragt In Bonn und Bochum den Städten mit der klassischen Rot Grün Signalisierung stuften die Befragten auf einer Schulnotenskala das Sicherheitsempfinden an den Signalanlagen als Fußgänger mit den Noten 1 9 bzw 2 0 als sicher ein In Düsseldorf wurde das Sicherheitsempfinden mit der Durchschnittsnote 2 7 schlechter eingestuft Als bereits erlebte Gefahrensituationen aufgeführt wurden dabei insbesondere Konflikte mit abbiegenden Kraftfahrzeugen sowie die Rotlichtmissachtung von Kraftfahrzeugen Bezüglich der potenziellen Konfliktsituation mit bedingt verträglichen Kfz Abbiegeströmen darf nicht unerwähnt bleiben dass knapp 17 der Befragten mit Führerscheinbesitz der Meinung sind dass man als abbiegender Autofahrer noch bei Fußgänger Rot auf der Fahrbahn befindliche Zu Fuß Gehende nicht mehr vorbeilassen muss Auch in diesem Bereich erscheint zumindest mit bestehender Signalisierungsform eine Öffentlichkeitsarbeit und ggf eine nachhaltigere Fahrerausbildung angebracht Auffällige Unfallzahlen mit bedingt verträglichen Abbiegern Für Düsseldorf wurde eine makroskopische Un fallanalyse für einen 5 Jahres Zeitraum durchgeführt Beachtenswert ist dass von der Polizei als zweithäufigste Unfallursache 28 von insgesamt 931 Fußgängerunfällen an Signalanlagen ein falsches Verhalten gegenüber Fußgängern beim Abbiegen registriert wurde was auf die Bedeutung des Konflikts mit bedingt verträglichen Kraftfahrzeugströmen hinweist Der Vergleich mit Ergebnissen früherer Untersuchungen in NRW zeigt dass es in Düsseldorf deutlich mehr getötete oder schwer verletzte Fußgänger pro 100 Lichtsignalanlagen gibt als in anderen Städten in Nordrhein Westfalen oder im Landesdurchschnitt Dies kann als Hinweis gedeutet werden dass das Fußgänger Gelb in Düsseldorf zumindest keinen sicherheitsfördernden Einfluss ausübt Laufen gegen Rot auch bei Anzeige der Räumzeit Die videogestützte Verhaltensuntersuchung hat gezeigt dass die klassische Rot Grün Signali sierung die höchste Regelakzeptanz bei den zu Fuß Gehenden aufweist Lediglich 3 4 der beobachteten Verkehrsteilnehmer startete den Überquerungsvorgang bei Rot Bei den Fallbeispielen mit zusätzlichen Signalen lagen die An teile bei der Missachtung des Sperrsignals bei dessen Aufleuchten die Fahrbahn nicht mehr betreten werden darf zwischen 6 und 12 Da relativ viele zu

    Original URL path: http://www.mobilogisch.de/41-ml/artikel/198-forschung-fussgaenger-an-lichtsignalanlagen.html?tmpl=component&print=1&page= (2016-02-09)
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  • Renaissance der Zebrastreifen
    Diskussion und eine Sensibilisierung angestoßen Fußgängerüberwege nicht mehr nur als Markierung zu verstehen sondern als Bauwerk oder Verkehrsanlage zu deklarieren Dies führt dazu dass bestimmte Auflagen verbindlich vorgeschrieben wären wodurch die Gefahr besteht dass diejenigen Zebrastreifen welche die Anforderungen nicht erfüllen können ersatzlos entfernt werden müssen Damit diese Gefahr bei zukünftigen Projekten vermieden wird stellt Herr Schweizer einige Maßnahmen zur sicheren Querung vor Fußgängernetze statt nur Fußgängerstreifen planen Also zweckmäßig verbundene Fuß und Gehwege Fußgängerzonen Begegnungszonen u a die Querung ist ein Knoten von Fußweg und Straße Die Querungsdistanzen durch Mittelinseln verkürzen was insgesamt zu erhöhter Sicherheit einer Verflüssigung des Kfz Verkehrs sowie einer besseren Wahrnehmung des Fußgängerüberweges als Bauwerk führt Geschwindigkeitsreduktion beispielsweise durch bauliche Maßnahmen unmittelbar bei der Querungsstelle oder im Vorfeld einer Querung Erhöhung der Anhaltquoten durch Kampagnen Kontrollen und Bußgelder Insbesondere die zielgerichtete Planung mit einem übergeordneten Konzept ist für eine erfolgreiche Umsetzung von Fußgängerüberquerungen entscheidend Druck von unten Ein konkretes Projekt bei der auf umsichtige Planung verzichtet wurde veranlasste Daniel Wanzek sich mit der Umsetzung kommunaler Verkehrsprojekte am Beispiel eines Zebrastreifens auseinanderzusetzen Hierbei fand er von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche politische Überzeugungen bezüglich Zebrastreifen Berlin und Nordrhein Westfalen sind als Vorreiter zu nennen während beispielsweise die Stadt Dresden oder auch Thüringen kaum Zebrastreifen im Verkehrsnetz integrieren Beispielsweise sind in Weimar von 22 Zebrastreifen nur 12 regelkonform Daniel Wanzek beschäftigte sich im Zuge des Wettbewerbes R2R mit einem Zebrastreifen am Rand von Weimar welcher im Einzugsbereich zweier Schulen liegt aber von weitem nicht sichtbar nicht barrierefrei und ungenügend ausgestattet und beleuchtet war Aus diesem Grund wandte er sich an Polizei die Stadtverwaltung und an das Thüringer Verkehrsministerium TMBLV Im Laufe der Zeit erhielt er Unterstützung durch die Bewohner vor Ort den Ortsteilrat den Behindertenbeauftragten und einen Europaabgeordneten Er gründete daraufhin eine Bürgerinitiative warb für Spenden von der Privatwirtschaft ein und leistete beispielsweise in Form von Flyern einer Radiokampagne oder dem Dreh eines Kurzfilmes Öffentlichkeitsarbeit Aus seinen Erfahrungen leitete Daniel Wanzek unter anderem ab dass die aktuellen R FGÜ Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen aus dem Jahr 2001 nicht den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen So hält beispielsweise das enge Korsett der R FGÜ Behörden hinsichtlich Einsatzgrenzen von Zebrastreifen bei bestimm ten Verkehrsstärken davon ab verstärkt auf Zebrastreifen als Querungshilfe zu setzen Daher empfiehlt Daniel Wanzek zur Steigerung der Verkehrssicherheit die blau weiße Ummantelung der Fußgängerüberwege wie sie in NRW zu finden ist zur besseren Kontrastwirkung im gesamten Bundesgebiet einzuführen Während dessen das Halteverbot von 5 m auf freizuhaltende Bereiche nach den RASt 06 Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen zu erweitern ist Insgesamt steigt die Sicherheit von Fußgängerüberwegen mit deren Vorkommenshäufigkeit Die Frage nach der Sicherheit So gibt es vor allem über den Aspekt der Sicherheit noch heute kontroverse Meinungen wobei die vormals anerkannte Bewertung als unsicher immer mehr infrage gestellt wird und bei den Referenten und Teilnehmer und Teilnehmerinnen Konsens über die grundsätzliche Eignung von Zebrastreifen für die sichere Querung herrschte Seit 2007 gibt es durchschnittlich 30 verunglückte Fußgänger pro Jahr an Zebrastreifen darunter

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  • Urteil zur Verkehrssicherungspflicht auf Gehwegen
    Umfang der Nutzung des Gehweges Aus dem oben Gesagten lässt sich wahrscheinlich bereits erkennen dass es selten einen eindeutigen Schuldigen gibt die Rechtsprechung beruht auf der genauen Betrachtung der jeweiligen konkreten Umstände Rechtliche Grundlage bei Klagen Ansprüche von geschädigten Verkehrsteilnehmern hinsichtlich der Verkehrssicherungspflicht erfolgen auf der Grundlage von 823 BGB Bürgerliches Gesetzbuch Neun der 16 Bundesländer haben in ihren jeweiligen Straßengesetzen festgelegt dass die Amtshaftung formal diese Anspruchsgrundlage nach 839 BGB verdrängt Inhaltlich ändert sich für den Klageführenden dadurch jedoch nichts Urteil der höchsten Instanz Das Urteil des Bundesgerichtshofs BGH könnte die Rechte der Fußgänger gegenüber den Verkehrssicherungspflichtigen stärken Aktenzeichen Bundesgerichtshof III ZR 240 11 Auch in diesem Fall kann dies jedoch nicht so allgemein gesagt werden denn auch dieses Urteil behandelte konkrete Umstände So war der Tatort kein normaler Gehweg sondern der Übergang bei einem Mittelstreifen der auf seiner gesamten Breite Schäden aufwies Außerdem beruhte das Urteil auf dem Berliner Straßengesetz 7 und ist daher nur bedingt auf andere Bundesländer übertragbar Der BGH formulierte jedoch auch allgemeine Grundsätze So darf die zuständige Behörde nicht davon ausgehen dass allein der Umstand dass die Gefahrenquelle schon sehr lange bestehe und daher als bekannt vorausgesetzt werden dürfe nicht ausreicht die Verantwortung auf die Nutzer zu übertragen Vielmehr seien gravierende Schäden nicht mehr beherrschbar selbst wenn diese individuell dem Geschädigten bekannt waren Schließlich stelle gerade der vom Beklagten zur Entlastung vorgetragene Umstand dass die Schäden bereits lange vorhanden waren eine Pflichtverletzung der Behörde dar Sie hätte schon lange für Abhilfe sorgen müssen insbesondere da an dieser Kreuzung viele Senior innen die Fahrbahn zu einem Einkaufszentrum queren müssten Der Verweis des beklagten Landes auf seine Finanzsituation wurde vom Gericht nicht anerkannt Außerdem sei es Verkehrsteilnehmern nicht zuzumuten die Gefahrenstelle großräumig zu umgehen Das BGH bestätigte im vollen Umfang den vom Landesgericht Kammergericht Berlin erkannten Schuldanteil des Landes Berlin bzw des zuständigen Bezirks von 90 Stand der Technik zur Qualität von Gehwegen Die Empfehlungen für Fußgängeranlagen EFA gelten wie alle Richtlinien und Empfehlungen der Forschungsgesellschaft Straßenverkehr als Stand der Technik sind jedoch nicht von Bürger innen gegenüber der Behörde einklagbar Gehwege sollten laut Empfehlungen zumindest in der Gehbahnmitte einen glatten Belag haben und stets in einwandfreiem Zustand gehalten werden EFA 4 2 Stand der Praxis Legal oder illegal abgestellte Kfz auf Gehwegen zerstören die Gehwegfläche und den Unterbau Wenn Falschparker verstärkt kontrolliert werden würden gebe es nicht so viele Stolperfallen Co auf Gehwegen die für diese Lasten nicht ausgelegt sind Das sind sie auch nicht dort wo die Behörden Gehwegparken mit Zeichen 315 StVO angeordnet haben Die Richtlinie EFA besagt Das Abstellen von Fahrzeugen auf Gehwegen ist grundsätzlich verboten StVO und insbesondere bei Parkdruck baulich zu unterbinden EFA 3 1 3 Die Straßenbeleuchtung ist meist auf die Fahrbahn und nicht auf den Gehweg ausgerichtet Dadurch kann es hier im Dunkeln häufiger zu Stürzen kommen Die Richtlinie EFA zu dem Thema Die Gehwege sind so zu beleuchten dass Schattenbildung und Dunkelfelder vermieden werden auch unter Berücksichtigung der legal auf der Fahrbahn parkenden Kfz Ausblick Inwieweit das

    Original URL path: http://www.mobilogisch.de/archiv/archiv-themen/41-ml/artikel/140-urteil-zur-verkehrssicherungspflicht-auf-gehwegen.html?tmpl=component&print=1&page= (2016-02-09)
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  • Walk21 in Mexiko-Stadt 2012
    Stadt hatte sich mit Fahrverboten bezogen auf das Kfz Kennzeichen beholfen Auch heute noch dürfen private Fahrzeuge an einem Werktag in der Woche nicht bewegt werden Alle sechs Monate müssen Fahrzeuge zur Abgaskontrolle Alle haben Katalysatoren und es gibt nur noch bleifreies Benzin In den letzten 10 15 Jahren wurden auch tatsächlich große Fortschritte erzielt Schwarze Dieselrußwolken aus den Auspuffen von Lastwagen oder Bussen sind nicht mehr zu sehen Die Feinstaub Blastung in Mexiko Stadt liegt unter der anderer mexikanischer Großstädte wie Toluca Monterrey Mexicali und Ciudad Juarez Allerdings Würde Mexico Stadt in Europa liegen gäbe es an 300 Tagen im Jahr Ozon Alarm Das Luftmessnetz mit 36 Stationen in Mexiko Stadt hat übrigens die GTZ GIZ aufgebaut Zu Fuß und mit dem Rad Um die Situation zu vergessen hat Mexikos Umweltministerin Martha Peraltea auch eine umfassende Fahrradstrategie entwickelt Hierfür ist ein Radverkehrsnetz im Aufbau Gemäß dem Vorbild New York gibt es bereits einige grün eingefärbte Radfahrstreifen In der Zona Rosa dem Geschäftszentrum und im historischen Zentrum ist seit wenigen Jahren ein öffentliches Fahrradverleihsystem Ecobici Ökorad mit festen Stationen in Betrieb mit dem inzwischen ca 10 000 Fahrten pro Tag zurückgelegt werden Moderne Fahrradrikschas sind schon seit längerem im Einsatz um den Taxis auf kurzen Strecken Konkurrenz zu machen Mit dem Motto Muévete en bici Beweg Dich mit dem Rad hat Martha Delgado in den letzten drei Jahren hat vier Mio Mexikanerinnen und Mexikaner in der Freizeit aufs Rad gebracht Für das Radeln in der großen Gruppe werden Sonntags von acht bis 14 Uhr Straßen für den Kfz Verkehr gesperrt Dazu gehört auch ein Abschnitt des 12 spurigen Paseo de la Reforma Martha Delgado wurde dafür bereits 2011 mit einem Preis der WHO bedacht und wurde am Ende der Konferenz auch für Ecobici und Muévete en bici in zwei verschiedenen Kategorien mit dem neu eingeführten Preis für Movilidad amable freundliche Mobilität ausgezeichnet Der Erfolg blieb auch auf der Straße nicht aus Vereinzelt sieht man inzwischen auch Radfahrerinnen und Radfahrer in Buisiness Kleidung durch Mexiko Stadt radeln vor einigen Jahren undenkbar Im historischen Zentrum in dem auch die Tagung stattfand wurde die Stadt auch für die Fußgänger aktiv und darum geht es ja bei Walkt 21 in erster Linie Vom Hauptplatz Zocalo Plaza de la Constitución bis zum Alameda Park und dem benachbarten Aussichtsturm Torre Latinamericano erstreckt sich eine ca ein Kilometer lange Fußgängerzone in der Calle Francisco I Madero die Ihre Fortsetzung auf dem deutlich verbreiterten südlichen Gehsteig der Avenida Juarez findet der gerade zur Konferenz fertiggestellt wurde Nach der großzügig neugestalteten Querung des Paseo de la Reforma geht es über einem im Sinne der Idee von Shared Space gestalteten Bereichs weiter zur etwas höher gelegenen Plaza de la Revolucion Der Bürgersteig befindet sich hier auf Fahrbahnniveau von ihr abgetrennt mit massiven Steinpollern Damit die Autos langsam fahren werden sie zu Beginn des Bereichs mit den in Mexiko so beliebten Topes bauliche Bodenwelle ausgebremst Allein diese neu gestalteten Straßenräume zeigen dass das Thema Zufußgehen in Mexiko Stadt präsent ist Hinzu

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  • Parteien in Bremen entdecken den Fußverkehr
    verbunden ist oder soll man in eine Art Hinterhof abbiegen der ziemlich privat aussieht Was tun Wieder umkehren Wie ärgerlich Die Lösung Man kommt über den Hinterhof weiter aber nur wenn das Tor am anderen Ende nicht geschlossen ist Offiziell handelt es sich lediglich um den Zugang zu einem Parkhaus vornehmlich für Konzerthaus oder Dombesucher von der anderen Seite aus Der Bereich ist tatsächlich privat Bei der öffentlichen Diskussionsrunde wurde zur Einstimmung der Kurzfilm Der letzte Fußgänger mit Heinz Erhardt gezeigt und ein Buch von Johann Günther König vorgestellt das sich mit dem Phänomen befasst dass die Evolution den Menschen mit zwei Füßen und nicht mit vier Rädern ausgestattet hat In der anschließenden Diskussion mit ca 30 Teilnehmern kam deutlich zum Ausdruck dass eine Fußverkehrslobby dringend notwendig ist Die Aktivitäten der Grünen und des FUSS e V wurden begrüßt Presseecho Die Presse hat durchweg positiv berichtet mit Ausnahme der Bildzeitung die sich darüber mokierte dass die Fußverkehrslobby die Abschaffung des Grünen Pfeils fordert Dr Joachim Steinbrück der blinde Behindertenbeauftragte von Bremen kam in der Presse ausführlich zu Wort Er forderte wie der FUSS e V auch Hindernisse wie Schautafeln und andere Gegenstände aus dem Weg zu räumen Desweiteren müssten Lieferwagen besser gesichert sein er sei schon manchmal an die offene Klappe eines Lieferwagens geraten mit dem Blindenstock sei dieses Hindernis nicht zu ertasten Er forderte außerdem einen barrierefreien fußgängerfreundlichen Zugang zur Glocke Bremer Konzertsaal von der Straßenbahnhaltestelle an der Domsheide aus Den Bericht über die Diskussionsveranstaltung titelte der Weserkurier mit Fußgänger als Maßstab Eigentlich sollte das Gehen als natürlichste Fortbewegungsart des Menschen für sich sprechen aber die Konkurrenz puncto Werbung ist groß Die Schuhe ausziehen und barfuß laufen ist vielen peinlicher als sich mit einem dicken Auto in die Innenstadt zu zwängen Sonderbar Bremen bald fußgängerfreundlichste Stadt Deutschlands Mit den

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  • Müssen Gehwege gebaut oder Autos gezähmt werden?
    es gibt selbstverständlich Menschen bei denen auch bei einer größeren Entfernung das Gehen noch eine reale Alternative darstellt Die tatsächlichen Potentiale sind demnach größer als hier gezeigt Aber auch so verbleiben 9 aller Wege bei denen ausschließlich ein subjektiver Grund vor allem die Überschätzung der tatsächlichen Wegedauer die Nutzung der eigenen Füße verhindert Könnte man also nur die subjektiven Hinderungsgründe ausräumen wäre der Fußgänger Anteil von Halle wieder auf dem Stand von Anfang 1990 Ein subjektiver Grund ist besonders interessant Es gibt natürlich Wege bei denen die Menschen keinen Sachzwang und die objektive und subjektive Wahl haben Sie könnten also beispielsweise genauso gut zu Fuß gehen oder mit dem Auto fahren Das nennen wir wahlfrei Aber die Menschen müssen dennoch von den beiden Verkehrsmitteln die sie gleichermaßen nutzen könnten eines wählen Interessant dabei ist wie hoch der Anteil der Wahlfreien überhaupt ist und wie groß der Anteil derer ist die sich dann für ein jeweiliges Verkehrsmittel entscheiden Wir sehen in Halle ein typisches Bild für Zu Fuß und ein partiell typisches Bild für Fahrrad Insgesamt jeder neunte Weg der Hallenser 11 ist wahlfrei gegenüber zu Fuß Einmal vor dieser Wahl entscheidet sich die große Mehrheit 9 von 11 vier Fünftel für die eigenen Füße Vergleichbare Relationen finden wir überall nicht nur in Deutschland und nicht nur in Europa Dagegen sind nur 6 aller Wege wahlfrei gegenüber dem Fahrrad Das ist ungewöhnlich niedrig sogar in Ländern mit Fahrrad Anteilen im unteren einstelligen Bereich wie Australien England und USA liegt dieser Wert in der Größenordnung von einem Zehntel Sind die Hallenser aber vor die Wahl gestellt entscheiden sie sich mit großer Mehrheit zwei von drei gegen das Fahrrad Das ist wiederum Ausnahme Niederlande fast überall so Die Welt ist voll von Menschen die Radfahren könnten das auch eigentlich wollen und es dann doch nicht tun Das ist schade denn der potentielle Beitrag des Zu Fuß Gehens zur Reduzierung des Autoverkehrs in unseren Städten ist beträchtlich und wird besonders gerne unterschätzt In Halle hat knapp jeder vierte Weg als Pkw Fahrer keinen Sachzwang gegen zu Fuß und Fahrrad und ist auch in einem Bereich der die doppelte durchschnittliche Entfernung von Fuß und Radwegen nicht übersteigt Nur subjektive Gründe verhindern die Nutzung nichtmotorisierter Verkehrsmittel Dabei bieten sich für jede dieser 22 Pkw Fahrten im Schnitt 1 2 Alternativen und 7 aller Pkw Fahrten könnten bereits heute im bestehenden System durch zu Fuß ersetzt werden Das würde den Anteil der Pkw Fahrten deutlich unter 30 drücken Zufriedenheit Das im Rahmen der eingangs skizzierten Untersuchungen entwickelte Verfahren zur Messung der Kundenzufriedenheit mit öffentlichen Verkehrsmitteln basiert auf drei Kenngrößen Wie zufrieden sind die Bürger innen mit den jeweils vorhandenen Einrichtungen und den angebotenen Dienstleistungen welche Erwartungen haben sie an sie und welche Erfahrungen machen sie bei ihrer Nutzung Dabei beschränken sich unsere Aufträge auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel den Rest machen wir freiwillig Deshalb ist die von uns verwendete Merkmalsliste für Zu Fuß auch nicht allzu üppig aber ausreichend um wichtige Grund Tendenzen zu erkennen Gemessen auf

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