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  • Kanonessammlungen
    einer dieser Ergänzungen zum Sendhandbuch der sogenannten Appendix III 33 36 10 finden sich vier Texte aus den CA App III 33 CA 5 bis App III 34 CA 8 bis App III 35 CA 16 bis App III 36 CA 18 bis 11 Ihre Textgestalt liefert keine Anhaltspunkte für die Rezension der CA die dem Autor vorgelegen hat Alle vier sind mit Ex concilio Carthaginensi falsch inskribiert Die gleiche Inskription findet sich auch bei den sieben vorangehenden Kapiteln Es liegt bei der sonstigen Arbeitsweise 12 des Appendix Autors nahe daß c 26 36 aus einer Quelle stammen Diese erschlossene Quelle hätte neben den CA mindestens noch Texte Ps Felix II 13 sowie Kanones der karthagischen Konzilien der Hispana enthalten Da die Konzilstexte stärker zur unverfälschten Hispana Gallica tendieren als zur HGA oder zu Pseudoisidor ist es fraglich ob der Autor eine Pseudoisidor Handschrift herangezogen hat Unter den etwas weiter verbreiteten Sammlungen des 9 und 10 Jahrhunderts enthält lediglich die Sammlung in 98 Kapiteln Texte aus den CA c 74 und 75 dieser Sammlung entsprechen CA 12 bzw 19 Da die Sammlung in 98 Kapiteln zum überwiegenden Teil aus Regino kompiliert ist liegt die Vermutung nahe daß auch die CA Kapitel aus einer Regino Handschrift vom Typ der Codices von Trier und Luxemburg stammen 1 Fournier Le Bras Hist des coll can 1 S 234 f 2 Vgl ebd S 235 ff und Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 2 S 425 ff 3 Vgl Fournier Le Bras Hist des coll can 1 S 244 ff und Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 2 S 435 ff Eine zweisprachige Teiledition des Sendhandbuches ohne die Additiones bietet weitgehend aufgrund der Ausgabe Wasserschlebens W Hartmann Das Sendhandbuch des Regino von Prüm unter Benutzung der Edition von F W H Wasserschleben hg und Übersetzt von Wilfried Hartmann Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe 42 2004 4 Vgl Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 2 S 429 f 5 Vgl ebd S 440 f 6 Vgl ed Wasserschleben S XX 7 Siehe oben S 8 Die Herkunft der Trierer Handschrift läßt sich nicht über das Kloster Maria Laach hinausverfolgen und die Handschrift von Luxemburg stammt aus dem Kloster Orval siehe oben S 9 Grundlegend zu den verschiedenen Rezensionen und zu den Appendizes Wasserschleben Beiträge S 1 ff sowie die Praefatio editoris in ed Wasserschleben S V ff Offenbar unter dem Eindruck der für die damaligen Verhältnisse überragenden Editionsleistungen Wasserschlebens ruhte die textkritische Untersuchung des Sendhandbuches mehr als 130 Jahre vgl etwa Fournier Réginon de Prüm S 5 ff oder Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 2 S 435 ff die sich hinsichtlich der Rezensionen des Sendhandbuches und der Appendizes weitgehend auf Wasserschlebens Ergebnisse stützten Weitere Untersuchungen haben zwar die Ergebnisse Wasserschlebens in den Grundzügen bestätigt doch stellt sich die Überlieferung differenzierter dar vgl Kerner u a Textidentifikation S 44 ff Eine neue Ausgabe plant W Hartmann vgl http www uni tuebingen de mittelalter forsch projekte htm 10 Ed Wasserschleben S 449 ff Fournier glaubte in der Appendix

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  • Burchard von Worms
    der das Zeugnis von Klerikern gegen Laien verbietet In Buch 15 De laicis sind die CA zweimal herangezogen 15 2 CA 8 bis schreibt Laien unter Strafe der Exkommunikation die Rückgabe von geraubtem Gut vor wenn der Bischof sie dazu anhält und 15 9 CA 37a erklärt constitutiones die gegen die Kanones päpstliche Vorschriften oder die guten Sitten verstoßen für nichtig In Buch 3 De ecclesiis findet sich ein Zitat aus den CA 3 199 CA 6 bis verbietet die Lektüre von übelbeleumundeten und wie Burchard hinzusetzt in der Kirche unbekannten Büchern Die Texte aus den CA übernimmt Burchard im allgemeinen unverändert 6 Lediglich in 3 199 findet sich eine Interpolation die den Ausgangstext erheblich erweitert 7 Die Inskriptionen behandelt Burchard auch in den CA mit der bei ihm üblichen Freiheit Von den 16 Kapiteln die Burchard aus den CA bezogen hat sind lediglich fünf richtig als decreta Adriani papae gekennzeichnet 2 39 2 200 3 199 16 6 16 14 Die falschen Inskriptionen bei 2 195 und 15 2 fallen nicht Burchard sondern seiner Quelle Reginos Sendhandbuch Appendix III zur Last Ex concilio Carthaginensi In einem weiteren Fall 1 170 hat Burchard seine Inskription einer Parallelstelle bei Pseudoisidor entnommen nämlich dem zweiten Iulius Brief an die orientalischen Bischöfe Der Text von 1 170 stammt dagegen aus den CA 8 Für die übrigen falschen Inskriptionen läßt sich kein Grund angeben In anderem Zusammenhang ist gezeigt worden daß Burchard die Cluny Version der Falschen Dekretalen benutzt hat 9 Es ist anzunehmen daß er aus dieser Vorlage auch die CA kannte Er hat sich jedoch nicht mit einer CA Vorlage begnügt In den Kapiteln 1 170 CA 17 2 39 CA 15 und 15 9 CA 37b finden sich Lesarten die sich sonst nur in den Handschriften von Münster Nr 12 und Salzburg Nr 13 nachweisen lassen Es ist daher anzunehmen daß Burchard auch eine Handschrift dieses Typs zur Verfügung stand Zwei Kapitel hat Burchard außerdem wie erwähnt der Appendix III Reginos entnommen 1 Grundlegend mit weiterer Literatur Hoffmann Pokorny Burchard von Worms Zur Bibliographie vgl Kéry Canonical collections S 149 ff die insgesamt rd 90 Dekrethandschriften aufzählt ebd S 134 ff Eine knappe Zusammenfassung des Forschungsstandes findet sich bei Fowler Magerl Kanones S 19 ff 2 Auch die größeren älteren Sammlungen haben genau besehen nur regionalen Einfluß gehabt Handschriften von Reginos Sendhandbuch lassen sich nur in den Kirchenprovinzen Mainz Trier Köln und Reims also im lothringischen Raum und den unmittelbar angrenzenden Gebieten des ost und westfränkischen Reiches nachweisen vgl Kerner u a Textidentifikation S 45 Die Collectio Anselmo dedicata ist bis zum Beginn des 11 Jahrhunderts anscheinend nur in Oberitalien bekannt gewesen vgl zuletzt Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 2 S 426 f Anm 8 mit weiterer Literatur Mit vorpseudoisidorischen Sammlungen haben wir uns hier nicht zu befassen 3 Sigebert von Gembloux Catalogus de scriptoribus ecclesiasticis c 141 ed Witte S 98 Weitere Beispiele der Wertschätzung der sich Burchards Dekret erfreute bei Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 2 S 460 f 4 Trotz

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  • Sammlung in 12 Teilen
    das dem Prozeßrecht breiten Raum einräumt Bereits P Fournier hat bei seiner Untersuchung der Sammlung in 12 Teilen auf die engen Beziehungen dieser Sammlung zu der Salzburger Handschrift St Peter a IX 32 hingewiesen 5 Die Salzburger Handschrift enthält die CA mit Lesarten die von der übrigen CA Überlieferung mit Ausnahme der Handschrift von Münster abweichen und die sich in der Sammlung in 12 Teilen wiederfinden 6 Allerdings kann die Handschrift von Salzburg selbst nicht Vorlage der Sammlung in 12 Teilen gewesen sein da in der Salzburger Handschrift gelegentlich Stellen fehlen 7 die in der Sammlung in 12 Teilen vollständig zitiert sind und zwar mit den Lesarten der Handschrift von Münster 8 Die Vorlage der Sammlung in 12 Teilen für die beiden nicht aus dem Dekret Burchards bezogenen CA Stellen wird daher eng mit den Handschriften von Salzburg und Münster zusammenhängen 1 Vgl Fournier Collectio XII partium S 31 ff 229 ff und die Zusammenfassung bei Fournier Le Bras Hist des coll can 1 S 434 ff sowie Hoffmann Pokorny wie Anm 266 S 87 ff die mit überzeugenden Gründen die ursprüngliche Annahme Annahme J Müllers zurückweisen J Müller Untersuchungen zur Collectio Duodecim Partium 1989 Münchener Universitätsschriften Juristische Fakultät Abhandlungen zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung 73 wonach eine Vorform der Sammlung in 12 Teilen eine Quelle Burchards gewesen wäre Müller hat seine These inzwischen dahingehend modifiziert dass Burchard und der Sammlung in 12 Teilen eine gemeinsame Quelle zugrunde gelegen hätte Die Collectio Duodecim Partium und ihr Freisinger Umfeld Stand 1995 http www lrz muenchen de SKIMCL CDP 10 pdf S 14ff Vgl Kéry Canonical collections S 155 ff 2 Vgl Fournier Le Bras Hist des coll can 1 S 442 f 3 Vgl Kéry Canonical collections S 156 f 4 Vgl Hoffmann Pokorny wie Anm 266 S 5 Vgl Fournier Le Bras

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  • 74-Titel-Sammlung
    Handschrift der Klassen A oder K als Vorlage der Sentenzen denken Dabei spricht es eher für Klasse K als Vorlage daß sich c 29 116 und 196 der Sentenzen die laut Gilchrist aus Pseudoisidor stammen nicht in Klasse A sondern nur in Klasse K und C finden Der Sentenzen Autor zitiert in einer fast geschlossenen Reihe in Titel 66 17 Kapitel aus den CA Sentenzen CA Sentenzen CA c 290 36 c 299 5 bis c 291 37a c 300 6 bis c 292 38 c 301 7 bis c 293 33 c 302 8 bis c 294 44a c 303 9 bis c 295 44b c 304 10 bis c 296 45 c 305 4 bis c 297 50 c 307 20 bis c 298 1 bis A Michel glaubte die CA Reihe in den Sentenzen in einer seiner Ansicht nach von c 276 bis c 307 reichenden Textgruppe strafrechtlicher Bestimmungen unterbringen zu können in die nachträglich noch prozeßrechtliche Texte eingestreut worden seien 17 Wenn unsere Vermutung richtig sein sollte daß eine Handschrift der Klasse K Vorlage der Sentenzen war wäre diese strafrechtliche Gruppe jedoch einfach eine Blockübernahme aus den Falschen Dekretalen Die Sentenzen Kapitel 276 289 stammen nämlich aus der römischen Synode von 721 unter Gregor II JE nach 2158 Der Text dieser Synode ist in den Handschriften der Klasse K unmittelbar vor den CA überliefert genau wie in der 74 Titel Sammlung Es ist angesichts des Charakters der 74 Titel Sammlung die nahezu ausschließlich nur Exzerptreihen liefert 18 schwer eine überzeugende Systematik in dieser Sammlung zu finden Zwar ist es sicher kein Zufall daß der erste Titel der Sammlung De primatu Romane ecclesie handelt 19 und daß auch die folgenden Titel mit dem Primat des römischen Bischofs in Zusammenhang stehen Gegen Ende der Sammlung macht aber die anfangs wenigstens assoziativ nachvollziehbare Systematik einem jedenfalls mit inhaltlichen Kriterien kaum entwirrbaren Gemenge von Texten verschiedensten Inhalts Platz Es fällt auf daß die CA hier und nicht bei den vom Prozeßrecht handelnden Titeln 5 14 eingeordnet sind Bei der Redaktion der CA Texte geht der Autor der 74 Titel Sammlung energischer vor als alle anderen Autoren von Kanonessammlungen die wir für diese Untersuchung herangezogen haben Es ist müßig Überlegungen daran zu knüpfen ob das Verfahren des Sentenzen Autors als Fälschung zu bezeichnen sei oder nicht 20 Änderungen wie in c 291 CA 37a wo die Kanones die Papstdekrete und die guten Sitten durch die decreta sacrosancta Romanorum presulum ersetzt werden 21 greifen jedenfalls einschneidend in die Rechtsverhältnisse ein die die Quelle voraussetzt Bezeichnend für die Tendenz der 74 Titel Sammlung ist die Interpolation in c 307 CA 20 bis 22 Die CA bedrohen jeden König und jeden Mächtigen mit dem Anathem der die censura canonum verletzt oder ihre Verletzung erlaubt Die Vorschrift richtet sich also gegen Laien Der Sentenzenautor ersetzt zunächst wie in c 291 die Kanones wieder durch die Dekrete der römischen Bischöfe und erweitert die Strafandrohung auch auf Bischöfe Die Tendenz der pseudoisidorischen Fälschungen wird damit fast in

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  • Sammlung in vier Büchern
    18 1 folgende CA Texte zitiert CA 36 37 44 45 50 1 bis 11 bis c 4 bis 6 bis 8 bis 10 bis 11 bis b und 20 bis Vor CA 4 bis ist der aus den Akten von Chalkedon stammende Text von c 306 der 74 Titel Sammlung eingeschoben Außerdem ist der Auszug noch mit einigen nicht aus den CA stammenden Texten unbekannter Herkunft angereichert Fast alle Stücke die auch in der 74 Titel Sammlung vorkommen hat der Autor der Sammlung in vier Büchern dieser Sammlung entnommen wie aus der Übereinstimmung der Texte untereinander und aus der Textabfolge innerhalb von 3 18 1 hervorgeht Die einzige Ausnahme ist vielleicht 2 3 5 CA 5 Hier weicht die Sammlung in vier Büchern von den Sentenzen in einer Weise ab die darauf hindeuten könnte daß der Autor eine andere Quelle herangezogen hat Der Text schließt mit communionem censemus gegenüber communionem in der 74 Titel Sammlung und allen bekannten CA Handschriften 4 Woher die CA Texte stammen die die Sammlung in vier Büchern über den Auszug der 74 Titel Sammlung hinaus bietet läßt sich mangels signifikanter Lesarten nicht feststellen 1 Grundlegend zu dieser Sammlung die Studien P Fourniers vgl Le premier manuel canonique S 147 ff und Fournier Le Bras Hist des coll can 2 S 235 ff Von den acht bei Fournier Le Bras Hist des coll can 2 S 235 f angeführten Handschriften ist die Leningrader Dubrowski Handschrift während des 2 Weltkriegs in Warschau verbrannt vgl Fransen Autour de la collection en 74 titres S 61 f der eine gegenüber Fournier berichtigte und vervollständigte Handschriftenliste bietet Vgl Kéry Canonical Collections S 210 ff die 18 Hss nennt Zum Forschungsstand Fowler Magerl Kanones S 29 f 2 Vgl ed Gilchrist S IX 3 Vgl Fournier Le Bras Hist des

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  • Liber Tarraconensis
    259 ff der die zuvor nur durch Erwähnungen bei A Agustín und den Correctores Romani bekannte Sammlung wiederentdeckt hat Zu den drei Handschriften der ersten und den beiden Handschriften der zweiten Redaktion sowie zur Literatur vgl Kéry Canonical Collections S 214 f Der gegenwärtige Stand der Forschung bei Fowler Magerl Kanones S 36 f 2 Vgl Fournier Le Liber Tarraconensis S 275 ff und Fournier Le Bras Hist des coll

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  • Anselm von Lucca
    bestimmten Form der Kurzversion gewöhnlich verbundene Papstliste die bis zu Benedikt III 855 858 reicht 9 Von einer Hand wohl der zweiten Hälfte des 11 Jahrhunderts ist diese Papstliste ergänzt worden und zwar in genau der eigentümlichen Weise die für die Handschriften der Cluny Version typisch ist 10 Nimmt man diese Beobachtung zusammen mit der Andeutung H Fuhrmanns die Kurzversion Handschrift von Lucca könne das Handexemplar Anselms gewesen sein 11 fällt auch ein neues Licht auf eine Sonderform der Cluny Version die Merkmale der Kurzversion in der Form der Handschrift von Lucca aufweist 12 Es bleibt zu prüfen woher Anselm die vereinzelt zitierten CA Texte bezogen hat 3 77 CA 1 bis dürfte aus Burchards Dekret 16 6 stammen wobei ein Einfluß einer vielleicht auch Deusdedit 4 362 zugrunde liegenden Zwischensammlung nicht auszuschließen ist Die falsche Inskription Augustinus episcopus dürfte auf ein Versehen des Bischofs von Lucca zurückgehen da sowohl Burchard als auch Deusdedit den Text richtig Hadrian I zuschreiben 4 47 CA 20 bis dürfte einer Zwischensammlung entstammen die auch Deusdedit vorlag und einen CA Auszug in 48 Kapiteln enthielt Dafür spricht die Inskription Anselms die mit der Deusdedits fast wörtlich übereinstimmt Ex decretis papae Adriani ad Algilrammum Deusdedit Gilramnum episcopum Cap Cap fehlt bei Deusdedit XLVIII Die Rubrik dürfte von Anselm stammen 12 2 CA 20 bis stammt ausweislich seiner Textgestalt aus c 307 der 74 Titel Sammlung Die Rubrik stammt wohl wieder von Anselm Es ist auffällig daß Anselm die CA in 3 88 und 3 89 ohne c 2 zitiert Inhaltlich kann er an diesem Kapitel kaum etwas Anstößiges gefunden haben Der Text gestattet den Strafprozeß gegen einen Bischof nur vor einer mit Einverständnis des apostolischen Stuhles einberufenen Synode und begründet dies damit daß dem apostolischen Stuhl iussione domini et meritis beati Petri apostoli die alleinige Gewalt übertragen sei Konzilien einzuberufen Anselm 1 52 hatte keine Bedenken eine ähnliche Vorschrift die letztlich auf die Praefatio Pseudoisidors zurückgeht 13 dem Dekret Burchards von Worms 1 42 zu entnehmen Die Gründe für die auffällige Streichung von CA 2 dürften am ehesten in der Systematik Anselms liegen Buch 3 seiner Sammlung handelt De ordine accusandi testificandi et iudicandi Anselm mag es unpassend gefunden haben innerhalb dieses Themenkreises den Primat des Papstes abzuhandeln dem das erste Buch seiner Sammlung gewidmet ist Wenn man will kann man in der Streichung von CA 2 durch Anselm einen weiteren Beleg für die Umdeutung der pseudoisidorischen Fälschungen in der Kanonistik der zweiten Hälfte des 11 Jahrhunderts sehen Während Pseudoisidor die Vorrechte der römischen Kirche vorrangig in den Dienst der Bischöfe stellte nimmt Anselm die einzige Primatsbestimmung die sich in den CA findet gleichsam aus den Niederungen des Verfahrensrechts heraus Der Primat des römischen Bischofs ist bei ihm nicht wie bei Pseudoisidor sozusagen zweckgebunden In der Textbehandlung ist Anselm konservativ Alle sinnändernden Interpolationen gegenüber dem Text der CA hat er bereits in seinen Vorlagen Burchard von Worms 74 Titel Sammlung vorgefunden Wo sein Text von der Vorlage abzuweichen scheint ist es entweder nicht sicher ob

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  • Deusdedit
    Deusdedit Texte aus den CA zu einem Mosaik Kapitel verarbeitet das Ex collectionibus Adriani papae ad Agilramnum inskribiert ist Es beginnt nicht mit einem Stück aus den CA sondern mit Ps Eleutherus 13 der im ersten Teil des von Deusdedit zitierten Fragments eine Parallele zu CA 24 bietet Daran schließen sich CA 1 bis 33 36 38 41 45 46 4 bis und 11 bis b an Das Kapitel schließt mit einem nicht identifizierten Text 14 CA 1 bis mit dem der CA Teil des Kapitels beginnt zeigt Merkmale einer Übernahme aus Burchards Dekret 16 6 15 Da auch die letztlich auf Ps Eleutherus zurückgehende Einleitung von 4 362 eine Parallele in Burchard 16 30 hat 16 ist es nicht unwahrscheinlich daß der Beginn dieses Kapitels aus Burchard Buch 16 exzerpiert ist Wenn diese Vermutung richtig ist würde nach CA 1 bis dann eine Exzerptreihe aus CA 33 11 bis b beginnen Der Schwerpunkt der CA Übernahmen liegt bei Deusdedit in Buch 4 De libertate aecclesiae et rerum eius et cleri 17 Insgesamt 12 CA Kapitel zitiert der Kardinal in diesem Buch von denen 11 prozeßrechtlichen Charakter haben Eigene Veränderungen nimmt Deusdedit zwar gelegentlich vor 18 aber sie berühren nicht den Sinn des jeweiligen Kapitels sondern straffen lediglich den Duktus Deusdedit hat die CA offensichtlich als das angesehen was sie selbst sein wollen als eine Art Strafprozeßordnung Er zitiert anders als Anselm von Lucca allerdings nur die praktisch durchführbaren Vorschriften seiner Quelle CA 13 bis ist beispielsweise ausgelassen Auch dem römischen Kardinal war es wohl zu stark daß gegen einen Kardinalpriester 44 und gegen einen Kardinaldiakon 26 Zeugen aufmarschieren sollen bevor es zu einem Urteil kommen kann 1 Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 2 S 522 2 Vgl Pelster Das Dekret Burkhards von Worms in einer Redaktion aus dem Beginn der gregorianischen Reform Studi Gregoriani 1 1947 S 323 Anm 4 Fournier Les collections canoniques romaines S 289 und Fournier Le Bras Hist des coll can 2 S 20 kannten das Breviar nur nach dem Druck von A Mai Scriptorum veterum nova collectio 6 2 1832 S 60 ff Wemple The Codex Holstenianus in Toledo A Collection of Ninth Tenth and Eleventh Century Capitularies Manuscripta 13 1969 S 90 ff machte eine weitere Abschrift des Breviars bekannt 3 Vgl Fournier Le Bras Hist des coll can 2 S 24 f Weitere Literatur bei Kéry Canonical Collections S 230 ff 4 Vgl Wolf von Glanvell Die Kanonessammlung des Kardinals Deusdedit 1 Die Kanonessammlung selbst 1905 S XIX ff 5 Vgl ebd S XXXV ff und Kuttner Roman Manuscripts S 24 f 6 Siehe oben S 7 Folgende Abweichungen von der chronologischen Reihenfolge c 74 77 ist zwischen Ps Fabianus ed Schon http www pseudoisidor de html 043 fabianus divinae circa nos htm vgl ed Hinschius S 168 Z 10 14 und Ps Lucius ed Schon http www pseudoisidor de html 046 lucius litteras dilectioni htm vgl ed Hinschius S 179 Z 31 180 Z 3 eine kurze invertierte Reihe aus Ps Anterus

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