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  • Aurelius an Damasus
    werden Die meisten guten Christen schweigen hingegen und ertragen die Sünden anderer die ihnen bekannt sind weil es ihnen häufig an Dokumenten fehlt mit denen sie das was sie wissen den kirchlichen Richtern beweisen könnten Obwahl ja manches war ist dürfen es die Richter nicht glauben außer es wird durch sichere Anzeichen bewiesen durch ein offenes Urteil überführt und auf justizförmigem Wege veröffentlicht Niemand nämlich der seines Besitzes beraubt oder durch Gewalt oder Schrecken von seinem Sitz vertrieben ist kann nach kanonischer Gesetzeslage angeklagt vorgeladen gerichtet oder verurteilt werden bevor er alles was ihm weggenommen wurden gesetzlich zurückerhalten hat und er selbst lange in Frieden seine Ehren und den eigenen Sitz wieder erhalten hat und in den Genuss derselben gekommen ist Deshalb heißt es auch in der Kirchengeschichte des Bischofs Eusebius von Caesarea von einer Frau die von ihrem Ehemann wegen Ehebruchs angeklagt war Durch Gesetz des Kaisers ist festgesetzt dass ihr zunächst gestattet wird längere Zeit frei ihre Familienangelegenheiten zu regeln und dananch auf die Vorwürfe zu antworten Dies schreiben auch alle kirchlichen öffentlichen und Volksgesetze vor Wenn wir alles was damit übereinstimmt hier aufführen würde wäre vorher der Tag zu Ende und dieser Brief würde allzu lang Einiges davon glaubten wir aber doch auch zur Erinnerung der übrigen Stellen hier einfügen zu sollen Es sagt nämlich der heilige Leo Vorsteher der römischen Kirche in seinem Brief and das Konzil von Chalkedon der so beginnt Leo episcopus synodo Calcidonensi Optaveram quidem dilectissimi unter anderem folgendes Weil wir aber wissen dass durch schändliche Streitereien der Zustand vieler Kirchen gestört ist mehrere Brüder zu Unrecht von ihren Bischofssitzen vertrieben und ins Exil deportiert und an ihrer Stelle andere eingesetzt wurden soll diesen Wunden zunächst die Medizin der Gerechtigkeit zuteil werden Niemand soll sein Eigentum derart entbehren dass ein anderer sich fremder Dinge bedient Diesen Irrtum mögen alle hinter sich lassen so dass niemand der eigenen Ehre verlustig geht sondern die früheren Bischöfen sind mit allen Privilegien in ihr Recht wieder einzusetzen Das Gleiche haben auch die alten Päpste vor dem Konzil von Nikäa festgesetzt Das Gleiche spricht auch die Synode von Lamsa zur Zeit des Kaisers Valentinian Das Gleiche bezeugen mehrere römische Synoden und die übrigen heiligen Väter der Statuten wir hier nicht einfügen um übermäßige Länge zu vermeiden Wenn aber jemand darüber mehr wissen und lesen will kann er es voll und ganz in seinen Autoren finden und lesen Wenn das nämlich sogar hinsichtlich von Frauen und weltlichen Männern festgelegt ist dann ist es umso mehr kirchlichen Männern und Priestern zugestanden Genau dies befiehlt nämlich das Kirchenrecht und die Gesetze der Welt In ähnlicher Art weist die kanonische Autorität Ankläger und Anklagen von Grund auf zurück die die weltlichen Gesetze verbieten Das Recht Synoden einzuberufen ist ausschließlich dem apostolischen Stuhl vorbehalten und wir lesen von keiner Synode die gültig gewesen wäre sofern sie nicht mit dessen Autorität einberufen ader ausgestattet gewesen wäre Dies bezeugt die kanonische Autorität die bekräftigt die Kirchengeschichte dies bestätigen die heiligen Väter Ihr 80 Bischöfe die

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  • Vorwort
    Richter nicht glauben außer es wird durch sichere Anzeichen bewiesen durch ein offenes Urteil überführt und auf justizförmigem Wege veröffentlicht Niemand nämlich der seines Besitzes beraubt oder durch Gewalt oder Schrecken von seinem Sitz vertrieben ist kann nach kanonischer Gesetzeslage angeklagt vorgeladen gerichtet oder verurteilt werden bevor er alles was ihm weggenommen wurden gesetzlich zurückerhalten hat und er selbst lange in Frieden seine Ehren und den eigenen Sitz wieder erhalten hat und in den Genuss derselben gekommen ist Deshalb heißt es auch in der Kirchengeschichte des Bischofs Eusebius von Caesarea von einer Frau die von ihrem Ehemann wegen Ehebruchs angeklagt war Durch Gesetz des Kaisers ist festgesetzt dass ihr zunächst gestattet wird längere Zeit frei ihre Familienangelegenheiten zu regeln und dananch auf die Vorwürfe zu antworten Dies schreiben auch alle kirchlichen öffentlichen und Volksgesetze vor Wenn wir alles was damit übereinstimmt hier aufführen würde wäre vorher der Tag zu Ende und dieser Brief würde allzu lang Einiges davon glaubten wir aber doch auch zur Erinnerung der übrigen Stellen hier einfügen zu sollen Es sagt nämlich der heilige Leo Vorsteher der römischen Kirche in seinem Brief and das Konzil von Chalkedon der so beginnt Leo episcopus synodo Calcidonensi Optaveram quidem dilectissimi unter anderem folgendes Weil wir aber wissen dass durch schändliche Streitereien der Zustand vieler Kirchen gestört ist mehrere Brüder zu Unrecht von ihren Bischofssitzen vertrieben und ins Exil deportiert und an ihrer Stelle andere eingesetzt wurden soll diesen Wunden zunächst die Medizin der Gerechtigkeit zuteil werden Niemand soll sein Eigentum derart entbehren dass ein anderer sich fremder Dinge bedient Diesen Irrtum mögen alle hinter sich lassen so dass niemand der eigenen Ehre verlustig geht sondern die früheren Bischöfen sind mit allen Privilegien in ihr Recht wieder einzusetzen Das Gleiche haben auch die alten Päpste vor dem Konzil von Nikäa festgesetzt Das Gleiche spricht auch die Synode von Lamsa zur Zeit des Kaisers Valentinian Das Gleiche bezeugen mehrere römische Synoden und die übrigen heiligen Väter der Statuten wir hier nicht einfügen um übermäßige Länge zu vermeiden Wenn aber jemand darüber mehr wissen und lesen will kann er es voll und ganz in seinen Autoren finden und lesen Wenn das nämlich sogar hinsichtlich von Frauen und weltlichen Männern festgelegt ist dann ist es umso mehr kirchlichen Männern und Priestern zugestanden Genau dies befiehlt nämlich das Kirchenrecht und die Gesetze der Welt In ähnlicher Art weist die kanonische Autorität Ankläger und Anklagen von Grund auf zurück die die weltlichen Gesetze verbieten Das Recht Synoden einzuberufen ist ausschließlich dem apostolischen Stuhl vorbehalten und wir lesen von keiner Synode die gültig gewesen wäre sofern sie nicht mit dessen Autorität einberufen ader ausgestattet gewesen wäre Dies bezeugt die kanonische Autorität die bekräftigt die Kirchengeschichte dies bestätigen die heiligen Väter Ihr 80 Bischöfe die ihr mich gezwungen habt dieses Werk zu beginnen und zu vollenden müsst auch wissen ebenso wie die übrigen Priester des Herrn dass wir mehr als die 20 Kapitel des Konzils von Nikäa gefunden haben die bei uns bekannt sind und in den Dekreten

    Original URL path: http://www.pseudoisidor.mgh.de/html/praefatio_deutsch.htm (2016-02-14)
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  • CA und die Fälschungen
    können daß die pseudoisidorischen Fälschungen das Werk einer einzigen Person gewesen sein sollten Man wird sich vielmehr ein ganzes Team von Fälschern an der Arbeit vorstellen müssen Die erste Frage die sich für die Arbeitstechnik der Fälscher stellt ist die Frage nach dem verwendeten Ausgangsmaterial Bekanntlich hat Pseudoisidor seine Texte nicht völlig frei erfunden sondern stützt sich auf echte Quellen aus denen er mit mehr oder weniger erheblichen Interpolationen mosaikartig neue angebliche Rechtsquellen zusammenstellt 18 Bereits E Seckelhat gezeigt daß in den Falschen Kapitularien längere Kapitelreihen begegnen die der Abfolge der entsprechenden Texte in der Vorlage des Benedictus Levitaentsprechen 19 Bei der langen Reihe am Anfang des dritten Buches der Kapitularien Ben 3 1 102 die letztlich aus der Collectio Dionysio Hadrianastammt hat Seckeldargelegt daß diese Reihe nicht aus einem vollständigen Exemplar der Hadriana sondern auf einem Auszug aus dieser Sammlung beruht 20 Es wäre an sich durchaus möglich daß die Fälscher diesen Auszug irgendwo vorgefunden und für ihre Zwecke verwendet hätten Anhand der CollectioDanielianaläßt sich jedoch zeigen daß dieser Auszug nicht den unverfälschten Text der Hadrianaenthielt sondern bereits verfälscht gewesen ist 21 Dieser verfälschte Auszug aus der Hadrianaist teils mittelbare teils unmittelbare Quelle für Ben 1 22 34 2 381 und 3 1 102 sowie für Teile der Collectio Danielianagewesen wobei keine dieser Fälschungen unmittelbar auf der anderen beruht 22 Der Hadriana Auszuggehört also zu den Rohmaterialien der Fälscher Eine ähnliche Exzerptreihe hat Seckelals Quelle für die Auszüge aus der HGA in den einander entsprechenden Reihen bzw Mischreihen Ben 2 300 342 und 3 150 254 festgestellt 23 Die gleiche Reihe ist auch in CA 4 bis 9 bis benutzt Die Fälscher haben also mindestens teilweise nicht mit den vollständigen Quellen sondern mit eigens angefertigten zum Teil auch schon verfälschten Exzerptreihen gearbeitet Einer der Gründe für diese Arbeitsweise liegt sicherlich in der größeren Bequemlichkeit Die Exzerptreihen dienten als versatzstückartiges Rohmaterial Immerhin ist auch noch ein weiterer Grund denkbar Man hat schon häufig die große Zahl der von Pseudoisidor benutzten Quellen zusammengestellt und ist dabei meist von der Voraussetzung ausgegangen daß den pseudoisidorischen Fälschern eine einzige außerordentlich reichhaltige Bibliothek zur Verfügung stand 24 eine Bibliothek eben wie die des Klosters Corbie Es wäre darüber hinaus aber auch vorstellbar daß Pseudoisidor auch noch weitere Bestände zurückgegriffen hat sondern daß sich die Fälscher ihr Material also in mehreren Bibliotheken zusammengesucht haben Wenn wir davon ausgehen daß zum Fälscherkreis mindestens ein Bischof gehörte so wäre dieser sicherlich in der Lage gewesen seinen Helfern Zugang zu verschiedenen Bibliotheken mindestens seiner eigenen Diözese zu verschaffen ohne damit größeren Verdacht zu erregen In diesen Bibliotheken wären dann die erwähnten Exzerptreihen angefertigt worden die den Fälschern als Grundlage für ihre Arbeit dienten Diese Exzerptreihen wurden von den Fälschern teils unmittelbar teils in recht kunstvoller Verschränkung in die Fälschungen aufgenommen 25 Ein Teil dieser weiterverarbeiteten Exzerptreihen ging freilich nicht unmittelbar in die in Umlauf gesetzten Werke ein sondern wurde seinerseits zum Rohmaterial für immer weiter ausgefeilte Fälschungen 26 so daß es außerordentlich schwierig ist aus dem Endprodukt die

    Original URL path: http://www.pseudoisidor.mgh.de/html/ca_01.htm (2016-02-14)
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  • Bischofsprozess
    werden CA 49 Aussagepflicht besteht nur vor dem zuständigen Gericht vor einem unzuständigen Gericht hat der Angeklagte ein Aussageverweigerungsrecht CA 3 bis Ein ungerechtes Urteil ist nichtig CA 2 bis und 18 bis Größeres Interesse zeigen die Fälscher dagegen an dem Personenkreis der abgesehen vom Angeklagten selbst allein eine Verurteilung herbeiführen kann nämlich an den Zeugen CA 1 bis Die an die Zeugen zu stellenden Anforderungen sind nicht ganz so streng wie die an die Ankläger Der Zeuge darf nicht infam sein CA 13 bis vgl auch 10 bis er darf mit keinem Prozeßbeteiligten verwandt sein CA 3w er muß Frau und Söhne haben und fest im Glauben sein CA 13 bis ein selbst in ein Kriminalverfahren verwickelter Zeuge gilt bis zum Beweis seiner Unschuld als unglaubwürdig CA 31 Umso höher ist die Zahl der Zeugen die zu einer Verurteilung erforderlich sind Zum Schuldbeweis sind es bei einem Bischof 72 bei einem Kardinalpriester 44 bei einem Kardinaldiakon 26 und bei den niederen Weihestufen 7 CA 13 bis Das Urteil muß einstimmig erfolgen CA 17 und gerecht sein CA 2 bis und 18 bis Endet das Verfahren mit einem Freispruch für den Angeklagten hat der Ankläger harte Strafen zu gewärtigen Er ist auf ewig exkommuniziert CA 5 bis 7 und infam CA 38 er hat ferner dieselbe Strafe zu erwarten die auf den von ihm behaupteten Verbrechen steht CA 22 Falls er aus Neid gehandelt hat wird ihm außerdem die Zunge abgeschnitten oder er wird gar enthauptet CA 44b 8 Diese Drohungen gegen den Ankläger dienen ähnlich wie die Anklagebeschränkungen dazu die Anklageerhebung weiter zu erschweren Unter den geschilderten Prozeßbedingungen läuft auch jede berechtigte Anklage ein nahezu unkalkulierbares Risiko Obwohl die Anklage oder gar die Verurteilung eines Bischofs unter diesen Umständen kaum zu erwarten ist gehen die Fälscher noch einen Schritt weiter und gewähren dem Angeklagten noch ein zusätzliches Recht Er darf zu jedem Zeitpunkt des Prozesses nach Rom appellieren CA 17 und 20 vgl auch 30 und 32 Nimmt man alle Vorschriften der CA über den Bischofsprozeß zusammen muß man in den Kapiteln eher eine Prozeßverhinderungsordnung sehen als eine Prozeßordnung 1 Seckel NA 40 1916 S 43 2 Ordinatio ist wohl als der den ordo des Bischofs begründende Akt Gottes bei der Einsetzung des Bischofs zu verstehen und nicht wie Hauck Kirchengeschichte Deutschlands 2 1952 S 540 anzunehmen scheint als die göttliche Ordnung allgemein 3 Etwa CA 5 Z wo offenbar aus Versehen die Appellation an den Bischof von Konstantinopel und nicht an den Papst wie in CA 17 Z stehengeblieben ist Beide Stellen stammen aus derselben Quelle c 17 des Konzils von Chalkedon wo die Appellation nach Konstantinopel vorgesehen war 4 Vgl etwa Ben 3 309 Ps Viginius ed Schon http www pseudoisidor de pdf 023 Viginius Carissimi deus pdf S 198 Z 54 ed Hinschius S 114 Z 23 Ps Fabianus ed Schon http www pseudoisidor de html 042 fabianus exigit dilectio v htm ed Hinschius S 165 Z 21 f Ps Felix I ed Hinschius S 202

    Original URL path: http://www.pseudoisidor.mgh.de/html/ca_02.htm (2016-02-14)
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  • Überlieferung
    Die CA waren im Sinne der Fälscher durchaus Bestandteil der von ihnen in Umlauf gesetzten Sammlung wenn es eine einzige von den Fälschern in Umlauf gesetzte Sammlung überhaupt gibt und man nicht mit mehreren Redaktionsstufen rechnen will die unmittelbar auf die Fälscherwerkstatt zurückgehen und mindestens teilweise auch zur Verbreitung gelangt sind 4 Die CA stehen dabei meist auf älterer Verfälschungsstufe als andere Stücke der Falschen Dekretalen 5 1 So auch Williams Codices S 134 2 Die drei Teile sind die Dekretalen von Clemens I bis zum Constitutum Constantini einschließlich einiger Einleitungsstücke wie Praefatio Ordo de celebrando concilio usw der Konzilsteil und die Dekretalen von Silvester I bis zu Gregor II eine ausführliche Beschreibung des Aufbaus der pseudoisidorischen Dekretalen bei Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 1 S 181ff 3 Die älteste Ausnahme ist der auch in anderer Hinsicht eigentümliche Codex Paris Bibl nat lat 3852 s XI vgl auch Williams Codices S 41 4 Mehrere Arbeitsgänge hält auch Fuhrmann Einfluß und Verbreitung 1 S 181 Anm 94 für möglich Richter Stufen S 57f vermutet dass wenigstens die Handschriften Vat Ottob lat 93 und Vat lat 630 auf die Fälscherwerkstatt selbst zurückzuführen sind 5 Siehe den Apparat der Quellen und Parallelfälschungen unten S

    Original URL path: http://www.pseudoisidor.mgh.de/html/ca_03.htm (2016-02-14)
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  • Rezeption
    in vier Büchern Liber Tarraconensis Anselm von Lucca Deusdedit Liber de vita christiana Sammlung in 17 Büchern Dekret Ivos Collectio Tripartita Panormia Ivos Polycarpus und die Sammlung in drei Büchern Sammlung in sieben Büchern Collectio Caesaraugustana Sammlung in zehn Teilen Summa decretorum Haimonis Die Concordia discordantium canonum Gratians 2005 Karl Georg Schon Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt Er steht unter der GNU Free Documentation License Demnach dürfen Sie ihn frei

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  • Editionsgeschichte
    die Edition immerhin große Teile von Handschriftenklasse A ab Doch einerseits enthält die Edition eine Reihe von Versehen 16 und andererseits sind die übrigen Handschriftenklassen K L B und C die alle von der von Hinschius berücksichtigten Überlieferung unabhängig sind nicht herangezogen worden Schließlich entspricht die 1863 erschienene Ausgabe auch insoweit nicht heutigen Anforderungen als die Wirkungsgeschichte der CA kaum in Betracht gezogen ist 17 Mehr als 100 Jahre nach der Hinschius Edition erschien ein Nachdruck der CA mit Appendice di documenti connessi den P Ciprotti besorgte 18 Ciprotti bietet lediglich einen verschlechterten Nachdruck der Hinschius Ausgabe Die wohl bedeutendsten Fortschritte seit der Edition von Hinschius stellen die Quellenstudien E Seckels zu Benedictus Levita dar Als Vorbereitung für die von ihm geplante Neuausgabe der Falschen Kapitularien hat Seckel von 1901 bis 1917 unter dem Titel Studien zu Benedictus Levita eine Serie von Aufsätzen veröffentlicht in denen er mit kaum zu übertreffender Genauigkeit die Quellen der Kapitularienfälscher ermittelt hat 19 Bei der engen Verzahnung von Benedictus Levita und den CA sind diese Untersuchungen auch für die Quellenanalyse der CA von höchstem Wert Seckel hat auch eine eigene Untersuchung über die CA geplant 20 doch ist es dazu offenbar nicht mehr gekommen Die zweite grundlegende Arbeit Seckels zu unserem Thema findet sich in einem bisher unveröffentlichten Manuskript über die CA der Berliner Phillipps Handschrift 1764 21 Seckels Studien wurden nach seinem Tode von J Juncker fortgesetzt doch ist auch Juncker bis zu seinem Tode 1938 über die abschließenden Quellenuntersuchungen zum dritten Buch der Falschen Kapitularien nicht hinausgekommen 22 Die für die CA besonders wichtige Additio IV der Kapitularien blieb somit unbearbeitet und auch in Seckels Nachlaß finden sich keine Materialien mehr zu den Quellenstudien für diese Texte Wichtige Fortschritte sind seit der Ausgabe von Hinschius auch in der Entdeckung weiterer Handschriften der Falschen Dekretalen und damit häufig auch der CA erzielt worden In seiner Besprechung der Ausgabe von Hinschius stellte F X Kraus erstmals die Handschrift von Bernkastel St Nikolaus Hospital 52 vor 23 Seither sind noch zahlreiche weitere Handschriften bekannt geworden 24 Auch die Datierungsfehler von Hinschius sind von Sch Williams weitgehend korrigiert worden Sein Verdienst liegt darin eine zwar nicht vollständige 25 aber übersichtliche Liste der erhaltenen Pseudoisidor Handschriften geliefert und zugleich die paläographischen Irrtümer Hinschius richtiggestellt zu haben Allerdings teilt er nur selten den Inhalt der von ihm beschriebenen Handschriften mit und sein Werk ist nicht frei von Versehen 26 Hinsichtlich der Wirkungsgeschichte der CA liegt mit den Untersuchungen H Fuhrmanns 27 ein sicheres Gerüst für die wichtigsten kanonistischen Sammlungen bis zum Dekret Gratians vor 28 1 SECVNDVS TOMVS CONCILIORVM OMNIVM TAM GENERALIVM QVAM PAR TICVLARIVM QVAE INDE A QVINTA SYNODO Constantinopolitana vsque ad Synodum Constantiensem habita ex vetustissimis quibusq Bibliothecis in prae sentiarum obtineri potuerunt Coloniae Agrippinae Ex officina Ioannis Quentel anno Domini M D LI S 609a 614b 2 Siehe oben S 3 Z B S 609b 17 Z v u damnat vgl CA Z S 610a Z 27 viuentes et credentes vgl CA Z usw 4

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  • Zur Ausgabe
    Levita B C Paris Bibliotheque nationale lat 4636 B S Paris Bibliotheque nationale lat 4634 B b ed Baluze B p ed Pertz Bn Bern Burgerbibliothek 442 BS Bonizo von Sutri Liber de vita christiana ed PERELS Ca Cambridge Trinity College B 16 44 CCA Collectio Caesaraugustana Handschrift Vatikanstadt Biblioteca Apostolica Vaticana Vat Barb lat 897 CT Collectio Tripartita Vorabexemplar der Edition von Martin Brett siehe oben S D Collectio Danieliana DB Dekret Burchards von Worms Handschriften Bamberg Staatsbibliothek can 6 Freiburg Universitätsbibliothek Cod 7 Vatikanstadt Biblioteca Apostolica Vaticana Vat Pal lat 585 6 DD Sammlung des Kardinals Deusdedit ed Wolf von Glanvell verglichen mit Vatikanstadt Biblioteca Apostolica Vaticana Vat lat 3833 DG Dekret Gratians Handschriften Paris Bibliotheque nationale lat 3893 München Bayerische Staatsbibliothek clm 18096 und clm 14005 DI Dekret Ivos von Chartres Handschrift Paris Bibliotheque nationale lat 14315 HLB Hinkmar von Laon Brief in der Angelegenheit des Nivinus Handschrift Paris Bibliotheque nationale lat 5095 HLP Hinkmar von Laon Pittaciolus Handschrift Paris Bibliotheque nationale lat 5095 HR Hinkmar von Reims Opusculum LV capitulorum Handschrift Paris Bibliotheque nationale lat 2865 LT Liber Tarraconensis Handschrift Vatikanstadt Biblioteca Apostolica Vaticana Vat lat 6095 Mo Montpellier Bibliothèque de la Faculté de Médecine H 3 Mü Münster Staatsarchiv VII 5201 Nh New Haven Beinecke Library 442 P Pseudoisidor P N New Haven Beinecke Library 442 P O Vatikanstadt Biblioteca Apostolica Vaticana Vat Ottob lat 93 P V Vatikanstadt Biblioteca Apostolica Vaticana Vat lat 630 Pal Paris Bibliothèque nationale lat 9629 Pa2 Paris Bibliothèque nationale lat 12445 Pa3 Paris Bibliothèque nationale lat 14314 PG Gregorius von S Grisogono Polycarpus http www mgh de polycarp PI Panormia Ivos von Chartres ed Brasington Brett http wtfaculty wtamu edu bbrasington panormia html bzw http web archive org web 20040217193711 http wtfaculty wtamu edu bbrasington panormia html Q Quelle

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