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  • Quellenangaben zur Zeittafel Ahrenshagen
    zur Pfarrerschaft entstammen der verdienstvollen Zusammenstellung von Hellmuth Heyden Die Evangelischen Geistlichen des ehemaligen Regierungsbezirkes Stralsund II Kirchenkreise Barth Franzburg und Grimmen die im Auftrag des Evangelischen Konsistoriums Greifswald angefertigt und 1959 in Geifswald gedruckt wurde Viele Angaben zur Kirche und zur Patronatsgeschichte sind der Chronik von Ahrenshagen entnommen die der Ahrenshagener Heimatforscher Methling geschrieben hat Sie wurden durch die heutige Ortschronistin Karin Hübner im Jahre 1996 ergänzt und veröffentlicht
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5a.html (2016-05-02)


  • Historische Texte: Dreißigjähriger Krieg
    Morodischen Völcker so in Grund liegen der maßen verwüstet wurden daß weder Edelmann noch Bauer von sich selber wieder zu rechte kommen konte darüber blieben die Bauren so nach der Belagerung noch im Leben waren gantz u gar hin weg Hier auff fiehl bald der ander total ruin ein alß ao 1637 u auch leider so fort daß weder Katz noch Hund überblieben u ein Mensch der sein Leben behalten
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5b.html (2016-05-02)

  • Historische Texte: Vereidigung des Ahrenshäger Kirchenvorstehers Andreas Ohlsen im Jahre 1742
    als vor Gott denen Herren Patronen den Herrn Pastoren und der gantzen Gemeine verantworten auch bey die Einnahmen und Ausgabe der Kirchen Gelder treulich verfahren wolle wie Ich den auch hiemit angelobe dahin zu sorgen daß nichtes von dem so der Kirchen gehörig auch Wiedmen und Äckern abgerißen werde sonden Mich so betragen wie es deren einst Vor Gott zu verandtworten getraue so wahr mir Gott helffe Anno 1742 d
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5e.html (2016-05-02)

  • Historische Texte: Siebenjähriger Krieg in Nordvorpommern
    wenig in solchen Vorfällen wenn auch gleich solcherhalben Verordnung erginge diese von Würckung seyn würden zumahlen auf Märchen gemeinigl die Umstände so beschlossen daß die Quartire an Orten wo sie zu treffen genommen werden müssen Damit aber der Clerus nebst Ihren Wittwen und Küstern bey ordentl Einquartirung im Lande mit selbiger möge übersehen werden so hat zwar die K R Königliche Regierung dieserhalben das unleserlich ige unter heutigen dato an dH OberStattHalter General Lieutenant und Commandeur von Lortighausen gelangen lassen siehet aber nicht ab wie die Coloni wahrscheinlich gemeint die Cleri von der Einquartirung könen dispensiret bleiben Stralsund den 18 Oktober 1759 L S Subscr Regim Beiliegend das oben erwähnte Schreiben B für dH GSup Doct v Balthasar Der Königl R Der Königlichen Regierung Schreiben an H General v Lortighausen Tit Reg Es hat in dem Copeyl Ausschuß dH GSuper D v Balthasar der Bedrängnüsse der Cleri im Lande welche demselben bey Durch Märchen und Einquartirung zugefüget würden vorgestellet Und es ist uns ohnehin bekannt wie derselbe bishero in solchen Vorfallenheiten mitgenommen worden Ob gleich der dem Clero zustehenden Immunität billig zu gönnen wäre daß derselbe von der Belästigung welche bei gegenwärtigen Krieges Zeiten da durch Märche und Einquartirung unvermeidl sind befreyet bleiben könte indeßen genugsahm abzusehen es erstere durch keine Anordnung sich dahin einschränken lassen daß nicht davon dem Clero und was dem angehörig einige Last und Beschwerden mitbetroffen solte sonst aber nur wenn ordentl Einquartirung im Lande veranstaltet werden derselbe nach hiesiger Verfassung eximiret ausgenommen ist So wolle Unser Hochgeehrter H Oberstatthalter General L und Comandeur geruhen in Vorkommenheit solche Verfügung bei denen Königl Truppen zu treffen daß bey Durch Märchen der Clero denen Wittwen und Küster möglichst und so viel es die Umstände leiden wollen mit Belegung ihrer Wohnung möge übersehen am wenigsten von selbigen einige Speisung erzwungen werden Wohingegen aber bey ordentl Einquartirung im Lande dieselbe mit allem Recht davon werden zu eximiren seyn daferne nicht eine unumgängl Nothwendigkeit ein anderes erfordern solte Ob wohl eine militärische Entscheidung gegen Zivilisten schon mal nicht unumgänglich notwendig war Wenn der Verweis auf die Rechtslage nicht hilft vielleicht geht es ja mit Einschleimen Die bekante Gemüths Billigkeit unseres Hochgeehrten H Ober Statthalters GeneralL und Commandeurs läßet uns nicht zweifeln es werde derselbe hierunter vorkommentlich alle mögl protection Schutz wiederfahren lassen Die wir mit Ergebenheit und pp Stralsund d 18 Octob 1759 Subscr Regim An dH OberStatthalter GeneralL und Commandeur Lortigshausen So wichtige Schreiben muß man breit streuen wenn man schon nichts anderes machen kann Deshalb An dH GeneralSup D v Balthasar Tit Reg Unsern Gruß zuvor ppp Als dH OberStatthalter GeneralL und Commandeur v Lortigshausen auf unser unterm 18 dieses an Ihr erlaßenes Schreiben wegen der Einquartirungs Freyheit des Cleri hier im Lande sich solchergestalt geäußert hat wie anliegende Abschrift des Wahren besaget so haben wir Ihm daran communication zur Nachricht mittheilen wollen und empfehlen Ihm übrigens göttl Obhuth Stralsund d 29 Octob 1759 Subscr Regim Generäle damaliger Zeit haben Lebensart jedenfalls solang die höchste Nothwendigkeit es nicht erfordert
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5l.html (2016-05-02)

  • Historische Texte: Hackel-Wercke
    Höfe mit Hackel Wercken erfolget zum Bescheide Als die vorgeschlagene Befriedigung der Pfarr Höfe und Gärten mit bloßen hohen Zäunen nicht zureichlich sondern entweder die Hackelwercke beybehalten oder an deren Stelle Stein Mauern zu setzen seyn so wird nicht nur die K R Königliche Regierung dem die unleserlich des General Super verwaltende D Stentzler aufgeben denen Predigern Adel Patronats bekant zu machen daß Sie zu Befriedigung ihrer Höfe und Gärten
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5k.html (2016-05-02)

  • Historische Texte: Lebensbericht des Pfarrers Zander
    Semlow der Kammerherr von Behr Negendank im Nervenfieber gestorben 37 Jahre alt den 27sten September 1827 Mich selbst hatte die Hand des Herrn aus derselben Krankheit ein halbes Jahr vorher fast wunderbar errettet und welch einen Antheil hatte damals der theure Entschlafene meinen Leiden und meiner Genesung geschenkt Nun war er selbst von uns geschieden aber eines so bewußten gläubigen ergebnen und getrosten Todes gestorben daß sein Ende ebenso tief erschütternd als erbaulich gewesen Zu Weihnachten desselben Jahres wollte ich noch einmal meine Eltern besuchen und das Fest im elterlichen Hause feiern Es wurde mir aber verwehret Denn da ich zu Neujahr ins Amt eintreten mußte so bat mich der Superintendant Engelken schon die Weihnachtsfestarbeit zu übernehmen und ich konnte erst im Sommer 1828 die lange gewünschte Reise zu meinem lieben Eltern und Geschwistern unternehmen Liebesheirat sprengt Standesgrenzen Es war eine liebliche Fahrt für mich als junger Pastor von 23 Jahren in die theure Heimat und diesmal mit eigenem neuem und schönem Gefährt Wie unvergeßliche wird mir sein und bleiben wie mein Vater den jungen Amtsbruder aufnahm und welche Freude aus den Augen der theuren Mutter und der Geschwister leuchtete Es war eine gesegnete schöne Zeit welche ich damals mit dem Meinigen verleben konnte Als aber geschieden werden mußte nahm ich meine 3te noch unverheirathete Schwester Sophie und meinen jüngsten Bruder Karl mit mir die erstere mir innig ergebene hochgebildete und liebe Schwester als Hausmutter meinen Bruder aber um den die Eltern viel sorgeten nun mit den v Essenschen Kindern von mir unterrichtet Unser Leben gestaltete sich nun sehr freundlich der liebliche Umgang im eigenen Hause war sehr befriedigend und täglich mußten wir mit der gutsherrschaftlichen Familie Umgang pflegen andersließ es die Gewohnheit des Lebens nicht mehr zu Dabei war es denn gewiß nicht zu verwundern wenn sich das Verhältnis zu der jetzt erwachsenen Tochter uns Beiden unbewußt in ein innig liebendes verwandelte Auch kam es nicht ferne darauf zu Erklärung da wir Beide wußten dasß wir fürs Leben verbunden waren Aber schwierig lagen die Verhältnisse und kaum durften wir wagen auf baldige Erfüllung unserer Wünsche zu hoffen In der That hatte denn auch meine arme Verlobte nach geschehener Erklärung schwere Tage aber bald merkte das ganze Haus daß das Leben ohne die Gemeinschaft mit uns nicht mehr gehen wollte So kamen wir bald wieder zusammen und es wurde für meine Braut eine Prüfungszeit von dreien Jahren festgesetzt Da aber die Mutter ganz auf unserer Seite stand so gestaltete sich die Sache bald sehr günstig und nach manchen stürmischen und herteren Szenen wurde endlich die Verlobung en famille hernach öffentlich gefeiert und der 9te August 1832 wird der glückliche Tag meiner ehelichen Verbindung mit Fräulein Gustava Charlotte Juliane von Essen Familiäre Veränderungen Tod der Eltern Im Herbst desselben Jahres fügte es die liebreiche Fürsorge des treuen Herrn daß auch meine gute Schwester sich einem sehr ausgezeichneten und ganz für sie geschaffenen Mann dem Pastor Wossidlo zu Abtshagen verheiratete und zu gleicher Zeit verließ auch mein Bruder mein Haus um sich der Landwirtschaft zu widmen Zu der Zeit hatte unser theurer Vater sein 77tes Lebensjahr fast voll endet Ich war in 3en Jahren nicht zu ihm gekommen und führete nun zum 1ten Male mein theuer errungenes jugendliches und schönes Weib in die Arme der harrenden Eltern Mein alter Vater hatte unsere Ankunft kaum noch erwarten können und oftmals überlaut unsere Namen gerufen Ohne unsre Schuld war unsre Ankunft aber eine späte geworden und gleich darauf mußte sich unser theurer Vater zur Ruhe legen Des andern Morgens waren wir frühe mit ihm auf und seine Freude und Güte mit mir und meiner Frau war rührend und groß Aber wenige Stunden darauf erkrankte er ich blieb fern vom Hochzeitsmahl an seinem Lager und wenige Tage darauf war unser geliebter Vater segnend aus unserer Mitte geschieden Aus Rücksicht auf meine Schwiegereltern mit welchen sich das Verhältnis aufs Beste gestaltete mußte ich das Pfarramt in Semlow ablehnen Aber im Jahre 1833 starb plötzlich auch mein Schwiegervater während meine Frau und ich auf einer Reise zu meinem Bruder der Pastor in Bühl zu Berlitz geworden abwesend waren Wir wollten ein Hochzeitsfest feiern aber eine Stafette meldete uns den Tod des geliebten und verehrten Vaters und Tag und Nacht mußten wir zu seinem Begräbnisse zurück eilen Und eben als die Feier beginnen sollte trafen wir ein Unser Verlust war groß und eine Veränderung mancher Verhältnissen mußte eintreten Wechsel ins Ahrenshäger Pfarramt bedeutet Heimkehr Freilich mußte ich meiner theuren Schwiegermutter in der 1ten Zeit Alles sein doch allmählich öffnete sie ihr Ohr mannigfachen Ratgebern und mir wurde es immer klarer daß unter der Mitverwaltung des großen Gutes mein Pfarramt mit der Zeit beeinträchtigt werden könnte Darum entschloß ich mich da das hiesige Pfarramt vakant wurde in mein liebes Heimatland zurückzukehren ich bewarb mich um Ahrenshagen hielt am Trinitatis Sonntag 1835 eine Probepredigt über das Sonntagsevangelium und wurde im August desselben in das Pfarramt hieselbst vociret Schwierig war es meiner lieben Schwiegermutter diese Nachricht zu bringen doch nahm sie dieselbe freundlich auf und hat uns mit Ihrem Segen begleitet bis zu ihrem 1841 erfolgten Tode Im Jahre 1839 starb auch meine treffliche Mutter deren Liebe nicht aufhören wird mein Herz mit innigem Danke und herzlicher Freude zu segnen Wir wohnten indeß im Kreise einer großen Familie der Geschwister und unser Blutsverwandter In Saal wohnte bis 1849 meine älteste Schwester mit ihrem Gatten dem Pastor Susemiel mit ihren Kindern in Semlow der Pastor Klehmet mit dem meine jüngste Schwester verheirathet war in Triebohm mein theurer Vetter und wirklicher Bruder Pastor Greaff in Quitzin mein unvergesslicher Schwager der Gutspächter Ludwig Denzin ein Kreuzritter aus den Freiheitskriegen In Abtshagen mein treuer Schwager Wossidlo In Vilz mein noch lebender guter Schwager Kirchenrat Karsten in Kükenshagen bei Saal mein jüngster Bruder als Gutsbesitzer und in Gülzow bei Loitz mein ältester Bruder im glücklichsten Familienleben Diese alle fast sind nun geschieden die Schwäger bis auf einen heimgegangen und die Schwestern zum Theil in weite Ferne gegangen Aber immer schenket uns Gott eine Fülle des Segens wo nichts wie Alles ganz unverdient ist und wir sind glücklich in unserer Liebe und in unseren Kindern Trauriger Beginn Den 10 Januar 1836 wurde der Pastor Zander nachdem er zu Neujahr bereits angezogen war durch den Superintendeatur Verweser Pastor Piper zu Damgarten in das hiesige Pfarramt instituiert Die Auseinandersetzung mit den Erben des Pastors Hennings worüber das Protokoll im Pfarr Archive liegt sowie die feierliche Einsetzung in den bürgerlichen Besitz der Pfarre u s w geschah am nächstfolgenden Tage Der Einzug des neuen Pastors war aber durch eine große und schwere Heimsuchung gar sehr getrübt Er hatte nämlich seine beiden Kinder bei seiner Mutter der verwittweten Pastorin Zander zu Semlow bis zu seiner völligen Einrichtung in dem neuen Hauswesen zurückgelassen als wenige Tage hernach die betrübende Nachricht einer schweren Erkrankung dieser beiden Kinder eintraf Auch hat es Gott gefallen trotz der sorgfältigsten Pflege und Wartung das erstgeborene Töchterlein Anna in dem Alter von 2 1 2 Jahren durch den Tod aus dieser Welt abzurufen und die betrübten Eltern hatten den unaussprechlich großen Schmerz gleichsam mit der Leiche ihres heiß geliebten Kindes ihren Anzug hieselbst zu halten Dein Rat o Herr ist wunderbar aber was Du thust das ist wohl getan Der Anfang ist in Thränen aber die Hoffnung stehet fest die in Thränen sähen sollen in Freuden ernten Schlimme Zustände in der Kirchengemeinde 1836 An Mühen und Arbeit in dem neuen Amte konnte es nicht fehlen Die Gemeinden in beiden Kirchspielen waren so vom Gotteshause entwöhnt daß während das Gnadenjahres wo doch sonst die Neugierde die Kirchen in etwas zu füllen pflegt an vielen Sonntagen gar kein Gottesdienst gefeiert werden konnte weil keine Gemeinde da war Auch in seinem früheren Amte hatte der Pastor es so vorgefunden aber durch Gottes Gnade hatte sich dort alles gar bald sichtbar gebessert denn die Pfarr Gemeinden bestanden zum großen Teil aus freien Bauern und Büdnern welche alsbald unter sich vereinbarten und zwar ohne directe Anregung von Seiten des Pastor daß Sonntags jeder Hausstand in der Kirche vertreten sein solle wobei sie sich selbst eine Strafe von 5 Thl auferlegten im Fall des Dawiderhandelns Anders ist es in den hiesigen Gemeinden und eine Besserung des kirchlichen Lebens viel schwerer zu bewirken da es keinen anderen Stand als den der Tagelöhner giebt Dazu waren im Anfang fast in allen Dominien die Sonntagsarbeiten gang und gebe namentlich die Arbeiten für die Tagelöhner selbst wurden regelmäßig am Sonntag verrichtet In den Kirchen war wenig Stille und Andacht laute Gespräche wurden geführt daß der Gottesdienst dadurch mancherlei Störungen erlitt und auch sonst wurde die Andacht auf allerlei Weise unterbrochen Ist nun hierin durch Gottes Gnade auch bald eine Änderung eingetreten so ist doch der Kirchenbesuch selbst nur sehr allmählich etwas besser geworden Von Seiten der Herrschaften haben zwar mit wenigen Ausnahmen die Sonntagsarbeiten gänzlich aufgehört bei den Tagelöhners selbst aber ist nichts anders geworden und von einer durchgreifenden festen und stetigen Heiligung des Feiertags ist bei keinem einzigen Gemeindegliede des Tagelöhnerstandes die Rede Auch ist nicht abzusehen wie es anders werden soll in den großen Dominien ist die Arbeitsnoth so groß daß sämmtliche Werktage der Woche für den Herrschaftsdienst ausgebeutet werden müssen während den Arbeitern selbst für ihre sämmtlichen häuslichen und Feldarbeiten nur der Sonntag übrigbleibt Ehe es damit anders wird wird auch in diesen Tagelöhnergemeinden keine ernste Heiligung des Feiertages Platz greifen können Katastrophaler Zustand aller Kirchengebäude Die Kirchengebäude waren ebenso wie die Pfarrgebäude und die Küsterei in Ahrenshagen in einem höchst traurigen Zustand Wind und Regen drangen durch die alten kleinen und verwahrlosten Fenster allenthalben in die Kirche ein und in Pantlitz standen die Glocken fast unter freiem Himmel während der Kirchenboden in Ahrenshagen so verrottet war daß keines Menschen Fuß ihn betreten konnte Das Pfarrhaus hat auf der einen Seite fast gar kein Dach mehr so daß der Regen in Strömen das Haus erfüllte Auch war dasselbe sonst sehr verfallen und eine durchgreifende Umbaute dringendes Bedürfniß Da kam das Patronat zu Daskow zu der Einsicht daß ein Neubau des Pfarrhauses jeder Veränderung und Verbesserung des Alten vorzuziehen sei und nach mancherlei Beratung in den Kirchspielsversammlungen wurde auch beschlossen das jetzige neue Pfarrhaus zu erbauen wozu die Frau von Lilienanker auf Daskow ein Präsipium von 400 Rthl hergab Am Michaelistage des Jahres 1839 ist der Bau des neuen Pfarrhaus vollendet und dasselbe von dem Pastor bezogen worden Sicherung des Lebensunterhaltes für die Pfarrfamilie Inzwischen war auch ein Austausch und Separation der Pfarrländereien eingeleitet und ausgeführt worden Es hatte nämlich der Pastor Zander eine gut dotierte Pfarre verlassen und war hierher gekommen in der Annahme daß bei Pantlitz an 90 Pomm Morgen Pfarrlandes vorhanden wären welche an der Daskow schen Feldmark gelegen von dem Dominium daselbst für 400 Rthl in Pracht genommen werden sollten Bis dahin war der Pantlitzer Pfarracker für 100 Rthl Gold verpachtet gewesen Als nun aber nach geschehener Aufkündigung dieser Pacht der Acker ausgeliefert werden sollte so ergab sich daß im Ganzen nur einige 40 Morgen Landes vorhanden waren und durch Karte und Flurregister von Seiten der Pfarre nachgewiesen werden konnten In Ahrenshagen selbst lagen nur einige 30 Morgen Acker zur Pfarre Bei diesem Ergebnis fand sich der neue Nutznießer der Pfarre hinsichtlich seiner Erwartungen über das Einkommen der Ahrenshäger Pantlitzer Pfarre gar sehr enttäuscht und es zeigte sich ihm daß er ein viel einträglicheres Pfarramt verlassen als er hier erlangt hatte Auch das Patronat konnte sich dieser Einsicht nicht entziehen und da eben der Geistliche Rat in der Regierung zu Stralsund der Consistorial Rath Dr Monicke hier anwesend war so trat derselbe mit dem Patronate zu einer Beratung darüber zusammen wie dem Einkommen der Pfarre aufgeholfen werden könne Die Güter Ahrenshagen u Pantlitz standen unter einer und derselben Herrschaft und es wurde der Vorschlag gemacht den Pantlitzer Pfarracker gänzlich dem Gute zu überlassen und in quali et quanto Ahrenshäger Acker auszutauschen und denselben an die vorhandenen Pfarrhufen anzulegen Zugleich stand der Pfarre matrikelmäßig das us compascui auf der Gemeindeweide sowohl in Ahrenshagen als in Pantlitz zu und da in Pantlitz der Hütungsterrain bereits in Acker verwandelt war in Arenshagen aber nach der bevorstehenden Legung der noch vorhandenen Bauernstellen ebenfalls aufgehoben und zu Acker gelegt werden sollte so wurde beschlossen auch eine Entschädigung für Weideberechtigung in beiden Gütern stattfinden zu lassen und den so gewonnenen Acker gleichfalls an die alten Pfarrhufen mit hinanzulegen Nach mancherlei Vorarbeiten trat denn auch die Separations Kommission unter Aispicien der Königl Regierung in Ahrenshagen zusammen Der Acker wurde vermessen die Weideentschädigung ausgemittelt und die Pfarrerlöändereien dadurch in dem Umfang vergrößert das jetzt im Sommer gegen 170 Pomm Morgen Acker und Wiese bei der hiesigen Pfarre liegen Das alte Pfarrhaus wurde an den Pastor verkauft und ging in sein Privateigentum über auch war eine Erweiterung der Pfarrgebäude durch den vermehrten Grundbesitz nötig geworden und die Eingepfarrten haben bereitwillig die jetzt vorhandenen umfangreichen Wirtschaftsgebäude aufgeführt Der Pfarracker ist sodann auf einen 21 Jahre an den Mühlenmeister Colbow der durch die Separation seinen Grundbesitz an das Gut hatte abtreten müssen und seine betagten Eltern bei sich hatte aber für eine sehr geringe Pacht für in Summa 600 Rthl verpachtet worden Küsterproblem Ein sehr großer Uebelstand erwies sich darin daß für beide kombinierte Pfarren nur der eine Küsterdienst in Ahrenshagen bestand und die Pfarrkirche zu Pantlitz in solcher Weise ohne jegliche Beaufsichtigung bleiben mußte während anderweitige Verrichtungen des Küsterdienstes nothdürftig durch eine zunächst wohnende Tagelöhnerfamilie verrichtet wurden die Kirchhofsmauer lag darnieder Thore waren nicht vorhanden und der Friedhof wurde ganz usuell als Viehkoppel von den Einwohnern des Ortes benutzt und schlimmer noch Schulmisere Zu dem weitausgedehnten Ahrenshäger Schulverbande gehörten denn auch noch die beiden Ortschaften Pantlitz und Prusdorf zu der Pantlitzer Gemeinde gelegen Die Entfernung dieser Ortschaften ist so groß daß vor dem 10ten Jahre selten ein Kind zur Schule kam auch war die Schulstube in Ahrenshagen so klein daß bei Weitem nicht die Hälfte sämtlicher schulpflichtigen Kinder darin Platz finden konnte dazu war dieselbe ohne Subsellien und jeglichen Unterrichtsapparat Unter diesen Umständen mußte ein Hauptaugenmerk auf Beseitigung solcher schreienden Übelstände gerichtet sein Leider aber war dieser unnatürliche Schulverband eben erst unter Teilnahme der Königl Regierung und auf Veranlassung derselben aufgerichtet die kleinen Ortsschulen waren beseitiget und die eine Ahrenshäger Küsterschule sollte Alles ersetzen ohne in dem Lehrer den geeigneten Mann und in der Lokalität einen entsprechenden Raum darzubieten Wäre bei einer neuen Organisation damals zugleich das Richtige gewählt worden so wäre ohne Beschwerde die bessere Einrichtung getroffen nun aber war es mit großen Schwierigkeiten verbunden eben erst getroffene u bestätigte Einrichtungen umzustoßen und Neues an Stelle derselben zu bringen Es waren demnach viele Schwierigkeiten zu überwinden und es bedurfte vieler vorgängiger Verhandlungen ehe es zu Stande gekommen ist in Pantlitz eine neue Küster und Schulstelle aufzurichten Endlich im Juli 1843 kam die Vereinigung mit dem Baron von Mecklenburg auf Pantlitz und dem Rittergutsbesitzer Henning in so weit zu Stande daß endlich in Pantlitz ein Küster und Lehrer und zwar in der Person des in Damgarten gebürtigen Seminaristen Carlberg angestellt werden konnte Die Dorfschaft Prusdorf wurde in Pantlitz eingeschult die Schülerzahl betrug gegen 50 schulpflichtige Kinder Doch konnte diese ganze Einrichtung nur dadurch ins Leben treten daß der Pastor sich dazu verstand eine ihm gehörige Wohnung für die Schule herzugeben welche von den Eingepfarrten notdürftig zu diesem Zwecke hergerichtet worden ist Zugleich wurde die Schulstube in Ahrenshagen durch Hinzunahme der anliegenden Wohnstube des Küsters um das Doppelte erweitert so daß eine entsprechende Räumlichkeiten zur Aufnahme sämtlicher zum Schulverbandes gehöriger Kindern beschafft worden ist Dabei mußte jedoch notwendig auf Entschädigung des Küsters bedacht genommen werden Das Patronat zu Daskow war freilich mit den Intentionen des Pastors einverstanden das alte Gebäude ganz nieder zu legen und ein neues Küster und Schulhaus erbauen zu lassen Durch die Majorität der Eingepfarrten wurde dies aber entschieden abgelehnt worauf die im Hause befindlichen Stallungen in Wohnlokalitäten verwandelt worden während endlich das jetzt auch neben dem Küsterhaus liegende Wirtschaftsgebäude neu errichtet werden mußte Grundinstandsetzung der Kirche 1845 Im Jahre 1842 starb die um das Kirchen und Schulwesen in beiden Gemeinden vielfach sehr verdiente Frau von Lilienanker auf Daskow plötzlich im Seebade zu Warnemünde und wurde in der Familiengruft zu Pantlitz feierlich bestattet Zum Erben Ihrer Güter hatte sie ihren Verwandten den Herrn von Stumpfeldt auf Trinwillershagen eingesetzt der mit ihrer Nichte gebornen von Dalenstierna verheirathet ist Aus dem Daskow schen Gütercomplex hat dieselbe ein Majorat gestiftet und mit dem Namen von Stumpfeldt ihren Familiennamen von Lilienanker verbunden Auch für die beiden Kirchen hatte die Verewigte testamentarisch gesorgt und festgesetzt daß dieselben jeder aus der Fidei Commis Curatel Casse jährlich 30 Rthl erhalten ebenso ist der Küsterdienst zu Ahrenshagen durch sie um 20 Rthl jährlich zu trinitatis zahlbar verbessert worden Da nun so die Einnahme der hiesigen Kirche wesentlich verbessert war so konnte der Pastor darauf Bedacht nehmen ein so überaus nötigen inneren Ausbau u fällige Reparatur derselben vorzunehmen Die Kirche hatte ein baares Vermögen von 500 Rthl beim pommerschen Landkasten bestätiget und es wurde im Jahre 1844 ein Kirchspielsstand gehalten auf welchem der Pastor es durchsetzte daß ihm anheim gestellt wurde das kleine Kapital zu erheben und mit demselben den neuen Ausbau der Kirche zu bewerkstelligen So wurde gleich nach Pfingsten 1845 die Kirche im Inneren ganz ausgeräumt so daß nichts Anderes als Altar Kanzel Patronatsgestühl an seinem Orte verblieb Die Fenster welche bis auf eine ganz kleine Öffnung vermauert waren wurden in ihrer jetzigen Form und Größe hergestellt und mit ganz neuen Fenstern versehen Ebenso ist das Kirchengestühle und das jetzige Orgelchor ganz neu gearbeitet die Decke ist mit neuen Brettern belegt sämmtliche Thüren und Fußböden sind neu gemacht dazu Kanzel Altar und das ganze Gestühle in Oelfarbe gestrichen und neu lackirt Das fast ganz verfallener alte aber sehr schöne Christusbild ist von dem sehr geschickten Tischlermeister Schäfer in Semlow restituirt welcher auch sämmtliche andere Holzarbeit hergestellt hat Lack u Anstrich ist von dem Maler Dresen in Damgarten ausgeführt Anschaffung der Orgel Für den Gottesdienst war es ein besonderes Bedürfniß die Anschaffung einer Kirchenorgel zu versuchen Die Kirche hatte keine Mittel dazu die Beiträge mußten aus milden Gaben
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5c.html (2016-05-02)

  • Historische Texte: Ausschnitte aus dem Bericht des Pfarrers Fittbogen
    Westphalen zog Auf ihn folgte nach einem kürzeren Interimisticum Lehrer Mohr der vorher in Saal Lehrer an der dortigen II Classe gewesen war Der Nachfolger des P Mehl in Pantlitz wurde der Lehrer Auguste Schulz früher in Elmenhorst Auf den Lehrer Wiedemann dessen Emeritirung erst im Herbst 1880 erfolgte folgte des vorgenannten Bruder Theodor Schulz früher Lehrer auf Rügen Situation der Gemeinde fehlender Mittelstand Für einen Pastor der aus der Mark nach Neu Vorpommern kommt ist es nicht leicht sich an die hiesigen Verhältnisse zu gewöhnen Dort hatte ich meist geschlossene Dörfer hier nur Güter Dort gehörten zur Gemeinde Leute der verschiedensten Stände Gutsbesitzer Bauern kleinere Eigenthümer und Handwerker Tagelöhner zum Theil frei bald hier bald da Arbeit suchend hier besteht die Gemeinde eigentlich nur aus Herren und aus Dienenden ein Mittelstand fehlt ganz Die Bauern welche hier laut der Matrikeln und der Kirchenbücher früher gewesen sind haben ihre Ländereien an die Rittergüter abgetreten und sind fast spurlos verschwunden In Ahrenshagen stand in den ersten Jahren meiner Amtsführung nicht weit von der Küsterei noch ein Kathen der alte Kathen genannt der aus der Bauernzeit stammte Aber der Zahn der Zeit hatte ihn zernagt als seine letzten aus der Bauernzeit stammenden Bewohner die Geschwister Wendland ihn verlassen hatten mußte er abgebrochen werden Kirchliche Situation durch Fluktuation und Abwanderung beeinträchtigt Es wurde dem Pastor schwer in der weit ausgedehnten Gemeinde bekannt zu werden und besonders schwer war es den Tagelöhnern näher zu treten Auf den alten adligen Gütern wo die Herrschaft selber ihren Sitz hatte war dies noch am leichtesten da hier im Laufe der Jahre am wenigsten Veränderungen eintraten Selbst in den Jahren in welchen die Auswanderung nach Amerika sehr stark war 1882 wanderten aus dem Kirchspiel 70 80 Personen aus blieb Daskow von diesem Zuge nach Amerika unberührt aus Behrenshagen wanderten nur zwei Familien aus Dagegen war der Wechsel der Tagelöhne auf den meisten anderen Gütern um so größer Das Mißtrauen welches die Leute zum größeren Teil gegen ihre Herren hatten übertrugen sie auch auf die Kirche und den Pastor Von Anfang an ist der Kirchenbesuch der Tagelöhner ein schlechter gewesen Und ich kann leider nicht sagen daß derselbe sich wesentlich gehoben hat Ja er scheint nach der starken Auswanderung der letzten Jahre gerade in Ahrenshäger Kirchspiels sich noch verschlechtert zu haben denn aus diesem sind am meisten Gemeindeglieder ausgewandert und leider meist die besseren Elemente Besser war der Kirchenbesuch der Eingepfarrten der Gutsherrn und Gutspächter Mit wenigen Ausnahmen gingen dieselben ihren Leuten mit gutem Beispiel voran Wirklich volle Kirchen habe ich nur an Festtagen bei den Confirmationen und sonstigen feierlichen Veranlassungen gehabt An den gewöhnlichen Sonntagen habe ich oft mit Seufzen die Kanzel bestiegen und um Freudigkeit zum Auftun des Mundes bitten müssen Ich kann jedoch nicht sagen daß ich eigentlicher Feindschaft gegen das Wort Gottes begegnet bin Im Gegenteil habe ich bei Hausbesuchen besonders beim Besuch der Kranken stets freundliche Aufnahme und williges Entgegenkommen gefunden Leider waren diese Besuche durch die weiten Entfernungen und die oft sehr schlechten
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5d.html (2016-05-02)

  • Historische Texte: Bericht des Pfarrers Taege zur Gemeindesituation
    Wismar Tempel Herrn von Zanthier auf Pütnitz gehörig wird administrirt durch Herrn Schmidt So sind auf allen den Güter nur wenig herrschaftliche Familien Kirchliche Situation Das Amt hat hier seine besonderen Schwierigkeiten durch lokale und soziale Verhältnisse Die weiten Wege erschweren die spezielle Seelsorge sehr und die schlechten Wege hindern den Kirchenbesuch oft und erschweren den Dienst in Pantlitz oft außerordentlich Zerbrochene Wagen zeugen oft davon Bei rund 700 Seelen betrug der durchschnittliche Kirchenbesuch in Ahrenshagen 35 in Pantlitz bei kaum 600 Seelen etwa 30 An Festtagen das 4 bis 5fache davon Communionen am Charfreitag erreichten in jeder Kirche bisweilen 100 Communicanten Ich bin allen Leuten nahe getreten und glaube das Vertrauen der Gemeinde zu besitzen aber an manchen traurigen Verhältnissen Gewissenloseste Sonntagsentheiligung Unzucht unkirchlichkeit der Knechte habe ich leider nichts ändern können Es wird die Zeit bald kommen müssen daß die Natural der Tagelöhner von denselben nicht mehr mühsam am Sonntag erworben werden müssen sondern mit in die Woche als Gutsarbeit wird übernommen werden wenn nicht die Socialdemokratie bald Boden in sonst noch gut gearteter Landbevölkerung finden soll Weggang aus wirtschaftlichen Gründen Hier sind uns noch 4 Kinder geboren 3 Söhne und 1 Tochter Die Schwierigkeiten und Kostspieligkeit die Kinder mit der erforderlichen Ausbildung zu versehen und in städtische Pensionen zu bringen ließ mich so schwer es mir wurde den Versuch machen um das durch Todesfall vakant gewordene erste Pfarramt an St Nikolai in Anklam zu bewerben Besonders auf Anrathen getreuer Freunde that ich den Schritt Dort in Anklam ganz unbekannt wurde ich durch die Wahl der Bürger unter 46 Mitbewerbern mit großer Majorität gewählt u ich habe im Vertrauen gegen den Herrn die Wahl angenommen Der Abschied von hier zum 1 April 1894 wird mir sehr schwer da ich weiß daß die Gemeinde mich lieb hat vornehmen u
    http://www.khirte.de/ahrenshagen/ahr5g.html (2016-05-02)