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  • Von der Freiheit eines Christenmenschen, Martin Luther 1520
    welchem Grund dem Glauben billig so viel zugeschrieben wird daß er alle Gebote erfüllet und ohne alle andern Werke fromm macht Denn du siehst hier daß er das erste Gebot erfüllet alleine wo geboten wird Du sollst deinen Gott ehren Wenn du nun eitel gut Werk wärest bis auf die Fersen so wärest du dennoch nicht fromm und gäbest Gott noch keine Ehre und also erfülltest du das allererste Gebot nicht Denn Gott kann nicht geehret werden ihm werde denn Wahrheit und alles Gute zugeschrieben wie er denn wahrlich ist Das tun aber keine guten Werke sondern allein der Glaube des Herzens Darum ist er allein die Gerechtigkeit des Menschen und aller Gebote Erfüllung Denn wer das erste Hauptgebot erfüllet der erfüllet gewißlich und leichtlich auch alle andern Gebote Die Werke aber sind tote Dinge können nicht ehren noch loben Gott wiewohl sie mögen geschehenlassen sich tun Gott zu Ehren und Lobe Aber wir suchen hier den der nicht getan wird wie die Werke sondern den Selbsttäter und Werkmeister der Gott ehret und die Werke tut Das ist niemand denn der Glaube des Herzens der ist das Haupt und das ganze Wesen der Frommheit Darum es eine gefährliche finstere Rede ist wenn man lehret die Gebote Gottes mit Werken zu erfüllen während die Erfüllung vor allen Werken durch den Glauben muß geschehen sein und die Werke folgen nach der Erfüllung wie wir hören werden ierzehntens ist weiter zu sehen was wir in Christo haben und wie groß Gut sei ein rechter Glaube Es ist zu wissen daß vor und in dem alten Testament Gott sich auszog auswählte und vorbehielt alle erste männliche Geburt von Menschen und Tieren 2 Mose 13 2 u 4 Mose 8 17 und die erste Geburt war köstlich und hatte zwei große Vorteile vor allen andern Kindern nämlich die Herrschaft und Priesterschaft oder Königreich und Priestertum also daß auf Erden das erste geborene Knäblein war ein Herr über alle seine Brüder und ein Pfaffe oder Papst vor Gott Durch dieses Gleichnis wird bedeutet Jesus Christus der eigentlich dieselbe erste männliche Geburt ist Gottes des Vaters von der Jungfrau Maria Darum ist er ein König und Priester doch geistlich denn sein Reich ist nicht irdisch noch in irdischen sondern in geistlichen Gütern als da sind Wahrheit Weisheit Friede Freude Seligkeit usw Damit aber ist nicht ausgenommen zeitlich Gut denn es sind ihm alle Dinge unterworfen im Himmel Erde und Hölle wiewohl man ihn nicht sieht das macht weil er geistlich unsichtbar regiert Also auch sein Priestertum nicht in den äußerlichen Gebärden und Kleidern besteht wie wir bei den Menschen sehen sondern es besteht im Geist unsichtbar also daß er vor Gottes Augen ohne Unterlaß für die Seinen steht und sich selbst opfert und alles tut was ein frommer Priester tun soll Er bittet für uns wie St Paulus Römer 8 34 sagt ebenso lehret er uns inwendig im Herzen welches sind zwei eigentliche rechten Ämter eines Priesters denn also bitten und lehren auch äußerliche menschliche zeitliche Priester ünfzehntens Wie nun Christus die erste Geburt hat mit ihrer Ehre und Würdigkeit also teilet er sie mit allen seinen Christen daß dieselben durch den Glauben auch alle müssen Könige und Priester sein mit Christo wie St Petrus 1 Petr 2 9 sagt Ihr seid ein priesterlich Königreich und ein königlich Priestertum Und das geht also zu daß ein Christenmensch durch den Glauben so hoch erhoben wird über alle Dinge daß er aller Dinge geistlich Herr wird denn es kann ihm kein Ding nicht schaden zur Seligkeit Ja es muß ihm alles untertan sein und helfen zur Seligkeit wie St Paulus Röm 8 28 lehret Alle Dinge müssen helfen den Auserwählten zu ihrem Besten es sei Leben Sterben Sünde Frommheit Gutes oder Böses wie es auch heißen mag ferner 1 Kor 3 21 f Alle Dinge sind euer es sei das Leben oder der Tod gegenwärtig oder zukünftig usw Nicht daß wir aller Dinge leiblich mächtig sind sie zu besitzen oder zu brauchen wie die Menschen auf Erden denn wir müssen sterben leiblich und kann niemand dem Tod entfliehen ebenso müssen wir auch viel andern Dingen unterliegen wie wir an Christo und seinen Heiligen sehen Denn dies ist eine geistliche Herrschaft die da regieret in der leiblichen Unterdrückung das ist ich kann mich an allen Dingen bessern nach der Seele daß auch der Tod und Leiden mir müssen dienen zur Seligkeit Das ist eine gar hohe herrliche Würdigkeit und eine rechte allmächtige Herrschaft ein geistlich Königreich da kein Ding ist so gut so böse es muß mir dienen zum Guten so ich glaube und ich bedarf sein doch nicht sondern mein Glaube ist mir genugsam Siehe wie ist das eine köstliche Freiheit und Gewalt der Christen echzehntens Überdies sind wir Priester das ist noch viel mehr denn König sein darum weil das Priestertum uns würdig macht vor Gott zu treten und für andere zu bitten Denn vor Gottes Augen zu stehn und zu bitten gebührt niemand denn den Priestern Also hat uns Christus ausgewirkt für uns erwirkt daß wir können geistlich vor einander treten und bitten wie ein Priester vor das Volk leiblich tritt und bittet Wer aber nicht glaubt an Christum dem dient kein Ding zum Guten er ist ein Knecht aller Dingen muß sich aller Dinge ärgern Dazu ist sein Gebet nicht angenehm kommt auch nicht vor Gottes Augen Wer mag nun ausdenken die Ehre und Höhe eines Christenmenschen Durch sein Königreich ist er aller Dinge mächtig durch sein Priestertum ist er Gottes mächtig denn Gott tut was er bittet und will wie da steht geschrieben im Psalter Psalm 145 19 Gott tut den Willen derer die ihn fürchten und erhöret ihr Gebet zu welchen Ehren sie nur allein durch den Glauben und durch kein Werk kommen Daraus sieht man klar wie ein Christenmensch frei ist von allen Dingen und über alle Dinge also daß er keiner guten Werke dazu bedarf daß er fromm und selig sei sondern der Glaube bringt s ihm alles überflüssig Und wo er so töricht wäre und meinte durch ein gutes Werk fromm frei selig oder Christ zu werden so verlöre er den Glauben mit allen Dingen gleichwie der Hund der ein Stück Fleisch im Mund trug und nach dem Schemen Schatten Trugbild im Wasser schnappte damit Fleisch und Schemen verlor iebzehntens Fragst du was ist denn für ein Unterschied zwischen den Priestern und Laien in der Christenheit so sie alle Priester sind Antwort Es ist dem Wörtlein Priester Pfaffe geistlich und desgleichen Unrecht geschehen daß sie von dem gemeinen Haufen sind gezogen auf den kleinen Haufen den man jetzt nennet geistlichen Stand Die Heilige Schrift gibt keinen andern Unterschied denn daß sie die Gelehreten und Geweiheten nennet ministros servos oeconomos das ist Diener Knechte Schaffner Verwalter die da sollen den andern Christum Glauben und christliche Freiheit predigen Denn obwohl wir alle gleich Priester sind so können wir doch nicht alle dienen oder schaffen verwalten und predigen Also sagt St Paulus 1 Kor 4 1 Wir wollen für nichts mehr von den Leuten gehalten sein denn Christi Diener und Schaffner des Evangelii Aber nun ist aus der Schaffnerei geworden eine solch weltliche äußerliche prächtige furchtsame Herrschaft und Gewalt daß ihr die rechte weltliche Macht in keinem Wege kann gleichen gerade als wären die Laien etwas anderes als Christenleute womit hin weg genommen ist der ganze Sinn christlicher Gnade Freiheit Glaubens und alles was wir von Christo haben und Christus selbst wir haben dafür überkommen viel Menschen Gesetz und Werk sind ganz Knechte geworden der alleruntüchtigsten Leute auf Erden chtzehntens Aus dem allem lernen wir daß es nicht genug sei gepredigt wenn man Christus Leben und Werk obenhin und nur als eine Historie und Chronikengeschichte predigt geschweige denn so man sein gar schweigt und das geistliche Recht oder andere Menschen Gesetze und Lehren predigt Es sind auch viele die Christum also predigen und lesen daß sie ein Mitleiden über ihn haben mit den Juden zürnen oder sonst mehr kindische Weise darinnen üben Aber er soll und muß also gepredigt sein daß mir und dir der Glaube draus erwachse und erhalten werde welcher Glaube dadurch erwächst und erhalten wird wenn mir gesagt wird warum Christus gekommen sei wie man sein brauchen und genießen soll was er mir gebracht und gegeben hat das geschieht dort wo man recht auslegt die christliche Freiheit die wir von ihm haben und wie wir Könige und Priester sind aller Dinge mächtig Und alles was wir tun das sei vor Gottes Augen angenehm und erhöret wie ich bisher gesagt habe Denn wo ein Herz also Christum höret das muß fröhlich werden von ganzem Grunde Trost empfangen und süß werden gegen Christus ihn wiederum lieb zu haben Dahin es nimmermehr mit Gesetzen oder Werken kommen kann Denn wer will einem solchen Herzen Schaden tun oder es erschrecken Fällt die Sünde und der Tod daher so glaubt es Christus Frommheit sei sein und seine Sünden seien nimmer sein sondern Christi so muß die Sünde verschwinden vor Christus Frommheit in dem Glauben wie droben gesagt ist und das Herz lernet mit dem Apostel 1 Kor 15 55 ff dem Tod und der Sünde Trotz zu bieten und sagen Wo ist nun du Tod dein Sieg Wo ist nun Tod dein Spieß Dein Spieß ist die Sünde Aber Gott sei Lob und Dank der uns hat gegeben den Sieg durch Jesum Christum unsern Herrn Und der Tod ist ersäuft in seinem Sieg usw eunzehntens Das sei nun genug gesagt von dem innerlichen Menschen von seiner Freiheit und der Hauptgerechtigkeit welche keines Gesetzes noch guten Werks bedarf ja es ist ihr schädlich so jemand dadurch gerechtfertigt zu werden sich wollte vermessen Nun kommen wir auf s andere Teil auf den äußerlichen Menschen Hier wollen wir antworten allen denen die sich ärgern aus den vorigen Reden und pflegen zu sprechen Ei so denn der Glaube alle Dinge ist und gilt allein genugsam um fromm zu machen warum sind denn die guten Werke geboten So wollen wir guter Dinge sein und nichts tun Nein lieber Mensch nicht also Es wäre wohl also wenn du ganz allein ein innerlicher Mensch wärest und ganz geistlich und innerlich geworden welches nicht geschieht bis am jüngsten Tag Es ist und bleibt auf Erden nur ein Anheben und Zunehmen welches wird in jener Welt vollbracht Daher heißt s der Apostel Römer 8 23 primitias spiritus das sind die ersten Früchte des Geistes darum gehört hierher was droben gesagt ist Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan das ist so viel wie Wo er frei ist darf er nichts tun wo er Knecht ist muß er allerlei tun Wie das zugehe wollen wir sehen wanzigstens Obwohl der Mensch innwendig nach der Seele hin durch den Glauben genugsam gerechtfertigt und alles hat was er haben soll ohne daß derselbe Glaube und das Genug muß immer zunehmen bis in jenes Leben so bleibt er doch noch in diesem leiblichen Leben auf Erden und muß seinen eigenen Leib regieren und mit Leuten umgehen Da heben sich nun die Werke an Hier muß er nicht müßig gehn da muß fürwahr der Leib mit Fasten Wachen Arbeiten und in allem mäßige Zucht getrieben und geübt sein daß er dem innerlichen Menschen und dem Glauben gehorsam und gleichförmig werde nicht hindere noch widerstrebe wie seine Art ist wo er nicht gezwungen wird Denn der innerliche Mensch ist mit Gott eins fröhlich und lustig um Christus willen der ihm so viel getan hat und besteht alle seine Lust darin daß er widerum Gott auch umsonst möchte dienen in freier Liebe Doch findet er in seinem Fleisch einen widerspenstigen Willen der will der Welt dienen und suchen was ihn gelüstet Das mag der Glaube nicht leiden und legt sich mit Lust an seinen Hals ihn zu dämpfen und ihm zu wehren wie St Paulus sagt Römer 7 22 f Ich habe eine Lust zu Gottes Willen nach meinem innern Menschen doch finde ich einen andern Willen in meinem Fleisch der will mich mit Sünden gefangen nehmen Ferner 1 Kor 9 27 Ich züchtige meinen Leib und treibe ihn zu Gehorsam damit ich nicht selbst verwerflich werde der ich die andern lehren soll Ferner Gal 5 24 Alle die Christo angehören die kreuzigen ihr Fleisch mit seinen bösen Lüsten inundzwanzigstens Aber dieselben Werke müssen nicht geschehen in der Meinung daß dadurch der Mensch fromm werde vor Gott denn die falsche Meinung kann der Glaube nicht leiden der allein ist und sein muß die Frommheit vor Gott sondern nur in der Meinung daß der Leib gehorsam werde und gereinigt von seinen bösen Lüsten und das Auge nur sehe auf die bösen Lüste sie auszutreiben Denn dieweil die Seele durch den Glauben rein ist und Gott liebet wollte sie gern daß auch alle Dinge rein wären besonders ihr eigener Leib und jedermann Gott mit ihr liebte und lobte So geschieht s daß der Mensch seines eigenen Leibes halben nicht kann müßig gehen und muß viel guter Werke darob üben daß er ihn zwinge und doch sind die Werke nicht das rechte Gutsein davon er fromm und gerecht sei vor Gott sondern er tue sie aus freier Liebe umsonst Gott zu gefallen und suche darin und sehe auf nichts anderes denn daß es Gott also gefällt dessen Willen er gerne täte auf s allerbeste Daraus denn ein jeglicher kann selbst nehmen Maß und Bescheidenheit den Leib zu kasteien denn er fastet wachet arbeitet so viel wie er sieht daß dem Leib Not nötig ist seinen Mutwillen zu dämpfen Die andern aber die da meinen mit Werken fromm zu werden haben keine Acht auf die Kasteiung sondern sehen nur auf die Werke und meinen wenn sie derselben nur viele und große tun so sei es wohl getan und sie würden fromm sie zerbrechen zuweilen die Köpfe und verderben ihre Leiber darüber Das ist eine große Torheit und Unverstand christlichen Lebens daß sie ohne Glauben durch Werke fromm und selig werden wollen weiundzwanzigstens Daß wir davon etliche Gleichnisse geben soll man die Werke eines Christenmenschen der durch seinen Glauben und aus reinen Gnaden Gottes umsonst ist gerechtfertigt und selig worden nicht anders achten als wie die Werke Adams und Evä im Paradies gewesen wären davon 1 Mose 21 15 steht geschrieben daß Gott den geschaffenen Menschen setzte in s Paradies das er dasselbe bearbeiten und hüten sollte Nun war Adam von Gott fromm und wohl geschaffen ohne Sünde daß er durch sein Arbeiten und Hüten nicht brauchte fromm und gerechtfertigt zu werden doch daß er nicht müßig ginge gab ihm Gott zu schaffen das Paradies zu pflanzen zu bauen und bewahren Diese wären eitel freie Werke gewesen um keines Dings willen getan denn allein Gott zu gefallen und nicht um Frommheit zu erlangen die er zuvor hatte welche uns auch allen natürlich wäre angeboren gewesen Also auch eines gläubigen Menschen Werk welcher durch seinen Glauben ist wiederum in s Paradies gesetzt und von neuem geschaffen er bedarf keiner Werke fromm zu werden sondern daß er nicht müßig gehe und seinen Leib anstrenge und bewahre darum allein sind ihm solche freien Werke zu tun befohlen und damit er Gott gefalle Ebenso gleichwie einen geweiheten Bischof wenn er Kirchen weihet firmt oder sonst seines Amtes Werk übet dieselben Werke nicht zu einem Bischof machen ja wenn er nicht zuvor zum Bischof geweihet wäre so taugte derselben Werke keines und wäre eitel Narrenwerk also wird ein Christ der durch den Glauben geweihet gute Werke tut durch dieselben nicht besser oder mehr geweihet was nichts denn des Glaubens Mehrung tut zu einem Christen ja wenn er nicht zuvor glaubte und Christ wäre so gälten alle seine Werke nichts sondern wären eitel närrische sträfliche verdammliche Sünde reiundzwanzigstens Drum sind die zwei Sprüche wahr Gute fromme Werke machen nimmermehr einen guten frommen Mann sondern ein guter frommer Mann macht gute fromme Werke böse Werke machen nimmermehr einen bösen Mann sondern ein böser Mann macht böse Werke also daß allerwegen zuerst die Person muß gut und fromm sein vor allen guten Werken und gute Werke folgen und ausgehen von der frommen guten Person gleichwie Christus sagt Matth 7 18 Ein böser Baum trägt keine gute Frucht ein guter Baum trägt keine böse Frucht Nun ist s offenbar daß die Früchte nicht den Baum tragen so wachsen auch die Bäume nicht auf den Früchten sondern widerum die Bäume tragen die Früchte und die Früchte wachsen auf den Bäumen Wie nun die Bäume müssen früher sein denn die Früchte und die Früchte die Bäume nicht zu guten oder bösen machen sondern die Bäume machen die Früchte also muß der Mensch in der Person zuvor fromm oder böse sein ehe er gute oder böse Werke tut und seinen Werke machen ihn nicht gut oder böse sondern er macht gute oder böse Werke Desgleichen sehen wir in allen Handwerken Ein gutes oder böses Haus macht keinen guten oder bösen Zimmermann sondern ein guter oder böser Zimmermann macht ein gutes oder böses Haus kein Werk macht einen Meister darnach das Werk ist sondern wie der Meister ist darnach ist sein Werk auch Also sind die Werke des Menschen auch wie es mit ihm steht im Glauben oder Unglauben darnach sind seine Werke gut oder böse und nicht widerum wie seine Werke stehn darnach sei er fromm oder gläubig Die Werke gleich wie sie nicht gläubig machen so machen sie auch nicht fromm aber der Glaube gleich wie er fromm macht so macht er auch gute Werke So denn die Werke niemand fromm machen und der Mensch zuvor muß fromm sein ehe er Werke tut so ist offenbar daß allein der Glaube aus lautern Gnaden durch Christum und sein Wort die Person genugsam fromm und selig machet und daß kein Werk kein Gebot einem Christen not sei zur Seligkeit sondern er frei ist von allen Geboten und aus lauter Freiheit umsonst tut was er tut ohne damit zu suchen seinen Nutz oder Seligkeit denn er ist schon satt und selig durch seinen Glauben und Gottes Gnaden sondern nur um Gott darinnen zu gefallen ierundzwanzigstens Widerum dem der ohne Glauben
    http://www.khirte.de/wuerde/freiheit.html (2016-05-02)


  • Bonhoeffer-Zitate zum Thema: Würde des Menschen
    16 Wer lernen will zu dienen der muß zuerst lernen gering von sich selbst zu denken Niemand halte weiter von sich denn sich gebührt zu halten Römer 12 3 Sich selbst recht kennen und gering von sich denken zu lernen das ist die höchste und nützlichste Aufgabe Nichts aus sich selber machen und dagegen stets von anderen eine gute Meinung haben das ist große Weisheit und Vollkommenheit Thomas a Kempis Haltet euch nicht selbst für klug Römer 12 17 Nur wer aus der Vergebung seiner Schuld in Jesus Christus lebt wird in rechter Weise gering von sich denken der wird wissen daß seine Klugheit hier ganz an ihr Ende kam als Christus ihm vergab der erinnert sich der Klugheit der ersten Menschen die wissen wollten was gut und böse ist und in dieser Klugheit umkamen Der erste aber der auf dieser Erde geboren wurde war Kain der Brudermörder Das ist die Frucht der Klugheit des Menschen Weil der Christ sich nicht mehr selbst für klug halten kann darum wird er auch von seinen eigenen Plänen und Absichten gering denken er wird wissen daß es gut ist daß der eigene Wille gebrochen wird in der Begegnung mit dem Nächsten Er wird bereit sein den Willen des Nächsten für wichtiger und dringlicher zu halten als den eigenen Was schadet es wenn der eigene Plan durchkreuzt wird Ist es nicht besser dem Nächsten zu dienen als den eigenen Willen durchzusetzen Aber nicht nur der Wille sondern auch die Ehre des Adern ist wichtiger als meine eigene Wie könnt ihr glauben die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre die von Gott allein ist suchet ihr nicht Johannes 5 44 Das Verlangen nach eigener Ehre hindert den Glauben Wer eigene Ehre sucht der sucht schon nicht mehr Gott und den Nächsten Was schadet es wenn mir Unrecht widerfährt Habe ich nicht härtere Strafe von Gott verdient wenn Gott nicht nach seiner Barmherzigkeit mit mir handelte Geschieht mir nicht auch im Unrecht tausendmal Recht Muß es nicht nützlich und gut sein zur Demut daß ich schweigend und geduldig so geringe Übel ertragen lerne Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist Prediger 7 8 Wer aus der Rechtfertigung aus Gnaden lebt der ist bereit auch Beleidigungen und Kränkungen ohne Protest sondern aus Gottes strafender und gnädiger Hand hinzunehmen Es ist kein gutes Zeichen wenn man Derartiges nicht mehr hören und ertragen kann ohne alsbald daran zu erinnern daß doch auch Paulus z B auf seinem Recht als Römer bestanden habe und daß Jesus dem der ihn schlug antwortete Warum schlägst du mich Johannes l8 23 Es wird jedenfalls keiner von uns wirklidi so handeln wie Jesus und Paulus der nicht vorher gelernt hat wie diese unter Kränkung und Schmach zu schweigen Die Sünde der Empfindlichkeit die in der Gemeinschaft so rasch aufblüht zeigt immer wieder wieviel falsche Ehrsucht und das heißt doch wieviel Unglaube noch in der Gemeinschaft lebt Schließlich muß noch ein Äußerstes gesagt werden Sich nicht für klug halten sich herunterhalten zu den Niedrigen heißt ohne Phrase und in aller Nüchternheit Sich selbst für den größten Sünder halten Das erregt den ganzen Widerspruch des natürlichen Menschen aber auch den des selbstbewußten Christen Es klingt wie eine Übertreibung wie eine Unwahrhaftigkeit Und doch hat Paulus selbst von sich gesagt daß er der vornehmlichste d h der größte Sünder sei l Timotheus l 15 und zwar gerade dort wo er von seinem Dienst als Apostel spricht Es kann keine echte Sündenerkenntnis geben die mich nicht in diese Tiefe hinabführte Erscheint mir meine Sünde noch irgendwie im Vergleich zu Sünden anderer geringer weniger verwerflich dann erkenne ish überhaupt noch nicht meine Sünde Meine Sünde ist notwendig die allergrößte die allerschwerste und verwerflichste Für die Sünden der Andern findet ja die brüderliche Liebe so viele Entschuldigungen nur für meine Sünde gibt es gar keine Entschuldigung Darum ist sie die schwerste Bis in diese Tiefe der Demut muß hinab wer dem Bruder in der Gemeinschaft dienen will Wie könnte ich auch dem in ungeheuchelter Demut dienen dessen Sünde mir ganz ernsthaft schwerer erschiene als meine eigene Muß ich mich nicht über ihn erheben darf ich denn für ihn noch Hoffnung haben Es wäre geheuchelter Dienst Glaube nicht daß du einen Schritt weit gekommen bist im Werke der Heiligung wenn du es nicht tief fühlst daß du geringer bist als alle andern Thomas a Kempis Wie wird nun der rechte brüderliche Dienst in der christlichen Gemeinschaft getan Wir sind heute leicht geneigt hier schnell zu antworten daß der einzig wirkliche Dienst am Nächsten der Dienst mit dem Worte Gottes sei Es ist wahr daß kein Dienst diesem gleich kommt daß vielmehr jeder andere Dienst auf ihn ausgerichtet ist Dennoch besteht eine christliche Gemeinschaft nicht nur aus Predigern des Wortes Der Mißbrauch könnte ungeheuerlich werden wenn hier einige andere Dinge übersehen würden Der erste Dienst den einer dem andern in der Gemeinschaft schuldet besteht darin daß er ihn anhört Wie die Liebe zu Gott damit beginnt daß wir sein Wort hören so ist es der Anfang der Liebe zum Bruder daß wir lernen auf ihn zu hören Es ist Gottes Liebe zu uns daß er uns nicht nur sein Wort gibt sondern uns auch sein Ohr leiht So ist es sein Werk das wir an unserem Bruder tun wenn wir lernen ihm zuzuhören Christen besonders Prediger meinen so oft sie müßten immer wenn sie mit andern Menschen zusammen sind etwas bieten das sei ihr einziger Dienst Sie vergessen daß Zuhören ein größerer Dienst sein kann als Reden Viele Menschen suchen ein Ohr das ihnen zuhört und sie finden es unter den Christen nicht weil diese auch dort reden wo sie hören sollten Wer aber seinem Bruder nicht mehr zuhören kann der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören sondern er wird auch vor Gott immer nur reden Hier fängt der Tod des geistlichen Lebens an und zuletzt bleibt nur das geistliche Geschwätz die pfäffische Herablassung die in frommen Worten erstickt Wer nicht lange und geduldig zuhören kann der wird am Andern immer vorbeireden und es selbst schließlich gar nicht mehr merken Wer meint seine Zeit sei zu kostbar als daß er sie mit Zuhören verbringen dürfte der wird nie wirklich Zeit haben für Gott und den Bruder sondern nur immer für sich selbst für seine eigenen Worte und Pläne Wer nicht lange und geduldig zuhören kann der wird am Andern immer vorbeireden und es selbst schließlich gar nicht mehr merken Wer meint seine Zeit sei zu kostbar als daß er sie mit Zuhören verbringen dürfte der wird nie wirklich Zeit haben für Gott und den Bruder sondern nur immer für sich selbst für seine eigenen Worte und Pläne Brüderliche Seelsorge unterscheidet sich von der Predigt wesentlich dadurch daß zum Auftrag des Wortes hier der Auftrag zum Hören hinzutritt Es gibt auch ein Zuhören mit halben Ohren in dem Bewußtsein doch schon zu wissen was der Andere zu sagen hat Es ist das ungeduldige unaufmerksame Zuhören das den Bruder verachtet und nur darauf wartet bis man endlich selbst zu Worte kommt und damit den Andern los wird Das ist keine Erfüllung unseres Auftrages und es ist gewiß daß sich auch hier in unserer Stellung zum Bruder nur unser Verhältnis zu Gott widerspiegelt Es ist kein Wunder daß wir den größten Dienst des Zuhörens den Gott uns aufgetragen hat nämlich das Hören der Beichte des Bruders nicht mehr zu tun vermögen wenn wir in geringeren Dingen dem Bruder unser Ohr versagen Die heidnische Welt weiß heute etwas davon daß einem Menschen oft allein dadurch geholfen werden kann daß man ihm ernsthaft zuhört sie hat auf dieser Erkenntnis eine eigene säkulare Seelsorge aufgebaut die den Zustrom der Menschen auch der Christen findet Die Christen aber haben vergessen daß ihnen das Amt des Hörens von dem aufgetragen ist der selbst der große Zuhörer ist und an dessen Werk sie teilhaben sollen Mit den Ohren Gottes sollen wir hören damit wir mit dem Worte Gottes reden können Der zweite Dienst den in einer christlichen Gemeinschaft einer dem andern tun soll ist die tätige Hilfsbereitschaf t Dabei ist zunächst an die schlichte Hilfe in kleinen und äußeren Dingen gedacht Es gibt deren eine große Zahl in jedem Gemeinschaftsleben Keiner ist für den geringsten Dienst zu gut Die Sorge um den Zeitverlust den eine so geringe und äußerliche Hilfeleistung mit sich bringt nimmt meist die eigene Arbeit zu wichtig Wir müssen bereit werden uns von Gott unterbrechen zu lassen Gott wird unsere Wege und Pläne immer wieder ja täglich durchkreuzen indem er uns Menschen mit ihren Ansprüchen und Bitten über den Weg schickt Wir können dann an ihnen vorübergehen beschäftigt mit den Wichtigkeiten unseres Tages wie der Priester an dem unter die Räuber Gefallenen vorüberging vielleicht in der Bibel lesend Wir gehen dann an dem sichtbar in unserem Leben aufgerichteten Kreuzeszeichen vorüber das uns zeigen will daß nicht unser Weg sondern Gottes Weg gilt Es ist eine seltsame Tatsache daß gerade Christen und Theologen ihre Arbeit oft für so wichtig und dringlich halten daß sie sich darin durch nichts unterbrechen lassen wollen Sie meinen damit Gott einen Dienst zu tun und verachten dabei den krummen und doch geraden Weg Gottes Gottfried Arnold Sie wollen von dem durchkreuzten Menschenweg nichts wissen Es gehört aber zur Schule der Demut daß wir unsere Hand nicht schonen wo sie einen Dienst verrichten kann und daß wir unsere Zeit nicht in eigene Regie nehmen sondern sie von Gott füllen lassen Im Kloster nimmt das Gehorsamsgelübde gegen den Abt dem Mönch das Verfügungsrecht über seine Zeit Im evangelischen Gemeinschaftsleben tritt der freie Dienst am Bruder an die Stelle des Gelübdes Nur wo die Hände sich für das Werk der Liebe und der Barmherzigkeit in täglicher Hilfsbereitschaft nicht zu gut sind kann der Mund das Wort von der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes freudig und glaubwürdig verkündigen Wir sprechen drittens von dem Dienst der im Tragen des Andern besteht Einer trage des andern Last so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen Galater 6 2 So ist das Gesetz Christi ein Gesetz des Tragens Tragen ist ein Erleiden Der Bruder ist dem Christen eine Last gerade dem Christen Dem Heiden wird der Andere gar nicht erst zur Last Er geht jeder Belastung durch ihn aus dem Wege der Christ muß die Last des Bruders tragen Er muß den Bruder erleiden Nur als Last ist der Andere wirklich Bruder und nicht beherrschtes Objekt Die Last der Menschen ist Gott selbst so schwer gewesen daß er unter ihr ans Kreuz mußte Gott hat die Menschen am Leibe Jesu Christi wahrhaftig erlitten So aber hat er sie getragen wie eine Mutter ihr Kind wie ein Hirte das verlorene Lamm Gott nahm die Menschen an da drückten sie ihn zu Boden aber Gott blieb bei ihnen und sie bei Gott Im Erleiden der Menschen hat Gott Gemeinschaft mit ihnen gehalten Es ist das Gesetz Christi das im Kreuz in Erfüllung ging An diesem Gesetz bekommen die Christen teil Sie sollen den Bruder tragen und erleiden aber was wichtiger ist sie können nun auch den Bruder tragen unter dem erfüllten Gesetz Christi Auffallend oft spricht die Schrift vom Tragen Sie vermag mit diesem Wort das ganze Werk Jesu Christi auszudrükken Fürwahr er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen die Strafe lag auf ihm auf daß wir Frieden hätten Jesaja 53 4 Sie kann darum auch das ganze Leben der Christen als Tragen des Kreuzes bezeichnen Es ist die Gemeinschaft des Leibes Christi die sich hier verwirklicht Es ist die Gemeinschaft des Kreuzes in der einer die Last des andern erfahren muß Erführe er sie nicht so wäre es keine christliche Gemeinschaft Weigerte er sich sie zu tragen so verleugnete er das Gesetz Christi Es ist zuerst die Freiheit des Andern von der wir früher sprachen die dem Christen eine Last ist Sie geht gegen seine Selbstherrlichkeit und doch muß er sie anerkennen Er könnte sich dieser Last entledigen indem er den andern nicht freigäbe sondern vergewaltigte ihm sein Bild aufprägte Läßt er aber Gott sein Bild an ihm schaffen so läßt er ihm damit die Freiheit und trägt selbst die Last solcher Freiheit des andern Geschöpfes Zur Freiheit des Andern gehört all das was wir unter Wesen Eigenart Veranlagung verstehen gehören auch die Schwächen und Wunderlichkeiten die unsere Geduld so hart beanspruchen gehört alles was die Fülle der Reibungen Gegensätze und Zusammenstöße zwischen mir und dem Andern hervorbringt Die Last des Andern tragen heißt hier die geschöpfliche Wirklichkeit des Andern ertragen sie bejahen und in ihrem Erleiden zur Freude an ihr durchdringen Besonders schwer wird das wo Starke und Schwache im Glauben in einer Gemeinschaft verbunden sind Der Schwache richte nicht den Starken der Starke verachte nicht den Schwachen Der Schwache hüte sich vor Hochmut der Starke vor Gleichgültigkeit Keiner suche sein eigenes Recht Fällt der Starke so bewahre der Schwache sein Herz vor Schadenfreude fällt der Schwache so helfe ihm der Starke freundlich wieder auf Einer braucht so viel Geduld wie der Andere Weh dem der allein ist Wenn er fällt so ist keiner da der ihm aufhilft Prediger 4 10 Von diesem Ertragen des Andern in seiner Freiheit spricht wohl auch die Schrift wenn sie ermahnt Vertrage einer den andern Kolosser 3 13 Wandelt mit aller Demut und Sanftmut und Geduld und vertraget einer den anderen in der Liebe Epheser 4 2 Zur Freiheit des Andern kommt ihr Mißbrauch in der Sünde die dem Christen an seinem Bruder zur Last wird Die Sünde des Andern ist noch schwerer zu tragen als seine Freiheit denn in der Sünde wird die Gemeinschaft mit Gott und mit den Brüdern zerrissen Hier erleidet der Christ den Bruch der in Jesus Christus gestifteten Gemeinschaft am Andern Hier aber wird auch im Tragen die große Gnade Gottes erst ganz offenbar Den Sünder nicht verachten sondern tragen dürfen heißt ja ihn nicht verloren geben müssen ihn annehmen dürfen ihm die Gemeinschaft bewahren dürfen durch Vergebung Liebe Brüder so ein Mensch etwa von einer Sünde übereilt würde so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist Galater 6 1 Wie Christus uns als Sünder trug und annahm so dürfen wir in seiner Gemeinschaft Sünder tragen und annehmen zur Gemeinschaft Jesu Christi durch Vergebung der Sünden Wir dürfen die Sünden des Bruders erleiden wir brauchen nicht zu richten Das ist Gnade für den Christen denn welche Sünde geschieht in der Gemeinschaft bei der er sich nicht zu prüfen und anzuklagen hätte auf seine eigene Untreue im Gebet und in der Fürbitte auf seinen Mangel an brüderlichem Dienst an brüderlicher Zurechtweisung und Tröstung ja auf seine persönliche Sünde auf seine geistliche Zuchtlosigkeit mit der er sich der Gemeinschaft und den Brüdern Schaden getan hat Weil jede Sünde des Einzelnen die ganze Gemeinschaft belastet und verklagt darum jauchzt die Gemeinde in allem Schmerz der ihr durch die Sünde des Bruders zugefügt wird und unter aller Last die damit auf sie fällt daß sie gewürdigt ist Sünde zu tragen und zu vergeben Siehe so trägst du sie alle so tragen sie dich wiederum alle und sind alle Dinge gemeinsam gut und böse Luther Den Dienst der Vergebung tut einer dem andern täglich Ohne Worte geschieht er in der Fürbitte füreinander und jedes Glied der Gemeinschaft das in diesem Dienst nicht müde wird darf sich darauf verlassen daß auch ihm dieser Dienst von den Brüdern getan wird Wer selbst trägt weiß sich getragen und nur in dieser Kraft kann er selbst tragen Wo nun der Dienst des Hörens der tätigen Hilfe des Tragens treu getan wird kann auch das Letzte und Höchste geschehen der Dienst mit dem Worte Gottes Es geht hier um das freie nicht an Amt Zeit und Ort gebundene Wort von Mensch zu Mensch Es geht um die in der Welt einzigartige Situation in der ein Mensch dem andern mit menschlichen Worten den ganzen Trost Gottes und die Ermahnung die Güte und den Ernst Gottes bezeugt Dieses Wort ist von unendlichen Gefahren umlauert Ist ihm das rechte Hören nicht vorangegangen wie sollte es dann wirklidi das rechte Wort für den Andern sein Steht es im Widerspruch zur tätigen Hilfsbereitschaft wie könnte es ein glaubwürdiges und wahrhaftiges Wort sein Kommt es nicht aus dem Tragen sondern aus der Ungeduld und dem Geist der Vergewaltigung wie könnte es das befreiende und heilende Wort sein Umgekehrt verstummt gerade dort der Mund leicht wo wirklich gehört gedient getragen worden ist Das tiefe Mißtrauen gegen alles was nur Wort ist erstickt oft das eigene Wort zum Bruder Was kann ein ohnmächtiges Menschenwort an einem andern ausrichten Sollen wir die leeren Reden vermehren Sollen wir wie die geistlichen Routiniers über die wirkliche Not des Andern hinwegreden Was ist gefährlicher als Gottes Wort zum Überfluß zu reden wiederum wer will es verantworten geschwiegen zu haben wo er hätte reden sollen Wieviel leichter ist das geordnete Wort auf der Kanzel als dieses gänzlich freie zwischen der Verantwortung zum Schweigen und zum Reden stehende Wort Zu der Furcht vor der eigenen Verantwortung zum Wort tritt die Furcht vor dem Andern hinzu Was kostet es oft den Namen Jesus Christus selbst einem Bruder gegenüber über die Lippen zu bringen Es vermischt sich auch hier Richtiges und Falsches Wer darf in den Nächsten eindringen Wer hat Anspruch darauf ihn zu stellen zu treffen ihn auf das Letzte hin anzureden Es wäre kein Zeichen großer christlicher Einsicht wollte man hier einfach sagen jeder habe diesen Anspruch ja diese Verpflichtung Der Geist der Vergewaltigung könnte sich hier in bösester Weise wieder einnisten Der Andere hat in der Tat sein eigenes Recht seine eigene Verantwortung und auch seine eigene Pflicht sich gegen unbefugte Eingriffe zu wehren Der Andere hat sein eigenes Geheimnis das nicht angetastet werden darf ohne großen Schaden das er nicht preisgeben darf ohne sich selbst zu zerstören Es ist nicht ein Geheimnis des Wissens oder Fühlens sondern das Geheimnis seiner Freiheit seiner Erlösung seines Seins Und doch liegt diese rechte Erkenntnis in so gefährlicher Nähe des mörderischen Kainswortes Soll ich meines Bruders Hüter sein Genesis 4 9 Die scheinbar geistlich begründete Respektierung der Freiheit des Andern
    http://www.khirte.de/wuerde/bonhoeffer2.html (2016-05-02)

  • Fischer-Vortrag zum Thema: Würde des Menschen
    Leid die in die Christenhäuser insbesondere in die Pfarrhäuser eindringt und dort priesterlich mit gelitten wird zeigt den Stand der Dinge Es ist nicht gut wenn die Kirche an Dinge erinnern muß die der Mann auf der Straße sieht Es ist nicht gut daß die Kirche als Kirche zu konkreten Anlässen sprechen muß durch ihr Predigtamt weil das Dabeisein der Christen in den weltlichen Berufen die vernünftige Regelung offensichtlich nicht erbringt obwohl Ansätze nicht zu übersehen sind Versagen die Christen in den Berufen oder wagen sie nicht die Freiheit zu vernünftigem Rat und nicht den Kampf um vernünftige Reform Wahrnehmung der öffentlichen Verantwortung setzt Freiheit voraus Der Christ hat diese auch wenn sie ihm nicht vergönnt wird Wer aber andere unfrei macht ist durch ihre Unfreiheit selbst nicht mehr recht frei Menschen aber die unfrei gemacht sind können von Gott der das Recht liebhat freigehalten werden Das bekannte Wort daß sich zu Zeiten in denen Freiheit leidet die Besten eines Volkes im Gefängnis treffen sollte daran erinnern daß es keine Ehre wäre wenn die Christen in Gefängnissen fehlten Ihre öffentliche Verantwortung ist nicht geringer als die aller anderen Menschen Es kann Dienst d h gebotener Gehorsam gegen Gottes Gebot sein daß Christen sich ebendort befinden abgesehen von der notwendigen Verkündigung des Evangeliums unter den Elenden die die Kirche oft genug auf diese Weise wahrnehmen muß öffentliche Konflikte zu meiden sollte nicht zum Ehrentitel der Kirche gemacht werden Wo Christus nicht gehorcht sondern geschmäht wird darf die Kirche nicht ungeschmäht bleiben wollen Wer das verstanden hat wird den nötigen Abstand wahren und sich nicht mit denen identifizieren die sich ihrer eigenen Verdienste Doktrinen und Ideologien rühmen Dabei meint das Evangelium keine Verchristlichung der Welt obwohl es den Segen verheißt über gehorsamem Leben in den Geboten Wo sich aber eine christliche Welt ihrer Christlichkeit rühmt hat sich die Kirche fernzuhalten um im Abstand das richtige Augenmaß zurück zugewinnen Es bedarf dann aufmerksamer Aus legung der Heiligen Schrift es bedarf klarer Er kenntnisse der Gebote es bedarf eines Beichtspie gels es bedarf auch vor allem der Erkenntnis vom Vergehen der Welt mit ihrer Lust und vom Kommen Christi zum Gericht wenn die Kirche noch wirklich Kirche für die Welt sein will Denn die Rettung von Menschen steht höher als die problematische Verchristlichung der Welt Das bedeutet kein Infragestellen und Schelten fleißiger Menschenarbeit wohl aber bedeutet es daß Gottes Wort überlegen bleibt und in unseren Entscheidungen nicht so Fleisch wird wie Christus Fleisch geworden ist Es muß reichen daß wir durch Christus der Fleisch wurde erlöst sind davon unser ganzes Leben hindurch aus Todesfurcht Knechte zu sein Hebr 2 15 Sehe jeder zu wessen Knecht er ist Die Kirche hat also den Menschen zu verteidigen Man kann es nicht schöner sagen als Luther im Großen Katechismus Da kommt nun Gott zuvor wie ein freundlicher Vater legt sich ins Mittel und will den Hader geschieden haben daß kein Unglück daraus entstehe und einer den anderen verderbe Und immer will er damit einen Jeglichen beschirmet befreiet
    http://www.khirte.de/wuerde/fischer.html (2016-05-02)

  • Willkommen beim Kampf um das Leitbild!
    in der Gemeindearbeit beizutragen Um diese Bewegung zu verstärken und auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen flexibler antworten zu können setzt die Pommersche Evangelische Kirche einen Leitbildprozess in Gang Sie will sich eine realistische Vorstellung davon machen was für eine Kirche sie heute ist und was für eine Kirche sie in 10 Jahren sein möchte Sie tut dieses auf biblisch reformatorischer Grundlage und mit einem klaren Blick auf ihre Situation Sie bittet alle Gemeinden die Kirchenkreise die landeskirchliche Ebene Dienste und Einrichtungen sich an dem Gespräch über ein Leitbild der Formulierung entsprechender Ziele und der Auswahl geeigneter Projekte mit deren Hilfe diese Ziele erreicht werden sollen zu beteiligen Hierbei sollten auch Personen beteiligt werden die nicht in kirchliche Leitungsämter eingebunden sind Die Landessynode empfiehlt sich geregelter und von außen moderierter Verfahren zu bedienen Die Gemeinden die Kirchenkreise die landeskirchliche Ebene Dienste und Einrichtungen werden gebeten bis zur Herbstsynode 2002 zurückzumelden auf welche Weise sie sich am Leitbildprozess beteiligen Bis Herbst 2003 sollen die Ergebnisse in den Kirchenkreisen zusammengefasst werden Der Landessynode ist ein Zwischenbericht zu erstatten Zur Landessynode 2004 soll ein Plan zur Entwicklung der Pommerschen Evangelischen Kirche vorgelegt werden Eine Koordinierungsgruppe von 12 bis 15 Personen wird von der Kirchenleitung
    http://www.khirte.de/leitbild/leit2.html (2016-05-02)

  • Willkommen beim Kampf um das Leitbild!
    dem Zeitgeist Ist die frohe Botschaft die 2000 Jahre lang richtig war wirklich überholt Wo Kirche drauf steht muss auch Kirche drin sein Das Leitbild hilft dazu dass dies geschieht Wir beschreiben wie Kirche ist mehr noch wie sie sein kann nämlich mehr als ein denkmalgeschützter Hohlkörper eine lebendige Gemeinschaft von Menschen deren Mitte Gott selbst ist Wir leben von ihm und mit ihm Weil wir auf ihn hören können wir von ihm reden Weil er an uns handelt können wir etwas tun Dabei wissen wir dass unser Vermögen begrenzt ist Wir hoffen darauf dass Gottes Geist uns erfüllt und in Bewegung setzt Wir bitten um seine Kraft das uns Mögliche zu tun und das uns Unmögliche von ihm zu empfangen Mit dem Leitbild werden wir uns selbst darüber klar wer wir sind was wir tun und warum wir es tun Es dient zur eigenen Orientierung Es zeigt unser Profil auf Es weist uns den Weg in die Zukunft Das Leitbild ist mehr als ein einzelner Leitsatz Es kann aus vielen Leitsätzen bestehen Es ist mehr als eine einzelne Vision Diese sind ein Teil des Leitbildes Das Leitbild wird in Projekten konkret Das Leitbild will entwickelt werden Je mehr sich
    http://www.khirte.de/leitbild/leit3.html (2016-05-02)

  • Instrumente der Leitbildentwicklung
    ein Kerntrio zwei Ehrenamtliche ein Hauptamtlicher durch ein Trainingswochenende dazu befähigt mit einem Gemeindeentwicklungsteam 8 12 Personen zu arbeiten und die Ergebnisse konkret umzusetzen 2 2 Ehrenamtliche werden gefördert die Gemeindesituation wird dargestellt ein neues Konzept wird entwickelt Moderation von außen erforderlich 2 3 Zeit 1 1 2 bis 2 Jahre 2 4 Kosten ca 500 für Trainings zzgl der Kosten für eine Begleitung 2 5 Trägerkreis 8 10 Personen die Interesse Zeit und Begabung mitbringen an Veränderungen in der Gemeinde zu arbeiten 2 6 Kontaktadresse Pfrn Eva Stattaus Theologisch Pädagogisches Institut Karl Marx Platz 15 17489 Greifswald Tel 03834 896312 3 Die SWOB Methode 3 1 Mit Hilfe eines einfachen Arbeitsblattes werden die Stärken die Wachstumsbereiche die Offenen Türen und die Bedrohungen einer Gemeinde Einrichtung Kirche aufgezeigt Diese vier Bereiche werden anschließend miteinander in Beziehung gebracht 3 2 Diese Methode ist besonders dafür geeignet sich einen ersten Einblick in und über die gegenwärtige Lage der Gemeinde Einrichtung Kirche zu verschaffen 3 3 Für weitere Schritte können folgende Fragen hilfreich sein Stärken Wo sind unsere Stärken Wachstumsbereiche Wo liegen unsere Schwächen Was können wir verbessern Offene Türen Was und wo sind Gelegenheiten uns stark zu machen Wie und wo können wir neue Möglichkeiten erschließen Bedrohungen Wodurch sind wir in unseren Aufgaben bedroht Mit welchen Schwierigkeiten haben wir zu kämpfen 3 4 Zeit ca acht Stunden 3 5 Kosten keine 3 6 Trägerkreis der Gemeindekirchenrat besser ein Kreis aus Kirchen und Bürgergemeinde 3 7 Kontaktadresse Geschäftsstelle Leitbildprozess die Arbeitsmaterial und Moderatoren vermittelt 4 Ökumenische Gemeindeerneuerung 4 1 Eine andere Richtung einzuschlagen als die gewohnte neue Wege endivecken die Weite der Ökumene mit einbeziehen für das Leben der Gemeinde am Ort das will die Ökumenische Gemeindeerneuerung anregen 4 2 Besonders dafür geeignet sich einen guten Überblick über die Situation vor Ort zu
    http://www.khirte.de/leitbild/leit4.html (2016-05-02)

  • Phasen der Leitbildentwicklung
    an die Geschäftsstelle Leitbildprozess Danke Zweite Phase Zeit Bis Juni 2003 Aufgaben für diesen Zeitraum Wie führen Sie Ihren Leitbildprozess vor Ort durch Legen Sie bitte fest in weichen Schritten Sie das von ihnen gewählte Verfahren bis Ende Juni 2003 durchführen werden Legen Sie die Termine für die einzelnen Schritte fest Informieren Sie die Personen deren Beteiligung Sie sich wünschen von den jeweiligen Terminen Geben Sie Ihre Anliegen an den Ansveruskreis weiter Adresse s Abschnitt 6 Dritte Phase Zeit Bis September 2003 Aufgaben für diesen Zeitraum Wie dokumentieren Sie Ihren Leitbildprozess Bitte dokumentieren Sie das Ergebnis Ihres Leitbildprozesses Wie formulieren Sie das Leitbild für Ihre Gemeinde Ihr Werk oder Ihre Einrichtung Mit Hilfe weicher Schritte möchten Sie beginnen dieses Leitbild umzusetzen Weiche Unterstützung brauchen Sie dafür von wem Das Blatt Dokumentation in Abschnitt 9 kann Ihnen dabei helfen Schicken Sie es bitte bis September 2003 an die Geschäftsstelle Leitbildprozess Vierte Phase Zeit Bis zur Landessynode 2004 Aufgaben für diesen Zeitraum Wie werden die vielfältigen Leitbildprozesse und Leitbilder in der Pommerschen Evangelischen Kirche miteinander verknüpft Diese vierte Phase kann erst genau geplant werden wenn die Ergebnisse Leitbilder der Kirchengemeinden Kirchenkreise der landeskirchlichen Ebene Dienste und Werke vorliegen Die Koordinierungsgruppe wird Sie
    http://www.khirte.de/leitbild/leit5.html (2016-05-02)

  • Phasen der Leitbildentwicklung
    anderen leben Kein Glied ist für sich selbst da Nicht unser Wollen und Haben eint uns sondern sein Wirken in uns Das Grundgefühl der Geme nde st daher der Dank Nicht der Mangel an Gemeinschaft und Kraft zählen sondern die Erkenntnis des Reichtums der Gaben die Gott unter uns wirkt So sind in der Gemeinde alle gleich wichtig und nötig Alle Gaben aber bedürfen der Liebe Die Erkenntnis von Gott geliebt zu sein führt zur Liebe in der Gemeinde und darüber hinaus Die Liebe bedarf des Glaubens an den Auferstandenen der für uns gestorben ist und der Hoffnung schenkt die über den Tod hinaus reicht Fragen Wie endivecken wir Gaben und wie fördern wir sie Wie können am Dienst des Wortes alle Gemeindeglieder beteiligt werden Weichen Platz hat der Dank in unserer Gemeinde und können wir neue Formen für ihn gestalten und entwickeln Wie Überwinden wir die Nörgelei in der Gemeinde durch die Erkenntnis der Gaben die uns geschenkt sind Leitet uns in der Gemeinde die Liebe und wie leitet sie mich Welches Demokratieverständnis ergibt sich für die Gemeinde daraus Gibt es eine Wertigkeit von Gaben und Ämtern bei uns und wieso Literatur Ev Erwachsenenkatechismus 6 Auflage S 501 ff u 61 Off u 6 32ff Psalm 127 An Gottes Segen ist alles gelegen Von Salomo ein Wallfahrtslied 1 Wenn der Herr nicht das Haus baut so arbeiten umsonst die daran bauen Wenn der Herr nicht die Stadt behütet so wacht der Wächter umsonst 2 Es ist umsonst dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf 3 Siehe Kinder sind eine Gabe des Herrn und Leibesfrucht ist ein Geschenk 4 Wie Pfeile in der Hand eines Starken so sind die Söhne der Jugendzeit 5 Wohl dem der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat Sie werden nicht zuschanden wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor Unser Gotteshaus ist als dauerhafte Baustelle zugleich ein Ort des Gemeindeaufbaus wo Gott selbst am Werk ist Unser Gemeinwesen als Kommune wird nicht behütet durch unser Sorgen und unsere Mühen sondern indem wir Gott Raum geben zu wirken Nicht unser Fleiß rettet die Kirche und die Kommune sondern unser Vertrauen auf Gott Nicht unser Sorgen ist gefragt sondern unsere Gewissheit dass einer das Leben in sich selber hat und uns Leben schenkt und mit diesem Leben die nötige Kraft um zu helfen diese Welt und die Kirche mit zu bewahren und zu erhalten Die besondere Liebe zu Kindern und jugendlichen ist ein Wesensmerkmal der Kirche da sie Gabe und Aufgabe Gottes sind Fragen Wie kann der Bau an unseren Kirchengebäuden zum Aufbau der Gemeinde genutzt werden Wie bekommt unser Gottvertrauen seine Gestalt in Zeugnis und Dienst unserer Gemeinde vor Ort Wie gestalten wir unsere Sitzungen im GKR in der Gewissheit dass Gott uns alles Notwendige schenkt Können wir ruhig schlafen Wo zeigt sich bei uns dass Kinder und Jugendarbeit Zentralpunkt unserer Arbeit ist Literatur Ev Erwachsenenkatechismus 6 Auflage S 599ff Segen
    http://www.khirte.de/leitbild/leit6.html (2016-05-02)