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  • Kleine Erklärung des christlichen Glaubens
    faul werde in dem bei mir angefangenen wahren guten Leben und der Feind also meiner wieder mächtig werde Ps 13 4 f Hilf daß wir also beständig bleiben und dein kommendes Reich dieses dein angefangenes Reich beschließe und vollende Hilf uns heraus aus diesem sündlichen Leben von gefahrvoller Unbeständigkeit Hilf uns daß wir jenes Leben begehren und diesem feind werden Hilf uns daß wir den Tod nicht fürchten sondern wenn er kommt begehren Wende von uns ab daß wir nur diesem Leben nachjagen und anhängen damit in allen Dingen dein Reich bei uns wirklich wird In diese zweite Bitte gehören alle Psalmen Sprüche und Gebete in denen man von Gott Gnade und Kraft erbiltet Bitte Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden Hiermit bekennen und erbitten wir Unser Wille ist verglichen mit deinem Willen niemals gut sondern allezeit böse Dein Wille aber ist immer der beste und auf das höchste zu lieben und zu begehren Darum erbarme dich unser lieber Vater und laß nichts nach unserem Willen geschehen Gib es und lehre uns daß wir recht von Grund auf Geduld haben wenn unser Wille gebrochen oder verhindert wird Hilf daß wir nicht zornig und böse werden nicht fluchen klagen schreien richten verdammen nicht Böses wünschen usw wenn jemand etwas redet oder verschweigt tut oder nicht tut was unserem Willen entgegen ist Hilf daß wir denen die gegen uns stehen und unseren Willen verhindern in Demut weichen und also das was wir wollten fahrenlassen und sie loben segnen und ihnen Gutes tun weil sie deinen allerbesten göttlichen Willen gegen unseren vollbringen Gib uns die Gnade daß wir allerlei Krankheiten Armut Schmach und Verachtung Leiden und Widerwärtigkeiten willig ertragen und in all dem erkennen daß es dein göttlicher Wille ist den unseren zu kreuzigen Hilf uns daß wir auch Unrecht gern erleiden und behüte uns davor Rache zu üben Laß uns nicht Böses mit Bösem vergelten und Gewalt mit Gewalt bekämpfen sondern hilf daß wir an diesem deinem Willen der uns alles das zufügt Wohlgefallen haben dich loben und dir danken Laß es uns nicht dem Teufel oder den bösen Menschen zurechnen wenn etwas gegen unseren Willen geschieht sondern allein deinem göttlichen Willen der das alles ordnet um unseren Eigensinn zu hindern aber die Seligkeit in deinem Reich zu fördern Hilf uns daß wir willig und frohen Mutes sterben und den Tod dann wenn du es willst gerne annehmen Hilf daß wir weder durch Ungeduld noch durch Verzagen dir ungehorsam werden Hilf daß wir alle unsere Glieder die Augen Zungen Herzen Hände und Füße nicht ihren Gelüsten noch Verlangen überlassen sondern daß sie in deinen Willen gefangen gebunden und gebrochen werden Behüte uns vor jedem bösen widerspenstigen störrischen halsstarrigen eigensinnigen und selbstsüchtigen Willen Gib uns einen rechten Gehorsam und eine vollkommene freie Gelassenheit in allen Dingen den geistlichen und den weltlichen den ewigen und den zeitlichen Behüte uns vor dem entsetzlichen Laster der üblen Nachrede der Verleumdung und auch davor daß wir anderer Menschen Übeltaten richten sie verdammen und verfluchen 0 wende das große Unglück und die schwere Plage solcher Reden von uns ab Lehre uns vielmehr daß wir sobald wir etwas sehen oder über andere etwas hören das uns der Strafe wert erscheint und mißfällt darüber schweigen es vor anderen zudecken und nur dir klagen und deinem Willen anheim geben und also allen die an uns schuldig geworden sind von Herzen vergeben und Mitleid mit ihnen haben Lehre uns erkennen daß uns niemand einen Schaden antun kann er schade sich denn selbst vor deinen Augen ohnehin tausendmal mehr so daß wir dadurch mehr zum Erbarmen über ihn bewegt werden als zum Zorn mehr ihn zu beklagen als uns zu rächen Hilf daß wir uns nicht freuen wenn es denen schlecht geht die nicht nach unserem Willen getan die uns Leid zugefügt oder sonst durch ihr Leben unser Mißfallen erregt haben Hilf aber ebenso daß wir nicht betrübt sind wenn es ihnen wohl ergeht In diese dritte Bitte gehören alle Psalmen Sprüche und Gebete in denen man um Beistand gegen die Sünde und die Feinde bittet Bitte Unser tägliches Brot gib uns heute Hiermit bekennen und erbitten wir Das Brot ist unser Herr Jesus Christus der die Seele speist und tröstet Darum o himmlischer Vater gib Gnade daß Christi Leben sein Wort und Werk und seine Leidensgeschichte uns und der ganzen Welt gepredigt bekannt und auch behalten werde Hilf daß wir in jeder Lebenslage sein Wort und Werk für alles was taugt als ein eindrückliches Beispiel und als einen Spiegel vorAugen haben Hilf daß wir uns im Leiden und in Widerwärtigkeiten durch sein Leiden und in seinem Kreuz stärken und trösten können Hilf daß wir unseren Tod durch seinen Tod im festen Glauben überwinden und also fröhlich dem der uns liebt und den wir lieben und der uns vorangegangen ist in jenes Leben folgen Gib Gnade daß alle Prediger dein Wort und Christus so verkünden daß sie zu Förderung und Heil aller Welt predigen Hilf daß alle die dein Wort verkündet hören dadurch Christus kennenlernen und daran sich selbst erkennen und bessern Erweise auch darin deine Gnade daß alle fremde Predigt und Lehre durch welche Christus nicht erkannt werden kann aus der heiligen Kirche vertrieben wird Erbarme dich über alle Bischöfe Priester und Geistlichen und über alle Obrigkeit daß sie durch deine Gnade erleuchtet uns recht lehren und leiten mit Wort und Vorbild Behüte alle die sich wenig zum Glauben halten daß sie nicht ärger werden wenn ihnen die Oberen ein schlechtes Beispiel geben Behüte uns vor ketzerischen und abtrünnigen Lehren damit wir in dem einen täglichen Brot d h in der einmütigen Lehre und dem einen Wort Christi einig bleiben Lehre uns durch deine Gnade das Leiden Christi recht betrachten von ganzem Herzen erfassen und in unser Leben hineinnehmen Laß uns des heiligen und wahren Leibes Christi an unserem Ende nicht beraubt werden Hilf daß alle Priester das hochwürdige Altarsakrament würdig verwalten und es zur Besserung der ganzen Christenheit heilsam austeilen Hilf daß wir und alle Christen das heilige

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  • Der Kleine Katechismus: Das Sakrament der Heiligen Taufe, Luthers Erklärung
    nutzt die Taufe Sie wirkt Vergebung der Sünden erlöst vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen die es glauben wie die Worte und Verheißung Gottes lauten Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes Unser Herr Christus spricht bei Markus im letzten Kapitel Wer da glaubt und getauft wird der wird selig werden wer aber nicht glaubt der wird verdammt werden ZUM DRITTEN Wie kann Wasser solch große Dinge tun Wasser tut s freilich nicht sondern das Wort Gottes das mit und bei dem Wasser ist und der Glaube der solchem Worte Gottes im Wasser traut Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlicht Wasser und keine Taufe aber mit dem Worte Gottes ist s eine Taufe das ist ein gnadenreiches Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im Heiligen Geist wie Paulus sagt zu Titus im dritten Kapitel Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus unsern Heiland damit wir durch dessen Gnade gerecht geworden Erben des ewigen Lebens wurden nach unsrer Hoffnung Das ist gewißlich wahr ZUM VIERTEN Was bedeutet denn solch Wassertaufen Es bedeutet daß der

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  • Der Kleine Katechismus: Das Heilige Abendmahl, Luthers Erklärung
    der Nacht da er verraten ward nahm er das Brot dankte und brach s und gab s seinen Jüngern und sprach Nehmet hin und esset Das ist mein Leib der für euch gegeben wird solches tut zu meinem Gedächtnis Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl dankte und gab ihnen den und sprach Nehmet hin und trinket alle daraus Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden solches tut so oft ihr s trinket zu meinem Gedächtnis ZUM ZWEITEN Was nützt denn solch Essen und Trinken Das zeigen uns diese Worte Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden nämlich daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird denn wo Vergebung der Sünden ist da ist auch Leben und Seligkeit ZUM DRITTEN Wie kann leiblich Essen und Trinken solch große Dinge tun Essen und Trinken tut s freilich nicht sondern die Worte die da stehen Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden Diese Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken das Hauptstück im Sakrament Und wer diesen Worten glaubt der hat was sie sagen und wie sie

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  • Confessio Augustana
    das doch nicht möglich ist Ps 19 Wer kennt seine Missetat ARTIKEL 12 Von der Buße Von der Buße wird gelehrt daß diejenigen die nach der Taufe gesündigt haben jederzeit wenn sie Buße tun Vergebung der Sünden erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht verweigert werden soll Nun ist wahre rechte Buße eigentlich nichts anderes als Reue und Leid oder das Erschrecken über die Sünde und doch zugleich der Glaube an das Evangelium und die Absolution nämlich daß die Sünde vergeben und durch Christus Gnade erworben ist Dieser Glaube tröstet wiederum das Herz und macht es zufrieden Danach soll auch die Besserung folgen und daß man von Sünden lasse denn dies sollen die Früchte der Buße sein wie Johannes Mt 3 sagt Tut rechtschaffene Frucht der Buße Hiermit werden die verworfen die lehren daß diejenigen die einmal fromm geworden zum Glauben gekommen sind nicht wieder in Sünden fallen können Andererseits werden auch die verworfen die die Absolution denen verweigerten die nach der Taufe gesündigt hatten Auch werden die verworfen die nicht lehren daß man durch Glauben Vergebung der Sünde erlangt sondern durch unsere Genugtuung ARTIKEL 13 Vom Gebrauch der Sakramente Vom Gebrauch der Sakramente wird gelehrt daß die Sakramente nicht nur als Zeichen eingesetzt sind an denen man die Christen äußerlich erkennen kann sondern daß sie Zeichen und Zeugnis sind des göttlichen Willens gegen uns um dadurch unseren Glauben zu erwecken und zu stärken Darum fordern sie auch Glauben und werden dann richtig gebraucht wenn man sie im Glauben empfängt und den Glauben durch sie stärkt ARTIKEL 14 Vom Kirchenregiment Vom Kirchenregiment kirchlichen Amt wird gelehrt daß niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen oder die Sakramente reichen soll ohne ordnungsgemäße Berufung nisi rite vocatus ARTIKEL 15 Von Kirchenordnungen Von Kirchenordnungen die von Menschen gemacht sind lehrt man bei uns diejenigen einzuhalten die ohne Sünde eingehalten werden können und die dem Frieden und der guten Ordnung in der Kirche dienen wie bestimmte Feiertage Feste und dergleichen Doch werden dabei die Menschen unterrichtet daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll als seien solche Dinge notwendig zur Seligkeit Darüber hinaus wird gelehrt daß alle Satzungen und Traditionen die von Menschen zu dem Zweck gemacht worden sind daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene dem Evangelium und der Lehre vom Glauben an Christus widersprechen Deshalb sind Klostergelübde und andere Traditionen über Fastenspeisen Fasttage usw durch die man Gnade zu verdienen und für die Sünde Genugtuung zu leisten meint nutzlos und gegen das Evangelium ARTIKEL 16 Von der Polizei Staatsordnung und dem weltlichen Regiment Von der Polizei Staatsordnung und dem weltlichen Regiment wird gelehrt daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnetes Regiment und Gesetze gute Ordnung sind die von Gott geschaffen und eingesetzt sind und daß Christen ohne Sünde in Obrigkeit Fürsten und Richteramt tätig sein können nach kaiserlichen und anderen geltenden Rechten Urteile und Recht sprechen Übeltäter mit dem Schwert bestrafen rechtmäßig Kriege führen iure bellare in ihnen mitstreiten kaufen und verkaufen auferlegte Eide leisten Eigentum haben eine Ehe eingehen können usw Hiermit werden die verdammt die lehren daß das oben Angezeigte unchristlich sei Auch werden diejenigen verdammt die lehren daß es christliche Vollkommenheit sei Haus und Hof Weib und Kind leiblich zu verlassen und dies alles aufzugeben wo doch allein das die rechte Vollkommenheit ist rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott Denn das Evangelium lehrt nicht ein äußerliches zeitliches sondern ein innerliches ewiges Wesen und die Gerechtigkeit des Herzens und es stößt nicht das weltliche Regiment die Polizei Staatsordnung und den Ehestand um sondern will daß man dies alles als wahrhaftige Gottesordnung erhalte und in diesen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke jeder in seinem Beruf erweise Deshalb sind es die Christen schuldig der Obrigkeit untertan und ihren Geboten und Gesetzen gehorsam zu sein in allem was ohne Sünde geschehen kann Wenn aber der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht befolgt werden kann soll man Gott mehr gehorchen als den Menschen ARTIKEL 17 Von der Wiederkunft Christi zum Gericht Auch wird gelehrt daß unser Herr Jesus Christus am Jüngsten Tag kommen wird um zu richten und alle Toten aufzuerwecken den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und zur ewigen Strafe verdammen wird Deshalb werden die verworfen die lehren daß die Teufel und die verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden Ebenso werden hier Lehren verworfen die sich auch gegenwärtig ausbreiten nach denen vor der Auferstehung der Toten eitel reine Heilige Fromme ein weltliches Reich aufrichten und alle Gottlosen vertilgen werden ARTIKEL 18 Vom freien Willen Vom freien Willen wird so gelehrt daß der Mensch in gewissem Maße einen freien Willen hat äußerlich ehrbar zu leben iustitia civilis und zu wählen unter den Dingen die die Vernunft begreift res rationi subiectae Aber ohne Gnade Hilfe und Wirkung des Heiligen Geistes kann der Mensch Gott nicht gefallen iustitia spiritualis Gott nicht von Herzen fürchten oder an ihn glauben oder nicht die angebotenen bösen Lüste aus dem Herzen werfen sondern dies geschieht durch den Heiligen Geist der durch Gottes Wort gegeben wird Denn so spricht Paulus 1 Kor 2 Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes ARTIKEL 19 Über die Ursache der Sünde Von der Ursache der Sünde wird bei uns gelehrt wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erzählt so bewirkt doch der verkehrte Wille in allen Bösen und Verächtern Gottes die Sünde wie es denn der Wille des Teufels und aller Gottlosen ist der sich sobald Gott seine Hand abzog von Gott weg dem Argen zugewandt hat wie Christus Joh 8 sagt Der Teufel redet Lügen aus seinem Eigenen ARTIKEL 20 Vom Glauben und guten Werken Den Unseren wird in unwahrer Weise nachgesagt daß sie gute Werke verbieten Denn ihre Schriften über die Zehn Gebote und andere beweisen daß sie von rechten christlichen Ständen und Werken einen guten nützlichen Bericht und eine Ermahnung hinterlassen haben worüber man früher wenig gelehrt hat sondern man hat in

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  • Die Schmalkaldischen Artikel, Martin Luther
    fühlen es wohl Wenn die Messe fällt so liegt auch das Papsttum am Boden Ehe sie das geschehen lassen töten sie uns alle wenn sie es können Außer all dem hat dieser Drachenschwanz die Messe viel Ungeziefer und Geschmeiß von mancherlei Abgötterei erzeugt Erstens das Fegfeuer Da hat man mit Seelmessen Vigilien dem siebten dem dreißigsten Tag nach dem Begräbnis und mit der jährlichen Totenfeier endlich mit der Gemeinwoche und dem Allerseelentag und dem Seelbad einen Handel ins Fegfeuer hinein getrieben so daß die Messe bald nur noch für die Toten gebraucht worden ist während doch Christus das Sakrament nur für die Lebenden gestiftet hat Darum ist das Fegfeuer samt all den Feierlichkeiten Gottesdiensten und Geschäftemachereien die damit zusammenhängen für ein bloßes Blendwerk des Teufels zu halten Denn es geht ebenfalls gegen den Hauptartikel wonach allein Christus und nicht ein Werk von Menschen den Seelen helfen soll Abgesehen davon ist uns auch sonst nichts hinsichtlich der Toten anbefohlen oder geboten deshalb kann man es wohl bleiben lassen auch wenn es kein Irrtum und keine Abgötterei wäre Die Papisten führen hier den Augustin und einige Väter an die vom Fegfeuer geschrieben haben sollen und meinen wir sähen nicht wozu und in welchem Sinn sie solche Aussprüche heranziehen Sankt Augustin schreibt nicht daß es ein Fegfeuer gebe er hat auch keine Stelle der Schrift die ihn dazu zwänge sondern er läßt es unentschieden ob es eines gebe und sagt nur seine Mutter habe begehrt man solle ihrer am Altar oder beim Sakrament gedenken Nun das alles ist wahrlich nichts als menschlicher frommer Eifer von einzelnen Personen gewesen die keine Glaubensartikel was ja allein Gott zukommt stiften Aber unsere Papstfreunde ziehen ein solches Menschenwort dazu heran daß man ihrem schändlichen lästerlichen verfluchten Jahrmarktsbetrieb mit Seelenmessen glauben soll die fürs Fegfeuer zu opfern seien Etwas Derartiges werden sie noch lange nicht aus Augustin beweisen Wenn sie erst einmal den Jahrmarkt mit den Fegfeuermessen abgeschafft haben an den Sankt Augustin auch nie im Traume gedacht hat dann wollen wir mit ihnen darüber reden ob Sankt Augustins Wort das die Schrift nicht hinter sich hat geduldet werden könne daß beim Sakrament an die Toten gedacht werden möge Es geht nicht an daß man aus dem Werk oder Wort der heiligen Väter Glaubensartikel macht Sonst müßte auch das ein Glaubensartikel werden was sie als Speise Kleider Häuser usw gehabt haben wie man es mit dem Reliquiendienst gemacht hat Es heißt Gottes Wort soll Glaubensartikel aufstellen und sonst niemand auch kein Engel Zweitens ist die Folge davon gewesen daß die bösen Geister viel Unfug angerichtet haben indem sie als Seelen von Menschen erschienen sind und Messen Vigilien Wallfahrten und andere Almosen verlangt haben wobei unsagbar gelogen und betrogen wurde Das haben wir alle für Glaubensartikel halten und darnach leben müssen und sogar der Papst bestätigte das wie auch die Messe und alle andern Greuel Hier gibt es auch kein Weichen oder Nachgeben Drittens die Wallfahrten Auch dabei hat man Messen Vergebung der Sünden und Gottes Gnade gesucht Denn die Messe hat das alles beherrscht Nun ist das ganz gewiß daß solche Wallfahrten ohne Gottes Wort uns nicht geboten sind sie sind auch nicht nötig weil wir das leicht auf bessere Weise haben können und sie ohne alle Sünde und Gefahr unterlassen mögen Warum vernachlässigt man denn den eigenen Pfarrer Gottes Wort Weib und Kind usw obwohl diese nötig und geboten sind und läuft den unnötigen ungewissen gefährlichen Teufelsirrwischen nach Nur weil der Teufel den Papst geritten hat daß er dies anpries und bestätigte damit die Leute ja gewiß recht oft von Christus weg auf ihre eigenen Werke verfallen und abgöttisch werden sollten Denn das ist ja das Schlimmste daran abgesehen davon daß es etwas Unnötiges nicht Gebotenes nicht Geratenes und Unsicheres und obendrein noch Gefährliches ist Darum gibt es auch hier kein Weichen oder Nachgeben usw Man lasse dies predigen daß es unnötig und obendrein gefährlich sei dann möge man sehen was aus den Wallfahrten wird Viertens Die Bruderschaften Da haben die Klöster und Stifter und sogar Vikaristen in einem regelrechten und redlichen Kaufvertrag alle Messen guten Werke usw sowohl für die Lebenden als auch für die Toten sich gegenseitig verschrieben und mitgeteilt Das ist nicht allein bloßer Menschentand ohne Gottes Wort ganz unnötig und ungeboten sondern es geht ebenfalls gegen den ersten Artikel von der Erlösung Darum ist das in keiner Weise zu dulden Fünftens Der Reliquiendienst In ihm ist schon so manche offenkundige Lüge und närrische Täuschung mit Hunds und Pferdeknochen gefunden worden er hätte schon längst um dieser Schandtatetn willen über die der Teufel gelacht hat verdammt werden sollen auch wenn etwas Gutes dran wäre Dazu ist s gleichfalls etwas ohne Gottes Wort weder geboten noch geraten ganz unnötig und unnütz Das Schlimmste aber ist daß es auch wie die Messe usw Ablaß und Vergebung der Sünden hat bewirken müssen als wäre es ein gutes Werk und ein Gottesdienst Sechstens Hierher gehört auch der liebe Ablaß der sowohl den Lebenden als den Toten gegeben ist jedoch um Geld Darin verkauft der leidige Judas oder Papst die Verdienste Christi samt den überschüssigen Verdiensten aller Heiligen und der ganzen Kirche usw Das alles ist nicht zu dulden und zwar ist es ebenfalls nicht bloß ohne Gottes Wort unnötig und ungeboten sondern dem ersten Artikel zuwider Denn Christi Verdienst wird nicht durch unser Werk oder unseren Pfennig sondern durch den Glauben aus Gnaden erlangt ohne alles Geld und Verdienst es wird nicht durch die Amtsvollmacht des Papstes sondern durch die Predigt oder Gottes Wort dargeboten Die Anrufung der Heiligen ist auch einer der antichristlichen Mißbräuche sie streitet gegen den ersten Hauptartikel und macht die Erkenntnis Christi zunichte Sie ist auch nicht geboten und nicht geraten auch hat sie kein Vorbild in der Schrift und wir haben es alles tausendmal besser an Christus selbst wenn jener Brauch ein köstliches Gut wäre was er doch nicht ist Zwar bitten die Engel im Himmel für uns wie es Christus selber auch tut ebenso auch die Heiligen auf Erden oder vielleicht auch im Himmel Aber daraus ist nicht die Folgerung zu ziehen wir müßten die Engel und Heiligen anrufen anbeten ihnen zu Ehren fasten sie preisen ihnen Messe halten opfern Kirchen Altäre und Gottesdienste stiften und sonst noch in anderer Weise dienen und müßten sie für Nothelfer halten ihnen allerlei Hilfeleistungen zuschreiben und dabei jedem eine besondere zueignen wie die Anhänger des Papstes lehren und tun Denn das ist Abgötterei und solche Ehre gehört Gott allein Du kannst ja als ein Christ und Heiliger auf Erden für mich bitten nicht nur in einer einzelnen Not sondern in allen Nöten Aber deswegen soll ich dich nicht anbeten und anrufen und dir zur Ehre feiern fasten opfern Messe halten und auf dich meinen Glauben setzen um selig zu werden Ich kann dich auch auf andere Weise ehren lieben und dir danken in Christus Wenn erst einmal diese abgöttische Verehrung den Engeln und toten Heiligen entzogen wird so wird die andere Verehrung unschädlich sein ja bald vergessen werden Denn wenn weder leiblicher noch geistlicher Nutzen und Beistand mehr zu hoffen ist werden sie die Heiligen wohl unbehelligt lassen im Grabe wie im Himmel Denn ohne Zweck oder aus reiner Liebe wird niemand viel an sie denken sie achten und ehren Und kurzum was die Messe ist was aus ihr entstanden ist und was mit ihr zusammenhängt das können wir nicht dulden und müssen s verdammen damit wir das heilige Sakrament rein und gewiß nach der Einsetzung Christi behalten können wie es im Glauben gebraucht und empfangen wird Der dritte Artikel Die Stifter und Klöster die vorzeiten in guter Absicht gestiftet worden sind um gelehrte Leute und züchtige Frauenspersonen zu erziehen sollen wieder zu diesem Zweck bestimmt werden Dadurch kann man Pfarrer Prediger und andere Kirchendiener bekommen auch sonst Personen wie sie für das weltliche Regiment in Städten und Ländern notwendig sind desgleichen wohlerzogene Jungfrauen als Hausmütter und Haushälterinnen usw Wenn Stifter und Klöster dazu nicht dienen wollen lasse man sie wüste legen oder reiße sie ein das ist besser als daß sie aufgrund ihres gotteslästerlichen von Menschen erdichteten Gottesdienst für etwas Besseres gehalten werden als der gewöhnliche Christenstand und die von Gott gestifteten Ämter und Berufe Denn das geht alles auch gegen den ersten Hauptartikel von der Erlösung Jesu Christi Außerdem sind sie auch wie alle anderen Menschenerfindungen nicht geboten nicht nötig nichts nütze dazu bereiten sie gefährliche und vergebliche Mühe wie denn die Propheten solche Gottesdienste Aven d i Mühe nennen Der vierte Artikel Der Papst ist nicht kraft göttlichen Rechts oder aufgrund des Wortes Gottes das Haupt der ganzen Christenheit denn das kommt nur einem zu der Jesus Christus heißt sondern nur Bischof bzw Pfarrer der Kirchen zu Rom und derjenigen die sich bereitwillig oder aufgrund menschlicher Ordnung das heißt der weltlichen Obrigkeit ihm zugesellt haben nicht um unter ihm als einem Herrn sondern neben ihm als Bruder und Freund Christen zu sein was auch die alten Konzilien und die Zeit des Sankt Cyprianus beweisen Jetzt aber wagt es kein Bischof den Papst wie zu dieser Zeit Bruder zu nennen sondern er muß ihn seinen allergnädigsten Herrn nennen selbst wenn er ein König oder Kaiser ist Das wollen sollen und können wir nicht auf unser Gewissen nehmen Wer es aber tun will der tue es ohne uns Hieraus folgt daß alles dasjenige was der Papst aus dieser falschen gottlosen lästerlichen angemaßten Gewalt getan und vorgenommen hat nichts als teuflische Ereignisse und Geschäfte gewesen sind und noch sind das ausgenommen was seine leibliche Herrschaft betrifft in der Gott auch wohl durch einen Tyrannen und Schurken einem Volk viel Gutes widerfahren läßt um die ganze heilige christliche Kirche soviel an ihm liegt zu verderben und den ersten Hauptartikel von der Erlösung in Jesus Christus zu zerstören Denn alle seine Bullen und Bücher sind vorhanden in denen er wie ein Löwe brüllt wie es der Engel Offb 10 3 darstellt daß kein Christ selig werden könne er sei denn ihm gehorsam und untertan in allen Dingen was er will was er sagt was er tut Was nichts anderes ist als soviel gesagt Selbst wenn du an Christus glaubst und alles an ihm hast was zur Seligkeit notwendig ist so ist das doch nichts und alles umsonst wenn du mich nicht für deinen Gott hältst mir untertan und gehorsam bist Dabei ist offensichtlich daß die heilige Kirche mindestens über fünfhundert Jahre ohne Papst gewesen ist und bis auf den heutigen Tag die griechische und vieler anderer Sprachen Kirchen noch nie unter dem Papst gewesen sind und noch nicht sind Daher ist es wie oft gesagt eine Menschenerfindung die nicht geboten ohne Notwendigkeit und umsonst ist denn die heilige christliche Kirche kann ohne solch ein Haupt gut bestehen und wäre sicher besser bestehen geblieben wenn solch ein Haupt nicht durch den Teufel aufgerichtet worden wäre Das Papsttum bringt auch keinen Nutzen in der Kirche denn es übt kein christliches Amt aus Daher muß die Kirche ohne den Papst bleiben und bestehen Ich setze den Fall daß der Papst darauf verzichten wollte kraft göttlichen Rechts oder aufgrund eines Gebotes des Wortes Gottes der Oberste zu sein aber damit die Einigkeit der Christenheit wider die Sekten und Ketzerei desto besser erhalten würde müßte man ein Haupt haben an dem sich die anderen alle hielten Ein solches Haupt würde nun durch Menschen erwählt und es stünde in menschlicher Entscheidung und Gewalt dieses Haupt zu ändern und abzusetzen Ganz so verfuhr das Konzil zu Konstanz mit den Päpsten setzte deren drei ab und wählte den vierten Ich setze nun den Fall sage ich daß der Papst und der Stuhl zu Rom darauf verzichten und annehmen wollte was doch unmöglich ist denn er müßte sein ganzes Regiment und seinen Stand mit allen seinen Rechten und Büchern umkehren und zerstören lassen Kurzum er kann es nicht tun Dennoch wäre damit der Christenheit in keiner Weise geholfen und es würden viel mehr Sekten entstehen als zuvor Denn weil man einem solchen Haupt nicht auf Befehl Gottes untertan sein müßte sondern aus menschlichem gutem Willen würde es sehr leicht und bald verachtet werden und zuletzt kein Glied behalten Es müßte auch nicht immer zu Rom oder an einem anderen bestimmten Ort sein sondern wo und in welcher Kirche Gott einen solchen Menschen gegeben hätte der dafür geeignet wäre 0 das würde eine umständliche ungeordnete Einrichtung werden Darum kann die Kirche niemals besser regiert und erhalten werden als daß wir alle unter dem einen Haupt Christus leben und die Bischöfe die in bezug auf ihr Amt alle gleich sind obgleich sie in bezug auf die Gaben ungleich sind l Kor 12 4 8 10 Röm 12 6 8 einträchtig in Lehre Glauben Sakrament Gebeten und Werken der Liebe usw entschlossen zusammenhalten So schreibt Sankt Hieronymus daß die Priester zu Alexandrien alle und zusammen die Kirche regierten wie es die Apostel und danach alle Bischöfe in der ganzen Christenheit auch getan haben bis der Papst seinen Kopf über alle erhob Dieses Stück zeigt unwiderleglich daß der Papst der rechte Endchrist bzw Antichrist ist der sich über und wider Christus gesetzt und erhöht hat weil er die Christen nicht selig sein lassen will ohne seine Gewalt die doch nichts ist von Gott weder angeordnet noch geboten Das heißt eigentlich sich über Gott und wider Gott setzen wie Sankt Paulus sagt 2 Thess 2 4 Das tut ja doch weder der Türke noch der Tatar wie sehr sie auch Feinde der Christen sind sondern sie lassen an Christus glauben wer es will und fordern von den Christen nur leibliche Abgaben und Gehorsam Aber der Papst will nicht glauben lassen sondern er spricht man solle ihm gehorsam sein dann werde man selig Das wollen wir nicht tun wenn wir auch deswegen in Gottes Namen sterben müßten Das kommt alles davon daß er kraft göttlichen Rechts der Oberste über die christliche Kirche hat sein wollen Darum hat er sich auch Christus gleichstellen und über Christus setzen müssen sich das Haupt hernach den Herrn der Kirche zuletzt auch der ganzen Weit und geradezu einen irdischen Gott rühmen lassen bis er sich auch den Engeln im Himmelreich zu gebieten unterstand Und wenn man die Lehre des Papstes von der Heiligen Schrift unterscheidet oder sie dagegenstellt und hält ergibt sich daß die Lehre des Papstes dort wo sie am besten ist aus dem kaiserlichen heidnischen Recht genommen ist und weltliche Rechtsstreite und Gerichte lehrt wie seine Dekretalien bezeugen Danach lehrt sie Zeremonien von Kirchen Kleidung Speisen Personen und Kindereien Phantasie und Narrenwerk ohne Maßen aber in alledem gar nichts von Christus Glauben und Gottes Geboten Zuletzt ist es weiter nichts als reines Teufelswerk wo er seine Lügen über die Messe das Fegfeuer das Mönchtum eigene Werke und den Gottesdienst der das rechte Papsttum ist über und wider Gott lehrt und alle Christen verdammt tötet und plagt die einen solchen Greuel nicht über alles erheben und ehren Darum sowenig wir den Teufel selbst als einen Herrn oder Gott anbeten können sowenig können wir auch seinen Apostel den Papst oder Endchrist in seinem Regiment als Haupt oder Herrn dulden Denn Lügen und Mord um den Leib und die Seele ewiglich zu verderben ist eigentlich sein päpstliches Regiment wie ich das in vielen Büchern bewiesen habe An diesen vier Artikeln werden sie auf dem Konzil genug zu verdammen haben Denn sie können und wollen uns nicht das geringste Stückchen von einem Artikel zugestehen Des dürfen wir gewiß sein und uns auf die Hoffnung verlassen daß Christus unser Herr seinen Widersacher angegriffen hat und sich durchsetzen wird sowohl mit seinem Geist als auch mit seiner Wiederkehr 2 Thess 2 8 Amen Denn auf einem Konzil werden wir nicht vor dem Kaiser oder der weltlichen Obrigkeit wie zu Augsburg stehen der eine ganz gnädige Einladung aussandte und die Dinge in Güte anhören ließ sondern wir werden vor dem Papst und dem Teufel selbst stehen der nicht zu hören sondern kurzerhand zu verdammen zu morden und zur Abgötterei zu zwingen beabsichtigt Darum dürfen wir hier nicht seine Füße küssen oder sagen Ihr seid mein gnädiger Herr sondern wie in Sacharja der Engel zum Teufel sprach Sach 3 2 Straf dich Gott Satan DER DRITTE TEIL DER ARTIKEL Folgende Stücke oder Artikel können wir mit Gelehrten Vernünftigen oder unter uns selbst verhandeln denn der Papst und sein Reich achten derselben nicht viel denn das Gewissen ist bei ihnen nichts sondern Geld Ehre und Gewalt alles Die Sünde Hier müssen wir bekennen wie Sankt Paulus Röm 5 12 sagt daß die Sünde von dem einen Menschen Adam hergekommen ist durch dessen Ungehorsam alle Menschen Sünder geworden sowie dem Tod und dem Teufel unterworfen worden sind Das heißt die Erbsünde oder Hauptsünde Die Folgen dieser Sünde sind danach die bösen Werke die in den Zehn Geboten verboten sind wie der Unglaube falscher Glaube Abgötterei ohne Gottesfurcht sein Vermessenheit Verzweiflung Blindheit kurzum Gott nicht kennen oder nicht achten danach lügen bei Gottes Namen schwören nicht beten Gott nicht anrufen Gottes Wort nicht achten den Eltern ungehorsam sein morden unkeusch leben stehlen betrügen usw Diese Erbsünde ist eine so ganz tiefe böse Verderbnis der Natur daß sie die Vernunft nicht erkennt sondern aus der Heiligen Schrift als Offenbarung geglaubt werden muß Ps 51 7 und Röm 5 12 21 2 Mose 33 20 1 Mose 3 6 19 Darum ist das nichts als Irrtum und Verblendung wider diesen Artikel was die Scholastiker gelehrt haben 1 Nach dem Sündenfall Adams sind die natürlichen Kräfte des Menschen ganz unverdorben geblieben Der Mensch hat von Natur eine rechte Vernunft und einen guten Willen wie dies die Philosophen lehren 2 Der Mensch hat einen freien Willen Gutes zu tun und Böses zu lassen und umgekehrt Gutes zu lassen und Böses zu tun 3 Der Mensch kann aus natürlichen Kräften alle Gebote Gottes tun und halten 4 Er kann aus natürlichen Kräften Gott über alles und seinen Nächsten wie sich selbst lieben 5 Wenn der Mensch tut soviel an ihm liegt gibt ihm Gott gewiß seine Gnade 6 Wenn er zum Sakrament gehen will ist nicht der gute Vorsatz notwendig Gutes zu tun sondern es ist genug daß er nicht den bösen Vorsatz hat Sünde zu tun so sehr gut ist die Natur und das Sakrament wirkungsvoll 7 Es ist nicht in der Heiligen Schrift begründet daß zu einem guten Werk der Heilige Geist mit seiner Gnade notwendig ist Solche und dergleichen viele Artikel sind aus dem Unverstand und dem Unwissen sowohl über die Sünde als auch über Christus unseren Heiland entstanden Sie sind ganz heidnische Lehren die wir nicht dulden können Denn wenn diese Lehre richtig sein sollte wäre Christus vergeblich gestorben weil kein Schaden und keine Sünde im Menschen ist für die er sterben mußte oder erwäre nur für den Leib und nicht auch für die Seele gestorben weil die Seele gesund und allein der Leib des Todes ist Das Gesetz Hier glauben wir daß das Gesetz von Gott zuerst gegeben ist um der Sünde durch Androhung und Abschreckung der Strafe und durch Verheißung und Angebot der Gnade und Wohltat zu steuern Aber das alles ist aufgrund der Bosheit die die Sünde im Menschen bewirkt hat übel geraten Denn die einen sind davon ärger geworden insofern sie dem Gesetz darum feind sind weil es verbietet was sie gerne tun und gebietet was sie ungern tun Deshalb tun sie wenn sie es ungestraft können nun mehr wider das Gesetz als zuvor Das sind dann die rohen bösen Leute die Böses tun sooft sie Gelegenheit dazu haben Die anderen werden blind und vermessen Sie bilden sich ein daß sie das Gesetz halten und aus ihren Kräften halten können wie eben oben von den Scholastikern gesagt worden ist Daraus entstehen die Heuchler und die falschen Heiligen Aber die vornehmste Aufgabe bzw Auswirkung des Gesetzes ist daß es die Erbsünde mit allen ihren Folgen offenbart und dem Menschen zeigt wie tief seine Natur gefallen und abgrundtief verdorben ist so daß das Gesetz ihm sagen muß daß er keinen Gott hat noch achtet bzw fremde Götter anbetet was er vorher und ohne das Gesetz nicht geglaubt hatte Dadurch wird er aufgeschreckt gedemütigt verzagt verzweifelt und will gerne daß ihm geholfen wird und er weiß nicht wo hinaus fängt an Gott feind zu werden und zu murren usw Das heißt dann Röm 4 15 Das Gesetz erregt Zorn und Röm 5 20 Die Sünde wird größer durch das Gesetz Die Buße Gottes Zorn wird vom Himmel über alle Menschen offenbart ebenso Röm 3 19 f Alle Welt ist schuldig vor Gott und kein Mensch ist vor ihm gerecht und Christus Joh 16 8 Der Heilige Geist wird die Weit um ihrer Sünde willen anklagen Das ist nun der Blitzstrahl Gottes mit dem er sowohl die offenkundigen Sünder als auch die falschen Heiligen zusammen vernichtet Er läßt keinen Recht haben und treibt sie zusammen in das Erschrecken und Verzagen Das ist der Hammer wie Jeremias Jer 23 29 sagt Mein Wort ist ein Hammer der die Felsen zerschmettert Das ist nicht eine activa contritio das heißt eine gemachte Reue sondern eine passiva contritio das heißt das rechte Herzeleid Erdulden und Fühlen des Todes Und das heißt dann die rechte Buße anfangen Und es muß der Mensch hier so ein Urteil hören Es ist mit euch allen nichts ob ihr offenkundige Sünder oder Heilige seid Ihr müßt alle anders werden und anders handeln als ihr jetzt seid und handelt ihr mögt wer und wie groß weise mächtig und heilig sein wie ihr wollt hier ist keiner gerecht usw Aber zu dieser Aufgabe des Gesetzes fügt das Neue Testament sogleich die tröstliche Verheißung der Gnade durch das Evangelium hinzu der man glauben muß So spricht Christus Mark 1 15 Tut Buße und glaubt dem Evangelium das heißt Werdet und macht es anders und glaubt meiner Verheißung Und vor ihm wird Johannes ein Prediger der Buße genannt doch zur Vergebung der Sünden Mark 1 4 Das heißt er sollte sie alle anklagen und zu Sündern machen damit sie wußten wer sie vor Gott sind und sich als verlorene Menschen erkannten und so für den Herrn bereitet wurden die Gnade zu empfangen und die Vergebung der Sünden von ihm zu erwarten und anzunehmen So sagt auch Christus Luk 24 47 selbst Man muß in meinem Namen in aller Welt Buße und Vergebung der Sünden predigen Wo das Gesetz aber allein ohne das Hinzufügen des Evangeliums dieser Aufgabe nachkommt da sind der Tod und die Hölle und der Mensch muß wie Saul und Judas verzweifeln vgl 1 Sam 28 20 31 4 Matth 27 3 5 wie Sankt Paulus sagt Röm 7 10 Das Gesetz tötet durch die Sünde Andererseits gibt das Evangelium nicht nur auf eine Art Trost und Vergebung sondern durch das Wort das Sakrament und dergleichen wie wir hören werden damit die Erlösung bei Gott ja reichlich wie Ps 130 7 sagt wider das große Gefängnis der Sünden sei Jetzt aber müssen wir die falsche Buße der Sophisten gegen die rechte Buße halten damit sie beide desto besser verstanden werden Die falsche Buße der Papisten Es ist unmöglich gewesen daß sie recht von der Buße lehren konnten weil sie die rechte Sünde nicht erkannten Denn sie denken über die Erbsünde wie oben gesagt nicht richtig sondern sagen die natürlichen Kräfte des Menschen seien unversehrt und unverdorben geblieben die Vernunft könnte richtig belehren und der Wille könnte daraufhin richtig handeln so daß Gott gewiß seine Gnade gibt wenn ein Mensch tut soviel entsprechend seinem freien Willen an ihm liegt Hieraus mußte folgen daß sie allein für die Tatsünden Buße taten wie böse Gedanken in die sie eingewilligt hatten denn böse Regungen Begierde und Affekte galten nicht als Sünden böse Worte böse Werke die der freie Wille gut hätte unterlassen können Und für diese Buße setzten sie drei Teile fest Reue Beichte und Genugtuung mit dieser Vertröstung und Zusage Wenn der Mensch richtig bereut beichtet und genugtut hat er damit die Vergebung verdient und die Sünde vor Gott bezahlt So unterwiesen sie die Leute sich in der Buße auf die eigenen Werke zu verlassen Von daher kam das Wort auf der Kanzel wenn man die allgemeine Beichte dem Volk vorsprach Erhalte mir Herr Gott mein Leben bis ich für meine Sünden Buße getan und mein Leben gebessert habe Hier wurden kein Christus und nichts vom Glauben erwähnt sondern man hoffte mit eigenen Werken die Sünde vor Gott zu überwinden und zu tilgen In dieser Absicht wurden wir auch Priester und Mönche weil wir selbst der Sünde entgegenwirken wollten Mit der Reue verhielt es sich folgendermaßen Weil niemand sich auf alle seine Sünden besinnen konnte besonders auf die die er in einem ganzen Jahr begangen hatte fanden sie folgenden Ausweg Wenn die unbewußten Sünden danach bewußt wurden mußte man sie auch bereuen und beichten usw Währenddessen waren sie der Gnade Gottes befohlen Weil niemand wußte wie groß die Reue sein müßte damit sie ja vor Gott ausreichend war gaben sie außerdem den folgenden Trost Wer keine contritio d h Reue haben konnte der sollte attritio haben die ich eine halbe oder den Anfang der Reue nennen möchte Denn sie haben selbst alle beide nicht verstanden und wissen auch jetzt noch nicht was sie bedeuten sowenig wie ich Diese attritio wurde dann als contritio angerechnet wenn man zur Beichte ging Und wenn es geschah daß z B einer sprach er könnte nicht bereuen noch über seine Sünde Leid empfinden wie es bei Hurenliebe oder Rachgier usw geschehen konnte fragten sie ob er denn nicht wünsche oder gerne wollte daß er Reue empfinden möchte Sprach er dann Ja denn wer wollte hier Nein sagen außer dem Teufel selbst nahmen sie es als Reue an und vergaben ihm auf solch ein gutes Werk hin seine Sünden Dafür führten sie Sankt Bernhard als Beispiel an usw Hier sieht man wie die blinde Vernunft in Gottes Sachen umhertappt und in den eigenen Werken nach ihrer eigenen Einbildung Trost sucht und weder an Christus noch den Glauben denken kann Wenn man es nun bei Licht besieht ist diese Reue ein selbstgemachter und erfundener Gedanke aus eigenen Kräften ohne Glauben und ohne rechtes Wissen von Christus in dem zuweilen der arme Sünder wenn er an die Begierde oder Rache dachte lieber gelacht als geweint hätte ausgenommen diejenigen die entweder durch das Gesetz richtig getroffen oder von dem Teufel nutzlos mit einem traurigen Geist geplagt wurden Sonst ist diese Reue gewiß reine Heuchelei gewesen und hat die Begierde der Sünde nicht getötet Denn sie mußten bereuen hätten aber lieber mehr gesündigt wenn es frei gewesen wäre Mit der Beichte stand es folgendermaßen Jeder mußte alle seine Sünden aufzählen was ein unmögliches Ding ist Das war eine große Marter Die er aber vergessen hatte wurden ihm unter der Bedingung vergeben daß er sie noch beichten mußte wenn sie ihm noch einfielen Dadurch konnte er niemals wissen wann er rein genug gebeichtet hatte oder wann das Beichten einmal ein Ende haben sollte Trotzdem wurde er auf seine Werke verwiesen Und es wurde ihm gesagt je reiner er beichte und je mehr er sich schäme und sich selbst vor dem Priester erniedrige um so eher und besser leiste er für die Sünden Genugtuung denn eine solche Demut erwerbe bei Gott gewiß Gnade Hier war auch kein Glauben an Christus Und von der Kraft des Freispruchs wurde ihm nichts gesagt sondern sein Trost war auf das Sündenaufzählen und das Schämen gegründet Es ist aber nicht zu erzählen welche Marter Schurkerei und Abgötterei solches Beichten angerichtet hat Die Genugtuung ist erst recht der allerweitläufigste Teil denn kein Mensch konnte wissen wieviel er für eine einzige Sünde tun sollte geschweige denn für alle Hier fanden sie nun einen Ausweg indem sie wenig Genugtuung auferlegten die man leicht einhalten konnte wie fünf Vaterunser beten einen Tag fasten usw Mit der übrigen Buße wies man sie in das Fegfeuer Hier war nun auch weiter nichts als Jammer und Not Einige meinten sie würden nimmer aus dem Fegfeuer kommen weil nach den alten kirchenrechtlichen Bestimmungen zu einer Todsünde sieben Jahre Buße gehörten Dennoch gründete sich die Zuversicht auch auf unser Werk der Genugtuung Und wenn die Genugtuung hätte vollkommen sein können wäre die Zuversicht ganz darauf gegründet worden Und es wären weder der Glaube noch Christus von Nutzen gewesen Aber es war unmöglich Wenn nun einer hundert Jahre auf diese Weise Buße getan hätte hätte er doch nicht gewußt wann er genug gebüßt hat Das bedeutete immerdar Buße tun und nimmermehr zur Buße kommen Hier kam nun der Heilige Stuhl zu Rom der armen Kirche zur Hilfe und erfand den Ablaß Dadurch vergab er und hob die Genugtuung auf erst einzelne sieben Jahre hundert Jahre usw Und er verteilte es unter die Kardinäle und Bischöfe daß der eine hundert Jahre der andere hundert Tage Ablaß gewähren konnte Aber die ganze Genugtuung aufzuheben behielt er sich allein vor Als dies nun begann Geld einzubringen und der Handel mit Bullen gut gedieh erdachte er das Jubeljahr erstmalig 1300 unter Bonifatius VIII und verlegte es nach Rom das bedeutete Vergebung aller Strafe und Schuld Da liefen die Leute hinzu denn es wäre jedermann gern die schwere unerträgliche Last losgeworden Das hieß die Schätze der Erde zu finden und zu heben Sogleich eilte der Papst auf diesem Weg weiter und machte viele Jubeljahre aufeinander Aber je mehr Geld er verschlang um so weiter wurde ihm der Schlund Darum schickte er es danach durch Legaten hinaus in die Länder bis alle Kirchen und Häuser voll von Jubeljahren wurden Zuletzt drängte er sich auch ins Fegfeuer unter die Toten ein Zuerst mit dem Stiften von Messen und Vigilien für Verstorbene danach mit dem Ablaß und dem Jubeljahr Schließlich wurden die Seelen so billig daß er eine um einen Schwertgroschen freigab Noch half das auch alles nicht Denn der Papst obgleich er die Leute lehrte sich auf diesen Ablaß zu verlassen und ihm zu vertrauen machte es andererseits auch ungewiß Denn er setzte in seine Bulle Wer des Ablasses oder des Jubeljahres teilhaftig werden will der soll bereut und gebeichtet haben und Geld geben Nun haben wir oben gehört daß diese Reue und Beichte bei ihnen ungewiß und Heuchelei ist Desgleichen wußte auch niemand welche Seelen im Fegfeuer waren Und insofern einige darinnen waren wußte niemand welche richtig bereut und gebeichtet hatten So nahm er das Geld und flößte ihnen durch seine Macht und den Ablaß Zuversicht ein und verwies sie andererseits doch auf ihre ungewissen Werke Wenn es nun einige gab die sich nicht solcher Tatsünden mit Gedanken Worten und Werken schuldig fühlten wie ich und meinesgleichen in Klöstern und Stiften Mönche und Priester sein wollten die mit Fasten Wachen Beten Messehalten harter Kleidung und Lagerstätte usw wider böse Gedanken uns wehrten und mit Ernst und Gewalt heilig sein wollten und doch das erbliche angebotene Böse etwa im Schlaf taten wie auch Sankt Augustin und Hieronymus mit anderen bekennen was seine Art ist hielt doch ein jeder vom anderen daß einige so heilig wären wie wir lehrten die ohne Sünde voller guter Werke wären so daß wir daraufhin unsere guten Werke als uns überschüssige für andere dem Himmel mitteilten und verkauften Das ist gewißlich wahr und es sind dafür Siegel Briefe und Beispiele vorhanden Diese bedurften der Buße nicht denn was wollten sie bereuen da sie doch in böse Gedanken nicht einwilligten Was wollten sie beichten da sie doch die bösen Taten vermieden Wofür wollten sie Genugtuung leisten da sie doch der Tat nicht schuldig waren so daß sie auch anderen armen Sündern die überschüssige Gerechtigkeit verkaufen konnten Solche Heiligen waren auch die Pharisäer und Schriftgelehrten zur Zeit Christi Hier kommt der feurige Engel des Sankt Johannes Offb 10 1 der Prediger der richtigen Buße und schlägt mit einem Donner alle beide zusammen und spricht Matth 3 2 Tut Buße So denken jene Wir haben doch Buße getan diese denken Wir brauchen keine Buße Johannes aber spricht Tut alle beide Buße denn ihr seid falsche Büßer und diese sind falsche Heilige Ihr bedürft alle beide der Vergebung der Sünden weil ihr alle beide noch nicht wißt was die richtige Buße der Sünde ist geschweige daß ihr für sie Buße tun oder sie meiden wollt Keiner von euch ist gut Ihr seid voller Unglauben Unverstand und Unwissenheit über Gott und seinen Willen Denn da ist er gegenwärtig von dessen Fülle wir alle Gnade um Gnade nehmen müssen Joh 1 16 und kein Mensch kann ohne ihn vor Gott gerecht sein Darum wenn ihr Buße tun wollt so tut richtig Buße Eure Buße tut es nicht Und ihr Heuchler die ihr keiner Buße bedürft ihr Otterngezücht wer hat euch dafür Sicherheit gegeben daß ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet Matth 3 7 usw So predigt auch Sankt Paulus Röm 3 10 12 und spricht Es ist keiner verständig keiner gerecht keiner achtet Gott keiner tut Gutes auch nicht einer sie sind alle sündhaft und abtrünnig Und Apg 17 30 Nun aber gebietet Gott allen Menschen an allen Enden Buße zu tun Allen Menschen spricht er niemanden ausgenommen der ein Mensch ist Diese Buße lehrt uns die Sünde zu erkennen nämlich daß wir zu nichts nütze sind an uns nichts Gutes ist und daß wir schlechterdings neue und andere Menschen werden müssen Diese Buße ist nicht zerstückelt und kümmerlich wie jene die für die Tatsünden Buße tut und sie ist auch nicht ungewiß wie jene denn sie disputiert nicht darüber was Sünde und was nicht Sünde ist sondern wirft alles zusammen und spricht Es ist alles nichts als Sünde mit uns Was sollen wir lange suchen aufteilen und unterscheiden Darum ist hier auch die Reue nicht ungewiß Denn es bleibt nichts mit dem wir etwas Gutes erfinden könnten um die Sünde zu bezahlen sondern es bleibt nur ein reines gewisses Verzagen an allem was wir sind denken reden oder tun usw Desgleichen kann auch die Beichte nicht falsch ungewiß oder zerstückelt sein Denn wer bekennt daß bei ihm alles nichts anderes als Sünde ist der erfaßt alle Sünden läßt keine aus und vergißt auch keine So kann auch die Genugtuung nicht ungewiß sein denn sie ist nicht unser ungewisses sündliches Werk sondern das Leiden und Blut des unschuldigen Lamm Gottes das der Welt Sünde trägt Joh 1 29 Von dieser Buße predigen Johannes und danach Christus im Evangelium und auch wir Mit dieser Buße stoßen wir den Papst und alles was auf unsere Werke gegründet ist zu Boden Denn es ist alles auf einen hinfälligen nichtigen Grund errichtet der gute Werke oder Gesetz heißt obgleich kein gutes Werk da ist sondern nichts als böse Werke und obgleich niemand das Gesetz tut wie Christus Joh 7 19 sagt sondern es alle übertreten Darum ist dieses Gebäude nichts als trügerische Lügen und Heuchelei wo es am allerheiligsten und allerschönsten ist Und diese Buße währt bei den Christen bis in den Tod denn sie streitet mit der übriggebliebenen Sünde im Fleisch durch das ganze Leben hindurch wie Sankt Paulus Röm 7 23 8 2 bezeugt daß er mit dem Gesetz seiner Glieder kämpfe usw und das nicht durch eigene Kräfte sondern durch die Gabe des Heiligen Geistes die auf die Vergebung der Sünden folgt Diese Gabe reinigt und fegt täglich die übrigen Sünden aus und arbeitet den Menschen gerecht rein und heilig zu machen Hiervon wissen der Papst die Theologen die Juristen noch ein anderer Mensch nichts sondern es ist eine Lehre vom Himmel die durch das Evangelium offenbart ist und bei den gottlosen Heiligen eine Ketzerei heißen muß Andererseits für den Fall daß einige Sektengeister kommen würden wie vielleicht einige bereits vorhanden sind und zur Zeit des Aufruhrs mir selbst vor Augen kamen die da meinen daß alle diejenigen die einmal den Geist oder die Vergebung der Sünden empfangen haben oder gläubig geworden sind wenn dieselben danach sündigten blieben sie trotzdem im Glauben und es schadeten ihnen solche Sünden nichts und schreien folgendermaßen Tue was du willst Wenn du glaubst ist das alles nichts der Glaube vertilgt alle Sünden usw und fügen hinzu wenn jemand nach dem Glauben und dem Geist sündigt habe er den Geist und den Glauben nie richtig gehabt Von solchen unsinnigen Menschen habe ich viele

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  • Barmer Theologische Erklärung
    wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften 3 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin der das Haupt ist Christus von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke wodurch jedes Glied das andere unterstiitzt nach dein Maß seiner Kraft und macht daß der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe Eph 4 15 16 Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen daß sie allein sein Eigentum ist allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte Wir verwerfen die falsche Lehre als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen 4 Jesus Christus spricht Ihr wisst daß die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun So soll es nicht sein unter euch sondern wer unter euch groß sein will der sei euer Diener Matth 20 25 26 Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes Wir verwerfen die falsche Lehre als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen 5 Ehrt jedermann habt die Brüder lieb fürchtet Gott ehrt den König 1 Petr 2 17 Die Schrift sagt uns daß der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe

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  • Willkommen in der kleinen Bibliothek!
    seine Gemeinde Er wirkt dabei in vielfältigen Ämtern und Diensten und im Zeugnis aller Glieder seiner Gemeinde a Taufe Die Taufe wird im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes mit Wasser vollzogen In ihr nimmt Jesus Christus den der Sünde und dem Sterben verfallenen Menschen unwiderruflich in seine Heilsgemeinschaft auf damit er eine neue Kreatur sei Er beruft ihn in der Kraft des Heiligen Geistes in seine Gemeinde und zu einem Leben aus Glauben zur täglichen Umkehr und Nachfolge b Abendmah1 Im Abendmahl schenkt sich der auferstandene Jesus Christus in seinem für alle dahingegebenen Leib und Blut durch sein verheißendes Wort mit Brot und Wein Er gewährt uns dadurch Vergebung der Sünden und befreit uns zu einem neuen Leben aus Glauben Er läßt uns neu erfahren daß wir Glieder an seinem Leibe sind Er stärkt uns zum Dienst an den Menschen Wenn wir das Abendmahl feiern verkündigen wir den Tod Christi durch den Gott die Welt mit sich selbst versöhnt hat Wir bekennen die Gegenwart des auferstandenen Herrn unter uns In der Freude darüber daß der Herr zu uns gekommen ist warten wir auf seine Zukunft in Herrlichkeit III Die Übereinstimmung angesichts der Lehrverurteilungen der Reformationszeit Die Gegensätze die von der Reformationszeit an eine Kirchengemeinschaft zwischen den lutherischen und reformierten Kirchen unmöglich gemacht und zu gegenseitigen Verwerfungsurteilen geführt haben betrafen die Abendmahlslehre die Christologie und die Lehre von der Prädestination Wir nehmen die Entscheidung der Väter ernst können aber heute folgendes gemeinsam dazu sagen 1 Abendmahl Im Abendmahl schenkt sich der auferstandene Jesus Christus in seinem für alle dahingegebenen Leib und Blut durch sein verheißendes Wort mit Brot und Wein So gibt er sich selbst vorbehaltlos allen die Brot und Wein empfangen der Glaube empfängt das Mahl zum Heil der Unglaube zum Gericht Die Gemeinschaft mit Jesus Christus in seinem Leib und Blut können wir nicht vom Akt des Essens und Trinkens trennen Ein Interesse an der Art der Gegenwart Christi im Abendmahl das von dieser Handlung absieht läuft Gefahr den Sinn des Abendmahls zu verdunkeln Wo solche Übereinstimmung zwischen Kirchen besteht betreffen die Verwerfungen der reformatorischen Bekenntnisse nicht den Stand der Lehre dieser Kirchen 2 Christologie In dem wahren Menschen Jesus Christus hat sich der ewige Sohn und damit Gott selbst zum Heil in die verlorene Menschheit hineingegeben Im Verheißungswort und Sakrament macht der Heilige Geist und damit Gott selbst uns Jesus als Gekreuzigten und Auferstandenen gegenwärtig Im Glauben an diese Selbsthingabe Gottes in seinem Sohn sehen wir uns angesichts der geschichtlichen Bedingtheit überkommener Denkformen vor die Aufgabe gestellt neu zur Geltung zu bringen was die reformierte Tradition in ihrem besonderen Interesse an der Unversehrtheit von Gottheit und Menschheit Jesu und was die lutherische Tradition in ihrem besonderen Interesse an seiner völligen Personeinheit geleitet hat Angesichts dieser Sachlage können wir heute die früheren Verwerfungen nicht nachvollziehen 3 Prädestination Im Evangelium wird die bedingungslose Annahme des sündigen Menschen durch Gott verheißen Wer darauf vertraut darf des Heils gewiß sein und Gottes Erwählung preisen Über die Erwählung kann

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  • Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können
    Gott spricht Die Rache ist mein ich will vergelten Röm 12 19 und ebenso Richtet nicht Matth 7 1 Dazu wird im Alten Testament streng und oft verboten der Obrigkeit auch nur zu fluchen oder schlecht über sie zu reden 2 Mose 22 28 Du sollst dem Fürsten deines Volkes nicht fluchen und Paulus lehrl 1 Tim 2 die Christen für die Obrigkeit zu beten usw Auch Salomo lehrt in seinen Sprüchen und im Predigerbuch überall dem Könige zu gehorchen und untertan zu sein vgl Spr 24 21 Pred 10 20 Nun kann es niemand leugnen Wenn sich die Untertanen gegen die Obrigkeit stellen rächen sie sich selber und machen sie sich selber zum Richter Und das ist nicht nur gegen Ordnung und Gebot Gottes der sich Gericht und Rache selbst vorbehalten haf sondern auch gegen jedes natürliche Gesetz und jede Billigkeit wie man sagt Niemand darf sein eigener Richter sein und auch Wer zurückschlägt ist im Unrecht Tyrannei ist von Gott verhängt und schadet der Seele gar nicht also kein Grund zum Aufruhr Hier will man vielleicht sagen Ja wie kann man von den Tyrannen alles leiden Du räumst ihnen zuviel ein Durch eine solche Lehre wird ihre Bosheit nur noch stärker und größer Soll man es denn ertragen daß eines jeden Frau und Kind Leben und Besitz so gefährdet und geschändet wird Wer kann etwas Redliches anfangen wo man so leben soll Ich antworte Ich belehre doch nicht dich der du tun willst was dir gut dünkt und gefällt Nur zu tue wonach dir dein Sinn steht und töte alle deine Herren Sieh zu wie es dir gelingt Ich belehre allein die die gerne rechtschaffen handeln wollen Solchen sage ich daß der Obrigkeit nicht mit Ungesetzlichkeit und Aufruhr entgegengetreten werden darf wie es die Römer Griechen Schweizer und Dänen getan haben Sie haben wohl andere Möglichkeiten Zuerst Wenn sie sehen daß die Obrigkeit ihrer eigenen Seele Seligkeit so geringachtet daß sie wütet und unrecht tut was kümmert es dich dann daß sie dir deinen Besitz dein Leben deine Frau und dein Kind verderben Deiner Seele kann sie doch nicht schaden Sie schadet sich selber mehr als dir weil sie ihre eigene Seele verdammt worauf dann das Verderben ihres Lebens und Besitzes folgen muß Meinst du nicht daß es schon streng genug gerächt ist Böse Obrigkeit ist wie Krieg hinzunehmen Zum anderen Was wolltest du tun wenn deine Obrigkeit Krieg führt in dem nicht nur dein Besitz deine Frau und dein Kind sondern auch du selber zugrunde gehen müssen gefangen verbrannt und getötet werden um deines Herren willen Wolltest du deshalb deinen Herren töten Wie viele gute Leute hat wohl Kaiser Maximilian sein Leben lang in Kriegen verloren Trotzdem hat man ihm deswegen nichts getan Wenn er sie aber auf tyrannische Weise umgebracht hatte wäre freilich nichts Grausameres je gehört worden Wohlan dennoch ist er aber die Ursache dafür daß sie umgekommen sind denn um seinetwillen sind sie erschlagen worden Was ist nun ein Tyrann und Wüterich anderes als ein gefährlicher Krieg wo es manchen guten rechtschaffenen unschuldigen Menschen kostet Ja ein schlimmer Tyrann ist noch erträglicher als ein schlimmer Krieg was du zugeben mußt wenn du deine eigene Vernunft und Erfahrung befragst Ich glaube wohl daß du gern Frieden und gute Tage hättest Was aber wenn Gott sie dir durch Krieg und Tyrannen verwahrt Nun wähle und schätze ab ob du lieber Krieg oder lieber einen Tyrannen hättest Denn verdient hast du wohl beides und bist es vor Gott schuldig Aberwir sind solche Leute daß wir Schurken sein und in Sünden bleiben wollen Bloß die Strafe für die Sünde wollen wir vermeiden dazu uns auch dagegen wehren und unsere Sünde verteidigen Das wird uns gelingen wie einem Hunde der in die Stacheln beißt Böse Obrigkeit ist Strafe für Sünde des Volkes Drittens Ist die Obrigkeit nicht böse wohlan so ist Gott da der Feuer Wasser Eisen Steine und unzählige Möglichkeiten hat zu töten Wie schnell hat er einen Tyrannen umgebracht Und er würde das sicher auch tun Aber unsere Sünden lassen es nicht zu Denn so spricht er im Buche Hiob Er läßt einen Schurken regieren um der Sünden des Volkes willen Hiob 34 30 Und daß ein Schurke regiert das können wir sehr deutlich sehen Das er aber nicht aus seiner Schlechtigkeit heraus so regiert sondern um der Sünde des Volkes willen das will keiner sehen Seine eigene Sünde bedenkt das Volk nicht sondern meint der Tyrann regiert so weil er eben so schlecht ist So verblendet verkehrt und toll ist die Welt Darum geht es auch so zu wie es den Bauern im Aufruhr ergangen ist welche die Sünde der Obrigkeit bestrafen wollten als wären sie selber völlig rein und hätten keine Strafe verdient Deshalb mußte Gott ihnen den Balken in ihrem Auge zeigen damit sie den Splitter des anderen vergessen vgl Matth 7 5 Böse Obrigkeit ist stets von Aufruhr bedroht Viertens Die Tyrannen befinden sich in der Gefahr daß sich wie gesagt aufgrund göttlicher Fügung die Untertanen erheben und sie töten oder verjagen Denn wir lehren hier die die das Rechte tun wollen wovon sehr wenige gibt Daneben bleibt gleichwohl die große Masse Heiden Gottlose und Nichtchristen welche sich wenn Gott es zuläßt zu Unrecht der Obrigkeit widersetzen und Unglück anrichten wie es die Juden Griechen und Römer oft getan haben Deshalb brauchst du nicht zu klagen daß die Tyrannen und Obrigkeiten durch unsere Lehre sicher werden Böses zu tun Nein sie sind gewiß nicht sicher Freilich lehren wir so daß sie sicher sein sollten Gott gebe es sie mögen nun Böses oder Gutes tun Wir aber können ihnen diese Sicherheit nicht geben noch verschaffen denn wir können die große Masse nicht zwingen unserer Lehre zu folgen wenn Gott nicht seine Gnade gibt Wir können lehren was wir wollen Die Welt tut trotzdem was sie will Gott muß helfen und wir müssen die belehren die das Gute und Rechte tun wollen Vielleicht können sie helfen die große Menge aufzuhalten Und was unsere Lehre angeht so sitzen die Oberherren ebenso sicher wie sie ohne sie sitzen Denn leider geht es so daß deine Klage nicht nötig ist weil der größte Teil der Menge nicht auf uns hört und es allein bei Gott und in Gottes Hand liegt die Obrigkeit zu erhalten so wie er sie auch allein angeordnet hat Auch das haben wir wohl im Bauernaufstand erfahren Darum laß dich nicht dadurch beirren daß die Obrigkeit böse ist Ihr liegt die Strafe und das Unglück näher als du wünschen kannst wie es der Tyrann Dionys bekannte um sein Leben stünde es als hinge ihm ein bloßes Schwert an einem Seidenfaden über dem Kopf während unter ihm eine große Feuersglut brennte Gott bedroht böse Obrigkeit durch Krieg von aussen Fünftens Gott hat noch eine andere Möglichkeit die Obrigkeit zu bestrafen so daß du dich nicht selbst zu rächen brauchst Er kann eine fremde Obrigkeit erwecken wie z B die Goten gegen die Römer die Assyrer gegen Israel usw So schwebt also überall Rache Strafe und Gefahr genug über den Tyrannen und der Obrigkeit Gott laßt sie nicht mit Freuden und in Frieden böse sein Er ist kurz hinter ihnen ja um sie herum hat sie zwischen den Sporen und im Zaum Christen verzichten darauf sich gegen die Obrigkeit zu empören Hierzu paßt auch das natürliche Gesetz das Christus Matth 7 12 lehrt Was ihr wollt daß die Leute es euch tun das tut ihnen Es will doch auch kein Hausvater von den Seinen aus seinem Hause gejagt getötet oder zugrunde gerichtet werden um seiner bösen Taten willen besonders wenn sie es aus selbst angemaßter Gewalt tun um sich selbst zu rächen und selbst Richter zu sein ohne vorhergehende Klage vor einer anderen höheren Obrigkeit Ebenso unrecht muß es auch für einen jeden Untertan sein etwas gegen seinen Tyrannen zu unternehmen Dafür muß ich ein Beispiel geben oder auch zwei die gut zu merken sind und denen zu folgen nützlich ist Man liest folgendes Eine Witwe betete aufs andächtigste für ihren Tyrannen Gott möge ihn lange leben lassen usw Der Tyrann hörte das und wunderte sich weil er wohl wußte daß er ihr viel Leid angetan hatte und ein solches Gebet selten vorkommt Denn im allgemeinen pflegt das Gebet für den Tyrannen nicht so zu lauten Er fragte sie warum sie so für ihn bete Sie antwortete Als dein Großvater lebte hatte ich zehn Kühe Er nahm mir zwei Da betete ich gegen ihn damit er stürbe und dein Vater Herr würde Als das geschah nahm mir dein Vater drei Kühe Wieder betete ich damit du Herr wurdest und er stürbe Nun hast du mir vier Kühe genommen Deshalb bitte ich nun für dich Denn ich fürchte wer nach dir kommt nimmt mir auch die letzte Kuh mit allem was ich habe Ebenso berichten die Gelehrten von einem Bettler der von Wunden bedeckt war in denen viele Fliegen saßen die ihn aussaugten und stachen Da kam ein barmherziger Mensch wollte ihm helfen und scheuchte die Fliegen alle von ihm weg Er aber schrie und sagte Ach was tust du Diese Fliegen waren nahezu voll und satt so daß sie mir nicht mehr so viel Qual bereiteten Nun kommen an ihrer Stelle hungrige Fliegen und werden mich viel mehr plagen Verstehst du diese Fabeln Die Obrigkeit ändern und die Obrigkeit bessern sind zwei verschiedene Dinge so weit getrennt wie Himmel und Erde Das Ändern kann leicht geschehen Das Bessern ist schwierig und gefährlich Warum Weil es nicht unserem Willen und Vermögen anheimgestellt ist sondern allein in Gottes Willen und Hand liegt Der tolle Pöbel aber fragt nicht viel wie es besser werde sondern nur danach daß es anders werde Wenn es dann schlimmer wird will er wieder etwas anderes haben Und so bekommt er Hummeln für Fliegen und zuletzt Hornissen für Hummeln Die Frösche wollten vorzeiten auch nicht den Klotz als Herren leiden Dafür bekamen sie den Storch der sie auf den Kopf hackte und fraß Es ist eine verdammte verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen Die sind der Knüppel der dem Hund an den Hals gebunden wird Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen Das Schwert zeigt deutlich an was für Kinder es unter sich hat nämlich nichts als verdammte Schurken wenn sie es zu tun wagten Darum rate ich daß ein jeder der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife Er bedenke daß die weltliche Obrigkeit der Seele keinen Schaden zufügen kann wenn es die Geistlichen und die falschen Lehrer tun Er folge hierin dem gerechten David der vom König Saul so große Gewalt litt wie du nur immer erleiden kannst Dennoch wollte er nicht die Hand an seinen König legen was er wohl oft hätte tun können sondern überließ es Gott vgl 1 Sam 24 26 Er ließ alles gehen solange Gott es so haben wollte und duldete bis zum Ende Wenn sich nun ein Krieg oder Streit erhebt gegen deinen Oberherrn dann lasse kriegen und streiten wer da will denn wie gesagt wenn Gott nicht die Masse hält können wir es auch nicht Du aber der du das Rechte tun und ein reines Gewissen behalten möchtest laß Harnisch und Waffe liegen und kämpfe nicht gegen deinen Herrn oder Tyrannen Leide lieber alles was dir geschehen mag Die Masse aber die es tut wird ihren Richter wohl finden Auch Verfassungsbruch rechtfertigt keinen Aufstand Ja sagst du wenn sich ein König oder Herr seinen Untertanen gegenüber eidlich verpflichtet nach vorgelegten Artikeln zu regieren dies aber nicht hält und damit eigentlich schuldig wird auch die Herrschaft niederzulegen usw wie man sagt daß der König von Frankreich nach Vorschriften der Parlamente seines Reiches regieren und der König von Dänemark auch auf besondere Artikel schwören müsse Hier antworte ich Es ist gut und billig daß die Obrigkeit nach Gesetzen regiert und diese schützt und nicht nach eigenem Mutwillen Darüber hinaus ist ferner zu bedenken daß ein König nicht nur gelobt sein Landrecht oder Artikel zu halten sondern auch Gott selber gebietet ihm gerecht zu sein und er gelobt auch das zu tun Wohlan wenn nun dieser König nichts hält weder Gottes Recht noch sein Landrecht Sollst du ihn deshalb angreifen dieses richten und bestrafen Wer hat es dir befohlen Es müßte hier doch eine andere Obrigkeit zwischen euch treten die euch beide verhört und den Schuldigen verurteilt Sonst würdest du dem Urteil Gottes nicht entrinnen der da spricht Die Rache ist mein Röm 12 19 und Richtet nicht Matth 7 1 Und weil hierauf gerade das Beispiel des Königs von Dänemark zutrifft den die von Lübeck und der Seestädte zusammen mit den Dänen vertrieben haben will ich auch meine Antwort dazu sagen um derer willen deren Gewissen hierin vielleicht falsch orientiert ist und damit sich vielleicht einige besser besinnen und zur Erkenntnis kommen Wohlan es sei allerdings so Der König ist ungerecht vor Gott und der Welt und das Recht liegt ganz und gar auf seiten der Dänen und Lübecker Das ist eine Sache für sich Darüber hinaus nun die andere Seite daß die Dänen und die Lübecker zugegriffen haben als Richter und Oberherrn des Königs und dieses Unrecht bestraft und gerächt haben Damit haben sie sich das Recht und die Rache angemaßt Und hier entsteht nun die Frage und geht es um das Gewissen Wenn die Sache vor Gott kommt wird er nicht fragen ob der König ungerecht ist oder sie gerecht sind denn das ist offenbar geworden Sondern er wird so fragen Ihr Herren von Dänemark und zu Lübeck wer hat euch den Vollzug dieser Rache und Strafe befohlen Habe ich es euch befohlen oder der Kaiser oder Oberherr So legt Brief und Siegel vor und beweist es Können sie das so steht ihre Sache gut Können sie es nicht so wird Gott folgendermaßen urteilen Ihr Aufrührer die ihr mich bestehlen wollt die ihr mir in mein Amt eingreift und anmaßend die göttliche Rache an euch gerissen habt ihr seid schuldig laesae maiestatis divinae d h ihr habt euch an der göttlichen Majestät versündigt und vergangen Denn es ist zweierlei im Unrecht sein und Unrecht bestrafen ius et executio iuris iustitia et administratio iustiliae Recht und Unrecht haben ist jedermanns Sache Aber Recht und Unrecht geben und sprechen ist Aufgabe dessen der Herr ist über Recht und Unrecht Und das ist Gott allein der es an seiner Statt der Obrigkeit übergibt Deshalb darf niemand es sich anmaßen er sei denn gewiß daß er dafür von Gott oder seiner Dienerin der Obrigkeit vgl Röm 13 4 einen Befehl hat Das Recht auf Selbsthilfe würde die Welt ins Chaos stürzen Wenn es so gehen sollte daß ein jeder der recht hat den der unrecht hat selber bestrafen könnte was sollte daraus in der Welt werden Da würde es dazu kommen daß der Knecht den Herrn die Magd die Herrin Kinder die Eltern und Schüler den Lehrer schlagen Das würde eine lobenswerte Ordnung werden Wozu brauchte man dann Richter und eine von Gott eingesetzte Obrigkeit Laßt sie es selbst die Dänen und Lübecker bedenken ob sie es für rechtens ansehen daß ihr Gesinde ihre Bürger und Untertanen sich gegen sie stellen dürfen sofern ihnen Unrecht geschieht Warum verhallen sie sich anderen gegenüber nicht so wie sie es erwarten und verschonen einen anderen nicht damit womit sie selber verschont werden möchten wie es Christus und das natürliche Gesetz lehren vgl Malth 7 12 Die Lübecker freilich und andere Städte können sich damit herausreden daß sie keine Untertanen des Königs sind sondern als Feinde einem Feinde und als gleiche einem gleichen gegenüber gehandelt haben Die armen Dänen aber haben ohne Befehl von Gott als Untertanen gegen ihre Obrigkeit gehandelt Und die Lübecker haben dazu geraten und dabei geholfen Damit haben sie sich mit dieser fremden Sünde beladen und sich in den aufrührerischen Ungehorsam gegen die göttliche wie die menschliche Majestät gemischt verwickelt und verbunden Davon daß sie auch das Gebot des Kaisers verachten will ich gar nicht erst reden Dieses erzähle ich hier in diesem Falle als ein Beispiel weil wir lehren daß sich die Unterperson nicht gegen die Oberperson stellen darf Denn es ist eine bemerkenswerte Geschichte mit dem vertriebenen König und kann gerade hier wohl dazu dienen alle anderen zu warnen damit sie sich vor diesem Beispiel in acht nehmen und daß denen die es getan haben das Gewissen angesprochen wird damit sich einige bessern und von ihrem unrechten Tun lassen bevor Gott kommt und sich wiederum an seinen Räubern und Feinden rächt Nicht daß sich alle danach richten werden Denn wie gesagt die große Menge richtet sich nicht nach Gottes Wort Es ist ein verlorener Haufe der nur für den Zorn und die Strafe Gottes vorgesehen ist Sondern ich bin damit zufrieden daß es sich einige zu Herzen nehmen und nicht mit den Dänen und Lübeckern gemeinsame Sache machen oder aber wenn sie darin verwickelt gewesen sind sich herauslösen und als an fremden Sünden beteiligt gefunden werden Denn wir haben alle zusammen mehr als genug mit unseren eigenen Sünden zu tun Das Verbot des Krieges gegen die Obrigkeiten heißt nicht daß diese ohne Tadel wären Hier werde ich freilich wieder herhalten und meine Richte hören müssen die da schreien Oh ich meine ja doch das heißt getrost den Fürsten und Herren geschmeichelt Kriechst du nun zu Kreuze und suchst Gnade Fürchtest du dich usw Wohlan diese Hummeln lasse ich brummen und vorüberfliegen Wer es kann der mache es besser Ich habe mir jetzt nicht vorgenommen den Fürsten und Oberherren zu predigen Ich meine wohl auch solche Schmeichelei sollte mir schlechte Gnade einbringen wie jene über solche Schmeichelei nicht sehr froh sein werden Denn ich setze ja wie man hören konnte ihren Stand einer großen Gefahr aus Außerdem habe ich es an anderen Stellen genug betont und es ist ja auch leider allzu wahr daß der größte Teil der Fürsten und Herren gottlose Tyrannen und Feinde Gottes sind die das Evangelium verfolgen und dazu mir ungnädige Herren und Junker sind Aber danach frage ich auch nicht viel Sondern ich lehre das damit ein jeder selbst weiß wie er sich in dieser Sache der Obrigkeit gegenüber zu verhalten hat damit er tut was Gott ihm befiehlt die Oberherren aber lasse ich auf das Ihre sehen und dafür einstehen Gott wird die Tyrannen und Oberen nicht vergessen Er ist auch ihnen hinreichend gewachsen wie er es vom Anfang der Welt bis heute bewiesen hat Man kann nicht nur von den Untertanen hier den Bauern Gehorsam fordern Zudem möchte ich daß das was ich hier schreibe nicht als nur auf die Bauern bezogen verstanden wird als wären sie allein die Unterperson derAdel aber nicht So nicht Sondern was ich über die Unterperson sage gilt sowohl Bauern wie Bürgern Edelleuten Herrn Grafen und Fürsten Denn sie alle haben auch Oberherren und sind Unterperson eines anderen Und wie man einem aufrührerischen Bauern den Kopf abschlägt so soll man auch einem aufrührerischen Edelmann Grafen und Fürsten den Kopf abschlagen einem wie dem anderen so daß niemandem Unrecht geschieht Kaiser Maximilian hatte einem wohl glaube ich ein Lied singen können von ungehorsamen aufrührerischen Fürsten und einem solchen Adel die sich alle sehr gern zusammengerottet und gegen ihn verschworen hatten Und wie oft hat der Adel wohl geklagt und geflucht gewünscht und versucht den Fürsten zu trotzen und sich zu verbünden Zum Beispiel hat doch der fränkische Adel den Ruf daß er wenig auf den Kaiser und die Bischöfe gibt Solche Junkerlein darf man nicht aufgewiegelt oder aufrührerisch nennen wenn sie es gleich sind Der Bauer muß es leiden Der muß herhalten Wenn meine Sinne aber mich nicht trügen ist es doch so daß Gott durch die aufrührerischen Bauern die aufrührerischen Herren und den Adel gestraft hat einen Schuft durch den anderen weil Maximilian sie ertragen mußte und nicht bestrafen konnte obwohl er solange er lebte derjenige sein mußte der aufhielt Und ich möchte wetten Wenn der Bauernaufstand nicht dazwischengekommen wäre hätte sich unter dem Adel ein Aufstand gegen die Fürsten und vielleicht auch gegen den Kaiser erhoben So sehr stand es in Deutschland auf des Messers Schneide Nun aber die Bauern dazwischengekommen sind müssen allein sie schwarz sein Der Adel und die Fürsten sind fein heraus sind ohne Schuld und haben noch nie etwas Böses getan Gott aber läßt sich auf diese Weise nicht täuschen und er hat sie mit diesem Beispiel gewarnt ebenso ihrer Obrigkeit gehorsam zu sein So sieht meine Heuchelei den Fürsten und Herren gegenüber aus Die Obrigkeit hier der Adel steht auch unter dem Gebot Gottes Hier sagst du Soll man das denn von einem Oberherren ertragen daß er ein rechter Bösewicht ist uns Land und Leute verderben lassen Um in der Sprache des Adels davon zu reden Teufel Veitstanz Pest Sankt Anton Sankt Quirin Ich bin vom Adel Wer will es zulassen daß mir ein Tyrann Frau Kind Leben und Gut elendiglich zugrunde richte Ich antworte So höre doch Ich belehre dich doch nicht Fahre nur immer fort du bist doch klug genug An mir soll es nicht liegen Es kostet mich nicht mehr Mühe als daß ich dir zusehe wie du ein solches hohes Lied heraussingst Den anderen die sich gern ihr gutes Gewissen bewahren wollen sagen wir folgendes Gott hat uns in der Welt der Herrschaft des Teufels unterworfen Wir haben hier also kein Paradies sondern müssen zu jeder Stunde auf alles Unglück gefaßt sein an Leib Weib Kind Gut und Ehre Und wenn in einer Stunde nicht zehn Unglücksfälle eintreten ja wenn du eine Stunde leben kannst sollst du sagen Oh welch große Güte erweist mir Gott daß mir in dieser Stunde nicht alles Unglück zustößt Wie geht das zu Dürfte ich doch unter der Herrschaft des Teufels nicht eine selige Stunde erleben usw So belehren wir die Unseren Du aber kannst für dich etwas anderes machen Baue dir ein Paradies wo der Teufel nicht hinkommen kann damit du von keinem Tyrannen solches Wüten zu erwarten brauchst Wir wollen zusehen Ach uns geht es viel zu gut Uns sticht der Hafer Wir kennen Gottes Güte nicht und glauben weder daß Gott uns so behütet noch daß der Teufel so böse ist Nichts als böse Kerle wollen wir sein und doch von Gott nur Gutes haben Krieg gegen die Obrigkeit ist immer unrecht So viel sei über den ersten Punkt gesagt daß gegen die Oberperson kein Kampf noch Streit rechtmäßig sein kann Und obwohl es oft geschehen ist und täglich die Gefahr besteht daß es geschieht so wie alle anderen Sünden und alles Unrecht auch geschehen wenn Gott es zuläßt und nicht verhindert so geht es zuletzt doch nicht gut aus und bleibt nicht ungerächt und wenn man gleich eine Zeitlang Glück hatte Krieg Gleicher gegen Gleiche kann berechtigt sein wenn es ernsthafte Gründe gibt mutwilliger Krieg ist immer verwerflich Nun wollen wir uns dem zweiten Punkt zuwenden ob man als gleicher gegen einen gleichen kämpfen und streiten darf Und das möchte ich so aufgefaßt wissen Nicht daß es gerechtfertigt ist nach eines jeden tollen Herren Laune Krieg anzufangen Das möchte ich vor allen Dingen zuvor gesagt haben Wer Krieg anfängt der ist im Unrecht und es ist gerecht daß er geschlagen oder doch zuletzt bestraft wird welcher als erster das Messer zieht Gemeinhin ist es auch so geschehen und zugegangen in allen Geschichten daß die den Krieg verloren haben die ihn anfingen und ganz selten diejenigen geschlagen worden sind die sich wehren mußten Denn die weltliche Obrigkeit ist von Gott nicht dazu eingesetzt worden den Frieden zu brechen und Krieg anzufangen sondern dazu den Frieden zu schützen und denen die Krieg suchen zu wehren wie Paulus Röm 13 4 sagt es sei die Aufgabe des Schwertes zu schützen und zu strafen die Gerechten im Frieden zu schützen und die Bösen mit Krieg zu bestrafen Und Gott der das Unrecht nicht duldet fügt es auch so daß die die Krieg suchen bekämpft werden müssen so wie das Sprichwort lautet Noch nie war einer so böse der nicht einen noch Schlimmeren gefunden hat So läßt auch Gott von sich singen Ps 68 31 Dissipa gentes que bella volunt Der Herr zerstört die Völker die Freude am Kriege haben Davor hüte dich Gott lügt nicht Und laß dir gesagt sein daß du Wollen und Müssen Lust und Notwendigkeit Freude am Krieg und Kampfeswillen sehr weit auseinanderhalten mußt Laß dich ja nicht in die Versuchung führen du seist dem türkischen Kaiser gleich Warte so lange bis die Not und das Muß kommen ohne die Lust und den Willen Du wirst dennoch genug zu tun haben und genug zu kämpfen bekommen damit du sagen kannst und dein Herz sich rühmen kann Wohlan wie gerne wollte ich doch Frieden haben wenn meine Nachbarn wollten Dann kannst du dich mit gutem Gewissen wehren Denn da steht Gottes Wort Er zerstreut die Freude am Kriege haben Ps 68 31 Achte auf die richtigen Krieger die bei dem Spiel dabei gewesen sind Die ziehen nicht schnell trotzen nicht haben keine Lust zum Schlagen Wenn man sie aber zwingt so daß sie müssen so hüte dich vor ihnen Da spaßen sie nicht Ihr Messer steckt fest Wenn sie es aber ziehen müssen kommt es nicht ohne Blut wieder in die Scheide Umgekehrt ist es mit den tollen Narren Die führen den Krieg zuerst mit Gedanken beginnen trefflich fressen die Welt mit Worten und ziehen als erste das Messer Sie sind aber auch die ersten die fliehen und das Messer einstecken Rom das mächtige Kaiserreich hat am allermeisten dadurch gewonnen daß es gezwungen war Kriege zu führen Denn ein jeder wollte sich mit ihnen anlegen und dabei Lorbeeren ernten Deshalb mußten sie sich wehren und schlugen denn auch weidlich um sich Hannibal der Fürst aus Afrika tat ihnen immerhin sehr weh so daß er sie beinahe zunichte gemacht hatte Aber was soll ich sagen Er hatte angefangen und er mußte auch aufhören Der Mut blieb bei den Römern obwohl sie verloren Wo aber der Mut bleibt da folgt bestimmt auch die Tat Denn es ist Gott der da handelt Und der will Frieden haben und ist feind denen die Krieg anfangen und den Frieden brechen Ich muß hier an Herzog Friedrich Kurfürst von Sachsen als Beispiel denken Es ist ja auch schade daß die Worte eines solchen klugen Fürsten zusammen mit seinem Leibe sterben sollen Als er manche tückischen Anfeindungen sowohl von seinen Nachbarn wie auch sonst überall ertragen mußte und insofern hinreichend Grund gehabt hätte für einen Krieg daß ein anderer toller Fürst der Freude am Kriegführen hat zehnmal angefangen hätte ließ er dennoch sein Schwert stecken gab immer gute Worte und verhielt sich als fürchte er sich sehr und fliehe geradezu Er ließ die anderen trotzig auftreten und blieb gleichwohl vor ihnen sitzen Als er darauf angesprochen wurde warum er sie so machen ließe antwortete er Ich will nicht anfangen Wenn ich aber Krieg führen muß so sollst du sehen daß das Aufhören von mir abhängen wird Und so blieb er ungebissen obwohl viele Hunde ihre Zähne zeigten Er sah daß es Narren waren und konnte ihnen das zugute halten Hätte der König von Frankreich nicht den Krieg gegen Kaiser Karl angefangen er wäre nicht so mit Schande geschlagen und gefangengenommen worden Und noch jetzt wo sich Venedig und die Welschen gegen den Kaiser stellen wiewohl er mein Feind ist bin ich doch kein Freund des Unrechts und anfangen gebe Gott daß endlich auch sie als erste aufhören und den Spruch wahr bleiben lassen müssen Gott zerstreut die Freude am Kriege haben Ps 68 31 Dieses alles bestätigt Gott mit treffenden Beispielen in der Schrift Deshalb ließ er den Königreichen der Amoriter und Kanaaniter zuerst durch sein Volk Frieden anbieten und wollte nicht daß sein Volk zu kämpfen begann damit diese seine Lehre bestätigt würde Allerdings Als dieselben Königreiche anfingen und das Volk Gottes zwangen sich zu wehren mußten sie alle zugrunde gehen vgl 4 Mose 21 21 ff Oh Sichwehren ist ein redlicher Grund zum Kämpfen Deshalb billigen auch alle Rechtsordnungen daß Notwehr unbestraft bleiben soll Wer aus Notwehr jemanden erschlägt ist vor jedermann unschuldig Umgekehrt Als die Kinder Israel ohne Notwendigkeit die Kanaaniter schlagen wollten wurden sie geschlagen 4 Mose 14 45 Und als Joseph und Asarja kämpfen wollten und Ehre suchten wurden sie geschlagen 1 Makk 5 55 ff Amazja der König von Juda wollte auch aus Lust gegen den König von Israel Krieg führen Wie es ihm aber erging das lies im 2 Buch der Könige Kapitel 14 Ebenso fing der König Ahab gegen die Syrer an zu Ramoth Aber er verlor und fand den Tod 1 Kön 22 Und die von Ephraim wollten Jephthah fressen und verloren 42 000 Mann Richt 12 Und immer so weiter findest du daß fast immer die verloren haben die angefangen hatten Der heilige König Josia mußte erschlagen werden weil er Streit gegen den König von Ägypten begann vgl 2 Kön 23 Er mußte den Spruch wahr bleiben lassen Der Herr zerstreut die Freude am Kriege haben Ps 68 31 Von daher haben auch meine Landsleute die vom Harz ein Sprichwort Ich habe doch wahrhaft gehört Wer schlägt wird wieder geschlagen Und warum das Doch deshalb weil Gott die Welt mit Strenge regiert und das Unrecht nicht unbestraft läßt Wer Unrecht begeht es aber nicht büßt und seinem Nächsten dafür keine Genugtuung verschafft der erhält seine Strafe von Gott so gewiß er lebt Ich meine der Müntzer mußte das mit seinen Bauern auch bekennen Krieg unter Gleichen ist nur zur Abwehr erlaubt Also ist in diesem Punkte das erste daß Kriegführen nicht gerechtfertigt ist auch wenn sich Gleichgestellte gegenüberstehen es sei denn daß es unter der Rechtfertigung und mit einem guten Gewissen geschieht das da sagen kann Mein Nachbar zwingt und drängt mich zum Kriege Ich wollte lieber verzichten damit der Krieg nicht nur Krieg sondern auch pflichtmäßiger Schutz und Notwehr heißen kann Denn man muß beim Kriege Unterschiede machen Die einen werden mit Lust und Willen angefangen bevor ein anderer angreift der andere aber wird einem aus Not und mit Gewalt aufgedrängt nachdem man von einem anderen angegriffen worden ist Der erste kann wohl ein Lustkrieg heißen der andere ein Notkrieg Der erste ist vom Teufel Gott gebe ihm kein Glück Der andere ist menschliches Unglück Gott helfe ihm Deshalb ihr lieben Herren laßt euch sagen Hütet euch vor dem Krieg es sei denn daß ihr euch wehren und schützen müßtet und euch das euch auferlegte Amt zum Kriege zwingt Dann laßt es geschehen und schlagt dazwischen seid Männer und beweist die Kraft eurer Waffen Dann darf man nicht nur mit Gedanken kämpfen Die Sache selbst wird genug Ernst mit sich bringen so daß den zornigen trotzigen stolzen Eisenfressern die Zähne so stumpf werden sollen daß sie nicht einmal mehr frische Butter beißen können Und das aus dem Grunde Ein jeder Herr und Fürst ist verpflichtet die Seinen zu beschützen und ihnen Frieden zu verschaffen Das ist sein Amt Dafür hat er das Schwert Röm 13 4 Das soll auch seines Gewissens sein worauf er sich verlassen kann damit er weiß daß dieses Tun vor Gott recht und von ihm aufgetragen ist Denn ich lehre jetzt nicht darüber was die Christen tun sollen denn uns Christen geht eure Herrschaft nichts an Aber wir dienen euch und sagen was ihr in eurer Herrschaft vor Gott tun sollt Ein Christ ist eine Person für sich Er glaubt für sich selbst und für sonst niemanden Ein Herr aber und Fürst ist keine Person für sich sondern er ist für andere da um ihnen zu dienen d h sie zu beschützen und zu verteidigen Freilich wäre es gut wenn er dazu auch noch Christ wäre und an Gott glaubte Dann wäre er wohl glückselig Aber Christsein ist nicht fürstlich Deshalb können wenige Fürsten Christen sein so wie man sagt Ein Fürst ist Wildbret im Himmel Wenn sie nun gleich nicht Christen sind sollen sie dennoch rechtschaffen und richtig handeln gemäß der äußeren Ordnung Gottes Das verlangt er von ihnen Ein Herr oder Fürst aber der dieses Amt und diesen Auftrag nicht wahrnimmt sondern meint er sei nicht um seiner Untertanen willen sondern wegen seiner schönen blonden Haare Fürst Gott habe ihn zum Fürsten gemacht damit er sich seiner Macht seines Besitzes und seiner Ehre freue daß er Spaß daran habe und auch die Möglichkeit trotzig aufzutreten und sich darauf zu verlassen der gehört unter die Heiden ja der ist ein Narr Denn dieser selbe dürfte auch um einer tauben Nuß willen einen Krieg anfangen und auf nichts anderes sehen als darauf wie er seinen bösen Willen befriedigt Solchen tritt Gott entgegen dadurch daß auch andere Fäuste haben und jenseits des Berges auch Leute wohnen So hält ein Schwert das andere in der Scheide fest Ein vernünftiger Fürst aber sieht nicht auf sich selber Es genügt ihm daß seine Untertanen gehorsam sind Wenn seine Feinde oder Nachbarn trotzig auftreten und viele böse Worte verlieren so denkt er Narren schwätzen allezeit mehr als Weise und Viele Worte gehen in einen Sack und Mit Schweigen beantwortet man vieles Deshalb fragt er nicht viel danach bis er sieht daß man seine Untertanen angreift oder bis erdas Messer schon zur Tat gezückt findet Da leistet er dann Widerstand so gut er kann darf und muß Anderenfalls wer eine solche Memme ist daß er alle Worte ernst nehmen will und nach Gründen sucht der will gewiß den Wind mit dem Mantel fangen Was er damit aber für Ruhe oder Nutzen erreicht das laß ihn zuletzt selber beichten so wirst du es wohl erfahren Auch einen Abwehrkrieg darf man nicht leichtfertig sondern nur in Gottesfurcht führen Das sei nun also das erste Stück in diesem Punkte Das andere ist genauso nötig zu merken Wenn du gleich gewiß und sicher bist daß nicht du anfängst sondern zum Kriege gezwungen wirst mußt du dennoch Gott fürchten und vorAugen haben und darfst nicht einfach darauflos handeln Ja ich werde gezwungen ich habe gute Gründe Krieg zu führen dich darauf verlassen wollen und tollkühn hineinspringen Das führt zu nichts Es ist wahr du hast gute Gründe fürden Krieg und dafür dich zu wehren Deswegen hast du aber noch nicht Brief und Siegel von Gott daß du gewinnen wirst Ja eben dieser Trotz sollte wohl der Grund für deine Niederlage werden obwohl du gerechte Gründe für den Krieg hast Denn Gott kann weder Stolz noch Trotz leiden es sei denn von dem der sich vor ihm demütigt und ihn fürchtet Daß man sich vor Menschen und vor dem Teufel nicht fürchtet daß man tapfer und trotzig mutig und entschieden ihnen gegenüber ist wenn sie anfangen und unrecht haben das gefällt ihm gut Daß damit aber gewonnen sein soll als wären wir es die alles tun oder ausrichten daraus wird nichts Sondern er will gefürchtet sein und hören daß von Herzen dieses Lied gesungen wird Lieber Herr mein Gott du siehst daß ich Krieg führen muß Ich möchte es lieber lassen Ich baue auch nicht auf die gerechte Sache sondern auf deine Gnade und Barmherzigkeit Denn ich weiß wenn ich mich auf die gerechte Sache verlasse und darauf poche könntest du wohl mich billig fallenlassen als einen der gerechterweise fällt weil ich mich auf mein Recht und nicht auf deine Gnade und Güte allein verlasse Hier höre was die Heiden wie die Griechen und die Römer die von Gott und Gottesfurcht nichts wußten in einem solchen Falle sagten Sie meinten sie wären es die da Krieg führten und siegten Aber auch aus mannigfachen Erfahrungen daß oft große gerüstete Heere von wenigen und Ungerüsteten geschlagen wurden mußten sie lernen und bekannten es auch freimütig daß es im Kriege nichts Gefährlicheres gäbe als sich sicher zu fühlen und trotzig zu sein und sie schlossen daraus man dürfe auf keinen Fall den Feind verachten wie gering er immer sein möge ferner man dürfe keinen Vorteil aufgeben wie geringfügig er auch sein möge und schließlich man

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