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  • Galerie › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    for larger view Roll over and click left or right side of image to move backward or forward Note navigate by alternatively pressing the arrow keys Es ist durch ziemlich chronologische Anordnung eigentlich eine Art musikalische Photo Biographie entstanden Wohl auch deshalb weil mir oft nur solche Bilder zugeleitet wurden auf denen nicht unbedingt die ganze Band usw zu sehen ist sondern vorwiegend die Portraits von mir Auch aus dem

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  • Backlink-Banner › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    johannesschaedlich de target blank title Link zur Home Page des Bassisten Johannes Schaedlich img src http i601 photobucket com albums tt95 jazzbassist banner johannesschaedlich gif alt Banner mit dem Logo des Bassisten Johannes Schaedlich style border none a So sieht das Ganze dann aus Vielen Dank Ein einfacher Text Link ist natürlich auch prima Hier wäre ein vorbereiteter Link Code a href http www johannesschaedlich de target blank title Link

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  • Tutorial/Notenbeispiel › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    Beispiel Example Fingersätze über Skalen Moll Skalen E Bass Fingerings on Scales Minor scales for Electric Bass s Downloads Go to Downloads on Page Bass Tutorial Keep walking

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  • Instruments and Equipment for Sale › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    000 Info 3 Saiter Challier 5 8 von ca 1870 18 000 Info Siebenbürgener 5 Saiter von ca 1985 6 500 Info Björn Stoll 3 4 Modell Havanna von 2012 6 500 Info Eigene Bässe Markneukirchner 3 4 Baß von

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  • Brief an Mercedes-Benz zum Förderpreis für Jazz- und Popularmusik 1996 › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    obgleich ich auf Grund Ihrer Teilnahmebedingungen vermutlich leider nicht in den Genuß einer Förderung eines meiner musikalischen Projekte kommen werde Erlauben Sie mir damit zum Thema Ihres Schreibens zurückzukommen und eine Stellungnahme aus persönlicher beruflicher Sicht hinzuzufügen Eine Förderpreisvergabe wird offenbar häufig gedanklich mit einem Stadium des künstlerischen bzw beruflichen Beginns und auch mehr oder weniger entsprechenden Lebensalters in Verbindung gebracht Gewiß ist dies ein wichtiger Zeitpunkt in dem Unterstützung und Förderung hochwillkommen und mit Sicherheit notwenig sind das Geschehen insbesondere in der auch international betrachtet gesamten Jazz und Pop Szene zeigt jedoch daß die Enstehung von Kunstschaffen auf diesem Gebiet von der Immatrikulation an einer Hochschule weitestgehend unabhängig ist In der Pop Szene um die Stilistiken der Analyse halber einmal zu trennen wird dies noch deutlicher Die akademische Erhöhung derartiger Musik durch die Etablierung von Studiengängen an vormals rein klassischen Hochschulen die übrigens erst vor wenigen Jahren begonnen hat kann es keineswegs zwangsläufig mit sich bringen daß die künstlerische Qualifikation eines Jazz Musikers mit entsprechendem Diplom in irgendeiner Weise höher zu bewerten wäre als die desjenigen dessen Studien nicht durch den Besuch von institutionalisierten Pflichtveranstaltungen geprägt waren Nach langer Erfahrung als Privatmusiklehrer und Lehrbeauftragter der Musikhochschule Heidelberg Mannheim könnte ich resümieren daß ein Jazz Studium an einer Hochschule natürlich durchaus eine Qualifikation vermitteln kann beispielsweise weil hier wie anderswo Sachinhalte transportiert werden können bessere Chancen auf dem kaum geförderten Markt für Arbeitsmöglichkeiten resultieren anschließend daraus jedenfalls nicht Daß jedenfalls Jazz schlicht ausgedrückt begrenzt unterrichtbar ist wäre ein weiteres auch unter meinen Kollegen weit verbreitetes Resümee als mitteleuropäisch denkende Menschen haben wir gleichwohl oft Schwierigkeiten ein Kunstschaffen ohne institutionelle Legitimierung für bemerkenswert zu halten Ich würde damit gern eine Diskussion anregen insbesondere im Zusammenhang mit Ihrer Teilnahmeklausel die besagt daß 50 der beteiligten Musiker an einer Baden Württembergischen Musikhochschule eingeschrieben

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  • Zur Situation der Jazz-Szene im Rhein-Neckar-Bereich (1999) › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    des Wirtes zu warten Letzteres scheint mir manchmal auch dazu zu dienen zu verschleiern daß der Deal oftmals garnicht ausschließlich darin besteht aus Eintrittsgeldern eine Band zu finanzieren und an der Bewirtung zu verdienen sondern darin mit einem Jazz Live Programm ganz simpel zu einer äußerst preisgünstigen permanenten Werbung in den lokalen Medien zu kommen Erstaunlich viele Jazzmusiker haben Schwierigkeiten diese Seite der Medaille ihrer Begriffswelt zuzuordnen Ich glaube es würde Zeit es endlich mal zu kapieren Daß es naiv wäre bei jedem Veranstalter reinen kulturellen Idealismus zu vermuten würde zum Beispiel jeder sagen wir mal SPD Gewerkschafter wissen den Spruch der Unternehmer gibt nichts ohne Not habe ich jedenfalls aus solchen Kreisen vernommen er scheint dort eine gewisse Tradition zu haben oder es ist ein Zitat Überall wollen kommerzielle Veranstalter Jam Session Reihen aufziehen weil sie immerhin wenn schon sonst nichts über Jazz mitbekommen haben daß eine Jam Session nochmals billiger ist als ein regulärer Gig Ich glaube man muß insbesondere über freiwilliges Gagen Dumping auf der Ebene der lokalen Jazz Szene unter Musikern in s Gespräch kommen wenn man nicht zu viele Möglichkeiten von der Musik zu leben aus der Hand verlieren will schließlich gibt es die Problematik ja nicht nur hier im Rhein Neckar Bereich Ich wünsche mir selbst auch schon lange eine Art Club mit Treffpunkt Charakter zu haben wo man jammen und aushängen kann keine Techno Pop Berieselung ertragen muß um den meine jetzige oder künftige Freundin keinen Bogen macht und man sowieso ein irgendwie jazzmäßiges Ambiente hat Daß letzteres in Britta Böhmer s Club jedenfalls vom Interieur her Saufkneipenmobiliar in treudeutscher Eiche Imitation und Geldspielautomaten nicht sehr arg hip rüberkommt kann man anscheinend wegstecken der Club liegt in der City sodaß man möglicherweise kein Auto braucht und Britta ist man kann sagen was man will jazzfreundlich eingestellt Was ihr sicherlich um so leichter gemacht wurde indem allem Anschein nach mit ihr um Gagen nicht groß verhandelt sondern 100 Mark pro Band Deals frank und frei Haus angeboten wurden Genau dahin bei allem Verständnis für das irgendwie heimelige Gefühl für s quintettweise Biertrinken noch mit zwanzig Mark bezahlt zu werden zielt meine Kritik Nochmals Jazzmusiker als Haupt Beruf Übrigens DM 19 pro Musiker betrug die Abendgage bei den Monatsengagements noch Anno 1959 im Heidelberger Cave Sie wurde 1960 zunächst auf DM 19 50 erhöht Hat mir Peter Kosch erzählt Es lebe der Fortschritt Ich möchte nicht versäumen aus persönlichem Background zu ergänzen daß ich in meiner Phase der ersten Gigs auch schon ziemlich regelmäßig in Britta s Club Low Budget Gigs gespielt habe Nämlich zunächst für achtzig Steine pro Person in ihrem ersten d h nunmehr ungefähr viertletzten Laden womit ich seinerzeit die geltende 100 Mark Ethik zugunsten eines steady gig verletzt hatte aber sie hat wenig später dann doch den Hunderter gezahlt In ihrem vorletzten Club habe ich das regelmäßige wöchentliche 300 Mark Trio Programm incl Werbung organisiert und konnte dafür zweimal im Monat mit guten Trios spielen na ja so gut wie möglich eben Ich würde gern mit dem Hinweis auf den Umstand entsprechendes Nachdenken anregen daß das nun locker mehr als zehn Jahre her ist also ungefähr Mitte bis Ende der Achtziger In der hiesigen Jazz Szene haben sich in letzter Zeit einige Leute profiliert die ihre Inspirationen zur Politik des Spielens um jeden Preis offenbar aus dem wie ich finde egozentrisch gedankenlosen Versuch bezogen haben es so wie in New York machen zu wollen Der super tolle New Yorker Stil soll wohl in Spielen um jeden Preis bestehen Demnächst pay to play wie in der US Pop Szene Eigentlich müßte man ja kaum Tiefgründigkeit investieren um herauszufinden daß es eines der am wenigsten nachahmenswerten Merkmale der New Yorker Jazz Szene ist daß dort das Gagen Niveau kaum noch symbolischen Charakter hat Auch junge Musiker aus dem Umfeld der Musikhochschule betreiben mitunter eine ähnliche Politik Ein verzwicktes Problem am Jazz Hochschulstudium scheint zu sein daß der übliche Studenten Status mit finanzieller Unterstützung von Staat und oder Eltern günstiger WG und vielleicht einem vierzehn Jahre alten Ford Fiesta junge Leute dazu verleiten kann sich ihre berufliche Zukunft selbst schwer zu machen Jedermann will unbedingt spielen selbst verständlich aber die Sache mit den Taschengeld Gigs hat einen Haken der sich vielleicht beim Sammeln von Erfahrungen mit dem ganzen business aus dieser Bafög Perspektive irgendwie schwer begreifen läßt Denn kaum ist man mit dem Studium fertig und möchte nun berufstätig werden steht die nächste Studentengeneration parat und die machen es gerade wieder genauso So es ist doch wohl und das vergißt man zu leicht bis zum Erwachen am Tag nach dem Diplom Das ist ein Versuch einer Analyse bzw Beschreibung und zunächst mal nicht wertend gemeint Ein Hochschul Jazz Diplom hat jedenfalls außer einer Art Schonfrist bis ebendahin und vielleicht noch für Bewerbungen an provinzstädtischen Musikschulen nicht eben viel Bedeutung wenn die Schonzeit abläuft dazu passend vielleicht noch der Luxus einer selbstgegründeten bürgerlichen Kleinfamilie mitsamt größerer Wohnung in s Spiel kommt und das Auto sowieso erwartungsgemäß schlappgemacht hat sieht es mit symbolischen Gagen blitzschnell anders aus Falls das Berufsbild in der persönlichen Ethik höher gehängt ist als mitten in nicht besonders lieblichen Szenarios wie Gala Band Webber Musical oder städtischer Sing und Malschule landen zu wollen wäre es nötig über Jazzmusiker als Beruf zu reflektieren bevor die freie Rückseite des Diploms zur Fertigung von Demo Etiketten herhalten muß im Falle eines Falles klebt Uhu wirklich alles Es liegt offenbar nicht recht im grundsätzlichen Interesse der Hochschul Lehrkräfte den erwähnten Illusionen über das Jazz Diplom die sich viele Studenten machen hilfreich entgegenzuwirken Mit solchen Diskussionen würde man ja auch den eigenen Job konterkarieren Anders ist kaum zu erklären daß sich auch ein hiesiger Jazz Professor zusammen mit einer Hochschulstudenten Band auf Quartett Gagen einläßt die am ehesten dem historischen Stand entsprechen auf dem er am Beginn seiner eigenen Karriere wahrscheinlich noch einen Lebensunterhalt bestreiten konnte Das spielt sich übrigens in einem Laden ab der bis vor kurzer Zeit noch relativ ordentliche Gagen bezahlt hat Wer nach

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  • Resummée der Charlie-Haden-Masterclass an der Musikhochschule Mannheim 2007 › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    weiterem Umkreis z B Köln angereist und es hatten sich etwa noch einmal so viele Gasthörer eingefunden Die Teilnehmer hatten eine höhere Erwartung an dieses Ereignis als einen netten Nachmittag mit Stories Kaffee und Kuchen zu verbringen spätestens in Anbetracht der Teilnahmegebühr von achtzig Euro wäre das sicherlich nicht gerade ein irrationaler Gedanke Das Lustigste war bzw entstand daraus dass Rainer Kern u a Enjoy Jazz Festival Veranstalter vergessen hatte wie am Vortag von Haden angefordert einen Pianisten und einen Drummer zu organisieren und deshalb plötzlich hektisch rumrannte bis er mit zwei Klassik Pianisten im Schlepptau wiederkam die er offenbar aus irgendeiner Übezelle hervor ans Tageslicht gezerrt hatte Ein richtiger Insider in Sachen Jazz hätte zu größerer Skepsis geraten hierzulande geht so etwas in aller Regel immer noch schief So kam es auch denn die Ärmsten saßen nun nacheinander am Piano sahen gleichzeitig begabt und reichlich verstört aus und wußten auf Hadens Frage über welchen Standard sie ihn begleiten könnten keine Antwort Nach einigen peinlichen Schweigeminuten es hat wirklich lange gedauert rückte die koreanische Pianistin dann plötzlich damit heraus sie könne Waltz For Debbie oder Green Dolphin Street spielen was Haden jeweils mit abwehrender Geste so ungefähr a la Hände hoch quittierte damit offensichtlich meinend daß er gerade diese Stücke nicht auswendig parat habe Ein Schelm wer nicht zugibt daß er sich wenigstens da mal das Grinsen verbeißen mußte Anm es gibt anscheinend zur Zeit in einem Teil der lokalen Jazz Szene den running gag diese Szenerie zu Zweit zu rezitieren indem Einer unvermittelt Waltz For Debbie sagt daraufhin pronto ein Anderer die Augen aufreißt und übertrieben reflexhaft die Hände erhebt Nun mit Debbie und Charlie wäre es auch eh nichts geworden denn die symphatische Klavier Studentin wußte offenbar überhaupt nicht was unser Dozent mit begleiten meinte sondern hatte bei ihrem Vorschlag ganz eindeutig ihre Solo Vortragsversion im Sinn Das war auch unserem wackeren Charlie nicht entgangen der schon bei oder wenigstens seit Übertreten der Türschwelle immer mal wieder angestrengt zu überlegen schien was er denn nach seiner Lebensgeschichte sonst noch zum Besten geben könne Schwellenpädagogik Und nun auch um ein Mittel zu finden die allseitige Verlegenheit zu überwinden die wahrhaftig von Sekunde zu Sekunde quälender wurde Prompt forderte er sie dann auf den Waltz dann doch einmal zu spielen So lauschten wir also an die 20 Bassisten einer ziemlich getragenen Piano Solo Version die irgendwo zwischen amerikanischem Musical und deutscher Spät Romantik aus koreanischer Sicht auf Basis internationaler Bar Piano Klischees arrangiert war und wir applaudierten artig Ein denkwürdiger Programmpunkt der Kontrabaß Masterclass für Leute mit Sinn für das Skurrile Was war da noch Da es ja nun ein Bass Workshop war hatte er Charlie sich noch reihum für das Equipment der versammelten Bassisten interessiert Ich hatte mir einen Grünert Hochschul Baß ausgeborgt seine Frage an mich war Do You like the Wilson Pickup meine Antwort Well not too much brauchte anscheinend keine erklärenden weiteren Worte Vielleicht kannte er den Pickup schon jedenfalls fand er diese Konversation offenbar ausreichend

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  • Kritische Betrachtungen zum Thema "Akquise von Auftrittsmöglichkeiten" › JOHANNES SCHAEDLICH Bassist Jazz Bass
    Miete und Energiekosten Dennoch löste es lautstarke Proteste aus als der erwähnte Fahrkartenpreis 1988 von sechs auf neun Zloty erhöht wurde Obwohl eigentlich ein Nachbarland war eigentlich fast alles anders und wo es das nicht war gab es oft überraschende Gemeinsamkeiten Manches konnte einem das Gefühl einer Zeitreise ins Deutschland der 1950er Jahre geben Es war wirklich exotisch Ich wollte allerdings auf keinen Fall den reichen Onkel aus Übersee abgeben was mitunter nicht ganz leicht war Denn schließlich war ich das daheim auch nicht ganz bestimmt nicht Nicht lange darauf sollte sich die Wende ereignen was natürlich fast niemand ahnte und mit der Auflösung des real existierenden Staatssystems wurden auch die Konzertagenturen geschlossen Die polnischen Musiker mußten ihre Arbeitsmöglichkeiten plötzlich selbst akquirieren und das war für die Meisten zumindest anfangs verdammt bitter Im Westen war man dies ja schon gewohnt Plötzlich und zumindest in der ersten Zeit nach der Wende hatten sich die Lebensumstände und Arbeitsbedingungen in Polen dramatisch verschlechtert Die aus der Kommune Zeit ererbten mafiosen Strukturen drohten außer Kontrolle zu geraten Es wurde zum Glück nicht so schlimm wie zum Beispiel im Rußland der Ära von Jelzins Tochter Und Polen wäre nicht Polen wenn sich die zuvor schwer angeschlagene Kultur Szene nicht relativ bald wieder wenigstens einigermaßen erholt hätte Aufgrund des Staatssystems und der politischen Strukturen dürfte das kulturelle Leben in anderen dieser mittlerweile ex sozialistischen Länder zumindest ähnlich organisiert gewesen sein Ich weiß jedoch nur etwas über die Verhältnisse in Polen denn insbesondere durch die 1988 geschlossene Ehe mit einer Polin konnte ich obwohl wir nicht dort sondern in Deutschland lebten außer der Landessprache noch vieles über Land und Leute lernen bzw kennenlernen Auch mit diversen polnischen Musikern konnte ich zusammenarbeiten Obgleich die Ehe längst nicht mehr besteht und ich nicht mehr so oft nach Polen reise habe ich noch eine intensive Beziehung zu diesem Land Polska da się lubić Polen kann man mögen Free Jazz hatte außerdem den Nachteil daß seine Radikalität besonders vielen ideologischen Schwärmern und Wichtigtuern imponierte Das Phänomen würde sich wenn Free Jazz nicht so ein Insider Genre wäre zum sogenannten Bilderbuchbeispiel eignen denn es findet sich ja bekanntlich auf identische Weise im Zusammenhang mit allen möglichen Gebieten der Kunst wie auch in Religion Politik Philosophie und so weiter Eine bedeutende musikalische Problematik entstand dadurch daß sich gleich zu Beginn Zeit der Free Jazz Modewelle in den späten 60er Jahren viele Profilneurotiker und Möchtegerne einmischten und dazu beitrugen flächendeckende Abschreckung zu verursachen Die Musik wurde zum Beispiel oft als egozentrierte Selbstverwirklichungs Plattform in eigentlich unvereinbarer Kombination mit einer Art instrumentalem Kommunikationstraining zelebriert was in ewig langen ekstatischen Fortissimo Sequenzen dem fragilen Image des Free Jazz den Rest gab Es waren eher seltene Momente in denen substantiell hochwertige und interessante Free Jazz Acts gehört werden konnten Sie fanden auf wenigen um Seriosität bemühten Festivals und in Clubs und statt die darauf spezialisiert und eingeschworen waren jedoch kaum Einfluß auf landläufige Meinungen haben konnten Das Image von Jazz war durch Free Jazz allerdings allgemein und rundum in Mitleidenschaft gezogen worden und hat sich in weiten Kreisen der Bevölkerung davon bis heute nicht erholt Jazz wird vielfach immer noch entweder eben damit gleichgesetzt oder mit Dixie Ich möchte diese Feststellung einmal so stehenlassen obwohl die Betrachtungen wie ich wohl weiß differenzierter sein könnten Ein Standard Image zu etablieren ist bekanntlich jedenfalls leichter als es wieder loszuwerden Als kleine Anekdote zum Thema möchte ich hinzufügen daß ich bei einem Gig mit einem Gitarren Trio einmal gefragt wurde ob das jetzt auch Jazz sei Weil es sei ja kein Saxophon dabei Erstaunlich gut läßt sich auch daran beobachten wie schnell beziehungsweise nachhaltig irgendwelche Eindrücke normative Qualitäten bekommen und sich als Standards in den Köpfen festsetzen können Wir sind hier auch in die Nähe einer verbreiteten Image Facette des Jazz geraten die sich in oft geäußerten Vorstellungen über moderneren Jazz als einer intellektuellen Musik ausdrückt praktisch ausschließlich in dem Sinn gemeint daß diese Eigenschaft dem Genuß der Musik hinderlich sei Ich finde natürlich daß man es sich mit dieser Behauptung zu leicht macht und sehe als Hintergrund dafür vielmehr ein zusehends verbreitetes Verständnis von Freizeit und Freizeitgestaltung nach dem Mühelosigkeit zu hoher und höchster Priorität erhoben ist allerdings wie sich von selbst versteht mit der großen Ausnahme von sportlichen Betätigungen Darüber hinaus sehe ich zumindest im Bereich Musik eben auch diese von alters her ererbte und überlieferte Neigung um mit dem großen und von mir besonders verehrten Wihelm Busch zu sprechen gerade im anmutvollen Kunstgebiet von nichts eine Ahnung aber zu allem eine Meinung zu haben Busch schrieb 1883 im Prolog zum Maler Klecksel so schöne Zeilen wie Vor allen der Politikus gönnt sich der Rede Vollgenuß und wenn er von was sagt so sei s ist man auch sicher daß er s weiß Doch andern darin mehr zurück fehlt dieser unfehlbare Blick Sie lockt das zartere Gemüt ins anmutvolle Kunstgebiet wo gerade wenn man nichts versteht der Schnabel um so leichter geht In dem Sinne möchte ich zu meiner persönlichen Lebenssituation als Künstler notieren daß mir ohne im Geringsten pessimistisch zu sein selbstverständlich klar ist nicht unbedingt eine flächendeckende Wirkung mit meiner anmutvollen Musik zu erreichen sondern vielmehr ein gewisses Publikum das aus ganz eigenem individuellen Hintergrund für dies und jenes aufgeschlossen ist sowie möglicherweise bereits Erfahrungen mit dem Genre hat dem es somit zuneigt bzw zuspricht Man kann es nicht Jedem recht machen Ich möchte das alte Sprichwort allerdings auch so verstehen daß damit in positivem Sinn einer Art von Vielfalt Rechnung getragen sein kann wohl wissend daß dies im Gegensatz zu meinen Wünschen der Realität nicht ganz entspricht Zum Glück bin ich weder wirtschaftlich noch charakterlich dazu gezwungen allzu populistisch zu werden aber im gleichen Zuge finde ich daß man es durchaus unternehmen soll ein Publikum zu unterhalten Der Aspekt liegt jedenfalls im Bereich meiner künstlerischen Intentionen und wäre mir alles andere als unwichtig auch wenn davon in meinem geliebten anmutvollen Kunstgebiet grundsätzlich mehr zu hören als zu sehen ist Es kommen immer mal wieder Leute aus dem Publikum auf mich zu mit Äußerungen wie also das war jetzt Jazz Ich bin ja überrascht weil s hat mir ja doch gefallen So etwas freut mich halt jedes Mal doch hin doch her Nur leben kann man davon nun auch wieder nicht heutzutage Weder was die Intention angeht ein gewisses Publikum zu erreichen also sozusagen für Leute zu spielen noch in finanzieller Hinsicht Nun ich sagte es ja wohl bereits ich spiele ja nicht nur Jazz Um noch ein wenig zu allgemeinerer Historie zu kommen über die Versuchung bei zeitgeschichtlichen Beschreibungen in Dekadenstrukturen zu verfallen sollten einige Worte gesagt werden Eine solche mitunter auch meinerseits verspürbare Versuchung gibt es offenbar Man blickt vielleicht auf etwas zurück das z B in den 70ern passierte und steckt das dann leicht in eine Zeit im Sinne einer Periode die historisch so möglicherweise nicht korrekt ist Dekaden drängen sich dem erinnernden Denken geradezu auf Es ist andererseits offensichtlich daß Geschehnisse und Entwicklungen sich nicht an Dekaden Strukturen halten sie beginnen nicht hübsch sauber mit einem neuen Jahrzehnt und bemühen sich auch nicht mit demselben pünktlich zu enden So gab es Musik Stile oder Moden und andere Bewegungen nicht nur innerhalb solcher Jahrzehnte Wendungen Ich muß bei solchen Betrachtungen unwillkürlich an Werke über Jazz von Joachim Ernst Behrendt denken er hatte für den Verlauf von Strömungen und Entwicklungen im Jazz recht deutliche Dekaden Strukturen behauptet die ich stark bezweifeln möchte Bebop zum Beispiel dachte solcher Thesen zum Trotz überhaupt nicht daran erst 1950 zu beginnen und 1960 wieder beendet zu sein Man konnte und kann das anhand diverser authentischer Quellen und Tonträger ohne Weiteres nachvollziehen Meine historisierenden Anmerkungen sind also auch in diesem Sinne gedacht und gemeint wenn ich z B von 90er Jahren spreche Jedenfalls gab es in der Jazzgeschichte von den 1960er Jahren im Übergang zur folgenden Dekade große Änderungen Der Kreis von Musikern die den Modern Jazz der 60er weiterentwickelten wie auch das Publikum dafür war in der Zeit der Jazz Rock Soul Fusionen der 70er Jahre relativ klein geworden Warum auch immer ich zählte jedenfalls auch dazu seit ich diese Musik für mich entdeckt hatte Ich glaube diese Musik lebt sozusagen in und aus einem ganz besonderen Geist es war eine ganz besondere Inspiration in dieser Zeit und unter den führenden Musikern dieser Zeit und ich empfinde in der Tat eine besondere Ernsthaftigkeit in der Art und Weise mit der diese Musik komponiert und gespielt wurde Wirklich ich empfinde in diesem nordamerikanischen Jazz der 1960er Jahre tatsächlich einen ganz besonderen Spirit ich hätte gern dazugehört und wäre insofern eigentlich gern etwas früher geboren worden Traditionelle Jazz Stilrichtungen waren jedoch wie bereits angedeutet etwas populärer und wurden insbesondere in Mitteleuropa durchaus gepflegt Das Publikum dafür war zwar nur wenig zahlreicher dafür aber zahlungskräftiger es bestand vielfach aus Akademikern in deren Studentenzeiten in den 50ern der Swing die Pop Musik der Jugend war was sich als Auswirkung der Nazi Diktatur und darauffolgender kultureller Einflüsse der US amerikanischen Besatzungsmacht ergeben hatte Die Rock n Roll Bewegung stand im Europa der späteren 50ern erst am Anfang ihrer Verbreitung So hatte ich in den 80ern und 90ern einige Jobs bei fünfzigsten und sechzigsten Geburtstagen von Leuten die sich inzwischen aufwendigere Empfänge leisten konnten und für die wie gesagt der Swing eben die Musik ihrer Jugendzeit war Ich fand das natürlich hochinteressant ließ mir dies und das erzählen stellte aber bald etwas enttäuscht fest daß das Interesse für Jazz recht konservativ bei relativ traditionellen Stilrichtungen stehengeblieben war Zudem gab es eine ziemlich verächtliche Haltung gegenüber dem Rock n Roll primitiv und dito gleich auch noch zu sämtlichen späteren Entwicklungen der Rockmusik Geschichte In solche Gespräche brachten einige dieser Swing Fans eine ziemlich deutliche einverständnisheischende Attitude ein die mir natürlich gewisse Beklommenheiten verursachte Wo ich meine differierende Meinung offen zur Sprache brachte war jedenfalls meine Reputation als Jazzmusiker in unmittelbarer Gefahr um nicht zu sagen meistens im Eimer Mit moderneren Entwicklungen in Jazz und Rock hatte man also nichts im Sinn aber zumindest in Deutschland waren diese Leute die einzige mehr oder weniger bildungsbürgerliche Bevölkerungsschicht die wenigstens nicht alles außer Klassik in einen Topf warf Durch ihre gesellschaftlichen Positionen verhalfen sie dem Jazz zu einer gewissen Salonfähigkeit was indirekt unter anderem dazu beitrug daß Jazz als Studienfach Eingang an vormals rein klassisch orientierten Musikhochschulen fand In einigen Ländern gab es das bereits in Deutschland fand es mit einiger Verspätung statt denn das deutsche klassisch orientierte Bildungsbürgertum hatte erst im Laufe der späteren 80er Jahre damit begonnen seine bis dahin übliche versteinerte Arroganz zu überwinden Dazu möchte ich anmerken daß ich auch einen großen Teil der klassischen Musik sehr schätze schließlich habe ich an Musikhochschulen in Karlsruhe und Mannheim entsprechende Studien absolviert Mit jüngeren musikhistorischen Entwicklungen auf diesem Gebiet neue europäische Konzertmusik oder wie man es auch immer nennen sollte habe ich mit allerdings weniger beschäftigt Auch deshalb konzentrieren sich die vorliegenden Betrachtungen auf andere musikalische Bereiche Im Übrigen bin ich in einem der Häuser dieses klassisch orientierten Bildungsbürgertums aufgewachsen und habe eben davon in Vielem beispielsweise an Inspirationen bestimmten Denkungshaltungen und nicht zuletzt an Bildung immerhin sehr profitiert Dagegen hat mir Einiges an Inhalten die meine Sozialisation mir vermitteln wollte bereits in relativ jungen Jahren weder besonders eingeleuchtet noch gefallen was so weit betrachtet natürlich nichts großartig Ungewöhnliches wäre Nun auch für mich gehörten einige Einflüsse der US amerikanischen Kultur zu bedeutenden Inspirationen meiner Jugend In Bezug auf Jazz und Rock stand die durchschnittliche Wertschätzung unter der älteren Bevölkerung in Deutschland in beträchtlichem Gegensatz zu der Anbetung die praktisch allen anderen amerikanischen Errungenschaften entgegengebracht wurden Für mich dagegen spielte die Musik die bedeutendste Rolle Zunächst bestand die übrigens eher in englischer Rockmusik als in amerikanischem Jazz mit dem ich erst im Alter von etwa siebzehn Jahren in nähere Berührung kam Ich habe nebenbei bemerkt oft gerätselt ob das vielleicht unter Anderem eine Art regionale Ursache gehabt haben könnte schließlich war Jazz im amerikanisch besetzten Süddeutschland wesentlich präsenter als in anderen Regionen Entsprechende die deutsche Gesellschaft prägende Einflüsse wirkten sich selbstverständlich nicht gänzlich getrennt nach den Regionen der jeweiligen Besatzungsmächte aus aber deren Musik hatte doch über einen weiten Teil der Nachkriegszeit für das was im deutschen Radio gebracht wurde eine recht bedeutende Rolle gespielt Ich bin in Goslar am Harz aufgewachsen also in einem vorwiegend englisch besetzten Teil Deutschlands Hier war englisches Militär zwar weniger zahlreich stationiert als das amerikanische im Süden verfügte aber dennoch über eine gewisse Präsenz Und die Tommies standen mehr auf Rock Und auf Dixieland es gab im England der späten 1940er bis in die 60er Jahre eine recht bedeutende Revival Bewegung für solche Musik zu deren Protagonisten zum Beispiel Acker Bilk Ken Coyler Chris Barber und Monty Sunshine gehörten Ich fand Jazz super spätestens seit ich als etwa zehnjähriger Knabe einmal auf dem Goslarer Marktplatz eine Dixieland Band gehört hatte Ich erinnere mich daß die Jungs nicht deutsch sprachen vielleicht war es ja eine englische Band Der Kontrabaß hatte es mir besonders angetan Aber auch der Bläser Sound Ich kannte immerhin die Instrumente Posaune Trompete Klarinette wußte auch daß das andere ein Saxophon war was der Klarinettist manchmal spielte aber nicht was für eins Obwohl die Band Themen von Songs gespielt haben dürfte erinnerte ich mich an kein einziges davon wohl aber an das eigentümliche Klanggewebe der drei Bläser die alle gleichzeitig und alle etwas Unterschiedliches spielten was aber immer irgendwie zusammenpaßte Das ging mir noch viele Tage lang im Kopf herum und veränderte sich auch etwa so wie Dinge sich ändern wenn man durch ein Kaleidoskop schaut und es dabei dreht Das Beste war der Baß der die Band immer irgendwie antrieb mit diesen tiefen Tönen Wahrscheinlich war ein Banjo dabei an das ich mich aber überhaupt nicht erinnerte die Banjospieler mögen es mir verzeihen Leider lief so was ganz ganz selten im Radio Rock war ganz klar das angesagte Ding der Meinung war ich letzten Endes ebenso Es gab tägliche Sendungen mit echtem harten Rock nein nicht so n Pop Kram das war mehr was für Mädchen die wir im Zeitalter der Spulentonbandgeräte immer mitzuschneiden versuchten Wie ich erst später bewußt erkennen konnte werden mit Musik nicht nur Klänge sondern auch Lebenseinstellungen und Weltsichten transportiert So haben mir vor allem einige Aspekte des US amerikanischen Begriffes von Freiheit besonders imponiert die ich im Übrigen späterhin in ihrer spezifischen Ausprägung für einen für die nordamerikanische Kultur typischen und positiven Bestandteil gehalten habe Das prägte indirekt aber in einem gewissen Maß zum Beispiel meine Haltung zur Unverzichtbarkeit individueller improvisatorischer Kreativität im Kontext von sozialen Gemeinschaften kurz gesagt Trotz sehr vieler Konterkarierungen und Pervertierungen trotz maßloser Intoleranz Bigotterie imperialistischer Anmaßung und anderer massiver Gefährdungen der Freiheit im eigenen Land wie erst recht im Zusammenhang mit ihren gräßlichen Auslands Interventionen empfinde ich in dieser nordamerikanischen Musik Elemente eines Freiheitsbegriffes der mir früher schon irgendwie imponiert und eben auch für mein eigenes musikalisches Wirken eine Rolle gespielt hat Es ist also ganz klar ich steh auf Jazz Und außerdem übrigens noch auf Tomatenketchup Ersteres ist eine Kunstform und zwar wie schon oft konstatiert wurde bislang die einzige eigenständige Kunstform die auf nordamerikanischem Boden entstanden ist Nun ist auch Tomatenketchup auf nordamerikanischem Boden entstanden aber dabei handelt es sich wenigstens das dürfte ja klar sein eigentlich nicht um eine Kunstform Irgendwann habe ich nach einigen Überlegungen beschlossen wegen dieser Dinge nicht nach USA überzusiedeln Zumal mir der Markt für beide Produkte in den USA noch überlaufener zu sein scheint als hierzulande Außerdem ist das Gottes eigenes Land wie ich gehört habe Gods Own Country jawohl Daran kommt man schwer vorbei Deshalb habe ich vielmehr beschlossen beides hier drüben herzustellen bzw mir quasi konsumierend zuzuführen je nachdem Zum Glück haben sie dort drüben im Ami Land endlich einen aus anderem Holz geschnitzten Präsidenten Das Land hat in seiner Geschichte zwar schon diverse unfähige Präsidenten verkraftet aber noch so einer vom Schlag eines Reagan oder insbesondere dieses religiös illuminierten Kriegstreibers Bush Junior hätte es jetzt ganz sicher ruiniert Die ehemalige Supermacht ist nach meiner Überzeugung knapp darum herumgekommen Aber es wird schwierig Wenn ich bloß an solche grausigen Republikaner Typen wie Dick Cheney oder diese ultra bescheuerte Tea Party Bewegung denke Als Barack Obama am 10 12 2009 den Friedensnobelpreis erhielt gab es während der Zeremonie auch einen musikalischen Programmpunkt der auf Obamas Wunsch von einer Trio Besetzung um Esperanza Spalding bestritten wurde Allein dies kann recht eindrucksvoll belegen daß der Mann eines anderen Geistes Kind ist als z B die meisten seiner Vorgänger Die Nobelpreisverleihung wurde übrigens live im ZDF übertragen auf trivialem Niveau und etwa im Stil einer Reportage über eine Monarchen Hochzeit Während des musikalischen Teils erlaubte sich der Reporter irgendwelche Platitüden über Esperanza und ihre Musik in den Schluß eines Musikstückes hineinzuquatschen die in der frei erfundenen Feststellung gipfelten und sie war bereits mit 15 Jahren Konzertmeisterin Offenbar hatte der Holzkopf den Eindruck ausgerechnet er müsse hier erklären warum dies jetzt gute Musik gewesen sei Die Befriedigung trivialer Bedürfnisse wohl auch der eigenen nach schlichten Superlativen und Star Klischees stand deutlich im Vordergrund Auch wenn es angesichts des Großen und Ganzen nicht von allzu großer Bedeutung ist stellt so ein Reportage Stil ein ärgerliches Armutszeugnis dar Ich will noch einmal auf dem Umgang mit ausländischer Musik im Deutschland der Nachkriegsjahre zu sprechen kommen Daß amerikanischer Jazz für die Jugend der 50er Jahre eine Bedeutung bekam die auch aus der unmittelbar vorangegangenen Geschichte der Nazi Diktatur erwuchs ist sicherlich nicht die ganze Erklärung Für die Jugend war die Musik freilich auch ein Vehikel zur Opposition gegen die Generation der Älteren die ja unter Anderem als Täter und Mitläufer des NS Regimes und Verursacher des Krieges gesehen wurden Aus dieser Ablehnungshaltung und der Hinwendung zu amerikanischer Musik der Nachkriegszeit kann man wenn man will sicherlich Elemente der Vorgeschichte der Protestbewegung der Jugend der 60er Jahre erkennen US amerikanische Musik und wenig später auch solche die in England entstand gab Jugendlichen bis in die 80er Jahre einen Identifikationsrahmen für ihre Weltanschauungen für politische Haltungen und Oppositionskonflikte mit der Elterngeneration Für spätere Jugend Generationen spielte Musik allmählich nicht mehr dieselbe Rolle Wandlungen dieser Strukturen dürften sich wohl am deutlichsten aus gesellschaftlichen Entwicklungen unter dem Einfluß der jüngeren internationalen Wirtschaftsgeschichte erklären lassen Der Aspekt des Entertainment ist im Musik Konsum sehr stark in den Vordergrund getreten Musik wird eher als eine Art Tapete im Sinn von Ambiente Gestaltung und unter sonstigen Lifestyle Elementen als Ausrüstungsbestandteil behandelt und dient weniger dem Zuhören Um das hier einmal so dahingestellt sein zu lassen und zu anderen Themen zurückzukommen sei abschließend noch die Begebenheit zitiert die der Musiker und Journalist Ekkehard Jost neulich in einem Interview zum Besten gab Es ging um eine Gig Situation im Norddeutschland der Zeit um 1960 Die Band spielte in irgendeinem Lokal und ließ es sich einfallen ein paar Jazz Titel zu spielen Daraufhin kam der Wirt mit der Aufforderung zur Band sie sollten unverzüglich wieder etwas Anständiges spielen und dieses Niggergejiddel unterlassen Was für ein entsetzliches Wort Ich bin zwar etwas später geboren habe aber ebenfalls Worte wie Urwaldmusik auch Negermusik noch reichlich oft zu hören bekommen Am meisten hat mich das Wort Bumsmusik fasziniert das zum verbreiteten Vokabular der Zeit gehörte Ich jedenfalls habe es insbesondere in Bezug auf Rockmusik oft gehört Es ist zum Glück gleichfalls aus der Mode gekommen Schließlich würde es heute gründlichst mißverstanden werden Zu diesem und dem vorangegangenen Thema gehört daß mir auch der in typisch US amerikanischer Weise unprätentiöse vorurteilslose Umgang mit dem Musikgeschmack anderer Mitmenschen gefällt ja sogar wiederum imponiert Dieser Umgangsstil mag zum Teil an einer gewissen Gleichgültigkeit liegen die es dort in der Hinsicht sicherlich gibt aber jedenfalls erregt es in den USA weder besonderen Argwohn noch Geringschätzung wenn Jemand gleichzeitig auf Punk Irish Folk Jazz und asiatische Opernmusik steht In Europa zumal in Deutschland ist dergleichen unvorstellbar Inwiefern mir persönlich so eine tolerante Haltung mißlingt habe ich bereits anhand eines Beispiels weiter oben erwähnt Allerdings will ich es mir in diesem Fall trotzdem nicht vorwerfen Nicht einmal sozusagen im Lichte der gerade vorangegangen Betrachtungen denn eine in auch nur einigermaßen hinreichender Reflexion begründete Ansicht recht unbefangen bis vorbehaltlos offen zu äußern und Anderen dasselbe zuzugestehen ist mir sehr wichtig Ich will niemanden verletzen aber ich habe etwas gegen unaufrichtige Schönfärbereien Und das meine ich ist wiederum eher etwas Europäisches Im Laufe der auf die 70er Jahre folgenden Zeiten wurde Pop immer kurzfristiger mit fast allem gemischt was zu bekommen war natürlich auch mit Mischungen die gerade kurz vorher entstanden waren Mitunter griff man historisch ähnlich weit zurück wie in der textilen Modebranche ich hatte zumindest was das angeht immer gehofft wir hätten gewisse Design Scheußlichkeiten der 70er hinter uns Es kann jedenfalls keine Zweifel daran geben daß diverse aktuelle Bands insbesondere aus dem Indie Rock Bereich tatsächlich fast genauso wie in den 70ern klingen Zwar herrscht allenthalben ein starker Innovationsdruck der zeitgeistprägend offenbar aus Industrie und Wirtschaft hervorgegangen ist aber zumindest im Rock Pop Bereich fällt anscheinend niemandem besonders auf daß viele junge Bands alles andere als neuartig und gewiß erst recht nicht modern klingen Ein Band Sound wie ihn z B Cold Play offenbar ziemlich erfolgreich re präsentiert klingt für meine Begriffe nach absolut kaltem Kaffee Cold Coffee wäre also ein passenderer Titel zumal das Zeug wie soll ich sagen nicht mal für fünf Cent losgeht Ich kann es nicht anders sagen die Musik groovt wie eingeschlafene Füße Irgendjemand muß mir noch erklären was daran so cool sein soll etwa daß die Band ihre komplette CD zum freien Download ins Internet gestellt hat Im Pop Business wird vieles als irrsinnig authentisch ja kultig vermarktet und damit ist die Frage ob das jetzt zum Beispiel auch noch und überhaupt innovativ sei eigentlich von vornherein vom Tisch In der Jazz Szene wird das Stichwort innovativ ständig wie ein Bauchladen oder in der Art eines Schildes vor sich her getragen zuweilen eher im Sinne von Schutzschild ein andermal eher von Hinweisschild und erfolgreich jedenfalls insbesondere von Kritikern lamentierend und mahnend ins Spiel gebracht Offenbar ist man im Einsatz diesbezüglicher Präsentationsstrategien im Jazz Business nicht so geschickt wie in der Pop Szene Ein kleines weiteres Beispiel soll hier noch hinzugefügt sein unter Bewerber Einsendungen von Hörbeispielen zum Neuen Deutschen Jazz Preis Mannheim finden sich mittlerweile nicht selten Sachen von außergewöhnlichem Niveau Andererseits scheinen allerhand Bands zu existieren die insbesondere bei stilistischer Ausrichtung auf Jazz Rock Fusionen mitsamt ihrem oft enthaltenen Punk Funk Einschlag so weitgehend ähnlich z B zu meinen ersten Jugend Bands aus der Ära der frühen 70er Jahre klingen daß mir rätselhaft ist wie man solches Zeug als innovativ kreativ und modern titulieren kann Es klingt in meinen Ohren so als sei die Musik wohl eher nicht so bekannt die vor 30 Jahren schon einmal fast genauso klang und so kommt es mir vor als versuchten hier ein paar Leute das Rad noch einmal zu erfinden Daher klingt es oft auch so merkwürdig unauthentisch Da hört man zuweilen Sekundär Kopien von willenlos durcheinandergewürfelten oberflächlich zitierten Versatzstücken die hinten und vorn nicht zusammenpassen ja ist leider so Eigene Ideen hängen nun mal im luftleeren Raum herum wenn sie keine Basis haben So klingt das dann eben Gerade wie es Germanistikstudenten im fünften Semester geben soll die vor lauter Sekundärliteratur Lessings Nathan als der Waise mit ai schreiben gibt es Jazz Studenten deren Bildung mehr oder weniger vorsätzlich nicht einmal bis zu Weather Report zurückreicht das ist zum Beispiel eine verbürgte Erfahrung meines Freundes des Saxophonisten Ralf Rothkegel in seiner Eigenschaft als Professor für Jazz Geschichte an der Musikhochschule in Leipzig Manche Leute klingen mir so als stünden hinter individuellen Wünschen Musiker zu sein womöglich mit dem Alibi eines diplomgekrönten Jazz Studiums das mehr oder minder bewußte Motiv angesichts aktueller allgemein schwieriger sozio ökonomischer Bedingungen eine passende Alternative zu bürgerlicheren beruflichen Perspektiven zu finden Anders ausgedrückt in Zeiten mancher längst bestehender oder auch neuerer Aussichtslosigkeit diverser beruflicher Perspektiven kann man vielleicht dazu neigen sein Hobby zum Beruf machen In den letzten zwanzig Jahren hat der vielzitierte Turbo Kapitalismus seit er meist im Gewand von Casino und Raubtier Kapitalismus einhergeht Anm Zitat aus Die Angst des weißen Mannes Peter Scholl Latour Propyläen Verlag 2009 seine Faszination und Reputation ziemlich weitgehend eingebüßt Und der Klassenkampf von oben ist sozusagen in vollerem Gange als es Vielen jetzt schon bewußt ist Zusammen mit besagten eher sozio ökonomisch begründeten Perspektiven an branchenspezifischen Aussichtslosigkeiten trägt dies sicherlich viel dazu bei daß alle möglichen modernen Berufsbilder als Perspektive für einen jungen Menschen von vornherein ein deutliches bis massives Angeödetsein verursachen können Nicht zuletzt sind gewisse Vorstellungen von einem künstlerischen Beruf in ihrer Faszination noch ungebrochen wer sich die Alternativen vorstellt auf Brettern die die Welt bedeuten zu stehen oder in einem Büro zu verenden wird das sicherlich bestätigen wollen Der Erfolg solcher TV Kreationen wie Deutschland sucht den Super Star sollte vielleicht besser heißen den Super Idioten spricht für sich Also lieber Saxophon als Betriebswirtschaft oder so ähnlich Falls das zuträfe könnte ich es zwar gut verstehen müßte aber gleich hinzufügen daß es für die Meisten höchstens zu einem Musikschullehrer Dasein reichen würde oder sagen wir doch gleich wird Ich wiederhole höchstens Ausgedehnte nachhaltige und substantielle musikalische Arbeit mit entsprechender Bühnen Präsenz wird für das Gros der angehenden Musiker eine Illusion bleiben noch schlimmerenfalls zu einer solchen werden Was bekanntlich nicht einmal mit den individuellen Qualitäten des Musikers zu tun haben oder in irgendeinem Verhältnis dazu stehen muß Beziehungen zu knüpfen war in diesem ganzen Business schon immer entscheidend Früher nannte man das wohl scherzhaft Vitamin B aber das war irgendwann anscheinend nicht mehr so richtig korrekt In noch höherem Grad gilt das für den kurz nach dem Zusammenbruch der DDR Diktatur aufgekommenen Ausdruck Seilschaften Das der Computertechnologie entlehnte Wort Netzwerk bedeutet aber im Grunde dasselbe und ist durch seine Etablierung in der Industrie und Wirtschafts Szene so salonfähig geworden daß es endlich in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist Wir erleben seit einiger Zeit so sehe ich es auch im Jazz Bereich einen Aufschwung der Bedeutung von Institutionen und Funktionären bei der Vergabe von Aufträgen Damit meine ich nicht nur staatliche Institutionen sondern z B auch durch Sponsoren geförderte Projekte die von deren Organisatoren in zunehmend streng geschlossener Günstlingswirtschaft verwaltet werden Das wird klarer wenn man versucht irgendwo reinzukommen und sei es nur um seine Band für einen einzigen Auftritt unterzubringen Manchmal hat man es dann mit einem monarchisch eingestellten Macher manchmal mit einer Clique zu tun Wenn man Jemanden in dem Dunstkreis ein wenig kennt hat man natürlich gewisse Chancen Aber man kann nicht überall und zu jeder Zeit irgendwo Jemanden kennen Besser ist es natürlich wenn man sozusagen eher gekannt wird als selber zu kennen Das bekommen aber nicht viele zustande denn das sind Funktionärspositionen und die sind dafür etwas zu rar Seit ich immer häufiger Leute erlebe die sich kaum verhohlen im Vollgefühl ihrer Bedeutung als städtische Kulturprogrammplanungsbeauftragte Club Manager oder Festival Organisatoren spreizen erinnert mich die hiesige Entwicklung in der Tendenz wie weiter oben bereits bemerkt an die Umstände und Bedingungen die vor der Wende in Ostblock Staaten herrschten Anmerkung Zitat Ich bin zu diesem Thema wie man wohl sehen kann nicht gerade optimistisch eingestellt und frage mich wann man wohl auf der Jazz Szene etwas mehr Korruption einführen wird Im Pop Bereich sehen berufliche Perspektiven sicherlich noch weniger vielversprechend aus Die Meisten haben Ochsentouren aus hart umkämpften Auftrittsgelegenheiten zu Promo Zwecken vor sich Es scheint äußerst begehrt zu sein als Vorgruppe mit einer bekannten Band zu touren dabei geht oft reichlich Geld über den Tisch aber nicht für Musiker Gagen Man muß sich hier regelrecht einkaufen Korruption spielt allgemein schon eine bedeutendere Rolle als in der Jazz Szene das Prinzip Pay To Play ist weitgehend etabliert und es scheinen nicht Viele zu sein die hier andere Wege oder Perspektiven finden Jeder der etwas Erfahrung und einen gewissen Überblick über die gesamte Materie usw hat kann hier zu keinem anderen Schluß kommen Ich habe u a in meiner Region bereits allerhand Generationen von Jazz Studenten vorbeidefilieren sehen deren weitaus größerer Teil meist recht unmittelbar nach dem Studium in diversen Versenkungen verschwunden ist Irgendjemand leider weiß ich nicht mehr von wem das stammt hat einmal die Stadt New York mit einem Ameisenhaufen verglichen in dem jede Ameise bestrebt sei ganz oben an der Spitze zu sein Die Parabel scheint mir für alles mögliche Andere ebenso gut zu passen Ergänzen möchte ich daß die Ameisen offenbar nicht recht wahrnehmen daß nur einige wenige von ihnen für einen Aufenthalt an der Spitze in Frage kommen Endgültig zu vergessen scheinen sie daß alle genau dasselbe wollen und daß jede Einzelne glaubt auch sie könne es schaffen Zu der gesamten Thematik kann ich persönlich zur Zeit leider kein positiveres Statement aufbringen Nach diesen Anmerkungen zur inflationierten Musik Szene möchte ich noch einmal kurz zu Musik Historien zurückkommen Es war bereits die Rede von musikstilistischen Mischungen im Hinblick auf Pop war ich bereits auf meine Wahrnehmung von Adaptionen als Konzept des musikalischen Designs zu sprechen gekommen Obgleich ich den Begriff Musik Design aufgrund von Marketing Strukturen die ich im Pop Business am weitesten entwickelt sehe eben deshalb dort für passend halte glaube ich nicht daß sich das Integrieren von irgendwelchen stilistischen Einflüssen als Kriterium auf Pop beschränkt Bekanntlich ist zum Beispiel Jazz ebenfalls aus eine Mixtur diverser Zutaten und Einflüsse entstanden Alle Weiterentwicklungen beruhen ebenso darauf und selbstverständlich auf der Kreativität jeweiliger Protagonisten Hierin sehe ich eine bedeutende Entwicklung in der Pop Musik Es gibt für meine Begriffe seit den späteren 1970er Jahren viel mehr interessante kreative ich würde auch sagen inhaltlich reiche Pop Musik Vorsichtiger wäre ich allerdings darin zu beurteilen ob deren Anteil zugenommen hat meine Beobachtungen lassen mich jedenfalls nicht erkennen daß sich qualitative Anteile bzw Anteiligkeiten in der Welt des Pop eklatant gewandelt hätten Etwas deutlicher gesagt bei dem immensen Ausstoß an Schrott ist der Anteil an gutem Zeug jedenfalls immer noch recht übersichtlich Hier drängt sich allerdings die weitergehende Frage auf ob der genannte Anteil bei irgendeiner anderen Musikrichtung zum Beispiel höher wäre Oder eben überhaupt irgendwie unterschiedlich Ich möchte es als gedankliche Anregung einmal dahingestellt sein lassen Alles in Allem konnte sich Popmusik damit endgültig vom Schlager Image entfernen obwohl in der Masse an Trivialität und Kitsch das Meiste geblieben ist Eindeutigen Zuwachs stelle ich im Pathos fest das ich auch in der Entwicklung der Rockmusik bereits seit den späteren 1970er Jahren als ein bedeutendes Stil Element empfinde Ich gebe zu daß ich allerdings gegen Pathos geradezu allergisch bin und daher möglicherweise dazu neigen könnte solche Anteile hier und dort etwas überzubewerten Der Versuch einer halbwegs differenzierten Bestimmung wie weitgehenden das Kriterium Stil Mischung darauf Einfluß gehabt haben könnte ob mir bestimmte Musik gefiel oder nicht fällt mir nicht ganz leicht Relativ klar ist mir daß ich schlechte Adaptionen nicht leiden kann Die fallen natürlich erst dann richtig auf wenn man die Zutaten der Zeit vor der Mischung also Originale kennt Ich könnte beispielsweise erwähnen daß ich Funk Ingredienzen in Produktionen von Phil Collins nicht leiden kann besonders das Zeug mit dem von Earth Wind Fire gemieteten Bläsersatz Es ist vollkommen unwichtig daß es musikalisch handwerklich gut ist Es ist Mist und steht ihm Collins auch einfach nicht Pseudo Samba Grooves von Bands wie z B den Gypsy Kings lassen mir die Haare zu Berge stehen Sehr viele Bossa Nova Adaptionen nordamerikanischer Jazzer der 60er bis etwa 80er Jahre finde ich entsetzlich Darüber hinaus kann für mich auch die schiere Menge an gleichzeitigen Zutaten ein Kriterium sein Genau das findet sich in minderwertigerer Pop Musik besonders häufig Wenn alles hineingekippt und miteinander verrührt wird klingt es dadurch ja meist schon wieder einförmig und auch trivial Übrigens ist passenderweise genau dies die amorphe gleichzeitige Verwendung allzu vieler Stilmittel eine der Haupt Definitionen des Begriffes Kitsch Anm s auch Deutscher Kitsch Walter Killy Verlag Vandenhoeck Rupprecht 1961 Es fehlt mir jedenfalls eine Art geschmackliche Unterscheidbarkeit Worauf läuft das hinaus Etwa auf die Spruchweisheit Geschmack macht einsam die mir unwillkürlich in den Sinn kommt Muß man sich in Elitäres flüchten um sich von dem ganzen billigen Schund der krakeelend auf Einen einstürmt in seinem Dasein nicht verletzt zu fühlen Der besagte mit Beginn der 1980er Jahre einsetzende Rückgang der Unterscheidbarkeit von Musikstilen ist also mit der zunehmenden Vielfalt an mehr oder weniger neuen Stilen entstanden die aus den immer weiter betriebenen Mischungen der bisher entwickelten Mischungen herrührten Er ist unter Wechselwirkung daraus entstanden daß mit den Mixturen auch deren Beliebigkeit zunahm die in manchen Fällen die stilistische Hauptaussage als Solche darstellt Hier könnte man dann als Misch Ingredienz auch noch die zumindest in Deutschland kurzlebige in den 70ern aus England und den USA übernommene zu Beginn der 80er wieder vergangene Folk Bewegung erwähnen die auch nach ihrem Ableben in immer umfassendere stilistische Ausbeutungen einbezogen wurde Auch in zeitgenössischem Jazz findet sich Einiges davon Beispielsweise empfinde ich die Musik von Norah Jones definitiv nicht als Jazz sondern eindeutig als Country Rock also als stilistische Fusion von Rock mit Country Western Nicht daß ich die Musik nicht hin und wieder gern hören würde es ist für meine Begriffe nur eben kein Jazz ihr Plattenvertrag mit dem berühmten Label Blue Note ändert daran auch nichts Es wurden zu all diesen Cocktails jedenfalls fleißig neue Bezeichnungen erfunden wenn mitunter klangliche Unterschiede nicht allzu konkret wahrnehmbar waren so konnte man sie wenigstens nach der Bezeichnung unterscheiden Der dem Schallplattengeschäft entstammende Ausdruck Label kam in allgemeine Mode es war ja spätestens in den 80ern immer essentieller geworden seine Identität mit Produkten zu unterstreichen die man konsumierte Mischungen waren ein besonders bedeutender Hype der 80er sie fielen wohl auch durch in der vorangegangenen Zeit insbesondere seitens der Alternativ Szene erarbeiteter betont pluralistischer Gesinnungen nun auch in weiteren Kreisen der Gesellschaft gewissermaßen auf fruchtbaren Boden Außerdem sollte immer möglichst alles gleichzeitig zur Verfügung stehen eine charakteristische Maxime einer Wohlstands Gesellschaft die das ganze Spektrum an Illusionen usw gleich mit enthält Ein Beispiel mit symbolischem Gehalt könnte wohl die in den 80ern entstandene Mode sein bei Parties Obstsalate zu reichen die ungeachtet der Jahreszeit eine immense Vielfalt von Früchten enthalten mußten besonders hohe Beachtung fand die Gastgeberfamilie mit solchen Kreationen natürlich in Winterzeiten Brombeeren aus Israel Mangos aus Brasilien Erdbeeren aus Neuseeland und so weiter alles in einem Topf würg Allgemeine Tendenzen zum Misch Kult haben auch die Jazzer bemerkt die dann plötzlich alle möglichen Musikstile auf ihre Fahnen bzw Infos schrieben Bebop Samba Latin Swing and more Eine gewisse Mischmusik die zu der Zeit durch Heranziehung von internationalen musikalischen Ressourcen hergestellt wurde erhielt folgerichtig die Bezeichnung World Music und eroberte schnell und weltweit die Bühnen der Jazz Szene Es war natürlich von Vorteil daß dieses Format auch in weiteren Kreisen Beachtung fand um nicht zu sagen auf größeren Märkten Das Kreativitäts Potential der dafür zuständigen Mixer äußerte sich allerdings durchaus unterschiedlich mitunter geschah das globale bzw globalistische Heranziehen möglichst exotischer musikalischer Ingredienzien aus ziemlich durchsichtigen opportunistischen Motiven und unter schlecht verhohlener Attitüde kolonial imperialistischer Manieren Es mußte eben irgendwie alles gemischt sein Als eine typische Erscheinung der Zeit reüssierte die sogenannte Multi Kulti Bewegung im Grunde gewissermaßen ebenfalls ein Erbe der Jugend Bewegung der 60er und 70er aufgekommen in Wechselwirkung mit der Misch Mode des aktuellen Zeitgeistes Viel Bewegung brachte sie letztlich nicht zustande irgendwelche programmatischen Inhalte waren in der Regel gut gemeint größtenteils aber von politisch kurzsichtigem recht naiven Wunschdenken beflügelt scheiterten vielfach oder verliefen bald im Sande Dem Denglisch auch ein Mix der Begriff selbst wurde erst ein wenig später erfunden war Tür und Tor weit geöffnet skurrile und teils krude Vokabelschöpfungen deren Bedeutungen für anglophone Völker unverständlich sind wurden insbesondere in Deutschland hemmungslos eingeführt Dergleichen gab es zwar bereits früher aber nicht in solchen Mengen wie z B den berühmten Slip den es noch immer nur in Deutschland gibt Da wir schon einmal bei diesem Thema sind der Slip wurde mittlerweile von der grotesken um nicht zu sagen bescheuerten Wortschöpfung Jazz Pants weit übertroffen die es überdies als Sortenbezeichnung auch noch zum Fachwort gebracht hat Ausgerechnet sowas Ich

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