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  • Isa von Bernus
    Förg Hoserweg 6 86660 Tapfheim Deutsch English Die Biografie Muse für Alexander von Bernus Zum 12 Mai 2001 Publikationen Zum 4 Todestag von Isa Biography Inspiration of Alexander von Bernus Funeral Oration created maintained by ä Für die namentlich gekennzeichneten

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  • Kantstraße, sowie privaten Klavierunterricht
    Onkel Rolf mittlerweile Fabrikbesitzer in Hamburg hilft finanziell und schickt Fresspakete in die Hauptstadt Nach dem Krieg beginnt Isa Oberländer auf Wunsch der Mutter eine Tätigkeit als Schwester für soziale Fürsorge im Pestalozzi Fröbel Haus einer Art Waisenhaus in Berlin Dort arbeitet sie als Betreuerin und Krankengymnastin Diese Arbeit füllt sie allerdings nicht aus Außerdem kommt sie mit den strengen Methoden der Oberschwester nicht zurecht Ab 1921 folgt sie ihrer wahren Berufung und Leidenschaft dem Theater und der Literatur und unterzeichnet einen Jahresvertrag beim Stadttheater in Cleve Gleichzeitig tritt sie dem Deutschen Bühnenverein bei Ab sofort erhält sie Schauspielunterricht bei ihrer Tante und Lehrerin Auguste Prasch Grevenberg die selbst zur damaligen Zeit eine berühmte Schauspielerin war In Cleve arbeitet sie sich zu einer festen Größe am Theater hoch Sie wird durch ihr Gespür ihren Rollen instinktiv das richtige Gefühl einzuhauchen auch bald über Cleve hinaus bekannt 1922 beginnt sie erstmals zusammen mit Kollegen zur Morgenfeier anlässlich des dreijährigen Bestehens der Clever Volkshochschule deutsche Lyrik zu rezitieren Es folgen weitere Vortragsabende Im Frühjahr 1923 wechselt Isa nach Berlin Dort tritt sie erstsmals am 4 April unter der Regie von Dr Johannes Günther in der Berliner Erstaufführung von Karl Röttgers Der treue Johannes auf Das Stück wird auf einer Feier zu Ehren Bismarcks aufgeführt Es folgen weitere Stücke unter anderem auch Lyrische Spiele von Johannes Günther dabei handelt es sich um kurze Sprechstücke Zur gleichen Zeit beginnt Isa an einem eigenen lyrischen Vortragsabend ausgewählte deutsche Lyrik zu rezitieren Die Kritiker vieler deutschen Zeitungen wie der Deutschen Allgemeinen Zeitung oder des Berliner Tagblatts sind begeistert von der herben Schönheit des Vortrags Dies trägt Isas Bekanntheit weit über die Grenzen Berlins hinaus und verheißt ihr eine große Theaterzukunft Im März 1924 gründet Isa Oberländer gemeinsam mit anderen die Deutsche Szene Diese Vereinigung von jungen

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  • Muse
    Gehn wir nur immer unsern Weg zu zweit Es gibt auch Wege in der Dunkelheit Und andre müssen sich das Licht verdienen Doch unser Weg war ganz von Licht beschienen Er kam von weither und er führt noch weit Wohin er führt weiß einzig dein Geleit Dein guter Engel Ihm laß uns vertrauen Und seinem Licht in dieser Welt voll Grauen In ihrer tiefen Undurchsichtigkeit Alexander von Bernus Leben Traum und Tod Nürnberg 1962 S 109 Von hier sehr weit Das wilde heilige Tempeltier Kommt manchmal nachts im Schlaf zu mir Mein Schlaf ist schwer mein Traum ist wüst Ich hab zu viel im Schlaf gebüßt Mein Traum ist wüst mein Schlaf ist schwer Aus Vorzeit und aus Vorwelt her Das wilde heilige Tempeltier Ist wieder aufgelebt in dir Mit Hellsicht hab ich dich erkannt Mir zeitlos traum und welt verwandt Du liebtest mich vor Tag und Jahr Als ich noch Tempelpriester war Das wilde heilige Tempeltier Ist Engel Adler Löwe Stier In Nacht und Todeswollust rings Liegt es auf meinem Leib als Sphinx Und irgendwo von hier sehr weit Verläuft im Hintergrund die Zeit Alexander von Bernus Leben Traum und Tod Nürnberg 1962 S 139 Von drüben gesprochen von dem der im Leben Alexander von Bernus war Für Isa seinem letzten Willen beigefügt Ich spreche dieses mit geschloßnem Munde Ist auch die Seele um den Leib noch her Doch überstanden ist die schwerste Stunde Schwer ist das Sterben Totsein ist nicht schwer Ich weiß Im Totenreich drohn auch Gefahren Und Orte gibts wohin kein Lichtstrahl fällt Nicht anders wie in unsern Erdenjahren Doch Christus lebt in Welt und Überwelt Christus ist Herr der Lebenden und Toten Er wird auch mir mein Nichtbestehn verzeihn Ich brach fast alle von den zehn Geboten Und doch versuchte ich ein Mensch zu sein

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  • ANSPRACHE FÜR ISA FREIFRAU VON BERNUS
    unnachahmbaren Weise Es waren unbeschwerte Stunden Stunden in denen ich mich erholte an Leib und Seele Isa war die ideale Gastgeberin Und sie war so jung so erfrischend jung und umkompliziert Nie hatte ich den Eindruck da sitzt mir eine ältere Frau gegenüber Isa war und blieb zeitlos Nie rückwärts gewandt und von gestern erzählend wo alles besser war nein sie lebte im Heute und sorgte sich um das Heute Auch ich erfuhr erst anläßich ihres 100 Geburtstages wie alt sie wirklich war Nie sprach sie darüber mein Gott wie alte Leute doch so gerne strotzen mit ihrem Alter auch da unterschied sie sich wolhltuend Isa besaß bis zuletzt in ihrem Wesen einen Zauber dem nicht nur Alexander von Bernus und wohl so manch anderer erlegen waren mit dem Mund der Rätsel stellt und deutet mit dem Lächeln das verheißt und wehrt wie Bernus das 1934 in Ewige Ausfahrt formulierte Von diesem Zauber in ihrem Sein so wie sie war eher intuitiv und wie Irmhild Mäurer schreibt mit dem Herzen denkend war ich berührt zog es mich zu ihr hin Isa war von Kindheit an ein Mensch der geliebt wurde Sie war nicht nur ein lockiges Kind sondern eine wunderschöne Frau Ihr Bildnis als junge Frau das sie als Schauspielerin und Rezitatorin zeigt befindet sich bei mir im Pfarrhaus Kaum ein Besucher der nicht bewundernd davor stehen bleibt Isa wurde geliebt und liebte Und das darf wohl nicht verschwiegen werden Liebe wurde ihr auch zum Verhängnis Als ich gerade aus dem Kloster ausgetreten war suchte ich für ein paar Wochen Unterschlupf bei ihr um in aller Ruhe über mein weiteres Leben nachzudenken aber auch um meine theologische Abschlußarbeit über den Religiösen Glauben von Alexander von Bernus in Donaumünster zu schreiben Es war mir schnell klar dass sich bei Isa etwas verändert hatte nicht nur äußerlich auch im Innern Das Böse war ins Schloß eingezogen und da Isa den schönen Worten aus dem Nachwort von Irmhild Mäurer in Irene mehr glaubte als dem was andere sahen und hörten und kritisch einander zuraunten wurde es oft schwer mit ihr zu verkehren Warnende Stimmen der Freunde drangen nicht bis zu ihr vor Sie wollte sie nicht hören konnte vielleicht auch nicht Es war eine harte Zeit und ihre Auswirkung ist bis heute zu spüren und wird uns morgen und übermorgen noch belasten Es war die Zeit um mit Bernus zu sprechen DA DER ENGEL DES HERRN SEIN HAUPT VERHÜLLT UND DIE DÄMONEN WEIDEN UND SICH MÄSTEN Da trat eine Frau bei ihr ein die sah und verstand mit Isa IN DIE STILLE ZU GEHEN UND ZU HÖREN DIE STIMME DIE NICHT IN DEM STURME LAUT WIRD Es war harte harte Seelenarbeit die Irmhild leistete Und war doch erst der Beginn all dessen was Du liebe Irmhild hinfort für Isa und für die Alexander von Bernus Gesellschaft getan hast Liebe Freunde von Isa werte Anwesende liebe Schwestern und Brüder Dass Isa gestorben ist verstehe ich noch immer nicht recht Als ich am Sonntag ihrer

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  • Isa von Bernus
    sagte er Ich will den schönen Mund sehen Er stand auf ging wieder hin und her Was ich da rede Einem kleinen Mädchen vorerzähle Manchesmal spreche ich stundenlang allein Niemand hört mich Wer zuhört muß sterben Leise ging seine Stimme über sie hin Wir haben uns noch viel zu sagen Donna Irene im Reden Küssen Und Schweigen Irgendein Band um Irenes Herz schmolz Sie sah ihn an Laß Deine Augen wieder gläsern sein Nichts Weiches Härte Härte Haß aus Stahl gehämmert Hingabe in Abwehr Kind sei mir ebenbürtig Schweigen weste Schweigen formte sich Schweigen zerfloß Da sagte sie verhalten Ich habe so viel Mitleid Mit wem Hochaufgerichtet stand er Und sie mit einer zarten Gebärde Mit allem Glaubst Du daß Gott Mitleid hatte als er die Welt erschuf Vernichte hasse ertränke Mitleid Es macht schwach es macht hilflos Mit geballter Faust fordern das ist es Furcht erschlagen und wenn man in einem Meer von Toten stünde Seine Augen zerschnitten den Raum Die ihren folgten ihm und da schrie sie auf Da da sitzt jemand Er schaut Euch an Er schaut mich an Um seinen Hals ist ein Strick Er schaut und schaut Siehst Du ihn auch meine Geistschwester Wesen aus gleichem Blut mir zugehörig Mein Fürst ich fürchte mich ich fürchte mich so Freundin wir sind nie allein Siehst Du sie zum ersten Male Ich sehe sie immer Sie umwesen mich sie belauern mich Sie wollen stärker sein als ich Noch bin ich ich Sieh sie Dir an die Schemen die anklagen wollen daß ihr Kopf fiel Köpfe müssen rollen um den Einen zu schonen Der Kopf der alles hält Alles Irene Alles ist Bewegung Vernichtung ist auch Bewegung Sie wollen mein Hirn verirrlichten Zur Strafe sende ich ihnen neue fallende Köpfe zu Wer hat die Macht Ich Denn ich lebe Er ließ sich neben Irene nieder und nahm ihren Kopf in seine Hände Seine Finger versanken in ihrem Haar Er zwang ihren Kopf in eine bestimmte Richtung und sie sah in die Kuppel Da da und da Überall sind sie flüsterte sie Laßt mich gehen mein Fürst Ich kann hier nicht bleiben Sie brach in Schluchzen aus Diese Anklage diese entsetzliche Anklage Sie verbarg ihr Gesicht in den Händen Wie aus weiter Ferne hörte sie seine Stimme Und wenn mein Kopf statt der ihren rollen würde ich glaube Ihr würdet dann auch weinen Der Usurpator trocknete ihre Tränen Der da sitzt ist ganz ungefährlich er sitzt immer da seit nun ja seit damals Aber der da steht Irene der ist gefährlich Der ist ein Gegner der ist Ich Irene blickte scheu in die flackernden Augen des Herrschers War er wahnsinnig und seine Macht auch darin so groß daß alles nur seine kranke Phantasie vorgaukelte Blick nicht hin Irene Immer drängender kam seine Stimme Ich bin stark der Ich ist viel stärker Der hat Macht Irene Irene schöne Geistschwester mein Geschöpf bist Du Besitzergreifend legte er seinen Arm um sie Noch sollst Du leben Er küßte sie Schöner Körper im Raum Körper der nicht west Und als sie ihrer selbst nicht mächtig aufsprang sagte er indem er ihre Wangen umschloß Du brauchst mich nicht lieben schönes Gesicht Du sollt mir gehorchen In ihrem Innern formten sich die Worte Marco Marco wie eine Beschwörung E war ein Wider Herzwingen Wollen Ihr Herz war ausgelöscht Auch Marco hatte keine Melodie mehr darin Er war wie Erinnerung die man heraufholen muß Anstrengung sich selbst zu belügen Sie suchte verzweifelt ihre Liebe zu Marco Sie hatte keine Macht Viel mehr davon hatte der Usurpator der vor ihr stand Eine herzbeklemmende Macht Fluchtbereit jagte ihre Stimme Erlaubt mir daß ich gehe Und ganz leise Ich möchte so gerne gehen Mit einem unbeschreiblichen Ausdruck blickte er sie an Dann begann er wieder seine Wanderung durch den Raum mit auf dem Rücken verschränkten Händen Irene Du bist voll von Hellgefühl Weißt Du wirklich nicht daß Du nie mehr wirst gehen dürfen Zuviel haben wir uns gesagt Zuviel hast Du hineingesehen Sie wuße sofort Dieses ist unwiderruflich Es hatte keinen Sinn sich zu wehren zu bitten zu weinen Sie stand da mit herunterhängenden Armen Alles war wie geträumt Sie antwortete nicht Sie stand da und nahm diese Hinrichtung auf Es war ihre Hinrichtung Sie wußte es Ein Laut kam aus ihrer Kehle wie ein Cello das zerbricht Dann faltete sie die Hände ihr linke Schulter zuckte und ganz kindlich fragte sie Was habt Ihr mit mir vor Mit gierigen Augen hatte er alle Erschütterungen auf ihrem Gesicht mitgemacht Ohne daß diese verschlingenden Augen sie verließen sagte er Als Kind erlebte ich einmal eine Landschaft Das war ebenso Schön bist Du Er ging zu seinem Schreibtischstuhl und setzte sich Dann ließ er das abgeblendete Kuppellicht aufflammen sie stand in Licht getaucht Nein Irene Du sollst nicht ins Dunkel Du sollst leben noch sollst Du leben Hier bei mir Sieh nicht so starr Die Bläue Deiner Augen soll weiter leuchten Aus diesen meine Räumen kommst Du nicht mehr heraus Seine Hand zeigte auf die Tür hinter seinem Rücken Du bist meine Gefangene Er stand auf Trat zu ihr nahm ihre kalten Hände Sie sollen warm werden Deine armen erschrockenen Hände Ich werde Deinem Blut gebieten bis es kocht Ein Ruck ging durch ihren Körper Er fing ihn auf Er drückte sie an sich Er tastete über die Seide ihres Kleides Ihr werdet nie mein Geliebter sein flüsterte sie Das will ich auch nie Irene Ganz selbstverständlich sprach er es Aber Du wirst meine Geliebte sein das ist so Wollen wir uns über Hingabe unterhalten jetzt in dieser Stunde Ich gebe mich nie Ich nehme nur Von seinen Händen strömte Feuer das in ihren Körper einschlug Ich kann nicht ich kann doch nicht Da lächelte er und dieses Lächeln löschte den Irrlichterglanz seiner Augen Komm Irene sagte er Wieder ging diese Stimme wie ein beschwörender Singsang über ihr Herz Er legte den Arm um sie und führte sie der Tür hinter seinem Schreibtischsessel zu der Türe die in seine eigenen Gemächer führte Da klopfte es dreimal kurz und hart Der Usurpator stockte horchte ließ Irene los Kind sagte er etwas Wichtiges sonst würde man mich nicht stören Wieder wurde geklopft Dreimal wie mit einem Hammer Irene geh jetzt dort hinein erwarte mich Ich komme sobald ich kann Du wirst alles vorfinden um die Zeit bequem zu überbrücken Er öffnete die Türe schob sie hinein riß urplötzlich ihr Haar nach hinten daß sie aufschrie und küßte sie auf den Mund Dann schloß er die Türe hinter ihr V Als der Herrscher mit lauter Stimme Herein rief saß er an seinem Schreibtisch Das Licht der Kuppel umfloß ihn sein Gesicht war konzentrierteste Erwartung Zwischen seinen Händen hielt er einen Schreibstift Die Flügeltüren öffneten sich und über die Schwelle schritten Marco und Senis Marco war aschfahl Seine Züge gesammelt und kalt Senis der nicht mehr junge Senis sehr vornehm groß und überlegen war der erste der sich auf eine Seite vor den Schreibtisch stellte Marco folgte Er stand daneben die Lippen schmal zusammengepreßt Er war ganz Haltung aber seine Augen loderten Ein Schulbube neben seinem Vater mußte der Herrscher unwillkürlich denken Sie verneigten sich Eine ungeduldige Bewegung des Herrschers Senis nahm das Wort Baranoff weiter kam er nicht Was ist mit Baranoff schrie der Fürst Baranoff ist geflohen Wann Vor zwei Stunden etwa Wie er herausgekommen ist wissen wir beide nicht Eine Untersuchung hierüber ist im Gange Was wir wissen ist folgendes Auf der Straße war ein Menschenauflauf Ein Mann stand mitten darin und hielt revolutionäre Reden und beschimpfte in nicht zu wiederholenden Worten Eure Herrlichkeit Die Stimmung verschärfte sich Die Menge schrie stimmte zu schimpfte mit die Situation wurde gefährlich Da trat plötzlich ein Mensch dazwischen und gebot mit lauter Stimme Einhalt Er forderte die Masse auf den Mann festzunehmen der Eure Herrlichkeit fortfuhr zu beleidigen Der Mensch der die Festnahme des Schimpfenden forderte strahlte eine solche Größe aus daß die Menge zuerst zögerte dann ratlos wurde schließlich umschlug Nehmt den Halunken fest raste sie Es wurde ein wüster Auftritt Der Mann der noch immer versuchte Stimmung gegen Eure Herrlichkeit zu machen wehrte sich wie ein Tier Als man ihn endlich band behauptete er plötzlich von Euch persönlich als Spitzel eingesetzt worden zu sein Er zeigte einen Ausweis der echt wirkte Die Nummer 331 stand darauf Von Eurer Hand mein Fürst unterschrieben Die Menge wurde wieder unsicher Aber der Mensch der hinzugekommen war und wie ein Dompteur mit seinen Augen die Masse hielt sagte ich bin Baranoff Der Mann ist Gefangener auf meine Veranlassung Der aber tobte und schrie man müsse das ganze Volk ermorden Auf die Folter mit allen so der Wille des Herrschers Baranoff war bei dem ganzen Auftritt dabei Er soll mit verschränkten Armen dagestanden und zugesehen haben wie man das Subjekt 331 mundtot machte Dann soll er zum Volke gesagt haben Ihr Ihr Toren geht nach Hause Wenn jemand so laut wagt auf den Herrscher zu schimpfen wißt fortan er ist ein Spitzel Er will nur daß Ihr mitschimpft um Euch hinterher zu verraten und Euch und Eure Familien ins Verderben zu bringen Toren die Ihr seid geht jetzt nach Hause Und den da er zeigte auf den Gebundenen liefert ihn ein Sagt ausdrücklich General Baranoff Euer Baranoff hätte ihn festnehmen lassen und sendet ihn seiner Herrlichkeit Mit diesen Worten sei er verschwunden Der Aufwiegler ist tatsächlich eingeliefert worden gebunden und übel zugerichtet Baranoff ist seit dieser Stunde spurlos verschwunden Man hat fieberhaft gearbeitet um seiner habhaft zu werden ohne jeden Erfolg Der Fürst der noch immer seinen Schreibstift in seinen Händen hielt zerbrach diesen Der Laut fiel in die Stille Alle drei Männer schwiegen Baranoff ist ein Gegner sagte endlich der Herrscher ein nicht zu unterschätzender Gegner Er hat Freunde einflußreiche Freunde sonst wäre seine Flucht nicht gelungen Seine Augen blickten durchbohrend auf Marco und Senis Baranoff ist wichtig Die Freunde von ihm sind ebenso wichtig Schade um sie alle Sie gefallen mir Wenn sie auch meine Feinde sind Wieder Pause Was den Geheimagenten 331 anbetrifft so macht er seine Sache ungeschickt Er ist zu hängen Nun aber wieder zu etwas anderem Er stand plötzlich auf und herrschte Marco an Wo ist Baranoff dann sagte er sehr leise Ihr seid mit ihm befreundet gewesen natürlich gewesen und durchschnitt damit jede Antwort jeder der gefangen ist hat keine Freunde mehr ich weiß höhnte er Man muß ein wachsames Auge auf Euch haben Verräterische Freunde Mein Fürst schrie Marco auf Aber der grauhaarige Senis legte seine Hand beschwichtigend auf Marcos Arm Ihr tut uns Unrecht wie Ihr Baranoff Unrecht tatet Wir sind Freunde Keine verräterischen Freunde Und er sah wie in einem Blitzlicht die Ereignisse der letzten Stunden wie er und Marco mit anderen Gleichgesinnten Baranoff befreit hatten Wie durch einen Säbelhieb die persönliche Wache hingestreckt worden war Wie Baranoff als wäre er nie ein Gefangener gewesen in einen Radmantel gehüllt aufrechten Ganges die geheime Pforte durchschritt die ihm von damals als er noch Freund des Herrschers bekannt war Wie er durch die Straßen ging unauffällig gefolgt von dem Auto Senis wie dann der Auflauf auf der Straße brandete der sich genauso zugetragen hatte wie sie es dem Herrscher geschildert hatten und wie sich Baranoff jetzt in Irenes Wohnung in vorübergehender Sicherheit befand bis er fortmußte Sie hatten nicht geplant die Flucht Baranoffs sofort dem Usurpator zu melden Aber man hatte vorzeitig die hingestreckte Wache und die Flucht Baranoffs bemerkt beim halbstündigen Rundgang Und die Flucht war Senis und Marco gemeldet worden denen dann nichts anderes übrig geblieben war als die nach außen notwendigen Schritte zu tun Baranoff den Freund würde vorläufig niemand finden Er war in einem guten Versteck denn niemand würde auf den Gedanken kommen bei Irene Haussuchung zu halten Dort war es wo Marco erfahren hatte daß Irene zum Herrscher befohlen worden war dort fand er auch ihr zurückgelassenes Schreibblatt Von dem Augenblick an war Marco wie ein gefährliches Tier Senis hielt seine Hand noch immer auf dem Ärmel Marcos Er sagte zweideutig Mein Fürst Ihr unterschätzt Freunde Nein sagte der Herrscher und ging zu dem Sofa auf dem er mit Irene gesessen hatte Ich unterschätze Freunde nicht Ich weiß sie haben Ausflüchte Sie sind mir treu sie verraten sie sind dem Volk treu sie verraten sie sind dem Land treu sie verraten Was ist ihnen ein Eid Was ist ihnen ein Freund Was ist ihnen eine Frau setzte er spielerisch hinzu und blickte höhnend auf Marco der in diesem Augenblick den Pelzmantel Irenes entdeckt hatte Eine Blutwelle schoß Marco in sein aschfarbenes Gesicht Eine Frau eine Frau stöhnte sein Herz Seine Augen waren wie Klingen als er ganz schlicht sagte indem er auf den Pelzmantel zeigte Wo ist Donna Irene Ich hätte ihr etwas zu sagen Senis erschrak Marco junger leidenschaftlicher Freund dachte er was tust Du Unvorsichtiger Du gefährdest unser aller Leben Seine Augen streiften eine Sekunde Marcos Gesicht Dann blickte er unbeweglich geradeaus Der Usurpator lachte gellend auf daß es widerhallte Ihr seid ein König der Narren mein junger Freund sagte er dann schneidend und seine Hand fuhr in einem sinnlosen Bogen durch die Luft Verabredet Euch mit Euren kleinen Mädchen irgendwo unter einer Uhr wieder hallte sein Lachen aber nicht hier bei Eurem Herrscher Seid Ihr eigentlich bei Euch Marco setzte er bedauernd hinzu Mir deucht Ihr habt Fieber Er schritt ein paar Mal hin und her und blieb unvermittelt dicht vor Marco stehen Ich bedauere Euch sagte er dann leise und der Kontrast der Stimme preßte Senis Herz zusammen Soll ich Euch eine väterliche Lehre geben Traut nicht Frauenwort Es ist wandelbarer als der Mond Er blickte in die lichterhellte Kuppel Dort oben weste es die Toten seine Toten ein Heer ihm untertan Seine Augen irrlichterten Er sah hinauf legte die Hand wie spähend über die Augen Nein die beiden da vor ihm sahen nichts Sie waren blind Man müßte sie dem Heer da oben einverleiben damit sie sehend würden Morgen Heute wollte er ihnen die Freiheit lassen Er rieb sich die Hände als frören sie blickte wieder hinauf blickte die Gestalt an die sich vor ihm auftürmte Und schrie plötzlich wie ein Tier Hindernisse nichts als Hindernisse Ihr abtrünnigen Freunde Geht geht endlich Seine Hand fuhr durch sein Haar Es war wie Erwachen Senis hatte verschlossenen Antlitzes diesen Ausbruch über sich ergehen lassen Marco stand und seine Augen flackerten in einem grausen Entsetzen Irene Irene wo bist Du stöhnte sein Herz Der Herrscher setzte sich Seine grausame Hand streckte sich aus Ich möchte Euch noch einmal die Hand geben Senis mein falscher Freund Marco mein junger Feind Morgen früh Punkt neun bringt Ihr mir Baranoff gefesselt Euer Kopf bürgt dafür Ihr habt eine Nacht Zeit Eine herrliche freudenreiche Nacht Geht endlich Nein bleibt Ich muß Euch noch etwas sagen Fragt nie mehr nach Donna Irene Ihr verliert sonst noch Eure Zunge Euretwegen schweigt flüsterte er Er klingelte Flügeltüren öffneten sich Senis ging voran Marco taumelte hinter ihm her Die Türe schloß sich Der Herrscher saß noch lange unbeweglich an seinem Schreibtisch und blickte in die Kuppel Inzwischen saß Irene in dem Zimmer des Herrschers und wartete Sie war allein Sie war weltenfern allein wie noch nie in ihrem Leben Nachdem der Herrscher die Tür hinter ihr geschlossen hatte befand sie sich in einem kleinen weißen holzgetäfelten Gang Eingelassene Spiegel hätten ihr ein blasses großäugiges Wesen mit roten Lippen und ringelnden Haaren gezeigt fremdartig und süß wenn sie hineingeschaut hätte Aber sie schritt hindurch durch den weißen mit weichen Teppichen belegten Gang blicklos und verstört Eine Tür die der in die sie der Usurpator hineingeschoben hatte gegenüberlag klinkte sie herunter ohne daß diese aufging Ein eisiges Entsetzen bemächtigte sich ihrer Ganz grundlos denn nach weniger als einer Minute öffnete ihr eine Ordonnanz die Türe stand stramm und ließ sie eintreten Ich soll den Herrscher hier erwarten sagte sie Die Ordonnanz schritt ihr voran durch viele Räume die Irene nicht aufnahm und machte in einem kleinen Herrenzimmer Halt Schreibtisch Bücher Couch Sessel Blumen Viele Teppiche viele Fenster die nun verhangen waren Wartet hier Donna Irene sagte die Ordonnanz höflich Ich werde für Erfrischungen sorgen Danke Ihre traurig lächelnden Augen sahen die Ordonannz an Ich möchte nichts Die Ordonnanz verbeugte sich und ging hinaus Irene durchmaß mit nervösen Schritten den sechseckigen Raum Hin und her ging sie hin und her Die Tür öffnete sich und ein Teewagen wurde hereingerollt mit Erfrischungen Danke hörte Irene sich sagen Ich möchte auf den Herrscher warten Donna Irene Ihr tätet gut dran Euch zu stärken Der Herrscher speist immer allein wie Euch bekannt sein dürfte Die Ordonnanz verbeugte sich und ging aus dem Zimmer Irene goß sich eine Tasse Tee ein und trank gierig Die Wärme tat ihr gut Verschwommen erinnerte sie sich daß der Herrscher niemals an einem Essen teilnahm Es war richtig sie hatte ihn noch nie essen sehen Irene setzte sich Sie fror obwohl es sehr warm im Zimmer war Marco wo ist er Wo ist Marco Marco war gegenstandslos So tief sie ihn in sich suchte sie fand ihn nicht mehr Sie dachte an den Herrscher und an seine Irrlichteraugen die lockten Sie wollte ihn hassen mit den Besten des Landes hassen Aber sie fand ihren Haß nicht mehr ebensowenig wie ihre Liebe zu Marco Sie kam sich vor wie in einem Palast auf Meeresgrunde Alle Gefühle waren fortgespült Verzweifelt saß sie da diesem Geschehen nicht gewachsen Ihr Blick irrte an den Wänden Lichtarme sehr erlesene helle Tapete Ein großes einzelnes schmalgerahmtes Bild unter Glas Auf ihm stand in Rot und Gold Denn ich bin der Fürst der Welt Orchideen verblühten in einer Vase Sie verstand im Anschauen Marco der ihr einmal Orchideen aus einer Vase gerissen und fortgeworfen hatte wie sie unkeusch seien sie und ihr Zimmer beleidigten Unkeusch standen diese Orchideen im Zimmer des Herrschers und flimmerten im Licht Und das Bild mit den barocken Buchstaben Denn ich bin der Fürst der Welt verwirrte Und seine Küsse verwirrten und seine Hände und seine monotone Stimme die weh tat Ach und die Toten all die wesenden Toten Sie fühlte etwas wie Mitleid mit dem Herrscher der all dem Herumwesen der Toten standhalten oder untergehen mußte Wieder ging die Tür auf Die Ordonnanz erschien Verzeiht Donna Irene Leibesvisitation Habt Ihr Waffen bei Euch Ihr wißt zu fragen ist meine Pflicht Niemand darf ohne Untersuchung eintreten Drinnen versäumte man es Irenes Gesicht war wie mit Blut übergossen Dann wurde sie weiß und sie sagte klar und deutlich Nein ich trage keine Waffe bei mir Leider dachten ihre Gedanken Auch kein Gift nichts Sie lachte auf Die Ordonnanz sagte sehr leise Verzeiht er ließ eine weibliche ältliche Person herein Tut was Ihr müßt sagte er und ging aus der Tür Irene ergab sich und ließ sich untersuchen Mein Pelzmantel ist drinnen beim Herrscher sagte sie trotzig Dort mögt Ihr weitersuchen Die Frau sagte sonor Kein Befund und ging hinaus Ohne Teppich wären ihre Schritte sicher gemein dachte Irene Nein sie hatte keine Waffe Auch für sich selbst nicht Sie war allein Sie war hilflos In ihr war ein eisiger Zorn Sie verachtete den Herrscher der sie hier solchen Dingen aussetzte Und doch wußte sie daß es kein Hinaus für sie gab Sie mußte standhalten Aber auf ihre Weise Sie ging zur Türe und sperrte den Riegel vor Hier ist mein Reich dachte sie voll Hohn Sie fuhr durch ihr Haar es knisterte Sie fuhr über ihr Seidenkleid es knisterte Sie ließ sich in einen Sessel fallen und ihre tränenlosen Augen weinten Es verging eine ihr endlos scheinende Zeit Ganz langsam schlug ihre Stimmung um Sie hatte sich eingeschlossen was konnte ihr geschehen Und wenn auch Was hat der Mensch zu verlieren Doch immer nur sein Leben dachte sie kühn Sie stand wieder auf und ging hin und her Sie ging zum Teewagen und aß achtlos eine Kleinigkeit Es schmeckte Es kam ihr ins Bewußtsein daß sie Hunger hatte Sie setzte sich wieder zog den Wagen zu sich her und aß mit jungem Appetit Wein der da stand verschmähte sie Aber Tee trank sie mehrere Tassen Das tat ihr gut Sie fing an Einzelheiten des Zimmers bewußt zu sehen Die schöne Form der Sessel Den wundervollen Schwung des Mahagonischreibtisches Sie bewunderte die Stoffe und Farben Dabei hatte das Zimmer nichts Weichliches Sie dachte daß der Herrscher hier vielleicht oft saß Sie dachte daß dieser Raum vielleicht geschwängert war von den kranken unheilvollen Gedankengängen des Usurpators Und doch merkte man nichts davon Das Licht warf sanfte Strahlen auf die Harmonie des Raumes Irene ging zu den Büchern die in Brusthöhe standen Es war eine großangelegte geschichtliche Bibliothek nichts nach dem sie verlangte Sie hätte gerne das schmale Gedichtbüchlein aus dem Vorzimmer des Herrschers da gehabt Sie strich über ihre Augen überlegend Musik tönt in die Lage der Taurigkeit Hieß es nicht so Irene setzte sich wieder Wie lange man nicht kam Irgendwann würde ihr Hiersein ein Ende finden Vorläufig war die Tür abgeschlossen Sie war allein Herr ihrer selbst in einem ihr zusagenden Zimmer Wie ein befreiter Bube warf sie ihren Kopf nach hinten Ihr Mund atmete Marco liebte sie Plötzlich durchströmte sie dieses Bewußtsein wieder beglückend Senis hatte sie lieb Baranoff hatte sie lieb Baranoff dem sie so gerne helfen wollte Sie hatte es falsch angefangen Aber in ihrem Herzen war Zuversicht Es würde und mußte alles gut werden Wie Sie wußte es nicht Sie kam sich plötzlich geborgen vor Sie legte ihren Kopf nach hinten auf ein Kissen und schloß die Augen Gut war es so Ach so gut Ihr konnte nichts geschehen Da wurde die Klinke heruntergedrückt Sie gab nicht nach Die Stimme des Herrschers erklang Aufmachen sofort aufmachen Irene riß ihre Augen auf Sie lauschte antwortete nicht Aufmachen ungeduldig klang seine Stimme Irene hörte ihre Blutbahn Sie drückte einen Augenblick ihren Handrücken gegen ihren Mund Dann stand sie auf und wich zurück bis zum Schreibtisch Mit weitaufgerissenen Augen sah sie die Türe an hinter der ihr unabwendbares Geschick Einlaß forderte Nein sagte sie nicht laut aber der Mann hinter der Tür hatte es doch gehört Einen Augenblick bieb es still dann sagte er und ihr schien es als klänge seine Stimme belustigt Nein Wirklich nein Er drückte noch einmal auf die nicht nachgebende Klinke Dann also nein Die Tür stand wie vordem Kein Wort keine Bitte kein Toben kein Befehl Irene stand noch immer in Abwehr und blickte die Türe an Staunend so einfach war es gewesen Da öffnete sich die Wand an der das Bild Denn ich bin der Fürst der Welt hing und herein trat der Gefürchtete Gar nicht unwillig Eine Haarsträhne fiel auf seine Stirn er blickte übermütig Meinst Du nicht daß ich mich in meinem Hause doch besser auskenne als Du sagte er und zog die Widerstrebende an beiden Händen ins Zimmer Oh Kind Abwehr ist nichts anderes als mich mit Energien laden Er setzte sich Sie stand und sah ihn feindselig an Er beachtete das nicht Donna Irene wie habt Ihr Euch die Zeit vertrieben was habt Ihr gemacht Herr antwortete sie und ihre Stimme grollte Ihr habt gesorgt daß sie mir nicht lang vorkam es gab Leibesvisitation Er blickte sie an So da hat man recht getan Mein Fürst sagte sie und sah ihn mit ihren großen Augen an Füchtet Ihr so für Euer Leben daß es niemandem vergönnt ist bei Euch zu sein ohne sich diesen Dingen aussetzen zu müssen Warum wird jeder auf Waffen und Gift untersucht Habt Ihr so wenig Glauben an Eure wahrhafte Macht Er antwortete nicht sah sie nur an Und sie Warum tut Ihr das mein Fürst Doch nicht aus Feigheit Sie forderte ihn heraus wie er so gelassen da saß und sie nur immerzu ansah Er fuhr auch jetzt nicht auf Er sagte nur mit einer abschließenden Handbewegung Ich tue schöne Freundin das was ich für gut befinde Sie schwieg Es war ein Abgrund zwischen ihnen ausgefüllt mit Feindschaft Er fühlte wie meilenfern sie ihm entglitten war Er stand auf trat vor sie hin und legte ihr die Hände auf die Schultern Ich tue etwas sagte er leise was mir nicht liegt Ich gebe Dir Antwort Warum ich es tue Nehmen wir an daß ich Dich ernstnehme Man nimmt für gewöhnlich keine Frau ernst Man spielt mit ihr Das ist viel einfacher Aber nehmen wir an daß es eine Laune von mir ist Ich will Dich ernstnehmen setzte er eindringlich hinzu Er setzte sich wieder und zog sie an ihren vor Erregung kalten Händen zu sich hin So sprach er indem er ihre Hände hielt Weißt Du wer ich bin Nein Du weißt es nicht Geheimnisvoll flüsterte er Ich halte mich am Rande der Götter Selbst ein Mensch bin ich den Göttern zugesellt Das Leben meines Seins ist mehr wert als das all der Lebendigen um mich herum Die Götter sagen mir wie ich mein Leben schützen muß Irene erstarrte Gewiß er war wahnsinnig Scheu blickte sie in seine fanatischen Augen Er aber fuhr fort Schützen vor den Verrätern Allüberall sind Verräter Sie kommen aus dem Dunkel Ich aber muß leben ich werde leben Trotz ihrer alle Sie riß ihre Hände los Sagen das die Götter Schneidend klang ihre Simme Vielleicht sagen es nur Dämonen Eure Dämonen mein Fürst Dann bin ich froh daß ich meine Dämonen als leibhafte Götter um mich sehe Er stand auf Blickte in die kristallhelle Bläue ihrer Augen Auch Du kannst mich verraten Er riß ihr Haar nach hinten und blickte in ihr Gesicht wie in ein aufgeschlagenes Buch Schöne Maske hinter der Maß und Liebe wohnen Sie schloß ihre Augen Sie wollte seinen aussaugenden Blicken entgehen Wenn man überall Verräter sieht zieht man sie herbei murmelte sie Er lachte einmal kurz auf Wie weiblich Du die Welt siehst ich ziehe nichts herbei Ich durchschaue Er ließ sie los Ging im Zimmer auf und ab Sie setzte sich und verbarg ihr Gesicht hinter ihrer Hand Weißt Du daß ich mich gefreut habe bald wieder bei Dir zu sein Leicht und unbeschwert sah er sie an wie ausgewechselt Sie ließ ihre Hand sinken Das habe ich gemerkt mein Fürst entgegnete sie spöttisch Darum laßt Ihr mich hier allein speisen Er lachte um gleich darauf wieder ernst zu werden Ja siehst Du das ist eine meiner Eigenheiten Ich esse und schlafe nur allein Es ist etwas Klägliches um die Menschheit Sie umkleidet ihre Bedürfnisse Viele Leute sitzen beieinander essen trinken schwelgen unterhalten sich dabei lernen sich vielleicht lieben das alles nennt man Geselligkeit Man soll alles was man tut ehrlich tun Ich esse wenn ich Hunger habe Vielleicht mit gierigem Gesicht ich weiß es nicht Ich sehe mich nicht ein anderer mich auch nicht Er stand vor ihr Auch Du wirst mich nicht essen sehen sagte er und strich ihr flüchtig über das Haar Auch Du wirst mich nicht schlafen sehen Das gelingt nur den Göttern oder wenn Du so willst den Dämonen Er ging wieder auf und ab blieb stehen nahm sie mit den Augen auf Dein schönes Gesicht aber das werde ich schlafend sehen Das werdet Ihr nicht stieß sie mit einer Energie heraus die ihn erstaunte Warum mißachtet Ihr mich so daß Ihr das was Ihr für Euch ablehnt für mich als Voraussetzung nehmt Sie stand erregt auf ging einen Schritt auf ihn zu Ich habe Angst vor Euch Herr Ja Angst Ich bitte Euch inständig laßt mich gehen Wißt Ihr nicht Irene daß es endgültig war Ich werde Euch nie mehr gehen lassen Ihr seid meine Gefangene Schaut nicht so entsetzt drein Irene Ich genieße zwar Deine Ablehnung aber laßt sie nicht zu lange dauern Sie wich vor ihm zurück Er folgte Als sie die Wand erreicht hatte sagte er ungeduldig Gib nach Irene Ich folge Dir sonst durch die Wände Du weißt ich kann sie öffnen Sie wurde immer blässer unter seinen Worten Er trat ganz nah auf sie zu so daß sein Körper den ihren fast deckte So Gesicht an Gesicht sahen sie sich an Dann ohne sie mit seinen Händen zu berühren küßte er sie Wieder fühlte sie mit eisigem Entsetzen wie dieser Kuß sie in seinen Bann zog Sie hob abwehrend ihre Hände die linke Schulter zuckte Wenn ein Sturm daherbraust nimmst Du ihn hin Warum nicht auch so wenn Dein Herrscher den Elementen gebietet Sträube Dich nicht länger Irene Du wirst mich ja doch am Ende lieben müssen Seine grausamen Hände die langen Finger griffen sie Sie waren kühl und brannten Irenes ganzer Körper brannte Noch einmal suchte sie sich der Betörung der sie sich schämte zu entziehen Mein Fürst gedrängt jagte ihre Stimme Ich lebe nicht erst seit heute Ich liebe einen Mann Ich weiß Irene Du liebst Marco seine Hände fuhren über ihre Seide Ich weiß es Es ist so unwichtig zwischen uns Übrigens ein netter Junge für eine Frau Und doch auch ein Verräter Irene Alle sind Verräter nur nicht mehr lange Irene hörte es Sie schwieg Es war ein entsetztes Schweigen Ganz sanft sagte er Keine Furcht haben Irene ebenbürtig sein Er hob sie auf drückte auf eine Scheibe in der Wand ließ diese auseinandergleiten und trug sie ins Nebenzimmer Seine eine Hand drückte ihren Kopf an sich Irene flüsterte er Er legte sie auf ein breites Lager und setzte sich zu ihr Sie lag mit geschlossenen Augen Er sah auf sie nieder Sein Schweigen tropfte liebend auf ihr Herz daß es sich öffne Irene aber dachte Was hat er gesagt auch ein Verräter nicht mehr lange Eine wahnsinnige Angst um Marco preßte ihr Herz Sie öffnete die Augen voll von Qual Sie sah des Herrschers unentwegten Blick Es war eine große Stille in dem Raum Sie sprach nicht Er sprach nicht Sie sah ihre schmalen Hände an In ihr war ein Wollen das sich durchrang Mein Fürst ich habe noch eine Bitte frei an Euch Nein Irene unendlich müde klang seine Antwort Wir wollen in dieser Stunde keinen Handel treiben Ich weiß Du willst für einen Menschen bitten es ist nicht an der Zeit zu bitten Es ist an der Zeit zu gewähren Er beugte sich zu ihr Sie ergriff eine Hand und strich ohne Denken über sie hin hin und her Ihre Augen sahen seine liebenden Augen Sie umfaßten weiterirrend den Raum der sie aufnahm Sie war teilhaftig im Mitschwingen der Atmosphäre die so wahrhaftig in sie eindrang Er spürte ihre sprechenden Hände Schön sind Frauenhände Er küßte ihre Finger Schön ist das Irene Vielleicht liebe ich Dich Ganz monoton glitt seine Stimme an ihr Ohr Schön bist Du Irene Dich festhalten wäre schön es ist mir nicht vergönnt Er küßte sie Nach einer Weile sagte er Du sollst nichts von mir wollen nichts erbitten gar nichts Einmal mit einem Menschen zusammensein der nicht berechnet Alle wollen gute Schachspieler sein wenn sie bei mir sind Ich werfe aber ihre Figuren um Er lachte grell Ein Zittern rann durch ihren Körper Er sagte durch Minuten nichts Plötzlich umschlossen seine Hände ihr Gesicht herrisch und zärtlich Du mit Deinen eigenen Augen bei denen ich stets versuchte mich umzudrehen wenn ich sie bei der Parade auf meinem Rücken spürte Irene mein Geschöpf in Furcht und Abwehr in Angezogensein in Haß und Liebe ergibt Dich Nach langer Zeit fuhr er fort Heute abend will ich nur wissen Du bist mein Irene Er deckte mit seiner zweiten Hand ihre streichelnde Hand zu Siehst Du sagte er leise Deine Hand ist nicht mehr da aufgenommen vor mir Du bist nicht mehr aber ich bin Er küßte sie Sie ließ es geschehen daß er sie in seine Arme zog Ihr Kopf ruhte an seiner Schulter Er spürte jede Bewegung ihres Körpers Er schwieg Nur seine Liebkosungen durchbrachen die Stille Mit seinen Augen verfolgte er ihre Erregungen Sie war müde Sie konnte nicht mehr kämpfen Sie ergab sich ohne Denken Es war als lullten seine Zärtlichkeiten sie ein Sie sah sich selbst körperhaft in seinen Armen liegen Sie mußte alles hinnehmen wie in einem Traum Genauso monoton wie seine Stimme gingen seine Hände über sie hin Aber in dem Gleichmaß lag ein gefährliches Aufwühlen Seine Augen ließen sie nicht los Sie spürte auch diese als Streicheln Sie selbst hatte die Augen geschlossen Alles war unwirklich und fern und doch greifbar nah Sieh mich an forderte er Sie schlug sehr langsam die Augen auf so als koste es ihr Mühe Er bog sie zum Lager zurück und seine Hand strich über ihre Stirne Ich will Dich durchsehen Er blickte sie an mit dem magischen Willen der aus seinen Augen drang Immer wieder Sie lag diesen Augen preisgegeben Ich tue Dir nichts was Du nicht von Dir aus willst sagte er Wieder strich er über ihre Stirn sah sie an immer an immer nur an Dann fragte er leise Bist Du mein Ein kleines sehr fragendes Lächeln zuckte um ihren Mund Ihr Körper lag unbeweglich Sie sah ihn verschleiert an dann senkten sich ihre Lider Seine Augen aber sogen sie ein es war in ihnen etwas von Frohlocken Mit einer herrischen Gebärde zerriß er ihr Kleid von oben nach unten mitten durch und sie versank in die Glut seiner Küsse Es war eine eigene Liebesnacht die Irene durchlebte Er ließ ihr keine Atempause Es war wie ein geheimer Kampf in einem aufgewühlten Meer Nichts ersparte er ihr Er forderte unerhörte Preisgabe Er nahm und nahm er sog sie ganz in sich ein er war herrisch grausam wild und weich aber immer voll von Liebe Irene ließ alles mit sich geschehen In ihr war ein großes Staunen ihre feuchten Augen wie hypnotisch von den seinen festgehalten wehrten sich nicht mehr Sie spürte in einer Art aufrührerischen Seligkeit daß sie genommen wurde wie sie genommen wurde Ihre atemlose Hingabe war von einem selbstzerstörerischen Sichverschwenden Einmal schlang sie ihre Arme selbstvergessen um seinen Hals er entzog sich ihr Er spürte ihr nach bis in die verhaltensten Schlingungen ihres Seins er aber blieb unbeweglich immer ihr Herr der zusah Aber seine fanatischen Augen sein Mund seine Hände alles war ein Brand der Liebe Und Irene versank ermattet in einem brausenden roten Meer in das sie hineinfiel schnell und immer schneller Dann wußte sie nichts mehr VI In der Nacht erwachte Irene Sie stieg aus dem Schlaf heraus wie aus einem tiefen Wasser Ihre nackten Arme umschlangen ein Kissen ihr Körper schmiegte sich an andere Kissen die der Wand entlang lagen so als wäre es ihr Geliebter Sie sah um sich Je mehr die Erinnerung kam desto unruhiger wurde sie Eine elektrische Kerze die auf einem niedrigen Tisch neben ihrem Lager stand erhellte kaum den Raum Ihre Hand fuhr über die Seide der Decke mit der sie zugedeckt war Wo ist er dachte sie mein Gott wo ist er Sie schrak auf setzte sich Sie fuhr über ihre Augen in denen diese ganze lange Nacht lebte Sie war traumbefangen Wie war es doch Wo war sie und wie war sie hierhergekommen Alles stieg auf Schrecknis und Seligkeit der Nacht Bestürzend sah sie im matten Licht ihr Lager Aber wo war er Sie wollte nicht allein sein Ihre Augen sehnten sich seine Züge zu durchforschen Sie wollte sein Nachtgesicht sehen Sie wollte ihm flüsternd sagen vom Wandel ihrer Gefühlswelt Freund herrischer Freund wo bist Du Warum läßt Du mich allein Ihr Körper lag wie angeschmiedet in seiner erfüllten Müdigkeit Ihre Augen durchirrten den Raum Irgendwo lag ihr Pelzmantel hingeworfen über einen Stuhl sicher hatte er ihn abends mitgebracht Er aber war fort Wer bin ich dachte sie kann Haß so wie Schnee zerschmelzen Aber ich sah ihn falsch Er ist maßlos ja Die Maßlosigkeit entspringt seiner Größe Und er war vereist bis er mich nahm Niemand hatte ihn bis dahin lieb Man kann Menschen zum Guten hinlieben das hatte er entbehrt Immer und immer nur hatte man ihn zum Schlechten hingehaßt Eine Woge von Zärtlichkeit strömte durch ihr Herz In ihren Augen war ein Leuchten Sie wollte sich zu ihm bekennen Sie wollte mutig seine Geliebte sein sie wollte alle Verachtung in Marcos Augen ertragen Marco Sie schloß die Augen und nun war nur der Usurpator noch da der

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  • Isa zum 4
    sind Nächte und Tage Doch das Traumbuch der Liebe besteht Versäumten wir Freundin die Frage Das Wort kommt mitunter zu spät Mag sein dass die Stimme versage Doch das Traumbuch der Liebe besteht Leg nicht was dich quält auf die

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  • The roll of women at the beginning of the 20th century -- the German feminist movement and the life of Baroness Isa von Bernus
    In 1914 she celebrates her confirmation 1916 she finishes School with a College Board Exam After that she starts with social work which is typical for women during war times and looks after less privileged families in Berlin Moabit takes care of their children and simply looks after everything makes sure families get assistance She is always accompanied by a Policeman in case problems would arise or her life would be threatened by any other danger During the war her family is better of than most other s Uncle Rolf who meanwhile became a factory owner in Hamburg helps financially and also sends food packages to the capital city After the war Isa Oberländer pursues upon her mothers request a career as a social welfare nurse at the Pestalozzi Fröbel house an orphanage in Berlin She works there as a nurse and physiotherapist However this type of work is not fulfilling to her In addition it is very hard for her to adapt to the rigid methods of the senior nursing staff From 1921 on she follows her true vocation and passion theater and literature and signs a one year contract at he municipal theater in Cleve At the same time she joins the German Theater Organization From now on she receives acting lessons from her Aunt and teacher Auguste Prasch Grevenberg who herself was a famous actress during that time She works her way up in Cleve to become a permanent attraction at the local Theater Soon after her fame reaches even beyond Cleve and she becomes known for her intuition and identification with each individual character and role that she portrays In 1922 on the third anniversary of the Adult Education Center of Cleve Isa together with other colleagues recites German lyric during the morning celebration Further reading evenings follow In spring of 1923 Isa moves to Berlin There she appears for the first time on April fourth under the direction of Dr Johannes Günther in Berlins premiere performance of Karl Röttgers Faithful John The play is put on as a celebration in honor of Bismarck Further plays were to follow lyrical plays by Johannes Günther also short speaking roles During the same time Isa has her own lyrical lecture evening reciting selected German poetry The critics of many German newspapers like the Deutschen Allgemeinen Zeitung or the Berlin Tagblatts are enthusiastic about the raw beauty of the event This carries Isa s fame far beyond the limits of Berlin predicting her a great future in theater In March of 1924 Isa Oberländer together with other artists found the German scene This association of young Berlin theater artists is aimed against the exorbitantly expensive theater prices and the confusion within the German theater scene A misunderstanding proves to become a lucky break at approximately the same time When Isa picks up the telephone receiver and does not know the person on the other end she replies briefly wrong number This sets the foundation for her new employment as

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  • WORDS SPOKEN FROM BEYOND
    sacred Temple Beast In night and deathly lust does twist Bull Lion Eagle Angel wings It lies upon me as the Sphinx And somewhere far away from here Time and Space merge and disappear Alexander von Bernus Von hier sehr weit In Aus Welt und Überwelt Dornach 1995 S 42 Ins Englische übertragen von Florin Bican Words spoken from Beyond From him who in life Was Alexander von Bernus For Isa added to his last will and testament I m uttering these words while my mouth is shut tight The soul is still around the flesh it fled I ve overcome the darkest hour of the night Dying is hard it s not hard to be dead I know the Realm of Death may also pose a threat And there are places where light never fell Just like the years we spent upon this earth and yet Jesus lives in the world beyond as well Jesus is Lord over the living and the dead He shall forgive me what I ve left undone Under my feet the Ten Commandments did I tread And yet I did my best under the sun It s hard work to be man and hardest for a bard To whom the names of all he sees are known The Bard has such a lot of faces that it s hard For him to tell at last which one s his own Perhaps one sound of all my verse one scattered grain Has found its way to Jesus only one Then everything I ve done on Earth is not in vain For each of us is the Prodigal Son It s time now to this earth my last goodbye I ll say Oh all the things and all the love it gave Again in a new

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