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  • 1975 - Heimatverein Burgsteinfurt
    der letzten 24 Stunden Erweiterte Suche Erweiterte Suche Heimatverein Burgsteinfurt Startseite Unser Verein Unsere Gruppen Aktivitäten Projekte Termine Heimatverein Burgsteinfurt 1975 Burgsteinfurt und Borghorst werden zur Stadt Steinfurt Zurück 1975 Impressum Kontakt Freitag 29 April 2016 00 00 Zum Seitenanfang

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  • 2013 - Heimatverein Burgsteinfurt
    Unbeantwortete Themen Themen der letzten 24 Stunden Erweiterte Suche Erweiterte Suche Heimatverein Burgsteinfurt Startseite Unser Verein Unsere Gruppen Aktivitäten Projekte Termine Heimatverein Burgsteinfurt 2013 Wechselvolle Marktgeschichte Zurück 2013 Impressum Kontakt Freitag 29 April 2016 00 00 Zum Seitenanfang Diese Website

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  • Handel - Heimatverein Burgsteinfurt
    Johann Klapproth hatte am 1 4 1946 den Betrieb von August Lagemann übernommen Am 30 9 1964 hat seine Witwe das Gewerbe abgemeldet Josef Hickisch war seit Anfang der 50er Jahre bei Redmann angestellt Nachdem er seit 1954 beteiligt war führte er ab 15 2 1955 den Betrieb selbständig Seine Witwe hat am 31 12 1974 das Gewerbe abgemeldet Die Kohlenhandlung Rudolf Overesch wurde nach dem Krieg von Schwiegersohn Bernhard Bäumer geführt 1948 war eine Düngemittelhandlung angegliedert worden 1968 pachtete Walter Knöpker den Betrieb den er dann aber am 31 5 1972 aufgeben musste Kolonialwarenhänder Gespräch mit Helmut Braunschweig Jahrgang 1924 Mein Vater Heinrich Braunschweig kam 1936 aus Recke nach Burgsteinfurt um an der Kirchstraße 6 ein Kolonialwarengeschäft zu eröffnen Der Name Kolonialwaren drückt aus dass wir in unserem Angebot auch Gewürze hatten die aus den Kolonien eingeführt werden mussten Daneben gab es noch die Feinkostläden die einen höheren Standart an Waren wie z B Sardellenpaste Rauchfleisch usw anboten und dazu oft auch noch eine Kaffeerösterei besaßen Die meisten der Kolonialwarengeschäfte oder wie man im Volksmund sagte Tante Emma Läden sind aus kleinen Stubenläden entstanden die sich nach und nach entwickelten So war es auch bei uns Vor dem Krieg war der Großhändler Schnege aus Rheine unser Lieferant Da zur damaligen Zeit der Kunde noch König war brachten wir die im Geschäft verkauften Waren direkt in die Häuser unserer Kunden Das war für mich als kleiner Junge eine gute Gelegenheit die ersten Pfennige zu verdienen die dann bei Sundag in Eis umgesetzt wurden Von meinem Vater liegt mir noch eine Anzeige von 1938 vor die folgendermaßen lautete Osterangebot Empfehle sämtliche Backartikel sowie 1a Landleberwurst 125 gr 30 Pfennig Landcervelatwurst 125 gr 50 Plockwurst 125 gr 40 und 50 Bierwurst 125 gr 30 1a Zungenwurst 125 gr 30 Schweizerkäse 125 gr 35 Holländerkäse 125 gr 30 und 35 Alles mit 3 Rabatt Alter Konsum Inhaber Heinrich Braunschweig Kirchstr 6 1943 wurde unser Geschäft an der Kirchstraße ausgebombt wobei drei Angestellte ihr Leben lassen mussten Noch während des Krieges bauten meine Eltern an der Hohen Schule eine neue Existenz auf Zu dieser Zeit wurden uns die Waren nicht mehr angeliefert sodass mein Vater schon morgens in der Früh mit Pferd und Wagen zu den Einkaufsmärkten nach Münster fahren musste um unseren Wareneinkauf zu tätigen Ein zweiter Schicksalsschlag traf uns dann 1945 als unser Laden an der Schulstraße dem Brandbombenangriff auf Burgsteinfurt zum Opfer fiel So standen meine Eltern als ich aus dem Krieg kam vor dem Nichts Ab 1938 hatte ich eine Lehre als Rechtsanwalt und Notargehilfe gemacht Nach Lehrabschluss wurde ich zur Marine eingezogen wo ich auf einem Minensuchboot eingesetzt war Da mein älterer Bruder im Krieg blieb war es für mich selbstverständlich zu Hause mit anzupacken Wir hatten zwar an der Hohen Schule ein Ruinengrundstück aber kein Geschäft So pachteten wir erst im Haus Röttgering an der Wasserstraße ein kleines Ladenlokal um dort unser Kolonialwarengeschäft weiter betreiben zu können Wir hatten das Glück von der Militärregierung zur Lebensmittelversorgung der Burgsteinfurter

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  • Handwerk - Heimatverein Burgsteinfurt
    tho Gempt Heßling Schnieder Kerßen und Wacker auch schon 1931 am Markt Altena Steinhoff und Wacker sind bereits 1902 im Burgsteinfurter Adressbuch aufgeführt Dazu gab es damals 8 weitere Metzger davon 6 jüdischer Abstammung Dass Overkamp 1902 noch nicht erwähnt war lag sicherlich daran dass er zu der Zeit nicht hauptberuflich Metzger war sondern nur im Winter schlachtete und auch nur dann seine Fleisch und Wurstwaren verkaufte Im Sommer betrieb Overkamp seine Landwirtschaft eine Korbmacherei und später ein Fuhrgeschäft Ab 1929 ist die Metzgerei dann in Verbindung mit einer Gaststätte Vollbetrieb geworden Der Pferdemetzger Moritz Sander hatte bis Ende Mai 1938 an der Rottstraße eine Pferdemetzgerei betrieben die dann von den Nazis zwangsweise geschlossen wurde Am 2 1 1946 meldete er eine Metzgerei samt Vieh und Pferdehandel wieder an Die Metzgerei ging am 27 2 1950 auf die Söhne Fritz geb 25 10 08 und Erich geb 18 8 1914 über Der Pferdehandel wurde am 5 3 1951 aufgegeben Ab 1955 hatten die beiden Sander Brüder mit den Behörden Probleme da sie neben Pferdefleisch auch anderes Fleisch verkauften und keiner der beiden Meister war Wegen der fehlenden Meistereigenschaft bekam Fritz Sander als Rossschlächter eine Ausnahmebewilligung da ihm abgenommen wurde dass er als Halbjude ab 1933 keine Möglichkeit gehabt hätte zur Meisterprüfung zugelassen zu werden Er hatte schon erhebliche Schwierigkeiten überhaupt als Metzgergeselle eine Anstellung zu finden da Betriebe die ihn einstellten sich selbst der Verfolgung aussetzten Trotzdem war es ihm gelungen in Essen wo er nicht bekannt war eine Anstellung zu finden Bezüglich des unterschiedlichen Fleischverkaufs ließen die Behörden aber nicht mit sich reden da dafür getrennte Verkaufsräume vorgeschrieben waren So wurde 1959 die Metzgerei der Vorschrift entsprechend umgebaut und Fritz Sander am 1 9 1959 als Fleischermeister in die Handwerksrolle eingetragen Die Pferdemetzgerei wurde 1964 aufgegeben so dass nur noch eine Rind und Schweinemetzgerei betrieben wurde Am 22 4 1971 ist das Geschäft an den Metzger Peter Betzinger verkauft worden Bernhard Kerßen hatte 1926 den seit 1918 bestehenden jüdischen Betrieb Phillip Simons übernommen Am 27 7 1939 kaufte er von der Ww Simons die Metzgerei für 5000 RM Da dieser Preis unter dem festgesetzten Verkehrswert lag musste Kerßen 500 RM Ausgleichsabgabe an das Reich zahlen Am 1 10 1969 ist der Betrieb dann aufgegeben worden Bereits ab 1885 wird an der Rottstraße 17 eine Metzgerei und Gaststätte Heinrich Altena erwähnt Am 21 4 1959 hat Gottfried Altena seine Metzgerei an J Sirk übergeben Den Gaststättenbetrieb hat er vorerst noch behalten Walter Altena hat 1951 die Metzgerei am Bütkamp 5 von seinem Onkel Heinrich Steinhoff geerbt und schon 2 Jahre später an Wahlbrink verkauft Karl Heßling geb 1885 hat 1910 die Metzgerei von J Simons Kirchstraße 17 übernommen 1919 erwarb er das Anwesen Nagelschmidt an der Schulstraße 17 wo er dann seine Metzgerei einrichtete Später ging der Betrieb auf Ernst Heye und dann auf August Stolte über Metzgermeister Alfred Klose und seine Frau Klara geb Kindler im Herbst 1952 nach Eröffnung der Metzgerei an der Eichendorffstraße Das Gewerbe des Alex Wacker wurde am 31 12 1965 abgemeldet und von Heinz Wattendorf noch kurze Zeit weitergeführt Den Betrieb Overkamp gibt es schon seit 1864 als Johann Overkamp in der Hahnenstraße eine Schweinemetzgerei eröffnete und alsbald in den Drepsenhoek umzog Alfred Klose war bereits seit 1928 im Bahnhof Rubank in Schlesien mit Metzgerei und Gasthof selbständig Nach der Vertreibung hat er sich in Burgsteinfurt erst mit Gelegenheitsarbeiten durchgeschlagen bis er 1948 wieder ein Gewerbe anmeldete Bei Ebbing Ecke Hachstiege Eichendorffstraße richtete er provisorisch eine Wurstküche und einen Verkaufsraum ein Die Fleisch und Wurstwaren brachte er teilweise mit einem von Herrn Bevers umgebauten Fahrrad zu den Kunden Später hat er dann die Garage von Jüngst am Münsterkamp gemietet und so umfunktioniert dass er wursten und verkaufen konnte 1952 ist er dann in seinen Neubau an der Eichendorffstraße 21 eingezogen Kloses waren hauptsächlich für ihre schlesischen Spezialitäten wie die helle und dunkle Wellwurst Kochwurst die Krakauer Brühwurst die rohe polnische Mettwurst und natürlich zu Weihnachten und Sylvester die schlesische Weiße bekannt Dieses Sortiment machte etwa 20 25 seines Verkaufs aus Die Kundschaft dazu kam von weit und fern Der Schmied Gespräch mit Hermann Schumacher Jahrgang 1920 geführt im Dezember 2002 Nach der Schatzungsurkunde der Stadt Burgsteinfurt von 1793 gab es damals bereits 6 Schmieden in unserer Stadt Hufe beschlagen vor Uphues Ich bin Ostern 1935 aus der Schule gekommen Die Lehre bei Josef Uphues konnte ich aber offiziell erst im Herbst 1935 antreten da ein Meister nur 2 Lehrlinge ausbilden durfte und mit Rudi Hörstker ein Lehrling da war der erst im Herbst seine Gesellenprüfung machte In der Schmiede Uphues waren damals neben dem Meister 2 Gesellen und 2 Lehrlinge beschäftigt Mein Meister der aus einer Ramsdorfer Schmiede und Kaufmannsfamilie stammt hatte sich 1920 Meisterprüfung 1919 an der Emsdettenerstraße Nr 9 heute Tecklenburgerstraße als Schmied selbständig gemacht Dazu pachtete er das ehemalige Schmiedegebäude des Wilhelm Nüßmeier 1928 kaufte er auf der anderen Seite der Erpostraße ein größeres Grundstück mit einem eingeschossigen Wohnhaus welches er 1938 aufstockte Hier hielt Uphues immer Zimmer vor um Lehrlinge und Gesellen von auswärts insbesondere aus dem Emsland einstellen zu können In der Schmiede gab es 2 aus Ziegelsteinen gemauerte Schmiedefeuer oder Essen Darüber hingen Rauchfange mit Öffnungen zum Kamin Schon damals wurde elektrisch Luft zu den Essen geblasen so dass der eine vorhandene Blasebalg meistens überflüssig war Von der einen Esse zur anderen befand sich ein mit Wasser gefüllter Blechtrog um die glühenden Werkstücke abkühlen zu können Für Meister und Geselle war je ein Amboss vorhanden der auf Holzstämmen befestigt war Dazu gab es die Werkbank mit einem schweren Schraubstock und einer Säulenbohrmaschine Auch arbeiteten wir mit einem autogenen Schweißapparat der mit Karbidentwickler betrieben wurde Pferdebeschlag in der Schmiede Scholte bergstraße heute Leerer Straße Das Bild soll 1957boder 1959 entstanden sein Etwa 1937 kam ein Elektroschweißgerät dazu Mit Fettkohle die unter der Esse im Kohlenbunker lagerte wurde das Schmiedefeuer betrieben Auch hatten wir schon verschiedene Transmissionen da ein Motor mehrere Maschinen anzutreiben hatte Der Fußboden war aus Sandsteinen gepflastert nur im Bereich des Hufbeschlags waren Holzbohlen ausgelegt Als Lehrling hatte ich morgens dafür zu sorgen dass bei Arbeitsbeginn um 7 00 Uhr das Schmiedefeuer entfacht war Neben den normalen Schmiedearbeiten wie Hufbeschlag Herstellung von Türbeschlägen Schlössern und Werkzeugen Bereifung von Wagenrädern die die Hauptarbeit vorm Krieg ausmachten wurden auch Schlosserarbeiten wie Garteneinfriedigungen Tore Balkongeländer und Landmaschinenreparatur und montage durchgeführt Für die Bauern habe ich Heu und Dungaufzüge gebaut und die Selbstbinder die damals aufkamen zusammengebaut Unsere meisten Kunden kamen aus Hollich Die Tätigkeit war eine harte Arbeit mit viel Lärm und rauchiger Luft Vor den Funken schützte sich der Schmied mit einer Lederschürze Ich bin oft beim Augenarzt in Rheine gewesen wenn wieder mal Funken ins Auge geflogen waren Trotz dieser vielen Immissionen und der Hitze und Kälte habe ich die Arbeit aber nicht als besonders schwierig empfunden 50 unserer Tätigkeit bestand aus dem Hufbeschlag der im Gegensatz zu den anderen Schmieden in Burgsteinfurt innerhalb des Werkstattgebäudes stattfand Schon frühmorgens warteten die Bauern drauf ihre Pferde beschlagen zu lassen Wenn die Pferde dem Schmied vorgeführt wurden musste dieser zunächst ihre Gangart und den Zustand ihrer Hufe überprüfen Die Tritte vom Vorder und Hinterhuf mussten sauber sein wie man sich ausdrückte Aus einer Menge von Fabrikeisen Rohlinge suchte der Meister die passenden Eisen aus Je nach Bedarf setzte der Schmied leichte oder schwere Eisen ein Waren sie noch nicht durchgeschlissen konnten sie ein 2tes Mal wieder verwendet werden Da unser Meister extra eine Hufbeschlagsprüfung abgelegt hatte fühlte er sich auch in erster Linie dafür zuständig Rechnung der Firma Uphues von 1922 Gelegentlich wenn Zeit dafür vorhanden war wurden die Hufeisen auch selbst hergestellt An dem Oberteil des gebogenen Eisens schmiedeten wir eine halbmondförmige Kappe an um das Rutschen des Pferdefußes zu verhindern In der Bodenfläche wurde eine Vertiefung Falz eingearbeitet in die beidseitig je 4 Löcher für die Hufnägel eingeschlagen wurden Vor dem Beschlagen mussten die Hufe beschnitten an Trachte und Zehe gekürzt und Stral und Sohle mit dem Hufmesser ausgeschnitten werden Das erforderte schon eine gewisse orthopädische Geschicklichkeit Auf dem Amboss ist das Hufeisen dann nachgearbeitet worden Mit einem leichten Schmiedehammer und 2 schweren Vorschlaghämmern schlugen Meister und Gesellen abwechselnd im gleichen Takt auf das heißglühende Eisen so dass die Funken weit in die Werkstatt sprühten Dann wurde das noch heiße Eisen auf den Huf aufgebrannt und mit 8 Nägeln befestigt Im Winter bei Eis und Schnee mussten die Eisen häufiger geschärft werden oder es wurden Stollen eingedreht oder angeschweißt Eine weitere große Aufgabe war der Wagenbau Hierzu arbeitete Uphues hauptsächlich mit den Stellmachern Rudolf Lammers Veltruper Kirchweg 7 Johann Ebbing Am Neuen Walll 2 Wacker Kirchstraße Köster Bagnostraße und mit Hermann Schnieder Hollich 34 zusammen War der Stellmacher beim Wagenbau zuständig für alles was aus Holz hergestellt wurde so musste der Schmied sich um die dazugehörigen Eisenteile kümmern Stellmacher machten Naben Speichen und Felgen Schmiede arbeiteten die Beschläge und zogen die Reifen auf Noch bis in die 60er Jahre wurden die Reifen von Hand aufgezogen Dabei folgte die Technik dem einfachen Naturgesetz dass Körper sich bei Wärme ausdehnen und bei Kälte zusammenziehen Daher mussten die Eisenreifen immer etwas kleiner geschmiedet werden als die hölzernen Radfelgen So wurde der Umfang von Rad und Felge genau ermittelt War der Reifen zu weit band er die Felge nicht zusammen war er zu eng gingen die Felgen wegen zu hoher Spannung zu Bruch In einer Eisenbiegemaschine wurde das Eisenband zunächst kreisförmig gebogen Die Ecken wurden geschlitzt keilgezinkt miteinander vernietet und dann feuerverschweißt Waren die Reifen rotglühend erhitzt musste schnell gehandelt werden Mit Feuerhaken wurde das heiße Eisenband auf die Holzfelge aufgebracht Da das Holz leicht schwelte musste das Hämmern und Ausrichten sogleich einsetzen Das war ein spannender Vorgang der viel Geschick und Schnelligkeit erforderte Sogleich wurde das Rad durch einen Wassertrog gedreht was ein lautes Zischen und eine dichte Wolke aus Wasserdampf hervorrief die die Werkstatt in Nebel hüllte Der Schmied war zufrieden wenn seine Arbeit gelungen war Durch das Abkühlen verkleinerte sich der Umfang des Rades so dass der Reifen fest auf die Felge gepresst wurde Außer Josef Uphues gab es vorm Krieg in Burgsteinfurt noch die selbständigen Schmiedemeister Dietrich Scholte Rottstraße 10 wo die Lehrlinge regelmäßig in Logis wohnten und seit 1932 Friedrich Teigeler Ecke Viefhoek Wasserstraße vormals Hermann Paalmann später Drumstege 2 3 das vorher ein Lager des Juden Cohen war Zu meiner Kindheit gab es noch auf der l Gastege die Schmiede Heimann Die Schmieden in Burgsteinfurt hatten untereinander ein gutes Verhältnis und tauschten sich sogar gegenseitig aus Über einen Kohlenhändler bestellten sie gemeinsam ihre Schmiedekohle Als Schmied hatte man unter der Bevölkerung ein gutes Ansehen und ich glaube auch dass die selbständigen Meister ein gutes Auskommen hatten Wie alle Handwerksbetriebe machten auch die Schmieden einen Strukturwandel mit So entwickelten sich nach dem Krieg die Bauschlossereien wie Bernhard Abbenhaus Rottstraße 4 Maximilian Lux Rolinckstraße 3a und die Dreherei Schlosserei und Schmiede Bernhard Peters Meister Hämmerlein Wasserstraße 25 die in dem ehemaligen Teigelerschen Betrieb arbeitete Dazu gab es noch in den 50er Jahren den Feinmechaniker Daniel Kirchner Viefhoek Auch die alteingesessenen Schmieden mussten sich umstellen und sich den neuen Erfordernissen des Marktes anpassen Es kam hinzu dass besseres Material und ein zusätzliches Profilangebot Rohre im Stahlbau andere Aufgabenfelder erschloss Das typische Schmieden Feuerschweißen wurde mehr oder weniger durch Elektroschweißen ersetzt Als Josef Uphues 1939 als Fahnenschmied zur Kavallerie nach Rheine eingezogen wurde musste ich zumindest bis spätnachmittags wenn der Meister wiederkam den Betrieb mit den Lehrlingen alleine meistern Aus diesem Grunde bin ich auch UK gestellt worden Allerdings habe ich mich dann Juni 1940 freiwillig zur Luftwaffe gemeldet Nachdem ich in Braunschweig als Flugzeugführer für untauglich erklärt wurde bin ich in Poching Bayern zum Flugzeugfunkwart ausgebildet worden und konnte danach dort als Hilfslehrer für physikalische Grundlagen und Gerätelehre bis Kriegsende bleiben Nach dem Krieg bin ich dann bei der WCG im Landmaschinenbau angefangen wo ich dann auch 1956 meinen Meister machen konnte Von Ende 1940 bis 1945 arbeitete in der Schmiede Uphues ein polnischer Kriegsgefangener der wegen seiner guten handwerklichen Fähigkeiten bei der Kundschaft anerkannt war Nach dem Krieg 1946 47 baute Uphues auf seinem Grundstück andere Seite der Erpostraße eine neue Schlosserei mit Lagergebäude Die Zeit bis zur Währungsreform konnte nur mit fixen Ideen und unter Anwendung vieler Kompensationsgeschäfte überstanden werden Lange Zeit war Uphues einziger Lanz Vertreter im Kreis Steinfurt So hat jeder versucht sich auf die neuen Vorraussetzungen und die neuen Techniken einzustellen Teigeler verlegte sich z B auf die Herstellung gummibereifter Anhänger Als Josef Uphues 1962 starb übernahm sein Sohn Franz Josef den Betrieb Nach dessen allzu frühen Tod 1970 wurde Paul Schnieders neuer Betriebsleiter 1995 sind die Arbeiten in der Schmiede Uphues endgültig eingestellt worden Zimmermann Gespräch mit Walter Claasmeier Jahrgang 1935 geführt 2001 Mein Vater Johann Claasmeier 1902 geboren hat bei Hermann Raeker Seilen 44 den Beruf des Zimmermanns erlernt Er machte 1923 seine Gesellenprüfung Aus seinem Gesellenbrief geht hervor dass der Beruf des Zimmermanns zur Zwangsinnung des Tischler Zimmerer und Wagenbauerhandwerks gehörte Bis Ende 1925 arbeitete er noch bei Raeker als Geselle um sich dann ab 11 11 1925 gemeinsam mit Bernhard Hemker an der Metelerstiege 4 selbständig zu machen Keiner der beiden besaß einen Meisterbrief Unter den Bauhandwerkern nahmen die Zimmerleute immer eine Sonderstellung ein da der Einzelne nicht allein arbeiten sondern nur in Verbindung mit 3 4 oder 5 Kollegen die schweren Hölzer heben tragen verarbeiten und zusammenfügen konnte Es hieß damals Der Zimmermann soll nicht nur körperlich kräftig sein wie es der Zimmererberuf verlangt sondern er muss will er Erfolg haben ein geistig regsamer mit praktischen technischen Fähigkeiten ausgestatteter Mensch sein Da es vor dem Krieg nur wenige automatische Sägen gab Rottmanns hatten allerdings ihr Gatter schon seit 1923 mussten die Zimmerleute die Rundhölzer mit dem Breitbeil selbst behauen um entsprechende Kant und Schnitthölzer zu bekommen Das war keine einfache Arbeit und erforderte viel Geschick Bei Kriegsbeginn 1939 wurde Johann Claasmeier als Deutscher Frontarbeiter zur Organisation Todt eingezogen und war unter der Führung der Firma Peter Büscher wie viele andere Burgsteinfurter Handwerksmeister als Zimmermann auf Baustellen in Bremen tätig Ab 1942 ist er dann vom Wehrdienst freigestellt worden um für den Technischen Notdienst in Burgsteinfurt zur Verfügung zu stehen Hier waren seine Einsatzorte am Bahnhof und das Gelände von Gottszys Ziegelei wo hauptsächlich Baracken als Notunterkünfte gebaut wurden Zu Kriegsende wurde er nach Gelsenkirchen abkommandiert um Bombenschäden zu reparieren Nach dem Krieg ging die normale Arbeit auf dem Bau schnell wieder los Gerade der Bausektor profitierte von der Wohnungsnot und natürlich auch davon dass viele im Krieg zerstörte Gebäude wieder aufgebaut werden mussten Zwar mangelte es anfangs an allgemeinem Baumaterial was aber nicht unbedingt auf Holz zutraf da dieses im Bagno oder in den Droste Tannen in ausreichendem Maße zur Verfügung stand Walter Claasmeier und Heinz Hüsing unter dem Richtkranz rechts das berühmte Taschentuch Daher ging der Zimmermann wenn er den Auftrag für ein Bauvorhaben bekommen hatte erst in den Wald um gemeinsam mit dem zuständigen Förster in den Droste Tannen war das Kammering die passenden Stämme vor Ort auszusuchen Diese wurden dann im Herbst und im Winter solange der Saft noch nicht in die Rinde gestiegen war eingeschlagen Mit Hilfe von starken Ketten zogen Pferde genannt Rückerpferde die Baumstämme aus dem Wald heraus von wo sie dann mit Pferd und Wagen von Heine Hüsing oder in vielen Fällen von den Bauern selbst nach Veltrup zu Nolten Gerd oder zur Windstraße zu Rottmanns Mühle gebracht wurden Der Langholztransport erfolgte mit einem Ackerwagen dessen Vorder und Hintergestell auf das gewünschte Maß auseinandergezogen wurde Er hatte keine Aufbauten sondern zur seitlichen Halterung nur sogenannte Rungen die herausnehmbar waren Beim Aufladen wurden einseitig die Rungen entfernt die Baumstämme mit einer Kracke hochgehievt und seitlich auf den Wagen gerollt Beim Sägewerk angekommen wurden die Bäume dann mit dem vorhandenen Kettenzug hochgezogen auf dem Gatterwagen festgemacht um entsprechend zugesägt zu werden Der Zimmereibetrieb Lindstrot hatte schon damals für Bauholz eine eigene Unterschnittkreissäge so dass er nicht auf die Sägewerke angewiesen war sondern je nach Bedarf allerdings mit viel Personalaufwand die Bäume selbst zusägen konnte Eine weitere Möglichkeit bot der Lohndrescher Gerd Wilmer mit seinem Mitarbeiter Tobi Brinkmann an der mit Hilfe einer Kreissäge die von einem Trecker angetrieben wurde die Sparren Pfetten Riegel und Pfosten entsprechend dem Bedarf an jedem beliebigen Ort zersägen konnte Auch Altholz aus Ruinen und Abbrüchen wurde zur damaligen Zeit noch in großem Maße verarbeitet Die eigentliche Zimmermannsarbeit bestand darin die Kanthölzer entsprechend den Erfordernissen am Bau weiterzubearbeiten Dazu hatten Claasmeiers schon seit Mitte der 30er Jahre verschiedene tragbare Zimmereimaschinen Das wichtigste Werkzeug des Zimmermanns war sein Bundgeschirr das sich fast alle Zimmerleute zu Beginn der Lehre selbst anschafften Es bestand aus Axt Winkeleisen Stoß Bund axt Stemmeisen Klopfholz Breitbeil und Hammer Wenn dann noch die Bund oder Zimmersäge Bogensäge der grob und feingezahnte Fuchsschwanz die Lochsäge und eine Anzahl verschiedene Bohrer dazukamen konnten alle vorkommenden üblichen Zimmererarbeiten durchgeführt werden Meist wurde wenn der Platz an der jeweiligen Baustelle es erlaubte an Ort und Stelle verzimmert Dadurch sparte man sich Transportwege die besonders wegen des Auf und Abladens per Hand besonders mühselig waren Nachdem dann das Profil im Maßstab 1 1 ausgelegt war wurden die einzelnen Kanthölzer auf Maß gebracht und die Klauen und Zapfen zum Teil per Hand eingeschnitten und mit dem Stemmeisen nachgeschlagen Erst Mitte der 50er Jahre bestellte man das Holz beim Holzhändler nach Holzlisten Auch hatte man da schon modernere Maschinen zur Holzbearbeitung wie Handkreissägen Kettenfräse Handbandsäge Bohr und Hobelmaschinen die allerdings im Verhältnis zu heute sehr schwer waren und oft nur von 2 Leuten gehandhabt werden konnten Richtspruch zum 50 Haus der Burgsteinfurter Siedlergemeinschaft in Friedenau Das Richten war ein Akt für sich da das nur mit viel Muskelkraft und großem Ideenreichtum bewerkstelligt werden konnte Daher fand dies auch meistens Samstags statt Der jeweilige Bauherr stellte die Hilfskräfte Bei den großen Bockscheunen der Bauern waren dazu etwa 30 Personen notwendig die sich aus Nachbarn und Verwandten rekrutierten Mit Eishaken Gerüststangen und Seilwinden wurden die Sparren und Pfetten hochgedrückt oder hochgezogen was nicht immer ein einfaches

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  • Industrie - Heimatverein Burgsteinfurt
    Fabrikation von Land und Holzbearbeitungsmaschinen wie Bandsägen Hobel und Fräsmaschinen die mit ihrer Qualität guten Absatz fanden Im Jahre 1890 wurde die Firma unter der Bezeichnung Burgsteinfurter Maschinenfabrik Friedrich Howe in das Handelsregister eingetragen Zehn Jahre später 1900 erwarb der Firmenchef ein großes Gelände am Bahnhof zwischen der Friedrich Hofmann Straße und Rohdewaldstraße und errichtete dort zunächst ein Wohnhaus Das Unternehmen übertrug er seinen vier Söhnen von denen Ernst und Wilhelm Howe den Betrieb weiterführten Produktion von Granathülsen im Ersten Weltkrieg 1911 wurde nebenan ein neues Fabrikgebäude errichtet und der Betrieb mit seinen 40 Arbeitskräften zum neuen Standort verlegt Im ersten Weltkrieg hatte der Familienbetrieb gezwungenermaßen Hochkonjunktur Die Firma wurde für die Herstellung von Kriegsmaterial verpflichtet 240 Arbeiter produzierten rund um die Uhr Granatenhülsen erklärte Friedrich Howe Während der Inflation war das Gelände an die Firma Maschinen Scholz verpachtet die später unter Steinfurter Eisenwerk firmierte erinnert sich der Seniorchef und fügt mit einem Schmunzeln hinzu Jeden Monat brachten sie in bar die Pacht 8000 Mark im Zigarrenkasten 1922 hatten die Howes genug von Maschinen Die hielten immer 30 bis 40 Jahre wurden repariert und hielten wieder so lange Deshalb wollte mein Großvater Ernst etwas Vergängliches herstellen Das war die Idee ein Sauerstoff Werk aufzumachen erzählt Enkel Friedrich Doch woher sollte die Burgsteinfurter Familie eine entsprechende Anlage nehmen Ernst Howe las bei seinem Friseur eine Anzeige in der Zeitung in der eine Anlage zur Herstellung von Sauerstoff angeboten wurde Die wollte ich haben war sein Plan Für 8000 Mark erstand er die Anlage von einer Zeche in Essen Damit nahm das Schicksal seinen Lauf Die Familie Howe war im Jahre 1926 stolzer Besitzer einer Sauerstoff Anlage geworden konnte aber zunächst nichts produzieren Denn In der Fabrikhalle befand sich noch die Maschinenbaufirma die nicht daran dachte sich aus dem Vertrag kündigen zu

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  • Termine - Heimatverein Burgsteinfurt
    1 Treffen der Museumswerkstatt 10 00 Neujahrskuchenbacken der Frauen 15 00 2 3 4 5 6 7 8 9 Vorstandssitzung 19 00 10 11 12 Jahreshauptversammlung 15 30 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Deutschlandumrundung 19 00 26 27 28 29 Treffren der Museumswerkstatt 10 00 Osterausstellung 11 00 1 2 3 4 5 6 Januar Februar März April Mai Juni Juli August

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  • Termine - Heimatverein Burgsteinfurt
    Aktivitäten Projekte Termine Heimatverein Burgsteinfurt Termine Februar 2016 Termine 28 Februar 2016 29 Februar 2016 1 März 2016 Zeit Termine 0 00 1 00 2 00 3 00 4 00 5 00 6 00 7 00 8 00 9 00 10 00 Treffren der Museumswerkstatt 10 00 11 00 Osterausstellung 11 00 12 00 13 00 14 00 15 00 16 00 17 00 18 00 19 00 20 00

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  • Termine - Heimatverein Burgsteinfurt
    Unser Verein Unsere Gruppen Aktivitäten Projekte Termine Heimatverein Burgsteinfurt Termine März 2016 Termine 29 Februar 2016 1 März 2016 2 März 2016 Zeit Termine 0 00 1 00 2 00 3 00 4 00 5 00 6 00 7 00 8 00 9 00 10 00 11 00 12 00 13 00 14 00 15 00 16 00 17 00 18 00 19 00 20 00 21 00 22 00

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