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  • 1. Braunkohle - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    um 1855 Leopold Bleibtreu Zementfabrik um 1906 Die Alaunfabrikation wurde Ende der 1870er Jahre eingestellt als der Chemieindustrie die synthetische Alaunherstellung gelang Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit fand etwas später auch der Bergbau sein Ende Stattdessen konzentrierte das Unternehmen seine Tätigkeit auf seine bereits 1856 errichtete Zementfabrik bei Oberkassel am Ramersdorfer Rheinufer Danach wurden die Fabrikationsanlagen von der Bevölkerung der nahen Ortschaften als Ziegelsteinbruch genutzt und verfielen Nur geringe Reste sind bis heute geblieben Pützchens Chaussee und Fuchskaule Doch Spuren der dichten Infrastruktur Straßen und Verbindungswege Lorenbahntrassen Dämme Wasserrinnen und Teiche sind vielerorts noch erkennbar wenn auch weithin von der Natur überwuchert Bis heute überformen die Halden der Produktionsrückstände massiv die Waldlandschaft und Folgen des Bergbaus kennzeichnen die gewellte Feldflur von Oberholtorf Alaunhütte III in der Fuchskaule Bauliche Überreste des Kamins Alaunhütte III in der Fuchskaule Bauliche Überreste der Fabrikgebäude Feldflur von Oberholtorf Oberflächenverformungen durch unterirdischen Kohleabbau Braunkohle Braunkohle ist aus gewaltigen Torfmooren und ihrer Pflanzenwelt entstanden Vor 25 Millionen Jahren wuchsen Wälder starben ab und versanken im Untergrund Durch Luftabschluss Wärme und hohen Druck verwandelten sie sich in Braunkohle Auch hier am Nordrand des Siebengebirges befinden sich in unterschiedlicher Tiefe Braunkohle Schichten Wo sie bis an die Oberfläche reichen haben die Bauern sie schon früh für ihre privaten Hausbrandzwecke abgebaut Daraus entwickelte sich ab 1750 vor allem in den Dörfern Roleber Gielgen und Hoholz ein regelrechtes Kleingewerbe Die Braunkohle kam als Brennmaterial in den Handel Um 1800 wurde erkannt dass in der Braunkohle und in mit ihr vermischten anderen Erden die Basisstoffe zur Erzeugung von Alaun vorkamen Diese lagen in größerer Tiefe was deshalb zum Untertage Bergbau führte Der nahm schließlich die volle Fläche zwischen Holtorf Vinxel Stieldorf und Hoholz ein Über die gesamte Zeit dürfte etwa eine Million Tonnen Alaunkohle jährlich durchschnittlich 16 500 Tonnen gefördert worden sein und etwa

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  • 2. Alaunhütte I - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    Hütten Vereins Diese Alaunfabrik war 1806 als erste errichtet worden von den Gebrüdern Leopold und Abraham Bleibtreu Später gehörte sie zum fusionierten Gesamtunternehmen Bonner Bergwerks und Hüttenverein AG Direktionsgebäude von 1855 heute Forschungsstelle für Wildschadenverhütung Um 1855 wurde sie für ein neues Produktionsverfahren Flammöfen baulich erneuert Backsteingebäude Danach war sie die größte der drei Fabriken bis zu ihrer Schließung um 1876 Ihre durchschnittliche Jahresproduktion belief sich auf 30 000 Zentner 1 500 Tonnen Die Aschehalden bedecken von hier aus bis nach Holzlar hinunter die gesamte Fläche zwischen Hardtweiher Weg und Pützchens Chaussee sie reichen auch jenseits der Chaussee den Ennerthang hinauf Die Alaunfabrikation Alaun wurde in einem chemisch technischen Prozess erzeugt für den es bis dato keine Erfahrungen gab Er verlief in einzelnen Schritten überwiegend im Freien wobei er sich das natürliche Gefälle des Terrains zunutze machte Preußische Uraufnahme von 1845 Standort der Alaunhütte I Zunächst wurde die alaunhaltige Braunkohle am höchsten Punkt des Betriebsgeländes zu langen Halden aufgeschüttet s Karte links Dann erfolgte ihre stille Verbrennung Röstung Zurück blieb ein Drittel Asche die ihrerseits um die 15 Prozent Roh Alaun enthielt Dieses musste in mehreren Laugenbädern aus der Asche herausgewaschen werden was weiterhin im Freien aber eine Geländestufe tiefer

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  • 3. Infrastruktur - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    waren Hinzu kamen zahlreiche Kanalrinnen für die Wasserzuführung zu den Stauteichen der einzelnen Fabriken Das gesamte System hatte ein natürliches Gefälle von Süd nach Nord Anschauliche Teile sind heute noch im Gelände vorhanden Vor allem sticht die fast schnurgerade Verbindungsachse von den Kohleschächten bei Oberholtorf bis zur Pützchens Chaussee ins Auge Dort verliefen der Karrenweg und in einer seitlichen Rinne auch die Wasserführung Daneben heben sich deutlich ein langer Damm hervor sowie ein kürzerer dahinter der zur Fuchskaulen Hütte führt Hier fuhr eine pferdebespannte Lorenbahn die erste Kleinbahn im weiten Umkreis überhaupt Die Ziegelei Zum Hardtweiher fuhr die Lorenbahn zwecks Versorgung der Alaunhütte I Ein Stichgleis lief aufgedämmt hier in dieser Rampe aus Es war wohl die Umschlagstelle für Feuerungskohle und lehmig tonige Erden Sie waren die Roh und Hilfsstoffe für einen Ziegeleibetrieb den das Hüttenunternehmen etwa um 1850 hier errichtet hatte zur Herstellung von Ziegelsteinen und Wasserrohren Ab 1861 wurde die Ziegelformmaschine von einem Dampfkessel angetrieben Am Hang liegt auf halber Höhe ein Stauteich der der Wasserversorgung der Ziegelei diente Deshalb mundartlich Si ele Weiher genannt Ziegelei Weiher Zuvor war er der oberste Stauteich der Alaunhütte II gewesen Denkmal auf der Hardt Späterer Standort auf dem Gelände der Zementfabrik

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  • 4. Alaunhütte II - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    II Detail auf der Aktie des Bonner Bergwerks und Hütten Vereins Die Umweltproblematik Die Braunkohle und Alaunindustrie brachte beträchtliche Umweltprobleme mit sich Die Arbeiter in Gruben und Fabriken litten unter Hitze und Gestank und giftigen Emissionen In den benachbarten Dörfern waren die Menschen von den atembelastenden Ascheschwaden und Schweldünsten der monatelangen Haldenbrände sowie den schwefelhaltigen Dämpfen der Siedelaugen belästigt Durch Funkenflug bestand Brandgefahr für Scheunen und Getreidefelder Rückstände von schwefelsaurer Tonerde versickerten nicht nur in die Böden der Veraschungsplätze sondern auch in die Bäche Vor allem gelangten giftige Abwässer auf die Pützchens Wiesen die als Viehweiden dienten Im Vilicher Bach das beklagte der zuständige Vilich Beueler Bürgermeister Leonhard Stroof töteten sie alles Leben bis in den Rhein hinein Die Alaunhütte II war daher bereits in den 1820er Jahren gezwungen einen ansehnlichen Randkanal und später auch noch größere Auffangbecken zu errichten die heute noch markant sind Asche nach Verbrennung der Braunkohle Die künstliche Geländestruktur Besonders gravierend waren die Folgen die die Ascherückstände mit sich brachten Oft zusätzlich noch mit Schlacken vermischt wurden sie einfach in die Hanglandschaft hinein verkippt Die Rückstände aller drei Hütten zusammen müssen sich über die gesamte 70 jährige Produktionszeit gerechnet auf rund 300 000 Tonnen belaufen haben

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  • 5. Alaunhütte III - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    durchschnittliche Jahresproduktion belief sich seitdem auf 15 000 Zentner Rein Alaun 750 Tonnen 1853 gehörte sie zum fusionierten Gesamtunternehmen Bonner Bergwerk und Hüttenverein AG Die Kohleversorgung erfolgte anfangs vom Abbaufeld Wendelinus im hinteren Ankerbach Gebiet später wie allgemein von den Bergwerken auf dem Holtorfer Plateau Das Betriebsgelände reichte von hier nach Süden bis hinter die große Wiese nach Westen bis zur Oberkasseler Straße und von dieser bis zur Höhe vor Niederholtorf hinauf Dort oben begann der Produktionsprozess der sich über verschiedene Geländestufen hinab bis zur Siedehalle hinzog An diese erinnern noch bauliche Reste die vom hier gegenüberliegenden Stichweg aus sichtbar sind Das untere Betriebsgelände Alaunhütte III Bauliche Überreste der Fabrikgebäude Alaunhütte III Bauliche Überreste des Kamins Das Wegedreieck von Fuchskaulen und Erlenpesch Weg an dem wir uns hier befinden muss der Mittelpunkt des unteren Betriebsgeländes gewesen sein Die ungewöhnlich große Lichtung ist eine deutlich Erinnerung daran Hier dürften sich beispielsweise Lagerflächen befunden haben vor allem aber auch das Areal einer Werkssiedlung Fundamente von Grundmauern eines kleineren Gebäudes angeblich des ehemaligen Steigerhauses sind noch in Resten vorhanden Die Rosskastanie könnte das Kennzeichen dieses kleinen Wohnquartiers sein Weitere Wohn und Betriebsbauten noch bis zum Ersten Weltkrieg genutzt schlossen sich daran vermutlich in

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  • 6. Fuchskaule - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    tiefer wurde die Asche ausgelaugt Das Wasserreservoir ein Stauteich ist noch vorhanden Ein zweiter Teich zur Oberkasseler Straße hin gelegen ist verlandet Eine weitere Stufe tiefer fand der Siedeprozess der Alaunlauge statt Am deutlichsten von allen ehemaligen Gebäuden lässt sich die betreffende Fabrikhalle durch die Bäume hindurch identifizieren Verbliebene Fundamente markieren im Verbund mit Teilstücken aufgehenden Ziegelmauerwerks eine ehemalige Halle mit einer Grundfläche von etwa 30 Meter in der Länge mal 15 Meter in der Breite zur Bergseite hin Historische Darstellungen der Alaunproduktion In dieser Halle die bodentiefe Fensteröffnungen besaß haben sich zwei gemauerte Becken befunden ein Klär und ein diesem vorgeschaltetes Siedebecken letzteres mit einem Fassungsvermögen von 16 000 Liter Diesem waren auf unterschiedlicher Höhe zwei sogenannte Flammöfen beigegeben Sie entfachten durch Braunkohlenbefeuerung ein brennendes Luft Kohlegas Gemisch das über die Lauge strich und diese damit zum Verdampfen brachte Anschließend wurde der verbliebene alaunhaltige Schlamm in dem zweiten Becken geklärt Zwei Mauerpfeiler aus Ziegelstein von 2 30 Meter Höhe die zunächst an ein Tor denken lassen könnten die Tragepfeiler eines großen metallenen Asche Vorratsbehälters gewesen sein zur laufenden Nachbefüllung des Siedebeckens Gase und Wasserdampf wurden in einen etwa 20 Meter hohen Schornstein geleitet dessen Fundamente noch erhalten sind Ein

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  • 7. Anfänge - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    unterirdischer Abbau ein Die durch die Deckschicht hindurch getriebenen Schächte waren etwa acht bis zehn Meter tief Sie wurden Kuhlen genannt und das Verfahren Kuhlenbau Von seiner Sohle aus wurde das Flöz seitlich bis zu etwa acht Meter rundum abgebaut Die nasse Kohle holte man über Leitern und Klettergerüste nach oben Nach erfolgter Ausbeute wurden die Kuhlen mit dem Abraum frischer Kuhlen verfüllt Sie verfielen und ließen sogenannte Pingen zurück das sind zumeist runde Vertiefungen Der Kuhlenbau wurde auf kleingewerblicher Basis betrieben meist im Verband mehrerer Familien Auch Frauen und Kinder mussten mithelfen Die Kohle jetzt zum Handelsgut geworden wurde als Brennstoff in die benachbarten Dörfer verkauft Für die Bewohner der Orte om Berg Roleber Gielgen und Hoholz war der Bergbau im 18 Jahrhundert die wesentliche Lebensgrundlage überhaupt Karte von 1845 mit Stollen Schächten Pingen und zwei Entwässerungskanälen Anfänge in Holtorf Die Mutungsfelder Ende des 19 Jahrhunderts Hier im oberen Ankerbachtal befinden wir uns im frühesten Abbaugebiet von Holtorf Beiderseits des Weges vor allem auch in Richtung Oberholtorf ist eine hügelige Geländefläche geblieben verfallene Kuhlen Pingen und Abraumhügel aus dieser Zeit Grenzstein der Mutungsfläche Pilican Hier zeichnen sich auch die ersten Anfänge der industriellen Phase des Braunkohlen Bergbaus ab die

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  • 8. Bergbau - Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
    aus großen Stücken besteht und sogar ganzen Baumstämmen die zum Teil noch aufrecht stehen Diese Grobkohle wurde als Brennmaterial teils auf den Alaunhütten verwendet teils in die Umgegend verkauft Asche aus den Rückständen wurde auch zu Düngezwecken an die Bauern abgegeben Da die bis dato übliche Abbautechnik des Kuhlenbaus s Tafel 7 allmählich zu unwirtschaftlich wurde ging man um 1830 zum großflächigen Untertage Bergbau über Das hier vor uns liegende Abbaugebiet Deutsche Redlichkeit Bleibtreu war dabei mit einer Fläche von über 20 Hektar 200 000 Quadratmeter das weitaus ergiebigste Historische Darstellung der Kohleförderung mittels Haspel Für den Abbau wurde ein besonderes Verfahren angewandt die sog Pfeilerrückbautechnik Jeweils zwei rund 100 bis 150 Meter voneinander entfernt liegende Förderschächte wurden durch einen gut verbauten Hauptstollen miteinander verbunden Von diesem wurden im Abstand von jeweils zehn Metern im rechten Winkel beiderseits einfache unbefestigte Seitenstollen in die Kohleschicht getrieben Dann wurde das Kohlefeld von den Endpunkten der Seitenstollen her rückwärts in Gänze abgebaut bis man am Hauptstollen anlangte Preußische Uraufnahme von 1845 Schachtanlagen und Lorenbahn bei Oberholtorf Karte von 1835 von Oberholtorf Standort Tafel 8 mit den Schachtanlagen und Vorhaltebecken des Ankerbachs Um das Deckgebirge vor einem jähen Einsturz in die abgebauten Flöze zu

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