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  • Chris on the Bike # Foto Special # Sudanesische Gesichter
    Bikes Run Fun Links Kontakt Suchen EA Palästina Israel Foto Special Sudanesische Gesichter Zur ganzen Tour 34 Assuan Khartum 969 km Feb März 2007 Home Alle Touren Karte Bikes Run Fun Links Kontakt Suchen EA Palästina Israel Sudan 2007 Chris

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  • Chris on the Bike # Assuan - Khartum # Prolog
    ist in Assuan noch nicht angekommen Entweder werden die Kisten auf die Fähre befördert oder auf ein ebenso langes aber schmaleres Cargo Schiff das zwischen Fähre und Kai liegt Über dieses Schiff und eine schwimmende Insel müssen alle Passagiere und die Pack Jungs vom Hafen zur Fähre steigen So gelangt auch mein Rad an Deck wo es den Weg zu einer Rettungsinsel behindert die dann noch komplett mit Kartons zugebaut wird Das Deck ist übrigens deckungsgleich mit zweiter Klasse Die beiden jungen polnischen Reise Journalisten ergattern hier einen winzigen Flecken Schatten unter einem Gitter Erster Klasse reise ich in einer Zweier Kabine in meinem Fall ein fensterloser Innenraum Das Bett über mir besetzt ein sudanesischer Händler aus Dongola der einen Teil seiner Ware in unserm Zimmer stapelt Beim Eintreten hat er reflexartig die zwei mal ein Meter große Klimaanlage angeworfen Ich bewaffne mich daraufhin mit Schal und Fleece Pullover Als ich kurz vor dem Erfrieren den Raum verlasse bittet mein room mate mich das Ding auszustellen Geht doch Sylvia die Wienerin taucht wieder auf In Schwarz gehüllt Dann Ekki und Andrew zwei Motorradfahrer aus Deutschland und England die sich auf der Fähre von Sharm el Sheikh nach Hurghada kennengelernt haben Der eine auf einem Drei Monats der andere auf einem Sechs Monats Trip nach Zentral Afrika Und Arnault der auf meiner Traum Route durch Äthiopien und Djibuti in den Jemen und weiter durch den Oman via Dubai in den Iran reist Von dort will er letztlich nach Hongkong Er hat gerade eine Fünf Tages Tour auf dem Assuan Staudamm alias Lake Nasser hinter sich inkl Abu Simbel vielen Besichtigungen und drei Krokodilen Für 500 Euro nicht gerade ein Low Budget Trip Aus dem Nichts taucht Katja auf Ihr Gerolsteiner Maisel s Fun Run T Shirt weist sie schon von weitem als Deutsche aus Sie reiste im Nachtzug aus Kairo an und ergatterte dennoch ein Zweite Klasse Ticket Offensichtlich hat Ferry Manager Mr Sallah uns gestern und heute Morgen nur hingehalten um sicher zu gehen am Ende alle Erste Klasse Tickets verkauft zu haben Katja ist trotz Nachtzug frisch und unbekümmert wird sofort zum kommunikativen Mittelpunkt unserer kleinen Ausländer Szene und interessierter Araber an Bord Sie ist schon jetzt der Start der Überfahrt Und findet auch schnell einen Weg von ihrem Zweite Klasse Deck in ein Abteil der ersten Klasse Die auch einen Dining Room hat Dort gibt es für unseren Gutschein das unvermeidliche weil in Ägypten wie im Sudan nationalgerichtliche Foul im Kern ein Brei aus braunen Fava Bohnen ein paar Salatblätter Ei Feigen Marmelade Schmelzkäse Falaffel Brot Salz auf Nachfrage Eine Hand voll Touris mitten unter Sudanesen Trotz der Enge und Unübersichtlichkeit ein sehr angenehmes Miteinander Niemand braucht Angst um Hab und Gut zu haben Am Nachbartisch wechselt ein Geldwechsler Dollars in sudanesische Dinar zum Universal Kurs von 1 200 Und wir haben immer noch nicht abgelegt Fast den ganzen Tag haben wir jetzt im Hafen von Assuan zugebracht Zuletzt rollen Ekki und Andrew ihre Motorräder auf die Fracht

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  • Chris on the Bike # Assuan - Khartum # 1. Teil # Wadi Halfa - Dongola
    Bruch und Platten Serie Die Tour hängt am seidenen Faden Samstag 3 März 2007 Sedeinga 6 km Soleb Sesebi Fähre Delgo 3 km 82 km Relativ kalte windige Nacht Trotzdem gut geschlafen Heute geht s wirklich früh los Vor acht Ab sieben ist es hell Die Strecke führt weg vom Nil Ich habe niemanden gefragt bin unsicher ob das richtig ist Aber bald kommen wieder Palmen in Sicht Soleb alias Solub Sulib Sulb Wo sind die laut Führer über die Palmenwipfel ragenden Trümmer des ägyptischen Tempels Linker Hand liegt ein Berg mit weichem welligen Sand überzogen Foto Tour Hauptseite ganz oben Ein bisschen durch den schweren Untergrund schieben und ein paar Meter gehen schon bin ich da Im Fels ägyptische Zeichnungen und Höhlen Portale Der Tempel ist das nicht Ich gewinne ein paar Höhenmeter im Sand Auch von dort ist kein Tempel zu sehen Von den Bewohnern scheint niemand zu verstehen was ich suche Es gibt doch nur diese eine bedeutende Sehenswürdigkeit hier Die größten Tempelreste im ganzen Sudan Schließlich meint einer ganz am Ende des Dorfes gäb s was zu sehen Das zieht sich noch Kilometer hin Kaum hab ich die Säulen fernab von Palmen erreicht ist auch schon ein daher gelaufener Junge zur Stelle der ashera Dollar zehn Dollar haben möchte Ich ignoriere ihn Er lässt mich fotografieren Eigentlich will ich vor dem Tempelpanorama frühstücken Daraus wird nichts Als ich zurück am Rad bin wartet dort ein ältere Herr der mit zwei arabischen Eintrittskarten die er von anderen Touristen einbehalten hat zehn Dollar kassieren will Als ich nix gebe ist das auch ok Am Ende der nächsten Ortschaft führt die Straße wieder vom Nil weg eine Anhöhe hinauf Ich gelange auf eine scheinbar endlose Ebene frühstücke und folge dem Mainstream der Spuren Der ist immer weniger zu erkennen Kilometer um Kilometer Die Himmelsrichtung stimmt nicht so ganz Ich habe keine Alternative In der Ferne erhebt sich schon mal eine Staubwolke verschwindet ebenso schnell Ich bin irgendwo im Nirgendwo Mehrmals meine ich Gebäude zu erkennen Die lösen sich beim Näherkommen in Nichts auf Bis auf eins Es sieht zwar unbewohnt aus aber es ist der einzige Anhaltspunkt Als ich es fast erreicht habe löst sich ein Fahrradfahrer aus dem Schatten der Mauern Mohammed Er fährt nach Koya ich müsse aber eine andere Richtung wählen Spuren zweigen in alle Richtungen In dem Häuschen gibt es eine Kühltruhe mit Getränken Eiskalt ohne dass ein Anflug von Stromversorgung zu sehen wäre Die drei Männer meinen ich solle doch dem Jungen nach Koya folgen Ich folge Mohammed hole ihn nach einiger Zeit ein Foto rechts Wir gurken gemeinsam durch schwarze Basaltberge runter ins fruchtbare Tal Ich entschließe mich bis Sesibi auf der West Seite zu fahren Das ist zwar ein Stück länger ich kenne keine Streckenbeschreibungen aus dem Internet aber ich benötige zwei Nil Überquerungen weniger Die Strecke erweist sich letztlich als nicht schlechter oder besser als die der letzten Tage Und ganz einsam Gelegentlich muss ich durch den Sand auf offener Strecke oder in kleinen Ortschaften schieben Alle ohne Autos Paradiesisch Die Autos werden kommen Das gemächliche Vorankommen wird jäh unterbrochen der Gepäckträger knirscht auf der rechten Seite Das Alu bricht auf einen Schlag Nominell ist er nicht überladen Aber 300 km Schüttelstrecke hier und zuvor schon 55 km in Kirgistan waren für den gerade mal ein Jahr alten Träger mit dem ich ohne Not den vorherigen nominell nicht so tragfähigen ersetzt habe zu viel Foto links Was nun Was tun Ich binde die beiden Rohrenden mit Kabel zusammen nehme den elf kg Rucksack auf den Rücken die Satteltasche auf der gebrochenen Seite wird in den längst ramponierten Korb gelegt Kurz danach mal wieder ein Laden Café Wasserflaschen gibt es wieder nicht so trinke ich mich von Limo zu Limo Als ich weiter will macht das Hinterrad schlapp Von dem doppelten Riss von Akasha vorgestern ist die andere Seite durch Schlauchwechsel Fehlerortung bei den beiden Ersatzschläuchen Ich rechne damit mit der Vulkanisierflüssigkeit maximal einen Flicken setzen zu können Tut es Alleskleber auch Kaputter Gepäckträger kein Flickzeug das Weiterkommen hängt immer mehr am seiden Faden Zu allem Übel steckt der Sand voller Dornen Vor allem die von der zwei bis drei Zentimeter langen Sorte Doch die Dornen verschonen mich Sesibi lässt auf sich warten Der vierte Fahrer dem ich heute begegne will etwas gegen das schlechte sudanesische Image in der Welt tun wie er sagt Deshalb fährt er mir voran immer versprechend dass in zwei km Sesibi erscheinen werde Es sind dann insgesamt zehn Kilometer bis zum Jebel Sesi Sese mit Burg aus dem fünften Jahrhundert Etwas weiter stehen drei antike Säulen Dort warten vier Jungs Wider Erwarten verlangen sie nicht zehn Dollar sondern stehen nur andächtig um mein Fahrrad während ich eine schnelle Besichtigungs Tour durch die Trümmer einen Aton Tempels Echnatons mache Mit Glück kann ich die allerallerletzte Fähre zum Sonnenuntergang flott machen Die Autofähre hat den Betrieb längst eingestellt Schon radle ich wieder rechtsnilisch Hier wartet Emmanuel aus dem Süden des Sudan Er bittet den Fährmann noch einmal überzusetzen weil er zurück zu Frau und krankem Kind will für das er grad noch Medizin gekauft hat Aber der Fährmann ist unerbittlich Will von dem Sudanesen genauso viel wie von mir samt Fahrrad für die Überfahrt Der Sudanese hat aber grad mal die Hälfte davon im Portemonnaie Im Halbdunkel hält ein junges Ehepaar mit Pick Up neben mir und lädt zur Übernachtung ein Warum lehne ich ab Die Nächte in der Wüste waren zu schön Zu frei und unbeschwert Jenseits aller Konventionen Kontakte mühseligen Gespräche Aber Weiterfahren im Dunkeln ist auch nicht das Wahre Das Nilufer ist überdüngt von dem Vieh das auch nachts herumsteht Nirgends ein kleiner schützender Berg Nur der ausgehobene Kanal für neue Leitungen parallel zur Straße Immer wieder streife ich durch die Umgebung der Straße Als meine Aufmerksamkeit nachgelassen hat schlängelt sich einen Meter links von mir plötzlich eine größere Schlange durchs Gras davon Deo Gratias Ich entscheide mich schließlich für ein Strohdach vor einem scheinbar ruhendem

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  • Chris on the Bike # Assuan - Khartum # 2. Teil # Dongola - Karima - Khartum
    verlassen und bei einem andern mitfahren Auf dessen Pick Up sind aber Sitze samt Dach montiert da oben drauf soll mein Radl Ich lehne ab Sie lenken ein Es scheint loszugehen da setzt sich grad noch einer hinten drauf zu meinem Fahrrad Und natürlich müssen wir noch zwei drei Leute aus der Umgebung abholen Die wollen allerdings offensichtlich nicht zu den Pyramiden von Nuri Denn schon nach wenigen Kilometern biegt Hassan von der schönen Asphaltstrecke ab und rumpelt Richtung Nil der dank weitsichtiger Verkehrpolitik recht weit von der Straße entfernt ist Ich habe den Premium Blick vom Beifahrer Sitz aus durch eine zersplitterte Scheibe die durch einen Einschlag in Höhe meiner Nase in genau 30 etwa gleichgroße Schnitze gesprengt ist Zwischen Karosserie und Decke stecken farbgleich mit dem altweißen Wagen 17 Musik Kassetten Die Hassan in seiner Euphorie spätestens nach dem Ende eines Titels wechselt Schließlich sind wir auf einem Platz an dem zwei uniformierte Domino Spieler sitzen In blau weißen Uniformen was dem ganzen fast den Cholorit einer Uno Einheit gibt Einer unserer meiner Fahrgäste beschwert sich bei den Uniformierten über eine Beinverletzung Wie häufig geht das relativ schnell in ein lautstarkes Streitgespräch über Meine Zeit rinnt unterdessen dahin Auch ein Foto von zwei ins Strohdach gesteckten Zahnbürsten symptomatisch für die sudanesische Liebe zu einem ausgedehnten Putzen ihrer meist schneeweißen Zähne kann mich nicht wesentlich erheitern Ich dränge auf Eile Als wir schließlich wegkommen bleiben die anderen zurück Hätten wir auch früher machen können denkt da ein rationaler Westler emotional Was nicht bedeutet dass wir nicht noch hier und da ein paar Fahrgäste auflesen die alle Hassan in bester Stimmung vorfinden Nur eben die Dollar Scheine Bei gemäß Kilometer Markierung ziemlich genau einem Drittel der Strecke halten wir an einer kleinen Raststelle Auch hier Imbiss Limos und Wasser Amforen Mit großer Theatralik öffnet Hassan die Motorhaube und beginnt mit dem kühlen Wasser zu hantieren Wie der Zufall es will ist der Fahrer mit seinem Puck Up Dach auch bald an seiner Seite Plötzlich soll ich wieder umsteigen Ich werde etwas ernster und kratze meine Arabisch Kenntnisse zusammen zu einem dramatischen Nuri so heißt unser Zielort mit den Pyramiden challas Was so viel heißen soll wie Mir reicht s und wir fahren jetzt endlich nach Nuri Dass meine Worte rundum verstanden werden entnehme ich den erfuhrchtsvollen Wiederholungen die meinen Worte in der Runde zuteil werden Gleichwohl gibt Hassan zu bedenken sein Wagen schaffe es einfach nicht über die ganze Strecke von wie bekannt 120 km Ich ergebe mich in die scheinbaren Sachzwänge und beginne das Gepäck umzuladen mit der Absicht allerdings mein Rad in der Passagierkabine und nicht auf dem Dach unterzubringen Bevor ich noch die zweite Hälfte meiner inzwischen durch das ein oder andere Loch dezimierten Wasserflaschen Armada von dem Beifahrersitz räumen kann sitzt bereits jemand da und fuhrwerkt in meinen Klamotten rum Raus da sage ich nun in leicht verständlichem und schnell verstandenem onomatopoetischem Deutsch das sich schon gelegentlich bei ähnlichen Gelegenheiten bewährt hat Nuri Chris on the Pyramids Noch bevor ich beginne das Fahrrad zu transferieren heißt es wieder Kommando zurück Die beteiligten zehn Personen konnten sich nicht über die Aufteilung meines Geldes einigen Vermutlich waren die Dollar Scheine eine unüberwindliche Hürde denn zwischendurch musste ich nochmals bestätigen dass fünf Dollar ziemlich genau zehn Pfund entsprechen Wie durch ein Wunder fährt Hassans Toyota fehlerlos weiter Als ein Passagier mit zehn Pfund zahlt bittet Hassan mich um Wechselgeld um gleich darauf einen weiteren Fünf Dollar Schein wieder in zehn Pfund bei mir zu tauschen Da waren s nur noch vier bei ihm und vor allem bei mir fast keine Pfund mehr Wir sind da Und ein letztes Mal versucht Hassan mir meine Dollarscheine wieder anzudrehen Danke Hassan Es war ein Erlebnis Vier Stunden lang Und ich weiß die Vorzüge des Radfahrens noch mehr zu schätzen No hassle Praktischerweise liegen die rund 20 Pyramiden von Nuri gleich am Parkplatz neben dem Krankenhaus Wie gleichgültig dahingestellt weil da grad Platz war Sie sind ein bisschen versandet Ich muss mein Fahrrad kräftig schieben Fahrrad und Pyramide das könnte ein schönes Bild geben in der bald unter gehenden Sonne Während ich mit dem bewährter Maßen stets eingesunkenen Hinterrad kämpfe nähert sich ein Quasi Uniformierter und möchte mein Besichtigungs Permit sehen Psychologisch ist es für Touristen schwer einzusehen für den Blick auf ein nicht eingezäuntes Gräberfeld Geld zu zahlen Zumal wie stets zehn Dollar Ich erkläre gleichwohl meine Bereitschaft zehn Dollar zu zahlen sofern ich ein entsprechendes offizielles Ticket bekomme Der Junior Soldat dreht ab und ist bald zurück mit seinem Paten Der hat immerhin ein Signet an seiner Uniform Ich bleibe skeptisch Möchte einen Ausweis sehn Der sei im Büro Das ist das psychologische Hauptproblem Es gibt hier kein Cashier Wie in Kerma z B Als ich ein Foto von dem älteren Soldaten schießen will häufig eine erfolgreiche Strategie um Forderungen auf das wahre Maß zu reduzieren und er einwilligt zahle ich zehn Dollar Das Ticket verspricht er mir in seinem Office Dahin mag ich mich durch den Sand jetzt nicht zurückkämpfen Ich werde es niemals bekommen Mein Fahrrad und ich haben die Pyramiden für uns allein Das größte Grab das von Taharqa dem mächtigsten Pharao der 25 Dynastie ist nur noch begrenzt als Pyramide zu erkennen Einige andere noch fast perfekt mit ihren braunen Quader Steinen Schönes Gräberfeld Geometrie Unterricht schwingt mit Die Pyramide hat was Perfektes Aufgeräumtes Vollendetes Der Schlusspunkt ist absehbar berechenbar endgültig unveränderbar unvermeidlich Jeder Schlusspunkt Wäre nicht die leidige Eintrittsgeld Diskussion gewesen und lockte nicht das andere Nil Ufer mit dem luxuriösen Nubian Rest House könnte ich hier eine wunderbare Nacht im Sand zwischen den Mega Sarkophagen ruhen Auch das 20 km entfernte Kloster Ghazali aufgegeben im elften Jahrhundert reizt Ich will versuchen ans andere Ufer zu kommen Auch wenn erfahrungsgemäß jetzt zum Sonnenuntergang die allerletzten Fähren fahren Die Entfernungsangaben in Paul Clammer s Guide stimmen mal wieder überhaupt nicht Kilometerlang husche ich über die Sandwege durch die üppig quellenden Palmengärten Richtung Flug mich hier und da im Halbdunkel weiter fragend Endlich erreiche ich den Fluss Im letzten Licht sehe ich einen Jungen im Wasser schwimmen Ein paar andere hängen noch herum Bringt mich einer rüber mit dem Motorboot Keine große Begeisterung Mit einem von ihnen habe ich mich schnell auf zehn Pfund rund vier Euro geeinigt wovon mich auch längere Nachverhandlungen nicht mehr abbringen können Also hauen alle Jungs bis auf meinen Ferryman ab Wir stapfen über das an dieser Stelle weite Sandfeld zum Boot Schon das Einsteigen ist ein Vabanque Spiel Ich bin zu müde die Gepäckstücke abzunehmen und einzeln einzuladen wohl wissend um die Instabilität des Korbes in dem neben meinem Rucksack auch alle Wasserflaschen stecken Über die Spitze des Bootes manövrieren wir das Rad samt Gepäck in den Bug Für einen Moment scheint der Rucksack samt Flaschen bordüber zu gehen Der Expander hält Ich inzwischen barfuß im Nilwasser steige nach und das Fahrrad steckt erratisch in der Spitze das Gepäck bedrohlich über alle Ränder Auf halber Strecke kommt von links ein Ruderboot quer mit drei Jungs Irgendetwas rufen sich die Fährmänner zu Und schon rammt das Ruderboot die Spitze unseres Bootes mit voller Wucht Wieder ist es um ein Haar um mein Reise Hab und Gut geschehen Nur die Kamera hatte ich vorsorglich in die Hosentasche gesteckt Ich fühle mich zu einem F Wort berechtigt was nicht wesentlich zur Deeskalation beiträgt Zugegebenerweise bin ich auch in einer vergleichsweise hilflosen Lage Ganz unabhängig davon entschuldige ich mich sofort Doch der Ruderer dessen beiden Fahrgäste inzwischen zu uns umgestiegen sind ist nur noch mit alle Mann gemeinsam zu besänftigen Seine beiden Ex Fahrgäste sind eine große Hilfe beim Stemmen des Rads aus dem Boot hinaus und die etwa zehn Meter hohe Lehm Böschung am andern Ufer hinauf Dann stehe ich im Dunkel vor ein paar Rohöl Tanks Ich folge einigen schwachen Lichtern und erreiche das Zentrum von Karima Acht Dollar wollen sie hier für eine Stunde Internet Ich habe sowieso eigentlich weder Zeit noch Nerven dafür Niemand hat von dem italienisch geführten Nubian Rest House gehört Ich folge dem Stadtplan von Paul Clammer der nur so halbwegs zutreffend ist Ich frage frage frage gerate an einen Forst Studenten der sich mit den südsudanesischen Tropenwäldern und mit dem weltweiten Baumbestand überhaupt beschäftigt Er will mir erst nur die Richtung zeigen bringt mich aber schließlich bis zum Eingangstor In der Dunkelheit um viele Ecken herum ist das nahezu nicht allein zu finden Foto bei Tageslicht dann ist es einfacher Während mein Führer schon erkleckliche 95 Dollar als Preis für Übernachtung und Frühstück angibt startet die dynamische Hotelmanagerin Delfina aus Peru bei 175 Dollar inkl Abendessen Zugegeben es ist eine traumhafte Umgebung Ein Garten Hotel in das ich mit meinen seit neun Tagen getragenen Klamotten und acht in der Wüste verbrachten Nächten nicht so recht reinpasse Vielleicht bekomme ich deshalb nach telefonischer Rücksprache mit Hotelchefin Helena in Khartum für 100 Dollar Zimmer mit Frühstück und Abendessen für das ich mich aber erst mal dusche DUSCHE Um 21 Uhr beginnt das Dinner das eine kleine italienische Reisegruppe grad beendet Incl Suppe und Erdbeer Eis Ich habe seit zwei Tagen kaum etwas gegessen Ein Traum So wie die großzügigen Zimmer in nubischem Stil Waschnacht Das Nubian Rest House in Karima vom Jebel Barkal aus gesehen Der Wünschelroutengänger am heiligen Jebel Barkal Donnerstag 8 März 2007 Karima Jebel Barkal El Kurru Fähre Tangasi 62 km 84 km Der Traum geht weiter Frühstück Literweise Mangosaft Kuchen Omelette Pfannkuchen Marmelade Käse Brot Milchkaffeee Ich lasse es langsam angehen Alles ist schließlich gewaschen geputzt gesäubert überholt Ich fühle mich ganz neu am Start Lasse das Rad zunächst stehen denn der heilige Jebel Barkal erhebt sich direkt vor dem Hotel und ist laut Guide von dieser Seite am besten zu besteigen in 20 minutes Ich bin langsam gehend in neun Minuten oben In der Tempelanlage sehe ich von oben die italienische Gruppe und etwas abseits Archäologen bei der Arbeit Foto links Da dürften Deutsche dabeisein Auf der West Seite wieder Pyramiden noch stiller noch besser erhalten umschlossen neuerdings von dem Asphaltband einer Umgehungsstraße Bis ich unten bin sind die Italiener weg und die Archäologen haben Mittagspause Ich lasse mir noch die Malereien im Tempel der Himmelsgöttin Mut der Braut Amuns zeigen Dann müssen die Archäologen wieder ran Judith und Jana studieren an der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Grabungstechnik bei Professor Kay Kohlmeyer sind fünf Wochen hier und wirken relativ frustriert Ulli Berliner Archäologie Studentin ist fünf Monate hier zieht einen Tonkrug aus dem Dreck und erklärt kurz und knapp Das ist alles von 593 v Chr Da ist die Brandschicht und damals wollten die Ägypter den Nubiern ein für alle Mal klarmachen dass sie nie wieder nach Norden ziehen sollen Ihrem Grabungsleiter aus Boston vermeldet sie dass die lokalen Helfer jeden Tag zehn Minuten später aus ihrer Mittagspause zurückkehren was der schweigend registriert 150 Meter weiter findet unter einem grünen Touri Hut eine Art Wünschelruten Gang statt Physiker Thomas Goldmann wandert mit seinem Geomagneten systematisch über ein mit Wäscheleinen abgestecktes künftiges Grabungsfeld Foto rechts Das Gerät kann an den Abweichungen vom natürlichen Magnetfeld den Verlauf von Mauern erkennen lassen Und das durch mehrere Schichten hindurch Nur muss der Physiker stetig weiterwalken und ich auf Distanz bleiben um die Messwerte nicht zu verfälschen was das Fachsimpeln über seine Fahrrad Touren zwischen Schwarzem und Mittelmeer nicht völlig unmöglich macht Zurück im Hotel treffe ich Delfina Ihr Versuch bei der Post Briefmarken zu kaufen scheiterte Der Mann mit dem Schlüssel für den Briefmarken Schrank ist nach Khartum gereist Karima ist deshalb auf absehbare Zeit ohne Briefmarken Typisch Sudan meint die schwarze Delfina die bald mit ihrem italienischen Mann in Peru leben wird Ich breche in der Mittagshitze auf In der die Fahrrad Kette noch vor Erreichen der Pyramiden am Jebel Barkal Foto links und rechts reißt El Kurru liegt doppelt so weit südlich wie von Paul Clammer angegeben Nur die erste Hälfte der 25 km ist asphaltiert Die zweite dafür schöner Foto links Langsam ziehen Schönwetterwolken auf sodass die Hitze etwas nachlässt Bevor ich mir vom offiziellen Ghaffar mit einem offiziellen Zehn Dollar Ticket aus Karima die beiden Gräber von El Kurru zeigen lasse steht eine unglaublich schöne junge gepflegte schwarze Frau vor mir Mit gelbem Umhang Kopftuch großem Ring im Ohr Ich frage ob ich sie fotografieren kann Sie versteht nicht recht Ich lasse mich von der Eile des Ghaffars von dieser Szene wegdrängen Stattdessen fotografiere ich später drei andere Mädchen So wie schon häufiger sind sie gleichzeitig ganz locker und happy andererseits aber auch ängstlich und skeptisch Und sie wollen eine Belohnung Ein paar Sweets machen sie glücklich Dazwischen die letzte Fahrt über den Nil Mit einer Autofähre Roll on roll off ist hier unbekannt Die Fahrzeuge müssen rückwärts aufs Schiff rollen Wehmut kommt bei mir auf Was für ein Fluss was für ein Geschenk an die Menschen an die Menschheit So behäbig fließend wie die Bewegungen des Nil Pferds Dann jage ich über den Asphalt Alle paar Kilometer einige Soft Drinks einwerfend Es sind noch mehr Shops und Cafés als ich bei der Taxifahrt gesehen habe Einmal ist die Limo noch in der Flasche gefroren Durch Wechselbäder mit wärmerem Wasser schleuse ich sie in meinen Mund Habe nachher eine Zeitlang Erkältungssymptome im Hals Hals zu kalt voll gekriegt Als es dunkel ist halte ich an einer Raststätte die sehr nett wirkt Foto unten Mit weitem Strohdach über einem ummauerten Platz Drei vier Jungen sind im Einsatz Sehr diszipliniert und höflich Einer ist für die Getränketruhe zuständig die er immer wieder für einen weiteren Getränkewunsch von mir aufschließt Auch die Kinder beten Allerdings nacheinander Vielleicht weil sie nicht alle einen eigenen Gebetsteppich haben Schließlich kündigt mir einer der Jungs an Nur challas Mit dem Licht ist es gleich vorbei Um halb zwölf wird der Generator abgeschaltet Ich bleibe der netten Atmosphäre wegen hier Bekomme eine Liege unter dem Strohdach Der Junge überzeugt sich davon dass ich eine Taschenlampe habe und stellt mein kleines Tischchen samt Stuhl an meine Liege Laila Saida Sehr sympathische Raststätte auch zum Übernachten Platten Serie auf dem Wüsten Highway und die rettenden Soldaten Freitag 9 März 2007 Tangasi 62 km Abu Dom Abu Dom 65 km 103 km Ich träume davon heute 300 km zu fahren Viel mehr sind es nicht mehr bis Khartum Im Dezember hätte ich es in Mauretanien Senegal an einem Tag recht locker schaffen können seitdem trauer ich der vertanen Chance hinterher Heute kommt es ganz anders Als ich wieder die T Junction zum Wüsten Highway bei Abu Dom erreiche diesmal von Osten her muss ich am Obelisken in einen scharfen Metall Gegenstand gefahren sein Innerhalb von Sekunden ist die Luft raus aus meinen hochfliegenden Plänen Am Hinterrad ist der neue Mantel und der neue Schlauch von der Seite her eingeschnitten Ich repariere mit taiwanesischer Diamond Solution So richtig gehalten hat das bisher nicht Vor allem nicht hinten In dem Straßenrestaurant in dem ich schon vorgestern die Mittagshitze abwartete ist herzliches Willkommen beim Wiedersehen Innerhalb kurzer Zeit hat sich meine Ankunft rumgesprochen Hassan mein Taxifahrer taucht auf Noch breiter lächelnd als bei unserer Fahrt Alles ok mit den Dollars Ja tamam Alles ok Die Dollar Scheine waren tatsächlich das Wert was ich ihm versprach Ein paar Meter hinter der Raststätte der erste sudanesische Kilometer Stein 303 steht drauf 303 km bis Khartum oder Omdurman Bei km Stein 302 ist der Reifen schon wieder platt Es nervt Ich flicke erneut 30 km lang tut er s mehr schlecht als recht Der Asphalt ist zu heiß um die Hand drauf zu halten Fast das gesamte Gewicht lastet auf dem Hinterrad Ich überlege deshalb einen der beiden à la taiwanaise geflickten Schläuche vorne zu installieren Als ich es versuche klebt ein Flicken vom Schlauch am Mantel Ich will den Schlauch nicht auch noch ruinieren Verzichte auf den Wechsel Entwickle eine neue Theorie Am Abend wenn es kälter wird müssten die Flicken besser halten Muss ich halt nachts fahren Jetzt muss ich erst mal aus der Sonne raus Auch die Wasservorräte gehen zur Neige Ich halte eine Jeep an Ein Sikh mit rotem Kopftuch gibt mir aus der 0 25 Liter Flasche die Hälfte Thank u India Und meint die nächste Raststätte komme in 15 km Der nächste ein LKW Fahrer vergibt einen Liter spricht dafür von 25 km bis zur nächsten Raststätte Jedenfalls Ich walke Der Tacho schwankt zwischen 6 5 und 7 5 Stundenkilometern Es läuft sich gut Aber es ist heiß Und wird immer heißer Noch heißer als an den letzten Tagen Gegen drei Uhr ich bin etwa eine Stunde gelaufen entdecke ich ein paar Meter abseits der Strecke Wohn Container und grüne Zelte Gewöhnlich ein Armee Posten Ich rumple über 500 Meter Sand schieb mein Fahrrad in den Schatten eines Containers und lass mich mehr oder weniger fallen Die Soldaten bitten mich in ein Zelt Ich bekomme Tee und nach zehn Minuten bin ich schon dabei unter dem Blick von zahlreichen Zuschauern und Assistenten den Schlauch erneut zu flicken Die Stimmung der Truppe ist locker Der ranghöchste Soldat ein sehr behutsam beobachtender Chef hält sich ganz zurück Überall dabei alles registrierend Der einzige mit richtigen Schuhen und hellerer Uniform Das Gespräch mit mir auf Englisch überlässt er anderen obwohl er sich vermutlich besser mit mir unterhalten könnte Sechs Monate müssen sie hier im Nirgendwo ausharren Das Radio läuft Leider auch im Nachbarzelt Dort kommt das Signal allerdings drei Sekunden früher an Horror Die einzigen Worte die ich verstehe sind Johann Sebastian Bach Mitten in der Wüste Bayuda Baiyua Das Radio läuft über eine längere Autobatterie Vor dem Zelt wird die nächste mit einem Solarpanel geladen Mit den 18 Uhr Nachrichten steige ich wieder aufs Rad Der Wind hat ein wenig gedreht Kommt jetzt endlich wie sonst stetig auf dieser Strecke von hinten Und lässt mich mit bis zu 40 Stundenkilometern über die Wüstenhügel gleiten Leider nur bis zum ersten Ort einer Ansammlung von drei vier Truck Stopps genau 65 km hinter Abu Dom Ohne die Soldaten

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  • Chris on the Bike # Foto Special # Zehn Wüsten-Nächte
    endlosen Sternenhimmel der Sahara und in einer Nacht in einem fast ebenso paradiesischen Hotelbett 1 Nacht Wadi Halfa 86 km 2 Nacht Akasha 5 km 3 Nacht Sedeinga 6 km 4 Nacht Delgo 3 km 5 Nacht Kerma 20 km 6 Nacht Dongola 15 km 7 Nacht Debba 6 km 8 Nacht Nubian Rest House in Karima 9 Nacht Tangasi 62 km 10 Nacht Abu Dom 65 km Zur ganzen

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  • Chris on the Bike # Casablanca - Dakar # Ausrüstung
    Telescope T Power Handle Gummi Expander Flickzeug Rema Tip Top Multifunktionsöl WD 40 4 Paar Bremsschuhe 2 Bremszüge 2 Schaltzüge Ersatzschläuche Isoband Uhu Sekundenalleskleber Kettenglieder mit Schloss Kettennieter Knochen Schweizer Taschenmesser Inbusschlüssel 1 5 6 3 Reifenheber Speichenschlüssel Kombizange Schraubenzieher Batterien 1 50 m Kabel 150 m Profissimo Frischhalte Folie dm 2 Flaschen Contrex Fines Bulles PET 100 cl Danke Manuela Danke Andrea Outfit Radtrikot Marilena My Bike Windstopper Gore Jeantex Bikewear Trikot Newline Handschuhe Jack Wolfskin Mütze TCM Jogginghose Jeantex Regenjacke light Columbia Sportswear Shirt Jack Wolfskin Fleece Shirt Kurze Hose Rodeo Sports at C A Columbia Sportswear Trekking Travel Pants mit abtrennbaren Beinen Odlo Termic Shirt kurzarm TCM Herren Funktions Sportunterwäsche Shirt langarm lange Hose Odlo Slip Odlo Slip Termic Jack Wolfskin Slip Vaude Herren Slip Lite TransFashion Underwear Jack Wolfskin Schlafshirt kurze Polartec Schlafhose Badehose Reise Inlett Square Shape 220X84 cm bigpack 3 Paar Herren Socken basic concept Ballett Schuhe Drostel Laufschuhe New Balance 715 Schaleneinlagen Orthopädie Kussmann Fahrradschuhe SPD Shimano BodyHealth Fuchs Zahnbürste gelb Weleda Sole Zahncreme Zahnseide Arzt Seife Heitmann Gallseife Neobio Henna Shampoo Nivea Creme Libello Lipcare Sun Rossmann sun ozon Feuchtigkeits Sonnenmilch 12 20 mit Vitamin E Isana Exotic Deo Compact CK one eau de toilette Calvin Klein Nagelschere Bikemate Erste Hilfe Tasche für unterwegs Autan Zinkoxid Salbe Law Bode Cutasept F Hautdesinfiziens Bepanthen Wund und Heilsalbe Voltaren Schmerzgel Diclofenac Imodium akut lingual Aspirin Micropur Multinorm 24 Aldi Tabletten Vitamine Mineralstoffe Spurenelemente Senada Alu Rettungsdecke Gold Silber Nähset Taschentücher Kunstfaser Handtuch Safi Fahrrad Studie am Zebra Streifen Prints Karten Kopien Marokko 1 1000000 Michelin Reise Verlag 959 Ligugé Poitiers 2000 Marokko 1 1000000 Baedekers Allianz Reisekarte Ostfildern 2 Aufl 1993 Nordwest Afrika 1 4000000 Michelin Reise Verlag 953 Ligugé Poitiers 2000 Afrika Nordwest 1 4 Mio RV Verlag World Cart Laufzeit bis 1998

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  • Chris on the Bike # Casablanca - Dakar # 1. Teil # Marokko
    Dicke europäische Frauen die mit ihrer Figur dem arabischen Schönheitsideal nahe kommen reisen als Single nach Marokko Tunesien oder Ägypten und lassen sich ein zwei Wochen von einem arabischen Boy verwöhnen Das entsprechende Pärchen auf dem Sofa in der Lobby hat sich denn auch entsprechend wenig zu sagen Auch die Preise von Agadir sind eine andere Welt Kostet eine Stunde Internet allerorten umgerechnet knapp einen halben Euro war es in Essaouira umgerechnet knapp ein Euro hier muss man bis zu 3 50 Euro zahlen nicht umgerechnet sondern direkt in Euro Cash Marokkanische Flitterwochen Dienstag 28 November 2006 Agadir Tiznit Sidi Ifni 171 km Das Hotelfrühstück fiel entsprechend aus ein einziges Pain au Chocolat Schnell weiter Flach und verkehrsreich 90 km nach Tiznit Foto links Nur mein Aldi Fahrrad Computer muckt etwas weil er immer noch Regenwasser intus hat Dann schieben sich die Ausläufer des Anti Atlas in den Weg Auf der Hauptroute harrt ein eintausender Pass Ich wähle die Ausweichroute am Meer über Sidi Ifni Hügelig ist es auch hier Es geht bis auf 350 Meter macht heute 1000 Höhenmeter Mit einem lupenreinen Sonnenuntergang die solare Scheibe durch die kurz zuvor noch ein Franzose mit seinem Gleitschirm segelte versinkt wolkenlos im Atlantik Ein Spanier hält und bietet mir Brot mit wie er betont La vache qui rit Schmelzkäse Er möchte mit seinem umgebauten Transporter über Mauretanien nach Mali wie er mir gestern erzählte als ich ihn bei einer Pause überholte Müde sähe ich aus meint er Dieser Meinung schließen sich an diesem Abend noch einige an Sidi Ifni war mal eine spanische Enklave Entsprechend die Architektur von Stadt und Häusern Das Schwärmen in das die alternativen Reiseführer ausbrechen erschließt sich mir nicht sofort Vielleicht aus Müdigkeit A propos Müdigkeit Als ich kurz vor Mitternacht vom Internet Café zum Hotel zurückschlender rollen grad Alenka und Matthias aus Schwerin in ihrem Mietwagen ein Just married in ihrer marokkanischen Flitterwoche Mit großem Aufwand haben sie mich noch eingeholt Jetzt beginnt der Tag mit marokkanischem Rotwein und improvisierter Hochzeitstorte von vorn Im Prekariat der Unterkünfte Mittwoch 29 November 2006 Sidi Ifni Guelmim Ras Oumlil 128 km Gemütliches Frühstück mit dem Hochzeitspaar auf der Meeresblick Dachterrasse im Hotel Bellevue Matthias verbreitet mit seinem Ideen Rausch mal wieder die Leichtigkeit des Seins Sollte ich auf afrikanische Flüchtlinge bei ihren Manövern Richtung Kanarische Inseln stoßen könne ich mich ja auch als Vorhut der deutschen Sicherheitskräfte ausgeben Außerdem macht Matthias super Fotos was er in einem kleinen Foto Shooting Foto rechts weitere 18 Fotos hier mal wieder unter Beweis stellt Dann geht s mit dem Radl weiter Am liebsten würde ich weiter an der Küste dem weißen Sandstrand Plage Blanche entlang fahren aber niemand kann mir genau erklären wie s dort weitergeht Die Straße ist zwar von Sidi Ifni schon ein wenig vorangetrieben problematisch sind offenbar die Überquerungen der Oueds Flusstäler und die vielen verschiedenen Pisten die nicht beschildert seien Fahre ich also durch schönste Berglandschaften wieder zurück zur Nationalstraße 1 Kurz hinter einem Bergdorf Foto links erreicht die Strecke mit 590 m ihren höchsten Punkt bevor sie nach Guelmim abfällt Ich will ein paar Kilometer weiter selbst wenn ich dabei in die Dunkelheit fahre Der Mond leuchtet die Strecke gut aus die LKW werden nicht weniger In dem Örtchen Ras Oumlil mache ich eine kurze Pause Vor mir liegt laut Reise Know How eine Passhöhe Die sei 1200 m hoch sagt Lahussein der Café Besitzer Das kann eigentlich nicht sein andererseits stimmt seine Antwort auf meine Kontrollfrage Ras Oumlil liegt auf 200 m Irgendwie reicht s mir auch Er finde schon einen Platz zum Schlafen für mich sagt er Doch erst mal spielen seine beiden Söhne mit meinem Helm bis Papa ihn auf den hohen Kühlschrank legt Nach geraumer Zeit ist Aufbruch zur Medizinstation des königlichen Gesundheitsministeriums Dort kommt mein Rad unter Ich darf im Nachbarhaus schlafen Dort pennt auch einer seiner Angestellten 2ZKB in meinem Zimmer liegen eine dreckige flache Matratze und eine schmale Schaumstoff Liege Ansonsten noch ein paar Teppiche Foto rechts Um mich zu akklimatisieren lese ich in meinem Flughafen Spiegel Nach angemessener Zeit sehe ich in den Augenwinkeln wie eine etwa sechs Zentimeter lange Kakerlake sich gemächlich auf den Weg Richtung Rucksack macht Dass das Zimmer hell erleuchtet ist lässt auf einen größeren Vorrat an diesen Geschöpfen schließen Jedenfalls töte ich sie Bei der nächsten die sich von der anderen Seite heranmacht habe ich den Eindruck ich würde sie zertreten aber der vermeintliche Kadaver hat sich später irgendwie selbstständig gemacht und ist verschwunden Gegen ein Uhr fühle ich mich genötigt mit dem Schlafen zu beginnen Verschließe meinen Rucksack bestmöglich nutze den Spiegel als Kopfkissen Auflage und schlafe tatsächlich irgendwie ein Elfmeter beim Beach Football in El Ouatia Tan Tan Plage Die Mäuse von Paul Italiano Donnerstag 30 November 2006 Ras Oumlil Tan Tan El Ouatia Akhfenir 179 km Irgendwie wird Lahussein mein Gastgeber am Morgen genötigt der königlichen Gendarmerie noch Geld in die Hand zu drücken Meinetwegen Ich kann jedenfalls unbehelligt weiterfahren Statt eines 1200 m Passes bleibt die Strecke zwölf km lang auf der Ausgangs Höhe von 200 m Dann geht es drei km leicht bergan um dann auf dem letzten km mit sieben acht Prozent Steigung bis auf 360 m zu führen Läppisch Bergab bekomme ich richtig Schwung Am Oued Draa der Grenze zur Provinz Tan Tan werden zum ersten Mal meine Personalien erfasst Formlos aber endlos auf einem karierten Block Name der Mutter Name des Vaters Tan Tan nutze ich nur kurz zum Shoppen Nicht mal für ein kunstvoll kreiertes deutsches Auto Kennzeichen werfe ich meine Kamera an El Ouatia früher Tan Tan Plage wird dagegen zu einem Highlight Eigentlich will ich im Korea House essen aber das steht inzwischen zum Verkauf Das Restaurant ist an der Abzweigung von der Nationalstraße zum Ort neu entstanden Und an diesem Mittag jedenfalls geschlossen Am Strand liegen weitere Restaurants eine schöne Promenade Foto ganz oben an der ich nach einem Bad im Meer ein Fischmenü serviert bekomme Als ich weiterziehe haben Jungs Tore

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  • Chris on the Bike # Casablanca - Dakar # 2. Teil # West-Sahara
    er auch nach Safi Vermutlich haben wir uns schon gelegentlich überholt Die Stadt Dakhla lassen wir rechts liegen Wir müssten 40 50 km auf eine Landzunge fahren und diese Entfernung wieder gegen den Wind zurück zur Hauptstraße kämpfen Stattdessen fahren wir nach El Argoub auf gleiche Höhe mit Dakhla Ideal wäre eine kleine Fähre zwischen den beiden Orten Dann könnte man die Geschäfte Internet Cafés und Hotels von Dakhla nutzen ohne Zeit und Kraft zu verlieren Stattdessen also die Infrastruktur des Mini Ortes El Argoub Die Geschäfte haben sehr korrekte Preise das dunkle Hinterraum Café und Restaurant Al Aargoube nimmt etwas mehr Wir kehren zum Sonnenuntergang ein Auch hier gibt es kleine Logen die man auch zum Übernachten nutzen kann Nata und Javi können sich lange nicht entscheiden ob sie bleiben sollen Die Champions League wird live übertragen FC Barcelona gegen Werder Bremen Spanien gegen Deutschland Und die Saharauhis stehen auch auf der Seite ihrer ehemaligen Kolonialmacht Ein spannendes Spiel in dem die Bremer auch nach dem 0 2 Rückstand nie aufgeben Gleichwohl nicht gewinnen Die Spanier ziehen schon vor dem Schlusspfiff weiter Wollen mir ein Zeichen hinterlassen so dass ich sie am Morgen an der Strecke finde Das Café schließt erst um Mitternacht wenn der Strom abgestellt wird Dann wird noch eine Stunde geputzt aber ich liege längst auf einer Matte am Boden Die einsamsten 160 km in bester Gesellschaft Mittwoch 6 Dezember 2006 El Argoub Lamhiriz Barbas 211 km Um zwei Uhr wecken mich Geräusche am Eingang des Cafés Irgendjemand scheint die Tür mit Gewalt öffnen zu wollen Ich schrecke auf Springe aus dem Leinenschlafsack und muss feststellen dass ich hier Gefangener bin Die Räume haben nur winzige Luken als Fenster die zudem mit Mückengitter verschlossen sind Nach kurzer Pause folgt von der Rückwand her der nächste Versuch in das Restaurant zu dringen Eine Taschenlampe leuchtet in die zweite Loge Dort liegt der Junge der uns seit dem frühen Abend bedient hat und schon um zehn Uhr todmüde aussah Er regt sich nicht Trotz Rufen trotz Taschenlampe Dann wieder der Frontal Angriff auf den Restaurant Eingang Noch brutaler Das Schloss hält nicht mehr stand Springt auf Der Lichtkegel der Taschenlampe wandert zu dem Raum in dem ich neben dem schlafenden Jungen stehe Und blendet mich Einen unendlichen Augenblick lang Bis ich erkenne Es ist der Restaurant Chef Ja er habe Schwierigkeiten mit dem Schlüssel gehabt Und ich Angst Ohne Frühstück verlasse ich die beiden noch schlafenden Kellner Mehr als 200 km muss ich heute schaffen Denn nach einer letzten Tankstelle bei Tages km 45 kommen 160 km gar Nichts Kein Haus kein Baum kein Strauch Aber ich muss nicht alleine fahren Bei km 28 treffe ich Natalia und Javier die ihr Zelt ausnahmsweise gut sichtbar am Straßenrand aufgebaut haben Sie mussten gestern Abend dann doch noch die 200 km voll machen Ihr erster 200 km Tag In Windeseile und das will etwas heißen bei den 19 20 km h Rückenwind den wir seit Tagen haben ist das Zelt

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