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  • Bücherverbrennung 1933 | Ästhetik der Bücherverbrennung
    er Kampfplätze des Redners dessen Auftritte als dramaturgisch gegliedertes Politspektakel zu inszenieren waren Wolfgang Benz Hermann Graml und Hermann Weiß Hrsg Enzyklopädie des Nationalsozialismus München 1998 S 34f In gleichem Maße wie es erklärte Strategie war Menschen zu entindividualisierten und somit kontrollierbaren in gläubiger Hingabe ihrem Führer folgenden Mitgliedern des Volkskörpers zu machen galt es genau zu diesem Zweck vorhandene Ressentiments zu verstärken und neue zu begründen Intendiert war es Feindbilder zu schaffen welche die ausgerufene Erneuerungsbewegung konzentrieren sollten Diese Strategie der Massensuggestion findet sich schon in den Empfehlungen aus Hitlers genanntem Frühwerk nach denen es galt die Aufmerksamkeit eines Volkes nicht zu zersplittern sondern immer auf einen einzigen Gegner zu konzentrieren Ranke Enzyklopädie des Nationalsozialismus S 41 Die wesentlichen Stilmittel die den Erfordernissen der Massenbeeinflussung genügen sollten finden sich in der Inszenierung der Bücherverbrennung vom Mai 1933 wieder Hier wie bei allen öffentlichen Kundgebungen unter der Regie der Nationalsozialisten war das Hervorrufen rauschhafter Begeisterung für die nationalsozialistische Bewegung innerhalb eines kollektiven Gemeinschaftserlebnisses kalkulierter Selbstzweck Völkische Symbole wie das Hakenkreuz der Kontrast von Licht Scheinwerfer Fackeln und Dunkelheit die Bücherverbrennung fand am Abend statt militärische Ordnung Fahnenkult und sakrale Stille die nur vom Knistern des Feuers und den mit eindringlicher Lautstärke in die Menge gerufenen Feuersprüchen unterbrochen wurde bildeten die Requisiten einer theatralen Inszenierung von Macht und Überlegenheit deren Dramaturgie und ästhetische Ausstattung sich sowohl an religiösen und militärischen Traditionen als auch an Agitationsformen politischer Gegner orientierte So wesentlich Monumentalität und ein das verbindende Gefühl des Auserwähltseins suggerierendes Pathos in der Ausstattung waren so wichtig waren einprägsame Einfachheit und aggressiver Duktus der sprachlichen Vermittlung von nationalsozialistischem Gedankengut Die deklamierten Feuersprüche vereinigten die simple Logik der nationalsozialistischen Diktatur Wir und die Anderen Freund und Feind Deutschtum und undeutscher Geist mit manipulierender Sprache Die LTI Lingua Tertii Imperii Sprache der Dritten Reiches

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  • Bücherverbrennung 1933 | Deutsche und internationale Pressestimmen
    nur noch aus dem Exil möglich Europa Umfangreiche Berichterstattungen über die Ereignisse von 1933 in Deutschland sind in vielen Zeitungen und Zeitschriften aller europäischer Länder zu finden Man nahm das Geschehen in Berlin größtenteils sehr ernst Immer wieder auftauchender Assoziationspunkt ist der Autodafé der Ketzerscheiterhaufen So nennt das Amsterdamer Blatt Het Volk am 10 Mai seinen Leitartikel Kunst en letteren De beschaving op den brandstapel Hitler s bockendag Kultur auf

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  • Bücherverbrennung 1933 | Die verlorene Bibliothek - Die Zerstörung des Magnus-Hirschfeld-Instituts
    Vandalismus der Nazis nicht zuletzt darauf zurück dass viele prominente Nationalsozialisten selbst Patienten des Instituts gewesen waren und Indiskretionen fürchteten Die Plünderung Die Aktion wurde von Studenten der Hochschule für Leibesübungen durchgeführt Ein Augenzeuge berichtet Am 6 Mai um 9 30 Uhr erschienen vor dem Institut einige Lastautos mit ca 100 Studenten und einer Kapelle mit Blasinstrumenten Sie nahmen vor dem Hause militärische Aufstellung und drangen unter Musik in das Haus ein Die Studenten begehrten Einlass in sämtliche Räume soweit diese verschlossen waren schlugen sie die Türen ein Nachdem ihnen die unteren Räume nicht viel boten begaben sie sich in das erste Stockwerk wo sie in den Empfangsräumen des Instituts die Tintenfässer über Schriftstücke und Teppiche ausleerten und sich dann an Privatbücherschränke machten Sie nahmen mit was ihnen nicht einwandfrei erschien Aus dem Archiv entfernten sie dann die großen Wandtafeln mit den Darstellungen intersexueller Fälle Die meisten der anderen Bilder nahmen sie von den Wänden und spielten mit ihnen Fußball so dass große Haufen zertrümmerter Bilder und Glasscherben zurückblieben Auf die Einwände eines Studenten dass es sich um medizinisches Material handele antwortete ein anderer darauf käme es nicht an es wäre ihnen nicht um die Beschlagnahme von ein paar Büchern und Bildern zu tun sondern um die Vernichtung des Instituts Unter einer längeren Ansprache wurde dann ein lebensgroßes Modell das den Vorgang der inneren Sekretion darstellte aus dem Fenster geworfen und zertrümmert In einem Sprechzimmer schlugen sie einen Pantostaten der der Behandlung von Patienten diente mit einem Schrubber ein Ferner raubten sie eine Bronzebüste von Dr Hirschfeld Auch sonst wurden viele Kunstwerke mitgenommen Aus der Institutsbibliothek nahmen sie zunächst nur einige hundert Bücher mit Während der ganzen Zeit wurde das Personal bewacht und immer wieder spielte die Musik so dass sich große Scharen von Neugierigen vor dem Hause ansammelten Um

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  • Bücherverbrennung 1933 | Zeitzeugen
    Flammen hochbeladene Lastwagen brachten Brennmaterial die deutsche Literatur Zuerst kamen die Prominenten später alles was aus Verlagen und Buchhandlungen an verbotenen Schriften abgeholt worden war Ein Sprecher schrie den Namen des Autors Ich übergebe den Flammen die Werke von Die Menschenmassen heulten Beifall schrien Deutschland erwache Juda verrecke Heil Hitler Gegen Mitternacht hielt der Ober Derwisch Goebbels mit überschnappender Stimme eine Ansprache die neue Beifallsstürme und Heilrufe provozierte Dann kamen die Werke der Nichtprominenten an die Reihe wurden ballenweise in die Flammen geworfen und immer wieder riefen Stimmen Wir brauchen mehr sonst geht das Feuer aus E Kästner Bei Verbrennung meiner Bücher aus Kästner für Erwachsene herausgegeben von Rudolf Walter Leonhardt Frankfurt M 1966 Ich stand vor der Universität eingekeilt zwischen Studenten in SA Uniform sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners Begräbniswetter hing über der Stadt Der Kopf einer zerschlagenen Büste Magnus Hirschfelds stak auf einer langen Stange die hoch über der stummen Menschenmenge hin und her schwankte Es war widerlich Die Bücher flogen weiter ins Feuer Die Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners ertönten weiterhin Und die Gesichter der braunen Studentengarde blickten den Sturmriemen unterm Kinn unverändert geradeaus hinüber

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  • Bücherverbrennung 1933 | Informationen zum Mahnmal am Bebelplatz in Berlin
    Werken antinationalistischer jüdischer und kommunistischer SchriftstellerInnen und WissenschaftlerInnen Welche Entwicklungen dieser kulturellen Säuberung folgten ist bekannt 1993 erfolgte eine Ausschreibung des Senats von Berlin und des Bezirksamtes Berlin Mitte zur Umgestaltung des historischen Ortes Bebelplatz Seit dem 20 Mai 1994 erinnert Micha Ullmans Mahnmal Bibliothek an die Ereignisse von 1933 Ullmans Mahnmal unterscheidet sich nicht nur in seiner räumlichen Dimension von anderen Projekten in der Hauptstadt die zur kollektiven Auseinandersetzung mit deutscher Vergangenheit zur Bewusstwerdung nationaler Schuld und der Verantwortung für die eigene Zeit anregen sollen Der Bebelplatz hat mit der Umsetzung von Ullmans Entwurf nichts von seiner Authentizität verloren Zunächst sieht man nur den leeren Platz in seiner historischen Gestalt Erst beim Betreten seines Zentrums in der Mitte des Platzes dort wo die Bücher brannten wird das Mahnmal des israelischen Künstlers sichtbar Symbolisiert durch einen in den Boden gelassenen nicht betretbaren Raum dessen Wände aus leeren weißen Bücherregalen bestehen wird auf simple Weise das Bewusstsein von Verletzlichkeit und Verlust provoziert Ein Blick durch die das Mahnmal nach oben hin abschließende Glasplatte genügt um die zu Beginn der nationalsozialistischen Katastrophe unterschätzte und gerade in unserer Zeit wieder so aktuelle Unscheinbarkeit von kultur und geisteszerstörerischen Anfängen zu bemerken Gleichzeitig macht Ullmans

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  • Bücherverbrennung 1933 | Weiterführende Literatur zum Thema "Bücherverbrennung"
    und Scholaren Professoren und Studenten Leipzig Jena Berlin 1981 Thomas Friedrich Hrsg Das Vorspiel Die Bücherverbrennung am 10 Mai 1933 Berlin West 1983 Stephan Füssel Wider den undeutschen Geist Bücherverbrennung und Bibliothekslenkung im Nationalsozialismus in Göttingen unterm Hakenkreuz Nationalsozialistischer Alltag in einer deutschen Stadt Texte und Materialien Göttingen 1983 S 95ff Goebbels Reden 1932 1939 hrsg von Helmut Heiber Band 1 München 2000 Angela Graf und Hans Dieter Kübler Hrsg Verbrannte Bücher Verbrannte Ideen Verbrannte Hamburg 1993 Michael Grüttner Studenten im Dritten Reich Paderborn München Wien Zürich 1995 Ders Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik Heidelberg 2004 Hans Günter Der Helden und Feindmythos in der totalitären Kultur Tübingen 1994 Hermann Haarmann u a Hrsg Das war ein Vorspiel nur Katalog zur gleichnamigen Ausstellung der Akademie der Künste im Jahr 1983 Berlin und Wien 1983 Helmut Heiber Universität unterm Hakenkreuz Teil II Band 1 München 1992 Helmut Heiber Hrsg Goebbels Reden Band 1 Düsseldorf 1971 Dietrich Heither Verbündete Männer Die Deutsche Burschenschaft Weltanschauung Politik und Brauchtum Diss Köln 2000 Wolfgang Höppner Kontinuität und Diskontinuität in der Berliner Germanistik in Rüdiger vom Bruch Hrsg Die Berliner Universität in der NS Zeit Band II Wiesbaden Stuttgart 2005 Klaus Peter Horn Erziehungswissenschaft an der Berliner Universität in Rüdiger vom Bruch Hrsg Die Berliner Universität in der NS Zeit Band II Wiesbaden Stuttgart 2005 Ulrich Hunger Germanistik zwischen Geistesgeschichte und völkischer Wissenschaft Das Seminar für Philologie im Dritten Reich in Becker Heinrich u a Hrsg Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus München 1987 Inge Jens Dichter zwischen Rechts und Links Die Geschichte der Sektion für Dichtkunst an der Preußischen Akademie der Künste dargestellt nach den Dokumenten Leipzig 1994 Horst Kant und Wolfgang Schlicker Hauptstädtische Wissenschaft in der Republik auf Zeit 1918 1933 in Wissenschaft in Berlin Berlin Ost 1987 Alfred Kantorowicz Der Tag des freien Buches Berlin 1947 Alfred Kantorowicz und Richard Drewes Hrsg Verboten und verbrannt Deutsche Literatur 12 Jahre unterdrückt Berlin und München 1947 Michael H Kater Studentenschaft und Rechtsradikalismus in Deutschland 1918 1933 Hamburg 1975 Viktor Klemperer LTI Notizbuch eines Philologen Leipzig 1979 Kommilitonen von 1933 Die Vertreibung von Studierenden der Berliner Universität Begleitband zur Gleichnamigen Ausstellung in der Humboldt Universität zu Berlin Berlin 2002 Le Bon Gustave Psychologie der Massen Stuttgart 1982 Monika Leske Philosophen im Dritten Reich Berlin 1990 Thomas Lischeid Symbolische Politik Das Ereignis der NS Bücherverbrennung 1933 im Kontext seiner Diskursgeschichte Heidelberg 2001 Anna Maria Gräfin von Lösch Der nackte Geist Die Juristische Fakultät der Berliner Universität im Umbruch von 1933 Tübingen 1999 Hartmut Ludwig Die Berliner Theologische Fakultät 1933 bis 1945 in Rüdiger vom Bruch Hrsg Die Berliner Universität in der NS Zeit Band II Wiesbaden Stuttgart 2005 Hans Maier Hrsg Wege in die Gewalt Die modernen politischen Religionen Frankfurt Main 2000 Hans Maier und Michael Schäfer Hrsg Totalitarismus und Politische Religionen Konzepte des Diktaturvergleichs Bd 2 Paderborn 1997 Guido Müller Weltpolitische Bildung und akademische Reform Carl Heinrich Beckers Wissenschafts und Hochschulpolitik 1908 1930 Diss Köln Weimar 1991 Hermann Rafetseder Bücherverbrennungen Die öffentliche Hinrichtung von Schriften im historischen

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  • Bücherverbrennung 1933 | Kontakt
    Presse Hirschfeld Institut Zeitzeugen Mahnmal am Bebelplatz in Berlin Weiterführende Literatur Bei Rückfragen zum Ausstellungsprojekt an der Humboldt Universität bzw zur Bücherverbrennung selber stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung Selbstverständlich freuen wir uns über produktive Ergänzungen und Anregungen jeder Art

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  • Bücherverbrennung 1933 | Impressum
    Rechtschreibung verfasst Alle Original Briefe und Artikel sind in der besten Auflösung die uns zur Verfügung stand abgebildet Wir bitten eventuell auftretende Schwierigkeiten bei der Leserlichkeit der Dokumente zu entschuldigen ABBILDUNGSNACHWEIS Bei den meisten Abbildungen die wir Zeitungen entnommen haben waren die Urheber nicht mehr festzustellen soweit die Urheber festgestellt werden konnten waren jedoch die heutigen Rechtsträger nicht zu ermitteln Bitte melden Sie sich bei uns sollten sie gegen die

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