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  • „Wie herrlich duftet es hier nach Eau de Cologne!“
    Kindern eines war Hubert Peter Eine Arbeiterkindheit in Godesberg Wie still und geruhsam war es doch hier in Rüngsdorf Franz Westen Eine mittelständische Jugend in Godesberg 2 Schulstadt Die Stadt der zehntausend Jungfrauen Mädchenpensionate und Höhere Mädchenschulen in Godesberg In Liebe bleiben wir verbunden Das Lohmannsche Töchterheim Ulmenhaus So werden sie tüchtige und nützliche Männer werden Zur Geschichte des Pädagogiums Otto Kühne Schule 3 Kur und Gartenstadt Alles genießt und alles drängt sich herbei Einblicke in das Godesberger Kurleben im 18 und 19 Jahrhundert In feinster Lage der Rheinallee Die Gartenstadt und der Godesberger Norden Es fehlt den besseren Kreisen an einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen Verkehrs Zur Geschichte des Hauses Moltkestraße 54 4 Arbeit und Industrie Im Keller wurden Ballons mit Säure aufbewahrt Ein Unternehmer in Godesberg des 19 Jahrhunderts Eine bleibende Erinnerung durch seine Werke geschaffen Theodor Wilhelm Düren ein Godesberger Bauunternehmer Unsere Dienstmädchen nannten wir immer Marie Dienstmädchen in Godesberg um 1900 In sozialer Hinsicht für die Belegschaft viel getan Die Ringsdorff Werke in Mehlem 5 Arbeiterbewegung Intelligenz und Prominenz waren nicht dabei Sozialdemokratische Arbeitervereine in Bad Godesberg trotz aller Gegenarbeit der Scheinsozialisten gute Erfolge Heinrich Wingarz und die Godesberger KPD 6 Nationalsozialismus Der Führer am Deutschen Rhein

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  • Ein historischer Stadtspaziergang durch den Bonner Norden
    Harling Lieber Leser willst du mich begleiten Ein historischer Stadtspaziergang durch den Bonner Norden Hrsg Bonner Geschichtswerkstatt Bonn 2007 72 S 5 00 Inhalt 1 Rheinbrücke und Synagoge 2 Die Kuhle 3 Am Wilhelmplatz Kölntor und St Johannes Hospital 4

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  • Startseite
    Wo gab es Verweigerung und Widerstand gegen obrigkeitlichen Druck Weiterlesen Bonn zu dienen ist Ehre und Freude zugleich Bonner Geschichtswerkstatt legt ein biographisches Lexikon der Bonner Stadtverordneten in der Weimarer Republik vor Vor 95 Jahren am 2 November 1919 begann auch in Bonn die Zeit der demokratischen Kommunalpolitik Bis dahin hatte das Dreiklassenwahlrecht große Teile der Bonner Bevölkerung von der Mitbestimmung in kommunalen Angelegenheiten ausgeschlossen Dazu zählten große Teile der Zentrumspartei die Sozialdemokratie und die Frauen Erst die Weimarer Demokratie machte dem ein Ende Heute sind die meisten der damaligen Stadtverordneten vergessen Wer erinnert sich noch an Lorenz Niedermair den Vater des Widerstandskämpfers Paul Niedermair an die Lehrerin und Zentrumspolitikerin Anna Leusch an Clemens Wellmann den ersten Arbeitnehmervertreter im Bonner Rat oder an Dr Otto Goertz den Mitbegründer der Schleifscheibenfabrik Guilleaume Das von der Bonner Geschichtswerkstatt vorgelegte biographische Lexikon will über die personengeschichtlichen Perspektive hinaus eine solide Grundlage für die weitere Beschäftigung mit der Sozial und Gesellschaftsgeschichte Bonns und der Geschichte der Parteien im Bonn der Weimarer Republik liefern Ähnlich wie heute war der Stadtrat in viel mehr Fraktionen geteilt als noch in den 80er Jahren So saßen Vertreter des Zentrums der USPD SPD KPD DDP DNVP DVP der Wirtschaftspartei des Bonner Mieterverein des Mieterschutzvereins der Kampffront Schwarz Weiß Rot und der NSDAP im Rat Sie waren zugleich Mitglieder der freien und christlichen Gewerkschaften Vertreter des Handwerks und seiner Verbände Industrielle und Kaufleute Engagierte aus beiden christlichen Kirchen Vertreter der Mieter und der Hausbesitzer der Architekten und Bauunternehmer Geprägt wurden viele der Stadtverordneten von der Jahrhundertkatastrophe des 1 Weltkriegs Von 53 Ratsmitgliedern ist bekannt dass sie als Soldaten am 1 Weltkrieg teilnahmen Viele waren aktiv an den Kämpfen beteiligt Auch abseits der Schlachtfelder griff der Krieg in das Leben der zukünftigen Stadtverordneten ein Einige Stadtverordnete leisteten auch hinter der Front

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  • "Die Ehre von Bonn"
    zu Verfügung stehen Als die Armenverwaltung nun aber noch Zusatzwünsche anmeldete befürchtete der Hospitalverein einen weiteren Zeitverlust und beschloß am 6 Februar 1846 dem Oberbürgermeister mitzuteilen daß er entschlossen sei den Bau allein und ohne Mitwirkung der Armenverwaltung zu beginnen Und so geschah es nach Eintreffen der Baugenehmigung Anfang April 1846 Die Feierlichkeiten für die Grundsteinlegung die für den 22 Juni 1846 vorgesehen waren wurden von einem eigens für dieses Ereignis gebildeten Festkomitee vorbereitet Einen solchen Zustrom erwartete der Hospitalverein anläßlich dieser Zeremonie daß Ferdinand Walter in einem Brief an den Oberbürgermeister um Militäreinsatz bat Seines Erachtens war es erforderlich um halb neun an der Münsterkirche Militär aufzustellen um das plötzliche Einstürmen in die Kirche zu hindern 11 Nach dem Hochamt sollte sich der Festzug zum Hospitalbauplatz begeben ebenfalls von Soldaten begleitet um dort der Grundsteinlegung beizuwohnen Der Kölner Erzbischof Johannes von Geissel würde diesen Akt persönlich vornehmen Nach seinem Namenspatron dem heiligen Johannes dem Täufer sollte das neue Hospital den Namen St Johannes Hospital erhalten Die Befürchtungen die der Hospitalverein in bezug auf den Ablauf der Feier gehegt hatte erwiesen sich als grundlos Dieselbe fand genau nach dem hierüber von dem Vorstande veröffentlichten Programme unter allgemeinster Theilnahme und in schönster Ordnung statt 12 Die Vertreter der evangelischen Gemeinde blieben der Feier auf Beschluß des Presbyteriums allerdings fern eine Entscheidung die wiederum das Mißtrauen der Katholiken förderte Auch Oberbürgermeister Oppenhoff lehnte die Teilnahme ab Damit wollte er demonstrieren daß er den Hospitalbau mittlerweile als Privatangelegenheit des Hospitalvereins betrachtete Mit der Grundsteinlegung war ein sichtbarer Anfang gemacht Dennoch schien das Engagement der Bonner Bürger zu erlahmen Die Geldmittel flossen weniger reichlich was der Vorstand des Hospitalvereins auf die verschlechterte wirtschaftliche Situation zurückführte Um neue Impulse zu geben und weitere Kreise der Bevölkerung für die Unterstützung des Projekts zu gewinnen gründete sich beim Bierbrauer Klein nach dem Vorbild der Kölner Dombauvereine der gesellige Hospitalverein der schon bald durch zwei weitere den brüderlichen und den werkthätigen ergänzt wurde Das Verhältnis der drei Hilfsvereine zum Hauptverein wurde im Stiftungslied des geselligen Vereins mit dem Vers besungen Kräftig trieb der Baum gesunde Äste Dreifach könnt ihr hier sie prangen sehn 13 Die Hilfsvereine setzten aber auch neue Akzente Insbesondere der gesellige Hospitalverein perfektionierte das Spendensammeln durch sogenannte Kollektanten die allwöchentlich in den ihnen speziell zugewiesenen Bezirken von Haus zu Haus gingen Der Handwerkerstand der in allen Hilfsvereinen stark vertreten war band seine Mitglieder jetzt stärker in das Hospitalprojekt ein So wurden unentgeltliche Handwerkerarbeiten von Meistern insbesondere aus dem geselligen Verein geliefert während Mitglieder des brüderlichen und des werkthätigen Vereins Arbeiten am Hospitalbau an mittel und beschäftigungslose Handwerker vergaben In einer Zeit der zunehmenden Verarmung von weiten Teilen der Handwerkerschaft erwies sich damit der Bau auch als eine Art von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ein Nebeneffekt der lobend hervorgehoben wurde Dabei hat der Ausbau des im vorigen Jahre unter Dach gebrachten westlichen Flügels über 100 Meistern des Handwerkerstandes unserer Stadt Beschäftigung gegeben und beschäftigt sie noch fortwährend es wird somit ein doppelt wohlthätiges Ziel erreicht kräftige Förderung des Hospitalbaues selbst und Beschaffung von Arbeit in einer Zeit wo Gewerb und Verkehr auf empfindliche Weise stocken 14 Für das Bildungsbürgertum wurde auf Anregung des Textilfabrikanten Friedrich Weerth vom 22 Mai bis zum 3 Oktober 1847 in den unteren Räumen des Hospitals das zu diesem Zeitpunkt im Rohbau schon fast fertiggestellt war eine Kunstausstellung gezeigt deren Leitung dem zukünftigen Revolutionär Gottfried Kinkel übertragen worden war Das Verzeichnis der ausgestellten Kunstgegenstände die zum Teil käuflich zu erwerben waren umfaßte ältere und neuere Gemälde Kupferstiche Bildhauerarbeiten und Waffen 15 Die 341 Exponate wurden aus der gesamten Rheinprovinz herbeigeschafft und waren gegen ein Eintrittsgeld von 5 Silbergroschen jeden Tag von morgens 7 bis abends 7 zu betrachten Am Ende hatte der Verein 608 Taler und 9 Silbergroschen eingenommen und die Veranstalter waren überzeugt daß damit zugleich unserer Stadt während 5 Monaten ein überaus reicher Kunstgenuß verschafft und auch dadurch unserem Hospitalunternehmen mannigfaltige Freunde zugeführt worden sind 16 Das Spendenaufkommen zu vergrößern war um so notwendiger als es um die Jahreswende 1847 48 zum endgültigen Bruch mit der Armenverwaltung kam Diese hatte sich am 23 Juni 1846 und am 7 September 1847 geweigert ihr zugeflossene Spendenbeiträge der Protestanten an den Hospitalverein weiterzuleiten Unter den gegebenen Umständen fühlte die Armenverwaltung sich zur Herausgabe dieser ihr anvertrauten Gelder nicht befugt Der Vorstand des Hospitalvereins bestand hingegen auf der Weiterleitung und berief sich auf die Vereinbarung aus dem Jahre 1844 in der der evangelischen Gemeinde getrennte Räume zugesagt worden waren Damit seien die Interessen der Protestanten gewahrt und die Armenverwaltung zur Zahlung verpflichtet Als die Stadt sich im November 1847 schließlich bereit erklärte die Spenden weiterzuleiten erneut ein Recht auf die Eigenthums Uebergabe des Hospitalbaues anmeldete und die Bildung einer neuen Hospital Commission vorschlug lehnte der Hospitalverein die letztere Bedingung ab Diese Kommission sollte aus allen Mitgliedern der Armenverwaltung und des Vorstands des Hospitalvereins bestehen und unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters bis zu Vollendung des Baues gemeinschaftlich wirken In einer Mitteilung an die wohllöbliche Armenverwaltung 17 lehnte Walter im Auftrag des Vorstandes das Angebot einer Kooperation mit der Begründung ab durch eine solche Besetzung der Kommission würden die Akatholiken die Nichtkatholiken begünstigt Es scheint als habe der Hospitalverein nur darauf gewartet mit der Stadt brechen zu können zumal es von Anfang an Vereinsmitglieder gegeben hat die der Ansicht waren das Hospital solle nicht als städtische sondern als kirchliche Anstalt gegründet werden Zwar gab es wenige protestantische Mitglieder aber insgesamt war der Verein eine Angelegenheit des katholischen Bürgertums das in dem Hospitalprojekt einen wichtigen Beitrag zur katholischen Erneuerungsbewegung in der preußischen Rheinprovinz sah Wenn überhaupt dann wollte der Hospitalverein eine Zusammenarbeit mit der Stadt zu seinen Konditionen stand für ihn doch fest daß er seine Unternehmung auch ohne die Armenverwaltung zu Ende bringen kann und wird die Armenverwaltung nicht ohne ihn und als endlich es gegen den gewöhnlichen Gang der Dinge wäre wenn diejenigen die eine so bedeutende Schenkung oder Stiftung zu machen beabsichtigen sich die Bedingungen müßten vorzeichnen lassen unter welchen sie schenken sollen 18 In der Tat

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  • Schulen in der Bonner Nordstadt
    Bezahlung in das Holz einschlagen Es konnten auch Eichenblätter und Adlerfedern und Metallplatten mit Widmung gestiftet werden Der Erlös sollte den Witwen und Waisen der gefallenen Soldaten zu Gute kommen Und an diesen sogenannten Nagelungen beteiligten sich auch ganze Schulklassen im Rahmen einer kleinen patriotischen Feier mit Gesang Deklamationen und Kaiserhoch wie es der Chronist formulierte An anderer Stelle in der Chronik der Marienschule zu der Zeit noch Schule an der Heerstraße wird die Verrohung der Schuljugend beklagt die Zunahme von wüsten Kriegsspielen von Diebstahl Straßenkämpfen Nach dem Krieg blieb die Nordschule 1 1 2 Jahre geschlossen Über den Einfluss des Nationalsozialismus in den Schulen erfährt man in der Chronik der Schule nichts Zeitzeugen berichten Wie stark die Kinder indoktriniert wurden hing sehr stark von der einzelnen Lehrerpersönlichkeit ab aber auf jeden Fall war der nationalsozialistische Staat in den Schulen massiv präsent Es gab einen Schuljugendwalter und einen Beauftragten der HJ Die HJ sie hatte seit 1937 in der Nordstraße ein Heim führte Werbeveranstaltungen in den Schulen durch und die Angehörigen der HJ mussten für Veranstaltungen vom Unterricht befreit werden Die Rektoren waren verpflichtet die Zahl der in Jungvolk Hitlerjugend Jungmädel und Bund Deutscher Mädel organisierten Schülerinnen und Schüler an den Oberbürgermeister weiterzuleiten Im Zweiten Weltkrieg wurde die Nordschule von Bombenangriffen wenig betroffen aber Unterrichtsausfall war die Regel Nach dem Krieg war es mit dem Schulbesuch dann gänzlich vorbei Zunächst besetzten amerikanische Soldaten das Schulgebäude die im Juli von Briten abgelöst wurden als die Besatzungsgebiete neu geregelt wurden Erst im Oktober wurde die Schule wieder geöffnet arbeitete aber in Wechselschicht mit der Emilie Heyermann Schule zusammen In 18 Klassenräumen mussten bis in die 50er Jahre hinein die beiden Volksschulen mit 18 Klassen immer noch getrennt in Jungen und Mädchenklassen und 13 Klassen der Realschule beherbergt werden Das bedeutete 4 bis 5 Kurzstunden für jede Schicht über den Tag verteilt Heute ist im Hauptgebäude die Gemeinschaftshauptschule Am Römerkastell mit gut 300 Schülerinnen und Schülern untergebracht in einem Nebengebäude die Katholische Grundschule Bonn Nord 2 Station Marienschule Man sieht es ihr nicht an aber die Marienschule ist die älteste Schule in der Nordstadt Als Schule an der Heerstraße wurde sie 1879 fertig gestellt als die Bevölkerungszunahme in diesem damals neuen Stadtteil neben anderen Infrastrukturmaßnahmen auch den Bau einer Schule erforderlich machte Das Foto zeigt das Schulgebäude im 19 Jahrhundert Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schule stark beschädigt insbesondere durch den Bombenangriff am 28 Dezember 1944 Ein Foto aus dem Jahre 1954 lässt die Veränderungen erkennen 1959 wurde das Gebäude von Grund auf renoviert und beherbergt heute neben der katholischen Grundschule die Stadtbildstelle Als die Schule an der Heerstraße 1879 bezogen wurde war sie noch im Bau befindlich und bot Raum für 4 Klassen In den folgenden Jahren wurde sie kontinuierlich ausgebaut bis sie 1892 in 16 Klassenräumen Platz für 450 Knaben und 449 Mädchen bot Auch hier zitiere ich wieder den zeitgenössischen Betrachter Die Heerstraßenschule selbst ist ein prachtvolles Gebäude das dem Erbauer alle Ehre macht Es liegt fast auf der nördlichen

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  • Juden
    Samuel nur Richard Landsberg einen früheren Patienten In der Nacht wurden sie nach Bonn zunächst in die Gestapozentrale am Kreuzbergweg überführt um dann zusammen mit den verhafteten Bonner Juden ins Gefängnis in der Wilhelmstraße gebracht zu werden Am Abend des nächsten Tages wurden die Gefangenen schließlich mit unbekannten Ziel abtransportiert über ihr weiteres Schicksal konnte Dr Samuel keine Angaben machen da er als Vorsitzender der Bonner Synagogengemeinde von der Gestapo gebraucht und daher freigelassen wurde 15 Aus anderer Quelle ist bekannt dass Albert Kahn ins KZ Dachau verschleppt worden ist 16 So wie er wurden überall im Deutschen Reich insgesamt etwa 30 000 Juden während des Pogroms in Konzentrationslager verbracht Dort wurden sie gedemütigt und misshandelt und kamen meist nach einigen Wochen wieder frei oft erst dann wenn ihre Familien für sie Auswanderungspapiere vorlegen konnten Für Bad Godesberg lässt sich für die Zeit zwischen dem Pogrom und dem Beginn des Krieges keine Zunahme der Emigration feststellen Dies wird wohl vor allem an den Schwierigkeiten liegen die die Auswanderungswilligen zu überwinden hatten Immer weniger Staaten waren bereit jüdische Flüchtlinge aufzunehmen Oft mussten hohe Summen für ein Visum bezahlt werden die von den inzwischen meist verarmten Godesberger Juden kaum aufgebracht werden konnten Mittels Reichsfluchtsteuer und anderer Abgaben plünderte zudem die Reichsregierung die Emigranten aus Unter den Flüchtlingen des Jahres 1939 befand sich auch der in der Pogromnacht festgenommene Richard Landsberg der am 14 April Bad Godesberg mit dem Ziel Belgien verließ Horst Klee einziger Sohn von Max und Johanna Klee aus der Bonner Straße 74 wanderte im März nach England aus Der Plittersdorfer Metzger Julius Hermann der bis 1936 sein Geschäft in der Mühlenstraße 3a hatte und dann nach Sinzig verzogen war ging 1939 mit Ehefrau Adelheid Erna und Sohn Helmut Friedrich nach Venezuela In Großbritannien Asyl fanden im Juli das Ehepaar Hermann und Selma Cohnen das erst 1936 aus Berlin zugezogen war ebenso wie im September das Ehepaar Hans und Elsbeth Fabian 1933 aus Neuwied zugezogen Artur Oskar Wolff der seit 1934 in seinem Haus in der Viktoriastraße 34 ein Exportgeschäft für Haus und Küchengeräte führte ging mit seiner Ehefrau Frieda im August zunächst nach London später in die USA Die beiden Töchter der Familie waren bereits vorher emigriert Ilse 1936 nach Brasilien Lore im April 1939 nach New York Jeanette Jenny Heumann aus der Augustastraße 43 begab sich am 11 Oktober 1939 ins Exil zu ihrer Tochter nach Buenos Aires Sie war die letzte Jüdin aus Bad Godesberg der die Emigration in ein sicheres Land gelingen sollte Trotz der immer schärferen antijüdischen Maßnahmen war es weiterhin für viele insbesondere für die Älteren undenkbar ihre Heimat Deutschland zu verlassen Dass inzwischen kein Jude in Deutschland seines Lebens mehr sicher war wollten sie sich immer noch nicht eingestehen So schrieb die Witwe Rosalie Adler aus der Bahnhofstraße 22 noch am 5 Oktober 1939 ihrem kurz zuvor nach Palästina emigrierten Sohn Adolf Asher er müsse zukünftig ohne ihre finanzielle Unterstützung aufkommen Andernfalls mußt Du eben nachhause kommen und wir müssen sehen wo Du Arbeit findest 17 Die wirtschaftliche Situation der meisten Godesberger Juden war inzwischen äußerst schlecht Die meisten lebten von der Substanz mussten sich durch den Verkauf ihres Besitzes über Wasser halten wie die seit 1937 verwitwete Karoline Kaczka die nach und nach ihr Mobiliar und schließlich auch ihr Haus veräußern musste 18 Von den im September 1938 noch bestehenden 14 jüdischen Gewerbebetrieben existierte im Februar 1939 nur noch die Firma Oskar Wolff die zum 1 Juli 1939 ebenfalls schließen musste 19 Durch die Sühneleistung der Juden in Höhe von einer Milliarde Reichsmark die die Reichsregierung nach dem Pogrom verhängt und auf alle Juden entsprechend ihres Besitzes umgelegt hatte wurden die Menschen noch weiter ausgeplündert Verfolgtenalltag Dr Richard Schreiber ein einst sehr wohlhabender Arzt aus Ostpreußen der 1934 nach seiner Vertreibung aus Tilsit das Haus Rolandstraße 40 erworben hatte beschreibt 1954 in einem Antrag auf Wiedergutmachung sein Leben in Bad Godesberg nach dem Pogrom Durch die Mischehe mit der nichtjüdischen Ehefrau Paula Helene befand er sich gegenüber anderen Juden in einer vergleichsweise privilegierten Lage 19a 14 11 38 Beschlagnahmung des gesamten Vermögens durch Oberfinanzpräsident Köln 22 11 38 Auferlegung der Judenbuße in Höhe von 61 500 RM 12 38 Festsetzung einer sehr beschränkten monatlichen Verbrauchssumme von 400 RM aus dem Vermögensertrag 3 1 39 Erste Hausdurchsuchung durch Gestapo Reg Rat Seddels richtig Kriminalkommissar Settels und SD Leiter Zahnarzt Dr Müller unter gemeinster unqualifizierter Beschimpfung meiner Frau und meiner Person Fortnahme einer Sammlung Silbermünzen und diverser Bücher 20 4 39 Erneute Haussuchung Drängen zur Auswanderung mindestens zum Verlassen Godesbergs 11 5 39 Befehl der Gestapo an alle jüdischen Einwohner Godesberg bis zum 30 6 39 zu verlassen 15 9 39 Haussuchung durch SD Leiter Dr Müller Bonn Schwere Beschimpfung meiner Frau die Ehescheidung bestimmt ablehnt Fortnahme eines sehr wertvollen Radioapparates ca 17 9 39 Fortnahme eines weiteren Radioapparates durch die Kriminalpolizei Godesberg 21 9 39 Vorladung zur Gestapo Bonn S D Leiter Dr Müller wegen angeblichen Abhörens fremder Sender Versuch von mir ein Eingeständnis durch Unterschreiben des betreffenden Aktenstückes zu erzwingen Da ich Unterschrift verweigere muß ich im Garten der Gestapo trotz meines Alters von fast 60 Jahren einen Dauerlauf von 1500 bis 1600 mtr machen 22 9 39 wie am gestrigen Tage 23 9 39 Vorladung meiner Frau zur Gestapo die vor dem Gestapohaus auf öffentlicher Straße von Dr Müller unter Androhung der Verhaftung grob und laut beschimpft wird weil sie Ehescheidung weiterhin ablehnt 1 9 41 Verordnung zum Tragen des Judensternes ab 19 9 41 Von diesem Tage an bis zu meiner Flucht am 18 9 44 d h 3 Jahre lang habe ich unser Hausgrundstück überhaupt nicht verlassen Bad Godesberg soll judenfrei werden Der von Dr Schreiber erwähnte Ausweisungsbefehl vom 15 Mai 1939 ist sonst nirgends überliefert Dennoch spricht alles dafür dass es fünf Monate vor Kriegsbeginn tatsächlich den Versuch gegeben hat den Lieblingsaufenthalt des Führers judenfrei zu machen Auffällig ist dass 27 Juden im Zeitraum Juni bis Mitte Juli 1939 von Bad Godesberg in einen Nachbarort meistens nach Köln umgezogen sind In den Monaten davor und danach kamen solche Umzüge nur selten vor Zudem sind aus der Zeit mehrere Hausverkäufe bekannt So veräußerte das Ehepaar Klee ihr Haus Bonner Straße 74 in dem sie mit den Schwiegereltern und der Familie Kahn wohnten um nach Bonn zu ziehen wo sie in der Meckenheimer Straße bereits Räume angemietet hatten In Bonn aber verbot der Oberbürgermeister ihnen den Zuzug woraufhin sie vorläufig Unterkunft in Köln fanden 20 Sicherlich war die Ausweisung der Godesberger Juden kein Alleingang der Bonner Gestapo eine Absprache mit der hiesigen Stadtverwaltung ist wahrscheinlich Ein Zusammenhang mit der fast gleichzeitig stattgefundenen Volkszählung bei der man die aus Sicht der Stadtverwaltung zu hohe Zahl von 83 Juden registrierte ist anzunehmen Bürgermeister Alef bemühte sich diese Zahl zu senken Dazu gehörte auch seine Anweisung vom 10 Juni 1939 an die Verwaltung dass der weitere Zuzug von Juden in den hiesigen Stadtbezirk unter allen Umständen vermieden werden muss 21 Zufrieden konnte Alef Anfang Juli feststellen dass die hier noch wohnenden Juden größtenteils die Absicht zeigen nach auswärts zu verziehen Die jüdischen Häuser sind bis auf wenige verkauft worden Die Eigentümer und jüdischen Mieter dieser Häuser haben sich meistens auswärts Wohnungen besorgt 22 Inzwischen hatten wohl die meisten Städte und Gemeinden ein Zuzugsverbot für Juden erlassen Auch für Köln war ein solches Verbot verhängt worden das zudem rückwirkend ab dem 1 Juli wirksam sein sollte Damit waren vorläufig alle Pläne Bad Godesberg judenfrei zu machen hinfällig In Judenhäusern isoliert Die Godesberger Stadtverwaltung musste sogar offenbar auf Druck der Kölner mithelfen für zwölf im Sommer nach Köln vertriebene Juden wieder in Bad Godesberg Unterkünfte zu besorgen Durch ihre Vermittlung konnte Wilhelm Weil im Oktober 1939 das seit längerem leerstehende Haus Königsplatz 2 für eine Monatmiete von 275 M für die Dauer von drei Jahren mieten 23 Hier zogen ab dem 20 Oktober ein Wilhelm Weil 30 5 1878 Ruth Schlesinger 24 1 1917 eine Hausgehilfin die ursprünglich für Jacob Weil gearbeitet hatte und nun den Haushalt von Wilhelm besorgte Weils Schwägerin Rosalie Adler 29 9 1888 Max Klee 28 3 1894 mit seiner Ehefrau Johanna 25 5 1899 und deren Eltern Hermann 30 8 1870 und Mathilde Kaufmann 20 1 1870 Albert 24 1 1888 und Eva Kahn 29 1 1891 mit ihrer Tochter Thea 12 8 1921 Gustav Meyer 2 8 1892 ein früherer Buchprüfer Ernestine Levy 20 3 1883 Witwe des 1935 umgekommenen Mehlemer Metzgermeisters Josef Levy und ihr Sohn Karl 24 12 1919 Das Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden vom 30 April 1939 das den Mieterschutz von Juden in Häusern nichtjüdischer Besitzer stark einschränkte und so das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden unter einem Dach unmöglich machen sollte trug dazu bei dass schließlich fast alle Godesberger Juden in Häuser zogen die noch in jüdischem Besitz waren Außer dem Königsplatz 2 gab es noch vier weitere Judenhäuser In der Burgstraße 46 wohnte die Familie Oster die hier seit 1879 ein Geschäft für Besen und Bürstenwaren betrieb Witwe Henriette Oster 23 12 1859 lebte hier mit ihren unverheirateten Töchtern Karoline 2 8 1881 und Julie 15 9 1888 ihrem Sohn Theodor 23 9 1882 sowie dessen Frau Martha 14 1 1892 Hier hatten auch die seit dem Ersten Weltkrieg in Godesberg lebende frühere Hausdame Ida Baer 24 8 1876 und nach Verkauf ihres Hauses Karoline Kaczka 18 10 1873 Unterkunft gefunden In der Friesdorfer Straße 92 lebten der frühere Leiter der Godesberger Milchkuranstalt Max Isaak 1 9 1874 mit seiner Frau Sara 26 6 1874 Hier hatte im Februar 1939 das aus Nassau stammende Ehepaar Julius 11 10 1876 und Serlina 8 11 1878 Israel eine Wohnung gefunden Lina Israel war eine Schwester von Hermann Kaufmann dem Schwiegervater von Max Klee In der Bonner Straße 74 dem früheren Haus der Familie Klee lebte inzwischen die Familie Cahn Der Beueler Hugo Cahn 16 5 1906 ursprünglich Kaufmann nun als Tiefbauarbeiter eingesetzt war im Oktober 1939 mit seiner Mutter Berta 10 12 1874 nach Bad Godesberg gezogen Er heiratete hier am 25 Mai 1940 Edith Scheidemann 9 8 1914 aus Bochum am 5 Oktober 1940 wurde Sohn Salo geboren In der Wilhelmstraße heute Kolfhausstraße 18 dem früheren Haus von Frau Kaczka wohnte die evangelische Familie Heidenheim eine vergleichsweise wohlhabende Familie die 1939 insgesamt 36 500 RM im Rahmen der jüdischen Vermögensabgabe hatte zahlen müssen Der frühere Kaufmann Friedrich Günther Heidenheim 23 9 1878 seine Ehefrau Helene 21 3 1886 und Tochter Ellen 5 3 1920 waren erst im November 1938 von Köln nach Bad Godesberg gezogen Neben den Genannten lebten in der Zeit von 1939 41 noch etwa 20 nach den Nürnberger Gesetzen als Juden geltende Menschen in Bad Godesberg die meisten von ihnen gehörten christlichen Konfessionen an und oder waren mit Nichtjuden verheiratet Der Schutz den eine solche Ehe lange Zeit dem jüdischen Partner bot wurde hinfällig wenn sich die Eheleute trennten Paula Dammann 29 11 1879 die seit 1932 in der Denglerstraße 42 gewohnt hatte war seit Oktober 1938 von ihrem Mann geschieden Sie wohnte zuletzt im Hause des Arztehepaares Schreiber Die Katholikin Ella Michaelis 9 9 1880 lebte seit 1905 als Hausdame mit der Geschäftsfrau Louise Unger zusammen seit 1936 wohnten die beiden im Haus Plittersdorfer Straße 57 Wegen ihrer jüdischen Großeltern galt Frau Michaelis nun als Jüdin Die Zahlung der Judenbuße hatte sie wirtschaftlich ruiniert 24 Vorläufig sah man aber noch davon ab sie in ein Judenhaus einzuweisen Auch die beiden Witwen Jetta Sommer 23 7 1866 und Mathilde Dardenne 15 7 1867 lebten lange Zeit unbehelligt in ihren Häusern in Muffendorf Jetta Sommer Witwe des 1926 verstorbenen Metzgers Bernhard Sommer wohnte in der Klosterbergstraße 20 Mathilde Dardenne war 1928 nach dem Tod ihres Ehemannes zu ihrer Schwester Julie Sommer gezogen und wohnte auch noch nach deren Tod 1937 in der Hauptstraße 42 Frau Dardenne war durch ihre Heirat belgische Staatsangehörige geworden Wenig ist über das Leben der 1939 41 in Bad Godesberg verbliebenen Juden bekannt Offenbar hatten sie kaum noch Kontakt zu nichtjüdischen Nachbarn Die wenigen überlieferten Briefe an Angehörige und Freunde geben nur indirekt Auskunft über ihren Alltag Viele bemühten sich immer noch verzweifelt eine Möglichkeit zur Emigration zu finden doch alle Hoffnungen zerschlugen sich an den inzwischen fast unüberwindbar gewordenen Hürden Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse der meisten Juden wurden immer schwieriger lebten doch fast alle von der Substanz und nur wenige konnten einer Erwerbsarbeit nachgehen Max Klee z B war im Sommer 1941beim Godesberger Mineralbrunnen zur Aushilfe vielleicht bis Ende August nach dort abkommandiert Meine Arbeitszeit ist von morgens 7 Uhr bis 12 Uhr dann von 13 bis 18 15 Uhr auch Samstags Sonntags bin ich dann froh wenn ich mich dann etwas ausruhen kann 25 Internierung Mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22 Juni 1941 begann auch für die Godesberger Juden die letzte Phase ihrer Verfolgung Hatte die deutsche Politik bisher die Vertreibung der Juden verfolgt setzten sich nun in Regierung und Parteiapparat die radikalen Kräfte durch für die die Endlösung der Judenfrage die physische Vernichtung aller Juden im deutschen Herrschaftsbereich bedeutete Der Massenmord sollte nicht in Deutschland stattfinden er sollte in die eroberten Gebiete des Ostens verlegt werden wo durch den Mord an den dort lebenden Juden bereits eine entsprechende Infrastruktur geschaffen worden war Die deutschen Juden mussten also in den Osten deportiert werden ein Unternehmen das das Zusammenspiel vieler Institutionen wie der SS der Polizei der Wehrmacht der Reichsbahn sowie etlicher Verwaltungsstellen erforderlich machte Zur Vorbereitung ihrer Deportation mussten Ende Januar 1942 alle Juden nun endgültig ihre Heimatstadt Bad Godesberg verlassen und in zwei Lager nach Bonn und nach Köln umziehen Davon verschont blieben nur die in Mischehe lebenden Juden und aus nicht bekannten Gründen die verwitwete Rosa Rosenthal 22 7 1869 die im Hause ihrer mit einem Nichtjuden verheirateten Tochter Johanna Bauer in der Rüngsdorfer Straße 4c lebte Als im Sommer 1942 für die Godesberger Juden die Deportationen in den Osten begannen beschloss sie sich allen weiteren Verfolgungen zu entziehen und nahm sich am 19 Juli das Leben 26 Am 20 Januar verließen zehn überwiegend sehr alte Juden ihre Heimatstadt mit dem Ziel Cäcilienstraße 19 20 in Köln dem inzwischen von der Gestapo beschlagnahmten und zum Altenheim umfunktionierten Gebäude der Rheinland Loge Eine von ihnen die 83 jährige Henriette Oster verstarb am 14 9 1942 in Köln Die anderen Godesberger Juden insgesamt 24 Personen kamen in das ehemalige Kloster Zur ewigen Anbetung in Endenich das seit Juni 1941 als Sammellager für Juden aus Bonn und der Umgebung diente Unter den hier Eingewiesenen befand sich auch ein kaum zwei Wochen alter Säugling Ellen Heidenheim hatte am 9 Januar 1942 in Bad Godesberg einen Sohn zur Welt gebracht der den Namen Denny erhalten hatte In Endenich litten die Internierten unter der drangvollen Enge und der schlechten Versorgung mit dem Lebensnotwendigen Bertha Frenkel 6 4 1873 die im Zuge der Ausweisungsaktion vom Sommer 1939 mit ihrem Ehemann Raphael nach Bonn verzogen war starb am 3 Februar im Kloster Die arbeitsfähigen Frauen und Männer mussten in Betrieben der Umgebung Zwangsarbeit leisten Der Aufenthalt im Endenicher Kloster sollte nicht lange dauern Im Sommer 1942 wurden die Deportationen in den Osten wieder aufgenommen Beginn der Deportationen Bereits am 22 Oktober 1941 war von Köln aus ein Transport ins Ghetto Lodz abgegangen mit dem auch Mathilde Henle 9 5 1876 deportiert wurde die bis 1938 in der Winterstraße 10 ein Schuhgeschäft geführt hatte im Juni 1939 aber nach Köln gezogen war Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt sie wurde nach dem Krieg für tot erklärt Ein weiteres frühes Opfer der Deportationen war Elly Daniel 12 11 1894 Schwester des im KZ Buchenwald umgekommenen Ernst Daniel Die Köchin hatte von 1911 bis 1935 in ihrem Elternhaus in der Rheinallee 35 gelebt Sie wohnte später in Dortmund und wurde von dort aus am 27 April 1942 ins Ghetto Zamosc bei Lublin deportiert wo sich ihre Spur verliert 27 Die Organisation der Deportationen lag in den Händen der Gestapo Unter ihrer Kontrolle wurde festgelegt wer welchem Transport zugeteilt wurde Die Betroffenen die einige Tage zuvor benachrichtigt worden waren mussten sich einen Tag vorher im Lager Köln Messe einfinden Alle Deportationszüge die immer etwa 1 000 Juden beförderten fuhren vom Bahnhof Köln Deutz Tief ab 28 Izbica Der erste Transport mit dem am 15 6 1942 eine größere Gruppe von Internierten aus Endenich deportiert wurde sollte unter der Bezeichnung Da 22 angeblich nach Litzmannstadt damalige Bezeichnung für Lodz fahren hatte aber tatsächlich die polnische Kleinstadt Izbica bei Lublin zum Ziel 29 Unter den insgesamt 1 066 Deportierten aus dem gesamten Rheinland befanden sich 14 Godesberger Hugo und Edith Cahn mit Söhnchen Salo Friedrich Günther und Helene Heidenheim mit Tochter Ellen und deren Baby Denny Paula Dammann Ella Michaelis Serlina Israel ihr Ehemann Julius war im Vorjahr verstorben Ruth Schlesinger sowie Wilhelm Weil seine Schwägerin Rosalie Adler und seine Schwester Selma Meyer 1 7 1889 die lange im Haus der Weils in der Bahnhofstraße gelebt hatte Über die weitere Geschichte dieses Transportes ist wenig bekannt keiner der 1 066 Deportierten ist nach dem Krieg wieder zurückgekehrt Es ist anzunehmen dass von dem als Durchgangslager fungierenden Izbica aus die meisten direkt in die Vernichtungslager der Umgebung geschickt worden sind Junge und Arbeitsfähige wurden oft noch als Arbeitssklaven eingesetzt bevor sie umgebracht wurden Familie Heidenheim und Rosalie Adler sind in Sobibor verschollen Hugo Cahn wurde am 11 Juli im Lager Majdanek umgebracht 30 Wilhelm Weil soll noch von einem Godesberger Soldaten bei Bahndammarbeiten in Riga Lettland gesehen worden sein 31 Theresienstadt Bereits einen Tag später am 16 6 1942 verließ der nächste Transport Köln diesmal mit dem Ziel Theresienstadt In dem nordwestlich von Prag gelegenen ehemaligen Festungsstädtchen war ein Ghetto einrichtet worden das vornehmlich Alte und Weltkriegsveteranen aufnehmen sollte Ständige Überbelegung und eine miserable Versorgungslage kennzeichneten die Situation in Theresienstadt so dass unter den alten Leuten eine extrem hohe Sterblichkeit herrschte Zudem gingen aus dem Ghetto regelmäßig Transporte in die Vernichtungslager vor allem nach Auschwitz Von den 12 Godesberger Juden dieses Transportes waren viele schon kurz nach der Ankunft nicht mehr am Leben Theodor Oster

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  • Juden
    Das Ausweisungsverfahren gegen Familie Dronk blieb vorläufig ohne Ergebnis da die polnische Regierung nicht bereit war sie in Polen aufzunehmen Daran sollte sich zunächst auch nichts ändern als die Nationalsozialisten an die Macht kamen Nach Angaben des Landrates vom April 1934 schwebte das Ausweisungsverfahren weiterhin als Drohung über der Familie Dronk Gimeck Dronk der älteste Sohn der Familie sah für sich keine Zukunft in Deutschland und emigrierte mit dem Ziel Palästina nachdem er 1936 eine landwirtschaftliche Ausbildung in Urfeld bei Wesseling absolviert hatte Als Ende Oktober 1938 die Reichsregierung infolge eines Streites mit Polen 17 000 Juden polnischer Nationalität aus Deutschland auswies gehörten auch Hermann und Samuel Dronk zu denjenigen die in einer Nacht und Nebelaktion festgenommen und über die Grenze abgeschoben wurden Über ihr weiteres Schicksal in Polen ist nichts bekannt Die Ausweisungsverfügung galt auch für Sabina Dronk die sich nach den Angaben in der Patientenkartei bis zum 20 12 38 in der Provinzialanstalt Bonn aufhielt und danach in die Anstalt Bedburg Hau bei Düsseldorf verlegt wurde Nach einem Vermerk in der Meldekartei der Beueler Polizeibehörde vom 26 3 41 soll sie sich aber bereits seit dem 20 8 38 in Bedburg Hau befunden haben Offensichtlich wurden die Behörden erst im Juli 1939 darauf aufmerksam dass die Ausweisungsverfügung gegen Frau Dronk noch immer nicht vollzogen worden war Nach Angaben aus Bedburg Hau war ihr Gesundheitszustand so schlecht dass eine Entlassung aus der Anstalt nicht in Frage kam Der Landrat forderte daraufhin die Beueler Polizeibehörde auf Maßnahmen mit dem Ziel einer zwangsweisen Abschiebung einzuleiten Diese Behörde fühlte sich nun aber nicht mehr in dieser Sache zuständig da Frau Dronk nicht mehr im Beueler Ortsbereich wohnhaft war Scheco Dronk blieb also weiterhin in Bedburg Hau Am 4 11 39 wurde sie nach Wunstorf bei Hannover verlegt Von dort aus ist sie am 27 9 40 an einen unbekannten Ort gebracht worden Es muss angenommen werden dass sie im Zuge des zu dieser Zeit anlaufenden Euthanasie Programms als dessen Folge u a die in den Anstalten untergebrachten jüdischen Patienten und Patientinnen systematisch umgebracht wurden ermordet worden ist Max Goldreich Max Moses Aron Goldreich stammte ursprünglich aus Galizien wo er am 9 Januar 1875 als habsburgischer Untertan geboren wurde Um die Jahrhundertwende war er nach Köln gekommen und hatte in zweiter Ehe Sidonie Mendel aus Wuppertal Elberfeld geheiratet Mit den beiden Kindern aus dieser Ehe Edith und Theodor kam das Ehepaar Goldreich im Juni 1912 nach Beuel wo Max Goldreich die Leitung der neugegründeten Bonn Beueler Möbelfabrik übernehmen sollte Goldreich hatte zusammen mit seinem Schwager Emanuel Mendel die in Konkurs gegangene Firma Kunstgewerbliche Holzindustrie an der Nordstraße heute Auguststraße erworben Der Betrieb der anfangs etwa 45 Arbeiter beschäftigte lief zunächst gut an doch der Beginn des Ersten Weltkrieges stoppte diese Entwicklung Ein Großteil der Arbeiter wurde einberufen und das Werk musste wegen Arbeitskräftemangels vorübergehend stillgelegt werden Goldreich bemühte sich sofort um Ersatz Seit 1915 beschäftigte er Kriegsgefangene aus dem Lager Wahn Da dies aber nicht den Mangel an Facharbeitern beseitigen konnte beschloss er gegen alle Widerstände Schreiner aus den von der deutschen Armee besetzten Gebieten Osteuropas zu holen Berichten zufolge war er selbst in Warschau und warb dort einige Dutzend Holzfacharbeiter fast alle Juden an Die meisten der Angeworbenen verließen nach Kriegsende wieder Deutschland einige blieben aber und machten sich meist in Bonn als Schreiner selbständig Max Goldreich war ein gläubiger Jude Er engagierte sich sehr aktiv in der Beueler Synagogengemeinde und wurde dort bald zu deren Vorsitzendem gewählt Religiös war er konservativ orientiert Der liberalen Bonner Gemeinde warf er in einem offenen Brief abgedruckt im Gemeindeblatt der Bonner Synagogengemeinde vom Dezember 1929 religiöse Indifferenz vor und beklagte dass wir nur noch von Antisemitismus Gnaden Juden sind In seiner Funktion als Vorsitzender der Synagogengemeinde war Goldreich mehrfach Mitglied in Ausschüssen des Beueler Gemeinderates So saß er 1919 in der Kommission für Kriegsgefangenenheimkehr 1926 in der Wohlfahrtskommission Darüber hinaus zählte er zu den wenigen Beueler Juden die sich aktiv politisch betätigten Bei den Gemeinderatswahlen im April 1924 unterstützte er die Kommunale Arbeitsgemeinschaft eine der Demokratischen Partei nahestehende Liste Goldreich gehörte zu der kleine Gruppe von Juden im Bonner Raum die mit den Vorstellungen des Zionismus sympathisierten Johannes Bücher der mit Goldreich aufgrund seiner Tätigkeit bei der Gemeindeverwaltung auch dienstlich zu tun hatte nennt ihn noch heute einen Seigneur im besten Sinne des Wortes Doch Goldreich hatte nicht nur Freunde in Beuel Als sich der Gemeinderat im Sommer 1920 mit sieben Anträgen auf Einbürgerung darunter auch dem von Goldreich beschäftigte wurden schließlich sechs Anträge gebilligt aber nicht der seinige Die Gründe dafür sind den überlieferten Akten leider nicht zu entnehmen Aufgrund einer Weisung des preußischen Innenministers erhielt Goldreich schließlich 1921 die deutsche Staatsbürgerschaft Die Weltwirtschaftskrise traf Goldreich und sein Unternehmen es hieß inzwischen Rheinische AG für Holzverarbeitung besonders hart Zudem war mit der Germania Möbelfabrik in unmittelbarer Nachbarschaft ein Konkurrenzbetrieb entstanden Goldreich musste schließlich Anfang der dreißiger Jahre Konkurs erklären Sein direkt neben dem Rathausgarten gelegenes Haus das er 1920 vom ehemaligen Bürgermeister Breuer erworben hatte musste er verkaufen Familie Goldreich zog daraufhin 1933 nach Bonn Max Goldreich gehörte zu den wenigen Beueler Juden die gleich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme erkannten dass es in Deutschland für einen Juden keine Zukunft geben sollte Mitte 1934 emigrierte er mit seiner Frau und seinem Sohn Theodor sowie dessen Familie nach Palästina Nach einem Bericht des deutschen Konsulats in Palästina hielt sich die Familie Ende 1936 in Jerusalem auf Max Goldreich und seinen Angehörigen wurde im Dezember 1937 auf Weisung des Kölner Regierungspräsidenten die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen Begründet wurde dies mit dessen wirtschaftsschädigendem Verhalten Einer der von Goldreich während des Ersten Weltkrieges angeworbenen polnischen Arbeiter sei wegen Arbeitslosigkeit jahrelang der Wohlfahrt zur Last gefallen ohne dass Goldreich dies verhindert habe Max Goldreich hatte sich mit einem Teil seiner Familie rechtzeitig in Sicherheit gebracht Seine Tochter Edith verheiratet mit dem Beueler Kaufmann Max Herz war in Beuel geblieben Zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter Ruth wurde sie über das Endenicher Kloster im Juli 1942 nach Minsk in Weißrussland deportiert

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  • Restauration Heisterbacherhof
    Bewirtung der zahlreichen Versammlungen der verschiedenen Organisationen die zur Arbeiterbewegung gehörten wie der Arbeitersängerbund oder die Arbeitersportvereine 11 Die Benutzung der Versammlungsräume war umsonst aber es bestand ein stillschweigender Trinkzwang Alkohol zu trinken war deshalb eine faktische Voraussetzung für die Teilnahme an der sozialistischen Arbeiterbewegung Nichtalkoholische Getränke waren nicht sehr verbreitet und sie waren im allgemeinen teurer als Bier und Schnaps 12 Bis zum Herbst 1907 blieb der Heisterbacherhof der wichtigste Treffpunkt der sozialistischen Bonner Arbeiterbewegung dann eröffnete das Volkshaus der freien Gewerkschaften in der Sandkaule 13 13 Hier entstand nun das Kommunikationszentrum der freien Gewerkschafter und Sozialdemokraten wo sie ohne Verzehrzwang auf den auch ein Wirt wie Heinrich Mertens bestehen musste ihre Versammlungen abhalten konnten Wenn auch die Gewerkschaften und andere Organisationen weiter kleinere Treffen und Sitzungen bei Mertens abhielten so war die Eröffnung des Volkshauses geschäftlich sicherlich ein schwerer Rückschlag für den Heisterbacherhof Bei den Bonner Behörden der Kaiserzeit stand der Heisterbacherhof in keinem guten Ruf Als Heinrich Mertens am 7 April 1913 mit der Bitte um Genehmigung des Schalterausschankes d h des Außerhausverkaufes von Bier und anderen Getränken an den Stadtausschuß herantritt werden routinemäßig Stellungnahmen zur Person und der Bedürfnisfrage bei der Polizeibehörde eingeholt Das zuständige Revier berichtet über die Person des Antragstellers sei nichts Nachteiliges bekannt und außer drei geringfügigen Geldstrafen wegen Lotterievergehens liege nichts gegen Heinrich Mertens vor Doch die Bedürfnisfrage verneinen die Beamten denn der Heisterbacherhof sei nur ein Sammelpunkt für Bummler und Trunkenbolde 14 Den in Bonn stationierten Soldaten war es bis 1918 untersagt die Wirtschaft von Heinrich Mertens zu betreten Der Heisterbacherhof war die einzige Bonner Gastwirtschaft deren Besuch den Soldaten auf Befehl der Vorgesetzten verboten war 15 In der Weimarer Republik wird der Heisterbacherhof weiterhin von Sozialdemokraten besucht aber auch Kommunisten treffen sich nun vermehrt im Lokal In den Jahren 1924 1926 tagt die KPD öfter in den Räumen der Gaststätte Aber erst ab März 1931 wird der Heisterbacherhof zum Verkehrslokal der KPD Noch im Mai 1927 empfiehlt sich der Heisterbacherhof den Lesern der sozialdemokratischen Rheinischen Zeitung als ältestes Verkehrslokal der Partei und der Freien Gewerkschaften 16 Nach der 1 Mai Demonstration von 1927 feierte die SPD allerdings in der Phönixhalle während sich die KPD bei Mertens traf 17 Im Programmheft des von der KPD organisierten Internationalen Kulturtreffens vom Ostermontag 1931 warb der Inhaber Genosse Niels Pedersen für die Restauration Heisterbacherhof dem Verkehrslokal der klassenbewußten Arbeiterschaft 18 1922 trifft Heinrich Mertens mit dem Tod seiner Frau ein schwerer Schicksalsschlag Von dieser Zeit an führen seine Tochter Gertrud und deren Mann Niels Pedersen die Gastwirtschaft Pedersen gebürtiger Däne war nach Jahren der Wanderschaft die ihn nach Berlin Paris und in die Schweiz geführt hatte im Sommer 1906 nach Bonn gekommen Pedersen war ausgebildeter Schneider und seit 1903 Mitglied des dänischen freigewerkschaftlichen Fachvereins der Schneider Diese Kombination führte ihn in Bonn automatisch in den Heisterbacherhof wo sich die gewerkschaftlich organisierten Schneider trafen Hier lernte er seine spätere Frau die Wirtstochter Gertrud kennen Beide heirateten 1909 Von 1917 1922 lebte die Familie Pedersen in Dänemark wo Niels Pedersen als selbständiger Schneider arbeitete 1922 nach dem Tode von Sibilla Mertens kehrt das Ehepaar Pedersen nach Bonn zurück und übernimmt die Führung der Gastwirtschaft von Heinrich Mertens der allerdings weiterhin im Besitz der Schankerlaubnis bleibt 1926 nimmt Pedersen die deutsche Staatsbürgerschaft an 1922 bis 1928 ist er Mitglied der SPD Seit 1928 ist er Mitglied und Funktionär der KPD 19 Nach dem Tod von Heinrich Mertens am 4 Oktober 1928 bemüht sich Niels Pedersen um die Übertragung der Schanklizenz auf seinen Namen was aber mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war Zum einen machte die Baupolizei auf erhebliche Bauschäden am Haus aufmerksam und forderte deren Beseitigung Zum anderen sicherlich schwerwiegender äußerte sich die Ortspolizeibehörde negativ über Pedersen gegen den mehrere Strafverfahren anhängig seien So sei gegen Pedersen ein Verfahren wegen Verletzung des Republikschutzgesetzes eingeleitet worden weil er den Reichspräsidenten von Hindenburg beleidigt haben soll Dieses Verfahren sei aber mangels an Beweisen eingestellt worden Gegen die Übertragung spräche zudem dass er nicht über die Wirtschaftsräume verfügen könne da Heinrich Mertens seine Enkelkinder als Erben eingesetzt hätte Die Ortspolizeibehörde sprach sich klar dafür aus den Antrag abzulehnen da Pedersen nicht geeignet sei die Wirtschaft zu führen und nicht über die Räume verfügen könne Am 22 Januar 1929 lehnt der Stadtausschuß der Argumentation folgend das Gesuch von Niels Pedersen ab 20 Am 5 Dezember 1930 wendet sich Niels Pedersen erneut an den Stadtausschuß mit dem Antrag auf Übertragung der Konzession Er hat inzwischen im Zwangsversteigerungsverfahren das Haus Heisterbacherhofstr 10 nebst Wirtschaft erworben und weist noch einmal daraufhin dass er die Wirtschaft für seinen verstorbenen Schwiegervater Heinrich Mertens ca 8 Jahre lang geführt hat Auf seiner Sitzung vom 6 Februar 1931 erteilt der Stadtausschuß Pedersen die Erlaubnis zum Betrieb der Schankwirtschaft mit Ausschank von alkoholischen und alkoholfreien Getränken aller Art einschließlich Schalterausschank 21 Wirtschaftlich werden die folgenden Jahre für Niels und Gertrud Pedersen kein Erfolg So betreibt die Kreissparkasse Bonn 1934 die Zwangsversteigerung des Hauses Heisterbacherhofstr 10 Aus Sicht der Bank war der Heisterbacherhof einzig ein seit Jahren vernachlässigtes Gebäude darin eine bisher angeblich nur von Kommunisten besuchte Wirtschaft geführt wird 22 Die Kreissparkasse befürchtet das Haus selbst erwerben zu müssen Sie will dies aber nur tun wenn die Konzession auf sie bzw auf den von ihr zu benennenden Ersteher übertragen wird Wegen des schlechten Rufes des Lokals und des schlechten Gebäudezustandes hat sie Bedenken dass dies nicht geschehen könne Da sie eine dahingehende Zusage nicht erlangen kann bleibt der Kreissparkasse nichts anderes übrig als die Geschäftsführung unter Pedersen zu belassen weil sie mit dem Gebäude ohne Konzession nichts anzufangen weiß Ab dieser Zeit steht das Haus Heisterbacherhofstraße 10 aber unter Zwangsverwaltung 1940 kommt es doch noch zur Zwangsversteigerung bei der die Stadt Bonn das Haus erwirbt Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten beginnen auch politisch schwere Zeiten für den Heisterbacherhof und seine Wirtsfamilie Die Wirtschaft ist bei den Nationalsozialisten natürlich als Verkehrslokal der KPD und Niels Pedersen als KPD Mitglied bekannt Dies hat zur Folge dass er vom 14 März bis 4

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