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  • Alexander von Bernus Gesellschaft e.V. - Gruendung
    von Bernus hat die jahrtausendealte Tradition der hermetischen Philosophie neu gegriffen und mit zeitgemäßen technischen und geistigen Mitteln verwirklicht Die vielfach belegte therapeutische Wirkung der über dreißig Heilmittel die er gemäß der alchymistischen Kunst entwickelte sind ein überzeugender Beweis dafür daß hier nicht mittelalterlicher Aberglaube Pate gestanden hat Vielmehr fußt seine Labortätigkeit auf einem tiefen Wissen von dem was die Welt im Innersten zusammenhält Die Alexander von Bernus Gesellschaft e V hat es sich zur Aufgabe gemacht dieses besondere geistige Erbe von Alexander von Bernus zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen Diese Pflege wird weniger im Sinne eines musealen Bewahrens verstanden Denn an den Orten wo Bernus gelebt und gewirkt hat ging es immer lebendig und tätig zu Sei es Stift Neuburg bei Heidelberg das er bis 1924 großzügig seinen vielen Freunden aus der literarischen und künstlerischen Öffentlichkeit als Inspirations und Kommunikationsort zu Verfügung stellte sei es Schloß Donaumünster das er während der Kriegsjahre mit vielen Zuflucht und Hilfe suchenden Menschen teilte Schloß Donaumünster im Sinne von Alexander von Bernus weiterzuführen bedeutet beispielsweise künstlerisches Arbeiten zu fördern das dem geistigen Hintergrund aus dem Bernus selbst als Dichter künstlerisch tätig geworden ist Rechnung trägt Und es beinhaltet die Forschung und Entwicklung seines besonderen naturwissenschaftlichen Ansatzes bei der Herstellung seiner Heilmittel Der dritte und vielleicht wichtigste Pfeiler ist die Motivation der Antrieb aus dem Bernus selbst gelebt und gearbeitet hat Alles Wirken von hier aus muß deshalb von einem sozialen den Menschen dienenden Impuls getragen sein Für die Gegenwart und ganz konkret gesprochen heißt das beispielsweise daß die Alexander von Bernus Gesellschaft dafür Sorge trägt daß die Baronin von Bernus einen würdigen und sorgenfreien Lebensabend auf Schloß Donaumünster verbringen kann Dazu ist die Hilfe und Unterstützung der Mitglieder vonnöten Die Alexander von Bernus Gesellschaft e V möchte den geistigen Impuls

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  • Die Rezepte
    Bernus gewesen war sie es war die die Rezepte aufgeschrieben hat wusste sie sehr gut Bescheid Das Prinzip bei der Herstellung der Mittel ist immer dasselbe es wird ein alkoholischer Auszug bereitet und die ausgezogenen Kräuter werden destilliert und diese Destillation gilt als Ausgangsmedium für das jeweilige Präparat Bernus hat die Herstellung dieser Mittel bewusst sehr einfach gehalten wollte er doch seiner Zeit beweisen dass man kein mittelalterlicher Adept sein muss quod erat demonstrandum um wirksame spagyrische Mittel bereiten zu können Bei seinen eigenen wirklichen alchemistischen Mitteln ist er sehr sehr viel sorgfältiger was die einzelnen Prozesse betrifft vorgegangen und diese dauerten in der Zubereitung so lange dass damit kein Arzneitmittelproduzent arbeiten kann der ja den Markt beliefern können muss Diese Reduktion zeigt sich beispielsweise darin dass er die Rohstoffe nicht selbst hergestellt hat sondern bezogen hat Das macht man für wirklich alchemistische Produkte nicht Da muss jeder einzelne Stoff bestmöglichst bereitet sein das heißt es muss so vorgegangen werden dass tatsächlich die Lebenskräfte die ein Alchemist ja aus dem Naturreich gewinnen will in höchst möglicher Form enthalten sind Also zurück zur Bereitung der Mittel Man benötigt zwei Glaskolben einen Weithaltskolben in den die Kräuter hinein kommen einen Enghalskolben der das Destillat auffängt Diese Kolben je nach Wunsch 1 2 3 usw bis 5 Liter Kolben erhält man in jedem Laborhandel Bernus hat mit einem sogenannten Pelikan destilliert der so heißt weil er so geformt ist wie der Kopf und große Schnabel eines Pelikans wir nehmen einen sogenannten Helm der auf den Ausgangskolben aufgesetzt ist Normschliffgröße 45 dieser Helm ist rund hat zwei Öffnungen die eine in die das Destillat aufsteigt sich an der Rundung abkühlt und kondensiert und durch die andere Öffnung ein schmales Rohr in den zweiten Kolben abfließt Diese Form macht im Kleinen das Oben des Firmamentes

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  • Alexander von Bernus Gesellschaft e.V. - Kontakt u. weiter Informationen / Further Information, Contact
    Bernus Strasse 4 86660 Tapfheim Kontakt Weiterführende Informationen Further Information Contact Um weiterführende Informationen zur Alexander von Bernus Gesellschaft e V oder deren Veröffentlichungen zu erhalten kontaktieren Sie die Gesellschaft bitte unter der oben angeführten Adresse For further information on

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  • poems
    of the field The hardest stone in moss He does array I Know the Paradise of Birds shall yield To a good Garden of The Lord one day Alexander von Bernus Vogel am Abend In Aus Welt und Überwelt Dornach 1995 S 13 Ins Englische übertragen von Florin Bican Fra Angelico The bell calls to prayer should I rush Let me paint one more stroke of the brush And one more needs must be Worship and paint are of a kind And if I sometimes lag behind Then God shall pardon me For thus to Him I also pray With Blue and Green and Gold A saint is dying far away A peacock s tail unfolds I have to paint this tail complete Against the background s gold so bright The monk with sandals on his feet That has appeared in sight Is me myself as I break free From my own cell so small And go past mountain land and sea And house and town and wall And find myself in Heaven How I myself can t say And there the radiant Hosts I see And I pant them paint away Alexander von Bernus Fra Angelico In Aus Welt und Überwelt Dornach 1995 S 10 Ins Englische übertragen von Florin Bican ISA 1945 We too ve been waylaid by Time s robber band And yet the Poet s rhyme it cannot thieve Nor can it plunder what we both believe As long as we two travel hand in hand Some roads are in the darkness some must pay A heavy earned price for to find the light Yet our own road was lit up and full bright Come from afar and leading far away Where it shall take us none knows but your Guide Your Angel trust Him and His light let s trust Down in this world with horror overcast Down in ist depth as yet unclarified Alexander von Bernus Isa 1945 In Aus Welt und Überwelt Dornach 1995 S 41 Ins Englische übertragen von Florin Bican Far away from here The wild and sacred Temple Beast Comes in my sleep comes from the East My sleep s a mace my dreams I dread Penance hangs heavy overhead My dreams I dread my sleep s a mace From long before both time and space The wild and sacred Temple Beast Is raised in you again like yeast I ve recognized you by clear sight Both dream and world did us unite I was the Temple Priest before And you loved me for evermore The wild and sacred Temple Beast In night and deathly lust does twist Bull Lion Eagle Angel wings It lies upon me as the Sphinx And somewhere far away from here Time and Space merge and disappear Alexander von Bernus Von hier sehr weit In Aus Welt und Überwelt Dornach 1995 S 42 Ins Englische übertragen von Florin Bican Words spoken from Beyond From him who in life Was Alexander von Bernus For Isa added

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  • Alexander von Bernus - Biographical Sketch
    Wedekind Franz Blei Rainer Maria Rilke Paul Scheerbart Stefan Zweig Thomas Mann and Hermann Hesse with whom von Bernus had friendly relationships over the years Until 1926 he kept open for them Stift Neuburg his country residence near Heidelberg to serve as a meeting and working place over the summer months Also among the frequent visitors were Stefan George and his circle Only 23 years old he went public with his own literary works and met immediate success His first volume of poetry Aus Rauch und Raum roughly Of Smoke and Space was received positively by the public Together with among others Will Vesper Karl Wolfskehl Rolf von Hoerschelmann Karl Thylmann and Emil Preetorius he ran his own little theatre from 1907 to 1912 the Schwabinger Schattenspiele Schwabinger Shadowplay In 1912 he met Rudolf Steiner and a close friendship developed between both of them until Steiner s death From 1916 to 1920 he published the magazine Das Reich The Realm for which Steiner was one of the most important contributors Over the course of his life Alexander von Bernus published over twenty volumes of poetry he wrote novellas shadowplays theatre plays mystery plays prose texts and an important work in the fields of alchemy and natural science Alchymie und Heilkunst Alchemy and the Art of Healing Beside his literary work von Bernus dedicated himself to research in alchemy and the natural sciences In the year 1921 he founded his own alchemical spagyrical laboratory in which in decades of concetrated work he developed more than thirty healing substances Bernus continued the ancient tradition of alchemy which had more or less fallen into discontinuity after Paracelsus in a practical way hence returning to the natural sciences their spiritual dimension With the very effective healing substances which where the results of his work

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  • Alexander von Bernus Gesellschaft e.V. - Links
    e V Alexander von Bernus Gesellschaft e V Schloss Donaumünster Alexander v Bernus Strasse 4 86660 Tapfheim Kontakt Links Isa von Bernus Hermes Forschungskreis Alchemie e V Alchemy Virtual Library The Alchemy Museum Kutna Hora Czech Republic Homeoterapias in Spanish

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  • Mit Rasseln und Säbeln
    als irrational träumerisch und weltfern klassifiziert Seit den Arbeiten von Peter Szondi und Walter Benjamin sollte dieses Vorurteil eigentlich revidiert worden sein innerhalb der germanistischen Forschung Tradiert man dieses überholte Romantikbild und stellt einen Autor einlinig in diese Tradition hinein entsteht daraus ein Pseudoschluß also ist der Autor hier Bernus auch irrational und weltfremd Kolb und Telle zitieren um eine vermeintliche Irrationalität von Bernus Dichten zu beweisen eine Passage aus einem Essay von Bernus der von der Problematik der Umdichtungen englischer Lyrik ins Deutsche handelt Das Geheimnis des absoluten Gedichtes das gilt auch von der vollkommenen Umdichtung das in einer jeder begrifflichen Erreichbarkeit entzogenen Sphäre beheimatet ist wird bedingt durch jenes undefinierbare Etwas das sich dem der das absolute sprachliche Gehör besitzt das keineswegs mit dem absoluten musikalischen identisch ist als beglückende Gewißheit mitteilt daß es nur so und nicht anders sein kann Hier folgt wieder so ein Pseudoschluß Dieser Satz bedeutet die Absage an diskursive literaturwissenschaftliche Interpretation an die Möglichkeit Dichtung über bloßes Einfühlen hinaus zu verstehen und an die Ästhetik neuer Lyrik die das Gedicht als bewußt geschaffenes Kunstprodukt betrachtet Diese Folgerung gerät hier zum baren Unsinn stellt doch die Äußerung von Bernus das Ergebnis einer diskursiven literaturwissenschaftlichen Interpretation dar Jemand der nur fühlt kann gar nicht zu einer solchen Aussage gelangen Es ist eben das Resultat einer wissenschaftlichen Überprüfung solcher Gebilde die die Lyrik darstellen daß sie diese von Bernus beschriebenen Momente enthalten Man kann dem widersprechen und behaupten daß Lyrik reine Information beinhaltet die auch anders ausdrückbar ist dort aber Reime u U oder Rhythmus aufweist was aber für die Vermittlung der Inhalte keinerlei Bedeutung habe Das kann man tun Das ist dann eine andere diskursive literaturwissenschaftliche Interpretation von Lyrik wobei der Beweis für eine solche These schwer zu führen sein wird Übrigens bietet der gesamte Essay aus dem oben zitiert wurde den Beleg dafür daß Bernus sehr sorgfältig sein Tun hier das Umdichten englischer Lyrik reflektiert und nachvollziehbar dargestellt hat Eben weil ein absolutes Gedicht zu schaffen diese Momente des in Prosa Unausdrückbaren enthalten muß ist Bernus ungeheuer bewußt an sein dichterisches Schaffen herangegangen Er wollte nämlich und hat es auch getan in ihrer Art vollendete Gedichte schaffen und keine launischen Einfälle produzieren die rein subjektiver Empfindsamkeit entspringen und da wo das Unaussprechliche gebannt sein sollte Hohlheit aufweisen In meiner Beweisführung lasse ich die zahlreichen Fremdzitate die Kolb und Telle anführen weg Es ist banal zu bemerken daß man mit irgendwoher geholten Zitaten alles erschlagen kann wobei dann der Erwiderer wiederum irgendwoher Zitate herbeiholt und seinerseits erschlägt Dieses Spiel kann man beliebig fortführen und es führt zu gar nichts außer zur Papierverschwendung Ich werde rein immanent meine Beweisführung betreiben Es geht um Alexander von Bernus und darum soll es auch tatsächlich gehen Falsche Argumente werden durch Wiederholung nicht besser Zu dem romantischen Irrationalismus dem Bernus laut Kolb und Telle anhängen soll gesellt sich jetzt noch das Weltfremde diskursiv wissenschaftlich ausgedrückt als Escapismus Eine beliebte Zitiermethode ist die Halbsatz Zitierweise dieser hängen auch Kolb und Telle an Bernus Dichter aber hängt dem blauen Traume der Vorzeit nach wie ich und du und über ihm vom Zauberbaume singt ihm der Wundervogel zu Hinter der scheinbar romantischen Vorstellung vom verzauberten Traumreich des Dichters verbirgt sich in Wirklichkeit ein konservativer Escapismus vor den prosaischen Forderungen des bürgerlichen Alltags Was nun der bürgerliche Alltag für einen Maßstab abgeben soll dem man sich laut Kolb und Telle keineswegs als bewußter Geist entgegenstellen darf ist das Geheimnis der beiden Autoren Es gäbe auf der ganzen Welt keinerlei Dichtung wenn die Dichter sich von der hausgemachten Enge der jeweils herrschenden Zeitverhältnisse maßregeln ließen und sich ihre Inspirationen von Herrn und Frau Biedermann zurechtstutzen ließen Solche Ansätze wie sie in den siebziger Jahren modern waren wo alles gesellschaftspolitisch relevant sein mußte sind zum Glück mitsamt der dahinterstehenden Vorstellung von der real sozialistischen Gesellschaft im Mülleimer der Geschichte gelandet Im Zusammenhang lautet das gesamte Gedicht Das Singen Der Dichter hängt dem blauen Traume Der Vorzeit nach wie ich und du Und über ihm vom Zauberbaume Singt ihm der Wundervogel zu Die fremde und die eigne Seele Die sind in ihm so abgestimmt Daß er aus einer jeden Kehle Das ungelöste Singen nimmt Das Singen im Kristall der Berge Das Singen heller Wasserfraun Das Singen augenloser Zwerge Das Singen in den Waldverhaun Das Singen eingelegter Lanzen Das Singen Heiliger in Haft Das Singen maurischer Romanzen Das Singen langer Wanderschaft Das Singen niegesehner Meere Das Singen das die Träne bringt Das Singen von der ganzen Schwere Des Lebens das der Dichter singt Beim ersten Lesen dieses Gedichtes fallen zweifelsohne die Elemente ins Auge die zeitlich und thematisch dem prosaischen Alltag entrückterer Art sind Der Zauberbaum und der Wundervogel kommen in der Geschäftswelt nicht vor Nun sind Gedichte auch keine Nachahmung der Börsennachrichten die haben ihre eigene Sprache und Agenten und niemand wird sich bei einem Literaten Auskunft über die besten Anlageaussichten holen Die Erwartungen an ein Gedicht und an die Themen die ein Dichter ausspricht sind von vorneherein anderer Art Um ein Gedicht aufzuschließen den heuristischen Wert eines solchen Gebildes herauszustellen müßte herausgearbeitet werden wie Bild Aussage und Form zueinander stehen Ob diesem Zusammengehen ein Notwendiges eignet oder ein loses Band nur existiert das in Beliebigkeit der Komposition mündet und damit banalisiert Trotzdem alle Lyrik sich dadurch auszeichnet ein subjektives Moment auszusprechen ich verzichte hier darauf Hegel aus seiner Ästhetik zu zitieren muß der Lyriker die Gefahr bannen im rein Individuellen oder Zufälligen zu verharrren Geschieht dieses hat das sprachliche Gebilde nur für den Schreiber selbst Relevanz Erst das über das rein Individuelle Hinausführen der als Gedicht gefaßten Aussage macht den lyrischen Text für andere wertvoll denn erst wenn ein Allgemeines darin ergriffen wird kann jeder andere Leser daran teilhaben Im Phänomen der Sprache liegt die Spannung zwischen Subjektivem und Allgemeinen schon drin Denn alle Wörter einer Sprache haben einen eigenen für sich gültigen Aussagewert der sich geschichtlich wandelt aber für einen bestimmten bestimmbaren Zeitraum eine allgemein geltende Bedeutung beigelegt bekommt und haben daneben eine Privatkonnotation die mit dem aktiven Sprachschatz desjenigen der daran partizipiert zu tun hat Es soll im folgenden genauer herausgearbeitet werden was es mit den vermeintlich romantischen Inhalten aufsichhat in welchem Kontext diese stehen und welche Funktion sie innerhalb des Gedichtes einnehmen Das vorliegende Gedicht von Alexander von Bernus Das Singen bildet eine rhythmisch ausgestaltete Komposition die fünf Strophen enthält wobei die ersten zwei Strophen die Einführung des im Gedicht angesprochenen Themas enthalten und die drei letzten die Ausführung des Themas darstellen Die Ausarbeitung des Themas geschieht mit Aufzählungen die durch einen wiederkehrenden Refrain Das Singen am Anfang einer jeden Zeile ein Staccato einen Spannungsaufbau im Gedicht bewirken Diese kommt erst in den letzten beiden Zeilen des Gedichtes zur Ruhe und zum Abklingen in der zusammenfassenden Wendung von der ganzen Schwere Des Lebens das der Dichter singt Auch rhythmisch gestalterisch bewirkt das rückbezügliche das der Dichter singt die Umkehrung des Refrains am Anfang der Aufzählungen der vorangehenden Strophen Das Gedicht ist ein vollkommen regelmäßig komponiertes metrisches Gebilde mit vierfüßigen Jamben Endreim wobei weiblicher und männlicher Endreim sich abwechseln im Schema a b a b Kreuzreim Die einzelnen Strophen sind vierzeilig È È È È È È È È È È È È È È È È È È È È Der Dichter hängt dem blauen Traume Der Vorzeit nach wie ich und du So beginnt das Gedicht und schlägt sein Thema an die Vorzeit In dem Begriff Vorzeit sind verschiedene Bedeutungen enthalten Es kann das meinen was im weitesten Sinne früher als die Jetztzeit ist aus der der Dichter schreibt es kann auch die Vorzeit meinen die vor den uns greifbaren geschichtlichen Phasen liegt und es schwingt in dem Begriff auch ein Überzeitliches mit in dem Inhalte liegen die vor und jenseits aller Zeit liegen was mit dem heute geläufigen Begriff der Archetypen gefaßt wird die seit C G Jungs psychologischen Forschungen als Bestandteile des kollektiven Unbewußtseins gelten Die zweite und dritte Bedeutungsebene liegt nahe denn es wird ausgesagt daß dieser Vorzeit ein Verbindendes aller Menschen eignet Der Dichter wie ich und du Und der Art und Weise dieser Verbindung mit der Vorzeit nämlich dem Anhängen entspricht ein nicht ganz freiwilliger Vorgang der Beschäftigung damit Es klingt darin etwas nicht voll Bewußtes jedenfalls nicht punktuell Zielgerichtetes an Auch die Fortführung des Gedichtes weist auf diesen Bedeutungsbereich hin Der Dichter wird von einem Wundervogel der auf einem Zauberbaume sitzt angerufen Zauberbaum und Wundervogel sind Elemente aus der Märchen Sagen und Mythenwelt Hier sind die sogenannten Urbilder oder Archetypen beheimatet Das Thema dieses Gedichtes Das Singen ist das was alle Menschen als Bewußtseinsinhalte bewußter oder unbewußter durch ihr Leben tragen und Aussageabsicht dieses Gedichtes ist es einige dieser im Menschen schlummernden Bilder ins Bewußtsein zu heben sie auszusprechen für des Dichters Zeit neu auszusprechen Dieses Genre der Märchen und Sagen wo Bilder und die Symbolsprache vorherrschen ist die Welt des Dichters Da wo die Bilder sind hält der Dichter sich auf hier ist das Reich seiner Inspiration Er erfährt dort konkrete Ansprache der Wundervogel ruft ihm etwas zu er ist gemeint Er hört neue Worte der Wundervogelsprache das heißt dieser Dichter formuliert wiederum Bilder und Symbole er begibt sich in eine Tradition und setzt diese fort Der Wundervogel ruft dem Dichter etwas zu weil ihm eine besondere Art des Verstehens eignet Die fremde und die eigne Seele Die sind in ihm so abgestimmt Daß er aus einer jeden Kehle Das ungelöste Singen nimmt Der Dichter muß mit sich selbst mit dem Geistigen in sich in Kontakt stehen sonst versteht er das Geistige um ihn herum nicht Es sind seelische Inhalte die er vernimmt und deuten kann Ich und Du sind darin abgegrenzt werden als Individualität erfahrbar aber der Dichter kann die Brücke zum Du schlagen Ähnlich wie in der Musik ist des Dichters und des jeweils anderen Seele abgestimmt wie beim Stimmen verschiedener Musikinstrumente passen die Klänge zusammen weil die Substanz dieselbe ist aus der sie stammen Nun ist es so daß zu Zeiten der Einzelne den Kontakt zu seinem Geistigen verloren haben kann er sich selber gar nicht mehr versteht das sind Zeiten wo jeder Dichter es schwer hat weil er an etwas appelliert das schläft Man kann wohl für die heutige Zeit behaupten daß dies bei dem größeren Teil der Menschen der Fall ist Die meisten Menschen leben heute im Äußeren es ist überall laut grell und flüchtig Das Gegenteil von Sammlung und sich Vertiefen wird von den Medien verlangt es herrscht Zerstreuung und Ablenkung vor In solchen Zeiten ist eines Dichters Wort besonders wertvoll weil eine tatsächlich menschliche Kultur die sich aus dem Geistigen herleitet verschwindet Aber es ist sicher so daß ein Dichter der seine Aufgabe so versteht wenig gehört wird weil er die leisen Töne anschlägt die dem Seelischen angehören die durch vieles andere überlagert werden Die dritte vierte und fünfte Strophe des Gedichtes bringen nun die Ausführung des Themas das in den ersten beiden Strophen angelegt ist Was ergreift der Dichter aus der Welt der Bilder die man als Archetypen oder Urbilder ansprechen kann Das Singen im Kristall der Berge Das Singen heller Wasserfraun Das Singen augenloser Zwerge Das Singen in den Waldverhaun Kristall der Berge Wasserfraun Zwerge und Waldverhaun sind Elemente aus dem Naturrreich Der Dichter greift das aus der Sagenwelt auf daß auch die Natur belebt ist Die vier Elemente Feuer Wasser Erde und Luft stellt er als mit Geistigem erfüllt hin Das Feuer im Innern der Erde das die Lichtkörper der Kristalle formt es taucht im Hörer des Gedichtes das Bild vom Schatze auf der verborgen in den Tiefen der Erde schlummert die hellen Wasserfraun die den Himmel die Sonne das Licht sich im Wasser spiegeln lassen Nixen verführerisch und schön treten vor das innere Auge die Zwerge die in der Erde schaffen oft als Helfer des Menschen sich zu ihm gesellen selbst augenlos wissen sie doch in den Märchen wo die ertragreichen Stollen zu finden sind die Luft die im Wald erfüllt ist von Sausen und Brausen der Dichter greift diese vertrauten Bilder auf ruft damit bestimmte Erinnerungen Assoziationen wach und stellt sie in einen neuen Zusammenhang Er vernimmt nämlich von dem Wundervogel daß diese Wesen eingesperrt sind und daß es seine Aufgabe ist sie ein Stück weit zu befreien Daß er aus einer jeden Kehle Das ungelöste Singen nimmt Er verläßt damit die Ebene der Mythen und Sagen und hebt diese Urbilder in einen Bewußtseinszusammenhang des Verstehens er befreit sie indem er ihr Singen laut werden läßt Er sagt es gibt da etwas in den Naturreichen das eine Ebene mit dem Menschen teilt das ist die Musik und zwar diejenige Musik die im Sprachlichen sich ausdrückt ein Singen Die Nähe zu Eichendorffs Schläft ein Lied in allen Dingen ist spürbar Nur fehlt dem gesamten Gedicht das Harmlose das Eichendorffs Gedicht eignet Es ist hier nicht der Ort und an einem einzelnen Gedicht ist das nicht auszumachen die weiterführende Frage zu stellen was an der Romantik Bernus aufgreift und weshalb er das tut was an der romantischen Tradition er glaubt hinüberretten zu können in eine ganz andere Zeit Um diese Fragestellung muß es einem Wissenschaftler gehen der nicht bei einem bloßen Konstatieren aha romantisch stehenbleiben möchte Die vierte Strophe führt uns in das Soziale Eingelegte Lanzen sprechen von Streit und Krieg Heilige in Haft thematisieren die Ungerechtigkeit Maurische Romanzen greifen das Thema der Liebe als unerfüllte Sehnsucht auf und die lange Wanderschaft das nicht zum Ziele Kommen Es sind in der Tat Urbilder menschlichen Seins die in jeweils anderer geschichtlicher Umkleidung zum Grundbestand menschlicher Erfahrungen gehören Die fünfte Strophe bringt eine Verdichtung Konzentration menschlicher Urerfahrungen thematisiert den Rest der immer bleibt die Sehnsucht und Unerfülltheit das Stückwerk das jedem menschlichen Leben eignet Das Singen niegesehner Meere Das Singen das die Träne bringt Das Singen von der ganzen Schwere Des Lebens das der Dichter singt Die letzten zwei Zeilen lösen die Spannung die durch die Aufzählungen mit immer gleichem Refrain entstanden sind auf Das Gedicht in sich stimmig aufgebaut mit der Einführung in das Thema in den ersten zwei Strophen dessen Ausführung in den folgenden Strophen und der Zusammenfassung von der ganzen Schwere Des Lebens das der Dichter singt bildet ein Ganzes abge rundetes sprachlich rhythmisches Gebilde Die einzelnen Bilder sind einem zusammengehörenden Motivkreis entnommen und stimmen zusammen Um noch einmal zusammenfassend Kolbs und Telles völlig daneben liegender Wertung zu entgegnen seien die zwei Hauptargumente der beiden diskursiv widerlegt um ein romantisches Gedicht kann es sich schon deshalb nicht handeln weil der Dichter definitiv seinen Abstand zu der Wundervogel und Zauberbaum Welt anspricht Er greift von einem anderen Zeitpunkt aus von seinem Sitz im Leben aus diese Elemente auf denn er definiert sie eindeutig als der Vorzeit zugehörig an Diese Jetztzeit des lyrischen Ichs hat diesen Elementen gegenüber ein völlig anderes Bewußtsein als diejenigen die unfraghaft darin und damit gelebt haben es ist alles unerlöst Dies kann er nur aus einem historischen Abstand und aus einem distanzierten Bewußtseinsstand heraus bemerken Von einer Flucht aus dem bürgerlichen Alltag im Sinne eines träumerischen Ausweichens oder Nicht Stand Halten Können kann auch nicht die Rede sein denn der Dichter zeigt ja einen gangbaren Weg auf wie man aus der ganzen Schwere des Lebens herauskommen kann Indem man sich verbindet und zwar bewußtseinsmäßig verbindet mit dem was substanziell menschliches Leben auf der Erde ausmacht Daß man seine eigene Schwere die man erlebt in Zusammenhang bringt mit den Urbildern des menschlichen Seins Und dadurch daß in allen Bildern die wirkliche Bilder und keine Klischees sind ein kreatives produktives Element enthalten ist kann derjenige der sich dahin wendet in dieses Kreative hineinkommen und schöpferisch mit seiner eigenen Situation umgehen lernen Bernus bietet insofern ein hilfreiches und erfolgversprechendes Verfahren an für seine Zeit für seine Mitmenschen An diesem Gedicht Das Singen ist versucht worden die Sinnhaftigkeit von Bernus Vorgehen Vergangenheitselemente hineinzunehmen in ein modernes Gedicht zu verdeutlichen Eine genaue Analyse eines jeden weiteren Gedichtes von Alexander von Bernus wird ein ähnliches Ergebnis zeitigen daß nämlich eine bewußte stringente Komposition von Aufbau Bild und Aussagegehalt jeweils vorliegt Ich wende mich deshalb dem dritten Abschnitt in dem erwähnten Aufsatz von Kolb und Telle zu in dem sie sich bemühen dem Alchemisten Alexander von Bernus beizukommen Wir kommen hier in ein Gebiet in dem sich die Literaturwissenschaft als reine Hilfswissenschaft entlarven muß Es ist hilfreich und interessant mit den Mitteln sprachwissenschaftlicher Untersuchungen die Sprachdenkmäler alchemistischer Tradition auf immer wiederkehrende Topoi und auf ihren Bild und Symbolcharakter hin abzuklopfen und zeitgebundene Textelemente wie zum Beispiel Mengen und Maßangaben zu übersetzen und damit alte Rezepte heutigen Lesern zugänglich zu machen Keine Frage Nur bleibt man in diesem Rahmen immer bei einem beschreibenden Vorgehen stehen In dem Moment wo schon etwas als Alchemie verstanden wird ist man schon in einem anderen Denkgebäude als dem worin die modernen Wissenschaften stehen und hat es mit anderen Voraussetzungen zu tun die diese modernen Wissenschaften nicht akzeptieren weil sie eben nicht in ihren Rahmen passen und von ihrem Verständnis her als unwissenschaftlich gelten Es ist sattsam bekannt daß die Methoden die man wählt um einen Gegenstand zu untersuchen diesen Gegenstand schon verkleinern weil die jeweiligen Methoden eben nur das hergeben was in ihrem Verstehenshorizont inbegriffen ist alles andere fällt heraus Wenn man die Bibel mit Bultmannschen Methoden entmythologisiert bleibt eben nur ein Sprachgebilde übrig das zwar für sich auch interessant ist aber der religiöse geistig geistliche Inhalt verschwindet und die Bibel hat der Qualität nach keinen anderen Charakter mehr als irgendein Song der Beatles weil eben beides sprachliche Gebilde sind und dieses Element bei diesen Untersuchungsmethoden als einziges übrig bleibt Wie gesagt begreift man das Vorgehen als Hilfsmittel und sieht deren Begrenztheit ist das in Ordnung läßt man nur noch diese Verständnisebene gelten reduzieren sich die gesamten Kulturdenkmäler auf rein formale Elemente und sind jeglichen Inhaltes beraubt und damit beliebig Kolb und Telle verstehen sich in diesem Kontext Wissenschaftlich diskursiv zu verfahren heißt für sie die Bernus schen Texte die explizit das Thema Alchemie zum Inhalt haben diesen Methoden zu unterwerfen und das andere was nicht damit zu fassen ist entweder der Lächerlichkeit

    Original URL path: http://www.bernus.de/rundbrief-20021106.html (2016-02-14)
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  • Alexander von Bernus Gesellschaft e.V. - Zum 100. Geburtstag von Isa von Bernus
    Donaumünster geladen Es wird wohl sehr anstrengend werden Aber es ist schön wenn viele Menschen kommen die einen gern haben sagt die Baronin die seit 1943 auf Schloß Donaumünster wohnt Mit ihrem 1965 verstorbenen Mann ist sie damals hierhergekommen dessen Name als Alchimist Lyriker und Astrologe heute noch ein Begriff ist Er war Mitglied im PEN Club und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung nannte Größen wie Hermann Hesse Thomas Mann und Erich Kästner seine Freunde In Donaumünster baute er 1943 sein spagirisch pharmazeutisches Labor Soluna wieder auf nachdem das vorige in Stuttgart durch Bomben zerstört worden war Hier stellte er mit der tatkräftigen Hilfe seiner Gattin alchimistische Heilessenzen her Als Isa von Bernus damals noch Oberländer ihren Mann in den 30er Jahren kennenlernte war sie eine gefeierte Schauspielerin und Rezitatorin die als Maria Stuart oder Iphigenie viel Beifall einheimste Im März 1930 hatte die gebürtige Berlinerin als erste deutsche Schauspielerin seit dem ersten Weltkrieg auf Einladung der Sorbonne in Paris deutsche Lyrik gelesen Mit Alexander von Bernus lebte sie zunächst ein Jahr auf Schloß Schönbrunn in Wien dann in Stuttgart und seit 1943 auf Schloß Donaumünster Noch heute rezitiert die betagte Dame die inzwischen fast nicht mehr sieht und schwer hört mit Vorliebe die Gedichte ihres Mannes von denen viele ihr gewidmet sind Ganz genau kann sie sich noch erinnern wie er ihre Hand haltend vor 33 Jahren auf Schloß Donaumünster gestorben ist Sein Lebenswerk ist ihr Lebensinhalt weiß Irmhild Mäurer die vor vier Jahren auf das Schloß gekommen war um einige Werke von Bernus neu herauszugeben und seitdem seine Gattin betreut Um so schlimmer ist es für die Baronin daß sie die Entscheidungen im Werk Soluna nicht mehr beeinflussen kann Denn an der GmbH in die Soluna inzwischen umgewandelt worden ist hält sie keine Anteile mehr Der

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