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  • Leseprobe "Hörsturz"
    einen Ventilator entdecken obwohl Ein kleiner kalter Lufthauch schien Ruth plötzlich zu erfassen ein böse zischender Windstoß der sie frösteln ließ obwohl das Licht im Zuschauerraum brannte Und auf der Bühne Und in den Nebenräumen der Bühne Alle Birnen brannten alles war taghell erleuchtet Jemand hatte alle Lampen eingeschaltet Jemand mußte hier gewesen sein war vielleicht noch hier Die Kriminalpolizei ließ nicht alle Lampen in einem von ihr versiegelten halb ausgebrannten Opernhaus brennen Ruth rührte keinen Muskel wagte nicht zu atmen Vielleicht war sie nicht allein Sie horchte Ein Schlurfen von Füßen das Knacken eines Dielenbretts das sanfte Rauschen eines Vorhangs an dem sich jemand entlangschob Sie hörte nichts Sie hörte nur das Brummen eines unsichtbaren Ventilators ein immer gleiches Geräusch das einen auf die Dauer verrückt machen mußte Ist da wer fragte Ruth halblaut zu den abgefackelten Resten von Sarastros Palast hin Da rührte sich nichts Da war niemand Da hörte man niemanden leise atmen da hörte man gar nichts Außer diesem verfluchten Ventilator Vielleicht hatte doch die Polizei Oder eine Putzfrau Wäre es Ruth denn lieber gewesen wenn alles im Dunkel liegen würde Wenn sie mit einer Kerze in der Hand durch das Labyrinth hinter der Bühne stolpern müßte Über Balken fiele gegen Dekorationen krachte Ist jemand hier fragte Ruth in den Zuschauerraum Hallo rief sie in den Bühnenhintergrund Schrie sie Horchte Der unsichtbare Ventilator summte von irgendwoher Von überall her Ruth war sicher daß sie nicht allein war Daß hier irgendwo irgendwer Plop Ruhig bleiben Keine Panik Es war nichts Es war nur das Blut das in ihren Ohren rauschte das in ihr dröhnend den Ventilator nachäffte das auf und abwallte ihr ein anderes Geräusch vorgespiegelt hatte Ein leises Plop Sicher war es nur ihr Trommelfell das auf den Blutansturm reagierte Eine Art Druckausgleich wie wenn man einen großen Höhenunterschied zu schnell bewältigte Ruth hatte immer zu kämpfen wenn sie Paßstraßen fuhr Seit ihrer Kindheit Erst dieses Gefühl der Taubheit und dann schluckte sie und preßte und nichts geschah und jedesmal dachte sie daß ihre Ohren diesmal endgültig verschlossen blieben daß sie ihr Leben lang wie durch Watte hören müßte Doch irgendwann kam dieses Plop und alles war in Ordnung Sicher hatte sie solch ein Plop in ihrem Ohr gehört Plop Es war nicht in ihrem Ohr Sie hatte es wieder gehört Es kam von außen Es kam wie das Summen des Ventilators von außen Ein leises kurzes dumpfes Geräusch als ob ein Insekt gegen die Flügel des Ventilators geprallt und von ihnen zerschmettert worden wäre Wie ein Wassertropfen der im Waschbecken zerplatzte Ruth schlich quer über die Bühne blieb stehen horchte Sie ging zurück tauchte zwischen den Vorhängen an der Seite der Bühne ein blieb stehen Der Ventilator summte hier leiser Ruth horchte Plop Da war es wieder Es war nicht in ihrem Ohr Es war auch kein stimmloses Plop es war eher ein dumpfer Ton der klang Unzweifelhaft klang er ein wenig Es war eher ein Plong Und noch einmal Plong Ein dumpfer Ton der

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  • Pressestimmen zu "Hörsturz"
    zum Absurden Doch dann löst sich der Knoten Jens Uwe Sommerschuh S ÄCHSISCHE ZEITUNG charmant witzig bissig und beschwingt erzählt wie es dem Schauplatz angemessen ist BUCH AKTUELL Bernhard Jaumann weiß sein geschultes Musikverständnis derart intelligent in Szene zu setzen und in Worte zu fassen daß dem Leser schließlich Hören und Sehen vergeht BERLINER LESEZEICHEN Ein Krimi der nicht nur von Radiotalk und Sängerstimmen erzählt sondern in dem sich einfach

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